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Autor Thema: Zwischenfrucht  (Gelesen 1184293 mal)

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JM

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2715 am: 27. Juni 2020, 08:56:19 »

Ich greife das Thema mit dem Hafer noch mal auf ,denn ich will eine Mischung aus Hafer und Bohnen drillen .
Nur habe ich keinen blassen Schimmer wie ich aussaatstärke und Mischungsverhältnis bei einer sommerzwischenfrucht bei diesen Komponenten gestalten soll ! Ich dachte an 100kg Hafer und 60kg Bohnen?  Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen?

Hallo JM,

das musst Du unter anderem auch von der N-Verfügberkeit abhängig machen :
Der Bestand soll ja beschatten, deshalb muss für den Hafer genügend Stickstoff bereit stehen.

Ich möchte dieses Jahr nach der GPS ernte , in ca 14 Tagen vor wintergetreide gern noch eine günstige zf bauen .
Ich dachte am Hafer in reinsaat,  folgengeFrüchte wären Roggen und wickroggen mit Grasuntersaat.

Ich weiß nicht wie das in Niedersachsen geregelt ist, aber hier in NRW darf eine Zwischenfrucht die nicht vor einer Sommerung steht nicht gedüngt werden. Somit ist Stickstoff knapp. Das bedeutet dass dann nicht zuviel Hafer in die Mischung sollte.

Wenn wir für Hafer eine normale Aussaatstärke jeweils bei Reinsaat von 120 kg/ha und Bohnen von 300 kg/ha zugrunde legen. Dann ist bei ausreichender N-Versorgung eine Mischung von 80% zu 20% (entsprechend Deinem Vorschlag) passend, bei knapper N-Versorgung sollte der Anteil der Bohnen dann doch auf 50% angehoben werden, um einen ausreichend dichten Bestand zu erhalten.

Heiner

@ heiner ,
Danke für deine Empfehlung., mal schauen ob ich Anfang nächster  noch ein Erbsen auftreiben kann , oder besser lupienen um den Leguminosenantel durch eine weitere Komponente erhöhen kann
Gruss Jürgen
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Heiner

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2716 am: 27. Juni 2020, 22:28:29 »

Hallo,

vielleicht noch ein paar Takte zur Erklärung :
Es geht darum nur soviel Hafer in die Mischung zu nehmen wie Stickstoff im Boden ist um den Hafer zu einer vernünftigen Bestockung/Pflanzenentwicklung zu bringen.
Den weiteren Teil der Abdeckung müssen dann die Leguminosen machen.
Es ist ein ziemliches Märchen zu glauben, dass die Knöllchenbakterien der Leguminosen den Hafer mit ernähren wenn dort ca. 50% Leguminosen in der Mischung sind.

Heiner
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Helmo

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2717 am: 06. Juli 2020, 14:36:17 »

Frage zu Zwischenfrüchten, wenn ich ran gehe und als Hauptfrucht eine Zwischenfruchtmischung säen will und dies dann ernte, würde das als Zwischenfrucht-Standard gehen?
Was könnte man dann für Arten säen, die gleichzeitig reif sind?
Ich dachte in die Richtung: Raps/Senf/Platterbse/Phacelia/Buchweizen/Ölrettich/ggf. Hafer

Ist das vorstellbar? Liese sich das einigermaßen dreschen? Große Erträge sind selbstverständlich nicht anzustreben, beim Drusch wird es auch viele Verluste geben etc....
Wäre ggf. was für Waldecken oder Wildäcker

Zur Zwischenfrucht selber: Bei uns kommt ZF frühestens Mitte August in den Boden, im Idealfall per Drillsaat, aber auch mal gestreut. Sie soll den Boden beschatten und organische Masse liefern. Sicher abfrieren sollte sie. Intensiver Durchwurzelung ist nicht oberste Priorität, wir haben jedes Jahr gute Frost und -Trockengaren....
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Bauer1984

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2718 am: 08. Juli 2020, 06:48:22 »

Hallo,

wie verhält sich Öllein in der Zwischenfruchtmischung?
Habe den noch nie drinnen gehabt.

Lässt er sich gut bearbeiten im Frühjahr?
Macht er eine feine Mulchstruktur?
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Fox!

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2719 am: 08. Juli 2020, 07:18:25 »

Ich hatte Öllein letztes Jahr erstmalig in meiner Mischung. Aufgrund sehr später Niederschläge ist die ZF ebenso spät aufgelaufen, dadurch konnte sich der Öllein schlechter entwickeln als der Rest. Im FJ gab es mit der Bearbeitung daher vermutlich weniger Probleme. Die Stängel lagen noch im ganzen obenauf, denke das ist schönes Regenwurmfutter. Heuer fällt auf, dass der Öllein sehr leicht (trotz Trockenheit) keimt und den restlichen Bestandteilen recht weit vorraus ist. Die Korkenzieherwurzel ist sehr klein/fein, nicht vergleichbar mit einem Rettich. Inwieweit sich das auf die Bodenstruktur auswirkt muss ich noch beobachten. Öllein wird nachgesagt, dass sich dessen Wurzeleksudate sehr positiv auf Bodenpilze und -bakterien auswirkt.
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angusy

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2720 am: 08. Juli 2020, 11:09:24 »

Zwischenfrucht 2020

Ich habe in den letzten Jahren so Einiges probiert, was die Etablierung von Zwischenfrüchte angeht. Das gilt sowohl für die Auswahl der Komponenten als auch für die Sämethode.

Ich rede im Folgenden ausschließlich von Zwischenfrucht nach Weizen, auf den eine Sommerung in 2021 folgen wird.

