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Autor Thema: Zwischenfrucht  (Gelesen 1166575 mal)

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johndeere820

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2670 am: 14. Januar 2020, 16:11:04 »

Ich möchte, dass die ZF übern Winter abfriert damit im Frühjahr kein Wasser mehr verbraucht wird. Wobei die Verlässlichkeit da ja eh immer so ne Sache ist. Phacelia, Ölrettich sollen ja auch abfrieren... Bislang stehen die noch sattgrün auf den Flächen, trotz einiger Nächte mit - 5, - 6 Grad. Wobei der Abessinische Kohl scheinbar eher geringe Anteile einnimmt (rein optische Betrachtung), heißt den sollte man mit Bodenbearbeitung und/oder Maisherbiziden ja ganz gut rausschießen können.

Oder?

Wenn es abfrieren soll, dann nimm lieber Meliorationsrettich/Tillage Radish (Raphanus sativus var. longipinnatus) statt Ölrettich (R. sativus var. oleiformis). Der Tillage Radish war eine der ersten Pflanzen, die in meiner ZWF-Mischung vor Zuckerrüben abgefroren ist. 
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Mathias

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2671 am: 14. Januar 2020, 16:16:55 »

Kommt immer auf die Entwicklung an. TR ist eigendlich mit am unemfpindlichsten gegenüber Frost.
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Felix

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2672 am: 22. Mai 2020, 08:18:13 »

Hallo Alle,

ich stelle meine frage bzw. Idee mal hier rein in den allgemeinen Zwf Thread.

Folgende Situation: Ich werde eventuell die Möglichkeit haben im Sommer eine Maschine zu bekommen mit der ich Direktsaat von Winterraps realisieren kann, ich den Fall eine Maschine mit 3 Tanks. dort soll neben Raps eine Begleitkulturmischung sowie elementarer Schwefel bei der Saat ausgebracht werden. Auf der Fläche steht aktuell ein Grannenweizen, bluht derzeit. Ich denke das dieser Anfang Juli das Feld räumen wird, Stroh wird auch der Fläche verbleiben da dort herrschendes C:N zu eng ist. Als Begleitung für den Raps sind Ackerbohnen, Erbsen, Weißklee, Saatwicke, Alex.klee, Buchweizen und vll etwas Leindotter angedacht. 

Da nun die Option besteht die Aussaat ohne Bodeneingriff zu erledigen möchte ich die Fläche nach der Ernte direkt vorbereiten. Da die Bearbeitungsrichtung gewechselt wird soll eine Lockerung erfolgen, in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und Zustand. Danach möchte ich gerne eine Zwischenfrucht etablieren um die Zeit bis zur Rapssaat Ende August zu Überbrücken. Ich habe in dem Fall an Hafer, oder vll sogar Weizen gedacht da ich diese (oder eventuelle andere Gräser) später im Raps regulieren lassen. Durch die Zwf hätte ich die Möglichkeit vor Raps den org. Dünger in einen (hoffentlich) grünen Bestand zu applizieren. Derzeit steht in den Sternen wie die Wassersituation sein wird. Drilltechnik steht mir unterschiedliches zur Verfügung  ;)

Weitere Vorschläge oder Ideen zu möglichen Komponenten der Zwf? Die Begleitkultur etablieren und den Raps später da rein (Wasser?!)? Im kommenden Jahr besser über eine Untersaat im Getreide nachdenken um Zeit zu sparen?!
Fragen über Fragen  ;D
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johndeere820

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2673 am: 22. Mai 2020, 20:49:05 »

Hallo Alle,

ich stelle meine frage bzw. Idee mal hier rein in den allgemeinen Zwf Thread.

