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Verbraucher fragen Landwirte => Informationen aus erster Hand => Thema gestartet von: Henrik am 16. Dezember 2014, 19:54:21

Titel: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 16. Dezember 2014, 19:54:21
Landwirtschaft in anderen Ländern hat für mich ja eine gewisse Fazination. Beneide Georg manchmal um seinen Job  :)
Wie sieht denn die Landwirtschaft in Australien aus? Riese Weiten, Riesige Farmen, Riesige Maschinen. Derzeit müsste da ja Sommer bzw. Erntezeit sein? Wird Weizen da eigentlich in Monokultur angebaut?
Irgendwie bringe ich mit Australien immer nur mit Weizen und Schafen in Verbindung. Wird da auch viel Mais und/oder Soja angebaut?

Gruss

Henrik
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Michi am 16. Dezember 2014, 20:02:19
Bulla Burra

http://www.collaborativefarmingaustralia.com.au

https://www.youtube.com/watch?v=F9YLjqIpH8U

https://www.youtube.com/watch?v=os_W1wgxgi0
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 16. Dezember 2014, 20:09:16
Wenn Du ne sehr vielfältige und recht schöne Landwirtschaft sehen willst, dann musst DU in das so genannte "Goldene Dreieck" fahren, das liegt bei Goondiwindi auf halben Wege zwischen Brisbane und Sydney. Dort wächst eigentlich alles was das Herz begehrt außer Reis! Vor allen Dingen wird dort viel Baumwolle angebaut.

Nördlich von Brisbane ist ein sehr großes Zuckerrohranbaugebiet!

In Victoria nördlich von Melbourne geht's eher fast Europäisch zu. Die Farmern und Felder sind nicht ganz so groß und es wird relativ Intensiv gewirtschaftet.

Nicht zu unterschätzen ist in Australien neben der Schafhaltung auch die Milchvieh und Rinderhaltung!

Und im Raum Adelaide bis rauf nach Mildura der Weinanbau! In Mildura seht die größte Weinpanschanlage der südlichen Hemisphere und die zweitgrößte der Welt!

Die Weizenanbauflächen und viel Schafhaltung findet man entlang der Westküste.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Michi am 16. Dezember 2014, 20:23:01
wie ist es da klimatisch? welche anbaufenster haben die oder kann man da kontinuierlich anbauen?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: BNT am 16. Dezember 2014, 21:18:38
Ich glaube, die guten Regionen haben es wie Neuseeland... eine Sommerzeit für Druschfrüchte und eine Winterzeit für Forage.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: jaydee88 am 16. Dezember 2014, 21:30:41
Habe zwei gute Bekannte aus Australien,die waehrend meiner Zeit in Kanada mit mir gearbeitet haben,einer hat auf einer der groessten Farmen in NSW von Ron Greentree gearbeitet,ein Teil davon (ca. 48 000ha) wurde erst kürzlich verkauft.Dort wird sehr,sehr extensiv gearbeitet,im Vgl dazu ist Westkanada intensiv.Dürrerisiko ist extrem hoch,Erträge sehr gering,Arbeitskräfte sehr schwer zu finden(dementsprechend hohe Löhne),Weizen wird beim sogenannten Drysowing bis zu 20cm tief vergraben bei der Suche nach Feuchtigkeit,gedüngt wurde dort vor der Aussaat mit Airssedern,es wird alles getan,um die Arbeiten so simpel wie möglich zu gestalten,da man wirklich jeden,den man finden kann,auf die Schlepper setzt,man hebt dir Drillen beim Umdrehen nicht mal aus,dam man Angst hat,der Fahrer vergisst wieder abzulassen.Zum Thema Umweltschutz nur ein Bsp.:Ölwechsel an den Schleppern hat man während der Aussaat direkt am Vorgewende gemacht,ohne das Altöl aufzufangen...Maschinenhallen oder Werkstatt sind so gut wie nicht existent,allenfalls ein Blechdach ohne Seitenwände...

Ganz anders gestaltet sich die Landwirtschaft dort wo mein zweiter Bekannter mit seinem Vater einen 1500ha Betrieb bewirtschaftet,im südlichen Zipfel nahe Port Lincoln,neben Weizen,Raps und Sorghum werden auch Bohnen und Lupinen angebaut,aufgrund der Nähe zum Meer sind mehr Niederschläge vorzufinden,was eine intensivere Bewirtschaftung lohnend macht.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 18. Dezember 2014, 10:26:42
Stimmt Rinderhaltung spielt auch noch eine große Rolle dort. Ja Australien ist ja eigener Kontinent, da gibt es schon einige unterschiedliche Regionen, hier hier ja auch nicht anders wenn man 1000 km fährt  ;)
Auf den großen Flächen wo eher extensiv gewirtschaft wird, dort wird Weizen Mono angebaut? Wenn man Bilder sieht von den großen Flächen, dan habe ich immer nur Weizen im Kopf  ;)
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: bayernfarmer am 18. Dezember 2014, 12:27:30
Hallo,

interssant ist auch : https://www.youtube.com/results?search_query=glenvar+harvest+2007

oder: https://www.youtube.com/playlist?list=PLA3922A26E9110C7C
bzw die hp: www.glenvar.com


mfg
fritz
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 18. Dezember 2014, 14:27:24
Mir gefällt dieser Video immer ganz gut!

https://www.youtube.com/watch?v=5X1FVJOPNtA

Er zeigt das CTF Farming und welche simple Probleme damit einherkommen!

Einfach mal warten bis der Drescher abtankt!
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: ct am 18. Dezember 2014, 18:12:03
Auch interessant: Eine Rückblende ins Jahr 1974
https://www.youtube.com/watch?v=DYKl2ZTS7yg
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: jaydee88 am 18. Dezember 2014, 20:50:16
Mir gefällt dieser Video immer ganz gut!

https://www.youtube.com/watch?v=5X1FVJOPNtA

Er zeigt das CTF Farming und welche simple Probleme damit einherkommen!

Einfach mal warten bis der Drescher abtankt!

Sehe da kein Problem ;-)
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Euro-T am 18. Dezember 2014, 22:22:08
Mir gefällt dieser Video immer ganz gut!

https://www.youtube.com/watch?v=5X1FVJOPNtA

Er zeigt das CTF Farming und welche simple Probleme damit einherkommen!

Einfach mal warten bis der Drescher abtankt!

Sehe da kein Problem ;-)

Freut mich das ich da nicht der Einzige bin - oder steh ich total auf`m Schlauch ???
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: wissensdurst am 18. Dezember 2014, 22:53:29
Mit Problem ist wahrscheinlich das Förderband am Überladewagen gemeint das benötigt wird um die letzten paar Meter zu überbrücken.

Btw.: Wie lang ist das Schneidwerk eigentlich? Also wie breit sind die Fahrgassen?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 19. Dezember 2014, 00:44:44
Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Gerhard am 19. Dezember 2014, 06:28:45
Mal eine andere Frage wann ist ist die beste Zeit um in  Australien die Ernte anzusehen
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Frank am 19. Dezember 2014, 07:17:28
Jetzt.

Stichwort Suedhalbkugel. Dort ist jetzt Sommer.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 19. Dezember 2014, 07:42:03
Mal eine andere Frage wann ist ist die beste Zeit um in  Australien die Ernte anzusehen

Meines Wissens ernten die jetzt grad, hatten vor ein paar Tagen Ernteverbot wegen hoher Temp und Wind , bei den Temp läuft öfters mal was heiss an den Maschinen und um Flächenbrände zu vermeiden gibt Ernteverbot zumindest in der heißen Tageszeit wird dann bei Nacht oder morgens gerntet
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 19. Dezember 2014, 11:51:29
Moin,

in den beiden Regionen wo ich war (NSW um Griffith und WA, 3 Stunden südöstlich von Perth) war die Ernte von Ende Oktober bis kurz vor Weihnachten in normalen Jahren. Bei Nässe kann es auch schonmal bis Anfang Februar gehen.
Das mit den Ernteverbot hab ich auch schon mehrfach erlebt. Generell gibt es ein Feuerverbot (fire ban) von ungefähr Oktober bis März, bei sehr brandfördernden Bedingungen auch schon mal ein Ernteverbot (harvest ban). Ich hab mal einen Tag erlebt, wo es 40 Grad heiss war bei ca. 80km/h Wind. Die harvest bans werden im Radio durchgegeben, oft auch per SMS. Wenn das soweit ist, wird alles stehen gelassen und unverzüglich das Feld verlassen. Wir haben den Tag den oft bei mit dem ein oder anderem Bier und Billard spielen verbracht ;) Die meisten Feuer werden übrigens nicht durch Menschenhand sondern durch Blitze ausgelöst.

