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Autor Thema: Zuckerrüben Direktsaat  (Gelesen 7361 mal)

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monsato

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #60 am: 25. April 2019, 21:20:11 »

hay

es liegt auch daran das der klimawandel ,und der ist nicht mehr wegzuleugnen  drammatisch weitergeht.

daran das die maschinen industrie in manchen regionen gar nicht bereit ist diese technick anzubieten denn die wollen geschäfte haben-machen , und da muß in den regionen wo sie glauben das es geld gibt das auch abgeholt werden.

warum werden so manche maschinen nicht angeboten?  denk mal drüber nach, da ist doch ein rattenschwanz dahinter  . in österreich ist noch nie eine johndeere verkauft warden - nochnie eine sky nur um 2 beispiele zu nennen .

selbst im großen deutschland gibts nur 25  stück sky maschinen.

es gibt aber sehr wohl leute die direktsaat machen .

das würde eine ganze landmaschinen industrie kaput machen  drumm gibt es die technick erst garnicht zu kaufen und die bauern   sind gott sei dank viele viele zu feige es zu probieren.

in russland  gipts die direktsaat weil da gibts so viele flächen  das man da konventionell garnicht nachkommen würde .





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Heico

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #61 am: 25. April 2019, 21:52:12 »

Dass es ohne Pflügen super läuft, glaub ich erst wenn auch Kartoffeln direkt gepflanzt werden. ;)

Hatte ich vielleicht schon mal geschrieben.
In den 80ern hatte ich einen deutschen Maispionier gefragt, der oft in in USA war.
Meine Frage war, ob die Amerikaner auch pflügen und er sagte: Ja, wer sich das leisten kann pflügt in Amerika.
Das ist bei mir sitzen geblieben.
« Letzte Änderung: 25. April 2019, 21:56:15 von Heico »
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charlie

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #62 am: 25. April 2019, 22:32:30 »


Kurz zur Bodenerwärmung: Habe ich bei uns auf lehmigen Sand gemessen. Keine Unterschiede, weil die Mulchschicht die Luftbewegung über dem Boden stark bremst. Das kompensiert die höhere Lagerungsdichte.

Das bezweifle ich!
Jeder mir bisher bekannte Versuch mit Direktsaat - egal ob Mais o. Rüben - ist DEUTLICH schlechter in die Gänge gekommen.
Und hier gebe ich der fehlenden Bodenerwärmung definitiv eine Mitschuld. Ich weiß ja nicht wie Du mißt, aber wenn ich das Bodenthermometer in eine gekreiselte Fläche stecke, habe ich IMMER höhere Temperaturen als direkt daneben im unbearbeiteten Boden. Jeweils zu Tagesende bei Sonnenschein...

Und eben diese höheren Temperaturen, herbeigeführt durch die größere Oberfläche nach Bearbeitung und den höheren Anteil luftgefüllter Grobporen, sorgen im Gegenzug aber auch für stärkere Verdunstung des Bodenwassers.
Das kann in einer Ecke mit kalten und trägen Böden von Vorteil sein, wenn dort ausreichend Niederschlag fällt. Umgekehrt wird es in wärmeren Regionen mit geringeren Niederschlägen zum Bumerang. Nicht die Temperatur ist dort dann der begrenzende Wachstumsfaktor, sondern das nicht vorhandene Wasser.
Und fällt dann Niederschlag, kommt zusätzlich die Gefahr der Erosion bei gelockerten Böden hinzu.
Andererseits reicht die Kapillarität bei unbearbeiteten nackten Böden bis zur Oberfläche, Verdunstungsschutz funktioniert also nur mit Mulchauflage oder Pflanzendecke.

Wir bewegen uns also mal wieder zwischen sich gegenseitig ausschließenden Bedingungen... je nach Gewichtungen und Standortbedingungen kann also in manchen Ecken dies besser funktionieren, in anderen das... und je nach Jahr und Witterung kann das auch noch mal schwanken bzw mehr oder weniger ausgeprägt sein.

Natürlich kann ich mich hinstellen und sagen: das funktioniert hier nicht... oder so und so ist es besser...
Ich kann aber auch hinterfragen, warum mache ich etwas zB einen Bearbeitungsgang, was möchte ich damit bezwecken? Wo liegen die Vorteile? Aber auch: Welche Probleme können auftreten...

Und gerade hier ist doch das Forum mit all seiner Vielseitigkeit und den unterschiedlichen Erfahrungen unheimlich wertvoll:
Wer hat was, wie und warum gelöst... wer hat eine gute Detaillösung gefunden?
Monsato‘s interessante Ideen mit den Muckibuden-Gewichten, den Zusatzscheiben oder dem hinterhergeschleiften 4-Kant sind so welche.
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

nichtdicht

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #63 am: 26. April 2019, 02:22:24 »

Wow, da ist viel geschrieben worden, wo ich gerne Senf zu geben möchte, weis aber nicht wo an zu fangen. Aber Rübe, bist herzlich Wilkommen uns zu besuchen. Wir haben unser Betrieb komplett auf DS umgestellt und haben neben Sand auch Minutenboden, auch Marschboden genannt glaube ich. Und der Mais sieht besser aus als mit Pflug!
Jauw, der Anfangsentwicklung ist träger, da brauchen wir uns nichts vormachen, ist so. Habe mir da sehr viel Sorgen um gemacht, aber jetzt weiss ich das das nicht die Geige spielt. Zum Schluss sind die Ertäge entscheidend!