Folgende Situation: Ich werde eventuell die Möglichkeit haben im Sommer eine Maschine zu bekommen mit der ich Direktsaat von Winterraps realisieren kann, ich den Fall eine Maschine mit 3 Tanks. dort soll neben Raps eine Begleitkulturmischung sowie elementarer Schwefel bei der Saat ausgebracht werden. Auf der Fläche steht aktuell ein Grannenweizen, bluht derzeit. Ich denke das dieser Anfang Juli das Feld räumen wird, Stroh wird auch der Fläche verbleiben da dort herrschendes C:N zu eng ist. Als Begleitung für den Raps sind Ackerbohnen, Erbsen, Weißklee, Saatwicke, Alex.klee, Buchweizen und vll etwas Leindotter angedacht. 

Da nun die Option besteht die Aussaat ohne Bodeneingriff zu erledigen möchte ich die Fläche nach der Ernte direkt vorbereiten. Da die Bearbeitungsrichtung gewechselt wird soll eine Lockerung erfolgen, in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und Zustand. Danach möchte ich gerne eine Zwischenfrucht etablieren um die Zeit bis zur Rapssaat Ende August zu Überbrücken. Ich habe in dem Fall an Hafer, oder vll sogar Weizen gedacht da ich diese (oder eventuelle andere Gräser) später im Raps regulieren lassen. Durch die Zwf hätte ich die Möglichkeit vor Raps den org. Dünger in einen (hoffentlich) grünen Bestand zu applizieren. Derzeit steht in den Sternen wie die Wassersituation sein wird. Drilltechnik steht mir unterschiedliches zur Verfügung  ;)

Weitere Vorschläge oder Ideen zu möglichen Komponenten der Zwf? Die Begleitkultur etablieren und den Raps später da rein (Wasser?!)? Im kommenden Jahr besser über eine Untersaat im Getreide nachdenken um Zeit zu sparen?!
Fragen über Fragen  ;D

Untersaat in der Getreidevorfrucht ist arbeitswirtschaftlich wahrscheinlich am leichtesten zu realisieren, zumal dann eine Lockerung im grünen Bestand erfolgen könnte. Bedenken hätte ich in trockenen Jahren, in denen die Untersaat entweder verdurstet oder zu viel Wasser vor dem Raps wegzieht. Ohne Glyphosat wird es dann wahrscheinlich schwieriger, die Untersaat bzw. ZWF zu regulieren.

Als Zwischenfruchtkomponenten kamen mir sofort C4-Gräser in den Sinn. Mais, Sudangras, Sorghum und Rispenhirse könnten vor Raps noch einen Bestand bilden. Auf Kruziferen in der ZWF würde ich verzichten. Denkbar wären vielleicht noch Alexandrinerklee, Perserklee, Buchweizen, Ramtillkraut und Phacelia, wobei einige Arten dann ja auch in der Beisaat wären. Soll die ZWF auch no-till gesät werden?
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Felix

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2674 am: 23. Mai 2020, 08:10:38 »

Hallo Alle,

ich stelle meine frage bzw. Idee mal hier rein in den allgemeinen Zwf Thread.

Folgende Situation: Ich werde eventuell die Möglichkeit haben im Sommer eine Maschine zu bekommen mit der ich Direktsaat von Winterraps realisieren kann, ich den Fall eine Maschine mit 3 Tanks. dort soll neben Raps eine Begleitkulturmischung sowie elementarer Schwefel bei der Saat ausgebracht werden. Auf der Fläche steht aktuell ein Grannenweizen, bluht derzeit. Ich denke das dieser Anfang Juli das Feld räumen wird, Stroh wird auch der Fläche verbleiben da dort herrschendes C:N zu eng ist. Als Begleitung für den Raps sind Ackerbohnen, Erbsen, Weißklee, Saatwicke, Alex.klee, Buchweizen und vll etwas Leindotter angedacht. 