Zu den Fruchtfolgen:
Das hängt wiederum stark von Niederschlagsmenge, Boden und Marktlage ab. Generell sind die aber oft sehr viel vielfältiger als in Holstein oder im Kluetzer Winkel. Um Griffith in NSW werden auf den dryland Farmen in der Regel Gerste, Weizen, Raps, Erbsen, Lupinen und zum Teil auch Linsen angebaut. Weizen Monokultur wird teilweise auch praktiziert, aber eher auf den armen Böden an den Rändern des westlichen wheatbelts. Westaustralien fand ich persönlich noch etwas interessanter als den Osten, in einigen Regionen bestehen die Böden aus stark bauxithaltigen Latrit Schotter. Es kann durchaus passieren, dass die Gehalte an Bauxit so hoch sind dass man seinen Acker für ein paar Dollar verhökern kann und seine Rente gesichert hat ;) Wie man sich denken kann, sind diese stark metallhaltigen Böden sehr Phosphorhungrig. Die Einführung von Superphosphat in den Fünfzigern glich da schon einer kleinen Revolution um aus kargen sheepcountry Böden einen halbwegs erträglichen Weizenacker zu machen.
Wo wir schon beim Thema Schafhaltung sind. Die spielt immer noch eine grosse Rolle, allerdings nicht mehr so gros wie vor ca. 30 Jahren. Australien war vor dem Bergbauboom (Erz, Gold, Kohle, Sand) ein rein landwirtschaftlich geprägtes Land.
"Australia is built on the sheep's back" heisst es sehr treffend.
Haupteinkommen war die feine Merinowolle, da die Merinoschafe sehr gut mit den kargen Böden und den trockenen Klima zurechtkommen. Nach wie vor ist Australien der Hauptlieferant für Merinowolle. Besonders einträglich ist das Geschäft damit aber nicht. Die meisten Schafe werden auf so genannten mixed cropping Farmen gehalten, die ihre Herden die eine Hälfte des Jahres auf den Stoppeln halten und zwischen Aussaat und Ernte noch ein paar Ackergras Felder haben. Beeindruckend fand ich die frühe Industrialisierung der Wollproduktion, hier wurde schon Mitte des 19. Jahrhunderts konsequent die gesamte Produktionskette rationalisiert. Das fing beim Herdenmanagement an, ging weiter über das Design zweckoptimierter 'shearing sheds" über die Erfindung der Schermaschine und der Wollpresse bis zur industriellen Verarbeitung.
Bis zum Ende der achtziger Jahre war sehr lange Zeit mit Wolle gutes Geld zu verdienen, allerdings ist der Wollpreis dann aus unterschiedlichen Gründen absolut zusammen gebrochen und hat sich bis heute nicht mehr erholt. Nur in den letzten Jahren ging es mit dem Wollpreis wieder etwas bergauf, vor allem durch hohe Nachfrage aus China.
Zur Landnutzung muss man aus meiner Sicht aber mit erwähnen, dass in Australien sehr, sehr viele Fehler bei der Bewirtschaftung vor allem in den ersten 80 Jahren nach Beginn der Besiedlung gemacht wurden. Die meist englischen Siedler haben die Böden genau wie in England bewirtschaftet, sprich mit hoher Intensität und Viehdichte was sich aber in trockenen Jahren fürchterlich gerächt hat. Heute weiss man allerdings sehr gut, wie man womit am schonendsten wirtschaftet. Schafe beispielsweise können auf einigen Böden schädlicher sein als Verdichtungen durch Fahrspuren. Ein älterer australischer Farmer meinte mal zu mir, dass australische Böden einfach nicht für Huftiere geeignet sind. Unter anderem weil Schafe in manchen Gegenden zu viele Verdichtungen produzieren hat man dort auf extensives Cropping umgestellt. Extensiv heisst dann wirklich nur Direktsaat, ein paar mal Spritzen und dann Ernte.

Rinderhaltung findet in den allermeisten Gegenden des Landes statt, wobei es zur Wüste hin wegen den Dingos nur Rinder gibt. Krass ist der Dingozaun, der grob gesagt das südöstliche Viertel Australiens umschliesst und die Schafherden vor den Dingos schützt. Das Teil ist zweimal so lang wie die chinesiche Mauer :o

Gruss
M

P.S Copyright liegt bei  Wikipedia.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Tim am 19. Dezember 2014, 11:59:53
Das mit dem dingozaun hatte ich mal in so nem Film gesehen wo sich zwei aboriginikinder an diesem wildzaun aus ihrem Reservat in die Wüste durchgekämpft haben. Zumindest war mir das so in Erinnerung.

Wie hieß nochmal der Film?

Mfg tim
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Tim am 19. Dezember 2014, 12:12:19
http://de.m.wikipedia.org/wiki/Long_Walk_Home

Gut, war wohl doch kein dingozaun, aber das war der Film!

Mfg tim
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: tomtex am 19. Dezember 2014, 20:58:00
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Michi am 19. Dezember 2014, 21:18:08
mähdrescher auch interessant. aber alle easy going. oder kommts von der musik?

weiss jemand was über die agrarsubventionen in australien?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: jaydee88 am 20. Dezember 2014, 09:56:09
Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!

Nein.Die Durus Schneidwerke von Midwest kann man auch in 18 Meter kriegen:
http://www.midwest.net.au/platforms.htm
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 20. Dezember 2014, 11:06:22
mähdrescher auch interessant. aber alle easy going. oder kommts von der Musik?

weiss jemand was über die agrarsubventionen in australien?

Gibts nicht.

Was es höchstens mal gibt sind Beihilfen bei Naturereignissen wie zum Beispiel Transportbeihilfen für Viehfutter, wenn in einer Region Dürre ist. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich die letzten Wochen meines Australienaufenthaltes auf einer Rinder/Weizenfarm in NSW bei Wagga Wagga verbracht. Eine Nacht Frost hat uns da einige hundert Hektar Weizen gekostet, der gerade sich gerade mitten in der Ährenfüllung befand. Gott sei dank gab es dann aber Transportbeihilfen für von Dürre betroffene Farmen in Queensland und der Weizenheupreis war sowieso gerade relativ gut. In the end of the day wurde mit dem Weizenheu ähnlich gutes Geld verdient als wenn man es gedroschen hätte.

So easy going ist das heute sicher nicht mehr. Wenn ich mir allerdings die alten Claas Videos aus der gleichen Zeit ansehe, ist das auch alles sehr easy going ;D


Gruss
M
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 20. Dezember 2014, 11:23:24
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: jaydee88 am 20. Dezember 2014, 11:43:56
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 20. Dezember 2014, 11:58:37
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.

Hast du da Bilder von und am besten noch ein paar Aufnahmen vom Feldaufgang?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 20. Dezember 2014, 21:26:08
@Mecklenburger

Super Berichte und Infos, dafür  :daumen: :daumen: :daumen: :daumen:

Gibt es sonst irgendwelche Dinge, techniken, arbeits oder wirtschaftsweisen die dir in Erinnerung geblieben sind? Manchmal sind ja Probleme fern ab die gleichen, aber viel einfacher gelöst?

Gruss

Henrik
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: tomtex am 20. Dezember 2014, 21:35:37
https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=DYKl2ZTS7yg#t=239

Leider kann ich es nicht erkennen auf dem video (ca. 4min) - sind das "Scheibeneggen"? Schälpflüge?

Sehr schönes Video. Die Pflüge sind Scheibenpflüge, wie sie in Australien beinahe jeder hatte bevor die Direktsaat sich durchgesetzt hat. Heutzutage stehen sie meist noch irgendwo unter den Bäumen und rosten entweder vor sich hin oder werden eingesetzt um Brandschneisen anzulegen beim Stroh brennen.

Solche Scheibenpflüge mit einem Saatkasten kombiniert(sogenannte Discer) waren in Kanada vor ueber 40 Jahren der Anfang der Direktsaat.Ein Nachbar dort setzt sowas noch heute ein.

Hast du da Bilder von und am besten noch ein paar Aufnahmen vom Feldaufgang?
Such mal nach "surflex plow". Das ist wohl die offizielle Bezeichnung und ergibt deutlich mehr Suchresultate.
https://www.youtube.com/watch?v=KQ2o_5aeZVg
Kann mir das ganz gut zur Stoppelbearbeitung und Zwischenfruchtsaat vorstellen. Wird wohl aktuell nicht mehr hergestellt - gleiches Schicksal wie Schälpflüge???
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Foerdi am 25. Dezember 2014, 23:44:14
Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!

Nein.Die Durus Schneidwerke von Midwest kann man auch in 18 Meter kriegen:
http://www.midwest.net.au/platforms.htm

Moin!
Bin erst seit zwei Tagen wieder zurück aus WA  ;)
Ja dies Jahr hatte dort der erste LU eine 18m Midwest Front im Einsatz. Der wollte damit 6000ha machen.
Baut Geringhoff auch schon 18m oder nur Prototypen?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 26. Dezember 2014, 10:21:27
Auf dem Video 12 mtr.

Auf kleineren Betreiben setzt sich dort 9 mtr. durch auf den größeren 15 mtr. oder gibt auch schon einige mit 18 Mtr.
Bie 18 mtr. sinds meines Wissens aber Eigenbauschneitwerke!

