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Autor Thema: Komposttee  (Gelesen 28994 mal)

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farming.ch

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Re: Komposttee
« Antwort #45 am: 25. November 2018, 08:30:03 »

hay

ich bin jetzt schon paar jahre auf den vorträgen von wenz und näser.

was mir nicht gefällt ist der umschwung .

wie kann es sein das man redet  von flacher bodenbearbeitung und von regenwürmern  und humusaufbau.

und dann paar jahre später kein einziges wort verliert das wir regenwürmer am feld brauchen???

noch dazukommt das jetzt auf einmal man untergrundlockern muß-soll  und mit einer fräse  das flach abschälen soll .

wenn ich ich mir das jetzt so ansehe haben sich da 4-5 leute auf ein team zusammengetan damit soll es interressant  gemacht werden ,kosten viel geld und am ende des tages hat jeder vortragenede

ordentlich kohle gemacht . dazu kommt noch das ein vortragender eben den ....... untergrundlockerer der andere die fräse der farbe............derandere die fräse in ........... und der nächste will die

kommtostmaschinen teile  verkaufen .

alle helfen sich um den bauern das geld aus der tasche zu ziehen oder sehe ich das falsch.

heuer neu: es reden teils 3-4 praktiker die freuen sich das sie reden dürfen und die die geld verdienen brauchen nur zu sitzen und sich die hände reiben weil das von selbst läuft.

irgendetwas stimmt doch da nicht oder?


Geschäftsmodell

siehe auch IG gesunder Boden

unterstützt durch GKB


Leider dadurch verwässert, da sehr interessante Ansätze und Bausteine.

Naja- private Beratung kostet halt....

Was viel eher die Frage ist, taugt die Sache was?! Preis/Leistungsverhältnis, Kosten/Nutzen, etc...

Sind viele sehr tolle Ideen da im Dunstkreis von Wenz/Näser, soviel ich weiss sammeln die quasi global innovatives Wissen und konstruieren damit ihr Konzept.

Ist aber sehr vieles nicht wirklich erprobt und gesichert, damit meine ich in Praxis und Wissenschaft.

Und da setzt auch meine Hauptkritik an: Innovation gehört deklariert! Der Kunde muss wissen, auf was er sich einlässt!

Aber meines Wissens nach ist da bei Wenz/Näser eher das Gegenteil der Fall, Kursbesucher tönen für mich eher nach "Der Guru meinte dies und jenes...." . Ist natürlich auch zum Teil der Eigenverantwortung der Kunden geschuldet, nicht nur der Anbieter.

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Wir beschliessen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. - Wenn es dann kein grosses Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt. JCJ

BNT

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Re: Komposttee
« Antwort #46 am: 25. November 2018, 08:38:12 »

siehe auch IG gesunder Boden

Da lob ich mir Firmen wie die K+S. Immerhin deklarieren die sich ganz offen und fachlich haben die schon was drauf.
Und natürlich wollen auch die ihre Produkte verkaufen.
 
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Bleifuss

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Re: Komposttee
« Antwort #47 am: 25. November 2018, 10:29:29 »

Ist bestimmt schon über 15 Jahre her als ich mal bei Wenz war, und kam ins grübeln ob es das wirklich sein kann, und habe meine eigenen Beobachtungen und Methoden gefunden die hier funktionieren.
Auf einem Betrieb mit Ackerbau und Rindvieh hätte das nur mit grossen abstrichen funktioniert.
Andere sind in all den Jahren keinen Schritt weiter gekommen, oder haben sogar verloren.
Wissensaustausch von Betrieb zu Betrieb, also wenn ich Ergebnisse die funktionieren an Nachbarn weitergebe und diese es einfach ignorieren, aber dann trotzdem einmal die Woche jammern kommen, dann sag ich einfach nichts mehr, die bekommen dann nur noch überspitzte zynische Antworten.