Da nun die Option besteht die Aussaat ohne Bodeneingriff zu erledigen möchte ich die Fläche nach der Ernte direkt vorbereiten. Da die Bearbeitungsrichtung gewechselt wird soll eine Lockerung erfolgen, in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und Zustand. Danach möchte ich gerne eine Zwischenfrucht etablieren um die Zeit bis zur Rapssaat Ende August zu Überbrücken. Ich habe in dem Fall an Hafer, oder vll sogar Weizen gedacht da ich diese (oder eventuelle andere Gräser) später im Raps regulieren lassen. Durch die Zwf hätte ich die Möglichkeit vor Raps den org. Dünger in einen (hoffentlich) grünen Bestand zu applizieren. Derzeit steht in den Sternen wie die Wassersituation sein wird. Drilltechnik steht mir unterschiedliches zur Verfügung  ;)

Weitere Vorschläge oder Ideen zu möglichen Komponenten der Zwf? Die Begleitkultur etablieren und den Raps später da rein (Wasser?!)? Im kommenden Jahr besser über eine Untersaat im Getreide nachdenken um Zeit zu sparen?!
Fragen über Fragen  ;D

Untersaat in der Getreidevorfrucht ist arbeitswirtschaftlich wahrscheinlich am leichtesten zu realisieren, zumal dann eine Lockerung im grünen Bestand erfolgen könnte. Bedenken hätte ich in trockenen Jahren, in denen die Untersaat entweder verdurstet oder zu viel Wasser vor dem Raps wegzieht. Ohne Glyphosat wird es dann wahrscheinlich schwieriger, die Untersaat bzw. ZWF zu regulieren.

Als Zwischenfruchtkomponenten kamen mir sofort C4-Gräser in den Sinn. Mais, Sudangras, Sorghum und Rispenhirse könnten vor Raps noch einen Bestand bilden. Auf Kruziferen in der ZWF würde ich verzichten. Denkbar wären vielleicht noch Alexandrinerklee, Perserklee, Buchweizen, Ramtillkraut und Phacelia, wobei einige Arten dann ja auch in der Beisaat wären. Soll die ZWF auch no-till gesät werden?

Bezüglich Aussaat kann ich nur sagen "es kommt drauf an ... "  ;D
Um Problemen mit dem Stroh etwas aus dem Weg zu gehen ist eine Maschine mit Zinken sicherlich von Vorteil. Mit der Claydon wäre zudem eine Lockerung im gleichen Arbeitsgang möglich. Alternativ getrennt mit Lockerung und Ultima.

C4 Gräser sind mir auch in den Sinn gekommen, eben wegen der Möglichkeit einen Bestand zu bilden und da Gräser im Raps gut zu regulieren sind. Auf Kruziferen und die Komponenten der Begleitsaat möchte ich da eher verzichten.

Ist und bleibt halt jedes Jahr die Frage ob und wie viel Probleme unterschiedlichster Art eine Untersaat im Getreide machen kann. Im Bezug auf die trockenen Bedingungen in den letzten Jahren natürlich noch ein Risiko mehr Wasser zu verlieren. Allerdings ist dann ständig eine aktive Pflanze vorhanden die den Boden versorgen kann, wenn auch vorerst nur eingeschränkt.

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johndeere820

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2675 am: 23. Mai 2020, 13:57:42 »

Bezüglich Aussaat kann ich nur sagen "es kommt drauf an ... "  ;D
Um Problemen mit dem Stroh etwas aus dem Weg zu gehen ist eine Maschine mit Zinken sicherlich von Vorteil. Mit der Claydon wäre zudem eine Lockerung im gleichen Arbeitsgang möglich. Alternativ getrennt mit Lockerung und Ultima.

Hinsichtlich der Vorteile einer Zinkenmaschine bin ich absolut deiner Meinung. Da ich keine Erfahrung mit der Claydon oder Ultima habe, kann ich nicht genau sagen, welche Maschine besser geeignet ist. Ich vermute aber, dass der Acker nach der Ultima ebener ist als nach der Claydon?! Das würde mMn für die Ultima sprechen. Ich nehme an, dass der Raps mit einer Novag gedrillt werden soll? Da ist ein ebener Acker von Vorteil, auch wenn die Maschine den Schardruck automatisch regelt. Mit der Claydon lassen sich Lockerung und Aussaat direkt nach dem Mähdrusch kombinieren und die ZWF hätte einen Vorsprung gegenüber dem getrennten Verfahren mit z.B. Grubber und Ultima. Ist die Lockerung mittels Tiefenlockerer in der ZWF eine Option?

