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Autor Thema: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?  (Gelesen 2910 mal)

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Agricol

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Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« am: 04. Dezember 2018, 15:53:00 »

Hallo,

ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit zwei Mitarbeitern von der Agravis Netfarming GmbH.
Ich könnte mir vorstellen mit den Zonenmanagementkarten im nächsten einige Hektar Mais auf Probe legen zu lassen um den Einfluss Saatstärkenvarianz zu prüfen.

Gibts es bei euch bereits praktische Erfahrungen?
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #1 am: 04. Dezember 2018, 17:44:58 »

Hallo,

ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit zwei Mitarbeitern von der Agravis Netfarming GmbH.
Ich könnte mir vorstellen mit den Zonenmanagementkarten im nächsten einige Hektar Mais auf Probe legen zu lassen um den Einfluss Saatstärkenvarianz zu prüfen.

Gibts es bei euch bereits praktische Erfahrungen?

Moin!

Wir arbeiten mit Agravisnetfarming, klappt super. In userem Fall ein Fendt mit Variodoc-Pro dem die Karten direkt zugespielt werden. Die Zonen lassen sich im Terminal anpassen. Schöner wäre natürlich eine Karte in %, die man dann für alles nehmen könnte (l/ha, kg/ha, körner/m2) aber diese Einheit kann wohl nicht jedes Terminal lesen (Fendt kann das Anfang 2019). Ich mecker mal wieder über´s Bilder hochladen weil ich es immer noch kacke finde, sonst würde ich dir hier mal ein paar zeigen.

Ob man nun 6 oder 10 Pflanzen/m2 stehen hat macht sich natürlich bemerkbar, speziell in diesem Jahr war das gut zu beobachten, wobei man sagen muss, dass uns auch das bei dieser extremen Trockenheit nicht gerettet hat, aber die Tendenz passt.

Raps und Weizen haben wir in diesem Herbst auch mit den Karten gedrillt, ging alles störungsfrei und extrem einfach, es ist im Prinzip nur ein Anruf, wenn der Betrieb und die Flächen erstmal angelegt sind.



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Agricol

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #2 am: 04. Dezember 2018, 19:10:46 »

Vielen Dank für den ersten Eindruck.

Du bist in der Thematik schon weiter. Bei uns käme das Verlangen nach mehr Nutzungsmölichkeit wahrscheinlich erst nach einiger Versuche und Erfahrungen.
Wie lange macht Ihr das jetzt mit Netfarming?

Wie schätzt du den wirtschaftlichen Aspekt im Mittel der Jahre ein? Ist der Mehrerlös höher als die anfallenden Kosten für dieses System, vorrausgesetzt alle technischen Gegebenheiten sind vorhanden
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #3 am: 04. Dezember 2018, 19:16:13 »

Vielen Dank für den ersten Eindruck.

Du bist in der Thematik schon weiter. Bei uns käme das Verlangen nach mehr Nutzungsmölichkeit wahrscheinlich erst nach einiger Versuche und Erfahrungen.
Wie lange macht Ihr das jetzt mit Netfarming?

Wie schätzt du den wirtschaftlichen Aspekt im Mittel der Jahre ein? Ist der Mehrerlös höher als die anfallenden Kosten für dieses System, vorrausgesetzt alle technischen Gegebenheiten sind vorhanden

Definitiv, bei Gelegenheit schreibe ich mal mehr, erstmal machen, das passt wirtschaftlich gut ins Bild, auch wenn ich jetzt noch keine langjährigen Daten habe. Aber auch nur wenn man damit nicht groß Zeit verplempert, Karte schicken lassen und los. "Jede Karte ist besser als keine Karte", sagte mal ein User hier, der das schon bald 20 Jahre macht.

Ist allerdings auch die Frage was die bei euch haben wollen?

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #4 am: 04. Dezember 2018, 19:18:30 »


Raps und Weizen haben wir in diesem Herbst auch mit den Karten gedrillt, ging alles störungsfrei und extrem einfach, es ist im Prinzip nur ein Anruf, wenn der Betrieb und die Flächen erstmal angelegt sind.

Mich würde interessieren: besserer Boden -> mehr Körner/qm? oder genau umgekehrt?

PS.: Ich habe mal die Ertragskartierung der vergangenen 5 Jahre eines Schlages verglichen: Konnte tatsächlich keine eindeutig wiederkehrenden Regelmäßigkeiten feststellen. Ich bin mir nicht mehr sicher ob eine Ertragskartierung vom Vorjahr sinnvoll für Applikationskarten ist...