Nein.Die Durus Schneidwerke von Midwest kann man auch in 18 Meter kriegen:
http://www.midwest.net.au/platforms.htm

Moin!
Bin erst seit zwei Tagen wieder zurück aus WA  ;)
Ja dies Jahr hatte dort der erste LU eine 18m Midwest Front im Einsatz. Der wollte damit 6000ha machen.
Baut Geringhoff auch schon 18m oder nur Prototypen?

Moin,

wo genau warst du denn und wie war dieses Jahr die Ernte?

Gruss aus NZ
M
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Foerdi am 26. Dezember 2014, 11:14:56

Moin,

wo genau warst du denn und wie war dieses Jahr die Ernte?

Gruss aus NZ
M

WA, Jerramungup. Waren bei einem Contractor der für die http://www.hassad.com.au/ gearbeitet hat.
Top Sache so was. Kann man nur empfehlen.
Der Sommer war/ist relativ schlecht. Ich glaub wir hatten nur drei Tage über 30 Grad? Oft Regenpausen und kalte Tage wo man den Pullover anlassen konnte, incl. langer Hose. Bevor wir ankamen hatten sie schon 50-60mm bekommen. So war jedenfalls genug Zeit zur Vorbereitung.
Erträge habe ich jetzt nur aus den Dreschern. Raps bei 1.3t/ha, Gerste meistens 2.2t/ha. Auch mal über 3t/ha und ganz schlechte Stücke dies Jahr auf Rapsniveau. Weizen ähnlich wie Gerste. Stellenweise ging es auch über 4t/ha. 
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 26. Dezember 2014, 11:33:41
Foerdi,

Auf dem Bild zeigst Du einige New Holland und einen Claas.

Kannste ein bisschen über die Unterschiede berichten? Ich weiß, es ist schwierig, vor allen Dingen wenn man solche Dinge durch die Fabrikatsbrille schreiben soll.
Trotzdem wäre es ganz interessant!

In Victoria war die Ernte ein bisschen besser, aber in NSW und Queensland auch nicht viel besser wie in WA!

Allerdings hatten die oftmals zu warm, und am Schluss ziemlich viel Unwetter!

Für mich bedeutet das, das die Geschäfte in Australien lommenden Jahr nicht ganz so stürmisch werden wir in den letzten 2 Jahren. :(
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: nofear am 26. Dezember 2014, 12:12:30
Nochmal zum Wheat Farmer-Video: Wozu ist den die Schleppe unterm Dügerstreuer so ab 2:35  ?
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Duke am 26. Dezember 2014, 18:23:10
Hallo,

habe hier noch nen recht interesanten Blog von nen Kollegen der vor 2 Jahren dort war.
http://mk86abroad.blogspot.de/

MfG
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Foerdi am 26. Dezember 2014, 22:20:51
Foerdi,

Auf dem Bild zeigst Du einige New Holland und einen Claas.

Kannste ein bisschen über die Unterschiede berichten? Ich weiß, es ist schwierig, vor allen Dingen wenn man solche Dinge durch die Fabrikatsbrille schreiben soll.
Trotzdem wäre es ganz interessant!
....

Ähm, ja und hinterm Claas steht noch ein JD  :o  ;)
Ich glaub ich kann da nicht soviel zu sagen. Ich bin keinen Drescher gefahren, auch hier in D nicht wirklich.
Ich fand es hochinteressant was hier in anderen Themen von Praktikern über den NewHolland Class 10 und den Mitbewerbern diskutiert wurde.
Jeder da hat seinen Liebling und seine Vorurteile gegenüber dem Wettbewerb. Ähnlich wie bei uns fand ich.
Die NewHollands waren CR8090 und gehörten meinem Arbeitgeber. Der Lexion 770 kam von einem anderen LU und der JD S690 gehört zu Hassad. Die Gelben spielen ja nicht in der Leistungsklasse der Grünen. Trotzdem war der Unterschied zwischen den CRs auch schon beachtlich. Einer musste gar nicht bremsen wenn er abtanken wollte (haben keinen Boost dafür).
Ich habe natürlich hier und da was mitbekommen und wie oft und was kaputt war. Aber deswegen einen schlecht machen? Vielleicht lag es auch an dem Alter oder an den schon gedroschenen Hektars.
Titel: Re:Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 10. Januar 2015, 18:56:33
Sehr interessanter Bericht. Finde solche Berichte aus anderen Ländern ja immer super  :)  :daumen: :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: charlie am 24. Februar 2015, 17:25:33
Interessantes Video von Bulla Burra Farms, South Australia

http://www.youtube.com/watch?v=X59NW3CuXFg (http://www.youtube.com/watch?v=X59NW3CuXFg)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 09. Mai 2015, 13:48:20
Moin!
Da ich gerade in Australien auf einer Farm arbeite dachte ich mir, dass ich ja vielleicht auch mal etwas zu diesem Thread beitragen kann!

Zur Farm: ca. 19.000 Acres groß (knappe 8000 ha). Mixed Cropping mit ca. 5000 Schafen und ca. 2500 Lämmern, die die nächste Woche Ohrmarken bekommen, dann ist die Zahl etwas genauer.
Wir sind im Central Wheatbelt ca. 3,5h südöstlich von Perth, der Niederschlag liegt bei ca. 300mm/Jahr.
Angebaut werden drei Früchte, nämlich Weizen, Hafer und Lupinen. Hafer und Lupinen werden angebaut, weil sie im Sommer an die Schafe verfüttert werden.
Die Flächen sind im Prinzip arrondiert, nur ein Block ist ca. 4 km weit entfernt und der Rest wird einmal durch eine öffentliche Schotterstraße geteilt. Man hat aber im Prinzip null Verkehr auf der Straße, ich habe jedenfalls noch nie ein anderes Auto gesehen.
Die Schafe sind reine hornlose Merinos.
Die Farm wurde vom Vater des heutigen Farmers 1969 vom Land gekauft und bestand nur aus Buschland. Der Preis war entsprechend wohl günstig, man hatte aber gewisse Vorgaben. Es musste in bestimmter Zeit eine bestimmte Menge Buschland gerodet und Zäune gebaut werden etc.

Es werden jedes Jahr nur ungefähr gute 2000 ha bestellt, der Rest der Fläche ist Grünfutter für die Schafe. Eine Fläche ist also normalerweise in maximal einem von drei Jahren bestellt. Überall auf der Farm ist Klee, der gutes und eiweißreiches Futter für die Schafe sein soll. Um den Klee zu halten wäre es also auch gar nicht gut, mehrere Jahre in Folge zu Ackern. Es wird immer versucht, das Samenpotential des Klees hoch zu halten. Außer das Nachsäen des Klees wird sonst nicht weiter speziell Grünfutter angebaut, die Schafe fressen im Prinzip auflaufendes Ausfallgetreide und Unkräuter. Das Problemungras schlechthin ist Weidelgras, was ja aber wiederum gutes Futter für die Schafe ist. Im September werden einige Flächen für Heu gemäht. Im Sommer, wenn nichts Grünes vorhanden ist, werden die Schafe mit einem selbstgemixten Futter aus Lupinen, Hafer und Heu gefüttert. Das Futter wird dann mit einem LKW zu den Trögen gefahren (Halbe alte Ölfässer mit angeschweißten Füßen dran). Wichtig für die Schafhaltung: Gute Zäune und sogenannte Dams, gegrabene Wasserlöcher, die durch den Ton in tieferen Schichten das Wasser gut halten. Letzten Sommer waren einige Dams leer, dann muss Wasser mit einem LKW zu den Schafen gefahren werden, was natürlich ziemlich viel Arbeit macht.
Generell wird immer möglichst niedriger Input gefahren und alles was geht, wird selber gemacht. Reparaturen muss man notgedrungen ohnehin alle selber machen. Die nächste kleine Ortschaft (760 Einwohner) ist 75 km entfernt und dort kann es im Zweifelsfall keiner besser als man selbst. Der Farmer hat außerdem einige Maschinen komplett selber gebaut, wie zum Beispiel: Den Futtermischer, eine selbstfahrende Spritze, einen Elevator für den LKW mit dem das Saatgut gefahren wird.

Wenn der Acker von Weide in die Bewirtschaftung gehen soll, wird der Aufwuchs im Frühling abgespritzt. Nach dem Sommer wird alles in der Regel einmal aufgerissen (Auch mit dem Airseeder, nur ohne die Dünger-/Saatbox). Dann wird in der Regel noch einmal Glyphos gespritzt und dann gesät. Die Spritze hat 40 Meter Gestänge und gearbeitet wird mit 30 km/h und 36 l Wasser/ha. Wasser ist sehr kostbar, denn Regenwasser ist die einzige Trinkwasserversorgung.
Der Airseeder hat gute 15 Meter Arbeitsbreite und wird von einem John Deere 9400 gezogen. Der Seeder ist im Prinzip auch die einzige Maschine für den Trecker und es gibt insgesamt nur 2 Trecker auf dem Hof. Der Airseeder hat sogenannte Knife-Point-Schare. Also einfach nur schmale Zinken. Wenn nun zum Beispiel Unkräuter auf dem Acker wachsen, sind die nach dem Säen immernoch da ;)
Gesät werden ca. 40 kg/ha. Ungebeizter Weizen aus der Ernte des letzten Jahres. TKG und Keimfähigkeit werden nicht gemessen ;) Dazu kommt der Dünger, insgesamt 17kg N/ha, etwas Schwefel, Phosphor und Zink. Das ist dann auch die einzige Düngung die erfolgt. In der Regel wird nach der Aussaat bis zur Ernte nichts mehr gemacht. Die Erträge erklären den niedrigen Aufwand: 2,5t/ha Weizen sind gut. Letztes Jahr war sehr schlecht, es gab nur 1t/ha.
Der Betrieb hat einen eigenen kleinen Roadtran mit gut 80t zulässiger Gesamtmasse, gezogen von einem sehr neuen Volvo mit 540 PS. Damit wird das Getreide entweder in eine Aufnahme etwas die Straße runter oder direkt nach Perth gefahren. Der Zeitdruck in der Ernte ist nicht so hoch, am Ende der Ernte wird teilweise nur einmal der LKW vollgemäht und dann werden die 60 tonnen erstmal weggefahren. Man kann sich im Prinzip auf Trockenheit verlassen. Auch Kalk und Dünger werden selber gefahren.

