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Autor Thema: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen  (Gelesen 165545 mal)

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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #60 am: 31. März 2015, 22:11:08 »

Joar. Nichts, was man nicht schon gesehen hat. Unglaublich repräsentatives Material von Argentinien. :rolleyes: Wie sie das Zeug fast pur per Flugzeug über den Dörfern verteilen. Ist für Deutschland natürlich 1:1 übertragbar. Mich hat es schon geschüttelt als ich gesehen habe mit welchem Abdrift die da mit den Selbstfahrern spritzen. Da merke ich schon wieder: Wir sind hier unfassbar sensibilisiert und weit was den Natur- und Anwenderschutz angeht. Die Leute wissen das gar nicht einzuschätzen.
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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #61 am: 31. März 2015, 22:37:22 »


todde,
gsd weißt DU genau in welchen radius ich
wirtschafte und in welchen spectrum sich
die meereshöhe, niederschlag und bodenarten
bewegt.
- nur so nebenbei bei meiner leistungspflügerei
weltweit dürfte mein tellerrand nicht klein sein ...

und.
schade, dass du nicht gewillt bist neue wege zu erkunden.

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... geht bald online.

Todde

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #62 am: 01. April 2015, 08:57:58 »

Joar. Nichts, was man nicht schon gesehen hat. Unglaublich repräsentatives Material von Argentinien. :rolleyes: Wie sie das Zeug fast pur per Flugzeug über den Dörfern verteilen. Ist für Deutschland natürlich 1:1 übertragbar. Mich hat es schon geschüttelt als ich gesehen habe mit welchem Abdrift die da mit den Selbstfahrern spritzen. Da merke ich schon wieder: Wir sind hier unfassbar sensibilisiert und weit was den Natur- und Anwenderschutz angeht. Die Leute wissen das gar nicht einzuschätzen.

Arte, auf den öffentlich rechtlichen wird auch jeder Zuschauer verarscht.
Das mit den Flugzeugen wurde ja wenigstens schon mal etwas eingedämmt und die müssen mehr Abstand zu den Häusern halten.
Das in Argentinien ganz andere Wirkstoffe zugelassen sind und genutzt werden, spielt keine Rolle...
Endosulfan wird dort noch eingesetzt, in vielen Teilen der Welt verboten.
Das die Bevölkerung kaum beeignete Trinkwasserbrunnen hat, ist anscheinend auch nicht so wichtig.
Das es vorher schon in einer der Regionen höher Krebszahlen gab, wird auch nicht erwähnt
Selbst die Kranken werden dort von den Medien ausgebeutet, das Kinder mit angeborenen Missbildungen, die vor dem Sojaanbau und Glyphosateinsatz geboren wurden, dann zu Opfern vom Glyphosat werden, spielt auch keine Rolle, Glyphosat eilt seinem Ruf voraus.

Alles in allem, billigstes Niveau. Das kranke Geschäft mit den Kranken, Greenpeace's Kassen werden klingen nach solchen Beiträgen.

Verwunderlich, dass in der Sojahochburg Brasilien oder in der USA dieses nicht vorkommt.
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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #63 am: 01. April 2015, 13:24:10 »

Monsanto erweitert seine Roundup®-Produktpalette

In Kooperation mit Turf Max LLC, einem amerikanischen Spezialisten für die Golfrasenpflege, bringt Monsanto Deutschland das neue Totalherbizid Roundup GREEN® auf den Markt.

Roundup GREEN® enthält den bewährten Mix aus Glyphosat und hochkonzentriertem Netzmittel des bekannten Roundup UltraMax®, welchem zusätzlich grüne Pigmente beigesetzt sind. Die Pigmente sind regenfest und haften dauerhaft an den behandelten Pflanzen, sodass eine optische Vergilbung der absterbenden Pflanzen verhindet wird.

Roundup GREEN® ist eine Flüssigformulierung mit 450 g/l Glyphosat und wird in Gebindegrößen von 1 l, 5l, 20 l, 640 l erhältlich sein. In der ersten Generation wird Roundup GREEN® in den Farben "Ausfallgerste" und "gemeine Quecke" erhältlich sein.