C4 Gräser sind mir auch in den Sinn gekommen, eben wegen der Möglichkeit einen Bestand zu bilden und da Gräser im Raps gut zu regulieren sind. Auf Kruziferen und die Komponenten der Begleitsaat möchte ich da eher verzichten.

Ist und bleibt halt jedes Jahr die Frage ob und wie viel Probleme unterschiedlichster Art eine Untersaat im Getreide machen kann. Im Bezug auf die trockenen Bedingungen in den letzten Jahren natürlich noch ein Risiko mehr Wasser zu verlieren. Allerdings ist dann ständig eine aktive Pflanze vorhanden die den Boden versorgen kann, wenn auch vorerst nur eingeschränkt.

Untersaat im Getreide ist definitiv einen Versuch wert. Gibt ja genug Betriebe, bei denen das funktioniert. Raps soll ja laut Näser und Wenz positiv auf "grüne Gräser" als Vorfrucht reagieren (Mykorrhiza? Wobei Raps ja nicht mykorrhiziert, aber vielleicht durch die Beisaat/Untersaat indirekt profitiert, wenn die Mykorrhiza schon in der Vorkultur gefördert werden?).
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Felix

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2676 am: 24. Mai 2020, 13:48:05 »

Bezüglich Aussaat kann ich nur sagen "es kommt drauf an ... "  ;D
Um Problemen mit dem Stroh etwas aus dem Weg zu gehen ist eine Maschine mit Zinken sicherlich von Vorteil. Mit der Claydon wäre zudem eine Lockerung im gleichen Arbeitsgang möglich. Alternativ getrennt mit Lockerung und Ultima.

Hinsichtlich der Vorteile einer Zinkenmaschine bin ich absolut deiner Meinung. Da ich keine Erfahrung mit der Claydon oder Ultima habe, kann ich nicht genau sagen, welche Maschine besser geeignet ist. Ich vermute aber, dass der Acker nach der Ultima ebener ist als nach der Claydon?! Das würde mMn für die Ultima sprechen. Ich nehme an, dass der Raps mit einer Novag gedrillt werden soll? Da ist ein ebener Acker von Vorteil, auch wenn die Maschine den Schardruck automatisch regelt. Mit der Claydon lassen sich Lockerung und Aussaat direkt nach dem Mähdrusch kombinieren und die ZWF hätte einen Vorsprung gegenüber dem getrennten Verfahren mit z.B. Grubber und Ultima. Ist die Lockerung mittels Tiefenlockerer in der ZWF eine Option?

Falsch geraten was die Maschine angeht  ;D
Wenn es klappt mit einer Avatar die ein Händler hier als Demo Maschine für den Sommer/Herbst hat, ausgestattet mit 3 Tanks.
Das mit der ebenen Fläche ist ein Argument, das könnte nach der Ultima sicher besser aussehen als nach der Claydon. Wobei die Fläche durch die nicht wendende Bearbeitung bis auf die leichten Vertiefungen in den Fahrgassen eben ist. Die Lockerung würde ich wenn dann im grünen Bestand machen, also in der Zwischenfrucht. Die Möglichkeit dazu habe ich, eventuell sogar mit der Einbringung von EM.

C4 Gräser sind mir auch in den Sinn gekommen, eben wegen der Möglichkeit einen Bestand zu bilden und da Gräser im Raps gut zu regulieren sind. Auf Kruziferen und die Komponenten der Begleitsaat möchte ich da eher verzichten.

