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Autor Thema: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?  (Gelesen 2832 mal)

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Euro-T

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #15 am: 05. Dezember 2018, 01:42:31 »

Ich beschäftige mich nun auch schon eine Weile mit dem Thema Applikationskarten und - auch wenn ich jetzt nur Kopfschütteln ernte - die beste Applikationskarte scheint jene bei mir im Kopf zu sein...


Danke  :bet: zum Glück gibt es noch mehr Landwirte die auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind.. Schlägt man heute einschlägige Fachzeitschriften auf, so könnte man meinen dass ohne neueste Methoden überhaupt keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

Ein altes Sprichwort heißt: Das Auge des Herrn mästet das Vieh.

Wenn ihr euch da mal nicht in ein paar Jahren umschaut... Die Technik kann es doch, das ist kein großer Invest und niemand von euch drückt ständig +/- den ganzen Tag.

Ich sage ja nicht, das ich das manuell machen will - es geht rein darum, wie die Applikationskarte zutande kommt.

Zitat
Schlechte Stellen mehr düngen ist ja schonmal ein beschissener Ansatz speziell hinsichtlich der Grundwasserproblematik.

Auch davon hat niemand gesprochen, sondern eigentlich genau vom Gegenteil, bzw. geht es ja genau darum, das man explizit unterscheiden muß, warum an Stelle X der Ertrag Y zustande kommt und eben daran eine Regelung gestalten muß, als eben auch, die Potentiale dieser Stellen für das aktuelle Jahr (also für die Zukunft) zu ermitteln.

Nix Zukunft. Nimm doch erstmal was du hast und das ist die Vergangenheit.

Ja...ebendas schrieb ich doch in meinem vorhergehenden Beitrag - die Vergangenheit ist die Basis und bestimmt die grundlegende Regelung (also "mehr, weil", oder "weniger, weil"). Die Zukunft steckt die Eckpunkte für min/max gesamt, oder im Extremfall sogar für eine Umkehr der Regelkurve.

Und das kann eben schon sein, das innerhalb einer Karte die Regelung auch mal invers arbeiten muß - nur weil an einer Stelle ein höheres Potential möglich ist, muß dort nicht gleichermassen auch mehr Dünger fallen - bestes Beispiel ist die Senke. Auf einer NDVI Karte wäre der Bereich dunkelgrün, die Kuppe sei hellgrün. Klassischerweise würde eine Regelung also auf der Kuppe weniger applizieren, in der Senke mehr - genau invers wäre aber richtig.

Gleiches Feld, andere Situation: schwacher Boden, bei zu erwartenden Niederschlägen aber durchaus ertragsfähig. NDVI aus der Historie zeigt tendentiell eher hellgrün, ich sehe aber den aktuellen Bestand und den Wetterbericht, der anhaltend wüchsiges Wetter meldet -> hier darf es dann etwas mehr sein, was ja sogar zu obigem setting passt.
Was aber, wenn eben kein wüchsiges Wetter gemeldet ist, dann braucht es in obigem Fall dennoch keine Inversierung der Parameter, in unterem wäre es aber eigentlich angebracht. 

Wieder andere Situation: Waldrand. Hellgrüner Bereich, weil dort die Vegetation immer etwas hinterherhinkt, aber eben nicht als schwach einzustufen ist - bloß für Sentinel ist das so nicht erkennbar, er unterscheidet lediglich zu einem fixen Zeitpunkt die Masse einer Fläche - warum ist ihm egal.
Also hellgrün - der Schieber zieht auf...nicht gut, garnicht gut. 

Ohne detaillierte Nachbetrachtung und ggf. Korrektur der Daten macht das also nicht immer Sinn.

Dann kann ich eben die Karte auch gleich komplett selbst schreiben.
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Gruß

~~ Olli

wollomo

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #16 am: 05. Dezember 2018, 09:28:56 »

Das Thema ist natürlich hochinteressant! Auf großen, stark unhomogenen Flächen mag das für mich auch wirklich Sinn machen. Auf unseren relativ kleinen Flächen, die zudem auch noch sehr homogen sind, macht das m.M nach weniger Sinn. Natürlich haben wir auch an den Vorgewenden diese "roten Stellen" aber doch lokal sehr sehr begrenzt. Ansonsten zeigt die Fläche eigentlich einen extrem gleichmäßigen Bestand auf. Ich passe auch Aussaatstärke, Pflanzenschutz, und Düngung dem jeweiligen Feld an.
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Felix

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #17 am: 09. Dezember 2018, 17:04:11 »

Hallo,

ich hatte gestern ein sehr interessantes Gespräch mit zwei Mitarbeitern von der Agravis Netfarming GmbH.
Ich könnte mir vorstellen mit den Zonenmanagementkarten im nächsten einige Hektar Mais auf Probe legen zu lassen um den Einfluss Saatstärkenvarianz zu prüfen.

Gibts es bei euch bereits praktische Erfahrungen?