Die Anwendungsbestimmungen von Roundup GREEN® sind weitgehend identisch mit denen von Roundup UltraMax®. Neu hinzugekommen ist die Zulassung in der ökologischen Landwirtschaft (Anwendungsbeschränkung auf die Zeit von 20:00 bis 06:00 Uhr).
Nicht empfohlen wird Roundup GREEN® für die Vorerntesikkation. Hierzu stehen weiterhin die bekannten Roundup®-Produkte zur Verfügung.

Monsanto erwartet eine rege Nachfrage der Landwirtschaft, insbesondere von Direktsaat- und Mulchsaatbetrieben.
Monsanto fördert die Verbreitung dieser bodenschonenden Techniken und bietet Roundup GREEN® daher ohne Aufpreis gegenüber Roundup UltraMax® an.

Roundup GREEN® wird ab Sommer diesen Jahres im Landhandel zur Verfügung stehen. Eine Ausweitung der Zulassung auf den Haus- und Kleingartenbereich ist in Vorbereitung. Wissenschaftlichen Studien zufolge könnte damit die Lärmemission durch Rasenmäher um mehr als 80 % gesenkt werden.

Hintergrund:
Grüne Rasenfarbe wird in den USA seit Jahren benutzt, um gerade in Trockenzeiten begrünte Sportplätze und private und kommunale Rasenflächen optisch aufzuwerten, ohne dabei wertvolles Trinkwasser zu verschwenden. Nachdem sich dieser Trend mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum, insbesondere bei der Pflege von Fußballplätzen verbreitet, ist die Anwendung in der Landwirtschaft nur eine logische Ausweitung dieser umweltschonenden GREEN-TURF®-Technologie.

Turf Max LLC ist der Entwickler der TurfScreen®-Produktpalette zur Pflege von Golfrasen und hat seinen Sitz in Pennsylvania, USA. Mit den Produkten TS Dormant® und TS Pure Green® hat Turf Max langjährige Erfahrung in der Kolorierung von Grünflächen.
Mehr zu Turf Max LLC unter http://turfscreen.com/products/

Monsanto Agrar Deutschland GmbH mit Hauptsitz in Düsseldorf ist ein Tochterunternehmen der US-amerikanischen Monsanto Company und Marktführer bei der Produktion von Totalherbiziden für die Landwirtschaft und den Haus- und Kleingartenbereich.
Mehr zu Monsanto Agrar Deutschland GmbH unter http://www.monsanto.com/global/de/produ ... fault.aspx
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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #64 am: 01. April 2015, 13:24:55 »

Monsanto erweitert seine Roundup®-Produktpalette

In Kooperation mit Turf Max LLC, einem amerikanischen Spezialisten für die Golfrasenpflege, bringt Monsanto Deutschland das neue Totalherbizid Roundup GREEN® auf den Markt.

Roundup GREEN® enthält den bewährten Mix aus Glyphosat und hochkonzentriertem Netzmittel des bekannten Roundup UltraMax®, welchem zusätzlich grüne Pigmente beigesetzt sind. Die Pigmente sind regenfest und haften dauerhaft an den behandelten Pflanzen, sodass eine optische Vergilbung der absterbenden Pflanzen verhindet wird.

Roundup GREEN® ist eine Flüssigformulierung mit 450 g/l Glyphosat und wird in Gebindegrößen von 1 l, 5l, 20 l, 640 l erhältlich sein. In der ersten Generation wird Roundup GREEN® in den Farben "Ausfallgerste" und "gemeine Quecke" erhältlich sein.

Die Anwendungsbestimmungen von Roundup GREEN® sind weitgehend identisch mit denen von Roundup UltraMax®. Neu hinzugekommen ist die Zulassung in der ökologischen Landwirtschaft (Anwendungsbeschränkung auf die Zeit von 20:00 bis 06:00 Uhr).
Nicht empfohlen wird Roundup GREEN® für die Vorerntesikkation. Hierzu stehen weiterhin die bekannten Roundup®-Produkte zur Verfügung.

Monsanto erwartet eine rege Nachfrage der Landwirtschaft, insbesondere von Direktsaat- und Mulchsaatbetrieben.
Monsanto fördert die Verbreitung dieser bodenschonenden Techniken und bietet Roundup GREEN® daher ohne Aufpreis gegenüber Roundup UltraMax® an.