Ich glaube das ist vielleicht erstmal genug fürs Erste, ich beantworte aber natürlich gerne weitere Fragen, wenn ich kann.

Viele Grüße,

Armin
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: angusy am 09. Mai 2015, 14:25:45
Sehr interessant!

Vielen Dank!
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Frankenpower am 09. Mai 2015, 15:31:27
 :daumen1:

Top Bericht....
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 10. Mai 2015, 12:47:23
Vielen Dank Armin! Wirklich Top Bericht  :) :daumen:

Immer wieder interessant die Geschwindigkeit beim spritzen und die Wassermengen dort. Sind das eignetlich normale Düsen auf der Spritze oder irgendwelchen speziellen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: juliusjr am 10. Mai 2015, 14:00:25
Wow ja top bericht. Was kostet in Australien eigentlich land oder die pacht?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Foerdi am 10. Mai 2015, 20:55:10
Wie heißt denn der nächste Ort?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 10. Mai 2015, 22:09:42
Wow ja top bericht. Was kostet in Australien eigentlich land oder die pacht?

Julius, Australien ist kein Land sondern ein Kontinent!

Gegenfrage was kostet Land in Europa und die Pacht?

Australien besteht aus Westaustralien mit Landiwrtschaft wie es Armin super beschreibt.
3000 km östlich ist im Süden der Bundesstaat Victoria (Melburne)  dort ist die Landwirtschaft fast ähnlich wie bei uns. Mit wirklichen Winter und Möglichkeiten zum Skifahren! (HAb ich dort selbst schon mal gemacht!

Dann wiederum so 1500 km nördlich ist genau zwischen Sydney und Brisbane das "Goldene Dreieck" der Landwirtschaft. Dort wächst eignetlich alles was irgendwie und irgendwo f den Tisch kommt, bis hin zu Baumwolle.

Im Norden (Nördlich von Brisbane) wächst dann Zuckerrohr!

So nun kannst DU dir selbst ausrechnen was der Grund und Boden wert sein kann! Im Outback vielleicht 50 Euro das ha zum kaufen, da brauchst D dann 50 ha für ein Schaf, wenn es nicht verdurstet, oder im goldenen Dreieck, wo alle Arten von Gemüse wachsen weil es Bewässerung auf Böden mit 100 Punkten gibt, da kostet 1 ha auch mal 200 000 Euro!

Halt genau wie auf allen anderen Kontinenten auch!
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 11. Mai 2015, 08:06:56
Sehr guter Bericht, Danke! Klingt so als waerst in der Ecke Borden oder sogar Lake Grace gewesen?

Gruss
M
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 11. Mai 2015, 14:21:25
Moin!
Ich bin südlich von Southern Cross.
Ich habe zu den Preisen nochmal nachgefragt.
1968 wurde das Land zugeteilt und für ca. 4$ pro acre "gekauft". Ein acre sind 0,4 ha und ein Australischer Dollar ist zur Zeit ca. 70 Eurocent wert. Dann kamen sofort die Bulldozer und der erste Weizen wurde schon im ersten Jahr, 1969, geerntet.
Heute würde ein acre wohl ca. 200$ kosten, ein Hektar also für 350€ zu haben sein. Aber wir Georg beschrieben hat ist das natürlich nicht für ganz Australien gültig.

Eine Farm war ca. 3800 acre groß und "meine" Farm hat nach und nach 4 weitere aufgekauft und hat dadurch unter anderem von den Böden her die drei besten Blöcke der Zuteilung von 1968.

Zu Henrik: Die Düsen seien Durschnitt (was auch immer hier genau Durschnitt ist :D)
Vorher hatte er einen 800er MB-Trac mit selbst gebauter Aufbauspritze (Gestänge in der Front) und der hatte sehr feine Düsen, weil er "nur" gute 20 kmh gefahren ist.
Mit der jetzigen Spritze wird die niedrige Aufwandmenge einfach durch schnelles Fahren erreicht. Der MB-Trac verrottet jetzt übrigens auch in einer Scheune.

Vorher im Thread wurde ja mal geschrieben, dass es oft keine Maschinenhallen etc. gibt.
Das ist auf dieser Farm anders, alles außer Schrott steht in zu drei Seiten geschlossenen Sheds. Die große Dachfläche ist auch sehr gut für die Regenwassergewinnung. Andere Farmen müssen Wasser zum spritzen mit Lkws holen.

Noch was zur Versorgung: Abwasser wird in Gruben gesammelt und muss in sehr weiten Abständen mal von einer Firma abgesaugt werden. Strom kommt per Stromleitung, es gab aber sehr lange einen Generator vorher. Internet per Satellit, Warmwasser nur durch Sonneneinstrahlung. Der Senior heizt sein portable home mit Holz und bei ihm wird auch nur mit Holz geheizt und sogar überwiegend mit Feuer gekocht. Das Holz sind Wurzeln der Mallee-Bäume. Es gibt hier einen riesigen Berg davon, weil das beim roden des Buschlands und anschließendem Ackern an die Oberfläche kam. Auch heute holt man noch Stücke mit den Maschinen hoch. Der Berg würde wohl noch Jahrzehnte für eine Familie reichen.
Müll wird verbrannt in alten Ölfässern. Was dann übrig bleibt wird auf der Farm deponiert und vergraben.

Grüße,

Armin
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 11. Mai 2015, 14:56:30
War mal im südlichen "Nirvana" des Southern Cross als ich mir die "Rockwaves" angeschaut habe!

Höchst beeindruckend!

http://www.waverock.com.au/activity/experience-wave-rock-and-hippos-yawn

Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Hage am 12. Mai 2015, 20:44:24
Hallo,

sehr guter Bericht Armin, wünsche dir ne schöne Zeit in Australien  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 20:25:01
Wie lange ist den der Klee grün wegen Wassermangel ?
Gibt in Australien auch Gegenden mit ähnlichen Hektareträgen wie D. im Norden und Süden vielleicht ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 20. Mai 2015, 11:07:01
Moin,

also inwiefern meinst du wie lange der Klee grün bleibt? Im Sommer war ich noch nicht hier, aber da ist im Zweifelsfall relativ bald nichts mehr grün. Deswegen wird ja auch zugefüttert. Der Farmer hat mir von Tagen erzählt, an denen sie Mittags 48 Grad im Schatten hatten, sodass Eisenstücke in der Werkstatt fast schon zu heiß waren, um sie angenehm anfassen zu können. An solchen Tage, speziell wenn auch noch Wind weht, macht man dann im Prinzip gar nichts. Auf jeden Fall keine Motoren starten und rumfahren, viel zu hohes Feuerrisiko. Die Häuser stehen auf direkt neben der Grenze zu einem Waldgebiet und es gibt deswegen auch einen ca. 10 Meter breiten Streifen jenseits des Zaunes, der frei von Bewuchs gehalten wird. In dem Wald war wohl schonmal ein Buschfeuer in Richtung der Häuser unterwegs.
Ansonsten gab es jetzt von Anfang April bis letzten Sonntag keinen Regen. Da war aber alles noch grün, es hatte eben nur aufgehört zu wachsen  ;)
Samstag sind wir mit der Aussaat fertig geworden und Sonntag hat es dann immerhin ca. 8 mm geregnet. Etwas mehr wäre aber besser gewesen und wir wollen morgen mal gucken, ob der Weizen gleichmäßig aufläuft.
Wo ich bin sind die Erträge tendenziell schon besonders niedrig, aber so richtig hohe Erträge wie in manchen Regionen in D. werden hier wohl nirgends erwirtschaftet. Eine so hohe Intensität lohnt sich auch nicht so richtig, Land ist schließlich kein knappes Gut. Hier ist im Prinzip schon fraglich, ob sich kalken lohnt, obwohl in manchen Stücken Al-Toxizität vorliegt... Einfach noch einen weiteren Block dazukaufen ist einfacher ;)