Ist und bleibt halt jedes Jahr die Frage ob und wie viel Probleme unterschiedlichster Art eine Untersaat im Getreide machen kann. Im Bezug auf die trockenen Bedingungen in den letzten Jahren natürlich noch ein Risiko mehr Wasser zu verlieren. Allerdings ist dann ständig eine aktive Pflanze vorhanden die den Boden versorgen kann, wenn auch vorerst nur eingeschränkt.

Untersaat im Getreide ist definitiv einen Versuch wert. Gibt ja genug Betriebe, bei denen das funktioniert. Raps soll ja laut Näser und Wenz positiv auf "grüne Gräser" als Vorfrucht reagieren (Mykorrhiza? Wobei Raps ja nicht mykorrhiziert, aber vielleicht durch die Beisaat/Untersaat indirekt profitiert, wenn die Mykorrhiza schon in der Vorkultur gefördert werden?).

Mykorrhiza ist immer die Frage, unsere Böden sind sehr gut mit Phosphor versorgt. Da die Kulturpflanze die Verbindung zur Mykorrhiza indiziert durch einen Mangel den Sie dadurch ausgleichen möchte, bzw. mehr Nährstoffe erschließen. Leider ist es nicht einfach festzustellen ob eine Kulturpflanze mykorrhiziert oder nicht ...

Untersaat in Getreide habe ich für das kommende Jahr auf dem Zettel, inkl. Aufbereitung des org. Düngers - aber das ist ein anderes Kapitel  ;)
« Letzte Änderung: 24. Mai 2020, 14:02:13 von Felix »
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johndeere820

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2677 am: 25. Mai 2020, 09:23:03 »

Falsch geraten was die Maschine angeht  ;D
Wenn es klappt mit einer Avatar die ein Händler hier als Demo Maschine für den Sommer/Herbst hat, ausgestattet mit 3 Tanks.
Das mit der ebenen Fläche ist ein Argument, das könnte nach der Ultima sicher besser aussehen als nach der Claydon. Wobei die Fläche durch die nicht wendende Bearbeitung bis auf die leichten Vertiefungen in den Fahrgassen eben ist. Die Lockerung würde ich wenn dann im grünen Bestand machen, also in der Zwischenfrucht. Die Möglichkeit dazu habe ich, eventuell sogar mit der Einbringung von EM.

Ah, da war ich ja knapp daneben was die Maschine angeht :). Lockerung in der grünen ZWF finde ich gut. Das würde mir hier auch gefallen, zumal ich dann früher mit der ZWF auf den Acker käme. Was für ein Tiefenlockerer kommt dann zum Einsatz? Auf die EMs würde ich allerdings verzichten. Es wird zwar von Näser/Wenz/Brunner empfohlen, aber man liest auch immer wieder, dass der Unterboden dadurch versauern kann. Wenn mit Mikroorganismen gearbeitet werden soll, würde ich eher mal Komposttee oder Heutee versuchen.


Mykorrhiza ist immer die Frage, unsere Böden sind sehr gut mit Phosphor versorgt. Da die Kulturpflanze die Verbindung zur Mykorrhiza indiziert durch einen Mangel den Sie dadurch ausgleichen möchte, bzw. mehr Nährstoffe erschließen. Leider ist es nicht einfach festzustellen ob eine Kulturpflanze mykorrhiziert oder nicht ...

Untersaat in Getreide habe ich für das kommende Jahr auf dem Zettel, inkl. Aufbereitung des org. Düngers - aber das ist ein anderes Kapitel  ;)

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob sich eine gute Phosphorversorgung und hohe Mykorrhizierung per se ausschließen. Mykorrhiza sind zwar bekannt für den Phosphoraufschluss und die Versorgung der Pflanze mit Phosphor, können aber noch andere Nährstoffe (und wenn ich mich nicht irre sogar Wasser) an die Pflanze bringen. Viel entscheidender als die Versorgung der Pflanze ist aber, dass Mykorrhiza Wurzelexsudate verstoffwechseln und Glomalin produzieren. Den Nutzen von Mykorrhizapilzen sehe ich daher eher bei der Steigerung der Bodenfruchtbarkeit bzw. Aggregatbildung als bei der Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen.
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Heiner

