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Autor Thema: Unfälle in der Landwirtschaft  (Gelesen 312803 mal)

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Hansdampf

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #645 am: 23. März 2019, 08:05:34 »

... Normalerweise überholen die nicht, wenn rechtzeitig der Blinker gesetzt ist.

Dies kann ich - auch aus eigener Erfahrung - bestätigen.
Ich steuere regelmäßig beide Fahrzeugarten.
Die Linksabbiege-Problematik trifft ja in erster Linie den Zweiradfahrer, da bekanntlich keine Knautschzone. Freiwillig will wohl keiner Gesundheit und Leben aufs Spiel setzen (Ausnahmen bestätigen, wie überall, die Regel).
Wenn Du bei der Aktion schwerwiegende gesundheitliche Schäden davontragen solltest (vom tödlichen Ausgang ganz zu schweigen) - und davon musst Du aus gehen - hilft es Dir herzlich wenig, das Du möglicherweise "unschluldig" bist.

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bayernfarmer

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #646 am: 23. März 2019, 08:56:32 »

Hallo,
in solchen Fällen bekommst du immer mind. 1/3 Teilschuld aufgrund der Größe des Fahrzeugs ( Schlepper, LKW), egal ob alle Lampen funktionieren oder du 3 Blinker hast die sichtbar sind. Hab damit genug Erfahrung. Leider, und Gott sei Dank mit keinen größeren Verletzungen der beteiligten.
Auch wenns zynisch klingt, bei einem Toten ists einfacher, als wenn die Person überlebt und schwerst behindert ist.

mfg

Fritz


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sten

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #647 am: 23. März 2019, 09:18:40 »

Sobald Du links abbiegst, bekommt man heute zumindest eine Teilschuld, das war vor zwanzig Jahren noch anders.
Und das keiner aus  der zweiten Reihe überholt, wenn der Blinker geht, halte ich für eine gewagte Theorie. Ich habe das oft genug selber anders erlebt.
Interessant ist auch der Fall, wenn Du rechts abbiegst und Dein Fahrzeug etwas auf die Gegenfahrbahn kommt.
In direkter Nachbarschaft hatten wir den Fall, dass jemand auf einer Linksabbiegerspur abgebogen ist, das angehängte Fahrzeug etwas in die Geradeausspur gekommen ist und dort mit einem LKW in Kontakt kam. In diesem Fall lag die Hauptschuld beim Schlepperfahrer.
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Geba

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #648 am: 23. März 2019, 12:08:09 »

Normalerweise überholen die nicht, wenn rechtzeitig der Blinker gesetzt ist.
Aus eigener Erfahrung halte ich das für ein Gerücht!Gilt aber auch für Pkw's.
Das ist mir schon oft aufgefallen.Ich fahre auf der Straße und blinke rechtzeitig daß ich links abbiegen möchte.Den Spiegel lasse ich dann kaum noch aus den Augen.Kaum hat man den Blinker gesetzt,sieht man wie einer zum Überholen ansetzt -selbst wenn die zwei direkt hinter mir wieder einscheren,muss der Dritte noch rausziehen.Motorradfahrer sind da die Schlimmsten.
Ich hab das schon oft im Spiegel beobachtet.Bin auch schon nach links über die Linie gefahren,immer weiter,so daß Pkw's sogar im Grünstreifen anhalten mussten.Ich bin dann auch schon abgestiegen,zu dem Fahrer gegangen und mich vergewissert daß meine funktionierenden Blinker auch aus seiner Position zu sehen sind.
Die Verblödung der Menschheit schreitet unaufhaltsam vorran...
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JueLue

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #649 am: 23. März 2019, 12:19:47 »

Wir müssen nach einer Kurve am Begin einer langen Geraden links auf unsere Hofstelle einbiegen.

Die Auto/Motorradfahrer lauern nach der Kurve nur auf den Moment, in dem sie an dem Schlepper vorbei die Gerade einsehen können.
Ist die dann frei, kann man davon ausgehen, dass ein gesetzter linker Blinker nicht mehr gesehen wird, sondern der Überholvorgang ansatzlos eingeleitet wird.

Der Höhepunkt war, dass ein Überholender als er dann doch den Blinker wahrnahm eine Vollbremsung neben dem Schlepper/Güllefass einleitete, sich dabei 2mal auf der Straße drehte und im Graben zum Stillstand kam, obwohl der Schlepper noch garnicht rübergezogen hatte.


JueLue
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wollomo

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #650 am: 23. März 2019, 12:45:01 »

Der Gegenverkehr ist ja gut!
Ich biege direkt nach dem Gegenverkehr links ab.
Da kann ja dann gar keiner zum Überholen rausziehen, und selbst wenn, fährt der dann in den Gegenverkehr und nicht in mich als Linksabbieger.

