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Autor Thema: Wintergerste 2019  (Gelesen 177808 mal)

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Mcfly

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #105 am: 08. März 2019, 10:52:35 »

Mit dem Thema Manganmangel in der Gerste bin ich mittlerweile am Ende.
Auf den Fotos seht ihr ihr Gerste (KWS Kosmos) die am 09.10.2018 gedrillt wurde. Herbizid war Fence und Alliance. Gegen Ende der Wachstumsperiode (ich denke im November), bei starker Sonneneinstrahlung und zweistelligen Temperaturen habe ich 250gr Mangan (Lebosol) inkl. Phyrothroid gespritzt. Am 14.02.2019 Ich habe ich nochmal 250gr Mangan gespritzt. Die Düngung ist über Gülle (15.02.2019) komplett gefahren und eingeregnet. Der Boden lS (h) hat einen PH Wert von 5,6 und ist langjährig organisch gedüngt.
Hier in der Gegend behaupte ich den Gerstenanbau sehr gut im Griff zu haben. Meine Flächen werden alle mit Packer gepflügt und mit Frontpacker und Saphir gedrillt. Wenn wir auf Niederwild unterwegs sind merke ich immer, dass meine Flächen am besten rückverfestigt sind. Die Ablage war perfekt. Troztdem bekomme ich nie optimale Ergebnisse hin. Die Fotos stammen von meiner schlimmsten Fläche. Was könnte ich noch ändern?   
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Felix

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #106 am: 08. März 2019, 12:03:34 »

Gehört eine solche Manganbehandlung nicht dort zum Standard und wird es evt. auch an anderen Standorten Interessant sich diesem Thema insbesondere bei Wintergerste zu widmen.

Ist es hier wenn die Flächen im Herbst ausreichend befahrbar sind. Kann mich an kaum ein Jahr erinnern wo wir die Gerste ohne ein Gabe Mangan+Epso in den Winter geschickt haben.

Ja Felix wie kann das denn dann noch so vorkommen wenn " hier " da ist wo es nottut ?

Ich kann nur für die Flächen sprechen um die ich mich kümmere, was andere machen stört mich da nicht wirklich. Es wird hier aber von der LWK sowie dem Handel empfohlen.  ;)
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Cat-Driver

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #107 am: 08. März 2019, 12:49:57 »

Mit dem Thema Manganmangel in der Gerste bin ich mittlerweile am Ende.
Auf den Fotos seht ihr ihr Gerste (KWS Kosmos) die am 09.10.2018 gedrillt wurde. Herbizid war Fence und Alliance. Gegen Ende der Wachstumsperiode (ich denke im November), bei starker Sonneneinstrahlung und zweistelligen Temperaturen habe ich 250gr Mangan (Lebosol) inkl. Phyrothroid gespritzt. Am 14.02.2019 Ich habe ich nochmal 250gr Mangan gespritzt. Die Düngung ist über Gülle (15.02.2019) komplett gefahren und eingeregnet. Der Boden lS (h) hat einen PH Wert von 5,6 und ist langjährig organisch gedüngt.
Hier in der Gegend behaupte ich den Gerstenanbau sehr gut im Griff zu haben. Meine Flächen werden alle mit Packer gepflügt und mit Frontpacker und Saphir gedrillt. Wenn wir auf Niederwild unterwegs sind merke ich immer, dass meine Flächen am besten rückverfestigt sind. Die Ablage war perfekt. Troztdem bekomme ich nie optimale Ergebnisse hin. Die Fotos stammen von meiner schlimmsten Fläche. Was könnte ich noch ändern?


Ganz spontan wenn ich pH 5.6 lese: wann wurde zuletzt gekalkt?

Nächster Gedanke: Schwefel? Obwohl ich hier in der Ruhrpottrandzone jahrzentelang eher zu viel Schwefel abgekommen habe dünge ich mittlerweile Schwefel.