Es ist frei, selber zu denken und analysieren.
oder Bäume wachsen nicht in den Himmel,
Einen halbtoten wieder zum Leben erwecken, braucht einen ordentlichen elektrischen rums, aber nachher gelten wieder die guten gesunden Grundsätze des Lebens, wenn man diese einhält ist alles OK - gilt auch für den Boden

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Jo

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Re: Komposttee
« Antwort #48 am: 25. November 2018, 14:13:48 »

Ich bin der Komposttee-Diskussion gegenüber eher skeptisch.

Steht die Bodenfruchtbarkeit oder der Verzicht von Pflanzenschutzmitteln wirklich über allem anderen, insbesondere der Ökonomie?
Sind die Effekte wirklich so vorhanden, wie sie von manchen dargestellt werden?
Und sind die Effekte wirklich auf diesen Bakterien/Pilzmix zurückzuführen?
Wie verhält es sich in anderen Jahren, wenn der Druck pilzlicher Pathogene weitaus höher ist - Komposttee war heuer ein "Selbstläufer", wie es mir ein Kollege geschildert hat, in einem Jahr wie heuer bin ich aber im Getreide teils mit <25€ für Fungizide ausgekommen.

Es kann gut möglich sein, dass es gewisse Effekte mit sich bringt, ich sehe es aber für viele Betriebe gerade aufgrund des hohen Zeitbedarfs als schwer zu realisieren an.
Für mich persönlich heißt das: Man muss nicht jeden Trend mitmachen, aber man sollte ein Auge darauf haben.

Ich denke, bevor man auf dieses aufwändige System umsteigen will/soll/muss, gibt es noch weitaus größere Stellschrauben, an denen mit weitaus geringerem Kosten/Zeitaufwand gedreht werden kann. Der Erhalt/die Steigerung von Bodenfruchtbarkeit und Ertrag muss nicht teuer sein. Einfache Dinge wie die richtige Bodenbearbeitung, eine angepasste Fruchtfolge, ein gutes Nährstoff- (besonders Calcium-) management trägt mehr zu einer Verbesserung von Boden und Ertrag bei, als irgendwelchen Geschäftsmodellen unterwürfig zu werden, deren Werbeveranstaltungen satte Eintrittspreise haben.
Nur muss das Bewusstsein der Landwirte geschaffen werden, an den richtigen Stellschrauben zu drehen - hierfür gibt es nur (noch) keine Lobby.
« Letzte Änderung: 25. November 2018, 14:16:37 von Jo »
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ggunter

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Re: Komposttee
« Antwort #49 am: 25. November 2018, 22:02:11 »

Die "richtigen Stellschrauben" ja wo sind sie denn?
Wenn die jemand Abseits vom Standard sieht geht es rund.
Darf Weiterbildung auch was kosten oder taugt das dann nix?
Wieviel % vom Jahresumsatz darf das kosten? oder Promille?

Wenn Geld ins Spiel kommt ist Neid nicht weit.

Alsosehen wir uns zum Thema Bodenfruchtbarkeit im Dezember in Wels??
nur der Saal wird nicht reichen.... ;)

gg
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Schorsch

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Re: Komposttee
« Antwort #50 am: 26. November 2018, 16:00:10 »

Die "richtigen Stellschrauben" ja wo sind sie denn?
Wenn die jemand Abseits vom Standard sieht geht es rund.
Darf Weiterbildung auch was kosten oder taugt das dann nix?
Wieviel % vom Jahresumsatz darf das kosten? oder Promille?

Wenn Geld ins Spiel kommt ist Neid nicht weit.

Alsosehen wir uns zum Thema Bodenfruchtbarkeit im Dezember in Wels??
nur der Saal wird nicht reichen.... ;)

gg

Wenn ich für eine Beratung ordentlich zahle, dann kann ich am ehesten davon ausgehen, dass sie an meiner Interessenlage ausgerichtet ist. Oft genug wird aber nicht entsprechend der Erfordernisse der Betriebe beraten, sondern so, dass bestimmte Hersteller oder Händler ihr Angebot an den Mann bringen.