Roundup GREEN® wird ab Sommer diesen Jahres im Landhandel zur Verfügung stehen. Eine Ausweitung der Zulassung auf den Haus- und Kleingartenbereich ist in Vorbereitung. Wissenschaftlichen Studien zufolge könnte damit die Lärmemission durch Rasenmäher um mehr als 80 % gesenkt werden.

Hintergrund:
Grüne Rasenfarbe wird in den USA seit Jahren benutzt, um gerade in Trockenzeiten begrünte Sportplätze und private und kommunale Rasenflächen optisch aufzuwerten, ohne dabei wertvolles Trinkwasser zu verschwenden. Nachdem sich dieser Trend mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum, insbesondere bei der Pflege von Fußballplätzen verbreitet, ist die Anwendung in der Landwirtschaft nur eine logische Ausweitung dieser umweltschonenden GREEN-TURF®-Technologie.

Turf Max LLC ist der Entwickler der TurfScreen®-Produktpalette zur Pflege von Golfrasen und hat seinen Sitz in Pennsylvania, USA. Mit den Produkten TS Dormant® und TS Pure Green® hat Turf Max langjährige Erfahrung in der Kolorierung von Grünflächen.
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Rabe

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #65 am: 01. April 2015, 13:38:33 »

Monsanto erweitert seine Roundup®-Produktpalette

In Kooperation mit Turf Max LLC, einem amerikanischen Spezialisten für die Golfrasenpflege, bringt Monsanto Deutschland das neue Totalherbizid Roundup GREEN® auf den Markt.

Roundup GREEN® enthält den bewährten Mix aus Glyphosat und hochkonzentriertem Netzmittel des bekannten Roundup UltraMax®, welchem zusätzlich grüne Pigmente beigesetzt sind. Die Pigmente sind regenfest und haften dauerhaft an den behandelten Pflanzen, sodass eine optische Vergilbung der absterbenden Pflanzen verhindet wird.

Roundup GREEN® ist eine Flüssigformulierung mit 450 g/l Glyphosat und wird in Gebindegrößen von 1 l, 5l, 20 l, 640 l erhältlich sein. In der ersten Generation wird Roundup GREEN® in den Farben "Ausfallgerste" und "gemeine Quecke" erhältlich sein.

Die Anwendungsbestimmungen von Roundup GREEN® sind weitgehend identisch mit denen von Roundup UltraMax®. Neu hinzugekommen ist die Zulassung in der ökologischen Landwirtschaft (Anwendungsbeschränkung auf die Zeit von 20:00 bis 06:00 Uhr).
Nicht empfohlen wird Roundup GREEN® für die Vorerntesikkation. Hierzu stehen weiterhin die bekannten Roundup®-Produkte zur Verfügung.

Monsanto erwartet eine rege Nachfrage der Landwirtschaft, insbesondere von Direktsaat- und Mulchsaatbetrieben.
Monsanto fördert die Verbreitung dieser bodenschonenden Techniken und bietet Roundup GREEN® daher ohne Aufpreis gegenüber Roundup UltraMax® an.

Roundup GREEN® wird ab Sommer diesen Jahres im Landhandel zur Verfügung stehen. Eine Ausweitung der Zulassung auf den Haus- und Kleingartenbereich ist in Vorbereitung. Wissenschaftlichen Studien zufolge könnte damit die Lärmemission durch Rasenmäher um mehr als 80 % gesenkt werden.

Hintergrund:
Grüne Rasenfarbe wird in den USA seit Jahren benutzt, um gerade in Trockenzeiten begrünte Sportplätze und private und kommunale Rasenflächen optisch aufzuwerten, ohne dabei wertvolles Trinkwasser zu verschwenden. Nachdem sich dieser Trend mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum, insbesondere bei der Pflege von Fußballplätzen verbreitet, ist die Anwendung in der Landwirtschaft nur eine logische Ausweitung dieser umweltschonenden GREEN-TURF®-Technologie.