Liegt es an der Fahrspur oder ist das ein eher feuchter Standort? "Nasse Füße" sprich Sauerstoffmangel mag Gerste nicht besonders...
--------------
Wenn gar nix hilft:
Mal was eher ungewöhnliches, Siliziummangel?  im Überschwemmungsgebiet der Ruhr (mittlerweile so reguliert das nix mehr überschwemmt wird) wurde in den 70/80 und 90er Jahren von dem Bauern immer eine Kopfkalkung mit Hüttenkalk gemacht, er sagte ohne gibt das nix mit der Gerste. Den genauen Zusammenhang, warum Hüttenkalk/Konverterkalk, könnte man mir nicht erklären. Man vermutete Siliziummangel, da sich der fördernde Effekt nur beim Konverterkalk zeigt, Branntkalk brachte keine positiven Effekte
« Letzte Änderung: 08. März 2019, 13:06:10 von Cat-Driver »
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Mcfly

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #108 am: 08. März 2019, 20:04:15 »

Staunässe ist auf keinen Fall vorhanden. Kalken ist jetzt 3 Jahre her und laut Bodenproben mehr als in Ordnung.
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Cat-Driver

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #109 am: 08. März 2019, 20:16:19 »

...Kalken ist jetzt 3 Jahre her und laut Bodenproben mehr als in Ordnung.

Also Humusgehalte um 8%? Ansonsten wäre mir ein pH von 5,6 n bissl niedrig ...
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Heiner

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #110 am: 08. März 2019, 21:56:19 »

Mit dem Thema Manganmangel in der Gerste bin ich mittlerweile am Ende.
Auf den Fotos seht ihr ihr Gerste (KWS Kosmos) die am 09.10.2018 gedrillt wurde. Herbizid war Fence und Alliance. Gegen Ende der Wachstumsperiode (ich denke im November), bei starker Sonneneinstrahlung und zweistelligen Temperaturen habe ich 250gr Mangan (Lebosol) inkl. Phyrothroid gespritzt. Am 14.02.2019 Ich habe ich nochmal 250gr Mangan gespritzt. Die Düngung ist über Gülle (15.02.2019) komplett gefahren und eingeregnet. Der Boden lS (h) hat einen PH Wert von 5,6 und ist langjährig organisch gedüngt.
Hier in der Gegend behaupte ich den Gerstenanbau sehr gut im Griff zu haben. Meine Flächen werden alle mit Packer gepflügt und mit Frontpacker und Saphir gedrillt. Wenn wir auf Niederwild unterwegs sind merke ich immer, dass meine Flächen am besten rückverfestigt sind. Die Ablage war perfekt. Troztdem bekomme ich nie optimale Ergebnisse hin. Die Fotos stammen von meiner schlimmsten Fläche. Was könnte ich noch ändern?

Hallo Mcfly,

leider bist Du nicht aus dem Auto ausgestiegen und hast neben dem Bestandesbild auch scharfe Nahaufnahmen von Einzelpflanzen mit Wurzeln gemacht, so dass ich hier noch nicht einmal Vermutungen anstellen möchte, sondern nur weitere Details abfragen kann :

Du sprichst nur vom pH-Wert, gibt Deine Bodenprobe noch weitere Infos zur Verfügbarkeit von freiem Ca her ?
Wie hoch ist der Magnesiumgehalt ?
Wie ist das Verhältnis Mg zu K ?
Wie hoch ist der P-Gehalt ?

Mit diesen Fragen gilt zu ergründen, ob der pH-Wert über das Ca oder über das Mg gehalten wird.
Ob bei hohen P-Werten womöglich eine Blattdüngung mit Cu anzuraten ist.
Ob die Pflanzen ein sprossbetontes Wachstum aufweisen, wobei durch die phytohormonelle Wirkung von Mn, Mg, Cu, B und Ca eine Nitratreduktion in der Pflanze positive Effekte bringt.
In einem solchen Fall sind (alternativ) auch höhere Manganmengen notwendig.

Heiner
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Felix

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #111 am: 09. März 2019, 09:10:52 »

@Ansgar: Danke für den verlinkten AW Beitrag sowie den zum TopAgrar Artikel  :daumen1:

Nichts zu danken, Felix! Der aw-Beitrag stammt ja noch aus einer Zeit, da hast Du noch die Schulbank gedrückt und ich war im Forum noch voll in meinem Element. ;) Lang, lang ist´s her! ;D

Nicht mehr Ausbildung, aber Fachabi  ;D

Hättest mir ja mal erzählen können das es AW gibt  ;D
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Felix

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #112 am: 09. März 2019, 09:31:18 »

Meine Gerste ist auch noch etwas farblich unschön, komischerweise nicht eindeutig. Bedeutet das die gelbe Färbung auf dem besseren Boden sowie den feuchteren Stellen ausgeprägter ist ABER auf den sandigen Stellen ebenfalls, einige mehr als andere, die gelbliche Verfärbung auftritt.