Ich habe wiederholt gesehen, dass z., B. bei der Düngeberatung eine mangelnde Kenntnis mancher Landwirten in der Chemie der Düngemittel schamlos ausgenutzt wird. Wenn Bauern, die geeignete Düngemittel in ihrer örtlichen Genossenschaft boxenweise verfügbar hätten, eine vergleichbar verwendbare Ware unter anderem Namen als Sackware zu Mondpreisen enpfohlen wird, dann sollte dieser Vorgang nicht "Beratung" heißen sondern "Geschäftsmodell".

Eine löbliche Ausnahme ist allem Anschein nach Manfred mit seinem Netzwerk. Da wurde schon viel an Wissen zusammengetragen und das offenbar aus echtem Interesse am Erkenntnisgewinn.
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johndeere820

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Re: Komposttee
« Antwort #51 am: 26. November 2018, 19:25:09 »

Fast 100 % Zustimmung

Ich bin der Komposttee-Diskussion gegenüber eher skeptisch.

Steht die Bodenfruchtbarkeit oder der Verzicht von Pflanzenschutzmitteln wirklich über allem anderen, insbesondere der Ökonomie?


Das Eine muss das Andere ja nicht ausschließen, wobei beim Komposttee die Kosten wohl an anderer Stelle anfallen (Arbeitsaufwand). Ich denke aber, dass man mittelfristig mit höherer Bodenfruchtbarkeit Dünger und Pflanzenschutzmittel nachhaltig einsparen kann.


Sind die Effekte wirklich so vorhanden, wie sie von manchen dargestellt werden?
Und sind die Effekte wirklich auf diesen Bakterien/Pilzmix zurückzuführen?
Wie verhält es sich in anderen Jahren, wenn der Druck pilzlicher Pathogene weitaus höher ist - Komposttee war heuer ein "Selbstläufer", wie es mir ein Kollege geschildert hat, in einem Jahr wie heuer bin ich aber im Getreide teils mit <25€ für Fungizide ausgekommen.

Es kann gut möglich sein, dass es gewisse Effekte mit sich bringt, ich sehe es aber für viele Betriebe gerade aufgrund des hohen Zeitbedarfs als schwer zu realisieren an.
Für mich persönlich heißt das: Man muss nicht jeden Trend mitmachen, aber man sollte ein Auge darauf haben.

Ob die Effekte wirklich so vorhanden sind, kann ich nicht beurteilen, da ich bisher keinen Komposttee eingesetzt habe.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die beobachteten Effekte nicht ausschließlich auf die Mikroorganismen im Komposttee zurückzuführen sind. Häufig werden Mikronährstoffe mitgenommen und - wie oben beschrieben- weitere Maßnahmen für die Bodenbiologie ergriffen.
Komposttee wird protektiv eingesetzt, wenn ich bei einem hohen Pathogenaufkommen doch ein Fungizid fahren muss, steigen die Kosten.

Ich denke, bevor man auf dieses aufwändige System umsteigen will/soll/muss, gibt es noch weitaus größere Stellschrauben, an denen mit weitaus geringerem Kosten/Zeitaufwand gedreht werden kann. Der Erhalt/die Steigerung von Bodenfruchtbarkeit und Ertrag muss nicht teuer sein. Einfache Dinge wie die richtige Bodenbearbeitung, eine angepasste Fruchtfolge, ein gutes Nährstoff- (besonders Calcium-) management trägt mehr zu einer Verbesserung von Boden und Ertrag bei, als irgendwelchen Geschäftsmodellen unterwürfig zu werden, deren Werbeveranstaltungen satte Eintrittspreise haben.
Nur muss das Bewusstsein der Landwirte geschaffen werden, an den richtigen Stellschrauben zu drehen - hierfür gibt es nur (noch) keine Lobby.

