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Biologische Landwirtschaft => Sonstiges => Thema gestartet von: joe am 30. Oktober 2017, 08:04:24

Titel: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: joe am 30. Oktober 2017, 08:04:24
hallo ,
ich denke die überschrift sagt alles !?
was gibt es bei der umstellung an zusätzlichen prämien und nach wievielen jahren darf am einen betrieb ohne finazielle verluste wieder von bio auf konvi umstellen ?
wie verhältes sich beim flächenverlust duch pacht ende oder bebauung ?

***Überschrift korrigiert***
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 30. Oktober 2017, 08:10:47
hallo ,
ich denke die überschrift sagt alles !?
was gibt es bei der umstellung an zusätzlichen prämien und nach wievielen jahren darf am einen betrieb ohne finazielle verluste wieder von bio auf konvi umstellen ?
wie verhältes sich beim flächenverlust duch pacht ende oder bebauung ?

In Deutschland? Und dann ev. ist das Bundesland noch wichtig ?

Hier in CH kannst jährlich von Bio auf OELN zurückwechseln... oder zurückfliegen, wenn Du krass die Richtlinien missachtest....
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: MF-Fahrer am 30. Oktober 2017, 08:16:48
nach wievielen jahren darf am einen betrieb ohne finazielle verluste wieder von bio auf konvi umstellen ?


Wir haben  2012 von Bio auf Konventionell umgestellt. Dort waren wir immer an einen 5 Jahreszeitraum gebunden. Wenn man vorher wechseln wollte, musste die bis dahin gezahlte Prämie des 5 Jahreszeitraum zurückgezahlt werden. Egal ob an einen Verband gebunden oder unter EU-Nummer.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 30. Oktober 2017, 08:30:43
Wir haben wie alle 5 Jahre Vertrag. Er beginnt am 1. Jan und ist nicht mit dem Pachtjahr identisch. Das ist wichtig am Ende, weil dann die Pacht bis 31.12 für evtl auslaufende Felder erweitert werden muss.

Welcher Flächenverlust ist gemeint?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 30. Oktober 2017, 09:50:30
hallo ,
ich denke die überschrift sagt alles !?
was gibt es bei der umstellung an zusätzlichen prämien und nach wievielen jahren darf am einen betrieb ohne finazielle verluste wieder von bio auf konvi umstellen ?
wie verhältes sich beim flächenverlust duch pacht ende oder bebauung ?

das ist bundeslandspezifisch , am besten wäre da ein gespräch mit deinen amtlichen berater.
du kannst aber auch ohne förderung ins kontrollverfahren gehen, macht bei einen ackerbauern wie dir sinn wenn du zb zum 01.07 umstellst, dann erntest schon umstellungsware im jahr darauf.
hier in bayern gibts mein ich in der umstellungszeit 350 euro, danach noch 250, müsst ich direkt mal nachgucken. flächenverluste werden nicht geahndet. und bevor jetzt gleich wieder die üblichen aufschlagen zwecks bioförderung, zumindest ist es in bayern möglich bei geschickter kombination der kulapmaßnahmen als konvi über die bioförderung zu kommen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: claine am 02. November 2017, 10:08:27
Bei uns in NRW muss keine zuvor gezahlte Prämie zurückgezahlt werden, wenn ich innerhalb der 5 Jahre Flächen verliere.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Markus am 02. November 2017, 20:45:57
hallo ,
ich denke die überschrift sagt alles !?
was gibt es bei der umstellung an zusätzlichen prämien und nach wievielen jahren darf am einen betrieb ohne finazielle verluste wieder von bio auf konvi umstellen ?
wie verhältes sich beim flächenverlust duch pacht ende oder bebauung ?

das ist bundeslandspezifisch , am besten wäre da ein gespräch mit deinen amtlichen berater.
du kannst aber auch ohne förderung ins kontrollverfahren gehen, macht bei einen ackerbauern wie dir sinn wenn du zb zum 01.07 umstellst, dann erntest schon umstellungsware im jahr darauf.
hier in bayern gibts mein ich in der umstellungszeit 350 euro, danach noch 250, müsst ich direkt mal nachgucken. flächenverluste werden nicht geahndet. und bevor jetzt gleich wieder die üblichen aufschlagen zwecks bioförderung, zumindest ist es in bayern möglich bei geschickter kombination der kulapmaßnahmen als konvi über die bioförderung zu kommen.
Hallo Bio,
vielleicht kannst Du mal ein bisschen aus dem Nähkästschen plaudern.......
Mir geht die letzte Zeit so im Kopf herum, was wir wohl anbauen sollen, wenn einzelne Flächen mit Ackerfuchsschwanz (in Zukunft evtl. ohne Stomp, Butisan etc.), Verticillium und im Extremfall auch Kohlhernie verseucht sind. Wäre es auch möglich solche Flächen in einem gesonderten Betrieb 5 Jahre als Bio-Kleegras anzubauen (Markt für Futter wäre wohl vorhanden). Habt Ihr Fruchtfolgevorgaben oder Tierhaltungsvorgaben bei Futterfrüchten. 
Eigentlich habe ich nicht vor so schnell umzustellen (wir nehemen auch sonst an keinen Programmen teil), aber bei dem derzeit eingeschlagenen Weg in der Agrarpolitik sollte man sich doch ernsthafte Gedanken über einen "Plan B" machen.
Danke und beste Grüße
Markus
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 02. November 2017, 21:16:54
Bei 5 Jahre Kleegras hätte ich Bedenken, dass es auf Ewigkeit zu Dauergrünland wird. Wäre im eigenen Betrieb schon eine Katastrophe und für zugepachtete Fläche.........
In 5 Jahren ist der AF noch nicht erledigt, dazu brauchst du 15 Jahre. Also eine extrem teure Art dem AF zu begegnen.
Es gibt keine Vorgaben in der Fruchtfolge nur der Zukauf ist geregelt.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 02. November 2017, 21:20:32
Bei 5 Jahre Kleegras hätte ich Bedenken, dass es auf Ewigkeit zu Dauergrünland wird. Wäre im eigenen Betrieb schon eine Katastrophe und für zugepachtete Fläche.........
In 5 Jahren ist der AF noch nicht erledigt, dazu brauchst du 15 Jahre. Also eine extrem teure Art dem AF zu begegnen.
Es gibt keine Vorgaben in der Fruchtfolge nur der Zukauf ist geregelt.