Ich dachte mir, dass ich ja nochmal etwas über die Schafe schreiben könnte, weil wir mit denen gerade arbeiten.
Die Paarungen sind im November, sodass jetzt langsam alle Lämmer da sind und wir dabei sind, alle Lämmer "abzuarbeiten".
Es gibt dafür ein Drehgestell mit 5 Schalen. Mein Job ist es, die Lämmer auf dem Rücken in die Schale zu legen und ihre Hinterbeine zu fixieren. Dann bekommen sie von mir noch ihre Ohrmarke und ein "Branding" verpasst. Das Branding ist ohne Feuer und wird nur gestanzt und sorgt dafür, dass jedes Schaf eindeutig diesem Betrieb zuzuordnen ist und die Markierung nicht entfernt werden kann. Das Muster der Zange ist bei jedem Betrieb anders.
An der nächsten Station werden die Lämmer geimpft und wenn wir nicht in Züchtungsgruppen sind mit dem Anlegen eines Gummirings kastriert. Als letzte Station wird der Schwanz mit einem gasbefeuerten Eisen gekürzt, die Lämmer werden gemulest und mit Anästhetikum und einem Mittel gegen Blowflies besprüht. Das Mulesing ist ziemlich umstritten, weil dem Lamm hierbei wolletragende Hautstücke um die Analregion weggeschnitten werden, um den sogenannten flystrike zu verhindern. Die Blowflies legen ihre Eier in feuchte und faltige Haut ab (so ist die Haut nunmal rund um den Anus) und die aus den Eiern schlüpfenden Larven fressen das Schaf im Prinzip auf. Das kann dann zur Blutvergiftung führen und das Schaf siecht dann sehr elendig dahin. Nach dem Mulesing ist das nachwachsende Narbengewebe glatt und trägt keine Wolle. Ich habe hier ein Schaf gesehen, was sehr schlimm zugerichtet war, weil es der Senior zum scheren von der Weide geholt hat, um das Schaf zu entlasten und restliche Fliegeneier abzunehmen. Das Mulesing ist schon eine sehr blutige und unschöne Angelegenheit, der Anblick des dahinsiechendes Schafs nach flystrike ist allerdings auch nicht viel besser. Die Lämmer sind nach ihrer Behandlung jedenfalls erstaunlich fit und beweglich und es gibt wohl nicht so richtig eine praktikable Alternative.


Viele Grüße,

Armin
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 20. Mai 2015, 11:25:45
Der Klee kommt ja eher an Wasser wie Gras aber auch dem wird's bei 48° schnell ausgehen. Also bevor die fehlenden Grundnährstoffe zugeführt werden wird eher noch Land dazugekauft um den Minderertrag zu kompensieren ist billiger, haste schon mal gesehen was in den Böden an Grundnährstoffen drin ist Bodenprobe ? gibt's da wohl nicht. Viel Spass noch beim Schwitzen mit den Schafen ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 20. Mai 2015, 11:34:11
Es werden wohl sehr selten auch mal Bodenproben genommen. Aber der Farmer konnte mir nicht mehr sagen, wann die letzten gemacht worden sind  ;D
Der verwendete Dünger enthält, N, P, S und Zinc. Sonst wird nichts gestreut, außer eben hier und da mal Kalk.
Gerade ist es übrigens eher kalt. 17 Grad, teilweise windig. Hab den halben Tag ne Jacke angehabt heute ;) Erstrecht, wenn man dann Quad oder Motorrad zum Schafe treiben fahren muss, wirds relativ kühl.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 26. Mai 2015, 13:32:31
Warum haben die Australier so hohe Holzzäune über 2 Meter um ihr Grundstück ? vermutlich nur in der Stadt
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Ceres am 26. Mai 2015, 14:07:01
Moin,

also inwiefern meinst du wie lange der Klee grün bleibt? Im Sommer war ich noch nicht hier, aber da ist im Zweifelsfall relativ bald nichts mehr grün. Deswegen wird ja auch zugefüttert. Der Farmer hat mir von Tagen erzählt, an denen sie Mittags 48 Grad im Schatten hatten, sodass Eisenstücke in der Werkstatt fast schon zu heiß waren, um sie angenehm anfassen zu können. An solchen Tage, speziell wenn auch noch Wind weht, macht man dann im Prinzip gar nichts. Auf jeden Fall keine Motoren starten und rumfahren, viel zu hohes Feuerrisiko. Die Häuser stehen auf direkt neben der Grenze zu einem Waldgebiet und es gibt deswegen auch einen ca. 10 Meter breiten Streifen jenseits des Zaunes, der frei von Bewuchs gehalten wird. In dem Wald war wohl schonmal ein Buschfeuer in Richtung der Häuser unterwegs.
Ansonsten gab es jetzt von Anfang April bis letzten Sonntag keinen Regen. Da war aber alles noch grün, es hatte eben nur aufgehört zu wachsen  ;)
Samstag sind wir mit der Aussaat fertig geworden und Sonntag hat es dann immerhin ca. 8 mm geregnet. Etwas mehr wäre aber besser gewesen und wir wollen morgen mal gucken, ob der Weizen gleichmäßig aufläuft.
Wo ich bin sind die Erträge tendenziell schon besonders niedrig, aber so richtig hohe Erträge wie in manchen Regionen in D. werden hier wohl nirgends erwirtschaftet. Eine so hohe Intensität lohnt sich auch nicht so richtig, Land ist schließlich kein knappes Gut. Hier ist im Prinzip schon fraglich, ob sich kalken lohnt, obwohl in manchen Stücken Al-Toxizität vorliegt... Einfach noch einen weiteren Block dazukaufen ist einfacher ;)

Ich dachte mir, dass ich ja nochmal etwas über die Schafe schreiben könnte, weil wir mit denen gerade arbeiten.
Die Paarungen sind im November, sodass jetzt langsam alle Lämmer da sind und wir dabei sind, alle Lämmer "abzuarbeiten".
Es gibt dafür ein Drehgestell mit 5 Schalen. Mein Job ist es, die Lämmer auf dem Rücken in die Schale zu legen und ihre Hinterbeine zu fixieren. Dann bekommen sie von mir noch ihre Ohrmarke und ein "Branding" verpasst. Das Branding ist ohne Feuer und wird nur gestanzt und sorgt dafür, dass jedes Schaf eindeutig diesem Betrieb zuzuordnen ist und die Markierung nicht entfernt werden kann. Das Muster der Zange ist bei jedem Betrieb anders.
An der nächsten Station werden die Lämmer geimpft und wenn wir nicht in Züchtungsgruppen sind mit dem Anlegen eines Gummirings kastriert. Als letzte Station wird der Schwanz mit einem gasbefeuerten Eisen gekürzt, die Lämmer werden gemulest und mit Anästhetikum und einem Mittel gegen Blowflies besprüht. Das Mulesing ist ziemlich umstritten, weil dem Lamm hierbei wolletragende Hautstücke um die Analregion weggeschnitten werden, um den sogenannten flystrike zu verhindern. Die Blowflies legen ihre Eier in feuchte und faltige Haut ab (so ist die Haut nunmal rund um den Anus) und die aus den Eiern schlüpfenden Larven fressen das Schaf im Prinzip auf. Das kann dann zur Blutvergiftung führen und das Schaf siecht dann sehr elendig dahin. Nach dem Mulesing ist das nachwachsende Narbengewebe glatt und trägt keine Wolle. Ich habe hier ein Schaf gesehen, was sehr schlimm zugerichtet war, weil es der Senior zum scheren von der Weide geholt hat, um das Schaf zu entlasten und restliche Fliegeneier abzunehmen. Das Mulesing ist schon eine sehr blutige und unschöne Angelegenheit, der Anblick des dahinsiechendes Schafs nach flystrike ist allerdings auch nicht viel besser. Die Lämmer sind nach ihrer Behandlung jedenfalls erstaunlich fit und beweglich und es gibt wohl nicht so richtig eine praktikable Alternative.


Viele Grüße,

Armin

Hallo sehr informativer BEITRAG.

ceres
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 29. Juni 2015, 13:34:49
Die grösste Farm steht zum verkauf greift zu Jungs, 11 Millionen Hektar und um die 170000 Kühe und Rinder
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 29. Juni 2015, 14:08:48
Meinst du die Anna Creek Station? Durch diese Farm bin ich auch durchgefahren auf dem Weg nach Alice Springs (Oodnadatta Track).
Es ist hier ja in diesen Gegenden üblich, dass Tracks und sogar der Stuart Highway nicht abgezäunt sind. Auf dem Highway sind übrigens 130 km/h erlaubt und die Rinder laufen dann frei rum.
Immer wenn eine neue Farm beginnt geht ein Cattle-grid quer über die Straße und es steht da, wie die neue Farm heißt.

Gesendet von meinem D5803 mit Tapatalk

Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Armin am 29. Juni 2015, 14:31:22
Und Achja: Ich glaube du hast da eine null zu viel. Die Anna Creek Station ist zwar so groß wie Mecklenburg-Vorpommern aber hat nur 17.000 Tiere. Sehr karges Land da.