Gruß
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #5 am: 04. Dezember 2018, 19:19:44 »


Raps und Weizen haben wir in diesem Herbst auch mit den Karten gedrillt, ging alles störungsfrei und extrem einfach, es ist im Prinzip nur ein Anruf, wenn der Betrieb und die Flächen erstmal angelegt sind.

Mich würde interessieren: besserer Boden -> mehr Körner/qm? oder genau umgekehrt?

PS.: Ich habe mal die Ertragskartierung der vergangenen 5 Jahre eines Schlages verglichen: Konnte tatsächlich keine eindeutig wiederkehrenden Regelmäßigkeiten feststellen. Ich bin mir nicht mehr sicher ob eine Ertragskartierung vom Vorjahr sinnvoll für Applikationskarten ist...

Gruß

Nur eben kurz: Die nehmen ja mehrjährige Sentinel-Bilder, keine Ertragskarten und da findest die Stellen wo nichts wächst immer wieder  ;)
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Agricol

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #6 am: 04. Dezember 2018, 19:36:55 »

Den Eindruck mit den Sentinel Bildern hab ich auch. Wir haben am Beispiel diesen Jahres einige Flächen angeschaut und die Satellitenbilder haben die Bereiche die als erstes unter der Trockenheit gelitten haben gut herausgefiltert.
Und die Beispielzonenkarte passen auch in den optischen Eindruck der letzten Jahre. Deshalb bin ich so interessiert daran.

Preislich soll das für die Erstellung der Managementzonenkarte und der Nutzung des Applikationskartenmoduls ca 10 -14 €/ha kosten.
Dabei hab ich die Kosten für Erstellung der Managementzonenkarte schon auf mehrere Jahre aufgeteilt.
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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #7 am: 04. Dezember 2018, 19:51:35 »


Raps und Weizen haben wir in diesem Herbst auch mit den Karten gedrillt, ging alles störungsfrei und extrem einfach, es ist im Prinzip nur ein Anruf, wenn der Betrieb und die Flächen erstmal angelegt sind.

Mich würde interessieren: besserer Boden -> mehr Körner/qm? oder genau umgekehrt?

PS.: Ich habe mal die Ertragskartierung der vergangenen 5 Jahre eines Schlages verglichen: Konnte tatsächlich keine eindeutig wiederkehrenden Regelmäßigkeiten feststellen. Ich bin mir nicht mehr sicher ob eine Ertragskartierung vom Vorjahr sinnvoll für Applikationskarten ist...

Gruß

Nur eben kurz: Die nehmen ja mehrjährige Sentinel-Bilder, keine Ertragskarten und da findest die Stellen wo nichts wächst immer wieder  ;)

Das suggeriert (zumindest in meiner "Untersuchung") die oberflächliche Software. Optisch sieht das dann toll aus und spiegelt genau genommen eigentlich nur die Bodengüte (und die damit zusammenhängende Wasserspeicherkapazität) wieder. Dafür sollten Karten von der Reichsbodenschätzung eigentlich reichen.

Managementzonen sind weiterhin sehr interessant ABER: letzten Endes muss doch der Landwirt entscheiden was er in der jeweiligen Zone macht und vor allem wann..

Hier noch ein hochinteressanter Link zum Thema: https://www.agricon.de/aktuelles/blog/2018/11/01/ertragspotentialkarten-weshalb-sie-leider-nicht-funktionieren/
Für Schnellleser das Fazit:
  • Aus der Betrachtung mehrjähriger Ertragskarten kann der zukünftige Ertrag nicht sicher genug für die Ableitung operativer pflanzenbaulicher Maßnahmen vorher gesagt werden. Der agronomische Ansatz, den Betriebsmittelaufwand anhand von Ertragspotentialkarten zu planen kann nicht (bzw. nur bedingt) unterstützt werden.
  • Man sollte sich darauf konzentrieren, die aktuelle Variabilität innerhalb eines Jahres zu managen. Es ist wichtig während der Wachstumsprozesse limitierende Faktoren zu erkennen, die den möglichen Ertrag eines Jahres (Wasserversorgung, Temperatur, Globalstrahlung) begrenzen und deren Auswirkungen (aktueller N-Bedarf, Infektionsdruck, Auftreten von Unkräutern etc.) auf den Betriebsmitteleinsatz bestimmen.
  • Anstelle des Ertragszieles muss der aktuelle Bedarf gemanagt werden.
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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #8 am: 04. Dezember 2018, 20:37:03 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...

Ich habe jetzt soviele Karten aus so vielen Jahren mal quergecheckt und immer wieder sitze ich davor und stutze: "das kenne ich doch aus der Praxis im Schnitt der letzten 20 Jahre ganz anders...?"