bei mehr wie 70 prozent hauptfutterfläche brauchst du rauhfutterfresser in bayern, 0,3gv/ha
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: joe am 03. November 2017, 08:10:44
Bei 5 Jahre Kleegras hätte ich Bedenken, dass es auf Ewigkeit zu Dauergrünland wird.
Es gibt keine Vorgaben in der Fruchtfolge nur der Zukauf ist geregelt.

das wäre für mich ein totschlagagument für die umstellung .
ich muss zugeben , das eine umstellung auf bio "nur" ein plan b im falle eines gyhpos verbotes ist .
mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: nofear am 03. November 2017, 08:15:13
mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung

Wenn das viele machen wollen reicht die Kohle nicht fürs auskommen von allen...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 03. November 2017, 08:26:19
Wenn die Bewirtschaftung in den Hintergrund rückt, sieht es auf dem Feld bald unansehnlich aus.
Das wird die Kontrolle auf den Plan rufen und den "Fehler" im System finden.
Dabei wird die Prämie aufs Spiel gesetzt.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 03. November 2017, 09:18:48
Wenn die Bewirtschaftung in den Hintergrund rückt, sieht es auf dem Feld bald unansehnlich aus.
Das wird die Kontrolle auf den Plan rufen und den "Fehler" im System finden.
Dabei wird die Prämie aufs Spiel gesetzt.

Bin gleicher Meinung wie Heico. Hier in CH muss z.B. eine Ackerfrucht auch geerntet werden damit es Prämie gibt...
Auch persönlich unbefriedigend- wo bleibt da die Professionalität und der Berufsstolz?
Besser einen Teil der zusätzlichen Prämie einsetzen um wirklich Bio zu machen, z.B. Löhne bezahlen für das neue Handjäten, Maschinenpark anpassen und "Lehrgeld" in den ersten Jahren abpuffern, etc.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: NobbyNobbs am 03. November 2017, 09:57:54
mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung

Wenn das viele machen wollen reicht die Kohle nicht fürs auskommen von allen...

Das muss der Plan sein. So ein System müsste man mit Vollgas gegen die Wand fahren.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 03. November 2017, 10:21:06
Wenn es um Prämienoptimierung geht, musst du in Richtung Vertragsnaturschutz gehen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 03. November 2017, 10:21:38
mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung

Wenn das viele machen wollen reicht die Kohle nicht fürs auskommen von allen...

Das muss der Plan sein. So ein System müsste man mit Vollgas gegen die Wand fahren.

Destruktiv- wird aber wohl nicht funktionieren, weil da der umbekehrte "Glyphos-Effekt" eintreten wird- jöhhh die deutschen Bauern machen vermehrt Biolandbau, super ! Mit diesem Jöhh-Effekt, dem Vertrauensvorschuss und dem allg. guten Image von Bio wird dann wohl das Geld nur so sprudeln ;-).
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Feldmeister am 03. November 2017, 10:31:26
Prämienoptimiert:
Man muss sich mal den Spaß machen und berechen wie viel Geld man als Biolandwirt für Blühstreifen verdienen kann. Bei Aufteilung des Betriebes in mehrere kleine kann man ja auch sehr viele Blühstreifen anlegen.
In Niedersachsen ist da richtig was möglich.
Bioprämie+ Blühstreifen (max 10ha pro Betrieb)....

Stichwort: Nobbys-Blümchenbauer.

Gesendet von meinem D5503 mit Tapatalk

Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: joe am 03. November 2017, 11:53:33
an alle die meinen plan  b kitisieren ,

ich bin ackerbauer mit leib  und seele aber wenn mir   politisch und gesellschaftlich diktiert wird in welcher form ich das zu machen habe , dann sollen die bitte auch den preis dafür bezahlen !
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Rohana am 03. November 2017, 12:17:08
Werden sie aber nicht. Das ist ja das Kernproblem: Wenn die Leute mal Konsequenzen spüren täten, würden sie so einen Mist sicher nicht (noch einmal) verzapfen  :-\
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Panta rhei am 03. November 2017, 12:42:14
an alle die meinen plan  b kitisieren ,

ich bin ackerbauer mit leib  und seele aber wenn mir   politisch und gesellschaftlich diktiert wird in welcher form ich das zu machen habe , dann sollen die bitte auch den preis dafür bezahlen !
Volle Zustimmung :daumen1:
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 03. November 2017, 12:43:27
Ein paar ha Hobbyackerbau kannst du dann ja noch immer machen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Sty_ am 03. November 2017, 13:09:19
Gibts eine Ernteverpflichtung in D ?
Ich würde Versuchen was zu machen und die Prämie ist halt eine Art Sicherungsnetz finanziell
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Rhoihesse am 03. November 2017, 15:19:19
Ich finde es ganz legitim auf bio umzustellen. Klar haben diejenigen die von Beginn dabei sind den guten Ruf aufgebaut, aber warum kann das ein jeder nicht nutzen? Wenn der Verbraucher das so wünscht.
Wird hier bei uns in den Nachbarorten auch so gehandhabt. Ich weis von mind. zwei betrieben die sich geteilt haben. Der junior macht bio im Weinberg, der Senior Konvi im Ackerbau. Kann mir einer sagen was er will, aber die stehen nicht 100% dahinter. Das ist nur €€€€€€€€
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 03. November 2017, 15:36:00
Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 03. November 2017, 15:52:47
Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.

Ich bezweifle, ob die Produktion dann genug professionell wird, wenn man nur aufs Geld schielt und ständig z.B. die Herbizide vermisst... Für professionelles Bio muss man schon genug tief eintauchen in die Biowelt, und das spezifische Know-How sich erarbeiten.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 03. November 2017, 17:04:21
Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.

