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Autor Thema: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr  (Gelesen 13210 mal)

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Fox!

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Hallo,

gestern war ich auf einer Veranstaltung auf der auch Hansgeorg Schönberger gesprochen hat. Er merkte in seinem Vortrag an, dass man nach dem Trockenjahr die Versorgung der Wintergetreidebestände mit Mikro- und Spurennährstoffen nicht außer Acht lassen sollte (was natürlich grundsätzlich nicht zu vernachlässigen ist). Das hat mich zum Nachdenken angeregt.

An meinem Standort ist die Versorgung mit Spurennährstoffen aufgrund organischer Düngung tendenziell im oberen Bereich anzusiedeln. Gleichzeitig haben wir aber pH-Werte von meist >7 im Boden, was die Verfügbarkeit ja auch wieder abmindern kann (Bodenart sL - uL). Durch die Trockenheit vergangenes Jahr dürften die Böden stark mit Luft gefüllt sein, was zum Ausfällen von Spurennährstoffen wie Mangan führen kann (bitte korrigiert mich falls ich hier falsch liege, Chemie ist nicht meine Stärke). Kupfer kann durch hohe N-Gehalte - welche ja heuer durch sehr hohe Nmin Werte real sind - weniger pflanzenverfügbar sein.

Die Wintergerste bekommt zum nächstmöglichen Zeitpunkt Mangan. Die Winterweizen und Triticale Bestände zeigen bislang keine Mangelsymptome.

Gebt ihr heuer (verstärkt) Mikro- und Spurennährstoffe übers Blatt? Triticale wurde hier bislang rein organisch gedüngt, Winterweizen teilweise auch, wie sieht es mit der Verfügbarkeit an Spurennährstoffen durch "frisch" ausgebrachte Gärreste aus?
« Letzte Änderung: 07. März 2019, 13:25:26 von Fox! »
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Schorsch

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #1 am: 07. März 2019, 10:28:14 »

Gleichzeitig haben wir aber pH-Werte von meist <7 im Boden, was die Verfügbarkeit ja auch wieder abmindern kann (Bodenart sL - uL).

Du meinst pH > 7, oder?
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Fox!

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #2 am: 07. März 2019, 13:25:15 »

Natürlich, ja. Geändert.
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dirkk

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #3 am: 07. März 2019, 22:19:02 »

Also ich hab hier bislang bei mir nichts an besonderen Symptomen feststellen können und auch bei mir haben alle Flächen über die Jahre irgendwie immer mal flüssigen Gärrest erhalten . Außer die bekannten Ecken mit humosem Sand , die immer ihr Mangan+Kupfer+Zink im Spätherbst und Frühjahr bekommen , fallen mir in der Region zur Zeit viele Flächen mit offensichtlich schlechtem Phosphatstatus auf ( es sind nahezu ja immer dieselben Flächen ) , manchmal kann es auch Kalk sein .

Bei mir wurden letzte Woche Gärreste ausgebracht und als erstes fällt die zügige Stickstoffwirkung auf , weil es unmittelbar nach der Aufbringung passend 4 mm Regen gab . Bei Gerste fällt zur Zeit ein wenig auf ,daß offensichtlich die Bodenherbizidreste von der Silomaisvorfrucht die Gerste an manchen Stellen "zwicken" genauso wie die Bandur+Novitronreste nach Bohnen/Erbsen im Weizen .

Aber die Gerste schiebt tiefgrüne Blätter raus , so daß der optische Eindruck auch dann verschwinden wird . Die N-Testerwerte der Gerste an den frischen Blättern sind auch exorbitant hoch und jede Pflanze schiebt 10+ Triebe , das werden richtige Wiesen werden ......... :o

Sollte es halbwegs Wachstumswetter werden , ist Wachstumsregulierung dies Jahr sehr gefragt !

gruss
dirkk
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Fox!

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #4 am: 08. März 2019, 07:09:10 »

Also ich hab hier bislang bei mir nichts an besonderen Symptomen feststellen können und auch bei mir haben alle Flächen über die Jahre irgendwie immer mal flüssigen Gärrest erhalten.

Ähnlich hier. Dann heißt es wohl in der Hinsicht erstmal Füße still halten, beobachten und im Fall der Fälle nachbehandeln. Sieht ja offensichtlich hier auch sonst niemand so akut  ;D

Bei mir wurden letzte Woche Gärreste ausgebracht und als erstes fällt die zügige Stickstoffwirkung auf , weil es unmittelbar nach der Aufbringung passend 4 mm Regen gab .


Das kann ich auch nur so bestätigen. Sämtliche Weizenflächen die ihre erste Gabe über Gärreste erhalten haben, schieben richtig schön an. Auch die Triticale hat einen deutlichen Satz gemacht, das gefällt mir ganz gut. In der KW12 ist allerdings nochmal Frost gemeldet.

Sollte es halbwegs Wachstumswetter werden , ist Wachstumsregulierung dies Jahr sehr gefragt !


Das sehe ich auch so kommen, hoffentlich fällt das nicht mit einer Trockenperiode zusammen.
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Jo

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #5 am: 11. März 2019, 13:20:25 »

Eine punktuell saure Düngung würde deinem pH-Problem entgegenwirken.
Beispielsweise herrschen um ein SSA-Korn pH-Werte von 3-4. Untersuchungen zeigen höhere Mikronährstoffkonzentrationen im Spross bei SSA-Düngung.
Ergänzungen mit den benötigten Spurennährstoffen zu den richtigen Zeitpunkten können natürlich Sinn machen.
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Fox!

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Re: Mikronährstoff-/Spurennährstoffversorgung nach dem Trockenjahr
« Antwort #6 am: 12. März 2019, 06:59:33 »

Hallo Jo,

ja an eine SSA Düngung in Zukunft habe ich auch schon gedacht. Die Frühjahrsdüngung wird hier in den nächsten Jahren wohl vermehrt rein organisch durchgeführt werden können. Da wäre ein Mineraldünger mit hohem Schwefelanteil sicherlich eine gute Idee, einerseits um den S-Bedarf zu decken, andererseits um saure Milieus zu schaffen.
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