Sicher: so ins Detail kann man da mit der Regelung nicht gehen, aber letztlich sind es hier seit Jahren (-zehnten) die gleichen Ecken, wo die Erträge nicht passen, oder der Weizen gerne im Dreck liegt.

Bedeutet für mich, das es nun lediglich ein paar Parameter zu includieren gilt, die bis dato in jeder Anwendung eh vom Betriebsleiter immer noch entschieden werden müssen: Düngen wir an Stelle X viel oder wenig.

Denn die weitere Witterung, von der ja letztlich abhängt, ob man auch die schlechten Ecken mit mehr Dünger versorgt, können wir alle gemeinsam gleich schlecht einschätzen. Aber ich weiß besser als jede Anwendung, mit den Begebenheiten der letzten Jahre zu planen.

Bleibt dann nur noch, die Gesamtrange zu definieren - auch das nimmt mir bis heute keine Software ab, die wollen alle einen min und max Pegel haben.

So werde ich genau auf der Basis in 2019 mal einige Schläge düngen, sollte ich da völligst Schiffbruch erleiden, so werde ich es kundtun, ansonsten bleibe ich meine eigene Applikationskarte. ;D - und aber ja, ich werde auch mal ein paar Karten auf Sentinel Basis testen, bin da aber noch in der Findung, von welchem Anbieter.
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~~ Olli

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #9 am: 04. Dezember 2018, 21:19:14 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...


Danke  :bet: zum Glück gibt es noch mehr Landwirte die auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind.. Schlägt man heute einschlägige Fachzeitschriften auf, so könnte man meinen dass ohne neueste Methoden überhaupt keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

Ein altes Sprichwort heißt: Das Auge des Herrn mästet das Vieh.
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dirkk

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #10 am: 04. Dezember 2018, 22:00:17 »

Mit etlichen Jahren Erfahrung mit N-Tester  und Sensor und auch nach Betrachtung der Sentinel- Karten über einen längeren Zeitraum möchte ich behaupten , dass zur kleinräumigen Steuerung der Bestände die Karten aus dem Weltall nicht ausreichen .

Und was auch hier schon mehrmals angeklungen ist : die Kenntnis der eigenen Schläge über viele Vegetationsperioden ( das eigene "Popometer")  und die realistische Einschätzung der Potentiale ist bislang durch digitale Methoden schwer zu ersetzen . Das Helmstorf- Beispiel ist da sehr deutlich und ich erfahre es selbst bei mir auch . Selbst der N- Sensor hat bei unterschiedlichen Böden natürlich keine Kenntnis darüber , was unten im Boden in den nächsten Woche passiert - da braucht er dann zusätzlich Offsetkarten . Bei relativ homogenen Schlägen funktioniert er aber gut .

Was aber nicht heisst , daß die Gründe für manche Stellen mit mangelndem Ertragspotential auch beseitigt werden können : Meistens Kalk- oder Phosphatmangel , manchmal auch Bodenstrukturmängel oder Vergrasung bzw. Dränbedürftigkeit . Aber an mangelnder Wasserspeicherfähigkeit und damit auch Ertragsfähigkeit bestimmter Böden kann einfach kaum etwas geändert werden , wenn auch in Jahren mit ausreichenden Niederschlägen diese Stellen " normal " ernten können . Gerade diese nicht mögliche Niederschlagsvorhersage über längere Zeiträume lässt eine exakte Führung Bodenwasser - variabler Schläge nicht zu und wird es auch in Zukunft nicht ermöglichen lassen .
Sonst könnte man ja Ertragspotenzial- Karten für jeweils  feuchte , mittlere und trockene Jahre entwerfen und wäre dann glücklich bei Kenntnis der Witterung der folgenden 2 Monate - denken wir z.B. an die Spät- und Schossergabe im Weizen , die irgendwann im Mai fällt und über deren Sinn an sich erst im Laufe des Juni bzw. Anfang Juli entschieden wird .

Das dann noch unterschiedliche Datenformate der Karten der unterschiedlichen Hersteller / Betreiber die Arbeit weiter erschweren , braucht nicht weiter erwähnt werden - jeder will natürlich dort sein Geld verdienen .........

Gruss
dirkk
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #11 am: 04. Dezember 2018, 23:00:29 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...


Danke  :bet: zum Glück gibt es noch mehr Landwirte die auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind.. Schlägt man heute einschlägige Fachzeitschriften auf, so könnte man meinen dass ohne neueste Methoden überhaupt keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

Ein altes Sprichwort heißt: Das Auge des Herrn mästet das Vieh.

Wenn ihr euch da mal nicht in ein paar Jahren umschaut... Die Technik kann es doch, das ist kein großer Invest und niemand von euch drückt ständig +/- den ganzen Tag.