Es gibt so viele Anbauverbände - da ist doch sicher auch einer ohne Ideologie dabei. In Österreich wäre das zb "Zurück zum Ursprung".
Aber da es hier ohnehin nur um Prämienoptimierung geht, muss man sich vielleicht gar keine Sorgen um den Verkauf von Agrarprodukten sorgen. ;)
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Rhoihesse am 03. November 2017, 17:07:04
Du bei deren pachtpreise die sie anbieten rechnet es sich das schon.
Ich denke auch man sollte dahinter stehen. Ist glaube ich ein ecowin verband.
Zurzeit ist das für mich kein Thema. Wenn ich hier mitbekomme was ihr bios für´n Zeitaufwand habt mit falschem saatbett anlegen, Handarbeit und so ist mir das Zuviel Aufwand. Drüber nachgedacht und diskutiert in der Familie haben wir das schon.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 03. November 2017, 17:52:59
Du bei deren pachtpreise die sie anbieten rechnet es sich das schon.
Ich denke auch man sollte dahinter stehen. Ist glaube ich ein ecowin verband.
Zurzeit ist das für mich kein Thema. Wenn ich hier mitbekomme was ihr bios für´n Zeitaufwand habt mit falschem saatbett anlegen, Handarbeit und so ist mir das Zuviel Aufwand. Drüber nachgedacht und diskutiert in der Familie haben wir das schon.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Flori am 03. November 2017, 18:12:32
 Es wurde ja schon angesprochen... es kommt auch immer auf die Pacht an.

 Joe. Ich kenne Deinen Standort nicht. Aber bei dem was ich hier bisher mitbekommen habe ist es wohl ein absoluter Grenzstandort für ertragssicheren Ackerbau.

 Deine Gedankengänge kann ich nachvollziehen. Deinen Frust auch. 100% still zu legen und eine Ernte zu imitieren traue ich Dir ehrlich gesagt nicht zu, vielleicht
 täusche ich mich.

 Als Vorschlag nur einen Gedankengang: schau doch mal wieviel % Grünbrache du in Niedersachsen machen kannst.

 Sollten 50% erlaubt sein, könnte eine Rechnung so aussehen:

 50% Klee/Luzernegrasbrache: Pachtzins Summe "X" - Summe Förderung "Y" = Nettogewinn ( 50% der Fläche ).

 Hiermit könntest Du dein Risiko im Betrieb einschränken, sicheres Einkommen generieren und dabei trotzdem weiterhin den von Dir angestrebten Bodenaufbau
 weiterführen. Kosten für das Saatgut bzw. Mulchen kommen natürlich dazu. Vielleicht hast Du ja auch noch nen Schäfer.

 Für die anderen 50% der Fläche wo Du Kulturen anbaust hast Du Bombenvorfrüchte und würdest sicherlich gute Ernten und Einkommen generieren.

 Ich kann mir vorstellen dass es sehr schmerzt wenn man Jahre , vielleicht sogarlang Jahrzehntelang auf ein Anbaukonzept hingearbeitet hat bis es läuft und dann
 solche Knüppel zwischen die Beine geschmissen bekommt. Ich kann mir auch nicht vorstellen wie lange diese Entwicklung noch anhalten soll dass wir Deutschen
 Bauern einerseits unter den strengsten Regeln produzieren sollen, andererseits auf Niveau der Weltmarktpreise verkaufen müssen.

 Aber es nützt ja nichts. Wir stehen im Hier und Jetzt und jeder muss sehen wo er mit seinen Entscheidungen hinlenkt.

 Bezüglich der Glyphosatzulassung bin ich absolut nicht mehr auf dem Stand weil ich mir diesen Zirkus nicht mehr anhören kann.

 Nur, soweit ich weiß, könnt Ihr doch noch eine Weile hantieren?

 Joe, ich bin überzeugt davon dass Du einen Weg findest ohne Glyphosat auszukommen wenn es nötig sein sollte und wenn der Weg dahin geht. Große Frage ist
 natürlich wie es weitergehen wird mit der Einschränkung der Werkzeuge in der konventionellen Bewirtschaftung, und ob man sich diesen Stress antuen möchte.

 Bio fasse ich für mich persönlich nicht als Idiologie auf. Ich bin zwar Verbandsmitglied aber lediglich zwecks Vorteilen in der Vermarktung und weil ich es ablehne Bio 
 nur darüber möglich zu machen Massen an konventionellen Wirtschaftsdünger zu zukaufen, wie es ja bei manchen EG-Öko-Betriebn abläuft. Bio habe ich für mich 
 gewählt weil ich einen finanziellen Zuschuss dafür erhalte Anbaumethoden zu entwickeln die ohne PSM und synthetischen N klarkommen. Für mich ist das letzten
 Endes der konkrette Schritt in das Verfahren, indessen Richtung die konventionelle per Zwang immer mehr hinein geschoben wird. Ob das fair ist oder nicht hat bei
 der Diskusion um die Anpassung des Betriebes an die Gegebenheiten nix mit zu reden.  Erst hatte ich das Gefühl dass ich mit Bio mehr Bürokratie habe. Aber durch
 Greening ( von dem wir ja als Bio generell befreit sind) , hält sich das mittlerweile wohl die Waage.

 Und dann noch was zum Argument Bio kann die Welt nicht ernähren, die Produktion wird "zusammen brechen" :
 Darüber ließe sich vortrefflich streiten. Aber das will ich garnicht. Ich möchte nur auf einen Punkt aufmerksam machen:

 Natürlich ist es Ehrenwert dass Du neben den finanziellen Zielen möglichst viel auf deinen Standort produzieren willst. Aber mal ganz ehrlich. Wer will es den haben?

 Wo ist die Landwirtschaft den mit der Devise "Gewinn durch Menge" hingekommen? Wie lange ist es her dass jemand zu euch als aktiven Landwirt gesagt hat: " Sieh

 zu dass Du mehr produzierst, die Mengen reichen nicht! " ???

 Halbermaßen bewusst nehme ich in der Landwirtschaft seit ca. 10 Jahren teil und wenn ich mal was gehört hab zum Thema Mengen, dann war es höchstens: " Oh 
 gott, habt ihr auch soviel gedroschen? Sone Scheiße, wir wissen nicht wohin mit dem Dreck! " ...