Alles hat Vor- und Nachteile und ob die Nach- oder die Vorteile überwiegen werden, sag ich dann, wenn ich weiß, wie das Wetter im 2. Halbjahr 2020 werden wird. Da ich (wahrscheinlich bin ich wieder mal der Einzige) nicht weiß wie das wird, kommt dieses Jahr wieder der Pneumatikstreuer zum Einsatz. Den mit Abstand schönsten Bestand hatte ich in 2019 dort, wo ich mit der Maxima die Zwischenfrucht nur in die Stoppel gestreut habe. Die Direktsaat von Hafer, Erbsen etc. war sehr sehr zeitaufwendig und hat trotz Feuchte nicht den gewünschten Bestand erbracht.

Irgendwelche Bodenbearbeitung ist bei mir nach Weizen ohnehin verboten. Der Weizen wird im Hochschnitt geerntet. Die Stoppel MÜSSEN bis Oktober stehen bleiben. Die hohen Stoppeln beschatten den Boden sehr schön. Bei Tau ergibt sich dadurch durchaus eine Feuchte, die für Keimung ausreichen könnte.

Es wird auf eine Mischung Kleesorten, Ramtill und Buchweizen (nicht bei Rüben) hinauslaufen. Diese wird entweder noch vor der Ernte oder unmittelbar danach mit dem Streuer ausgebracht. Da der Hafer in den letzten Jahren immer zum Rispenschieben im Herbst kam und mich dieses Jahr in den Rüben tierisch nervt, bleibt er erst mal außen vor. Je nach Lage werde ich möglicherweiße irgendwann im Aug/Sep das Ausfallgetreide chemisch herausnehmen und dann Hafer aber viel lieber noch Sommerrogen in den Bestand streuen.
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johndeere820

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2721 am: 08. Juli 2020, 13:05:15 »

Zwischenfrucht 2020

Ich habe in den letzten Jahren so Einiges probiert, was die Etablierung von Zwischenfrüchte angeht. Das gilt sowohl für die Auswahl der Komponenten als auch für die Sämethode.

Ich rede im Folgenden ausschließlich von Zwischenfrucht nach Weizen, auf den eine Sommerung in 2021 folgen wird.

Alles hat Vor- und Nachteile und ob die Nach- oder die Vorteile überwiegen werden, sag ich dann, wenn ich weiß, wie das Wetter im 2. Halbjahr 2020 werden wird. Da ich (wahrscheinlich bin ich wieder mal der Einzige) nicht weiß wie das wird, kommt dieses Jahr wieder der Pneumatikstreuer zum Einsatz. Den mit Abstand schönsten Bestand hatte ich in 2019 dort, wo ich mit der Maxima die Zwischenfrucht nur in die Stoppel gestreut habe. Die Direktsaat von Hafer, Erbsen etc. war sehr sehr zeitaufwendig und hat trotz Feuchte nicht den gewünschten Bestand erbracht.

Irgendwelche Bodenbearbeitung ist bei mir nach Weizen ohnehin verboten. Der Weizen wird im Hochschnitt geerntet. Die Stoppel MÜSSEN bis Oktober stehen bleiben. Die hohen Stoppeln beschatten den Boden sehr schön. Bei Tau ergibt sich dadurch durchaus eine Feuchte, die für Keimung ausreichen könnte.

Es wird auf eine Mischung Kleesorten, Ramtill und Buchweizen (nicht bei Rüben) hinauslaufen. Diese wird entweder noch vor der Ernte oder unmittelbar danach mit dem Streuer ausgebracht. Da der Hafer in den letzten Jahren immer zum Rispenschieben im Herbst kam und mich dieses Jahr in den Rüben tierisch nervt, bleibt er erst mal außen vor. Je nach Lage werde ich möglicherweiße irgendwann im Aug/Sep das Ausfallgetreide chemisch herausnehmen und dann Hafer aber viel lieber noch Sommerrogen in den Bestand streuen.

Pneumatikstreuer heißt APV der bei der Maxima vor die Andruckrollen streut oder sowas wie die alten Rauch Aero?
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angusy

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2722 am: 08. Juli 2020, 13:08:32 »

Pneumatikstreuer heißt Rauch Aero

Bei der Maxima habe ich die Leitungen des integrierten Mikrogranulatstreuer abgenommen und mit Pralltellern versehen. Auch hier fiel das Saatgut also ohne irgendwelche Andruckrollen einfach zu boden.

Ob ich mich vielleich zu einem Walzgang hinreißen lassen......
Wird man sehen
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kalterfus

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2723 am: 27. Juli 2020, 20:21:55 »

Hallo,
habe mich im Frühjahr entschieden mal 8 ha Hanf als Zwischenfrucht anzubauen. Aussaat am 21.07.2020 nach Gerste mit und ohne Strohabfuhr. Ernte war am 16.07.2020 gern hätte ich direkt nach dem Drescher bzw nach der Strohabfuhr gedrillt, aber es gab Regen , der die Strohabfuhr verhinderte. Auf der Hächselfläche hätte man 5 Stunden nach dem Regen schon dillen können. Gedrillt wurde mit  einer Claydon ein Striegelgang vorweg. Mal schauen wie es sich weiterentwickelt,in Sachen Ausfallgerste und allg. Krautdruck, Herbizide sind ja verboten. Begüllt werden soll die Fläche in etwa 3 Wochen.
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JM

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2724 am: 28. Juli 2020, 17:53:53 »

Warum gerade Hanf, was genau versprichst du dir davon?
Ich habe beim feldtag im letzten herbst mal gesehen was sich daraus entwickeln kann .
Und mit einem schegelmulcher kommst du im schlimmsten Fall keine 10 m bevor der der Motor aus geht oder eine überlastsichung anspringt !
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