Schlechte Stellen mehr düngen ist ja schonmal ein beschissener Ansatz speziell hinsichtlich der Grundwasserproblematik. Schlechte Stellen sind schlecht und bleiben schlecht, wobei man natürlich Sandköpfe und abgesoffenn wegen Senke unterscheiden muss.

Im Raps und Getreide sicher nicht soooooo extrem relevant, im Mais jedoch zu 99,9% die Zukunft.
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #12 am: 05. Dezember 2018, 00:39:07 »

Wobei relevant nicht das richtige Wort ist, aber ich denke die Effekte werden weder im Raps, noch im Weizen so stark zu sehen sein wie im Mais.

Die Spanne der Zonen kannst du dir selbst überlegen, wie du es für richtig hältst und wie deine Erfahrungen sind. Leichte Stellen die aber immer gut laufen werden dünner gedrillt, Stellen wo sowieso nur die hälfte aufläuft stellst halt etwas dicker, wie auch immer du es für richtig hältst teilst du dir deine Zonen ein. Wie gesagt, im Mais gehen wir von 6-10 Pflanzen, das passt ganz gut.

Sinnvoll nach aktuellem Stand und aktuellen Erkenntnissen ist an schlechten Stellen sparen und gute Stellen fördern. So betreiben wir es aktuell und ich gehe von einem RoI innerhalb von höchstens 3-4 Jahren aus, wenn man dabei nur die zusätzlichen Kosten für Freischaltungen und eben die Karten berücksichtigt, die Maschinen konnten das theoretisch schon vorher.

So richtig schön messbar ist das ganze natürlich schwierig, das geschulte Auge sieht aber den homogeneren Bestand in Stressphasen im Vergleich zu einheitlich gedrillten Flächen.

2018 hat ja ziemlich gut gezeigt, was wo los ist und das konnte man auf der Ertragskarte im Drescher auch sehen, die passt recht gut zur Karte von Agravis. Letztendlich ist der Anbieter meines Erachtens auch relativ egal, die Daten beruhen soweit ich weiß alle auf mehrjährigen Sentinel-Bildern.

Hat man jetzt mal ein total verregnetes Jahr, dann kann das natürlich wieder etwas anders aussehen mit der Zonierung, das weißt du aber vorher nicht und bei uns z.B. mangelt es tendenziell immer an Wasser, weshalb die Geschichte bei uns gut klappt/klappen sollte.



Edit: Das ist jetzt aus der Testphase, die Karte hieß einfach noch Reform, da ist aber ZF drin  ;)










« Letzte Änderung: 05. Dezember 2018, 01:06:33 von Mulchsaat »
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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #13 am: 05. Dezember 2018, 01:05:23 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...


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Wenn ihr euch da mal nicht in ein paar Jahren umschaut... Die Technik kann es doch, das ist kein großer Invest und niemand von euch drückt ständig +/- den ganzen Tag.

Ich sage ja nicht, das ich das manuell machen will - es geht rein darum, wie die Applikationskarte zutande kommt.

Zitat
Schlechte Stellen mehr düngen ist ja schonmal ein beschissener Ansatz speziell hinsichtlich der Grundwasserproblematik.

Auch davon hat niemand gesprochen, sondern eigentlich genau vom Gegenteil, bzw. geht es ja genau darum, das man explizit unterscheiden muß, warum an Stelle X der Ertrag Y zustande kommt und eben daran eine Regelung gestalten muß, als eben auch, die Potentiale dieser Stellen für das aktuelle Jahr (also für die Zukunft) zu ermitteln.
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Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #14 am: 05. Dezember 2018, 01:10:25 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...


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Zitat
Schlechte Stellen mehr düngen ist ja schonmal ein beschissener Ansatz speziell hinsichtlich der Grundwasserproblematik.

Auch davon hat niemand gesprochen, sondern eigentlich genau vom Gegenteil, bzw. geht es ja genau darum, das man explizit unterscheiden muß, warum an Stelle X der Ertrag Y zustande kommt und eben daran eine Regelung gestalten muß, als eben auch, die Potentiale dieser Stellen für das aktuelle Jahr (also für die Zukunft) zu ermitteln.

Nix Zukunft. Nimm doch erstmal was du hast und das ist die Vergangenheit. Einstellung der einzelnen Zonen auf ein mittleres Ertragsniveau der letzten Jahre, eben mit den Tendenzen der jeweiligen Zone unterschieden. Auch bei dir dürfte Wasser in aller Regel ertragsbegrenzend sein? Wenn nicht gerade 2017 ist, kacken also auch immer die selben Stellen ab und die müssen dünner. Verfroren und versoffen mal Außenbordmotor.
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