Habe ein paar Karten darüber bekommen und muss sagen Sie passen ganz gut zu meinen Beobachtungen. Ob und für welche Betriebsmittel ein sinnvoller Einsatz erfolgt sollte dabei jeder für sich entscheiden. Auf meinem Betrieb sehe ich das größte Potential in der Stickstoffverteilung sowie der Aussaat von Silomais. 


Das Thema ist natürlich hochinteressant! Auf großen, stark unhomogenen Flächen mag das für mich auch wirklich Sinn machen. Auf unseren relativ kleinen Flächen, die zudem auch noch sehr homogen sind, macht das m.M nach weniger Sinn.

Bei uns sind die kleinen Flächen zum Teil der heterogen, das Bild zeigt eine 3ha Fläche mit Winterweizen.
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Uwe

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #18 am: 09. Dezember 2018, 20:42:40 »

Eigentlich schreit das ganze nach Fuzzy-Control.

1. Karten von Sentinal (+ Ertragskarten)
2. gezielte Fragen an den Betriebsleiter
-> aktuelles Klima
-> erwartetes zukünftiges Klima
-> Stelle mit Abweichung wird angezeigt, dazu Fragen mit 'Kreuze an': Sandkopf, Lehmkuppe, humose Senke, ...

Nur mit so einer Art Expertensystem wird man zum Ziel kommen.
Bloße Karten ohne diese Informationen können eigentlich gar nicht zum Ziel führen!
Ich werde diesen Winter mal versuchen Aussaatkarten für Weizen und Raps zu basteln, so wie Olli es beschreibt.
Da läuft die Fuzzy Regelung eben im eigenen Kopf ab.
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DerJo

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #19 am: 09. Dezember 2018, 21:36:25 »

Das klingt nach einem guten Plan:

Sentinel zeigt die unterschiede, schlägt Zonen vor.
Betriebsleiter schreibt die gewünschten Saatstärken/ Düngermengen rein.
Falls nötig passt er auchdie Zonengrenzen an.

Welcher Anbieter gibt dem Anbauer die Freiheit unkomplziert einzugreifen?

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Felix

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #20 am: 10. Dezember 2018, 07:51:44 »

Welcher Anbieter gibt dem Anbauer die Freiheit unkomplziert einzugreifen?

Es gibt sowohl bei NetFarming als auch anderen Anbietern die Möglichkeit die Karten nach der Erstellung anzupassen. Im Endeffekt arbeiten die alle etwas unterschiedlich.

NetFarming erstellt Anhand historischer Daten, unter Angabe der letzten 10 Jahre (so war es bei mir), eine Ertragspotentialkarte (Managementzonenkarte). Diese kann in Abstimmung mit dem Betriebsleiter angepasst werden. Weiterhin können durch gezielte Bodenproben und weiteren Input die Aufteilung der Zonen verfeinert werden. Diese Karte ist die Basis für die Erstellung der teilflächenspezifischen Applikationen.

Die vielen Anbieter bieten am Ende ein ähnliches Produkt, der Weg dorthin ist oft ein anderer. Und so gbt es auch Möglichkeiten seine Karten komplett selbst zu "malen"  ;)

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Uwe

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #21 am: 10. Dezember 2018, 08:34:27 »

Wenn ich es aber richtig verstehe, dann kriegt man erstmal eine Applikationskarte und kann die dann anpassen. Wie genau die entstanden ist, weiß man aber nicht, Besser wäre tatsächlich ein Expertensystem, dass automatisch die richtigen Fragen stellt, z.B.:

- Gebiet mit Frühjahrstrockenheit? -> Ja
- Jahresniederschlag? -> 650mm
- Niederertragszone1 ist Lehmkuppe, Sandkopf, undefiniert -> Sandkopf -> 1.Gabe runterregeln (da eh nichts wächst)
- Niederertragszone2 ist Lehmkuppe, Sandkopf, undefiniert -> Lehmkuppe -> 1.Gabe hochregeln (um Bestand zu homogenisieren)
- ...

Wenn man die fertige Karte bekommt, wo die Lehmkuppe wegen Niederertragszone schon bei -40% liegt, muss man ja schon mutig sein, wenn man die auf +40% ändern will. Das muss eben von Anfang an einfliessen. (und der Betriebsleiter muss sich eben die Zeit nehmen die Fragen durchzugehen...)
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DerJo

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #22 am: 10. Dezember 2018, 09:14:54 »

Wenn ich es aber richtig verstehe, dann kriegt man erstmal eine Applikationskarte und kann die dann anpassen. Wie genau die entstanden ist, weiß man aber nicht, Besser wäre tatsächlich ein Expertensystem, dass automatisch die richtigen Fragen stellt, z.B.:

- Gebiet mit Frühjahrstrockenheit? -> Ja
- Jahresniederschlag? -> 650mm
- Niederertragszone1 ist Lehmkuppe, Sandkopf, undefiniert -> Sandkopf -> 1.Gabe runterregeln (da eh nichts wächst)
- Niederertragszone2 ist Lehmkuppe, Sandkopf, undefiniert -> Lehmkuppe -> 1.Gabe hochregeln (um Bestand zu homogenisieren)
- ...