Gesendet von meinem D5803 mit Tapatalk

Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 29. Juni 2015, 15:00:22
Anna Crek soll Ja nur ein Teil der Farm sein, die hat mehrere Standorte in Australien
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 29. Juni 2015, 15:05:23
Das stand vorher auf N-TV finds aber nicht mehr war wohl eine Ente
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 29. Juni 2015, 15:13:10
hier http://www.n-tv.de/15399951
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 12. Juli 2015, 16:39:15
Und nur versinkt Australien im Schnee?

http://www.n-tv.de/panorama/Weite-Teile-Australiens-versinken-im-Schnee-article15496791.html

Normal oder auch so ein El Ninio effekt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 12. Juli 2015, 17:25:06
Naja, eigentlich alles Jahreszeitgemäß und nichts ungewöhnliches!

Etwas südlich von Canberra Richtung Melbourne gibt es sehr schöne Skigebiete auf bis zu 1500 mtr. Höhe! War selbst mal vor 18 Jahren mal ein Wochenende zum Skifahren dort als ich in Australien zu tun hatte.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 16. Oktober 2015, 08:17:20
Geht die Ernte schon los in teilen von Australien wenn Ja wie sind die Erträge ???
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 17. Oktober 2015, 18:23:03
Geht die Ernte schon los in teilen von Australien wenn Ja wie sind die Erträge ???

Habe da noch nichts gehört, auch nichts wie es aussieht. Denke aber wenn man bisher nichts gehört hat, wird es eine "normale" Ernte geben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 17. Oktober 2015, 21:01:17
Moin,

besonders viel wird da jetzt noch nicht los sein. Ein paar trockenere Gegenden ernten jetzt schon, aber normal dauert die Getreideernte bis Weihnachten an.

Gruss
M
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 18. Oktober 2015, 18:58:54
Moin,

besonders viel wird da jetzt noch nicht los sein. Ein paar trockenere Gegenden ernten jetzt schon, aber normal dauert die Getreideernte bis Weihnachten an.

Gruss
M

Genau an Heiliig Abend wollens immer fertig sein aber die ersten fangen Ja immer so Mitte Oktober an wie du auch sagst
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 19. November 2015, 07:26:20
Buschbrände in Australien, vermutlich 3 Deutsche und der Farmer tot sind in dichtem Rauch gegen einen Baum gefahren
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 07. Januar 2016, 09:50:31
Moin,

besonders viel wird da jetzt noch nicht los sein. Ein paar trockenere Gegenden ernten jetzt schon, aber normal dauert die Getreideernte bis Weihnachten an.

Gruss
M

Und wie waren/sind die Erträge dort in diesem Jahr?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Christian A am 08. Januar 2016, 01:34:32
An der ostküste gabs das 3. Jahr drought in folge. Ein großer Teil der Flächen speziell in Nord nsw blieb erneut brach liegen. Ein befreundeter contractor hat seine halbe flotte bereits das dritte Jahr in Folge stillstehen. Da gehts uns gut im Vergleich!
Lg
Christian
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 08. Januar 2016, 09:09:23
An der ostküste gabs das 3. Jahr drought in folge. Ein großer Teil der Flächen speziell in Nord nsw blieb erneut brach liegen. Ein befreundeter contractor hat seine halbe flotte bereits das dritte Jahr in Folge stillstehen. Da gehts uns gut im Vergleich!
Lg
Christian

Warum ? schlechte Preise oder Trockenheit ??
bleibts da immer trocken oder warum lassens Brachliegen ob genug Regen kommt kann Mann doch nicht vorhersagen oder ?? wie warenen die Ernten übers ganze Land gesehen mehr oder wenigr als im schnitt er jahre
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Klaus am 08. Januar 2016, 09:52:04


Warum ? schlechte Preise oder Trockenheit ??
bleibts da immer trocken oder warum lassens Brachliegen ob genug Regen kommt kann Mann doch nicht vorhersagen oder ?? wie warenen die Ernten übers ganze Land gesehen mehr oder wenigr als im schnitt er jahre

Was nützt dir das Wissen über die Erträge im ganzen Land, wenn es bei dir regional furztrocken ist? :frage:
Drought heißt Dürre/Trockenheit.
Warum sollte man etwas säen wenn eh nichts wächst?
Arbeitstherapie?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 08. Januar 2016, 10:00:14


Warum ? schlechte Preise oder Trockenheit ??
bleibts da immer trocken oder warum lassens Brachliegen ob genug Regen kommt kann Mann doch nicht vorhersagen oder ?? wie warenen die Ernten übers ganze Land gesehen mehr oder wenigr als im schnitt er jahre

Warum hat Mann da jemals was gesät wenn da nichts wächst Klaus  :frage:

Was nützt dir das Wissen über die Erträge im ganzen Land, wenn es bei dir regional furztrocken ist? :frage:
Drought heißt Dürre/Trockenheit.
Warum sollte man etwas säen wenn eh nichts wächst?
Arbeitstherapie?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 08. Januar 2016, 10:32:43
So ganz so schlecht war die Ernte in Australien im Durschnitt nicht.

Es wurden ca 40 Mio Tonnen Getreide geerntet. Davon ca 25 Mio Tonnen Weizen.

Meiner Meinung nach wird um die Australische Getreideernte viel zu viel "Geschisse" gemacht!  Auf den Weltmarktpreis hat die Australische Getreideernte eh keinen Einfluss! Alleine das kleine Deutschland erntet mehr wie ganz Australien!

Bei einer Weltweizenernte von ca 800 Mio Tonnen hat Austrlien da gerade mal 3% Anteil!


Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Klaus am 08. Januar 2016, 10:45:45


Warum ? schlechte Preise oder Trockenheit ??
bleibts da immer trocken oder warum lassens Brachliegen ob genug Regen kommt kann Mann doch nicht vorhersagen oder ?? wie warenen die Ernten übers ganze Land gesehen mehr oder wenigr als im schnitt er jahre

Warum hat Mann da jemals was gesät wenn da nichts wächst Klaus  :frage:

Vielleicht solltest Du dir die Beiträge erst richtig durchlesen um zu verstehen was dort ausgesagt wurde.  :rolleyes:

Christian hat geschrieben das dort im Norden von New South Wales jetzt im dritten Jahr Dürre herrscht, und das daher keine Aussaat mehr stattgefunden hat.
Nicht mehr und nicht weniger.

Woraus schließt Du das dort schon vorher nichts gewachsen ist? :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Christian A am 08. Januar 2016, 12:56:04
Standard Methode in Australien, um pro / kontra Aussaat zu entscheiden, ist der "wasserstab" - eine Art bodensonde, mit der der wasservorrat VOR der aussaat ermittelt wird. Niederschläge nach der Aussaat sind zu unzuverlässig.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Georg am 08. Januar 2016, 14:45:25
An der ostküste gabs das 3. Jahr drought in folge. Ein großer Teil der Flächen speziell in Nord nsw blieb erneut brach liegen. Ein befreundeter contractor hat seine halbe flotte bereits das dritte Jahr in Folge stillstehen. Da gehts uns gut im Vergleich!
Lg
Christian

Warum ? schlechte Preise oder Trockenheit ??
bleibts da immer trocken oder warum lassens Brachliegen ob genug Regen kommt kann Mann doch nicht vorhersagen oder ?? wie warenen die Ernten übers ganze Land gesehen mehr oder wenigr als im schnitt er jahre

Anscheinend interessiert Dich ja Australien.

Gib mal New South Wales bei Google Earth ein.  dann siehst Du das es der Staat ist in dem Sydney liegt. Dann zoomst Du mal etwas besser rein und "fährst" etwas im Landesinnere Richtung Norden Richtung Brisbane. 
Dann siehst Du das es neben der Süden von Victoria (Melburne)  das landw. intensivste Gebiet von Australien ist. auf halber Höhe zwischen Sydney und Brisbane ist das sogenannte "Goldene Dreieck der Landwirtschaft"  Es gibt eigentlich nichts was dort nicht wächst, allerdings  in den vielen Jahren nur, wenn man Beregnungsmöglichkeit hat. Böden und Klima sind dort ganz einfach perfekt und wenn genug Wasser da ist, dann ist es halt das "Goldene Dreieck"!
Dort verdienen in manchen Jahren die Bauern soviel Geld,das man dort in der Gegend oftmals Maschinen sieht, die es sonst fast nirgend mehr gibt! Fendt hat z. mal die Anfang der 80 er Jahre die Hälfte der Favorit 626 Produktion dorthin verkauft.