Grundlegende Dinge wie Zwischenfrüchte, Untersaaten und weitere Fruchtfolgen halte ich absolut für sinnvoll. Der Trend zum flachen Einarbeiten grüner Pflanzen mit Fräse und "Rottelenkung" (btw ein fürchterliches Wort, genauso wie der Ausdruck Pflanzen zu "vitalisieren") klingt auch irgendwann ab. Im konventionellen Bereich überlegen jetzt schon Anwender vom Verfahren Näser / Wenz stärker Richtung no-till zu gehen. Nur da brauche ich halt keine EMs und keine (teure) Fräse um meine Zwischenfrüchte abzutöten. Durch die Glyphosatdebatte haben die beiden Berater in letzter Zeit viel Zulauf bekommen, wobei auch die Direktsäer nicht geschlafen haben und mit der Quetschwalze und ausgeklügelten ZWF-Mischungen der Glyphosateinsatz auch reduziert werden kann.

Würde ja alleine aus Neugierde mal eine Veranstaltung bei Näser und Wenz mitmachen, aber selbst die Preise für Studenten sind ganz schön gepfeffert.
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Jo

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Re: Komposttee
« Antwort #52 am: 26. November 2018, 19:27:05 »

Die "richtigen Stellschrauben" ja wo sind sie denn?
Wenn die jemand Abseits vom Standard sieht geht es rund.
Darf Weiterbildung auch was kosten oder taugt das dann nix?
Wieviel % vom Jahresumsatz darf das kosten? oder Promille?

Wenn Geld ins Spiel kommt ist Neid nicht weit.

Alsosehen wir uns zum Thema Bodenfruchtbarkeit im Dezember in Wels??
nur der Saal wird nicht reichen.... ;)

gg

Hallo Günther,
vielleicht hast du falsch verstanden, was ich damit sagen wollte.
Ich gebe selbst viel Geld für Weiterbildung aus (mehr, als ich mir als Student eigentlich leisten konnte).
Aber man muss schon differenzieren. Hinter der Beratung in der Landwirtschaft stehen oft Produkte, die diese Beratung finanzieren müssen.
Dabei meine ich keineswegs Treffen, wie in Wels - ich war sowohl in Wels, als auch in Aschebersch bei dir, habe da auch meinen (kleinen) Teil beigetragen.
Andererseits gibt es morgen eine Veranstaltung in der Oberpfalz, die die Produkte verschiedener Interessenspersonen für teuren Eintritt bewirbt ;)
Geschäftsmodelle.
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ggunter

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Re: Komposttee
« Antwort #53 am: 26. November 2018, 23:54:24 »

Die "richtigen Stellschrauben" ja wo sind sie denn?
Wenn die jemand Abseits vom Standard sieht geht es rund.
Darf Weiterbildung auch was kosten oder taugt das dann nix?
Wieviel % vom Jahresumsatz darf das kosten? oder Promille?

Wenn Geld ins Spiel kommt ist Neid nicht weit.

Alsosehen wir uns zum Thema Bodenfruchtbarkeit im Dezember in Wels??
nur der Saal wird nicht reichen.... ;)

gg

Hallo Günther,
vielleicht hast du falsch verstanden, was ich damit sagen wollte.
Ich gebe selbst viel Geld für Weiterbildung aus (mehr, als ich mir als Student eigentlich leisten konnte).
Aber man muss schon differenzieren. Hinter der Beratung in der Landwirtschaft stehen oft Produkte, die diese Beratung finanzieren müssen.
Dabei meine ich keineswegs Treffen, wie in Wels - ich war sowohl in Wels, als auch in Aschebersch bei dir, habe da auch meinen (kleinen) Teil beigetragen.
Andererseits gibt es morgen eine Veranstaltung in der Oberpfalz, die die Produkte verschiedener Interessenspersonen für teuren Eintritt bewirbt ;)
Geschäftsmodelle.