Anfang September 2,8t Kalk (Calcifertil 95). Gedrillt am 4. Oktober nach Soja direkt in die Stoppel (viel zu dick - ja ich weiß  ;D). 390g Mn (1,66l Phytavis Mangan-Nitrat) mit 4,41kg Epso Combi und später am 31.Oktober 0,55l Herold.

Im Frühjahr bisher gedüngt mit 40er Kali und einer Gülle+ASL+Entec Mische. 
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wernerzwo

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #113 am: 01. April 2019, 13:51:26 »

Bei mir ist heute Mittag ein Info-Brief des Erzeugerrings gekommen - Aussage für die Gerste:
Bezüglich Ramularia haben Carboxamide und Strobis praktisch keine Bedeutung mehr - einzig einige Azole (z.B. Input) haben noch ausreichende Wirkung. Diese nimmt aber schrittweise immer weiter ab. Einzig Chlorthalonil ist nicht vom Wirkungsverlust betroffen

Soweit jetzt nichts Neues - aber was steht gerade im Newsletter der Agrarzeitung:
Fungizide mit dem Wirkstoff Chlorothalonil werden die Zulassung verlieren  :huepf:
Ich freue mich schon riesig darauf, endlich nicht mehr dieses blöde Zeug anzubauen, was bei der Ernte ohnehin nur juckt...

Den das wird für mich die Konsequenz daraus sein, solange ich nicht sicher bin das ich was genau so wirkungsvolles als Ersatz bekomme. Die Gerste bricht ansonsten bei uns mit Ramularia massiv im Ertrag ein



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Schnortz

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #114 am: 02. April 2019, 19:52:47 »

Was seht ihr hier?

Ich gehe von Schneeschimmel und Netzflecken aus, was meint ihr?
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klausg

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #115 am: 03. April 2019, 08:53:00 »

Bei mir ist heute Mittag ein Info-Brief des Erzeugerrings gekommen - Aussage für die Gerste:
Bezüglich Ramularia haben Carboxamide und Strobis praktisch keine Bedeutung mehr - einzig einige Azole (z.B. Input) haben noch ausreichende Wirkung. Diese nimmt aber schrittweise immer weiter ab. Einzig Chlorthalonil ist nicht vom Wirkungsverlust betroffen

Soweit jetzt nichts Neues - aber was steht gerade im Newsletter der Agrarzeitung:
Fungizide mit dem Wirkstoff Chlorothalonil werden die Zulassung verlieren  :huepf:
Ich freue mich schon riesig darauf, endlich nicht mehr dieses blöde Zeug anzubauen, was bei der Ernte ohnehin nur juckt...

Den das wird für mich die Konsequenz daraus sein, solange ich nicht sicher bin das ich was genau so wirkungsvolles als Ersatz bekomme. Die Gerste bricht ansonsten bei uns mit Ramularia massiv im Ertrag ein

Seit gestern offiziell von der EU beschlossen - Chlortahonil ist weg
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wernerzwo

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #116 am: 03. April 2019, 14:24:21 »

ist jetzt eh schon egal - bis 2030 sind ohnehin 30% Bio in Bayern Pflicht!

Wir werden gerade von unseren "Volksvertretern" verkauft....
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Schnortz

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #117 am: 03. April 2019, 16:43:52 »

Ein Abschied vom WG Anbau wird mir somit noch leichter fallen, bin bis jetzt dem Anbau treu geblieben, ist hier in der Region die Frucht die die letzten Jahren am meisten Anbaufläche verloren hat.

- Ist zwecks AFU die problematischste Frucht aufgrund Resistenz.
- Wenn ich dieses Frühjahr die Ausmaße des Verzwergungsvirus anschaue.....so heftig hab ichs noch nicht erlebt.  :o
- Hier im Süden ist Ramularia die Ertragsrelevanteste Krankheit, ohne Clorthalonil stehen wir schnell machtlos da. Die Resistenzen werden da schnell Fortschreiten.

Naja, dann gibt es halt mehr Weizen....
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nofear

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #118 am: 04. April 2019, 10:28:55 »

Ich sag nur sehenden Auges gegen die Wand  :wall:

Bedenke das Ende...

Ob manchmal die Leute/Entscheider noch bis zum Ende denken?
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„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

angusy

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Re: Wintergerste 2019
« Antwort #119 am: 04. April 2019, 11:38:05 »


Ob manchmal die Leute/Entscheider noch bis zum Ende denken?

Wie kommst Du denn darauf ?

Das ist Politik. Da wird selten gedacht - und bis zum Ende niemals!
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