Wenn man die fertige Karte bekommt, wo die Lehmkuppe wegen Niederertragszone schon bei -40% liegt, muss man ja schon mutig sein, wenn man die auf +40% ändern will. Das muss eben von Anfang an einfliessen. (und der Betriebsleiter muss sich eben die Zeit nehmen die Fragen durchzugehen...)

Genau das sehe ich als Problem.
Ein Expertensystem muss schon sehr gut durchdacht sein und die Entscheidungen nachvollziehbar begründen.

Bis es sowas gibt, möchte ich lieber meinen Kopf anstrengen und selbst die Entscheidungen treffen. Sentinel sollte dazu Fakten zur Zonierung beitragen.
Die Eingriffsmöglichkeit des Betriebsleiters sehe ich ja gerade als Riesenvorteil der "absetzigen Verfahren" an.
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Felix

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #23 am: 10. Dezember 2018, 17:22:48 »

Wenn ich es aber richtig verstehe, dann kriegt man erstmal eine Applikationskarte und kann die dann anpassen.

Jein, das liegt daran wie der Anbieter arbeitet, da gibt es unterschiedlichste Ansätze. Und wie wo gehandelt werden sollte hängt vom Standort ab. Da gibt es keinen einheitlichen Ansatz und hier ist eben der Betriebsleiter mit seiner Erfahrung an der Reihe.

Bsp. 1.: Der ertragsbegrenzende Faktor ist Wasser, ergo auf schlechten Stellen weniger Pflanzen die sich trotz weniger Wasser wie andere entwickeln können. Hatte dazu einen sehr guten Austausch mit einem Lohner auf der DeLuTa, seine Aussaage:"ertraglich kaum Unterschiede, ABER die Bestände werden gleichmäßiger."

Bsp. 2.: Auf Tonkuppen ist der Auflauf erheblich schwieriger und um dort die gleiche Bestandesdichte zu erreichen, z.B. bei Zuckerrüben im Hinblick auf Verunkrautung, muss dort die Aussaatstärke erhöht werden.

So kann man x viele Szenarien aufstellen wer wie wo was anpasst.

Wie genau die entstanden ist, weiß man aber nicht.

Wenn der Anbieter dir nicht sagen kann wie die Karte entstanden ist und welche Datengrundlage dafür genutzt wird würde ich den sehr schnell wechseln.
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Euro-T

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #24 am: 18. Dezember 2018, 10:28:38 »

Ich stelle meine Frage kurzerhand einfach mal hier:

Gibt es eine Möglichkeit, sich eine ISOXML am PC anzugucken?

Hab da keine Möglichkeit gefunden, oder stehe auf dem Schlauch..?
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Gruß

~~ Olli

Mulchsaat

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #25 am: 18. Dezember 2018, 12:07:53 »

Ich stelle meine Frage kurzerhand einfach mal hier:

Gibt es eine Möglichkeit, sich eine ISOXML am PC anzugucken?

Hab da keine Möglichkeit gefunden, oder stehe auf dem Schlauch..?
Mit welchem Hintergrund, wenn ich mal fragen darf?
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Man sieht nicht, wie lange du auf dem Acker warst,
aber lange sieht man, wie du auf dem Acker warst 😉
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Euro-T

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #26 am: 18. Dezember 2018, 12:50:21 »

Aus Neugier.
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Gruß

~~ Olli

Felix

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #27 am: 18. Dezember 2018, 13:06:25 »

Ich stelle meine Frage kurzerhand einfach mal hier:

Gibt es eine Möglichkeit, sich eine ISOXML am PC anzugucken?

Hab da keine Möglichkeit gefunden, oder stehe auf dem Schlauch..?

Freeware ist schwierig, da ist mir so nix bekannt. Aus der XML wirst sicherlich nicht schlau  ;D
Wir haben ein internes Desktop-Tool welches das kann, ansonsten Next Farming Applikationskartencenter z. B.. Ansonsten einfach aml die Karte zusätzlich als Shape anfordern, da kannst gut mit Open Jump hantieren.

Ich kann dir ein Bild machen wenn du möchtest  ;)

Alternativ natürlich, die ISOXML auf ein Terminal laden  ;D
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Josef

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #28 am: 18. Dezember 2018, 13:54:29 »

Aus Neugier.

Ist mir bei AO Office auch nicht gelungen!!
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k.onrad

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Re: Applikationskarte von Netfarming - Erfahrungen?
« Antwort #29 am: 18. Dezember 2018, 14:31:21 »

Hallo,

xml dateien können mit Texteditoren geöffnet werden. Was da drin steht kann man man sich höchstens mit der zugehörigen ISOBUS Norm übersetzen.
Sehe gerade der Shape-Converter von Müller (nicht open-source, aber zumindest für lau) kann auch ISOXML zu Shape verwandeln (und natürlich umgekehrt). Falls mal damit jemand spielen will.

mfg, Konrad
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