Ganz wichtig aber, lese erst die Empfehlungen von Herr Derpsch!!!! Das ist Pflichtlekture wenn mann auf DS umsteigen möchte!!

mfg
Herman

PS hier werde ich von jeder, aber denn auch jeder überzeugt das es nicht geht. Spätestens wenn die zur Ernte besuchen, herscht Stille!! 100 km nordlich von uns macht einer DS seit über 70 Jahre. Noch fragen ob es geht?
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nofear

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #64 am: 26. April 2019, 07:19:44 »

That's it. Die Diskussion um das Ob ist doch sinnlos. Wenn, dann sollte man über das Wie diskutieren. Das Ob ist die jeweilige Entscheidung des Betriebsleiters. Die steht ihm frei und die muss er auch auf seine Kappe nehmen.

Glyphosat wird ziemlich sicher keine erneute Zulassung bekommen. Sollte das wirklich eintreten, wird die Direktsaat in Europa wirklich nur mehr von einem sehr kleinen harten Kern gemacht werden; wenn überhaupt. Dann muss man über das Ob überhaupt nicht mehr diskutieren. So wie man in Österreich auch bald nicht mehr über den Zuckerrübenanbau diskutieren wird, wenn das so weiter geht, wird es keinen mehr geben.

Das sind für mich zentrale Aussagen.
Die mich derzeit davon abhalten dort weiter Versuche zu starten...oder gar in Technik zu investieren.
(und auch das "Problem" der fehlende Vielseitigkeit der DS-Technik. Hier wurde ja oben geschrieben sehr gut bei trockenen Bedingungen, bei Feuchte teils zu schwer/verdichten)

Noch kurz zum Thema Früchte und Klimawandels: Wer denkt, er muss hier in kleinen und mittleren Betriebsgrößen in Zukunft noch (Massen-) Rohstofffrüchte konkurrenzfähig zum sogenannten Weltmarkt anbauen, der wird eh Schiffbruch erleiden. Meine Meinung...

War gestern auf der agra und hab mit nem guten Banker aus dem Agrarbereich gesprochen: Keinerlei Investitionstätigkeiten mehr in Richtung Tierhaltung/Gebäude, trotz gefüllter Fördertöpfe.
Wir sind leider zur Bananenrepublik verkommen, Rechts- und Planungssicherheit fast Null, das sind die Auswirkungen...
« Letzte Änderung: 26. April 2019, 07:22:40 von nofear »
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Euro-T

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #65 am: 26. April 2019, 10:32:37 »

Noch kurz zum Thema Früchte und Klimawandels: Wer denkt, er muss hier in kleinen und mittleren Betriebsgrößen in Zukunft noch (Massen-) Rohstofffrüchte konkurrenzfähig zum sogenannten Weltmarkt anbauen, der wird eh Schiffbruch erleiden. Meine Meinung...

Ich würde es nichtmal nur an der Betriebsgröße festmachen - soweit ich die Zahlen kenne, dürfte es in D nirgends einen Betrieb geben, der zu russischen Konditionen gewinnbringend produzieren kann.

Und wenn man danach geht, müsste sich auch der X.000ha Betrieb hier eine Nische suchen...auch irgendwie schwer vorstellbar?

..aber wir werden OT.
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Gruß

~~ Olli

monsato

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #66 am: 26. April 2019, 16:14:43 »

hay

kein politiker wird sich für 1-2% bauer einsätzen , es ist leider vorbei.

die landwirtschaft  wird an die wand gefahren.

wählerstimmen werden in der stadt gemacht.
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johndeere820

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #67 am: 28. April 2019, 20:22:09 »

Wow, da ist viel geschrieben worden, wo ich gerne Senf zu geben möchte, weis aber nicht wo an zu fangen. Aber Rübe, bist herzlich Wilkommen uns zu besuchen. Wir haben unser Betrieb komplett auf DS umgestellt und haben neben Sand auch Minutenboden, auch Marschboden genannt glaube ich. Und der Mais sieht besser aus als mit Pflug!
Jauw, der Anfangsentwicklung ist träger, da brauchen wir uns nichts vormachen, ist so. Habe mir da sehr viel Sorgen um gemacht, aber jetzt weiss ich das das nicht die Geige spielt. Zum Schluss sind die Ertäge entscheidend!

Ganz wichtig aber, lese erst die Empfehlungen von Herr Derpsch!!!! Das ist Pflichtlekture wenn mann auf DS umsteigen möchte!!

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PS hier werde ich von jeder, aber denn auch jeder überzeugt das es nicht geht. Spätestens wenn die zur Ernte besuchen, herscht Stille!! 100 km nordlich von uns macht einer DS seit über 70 Jahre. Noch fragen ob es geht?

Welche Kulturen baut ihr in Direktsaat an? Und wie sieht es mit Niederschlägen und Temperatur aus?
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nichtdicht

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #68 am: 29. April 2019, 00:24:40 »

Soweit nur KM in der Ff. Sind jetzt dabei mit ZF zu arbeiten und wollen im grünen den Mais legen. Letzten Jahr da mit experimentiert, und hat super funktioniert. Möchte mir ne Rollercrimper bauen und versuchen ohne Glyfo aus zu kommen. Habe noch viele fragen zum ZF, weil hier nicht alles zur verfügung steht. Denke an zb auch Raps, Rettich, etc.
Habe Freitag WG, Schwarzhafer und ne Hafer/Wicken Mischung gesät, damit wir eigen Saatgut haben für nächsten Jahr. Möchte auch unbedingt Roggen verwenden, aber überhaupt kein Saatgut auf zu treiben.

mfg
Herman
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monsato

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Re: Zuckerrüben Direktsaat
« Antwort #69 am: 29. April 2019, 07:44:31 »

hay


heico:  Dass es ohne Pflügen super läuft, glaub ich erst wenn auch Kartoffeln direkt gepflanzt werden. ;)

in Österreich werden viele kartoffel ohne pflug und im frühjahr in die zwischenfrucht direkt gelegt  dank der oll in one geräte null problem.
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