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2678 am: 07. Juni 2020, 09:44:45 »

Folgende Situation: Ich werde eventuell die Möglichkeit haben im Sommer eine Maschine zu bekommen mit der ich Direktsaat von Winterraps realisieren kann, ich den Fall eine Maschine mit 3 Tanks. dort soll neben Raps eine Begleitkulturmischung sowie elementarer Schwefel bei der Saat ausgebracht werden. Auf der Fläche steht aktuell ein Grannenweizen, bluht derzeit. Ich denke das dieser Anfang Juli das Feld räumen wird, Stroh wird auch der Fläche verbleiben da dort herrschendes C:N zu eng ist. Als Begleitung für den Raps sind Ackerbohnen, Erbsen, Weißklee, Saatwicke, Alex.klee, Buchweizen und vll etwas Leindotter angedacht. 

Da nun die Option besteht die Aussaat ohne Bodeneingriff zu erledigen möchte ich die Fläche nach der Ernte direkt vorbereiten. Da die Bearbeitungsrichtung gewechselt wird soll eine Lockerung erfolgen, in Abhängigkeit von Bodenfeuchte und Zustand. Danach möchte ich gerne eine Zwischenfrucht etablieren um die Zeit bis zur Rapssaat Ende August zu Überbrücken. Ich habe in dem Fall an Hafer, oder vll sogar Weizen gedacht da ich diese (oder eventuelle andere Gräser) später im Raps regulieren lassen. Durch die Zwf hätte ich die Möglichkeit vor Raps den org. Dünger in einen (hoffentlich) grünen Bestand zu applizieren. Derzeit steht in den Sternen wie die Wassersituation sein wird. Drilltechnik steht mir unterschiedliches zur Verfügung  ;)

Weitere Vorschläge oder Ideen zu möglichen Komponenten der Zwf? Die Begleitkultur etablieren und den Raps später da rein (Wasser?!)? Im kommenden Jahr besser über eine Untersaat im Getreide nachdenken um Zeit zu sparen?!

Hallo Felix,

das ist ein sehr kompliziertes Thema, in das ich noch keinen Dreh gekriegt habe …
Untersaat im Getreide, hört sich schick an, doch setzt es einen sehr sauberen Acker voraus, da einerseits die Frühjahrsherbizide problematisch für die Etablierung einer Untersaat sind, insbesondere dann wenn es sich bei der Untersaat nicht um Gras handelt und andererseits der Getreidebestand nicht zu dicht sein darf, damit noch genügend Licht für die Entwicklung der Untersaat auf die Erde gelangt.
Ich kanns (leider) nicht …

ZF vor Raps habe ich jetzt 2 mal probiert :
In 2018 mit Ackerbohnen, die Bohnen sind bei 7 bis 10 cm Wuchshöhe vertrocknet, der Raps sah bis zum Oktober super aus, doch dann war auch dort das Wasser alle...
In 2019 war ich mutiger und habe Phacelia+Ramtillkraut ausgesät. Mangels Wasser ist das Zeug sehr verhalten gekeimt und unbefriedigend gewachsen. Aufgrund der Trockenheit habe ich einen entscheidenden Fehler gemacht und die Fläche vor der Rapsaussaat nicht gefräst sodern nur sehr flach mit der Kurzscheibenegge angekratzt um die Kapillarität nicht zu brechen. Dann mittels Köckerling Ultima den Raps gesät. Fehlende Bodenbearbeitung und fehlender Frost haben dann dazu geführt, dass Teile der Phacelia bis heute im Raps stehen und der Rapsbestand stellenweise lückig ist...
In 2020  :frage: wer weiß wozu ich mich hinreißen lasse …  :-\

… ich könnte mir vorstellen eine Mischung aus Bohne und Hafer vorweg anzubauen, oder aber Klee mit Hafer.
Den Hafer wird man chemisch los, die Bohne wird beim Säen plattgefahren und so reduziert (hat bei der Phacelia auch nicht funktioniert  ;) ) und der Klee darf stehen bleiben ...