Was bei all dem auffällt ist aber doch das es sich vielfach um Alternativen handelt zu dem was wir die letzten dreißig Jahre praktiziert haben.
Das diese außer an dieser Stelle soviel Zulauf haben heißt das es ausreichend Probleme gibt für die Lösungen gesucht werden.
Auch der in der Oberpfalz ist zutiefst überzeugt von seinem Weg.
Was ist falsch daran das passende Werkzeug dafür gleich mit anzubieten? Das macht Michael Horsch doch auch.
Das Horsch Fit Zentrum war der Anfang von dem Ganzen.
Man kann viel lernen dort und trotzdem Lemken oder Väderstadt fahren.

gg
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zwiebe

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Re: Komposttee
« Antwort #54 am: 27. November 2018, 06:22:32 »

Die "richtigen Stellschrauben" ja wo sind sie denn?
Wenn die jemand Abseits vom Standard sieht geht es rund.
Darf Weiterbildung auch was kosten oder taugt das dann nix?
Wieviel % vom Jahresumsatz darf das kosten? oder Promille?

Wenn Geld ins Spiel kommt ist Neid nicht weit.

Alsosehen wir uns zum Thema Bodenfruchtbarkeit im Dezember in Wels??
nur der Saal wird nicht reichen.... ;)

gg

Hallo Günther,
vielleicht hast du falsch verstanden, was ich damit sagen wollte.
Ich gebe selbst viel Geld für Weiterbildung aus (mehr, als ich mir als Student eigentlich leisten konnte).
Aber man muss schon differenzieren. Hinter der Beratung in der Landwirtschaft stehen oft Produkte, die diese Beratung finanzieren müssen.
Dabei meine ich keineswegs Treffen, wie in Wels - ich war sowohl in Wels, als auch in Aschebersch bei dir, habe da auch meinen (kleinen) Teil beigetragen.
Andererseits gibt es morgen eine Veranstaltung in der Oberpfalz, die die Produkte verschiedener Interessenspersonen für teuren Eintritt bewirbt ;)
Geschäftsmodelle.


Was bei all dem auffällt ist aber doch das es sich vielfach um Alternativen handelt zu dem was wir die letzten dreißig Jahre praktiziert haben.
Das diese außer an dieser Stelle soviel Zulauf haben heißt das es ausreichend Probleme gibt für die Lösungen gesucht werden.
Auch der in der Oberpfalz ist zutiefst überzeugt von seinem Weg.
Was ist falsch daran das passende Werkzeug dafür gleich mit anzubieten? Das macht Michael Horsch doch auch.
Das Horsch Fit Zentrum war der Anfang von dem Ganzen.
Man kann viel lernen dort und trotzdem Lemken oder Väderstadt fahren.

gg


Der aus der Oberpfalz hat sich auch mit Bauernschläue teachen lassen...
Und  die Maschinenschmiede etwas südlicher hat auch eine lange Orientierungsphase hinter sich...

... so wie wir letztendlich auch.
Nur wir haben die letzten 30 Jahre schon vieles am eigenen Leib und Boden durchgespielt, sind 1 Schritt vorangekommen und mit den anderen Bein 2 zurück.
Jetzt versuchen wir mit allen möglichen uns angebotenen Mitteln das wieder ins Lot zu bringen.

Nur eins kann ich jetzt betimmt sagen, heute werden wieder viele Fantasien geweckt,vielleicht auch etwas Braunkohle an den Mann gebracht oder Blech gehandelt...
Das wichtige ist aber im Hintergrund, wenn manche ihren Neid und Gier ablegen und miteinander sich austauschen.
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jotesen

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Re: Komposttee
« Antwort #55 am: 04. Dezember 2018, 21:43:00 »

Zurück zum Thema.

Ich finde Komposttee, wie auch EM und viele andere Dinge ausgesprochen spannend. Dazu mache ich mir selbst viele Gedanken, probiere viel aus, versuche mein System zu finden.
Leider reichen meine persönlichen Kapazitäten nicht aus um alles auszuprobieren. Trotzdem oder gerade deswegen freue ich mich, wenn andere Grundwissen sammeln, von dem ich lernen kann. Deswegen verfolge ich es ohne mich aktuell tiefer einzuarbeiten.