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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #66 am: 01. April 2015, 13:42:35 »

Sehr gelungen  ;D
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klausg

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #67 am: 01. April 2015, 13:46:09 »

Wäre aber ne gute Idee
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Corpy

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #68 am: 22. Juni 2015, 23:04:23 »



Hier ist mal der Link zur Dokumentation bei Arte, über den weiter oben schon diskutiert wird.

Vorab: Ich will hier nur mal meine Gedanken zum Thema kundtun, ihr müsst jetzt keinen shitstorm starten!

Warum muss man alles wegdiskutieren, was im Film gezeigt wird? Klar wird vieles überspitzt dargestellt, aber einige "Fakten" sollten wir dennoch mal nutzen, um ins Nachdenken zu kommen.

Zumindest ist es bei mir der Fall. Ich hinterfrage in letzter Zeit vieles, obwohl ich Verfechter der konventionellen Landwirtschaft bin. Es sind keine Wissenschaftlich 100% belegte Ergebnisse der Studien. Sind die industrienahen Studien denn viel objektiver?

Es handelt sich um einen verschwindend geringen Stichprobenumfang, aber ist der Ansatz mit einer veränderten Darmflora so abwegig? Es kommen sehr viele veränderte Umwelteinflüsse zum tragen, aber warum gibt es heutzutage so viele Darmkrebserkrankungen. Oder kommt einen das nur so vor und es wurde früher nicht in dem Maße erkannt? Es ist jedenfall schlimm, wenn die Eltern beide kurz hintereinander an Darmkrebs erkranken und man steht hilflos daneben. Mir ging es leider so.

Wir können uns hinter unseren verkrusteten Idealen verstecken und immer wieder sagen, dass die Landwirtschaft ohne Glyphosat stirbt. Wenn mich meine Freunde und Bekannten fragen, wie ich zu dem Thema stehe, dann muss ich immer mit Bauchschmerzen antworten.
Ich zähle Gründe auf, warum die Landwirtschaft ohne Glyphos viel schwieriger und intensiver wird, der Dieselverbrauch steigt etc. Ich berichte davon, dass die Gesetze und Auflagen extrem verschärft wurden und insgesamt viel weniger Wirkstoff zum Einsatz kommt.

Was ich mir allerdings selber nicht beantworten kann, ist die Frage nach der Sikkation. Warum haben große Betriebe den Wirkstoff wie Wasser zur Steuerung der Ernte appliziert? 10 Tage vor der Ernte, weil es einfach der Weg des geringsten Widerstandes war... Und dann gibt es Leute die der felsenfesten Meinung sind, dass Zeug bleibt auf dem Acker und baut sich dort seelenruhig ab. (Ist kein persönlicher Angriff!)

Für diese grenzenlose Dummheit haben wir alle verdient, in Zukunft einen sehr steinigen Weg zu gehen!

Und machen wir uns nichts vor, der Tag ohne Glyphosat wird schon bald kommen. Ich mache mir schon Gedanken, wie ich darauf reagiere, bzw. versuche jetzt schon bestimmte Dinge anzupassen...
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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #69 am: 22. Juni 2015, 23:26:05 »


Zumindest ist es bei mir der Fall. Ich hinterfrage in letzter Zeit vieles, obwohl ich Verfechter der konventionellen Landwirtschaft bin. Es sind keine Wissenschaftlich 100% belegte Ergebnisse der Studien. Sind die industrienahen Studien denn viel objektiver?

Am liebsten sind mir die neutralen Studien. Leider kann man eigentlich niemals sicher sagen, welche Wissenschaftler nun gekauft sind und welche nicht. Fakt ist, dass die große Mehrheit der Studien weitestgehende Unbedenklichkeit attestiert. Hingegen sind ein paar, und die so weit allesamt, sehr sehr fragwürdige Studien zu gegenteiligen Behauptungen gekommen.
Der Grund warum Glyphosat jetzt so in aller Munde ist, ist doch, dass die Medien einen riesen Hype daraus machen. Wir haben immer noch mit Sicherheit bedenklichere Stoffe im Einsatz.