 Natürlich bin ich auch bestrebt hohe Erträge zu erwirtschaften, aber auch nur auf den Flächen wo auch Diesel durch den Tank geht. Das was ich an Aufwand
 reinstecke soll produktiv sein und auch Geld erwirtschaften. Aber wieviel tonnage ich auf der Gesamtfläche produziere ist mir wurscht. Oder meinst Du das jemand
 zu Dir in 5 Jahren auf den Hof kommt und meint " Lieber Joe, Du hattest jedes Jahr 1000to Roggen, jetzt sind es nurnoch 200, uns fehlt die Menge. " ???

 Die Entwicklung ist schwer und für viele von euch wahrscheinlich eine sehr bittere Pille. Das kann ich mir gut vorstellen. Ich als Junglandwirt habe mich mit
 der Entscheidung Bio zu machen bei sehr vielen Dingen aus der Schusslinie gebracht und bin sehr froh drum. Natürlich ist es zum kotzen wenn irgendwelche Grünen
 Spinner einem erzählen wollen wie man zu produzieren hat. Aber am Ende sollte man vielleicht auch für sich klarstellen warum man Landwirtschaft macht und mit
 welchen Zielen. Die Ziele meiner Bewirtschaftung sind:

 - finanzielles Auskommen finden ohne übertriebene Arbeitslast

 - Bodenfruchtbarkeit erhalten und aufbauen

 - die Bioförderung nicht missbrauchen sondern dafür nutzen die Anbausysteme weiter zu entwickeln um die Effizienz zu erhöhen

 Viele Grüße,

 Florian

Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: sten am 03. November 2017, 18:31:05
Flori, danke für den Beitrag, sachlich, mit Herz, so macht Agrowissen Spaß.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 03. November 2017, 18:41:18
Flori, danke für den Beitrag, sachlich, mit Herz, so macht Agrowissen Spaß.

Yep, ist cool :-)

Aber, was versteht ihr unter Ideologie oder eben Nicht-Ideologie bei Bio ? Eine politische Weltanschauung ?

Ich sehe Bio, IP und auch Konvi immer als landwirtschaftliche Ideen mit Logik, also Agro-Ideologien. Weitere sind denkbar. Es entstehen auch neue, so wie die Hors-Sol in Treibhäusern, oder Urban-Farming in Städten, No-Till, etc....
Ich sehe das simpel, das französische und englische "Agriculture" sagt es ja deutlicher, Mensch mit Ideen und hoffentlich Logik ist am Werk...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Felix am 03. November 2017, 19:09:26
Flori, danke für den Beitrag, sachlich, mit Herz, so macht Agrowissen Spaß.

dem kann ich nur zustimmen  :daumen:
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: charlie am 03. November 2017, 20:01:49
Flori, danke für den Beitrag, sachlich, mit Herz, so macht Agrowissen Spaß.

dem kann ich nur zustimmen  :daumen:

Flori, einer der besten Beiträge, die ich seit langer Zeit hier gelesen hab  :bet:
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Desperado am 03. November 2017, 20:35:40
mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung

Wenn das viele machen wollen reicht die Kohle nicht fürs auskommen von allen...

Das muss der Plan sein. So ein System müsste man mit Vollgas gegen die Wand fahren.

 :ja: :daumen:
(... da es keinen Like-Button gibt)
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Flori am 03. November 2017, 20:36:26

 ...danke für die blumen!
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 03. November 2017, 20:40:06
Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.

abgesehen von demeter, wo ist bei den anderen verbänden ideologie.

zum an die wand fahren, ihr wisst schon, das es keinen rechtsanspruch auf diese gelder gibt. hier wurden schon mal solche zahlungen drastisch gekürzt, als zuviel landwirte diese in anspruch nahmen
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 03. November 2017, 20:43:47
Bio Austria war mal extrem ideologisch. Dann haben sie die Getreidevermarktung an die Wand gefahren, welche später von Raiffeisen übernommen wurde und damit hatte der Spuk auch sein Ende gefunden.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Wade am 03. November 2017, 22:03:30
Mal ein paar Anmerkungen:
Wie schon erwähnt hat man keinen Anspruch auf die Fördermittel. Man kann nur hoffen dass sie ausgezahlt werden. Wer nur damit überleben will kann ganz schnell auf die Nase fallen. Wir hatten schonmal den Fall dass Kulap erst knapp 2 Jahre nach dem Antrag aufm Konto war. Wenn es schon heißt: Die Auszahlung verschiebt sich weil wir Probleme mit der EDV haben könnte man es kotzen anfangen. Dann können die auch die Auszahlung einfrieren wenn es Unstimmigkeiten gibt die mittels Vor Ort Kontrolle überprüft werden müssen.

Die Gelder für Kulap (so heißen die Förderungen in Bayern & Thüringen) & Vertragsnaturschutz sind gedeckelt. Es geht auf der einen Seite nach dem Windhundprinzip (wer zuerst kommt malt zuerst) und es werden auch mal quasi Rückwirkend Förderprogramme gestrichen. Hatten schon den Fall dass in Thüringen ein Grünlandprogramm gestrichen wurde weil nicht genug Geld da war. Bei VNP wird jeder Vertrag vom Beamten in der Unteren Naturschutzbehörde überprüft bzw der macht Daumen hoch oder runter. Wenn der sieht dass man nur schlampt kann er es auch Kündigen oder er vergibt keine neuen Verträge mehr an den/die betreffenden Betriebe. Die haben auch ein relativ fixes Budget für ihre Maßnahmen. Wenn da jeder kommt wird genau geschaut welches Programm was bringt.


Auch die Bioverbände können einen rausschmeißen wenn sie nicht zufrieden sind. Kommt zwar sehr selten vor, aber wenn jemand desöfteren die Richtlinien missachtet kann er ausgeschlossen werden. Bei Bioland & Naturland wird auch zb darauf geachtet ob man genug (min 20-30%) Leguminosen oder Kleegras in der Fruchtfolge hat. Auch werden alle Erträge auf Plausibilität überprüft.
Interresiert aber zum vermutlich nicht wenn es darum geht nur Prämien zu kassieren, dafür reicht dann auch immernoch EU Bio.