In der Feuerwehr hatten wir mal so einen Horrorunfall:

Schlepper mit Rückewagen fährt bei Nacht und Regen durch den Wald. Anhänger mit nassem dunklen Holz beladen, am Anhänger kein Licht oder Rückstrahler.
Strecke ist bolzengerade.
Ein PKW nähert sich von hinten dem Gespann mit ca. 110km/h, er sieht die Gelbe Rundumleuchte des Schleppers.
Als er näher sich auf 150m genähert hat, sieht er die Rundumleuchte nicht mehr, da der Anhänger sehr hoch mit Holz beladen war. Der PKW Fahrer denkt: Der ist wohl abgebogen.
CA. 10m vor dem Aufprall erkennt der das Gespann, und zieht reflexartig links raus.
Leider voll in den Gegenverkehr, der auch mit ca. 100km/h unterwegs war. Solche Bilder vergisst man nicht.

Normal praktiziere ich das auch so, dass ich gleich nach dem Gegenverkehr abbiege. Überholt wird man immer. Bei einem Tag auf der Straße sind mind. zwei Vollbremsungen dabei weil irgendjemand meint überholen zu müssen und es nicht ganz schafft. Ich hatte selbst schon einen PKW in der Vorderachse hängen bzw. die Vorderachse war eigentlich nicht mehr am Schlepper. Das rumpelt ordentlich.
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RedHeath

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #651 am: 23. März 2019, 13:36:15 »

Wir haben keine Teilschuld bekommen als beim Linksabbiegen ein PKW in den Schlepper gefahren ist.
War sogar außerorts auf einer Bundesstraße. Polizei war vor Ort. Der Typ ist mit 120-130 an einer langen Kolonne vorbei.
Es war nebelig. Jedem inkl. dem Unfallgegener (hinterher) war klar, dass es Wahnsinn war zu überholen.
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wolf

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #653 am: 02. Mai 2019, 10:41:51 »

Friedhelm

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #654 am: 02. Mai 2019, 17:12:40 »

Passiert ja so oder so ähnlich leider immer wieder:

https://www.n-tv.de/panorama/Maibaum-Tour-endet-mit-Traktorunfall-article20999103.html

Darf das in Bayern noch?

Hier bei uns muß der Fahrer einen Schein für die Personenbeförderung haben.... den hat aber fast keiner... Da ist die Rennleitung hier ziemlich hinterher das ein zu dämmen.
Es sind nur noch Schlepper mit umgebauten und abgenommen Hängern zulässig die für die Jagd eingesetzt werden um Personen zu befördern....
Deswegen verleihen wir unseren Jagdwagen nicht mehr für solche Veranstaltungen.

Gruß

Friedhelm

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JueLue

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #655 am: 02. Mai 2019, 17:14:27 »

Wahrscheinlich beide Anhänger komplett ungebremst und davor ein Spielzeugtraktor.

Traurig, dass da kein "Erwachsener" da war, der den 16jährigen vor seinem Unglück bewahrt hat.

JueLue
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bayernfarmer

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #656 am: 03. Mai 2019, 06:25:08 »

Hallo,
darf er in Bayern auch nicht. Das mit der Personenbeförderung gilt überall. Zudem Geländer, Sitzgelegenheit etc.

Die sind hier auch mittlerweile rigoros. Ausserdem ist der Kerl erst 16 Jahre.
Personen auf Anhänger geht zudem nur für Brauchtumsveranstaltungen auf abgesperrten Straßen, mit Genehmigung, Fahrer min 18 Jahre etc.
In Österreich hat am selben Tag ein Vater seinen Oldtimer Traktor umgeschmissen und ist eine Böschung hinab gestürzt, dabei kam sein 5jähriger Sohn zu Tode, weil er eingeklemmt wurde. Auch von einer Maibaum Tour heim.

Kapier manchmal auch nicht wie gedankenlos manche Leute sind.

mfg

Fritz
« Letzte Änderung: 03. Mai 2019, 06:34:46 von bayernfarmer »
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muh

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #657 am: 03. Mai 2019, 07:08:52 »

Wahrscheinlich beide Anhänger komplett ungebremst und davor ein Spielzeugtraktor.

Traurig, dass da kein "Erwachsener" da war, der den 16jährigen vor seinem Unglück bewahrt hat.

JueLue

Das triffts eigentlich am besten.
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wolf

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #658 am: 14. Juli 2019, 10:32:19 »

JueLue

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Re: Unfälle in der Landwirtschaft
« Antwort #659 am: 14. Juli 2019, 11:35:17 »

Was für eine Bürde für den Rest des Lebens!

JueLue
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