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wernerzwo

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2679 am: 07. Juni 2020, 11:09:55 »

Ich habe letztes Jahr Perserklee am 01.Mai nach der Abschlussbehandlung mit dem Lehner-Streuer einfach in die Gerste geworfen.

Dieser ist bis zur Ernte eigentlich nur in den Fahrgassen halbwegs gewachsen, nach dem Drusch wurde dann das Stroh abgefahren. Man musste suchen, um überhaupt noch Klee zu finden.
Am 26. August, bevor die Fläche für den nachfolgenden Raps vorbereitet wurde, sah es dann wie auf dem Bild aus.

Die stehenbleibenden Stoppeln auf dem 10 ha Schlag von Juni bis Ende August waren ein Eldorado für Rebhühner, Fasan und Hase. Teilweise waren auf einer Teilfläche des Schlages von vielleicht vier Hektar, welche ich aus einer Kanzel überblicken konnte 18 Hasen und neun Rehe gleichzeitig sichtbar. Von den Bienen und Hummeln will ich gar nicht reden!

Mittlerweile frage ich mich tatsächlich, ob wir mit der Stoppelbearbeitung nicht viel kaputt machen - unnötig. Auch ohne Untersaat.
Da wo der Klee etwas lückig war - auch solche Stellen gab es - waren dafür "Unkräuter" wie Taubnessel und Vogelmiere da. Der nachfolgende Pflug hat das "Problem" inkl. Klee restlos beseitigt. Und der Raps sieht bisher optisch TOP aus.
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Ruedi

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2680 am: 07. Juni 2020, 11:42:29 »


Habe ähnliche Dinge vor , aber noch keine Lösung so richtig .

Zur Verfügung steht zu allen Früchten ( wenn es zeitlich passt) eine Amazone DMC .

1. Nach Getreide und Raps sollte immer sofort der Striegel folgen.
2. Oder dort wo ZF vor Raps hin soll , nach dem Dreschen eine ZF reinsäen , geplantist mal 10ha zu probieren .
    Angedacht hatte ich die Ackerbohne alle 37,4 cm und dann nach ca 6 Wochen auf den anderen 37,4cm den Raps  rein .
    Die Ackerbohne wird dann hoffentlich vom Herbizid langsam verschwinden ?

zu 1.
danach Abspritzen , was ich eigentlich nicht so möchte , und dann Direkt den Raps rein.

oder wenn etwas aufgelaufen ist mit der Kurzscheibenegge Joker oder carrier drauf , oder mit der CrossCutter Disc.
evtl auch mal 5  ha abschnitte pro  Maschine um einiges zu probieren.
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Auf geht es in die neue Herausforderung.

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2681 am: 07. Juni 2020, 11:54:06 »

Hallo,

hier wird gerade ein Versuch mit Untersaaten durchgeführt...Öllein, Alex, Seradelle und Schwedenklee. Ich könnte mir vorstellen in der SG mit dem Strigel vor dem Schossen noch 5 kg Alex zu etablieren.

Ich guck mal was aus dem Projekt wird und berichte...
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wernerzwo

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2682 am: 07. Juni 2020, 12:19:10 »

Geplant war bei mir ja eigentlich, den Klee mit dem bösen Goldsaft zu beseitigen zwei Wochen vor dem Rapsanbau. Aber ich brachte es Mitte August nicht übers Herz - wenn man sah, was hier Bienen drinnen waren, weil zu der Zeit andere Zwischenfrüchte noch keine Blüten hatten. Von den möglichen Rückständen im Honig mal ganz abgesehen, wären mind. 14 Tage Bestand u. Entwicklung verloren gegangen.