Als Ich Anfang der 80 er Jahre das erstemal in Australien war, war ich auch auf dem Betreib von Krone. Der hatte dort zusammen mit Matisen (obs richtig geschrieben ist weiß ich nicht) aus SH einen Betrieb der geführt wurde wie ein Betreib in SH! Es wurde sogar alles gepflügt! (Ich glaube das war damals der einzige Boden in Australien der gepflügt wurde!

http://images.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2Fthumb%2F9%2F99%2FFendt_Favorit_626_LS.jpg%2F340px-Fendt_Favorit_626_LS.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fde.wikibooks.org%2Fwiki%2FTraktorenlexikon%3A_Fendt_Favorit_626_LS%2FLSA&h=255&w=340&tbnid=6zCSyDqrvH_-LM%3A&docid=KmxUxl3wb4RN3M&ei=d7mPVtH6DMKcUcG8r4gN&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=1584&page=1&start=0&ndsp=12&ved=0ahUKEwiRku39qJrKAhVCThQKHUHeC9EQrQMIMzAA
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: agri am 08. Januar 2016, 15:06:56
nun ja eine Trockenheit kommt nicht wie ein Überfall um dann auch noch drei Jahre anzuhalten , da wäre schon die Frage weshalb man dann eine Doppelte Flotte vorhält !
Es gibt allerdings mehr solche Gebiete auf dieser Welt , Russland , Kasachstan sowie Süd und Nordamerika wo nur dann gesät wird wenn der Preis stimmt !!

Georg , gut gerechnet mit der Weltweizen Ernte aber wieviel Prozent hat den Australien am Weltweiten Weizen Export ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Klaus am 08. Januar 2016, 15:08:07


Als Ich Anfang der 80 er Jahre das erstemal in Australien war, war ich auch auf dem Betreib von Krone. Der hatte dort zusammen mit Matisen (obs richtig geschrieben ist weiß ich nicht) aus SH einen Betrieb der geführt wurde wie ein Betreib in SH! Es wurde sogar alles gepflügt! (Ich glaube das war damals der einzige Boden in Australien der gepflügt wurde!



Moin Georg,

ich habe keine Ahnung wie der Name desjenigen geschrieben wird der damals den Betrieb von Krone in Down Under geführt hat, aber den Namen Matthiesen schreibt man meistens M-a-t-t-h-i-e-s-e-n. ;D
Manchmal auch mit nur einem t und/oder ohne h.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 08. Januar 2016, 18:15:11
Scheint die fruchtbarste Gegend in Australien zu sein und Tasmanien und Tagebau gibt's auch so wie ich das gesehen habe. Die Fendt 626 hatten doch den Spitznamen "Nasenbär" oder ??.
Wurde der Ackerbau wegen der guten Preise vor ein paar Jahren ausgeweitet in Gegenden wos fast immer zu wenig Wasser gibt??
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: jaydee88 am 09. Januar 2016, 08:48:52
Und heute kommen Sammler aus Deutschland,und kaufen diese ausgelutschten Dinger wieder zum Neupreis...
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 09. Januar 2016, 08:57:17
Und heute kommen Sammler aus Deutschland,und kaufen diese ausgelutschten Dinger wieder zum Neupreis...
genau die sind gesucht
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 27. Februar 2016, 08:01:16
Moin,

hier mal ein sehr interessanter Bericht über eine Wagyu Castle Station in Tasmanien, welche ihre 800 koepfige Herde regelmäßig während Ebbe zu einer naheliegenden Insel treibt.

http://www.abc.net.au/news/2016-02-27/the-saltwater-muster/7181174?WT.mc_id=newsmail

(http://www.abc.net.au/news/image/7200082-3x2-940x627.jpg)

Quelle: ABC Australia

Gruss
Simon
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 17. Oktober 2016, 23:37:56
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/groesste-rinder-ranch-der-welt-australiens-reichste-frau-und-das-liebe-vieh/14697432.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_Creek_Station

Größte (Rinder)Farm der Welt verkauft.

Georg war bestimmt schon mal da  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 05. Dezember 2017, 18:40:02
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: 309CA am 05. Dezember 2017, 18:49:22
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?

Wann ernten die so in etwa ??? gerade dabei oder schon fertig ??
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Vorharzer am 05. Dezember 2017, 19:29:25
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?

Wann ernten die so in etwa ??? gerade dabei oder schon fertig ??

Auch auf diese Frage hat Agrowissen eine Antwort! ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Christian A am 05. Dezember 2017, 19:55:26
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?

Wann ernten die so in etwa ??? gerade dabei oder schon fertig ??
Ich hab gerade letzte Woche mit einem Freund und Lohnunternehmer aus Ostaustralien telefoniert. Er konnte heuer nur bei einem Kunden im begünstigten Norden etwas ernten, weiter im Süden gabs wieder mal Dürre - wurde nicht mal gesät. Jetzt haben die Sommergewitter begonnen und die Ernte der noch stehenden Kulturen wird wieder mal zum Lotteriespiel.
Normalerweise beginnt die Ernte Ende September im Norden und endet im Dezember im Süden.
Meine Informationen beziehen sich auf die 95% Kultur Weizen!
Lg
Christian

Gesendet von meinem SM-G800F mit Tapatalk
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Felix am 05. Dezember 2017, 21:09:59
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?

Wann ernten die so in etwa ??? gerade dabei oder schon fertig ??

Zwar schon ein paar Jahre her, aber das sollte bei langjährigen Erträgen nicht so die Rolle spielen. War in 2010/2011 dort.

Station 1: Nähe Goondiwindi mit einem Lohndrescher auf dem Betrieb Billa Billa von der http://www.woodsgroup.com.au/woods-divisions/pastoral/ (http://www.woodsgroup.com.au/woods-divisions/pastoral/)
Dort haben wir eig nur Weizen gedroschen. In dem Jahr allerdings überdurchschnittlich gut, weil alles gepasst hat. Statt der 3t/ha lagen die Erträge bei 5-6t/ha ... mit allen Problemen die dann auf die Erntekette zukamen. Das sind interessante Probleme wenn die ganze Logistik nur auf 3t/ha ausgelegt ist  ;D
Später, da war ich schon weiter, gab es haufig Probleme mit dem feuchten Boden, Allrad hat da kein Drescher ...

Station 2: Ab Mitte November auf der Farm Cascade Downs, nördlich von Esperance Nähe Cascade
Dort war ein nahezu durchschnittliches Jahr. Gerste, überwiegend Braugerste, lag ertraglich bei 2,5 bis 3t/ha. Die Qualität war zum Teil aber schlecht, sodass wir fast alles durch deine Reinigung geschoben haben. So gab es dann Braugerste und Futtergerste.
Winterraps ... der war nicht so pralle überall, bedeutet 0,8 bis 1,5t/ha. Alles Trocken aus dem Schwad gedroschen. Lupinen lagen um 1,5t je ha, richige Katastrophe waren hingegen die Erbsen ... da haben wir nur 200ha geerntet. Der Ertrag war quasi mit messbar ... hat lange gedauert bis was nennenswertes im Tank war. Der Weizen, Überwiegend Brot bzw. Backweizen, lag ertraglich bei 3t/ha,  ebenfalls langjähriges Mittel.

Die Ernte war dort dann einen Tag vor Weihnachten beendet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Tim am 24. Januar 2018, 11:29:09
Kann mal einer Erklären wie das Ding funktioniert?


Klingt ja fantastisch - Steine zerbersten im Feld durch drüber rollen!

http://rocksgone.com.au

Mfg Tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: klausg am 24. Januar 2018, 11:52:48
So wie ich das auf den Videos gesehen habe, heben die die Steine an die Oberfläche und knacken sie dann mit den Schneiden und dem Gewicht der Walze.
Aber ein richtiger Hartstein wie Diabas oder Granit oder Gneis lacht über sowas nur. Das geht nur bei Tuff oder Sandsteinoder Korallenkalk - alles was Bröselig oder brüchig ist.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: bauerstaats am 24. Januar 2018, 17:00:07
Schreiben Sie auch in der Produktbeschreibung:

Der RGV300 eignet sich für die meisten Laterite (Eisenstein / Kaffeerock), Kalkstein und weicher Sandstein und Schiefergestein...

Hartgesteine wird der sicher nicht knacken.

Gruß
Uli
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Tim am 25. Januar 2018, 17:59:30
Hier wäre es Kalkstein... Doch so richtig kann ich es mir noch nicht vorstellen.

Das müssten dann quasi geschärfte ringe aus gehärtetem Stahl auf der walze sein - und warum vorher nochmal den Boden aufreissen,  das macht das zermalmen der Steine doch nur unnötig schwerer?!

Die deutsche Variante wäre bestimmt so eine Art steinfräse (wie die die zum einkalken von bauplätzen genommen werden)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Cyberlui am 25. Januar 2018, 19:51:05
die deutsche Variante heißt DUTZI ;D ;D
mehrjährig angewendet werden die Steine kleiner ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Markus am 25. Januar 2018, 20:46:39
So wie es auf den Videos gezeigt wird, werden ja auch Felsen mit dem Aufreisser abgeschabt. Es handelt sich dabei um sehr poröses Gestein. Also bei unseren Kalksteinen würde das schon mal nicht funktionieren.
Wir kommen leider an der Anschaffung einer Steinfräse nicht vorbei  :-\. Einen Schwader haben wir bereits gekauft...
Gruß
Markus
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: RedHeath am 26. Januar 2018, 09:53:45
[offtopic]Nach 30 Jahren Kartoffelanbau werden die Steine auch langsam weniger bzw. kleiner.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 21. Februar 2018, 18:30:16
Australien hat wohl dieses Jahr eine miese Ernte. El Ninio zugeschlagen?