Ich persönlich habe für mich aber eine Grundsätzliche Feststellung machen können. All diese Stellschrauben entfalten die größte Wirkung da, wo die ackerbaulichen Probleme am größten sind. Je besser der ackerbauliche Gesamtzustand eines Betriebes ist, desto weniger fallen die einzelnen Maßnahmen ins Gewicht. Im Umkehrschluß heißt das aber auch, dass einen eine neue Maßnahme zwar ein Stück nach vorne bringen kann, für den ganz großen Schritt in die ackerbauliche Spitzenliga erreicht man aber erst, wenn man an vielen Stellschrauben dreht. Dazu ist es notwendig viele Stellschrauben zu kennen und zu erkennen, diese dann im eigenen Betrieb wieder zu finden, zu bewerten, zu wichten und dann neu zu kombinieren.

Leider fehlt es vielen Berufskollegen an der dafür notwendigen Selbstreflexion der eigenen Arbeit.
Leider fehlt es vielen Beratern an der dafür notwendigen praktischen Selbsterfahrung und der notwedigen Weitsicht.

Daraus resultiert zum einen meine persönliche sehr starke Abneigung gegen Berater (Kurz gesagt: Wenn Sie die besseren Landwirte wären, warum sind sie es nicht?), zum anderen entsteht daraus auch meine persönliche starke Abneigung gegen Allheilmittelsystemen. Egal, ob Wenz, Näser, Brunner und wie sie alle heißen. Sie alle haben für sich ein System gefunden, was bei ihnen zumindest vorerst hervorragend funktioniert. Das ist erstmal ausgesprochen lobenswert, dann aber passiert meist der große Fehler. Sie übertragen das nicht auf andere Standorte, sondern kopieren es auf andere Standorte. Das kann aber nicht funktionieren. Selbst beim direkten Nachbarn muss das schon nicht mehr funktionieren, weil der schon ein anderer Mensch ist. Sobald dann Regionen und Strukturen sich verändern, verändert sich so viel, dass man hoffen kann, dass Landwirte, die das System kopieren ihre Fehler entdecken, bevor sie pleite sind. Es gibt keinen anderen Wirtschaftszweig der so unglaublich regional und so unglaublich von den Menschen abhängt, wie die Landwirtschaft. Wie will ein Berater das abdecken? Hier hat man oft hinter jedem Baum ein anderes Wetter, wie will jemand, der nicht jeden Tag vor Ort ist das besser beobachten als wir hier direkt vor Ort?
Ich gehe mittlerweile so weit, dass ich offen und in allem Ernst behaupte, dass die Lehrmeinung, die aktuell gelehrt wird, in Ausbildung und Weiterbildung, teilweise falsch und teilweise unzureichend ist.
Wer sich so weit gedanklich von seiner Ausbildung hat bewegen können und dies mit eigenen und anderen Erfahrungen hat kombinieren können, der wird über kurz oder lang auch Dinge wie Komposttee (und viele andere) beobachten und daraus lernen, wie auch immer das Gelernte dann auch aussieht.


In diesem Sinne, bitte wieder zu Komposttee, ich will was lernen.
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- = Ökologischer Landbau in der Magdeburger Börde und der Heide = -

Wer mir was gutes tun will, findet hier meine Amazon Wunschliste.

charlie

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Re: Komposttee
« Antwort #56 am: 04. Dezember 2018, 22:43:17 »

Ich habe den Thread mal um die ausufernde OffTopic Diskussion bereinigt.

Wäre schön, wenn jetzt wieder Erfahrungen und Meinungen zum Komposttee ausgetauscht werden, denn auch ich erhoffe mir die ein oder andere Information
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Gruß

Charlie

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johndeere820

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Re: Komposttee
« Antwort #57 am: 04. Dezember 2018, 22:55:09 »

Ich gehe mittlerweile so weit, dass ich offen und in allem Ernst behaupte, dass die Lehrmeinung, die aktuell gelehrt wird, in Ausbildung und Weiterbildung, teilweise falsch und teilweise unzureichend ist.
Wer sich so weit gedanklich von seiner Ausbildung hat bewegen können und dies mit eigenen und anderen Erfahrungen hat kombinieren können, der wird über kurz oder lang auch Dinge wie Komposttee (und viele andere) beobachten und daraus lernen, wie auch immer das Gelernte dann auch aussieht.