Es handelt sich um einen verschwindend geringen Stichprobenumfang, aber ist der Ansatz mit einer veränderten Darmflora so abwegig? Es kommen sehr viele veränderte Umwelteinflüsse zum tragen, aber warum gibt es heutzutage so viele Darmkrebserkrankungen. Oder kommt einen das nur so vor und es wurde früher nicht in dem Maße erkannt? Es ist jedenfall schlimm, wenn die Eltern beide kurz hintereinander an Darmkrebs erkranken und man steht hilflos daneben. Mir ging es leider so.


Das ist mir ein bisschen zu arg weit her geholt. Deine emotionale Betroffenheit verstehe ich, aber da einen Zusammenhang zum Glyphosat her zu stellen, finde ich doch arg daneben.


Wir können uns hinter unseren verkrusteten Idealen verstecken und immer wieder sagen, dass die Landwirtschaft ohne Glyphosat stirbt. Wenn mich meine Freunde und Bekannten fragen, wie ich zu dem Thema stehe, dann muss ich immer mit Bauchschmerzen antworten.
Ich zähle Gründe auf, warum die Landwirtschaft ohne Glyphos viel schwieriger und intensiver wird, der Dieselverbrauch steigt etc. Ich berichte davon, dass die Gesetze und Auflagen extrem verschärft wurden und insgesamt viel weniger Wirkstoff zum Einsatz kommt.


Noch mal: Glyphosat ist so in aller Munde, weil die Sau von den Medien, Umweltrettern (auch genannt Terroristen) oder irgendwelcher Spendenbettler durch's Dorf getrieben wird, nicht, weil irgendwelche erschreckenden Fakten ans Licht kamen.
Die Einstufung der WHO "wahrscheinlich krebserregend" ist das für mich nicht. Hast du mal geschaut, welche Stoffe in dieser Klasse geführt werden? Ich habe es mir mal durch gelesen, war der Hammer. Der Friseurberuf, Nachtschichten, Kaffee, Malte-Tee.... alle diese Stoffe sind "wahrscheinlich krebserregend". Schau dir die LD50-Werte an, das sagt erst mal mehr über die Toxizität aus. Und dann siehst du mal, wie wenig toxisch Glyphosat ist. Da nimmst du im Alltag wesentlich höhere Mengen "giftigere" Substanzen zu dir. Das ist FAKT.
Das kann zwar immer noch nichts über evtl. Langzeitfolgen oder irgendwas dergleichen aussagen, aber es verdeutlicht, wie weit her geholt die Argumentation dieser Ideologen ist.


Was ich mir allerdings selber nicht beantworten kann, ist die Frage nach der Sikkation. Warum haben große Betriebe den Wirkstoff wie Wasser zur Steuerung der Ernte appliziert? 10 Tage vor der Ernte, weil es einfach der Weg des geringsten Widerstandes war... Und dann gibt es Leute die der felsenfesten Meinung sind, dass Zeug bleibt auf dem Acker und baut sich dort seelenruhig ab. (Ist kein persönlicher Angriff!)

Für diese grenzenlose Dummheit haben wir alle verdient, in Zukunft einen sehr steinigen Weg zu gehen!


Weiß ich auch nicht. Das war wirklich moralisch nicht vertretbar, verfahrenstechnisch nicht nötig und auch ethisch nicht okay. Gut, dass es nur noch für die Fälle erlaubt ist, wo es wirklich sinnvoll ist. Da bin ich voll bei dir.

Und machen wir uns nichts vor, der Tag ohne Glyphosat wird schon bald kommen. Ich mache mir schon Gedanken, wie ich darauf reagiere, bzw. versuche jetzt schon bestimmte Dinge anzupassen...

Die Gedanken mache ich mir auch, dennoch glaube ich das nicht. Das wären zwei Schritte zurück und in die komplett falsche Richtung: Dieselabgase sind laut WHO krebserregend und zudem wesentlich toxischer als Glyphosat. Mein Glyphosat bringe in geringsten Dosen mit modernster Technik nur auf die Fläche aus. Dieselabgase werden frei und jedem zugänglich in die Umwelt geblasen. Was stellt nun das höhere Risiko dar?

So lange noch jeder grüne Vollspacken mit dem Auto zur Arbeit fährt, lache ich ihn maximal aus, wenn er auf Weltretter machen will und sich über Dinge wie Glyphosat auslässt.
« Letzte Änderung: 22. Juni 2015, 23:31:25 von NobbyNobbs »
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Georg

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #70 am: 22. Juni 2015, 23:34:18 »

Corpy!
Ja, man sollte immer wieder alles hinterfragen!