Bei den Verbänden besteht Erntepflicht soweit ich weiß. Wie es bei EU Bio auschaut weiß ich nicht. Wenn man ein Stück Getreide mulchen will muss man normalerweise einen Antrag stellen, dann wird die Fläche begutachtet und wenns zu viel Unkraut hat darf man mulchen. Ist aber bislang eigentlich problemlos möglich.

Sind die ganzen Fördermittel nicht auch an die "gute fachliche Praxis" gebunden? Wenn die sehen dass einer nichts mehr macht und nur Prämien kassiert ist das keine gute Fachliche Praxis. Könnte mir vorstellen dass da dann auch schneller gekürzt wird wenn das Überhand nimmt.


Prämienkassieren als Plan B mag kurzfristig gelingen, aber wenn das zu viele machen ist es damit auch ganz schnell vorbei damit.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: canuck am 04. November 2017, 03:39:28
@flori
Die Ausage:Wieviel Tonnage ich auf meiner Gesamtfläche produziere ist mir  Wurst.
Dies ist ein Kernproblem eurer Landwirtschaft.Produktion hat nicht mehr den ersten Stellenwert.
Vielmehr Beitrags Optimierung und die Erfüllung der Gruenen Welle.
Fuer mich eine Erscheinung einer ueber zivilisierten Bevoelkerung die im Grunde gar nicht mehr weiss woher das essen kommt.
Ich versteh deine Einstellung sie wollen es also warum nicht.
Bio muss nicht ueber oeffentliche Mittel attraktiv gemacht werden.Der einzige Weg sollte vom Verbraucher aus kommen und das ist der faire Preis.Gerade dort wird es einige Probleme geben wenn dann nach der Foerderung, der Konsument das Geld direkt hinlegen muss.
Es geht ja meist um die Existenz eines Betriebes, da ist die Umstellung  eine Moeglichkeit.
Genau wie du sagst , es muss finanziell und Arbeitstechnisch stimmen .
Gruss aus dem zu nassen Canada      Canuck


Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: nofear am 04. November 2017, 07:11:49
Wo ist die Landwirtschaft den mit der Devise "Gewinn durch Menge" hingekommen? Wie lange ist es her dass jemand zu euch als aktiven Landwirt gesagt hat: " Sieh

 zu dass Du mehr produzierst, die Mengen reichen nicht! " ???

Da kann ich Dir genau 2 Beispiele nennen: Milchsektor jetzt im FJ/Sommer  und Zuckerfabriken zur derzeitigen Kampagne ;D

gut, die Beispiele hinken und haben andere Hintergründe als wirkliche Knappheit und Nützen ganz am Ende nicht dem Produzenten, sondern mehr dem Verarbeiter/Vermrakter, davon bin ich überzeugt
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: jotesen am 04. November 2017, 08:01:49



Bei den Verbänden besteht Erntepflicht soweit ich weiß. Wie es bei EU Bio auschaut weiß ich nicht. Wenn man ein Stück Getreide mulchen will muss man normalerweise einen Antrag stellen, dann wird die Fläche begutachtet und wenns zu viel Unkraut hat darf man mulchen. Ist aber bislang eigentlich problemlos möglich.

Sind die ganzen Fördermittel nicht auch an die "gute fachliche Praxis" gebunden? Wenn die sehen dass einer nichts mehr macht und nur Prämien kassiert ist das keine gute Fachliche Praxis. Könnte mir vorstellen dass da dann auch schneller gekürzt wird wenn das Überhand nimmt.

In ST wird die Bioprämie an eine Ernte gebunden. Quasi als Ausgleich für geringere Erträge. Das heißt nicht, dass es nicht auch mal einen Umbruch geben darf. Muss halt begründet und dokumentiert sein.

Gesendet von meinem PIC-LX9 mit Tapatalk

Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 04. November 2017, 10:52:37
Produktion hat nicht mehr den ersten Stellenwert.

Das liegt halt daran, dass bei Öko mit Nebenleistungen argumentiert wird. Naturschutz usw.
Für mich ist die Sache relativ klar und ich bin auch froh darum, dass es so ist: Der Weltmarkt macht die Preise und der Kostenführer macht den Schnitt. Das ist zwar hart, aber ehrlich.
Ich hasse Marketing. ;)
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 04. November 2017, 11:36:16
Produktion hat nicht mehr den ersten Stellenwert.

Das liegt halt daran, dass bei Öko mit Nebenleistungen argumentiert wird. Naturschutz usw.
Für mich ist die Sache relativ klar und ich bin auch froh darum, dass es so ist: Der Weltmarkt macht die Preise und der Kostenführer macht den Schnitt. Das ist zwar hart, aber ehrlich.
Ich hasse Marketing. ;)

Hahaha- das kapitalistische Marketing passt nicht zu Deiner ansonsten ultrakapitalistischen Ideologie ?!
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 04. November 2017, 11:47:06
Das ist kein Widerspruch, weil ich keine Ideologien pflege.
Ich habe auch kein Problem damit, wenn jemand sein Geschäft auf Marketing aufbaut. Nur ist das nicht meine Welt und wenn's unlauter wird, gibt's Gegenwehr.
Aber was hat das mit Kapitalismus zu tun und wie kommst du drauf, dass ich ein Ultrakapitalist bin? :)

Und ich kann nur immer wieder betonen: Schön ist es, wenn man die freie Wahl hat. Sie ist noch immer das Optimum.
Das ist auch gar nicht der Punkt. Wenn jemand Produkte nach Demeter Standard kauft, bitte gerne. Unangenehm wird's, wenn da etwas moralisierendes mit schwing. Aber selbst damit kann man klar kommen; auch wenn's vielleicht eine Lebensaufgabe ist.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: canuck am 04. November 2017, 14:08:43
Hat ueberhaupt nichts mit Kapitalismus zu tun.
Einfach gesagt der Bauer ist von der Lebensmittel Produktion , zum Landschaftsgärtner umgewandelt worden.
Kapitalismus oder Sozialismus beide sind ja bekanntlich auch in der Schweiz stark verbreitet. ;D
Aber wie gesagt es braucht ein Umdenken und eine Anpassung zum neuen.Die Spielregeln haben sich ja nicht viel verändert, wer zahlt befiehlt .
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 04. November 2017, 17:59:11
Produktion hat nicht mehr den ersten Stellenwert.