Volle Zustimmung! Vieles was mir im Studium vermittelt wird, stimmt nicht zwangsläufig mit eigenen Erfahrungen und auch den Erfahrungen die ich bspw. hier oder bei anderen Landwirten aufschnappe überein. Da ist es nur gut und richtig, das zumindest die Forschung an der Uni in Teilbereichen an vielen aktuellen Themen dran ist.
Interessanterweise konnte bei Gewächshaus- bzw. Topfversuchen durch die Anwendung von EMs ein Effekt nachgewiesen werden, den genauen Wirkmechanismus kennt aber niemand so richtig. Bei Komposttee kommt erschwerend dazu, dass nicht nur ausgewählte Bakterienarten enthalten sind, sondern ein ganzer Cocktail an verschiedenen Arten, die sich während der Zubereitung unterschiedlich vermehren. Das ist dann aber auch wieder vom eingesetzten Ausgangssubstrat abhängig. Soll heißen: was bei einem Landwirt funktioniert, kann beim nächsten alleine durch anderen Kompost wieder ganz anders aussehen. Gleichbleibende Qualität ist also noch schwieriger herzustellen, als bei EMs. Und da sehe ich nicht nur in der Praxis, sondern auch bei Forschungsprojekten ein großes Problem!
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tomiq

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Re: Komposttee
« Antwort #58 am: 04. Dezember 2018, 23:17:35 »

Zitat
Zurück zum Thema.

Ich finde Komposttee, wie auch EM und viele andere Dinge ausgesprochen spannend. Dazu mache ich mir selbst viele Gedanken, probiere viel aus, versuche mein System zu finden.
Leider reichen meine persönlichen Kapazitäten nicht aus um alles auszuprobieren. Trotzdem oder gerade deswegen freue ich mich, wenn andere Grundwissen sammeln, von dem ich lernen kann. Deswegen verfolge ich es ohne mich aktuell tiefer einzuarbeiten.

Ich persönlich habe für mich aber eine Grundsätzliche Feststellung machen können. All diese Stellschrauben entfalten die größte Wirkung da, wo die ackerbaulichen Probleme am größten sind. Je besser der ackerbauliche Gesamtzustand eines Betriebes ist, desto weniger fallen die einzelnen Maßnahmen ins Gewicht. Im Umkehrschluß heißt das aber auch, dass einen eine neue Maßnahme zwar ein Stück nach vorne bringen kann, für den ganz großen Schritt in die ackerbauliche Spitzenliga erreicht man aber erst, wenn man an vielen Stellschrauben dreht. Dazu ist es notwendig viele Stellschrauben zu kennen und zu erkennen, diese dann im eigenen Betrieb wieder zu finden, zu bewerten, zu wichten und dann neu zu kombinieren.

Leider fehlt es vielen Berufskollegen an der dafür notwendigen Selbstreflexion der eigenen Arbeit.
Leider fehlt es vielen Beratern an der dafür notwendigen praktischen Selbsterfahrung und der notwedigen Weitsicht.