Aber dabei wünsch eich mir natürlich auch die richtigen Hintergrundinformationen! Und da bin ich beim Glypho absolut nicht im Klaren!

Ich nehem mal ein anderes Beispiel:

Es hat in den 70 er Jahren ein Super Fungizid im Weizen mit dem Namen Cercobin M gegeben. Plötzlich hat irgend ein Schweizer Professor festgestellt, das dieses Fungizid Krebserregend sein könnte.
Daraufhin wurde es im Weizen dann sofort verboten. Mitte der 80 er Jahre war ich dann mal in Portugal und hab mir dort Ende Februar den Erdbeeranbau angeschaut.
Bis heute werden die Erdbeeren, die Von Mitte Februar bis Mitte März von dort bei uns verkauft werden nach der Ernte auf ein schräg nach obenlaufenden glatten Förderband gekippt das sie immer leicht nach unten rollen, und drüber ist ne Düse wo sie mit Cercobin M besprüht werden. Dadurch verfaulen Erdbeerennicht mehr weil absolut kein Pilz mehr wächst. Die halten sich über die 3 Tage Transport im LKW und dann noch 3 Tage im Supermarkt und dann noch 1 Woche im Kühlschrank beiden deutschen Verbrauchern bis sie Mumifiziert sind,  aber niemals verfault!

Sag mir mal, ob dieses Fungizid direkt auf den Erdbeeren nun weniger krebserregend ist als im Weizen gegen Pilzkrankheiten aller Art wo es niemals direkt auf die Körner gespritzt wurde!

Glpho erledigt sich eh von selbst!

1. Politisch
2 Durch geziehlet Aktionen gegen Monsantos Round up ready Saatgut durch die Mitbewerber in der Saatgut und Pflanzenschutzindustrie
3. Durch die Natur durch Resistenzen.

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nofear

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #71 am: 22. Juni 2015, 23:46:18 »

Es handelt sich um einen verschwindend geringen Stichprobenumfang, aber ist der Ansatz mit einer veränderten Darmflora so abwegig? Es kommen sehr viele veränderte Umwelteinflüsse zum tragen, aber warum gibt es heutzutage so viele Darmkrebserkrankungen. Oder kommt einen das nur so vor und es wurde früher nicht in dem Maße erkannt? Es ist jedenfall schlimm, wenn die Eltern beide kurz hintereinander an Darmkrebs erkranken und man steht hilflos daneben. Mir ging es leider so.

Denkt mal drüber nach, worin 90% unserer Lebensmittel verpackt sind!!! Plastik mit Weichmachern etc. bisher mWn fast nicht erforscht, was da wirklich passiert.
Sicher, man kann das ganze reduzieren (z.B. Getränke, Joghurt in Glasbehältern, aber selbst dort gibts Plastik im Deckel...) Ist aber wirklich mit Anstrengung verbunden. Aber wie wars den früher, da wurde vieles lose beim Kaufmann geholt und in Verbrauchsgefäße abgefüllt, Wurst etc. wurde in Papier gepackt und fertig.
Nicht, dass ich das unbedingt glorifizieren möchte oder wiederhaben, aber bestimmte Belastungen aus dem Verpackungsbereich konnten so ausgeschlossen werden.

Ach, es wird auch ohne Glyphos weitergehen und (fast) kein ha wird unbestellt bleiben...
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„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #72 am: 22. Juni 2015, 23:50:41 »