Das liegt halt daran, dass bei Öko mit Nebenleistungen argumentiert wird. Naturschutz usw.
Für mich ist die Sache relativ klar und ich bin auch froh darum, dass es so ist: Der Weltmarkt macht die Preise und der Kostenführer macht den Schnitt. Das ist zwar hart, aber ehrlich.
Ich hasse Marketing. ;)

Hahaha- das kapitalistische Marketing passt nicht zu Deiner ansonsten ultrakapitalistischen Ideologie ?!

Ich hab Deine Aussage nochmals langsam gelesen- sorry, ich glaube jetzt, Du machst da eine Analyse ?! Entschuldige meine Falschinterpretation!

(Ich las: Deine Ideologie besteht simpel aus: Kostenführer (= privater Eigentümer der Produktionsmittel, wohl in Top-Gunstlage oder so, ohne gross staatlich reguliert zu sein und ohne DZ) und globaler freier Weltmarkt, wo die Staaten wohl nur das Privateigentum garantieren.)

Ich ging nach Wikipedia-rudimentär-Definition von Kapitalismus: "Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht."
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 04. November 2017, 20:40:18
Tja, das Thema passt.
Ich spiele gerade mit dem Gedanken, zumindest einen Teil meiner Fläche, umzustellen.
In Polen gibts eher weniger die großen Verbände ... eher extrem viele Prämienoptimierer.
Ich würde aber auch ganz gerne Backweizen erzeugen:

Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen - Klee(-gras?) - Sommerweizen

Klee wird natürlich nur gemulcht ... hier gibt es extrem viele 'BIOs' mit demnächst 0...1mg K2O/100g Boden.
Bio Silageballen lassen sich extrem gut verkaufen, ohne Kali-Düngung, versteht sich. :-)

Mist kann ich zum Sommerweizen zukaufen. Ob das mit Gülle zum Winterweizen klappt muss ich noch prüfen.
Die einzige Investition wäre wohl erstmal ein Hatzenbichler und vielleicht noch ein 3m Gänsefussschargrubber (Achat?) zum ganzflächigen Schneiden.
Das würde sich natürlich ohne Prämie niemals tragen ... mit Prämie hab ich kaum weniger Geld als konventionell.
Dabei werden sich aber wohl die Arbeitsstunden halbieren! Naja, ist halt Nebenerwerb und mein Sohn kommt Sommer 2019 zur Schule ... da gilt es abzuwägen wie oft und wieviel ich in Polen auf Düngerstreuer und Spritze sitzen will. Das sind (waren?) Schlüsselarbeiten die ich immer selbst erledigen will (muss).
An Winterraps traue ich mich ohne meine normalen "Werkzeuge" nicht so richtig ran.
Weizen sehe ich als relativ unkritisch an, dass müsste ich auch ohne Bio-Erfahrung angehen können.

Tja, ob das klappen wird? Beim Kleegras muss ich natürlich mal schauen, ob es Arten gibt, die sich in der Fruchtfolge nicht so wehtun...
...damit habe ich mich aber noch nicht so richtig beschäftigt. (einmal Luzerne, einmal Weißklee und in der dritten Runde dann ???)
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 04. November 2017, 21:05:55
Wäre ja zu schön wenn das einfach klappen sollte.
Sicherlich ein großer Erfolg am Anfang mit dem vielen Klee und wenig Getreide.
Warum machst du nicht 1 Jahr Kleegras und dann 2 mal Getreide? Dann geht dem Klee nicht so schnell die "Luft" aus.
Ich gehe davon aus dass du zu jeder Frucht pflügen willst.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 04. November 2017, 22:20:49
Hm, da könnte die Stickstoffbilanz aber schnell ins Negative kippen ... müßte man halt mehr zukaufen.
Ist der Unterschied beim Stickstoff sammeln gering zwischen einjährigem und zweijährigem Kleegras?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Wade am 05. November 2017, 00:21:41
Du hast schon enorm viel Kleegras in der Fruchtfolge, kannst ja auch mal ne Körnerleguminose (Vollblatt Wintererbse) anstatt Kleegras einplanen. Und Weizen ist im Bio gar nicht so einfach, vor allem wenn es Brotweizen werden soll. Auch als Futter wäre eine Triticale einfacher hinzubringen. Anstatt Weizen würde ich auf Dinkel setzen. Ist robuster und klappt auch auf schlechteren Böden.
Raps kannst vergessen, ist ne absolute Niesche im Biobereich.
Wenn du Mist zukaufen kannst hätte ich keine Bedenken dass es am Stickstoff mangelt. Nach nem 2 Jährigen Kleegras + Mist legt sich der Weizen schonmal.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 05. November 2017, 10:06:41
Aber was ist konkret die Schwierigkeit beim Bio-Weizen?
Angeblich ist Weizen beim Striegeln die unempfindlichste Frucht (bezogen auf die anderen Getreidearten).
Lager kriege ich hier bei konventionellem Weizen schon nicht (bei gerade mal 0.5...1l CCC).
Bleibt letztlich das Rohprotein.
Beim Sommerweizen kann man das Kleegras spät im Herbst umbrechen und noch Mist oben drauf hauen.
Beim Winterweizen muss der Umbruch früher erfolgen und man müsste im Frühjahr 30 ... 60 m³ Gülle draufbringen. Da muss man sich mal rantasten.
Die Fallzahl ist ja nur Sortenspezifisch.

Am liebsten würde ich weiter Julius anbauen. Der hat einfach die passende Winterhärte und Fallzahl.
Beim Rohprotein wird es da natürlich schon recht schwierig, das gebe ich zu.
Außerdem ist der in den Jugendstadien nicht so die Wucht in Sachen Unkrautunterdrückung ... aber dafür hat man dann halt den Striegel.
Sorten mit aufrechter Blattstellung machen mir bzgl. Winter extrem viel Angst...