Wann ernten die so in etwa ??? gerade dabei oder schon fertig ??
Ich hab gerade letzte Woche mit einem Freund und Lohnunternehmer aus Ostaustralien telefoniert. Er konnte heuer nur bei einem Kunden im begünstigten Norden etwas ernten, weiter im Süden gabs wieder mal Dürre - wurde nicht mal gesät. Jetzt haben die Sommergewitter begonnen und die Ernte der noch stehenden Kulturen wird wieder mal zum Lotteriespiel.
Normalerweise beginnt die Ernte Ende September im Norden und endet im Dezember im Süden.
Meine Informationen beziehen sich auf die 95% Kultur Weizen!
Lg
Christian

Wie sieht es jetzt aus? Hast mal wieder was gehört?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: hanna am 21. Februar 2018, 20:41:54
Westaustralien (zumindest ein kleiner Teil davon) meldet eine reibungslose Ernte leider mit nur geringen Erträgen.
 Raps 0.5t/ha  -  Weizen 1.4t/ha  -  Lupinen 1.29tha.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Jens am 21. Februar 2018, 21:18:06
Was ernten die denn sonst?
Wenn ich weiter zurück gehe sonst das dreifache oder weniger?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Kai-Uwe am 22. Februar 2018, 11:57:48
Westaustralien (zumindest ein kleiner Teil davon) meldet eine reibungslose Ernte leider mit nur geringen Erträgen.
 Raps 0.5t/ha  -  Weizen 1.4t/ha  -  Lupinen 1.29tha.
Das ist schon wenig... Da lohnt ja der drescher nicht mal oder?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 06. August 2018, 17:44:30
Am Wochenende gelesen das die Ernte dort auch nicht so rosig ausfällt, ca. 5-7 Mio to weniger als noch im USDA Report angegeben. Mal schauen. Da fehlen da nicht nur hier Mengen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: tomtex am 07. August 2018, 20:09:33
Westaustralien (zumindest ein kleiner Teil davon) meldet eine reibungslose Ernte leider mit nur geringen Erträgen.
 Raps 0.5t/ha  -  Weizen 1.4t/ha  -  Lupinen 1.29tha.
Das ist schon wenig... Da lohnt ja der drescher nicht mal oder?
https://youtu.be/iWMRbdFl8YA?t=98
Bin mir fast sicher dass das 6.9mph sind, also 11km/h. Da kommt eine andere Effektivität zustande. Klar ein höherer Ertrag wär schon auch nett, aber gar nicht ernten ist auch keine Lösung...
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Simon am 04. September 2018, 22:00:11
Moin,

habe gerade dieses sehr greifenden Beitrag über die von der Dürre stark betroffenen Bundesstaaten New South Wales und Queensland gesehen. Ich denke, dagegen ist unser trockener Sommer ein Witz.

https://www.youtube.com/watch?v=gByMrCKkZco
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Biobauer am 04. September 2018, 23:40:46
Moin,

habe gerade dieses sehr greifenden Beitrag über die von der Dürre stark betroffenen Bundesstaaten New South Wales und Queensland gesehen. Ich denke, dagegen ist unser trockener Sommer ein Witz.

https://www.youtube.com/watch?v=gByMrCKkZco

wobei man das auch nicht verallgemeinern kann, ist ähnlich wie bei uns, der eine verhungert, 5 km weiter rekordernte. mein sohn ist eben in nsw, da regnets jeden zweiten tag, wasser ohne ende....
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Heico am 05. September 2018, 08:54:36
Meine Verwandtschaft war in den letzten 6 Jahren oft in Westaustralien als Backpacker auf Intensivbetrieben beschäftigt.
Dort gibt es Regen, der in Seen gesammelt wird für die Beregnung in der Saison.
Einer der Farmer hat mich vor 3 Wochen besucht. Es gibt dort 1400 mm Regen aber dem gegenüber steht eine Verdunstung die kaum vorstellbar ist. Diese Farmer sind sehr zufrieden mit ihren Ergebnissen. haben sich aber nach der Regelung in D erkundigt, weil dort auch was neu geregelt wird und sie zahlen auch bisher für Wasser.

Ein weiteres Thema waren die Preise für Tabak. Er freut sich, dass Tabak so teuer wird, sieht aber auch Grenzen für "Abhängige" die täglich viel rauchen. Da geht der halbe Lohn in Zukunft für Tabak drauf.

Aufgefallen ist mir noch nach den Aussagen, dass sehr national gedacht wird.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: hanns am 05. September 2018, 21:09:38

Aufgefallen ist mir noch nach den Aussagen, dass sehr national gedacht wird.
überall auf der welt wird sehr national gedacht,nur in D nicht 8)
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: klausg am 05. September 2018, 22:11:32
In Deutschland wird National oder Patriot gleich mit dem bösen N-Wort in Verbindung gebracht. Deshalb sind diese Haltungen verboten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: farming.ch am 05. September 2018, 22:46:17

Aufgefallen ist mir noch nach den Aussagen, dass sehr national gedacht wird.
überall auf der welt wird sehr national gedacht,nur in D nicht 8)

Wer nur nationale denkt in CH, gilt als Hinterwäldler und Dummkopf. Die nationalen Interessen der CH enden nicht an der Grenze.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 04. November 2018, 08:21:30
https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/australien-kaempft-extremer-duerre-549153

Kleinste Ernte seit 11 Jahren. Die haben auch eine Dürre Phase derzeit.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 24. Januar 2019, 23:11:02
Waren ja schon einige in Australien. Wie funktioniert das logistisch auf den Betrieben mit solchen breiten Grubbern von 15 m und mehr. Die sind ja vermutlich nicht jeden Abend zuhause oder ?
Diesel ist auch klar, aber solche Dinge wie Schare wechseln ist ja auch nicht in 5 Minuten gemacht. Wie läuft das da ab ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Falk am 25. Januar 2019, 00:06:09
Ich würd mal behaupten auf der anderen Seite der Erde gibts auch Schlüßel schlagschrauber und co!
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: canuck am 25. Januar 2019, 03:27:52
Und im 21th Jahrhundert ein cell- phone im Notfall.Wie immer Junior, Grossvater die Liebe Gemahlin als Notfallhelfer und die Kuehlbox voll weil MacDonald weiter weg ist.
Scharen wechselt niemand mitten in der Praerie hoechstens eine ersetzen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Henrik am 25. Januar 2019, 21:52:44
Und im 21th Jahrhundert ein cell- phone im Notfall.Wie immer Junior, Grossvater die Liebe Gemahlin als Notfallhelfer und die Kuehlbox voll weil MacDonald weiter weg ist.
Scharen wechselt niemand mitten in der Praerie hoechstens eine ersetzen.

Kommt es denn immer so hin das die Schare bis zum Hof halten ? Bei paar 1000 ha einer Farm. Das da keiner Bock hat in der Prärie Schare zu wechseln ist klar, ist hier ja nicht anders. Nur wenn der Schlepper 12 h oder länger läuft und der Betrieb zu weit weg ist, dann sind die Schare irgendwann auf. Teilweise halten die keine drei Tage hier.
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: treckeripaq01 am 25. Januar 2019, 22:38:25
Na wenn in weniger als drei Tage die Schare runter sind denn ist da was nicht gut  :police:
Titel: Re: Landwirtschaft in Australien
Beitrag von: Der_Oberfranke am 25. Januar 2019, 23:08:47

Kommt es denn immer so hin das die Schare bis zum Hof halten ? Bei paar 1000 ha einer Farm. Das da keiner Bock hat in der Prärie Schare zu wechseln ist klar, ist hier ja nicht anders. Nur wenn der Schlepper 12 h oder länger läuft und der Betrieb zu weit weg ist, dann sind die Schare irgendwann auf. Teilweise halten die keine drei Tage hier.

Servus,

Wenn man am letzten Zipfel der Welt wirtschaftet ist i.d.R. ein farmeigener Werkstatt bzw. Servicewagen fast selbstverständlich. In unserem Fall (auch wenn Kanada und nicht Australien) haben wir 95% unserer Werkzeuge im Servicetruck...und der steht dann auch immer am Feld und wird zusammen mit Sämaschine bzw. im Sommer mit den Dreschern von Feld zu Feld umgesetzt....bzw. springt dann eben fix von Feld zu Feld falls nötig. wenn an mehreren Orten gleichzeitig gearbeitet wird. Das einzige, was unsere Hofwerkstatt besser kann, als der Servicetruck sind Schweißarbeiten.

Ansonsten: Von Grubbern in dem Maßstab hab ich keine Ahnung, da große Teile von Nordamerika NoTill sind...und gleiches gilt vermutlich auch für Australien. Aber zmd. bei unserer Sämaschine und der Egge werden vor oder nach der Saison Verschleißteile gewechselt...das tut dann wieder ein paar 1000 Hektar gut. In der Saison wird nur "Bruch" ersetzt. Für alles andere ist auch gar keine Zeit...., bei ner Maschine in der Größenklasse 15 - 25 Meter bist selbst mit 2 Mann mal spielend nen Tag oder zwei drüber nur um die ganz normalen Verschleißteile zu wechseln... ;D