Glyphosat spielt hier doch gar keine große Geige. Das muss man doch mal ganz klar so sagen!
Wann wird es denn eingesetzt? Dank verbotener Gentechnik doch niemals auf den Nahrungsmitteln (mit einer stark beschränkten Ausnahme).
Was soll da groß an Rückständen auf unseren Produkten landen? Das Abspritzen 1 Jahr vor der nächsten Ernte kann keine Rolle spielen, zumal Glyphosat als blattaktives Herbizid in der Regel nicht aufgenommen werden kann (i.d.R. - man kennt die Ausnahme mit den längeren Halbwertszeit in Wurzelrückständen oder anderer organischer Substanz); und wenn doch, gingen die Pflanzen ein.
Zudem muss mal die Relation betrachtet werden. In Deutschland werden- jetzt alles grobe Zahlen, habe sie nicht genau im Kopf- ca. 25 oder 30 t Wirkstoff/Jahr eingesetzt. Davon sind dann 5 t Glyphosat und das Geschrei ist groß, weil es ja "allgegenwärtig" ist und sooo viel zum Einsatz kommt; "jeeeder Bauer ist nur Glyphosat am spritzen". Dass mit durchschnittlich 1200 oder 1500 g/ha Wirkstoff eine vergleichsweise hohe Dosis benötigt wird, wird nicht berücksichtigt. Jeder Simpel spritzt im Frühjahr Atlantis. Kannst fast sagen, jede zweite oder dritte Fläche Winterweizen oder Triticale wird damit behandelt. Aber durch den verschwindend geringen Wirkstoffgehalt des Idsosulforon taucht das Produkt natürlich im Niemalsland der Statistik auf. Selbst wenn 100 mal mehr Fläche behandelt würde, stünde der Wirkstoffverbrauch in der Statistik weit unter Glyphosat. So weit denkt keiner?
« Letzte Änderung: 22. Juni 2015, 23:53:12 von NobbyNobbs »
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jaydee88

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #73 am: 23. Juni 2015, 00:10:03 »

Alleine die Tatsache,dass so viele Landwirte weltweit denken,es gehe nicht mehr ohne Glyphosat,bestätigt doch,dass hier von der Industrie wirklich ganze Arbeit geleistet wurde,um Landwirte zu unfähigen Idioten zu degradieren,die nicht in der Lage sind,ohne dieses eine Produkt produzieren zu können,von der weiter wachsenden Abhängikeit von einigen wenigen global playern in diesem ganzen Geschäft mal ganz zu schweigen...
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NobbyNobbs

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Re: Glyphosat - Fakten, Wahrheiten und Lügen
« Antwort #74 am: 23. Juni 2015, 00:15:30 »

Alleine die Tatsache,dass so viele Landwirte weltweit denken,es gehe nicht mehr ohne Glyphosat,bestätigt doch,dass hier von der Industrie wirklich ganze Arbeit geleistet wurde,um Landwirte zu unfähigen Idioten zu degradieren,die nicht in der Lage sind,ohne dieses eine Produkt produzieren zu können,von der weiter wachsenden Abhängikeit von einigen wenigen global playern in diesem ganzen Geschäft mal ganz zu schweigen...

Falsch. Es geht ohne, sollte aber nicht. Der Preis, der dafür gezahlt werden muss (intensivere Bodenbearbeitung, ökonomisch wenig sinnvolle Fruchtfolgen, höherer Zeitaufwand, höhere Investitionen in Technik...) steht nicht im Verhältnis. Wir leben im 21.-Jahrhundert. Die Landwirtschaft ist mit gewachsen und genauso modern wie dein ganzes Umfeld. Ist nichts mehr mit "wie Opi", sonst ist der Wirtschaftszweig am Arsch.

Durch konservierende Bodenbearbeitungsverfahren können giftige Dieselabgase vermieden werden. Die Bodenfruchtbarkeit wird nachhaltig gefördert, Erosion, der Ursprung allen Übels, am effektivsten vermieden.......................................... so könnte ich jetzt auch argumentieren.

Ich für meinen Teil sehe den Königsweg in der Kombination der Komponenten, in diesem Fall der Fruchtfolge, dem Glyphosateinsatz, ggfl. der Bodenbearbeitung... Und auch wenn das jetzt eher allgemein gilt: Ich will jedenfalls die unternehmerische Freiheit haben, meinen Beruf, den ich seit mehr als 20 Jahren lebe und in dem ich fast 10 Jahre professionell ausgebildet wurde, so ausüben zu können wie es am meisten Sinn macht und nicht wie Mr. XY grade von seinem Sessel aus diktiert oder der ahnungslose Laie draußen glaubt es besser zu wissen.
« Letzte Änderung: 23. Juni 2015, 00:26:33 von NobbyNobbs »
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