Bei Sommerweizen ist die kurze Vegetationszeit begrenzent. Ich sage mal ostholsteinisches Hügelland + 1...2 Wochen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 05. November 2017, 10:25:45
Welche Ertragserwartungen hast du denn bei Winterweizen? 5 to?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 05. November 2017, 11:01:40
Ertragserwartung konventionell (wohl noch ausbaufähig):

Winterweizen 60dt
Winterraps 35dt
Winterroggen 70dt
Sommerweizen 40dt

Ertragserwartung BIO (????):

Winterweizen 35...40dt
Winterraps 15...20dt
Winterroggen 45...50dt
Sommerweizen 25...30dt

Bio ist halt geschätzt ... keine Ahnung wo ich wirklich landen würde?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 05. November 2017, 11:03:27
Aber was ist konkret die Schwierigkeit beim Bio-Weizen?
Angeblich ist Weizen beim Striegeln die unempfindlichste Frucht (bezogen auf die anderen Getreidearten).
Lager kriege ich hier bei konventionellem Weizen schon nicht (bei gerade mal 0.5...1l CCC).
Bleibt letztlich das Rohprotein.
Beim Sommerweizen kann man das Kleegras spät im Herbst umbrechen und noch Mist oben drauf hauen.
Beim Winterweizen muss der Umbruch früher erfolgen und man müsste im Frühjahr 30 ... 60 m³ Gülle draufbringen. Da muss man sich mal rantasten.
Die Fallzahl ist ja nur Sortenspezifisch.

Am liebsten würde ich weiter Julius anbauen. Der hat einfach die passende Winterhärte und Fallzahl.
Beim Rohprotein wird es da natürlich schon recht schwierig, das gebe ich zu.
Außerdem ist der in den Jugendstadien nicht so die Wucht in Sachen Unkrautunterdrückung ... aber dafür hat man dann halt den Striegel.
Sorten mit aufrechter Blattstellung machen mir bzgl. Winter extrem viel Angst...

Bei Sommerweizen ist die kurze Vegetationszeit begrenzent. Ich sage mal ostholsteinisches Hügelland + 1...2 Wochen.

60 kubik gülle, naja, hier sind sie schon froh wenns 10 bekommen, du darfst auch nicht einfach unbeschränkt aufnehmen
und den striiegel als allheilmittel, ja , das meinen die anfänger immer, die das schon bissl länger machen haben meist gar keinen mehr
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Wade am 05. November 2017, 11:19:17
Beim Weizen ist das größte Problem die Werte hinzubekommen. Aber mit 60m³ Gülle solltest das schaffen. Kleegras wirkt ja langsam und nicht so gezielt wie eine 3. Düngegabe für die Qualität. Auch Mist wirkt ja eher langsam. Wenn er schon gut verottet ist zwar etwas schneller aber nicht mit Mineraldünger vergleichbar. Gülle oder vor allem Gärrest kann man schon gezielter einsetzen, hat ja meist auch einen höheren Anteil Ammonium drin.

Ich hab bislang noch fast keinen Weizen gebaut, Dinkel ist sehr viel einfacher zu führen und Preislich war er auch wesentlich attraktiver. Für Futter hab ich wie gesagt keinen Weizen angebaut sondern Triticale oder Gerste. Hab hier auch auf einigen Schlägen Probleme mit Steinbrand, daher weniger Weizen in der FF.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 05. November 2017, 11:25:17
Ich dachte es geht um Bio. Woher kommen denn die ganzen Mist und Güllereserven?

Bei einem niedrigen konv. Ertragsniveau von 60 dt/ha Weizen  kann man mit Bio gut punkten.
Wenn die Pflanzen einseitig überfordert werden zB. mit N aus Gülle um den Ertrag zu erhöhen,
kommt es zu Krankheiten und Läusebesatz, was den Ertrag stark schmälert. (Kümmerkorn, Pilze im geernteten Korn)
Ist dann kein Backgetreide mehr und gibt zusätzlich Probleme bei der Vermarktung als Futter.
30 dt/ha sind aber einfacher in der Handhabung als 50 oder 60 dt/ha.

Die einjährigen Kräuter sind ja nur ein Problem bei Sommerung, während in der Winterung die Gräser und vor allem die Disteln zuschlagen.
Winterraps wüsste ich nicht ob der überhaupt durch die Saison kommt wenn in der Nähe noch anderer Raps steht - wegen der vielen Insekten.
Wenn es überhaupt klappt mit dem Raps dann ist der vielleicht am Besten als Reihenhackkultur zu führen.
Dinkel geht so einfach wie Roggen außer natürlich das Auswinterungsproblem zu berücksichtigen.
Wenn der Dinkel nicht optimal geerntet werden kann ist es Futterdinkel, den keiner haben will.

Je mehr man in das Thema kommt, desto interessanter und komplizierter wird es. ;D
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Wade am 05. November 2017, 12:25:45
Je mehr man in das Thema kommt, desto interessanter und komplizierter wird es. ;D


 :daumen1: :daumen1:
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 05. November 2017, 12:37:45
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 05. November 2017, 12:40:15
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 05. November 2017, 12:45:03
Das muss ich prüfen. In Polen gelten bestimmt andere Regeln als in D oder Ö.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 05. November 2017, 12:46:49
Das muss ich prüfen. In Polen gelten bestimmt andere Regeln als in D oder Ö.

naja, eigentlich heissts ja EU-ökoverordnung, aber wundern würd mich das nicht, irgendwo müssen ja aldi und co ihr billigbio herbekommen
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Uwe am 05. November 2017, 12:50:18
Ne, scheint unbegrenzt zu sein (bzw. 170kg N/ha aus Tierhaltung).

http://www.vzhh.de/ernaehrung/30300/EU%20Bio%20Logo-Dateien_Vergleich-BL-EGVO-12-05-09.pdf

Die 40kg kommen anscheinend vom Verband?!?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 05. November 2017, 13:38:14
Ne, scheint unbegrenzt zu sein (bzw. 170kg N/ha aus Tierhaltung).

http://www.vzhh.de/ernaehrung/30300/EU%20Bio%20Logo-Dateien_Vergleich-BL-EGVO-12-05-09.pdf