Daher die Entscheidung, den Bestand einfach einzupflügen ohne vorher zu mulchen. Im Endeffekt war es ökonomisch eine gute Variante: Juni Drusch - Ende August Pflug und sofort Drillsaat
und auch ackerbaulich offenbar richtig, weil der Rapsbestand bisher nur Freude machte - hoffentlich bleibt das auch beim Wiegen des Ertrages so.
Einzig das Erosionsrisiko machte mir Anfangs ein wenig Sorgen - da hatte ich aber definitiv Glück.

Für mich habe ich auf alle Fälle ein paar Lehren aus der Sache gezogen:
1. wichtig ist nur die Restzeit, welche nach der Ernte zur Entwicklung bleibt. Alleine der Entwichklungssprung zwischen Anfang u. Ende August ist Wahnsinn

2. man kann mit wenig Aufwand großen Nutzen für die Natur erzielen - und hier stelle ich tatsächlich die generelle Stoppelbearbeitung unmittelbar nach der Ernte in Frage!!!

3. man muss auch mal fünf gerade lassen sein können bezüglich "Ackerhygiene" im Wettstreit mit Diversität - der Pflug richtet es. Und es wachsen weißer Gänsefuß, Taubnessel, Ehrenpreis usw. auch mit der bisherigen Strategie jedes Jahr auf den Feldern. Ob das Problem mit der zusätzlichen Standzeit nach der Ernte anwächst glaube ich nicht wirklich.

4. Ich werde diese Dinge auch die nächsten Jahre etwas intensiver probieren, weil sich die Kosten doch sehr im Rahmen halten. Gerade die Gerste bietet sich als Vorfrucht dafür an

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sebastian

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2683 am: 07. Juni 2020, 14:20:16 »


Einzig das Erosionsrisiko machte mir Anfangs ein wenig Sorgen - da hatte ich aber definitiv Glück.




und:


...man muss auch mal fünf gerade lassen sein können bezüglich "Ackerhygiene" im Wettstreit mit Diversität - der Pflug richtet es.


Werner, das ist eigentlich ein paradoxon - oder andersrum gefragt: wie schätzt Du Dein Glück zukünftig ein?

Bitte nicht falsch verstehen; ich kann Deinen Gedankengängen folgen, das "Nebenprodukt" ist top und eine tolle Werbung für die Landwirtschaft und wäre der Acker bretteleben dann würde alles für Dein Vorgehen sprechen (ausreichende Wasserversorgung vorausgesetzt und einen möglicherweise veschlämmten Rapsacker einkalkuliert).

Wie schätzt Du  eine - mögliche - Direktsaatfähigkeit dieser Hanglagen ein; wäre die Variante:

Zwischenfruchtsaat/Einpflügen/unmittelbare Rapssaat
ersetzt duch:

Zwischenfruchtsaat/mulchen/Wiederergrünen abwarten und danach nichtselektives Herbizid/Rapsdirektsaat

aus Deiner Sicht praktikabel und ökonomisch darstellbar?

 ;)


« Letzte Änderung: 07. Juni 2020, 15:17:32 von sebastian »
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Schorsch

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2684 am: 07. Juni 2020, 15:25:41 »

Geplant war bei mir ja eigentlich, den Klee mit dem bösen Goldsaft zu beseitigen zwei Wochen vor dem Rapsanbau.

Klee hat bei mir eine Glypho-Behandlung (um die 2,5 ltr 360er in ca. 100 ltr angesäuerter Brühe) zumeist überstanden. Beim Behandeln eines üppigen Aufwuchses muss bedacht werden, dass die Zeit bis zur folgenden Aussaat ausreichen muss, um die Pflanzenreste vertrocknen zu lassen. Die folgenden Kulturpflanzen dürfen nicht mit noch saftigen Pflanzenteilen in Berührung kommen. Raps braucht nur etwa 3 Tage bis Spross und Wurzel wachsen. Kann sein, dass zwei Wochen Wartezeit noch zu wenig sind.
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