Daraus resultiert zum einen meine persönliche sehr starke Abneigung gegen Berater (Kurz gesagt: Wenn Sie die besseren Landwirte wären, warum sind sie es nicht?), zum anderen entsteht daraus auch meine persönliche starke Abneigung gegen Allheilmittelsystemen. Egal, ob Wenz, Näser, Brunner und wie sie alle heißen. Sie alle haben für sich ein System gefunden, was bei ihnen zumindest vorerst hervorragend funktioniert. Das ist erstmal ausgesprochen lobenswert, dann aber passiert meist der große Fehler. Sie übertragen das nicht auf andere Standorte, sondern kopieren es auf andere Standorte. Das kann aber nicht funktionieren. Selbst beim direkten Nachbarn muss das schon nicht mehr funktionieren, weil der schon ein anderer Mensch ist. Sobald dann Regionen und Strukturen sich verändern, verändert sich so viel, dass man hoffen kann, dass Landwirte, die das System kopieren ihre Fehler entdecken, bevor sie pleite sind. Es gibt keinen anderen Wirtschaftszweig der so unglaublich regional und so unglaublich von den Menschen abhängt, wie die Landwirtschaft. Wie will ein Berater das abdecken? Hier hat man oft hinter jedem Baum ein anderes Wetter, wie will jemand, der nicht jeden Tag vor Ort ist das besser beobachten als wir hier direkt vor Ort?
Ich gehe mittlerweile so weit, dass ich offen und in allem Ernst behaupte, dass die Lehrmeinung, die aktuell gelehrt wird, in Ausbildung und Weiterbildung, teilweise falsch und teilweise unzureichend ist.
Wer sich so weit gedanklich von seiner Ausbildung hat bewegen können und dies mit eigenen und anderen Erfahrungen hat kombinieren können, der wird über kurz oder lang auch Dinge wie Komposttee (und viele andere) beobachten und daraus lernen, wie auch immer das Gelernte dann auch aussieht.


In diesem Sinne, bitte wieder zu Komposttee, ich will was lernen.


Hallo Jonas,
und was ist jetzt genau deine Erfahrung im Thema Komposttee... außer, dass er bei den
schlechten mehr Wirkung entfacht als bei den guten Ackerbauern?

Du hast viel geschrieben und dabei wenig gesagt... so erging es mir auf einer Versammlung zu
dem Thema. Der Dialekt des praktischen Landwirtes war so extrem, dass ich nur die Hälfte
akustisch verstanden hatte  :frage: :frage: :frage:.

Zitat
Volle Zustimmung! Vieles was mir im Studium vermittelt wird, stimmt nicht zwangsläufig mit eigenen Erfahrungen und auch den Erfahrungen die ich bspw. hier oder bei anderen Landwirten aufschnappe überein. Da ist es nur gut und richtig, das zumindest die Forschung an der Uni in Teilbereichen an vielen aktuellen Themen dran ist.
Interessanterweise konnte bei Gewächshaus- bzw. Topfversuchen durch die Anwendung von EMs ein Effekt nachgewiesen werden, den genauen Wirkmechanismus kennt aber niemand so richtig. Bei Komposttee kommt erschwerend dazu, dass nicht nur ausgewählte Bakterienarten enthalten sind, sondern ein ganzer Cocktail an verschiedenen Arten, die sich während der Zubereitung unterschiedlich vermehren. Das ist dann aber auch wieder vom eingesetzten Ausgangssubstrat abhängig. Soll heißen: was bei einem Landwirt funktioniert, kann beim nächsten alleine durch anderen Kompost wieder ganz anders aussehen. Gleichbleibende Qualität ist also noch schwieriger herzustellen, als bei EMs. Und da sehe ich nicht nur in der Praxis, sondern auch bei Forschungsprojekten ein großes Problem!

Und noch verwunderlicher war für mich die Aussage auf einem Vortrag, dass die Bakterien im Komposttee
nicht UV Licht stabil wären, aber die Kompostmaschinen zur Herstellung des Sudes in einem
lichtdurchflutetem Raum stand. Kann dazu jemand mehr berichten... für mich ist das der erste
Widerspruch, den bisher noch niemand entkräften konnte.


ade
tomiq
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jotesen

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Re: Komposttee
« Antwort #59 am: 04. Dezember 2018, 23:34:45 »



Hallo Jonas,
und was ist jetzt genau deine Erfahrung im Thema Komposttee... außer, dass er bei den
schlechten mehr Wirkung entfacht als bei den guten Ackerbauern?

Du hast viel geschrieben und dabei wenig gesagt... so erging es mir auf einer Versammlung zu
dem Thema. Der Dialekt des praktischen Landwirtes war so extrem, dass ich nur die Hälfte
akustisch verstanden hatte  :frage: :frage: :frage:.


Willst du meinen Beitrag nochmal lesen oder direkt erklärt bekommen, was ich da geschrieben habe?
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