Die 40kg kommen anscheinend vom Verband?!?

nein , kommen sie nicht, 170 kg ist die allgemeine obergrenze, egal wo der dünger herkommt, es gibt ja betriebe, die selbst tierhaltung haben. auch die dürfen nicht über insgesamt 170kg n kommen.
ich würde einfach mal die eu öko verordnung lesen, da stehn viele sachen drin. und zur jeweiligen auslegung dann dein zuständiges amt fragen, irgendwas wirds dazu ja auch in polen geben. zm richtlinienwirrwarr, es gibt zb in d von jeweiligen bundesland eine andere auslegung zu manchen punkten, daher ist es sehr schwer dir hier dazu zu antworten
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Wade am 05. November 2017, 20:40:40
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich

Bei Bioland & Naturland sinds die 40kg N (0,5 "Dungeinheiten"). Aber im Betriebsdurchschnitt, nicht Einzelflächenspezifisch. Wenn man nun 2/3 Kleegras oder Grünland hat und 1/3 Getreide bekommt man da also schon 120kg/ha zusammen wo man aufs Getreide schmeißen kann.

Aber das was wir hier diskutieren ist genau das Gegenteil von dem Usprungspost. Da gehts ja um maximale Extensivierung, nicht um intensiven Ökologischen Landbau  ;D
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 05. November 2017, 21:34:24
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich

Bei Bioland & Naturland sinds die 40kg N (0,5 "Dungeinheiten"). Aber im Betriebsdurchschnitt, nicht Einzelflächenspezifisch. Wenn man nun 2/3 Kleegras oder Grünland hat und 1/3 Getreide bekommt man da also schon 120kg/ha zusammen wo man aufs Getreide schmeißen kann.

Aber das was wir hier diskutieren ist genau das Gegenteil von dem Usprungspost. Da gehts ja um maximale Extensivierung, nicht um intensiven Ökologischen Landbau  ;D

nöö, des ist nicht verbandsabhängig, das ist eu-regelung. bayern ist grade dabei, das mit den bündeln auszuhebeln, weil es da zu exzessen kam, wo 35 gv auf 3 ha verteilt wurden
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Ökobauer Bayern am 22. November 2017, 19:19:14
Hallo Miteinander Habe meinen Betrieb heuer auf Bio umgestellt, das was ich jetzt aus denen Beiträgen so gelesen habe
ist sehr interesant als neueinsteiger ist man auf jede erfarung von anderen sehr wichtig.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 22. November 2017, 19:22:15
Hallo Miteinander Habe meinen Betrieb heuer auf Bio umgestellt, das was ich jetzt aus denen Beiträgen so gelesen habe
ist sehr interesant als neueinsteiger ist man auf jede erfarung von anderen sehr wichtig.

soso, aus weiden, darf man fragen woher genau, vieleicht kann ich dir paar benachbarte biobetriebe nennen
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Ökobauer Bayern am 22. November 2017, 19:36:06
Komme aus der nähe von Weiden, kommst du da auch her
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 22. November 2017, 19:50:26
Komme aus der nähe von Weiden, kommst du da auch her

ja, schon
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: wolf am 22. November 2017, 19:55:09
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich

Bei Bioland & Naturland sinds die 40kg N (0,5 "Dungeinheiten"). Aber im Betriebsdurchschnitt, nicht Einzelflächenspezifisch. Wenn man nun 2/3 Kleegras oder Grünland hat und 1/3 Getreide bekommt man da also schon 120kg/ha zusammen wo man aufs Getreide schmeißen kann.

Aber das was wir hier diskutieren ist genau das Gegenteil von dem Usprungspost. Da gehts ja um maximale Extensivierung, nicht um intensiven Ökologischen Landbau  ;D

nöö, des ist nicht verbandsabhängig, das ist eu-regelung. bayern ist grade dabei, das mit den bündeln auszuhebeln, weil es da zu exzessen kam, wo 35 gv auf 3 ha verteilt wurden

Laut EU-Öko-Verordnung sind wie im Konvi-Bereich bis 170kg N/ha und unbegrenzten "Zukauf" möglich. Natürlich mit max. 50 kg N-Saldo im 3-jährigen Mittel, wie es die neue DüVO vorgibt. Alle weiteren Begrenzungen sind durch Verbände bedingt.

Nachzulesen hier:
http://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Richtlinien/Vergleich-Bioland-EU-Bio.pdf
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 22. November 2017, 20:10:39
Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich

Bei Bioland & Naturland sinds die 40kg N (0,5 "Dungeinheiten"). Aber im Betriebsdurchschnitt, nicht Einzelflächenspezifisch. Wenn man nun 2/3 Kleegras oder Grünland hat und 1/3 Getreide bekommt man da also schon 120kg/ha zusammen wo man aufs Getreide schmeißen kann.

Aber das was wir hier diskutieren ist genau das Gegenteil von dem Usprungspost. Da gehts ja um maximale Extensivierung, nicht um intensiven Ökologischen Landbau  ;D

nöö, des ist nicht verbandsabhängig, das ist eu-regelung. bayern ist grade dabei, das mit den bündeln auszuhebeln, weil es da zu exzessen kam, wo 35 gv auf 3 ha verteilt wurden

Laut EU-Öko-Verordnung sind wie im Konvi-Bereich bis 170kg N/ha und unbegrenzten "Zukauf" möglich. Natürlich mit max. 50 kg N-Saldo im 3-jährigen Mittel, wie es die neue DüVO vorgibt. Alle weiteren Begrenzungen sind durch Verbände bedingt.

Nachzulesen hier:
http://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Richtlinien/Vergleich-Bioland-EU-Bio.pdf


glaubs mir einfach , in bayern sinds 40 kg N, da bin ich mir absolut sicher

dein Biolandblatt würde ich mit Vorsicht geniessen, die Länder setzen da in ihren jeweiligen förderprogrammen noch eins drauf, zb gibts hier auch nur eine gesamtbetriebsumstellung
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 22. November 2017, 20:14:05
Das mag ja ganz nett aussehen wenn 170 kgN/ha gedüngt werden und lt. EU Bio erlaubt ist, aber einen Sinn hat das natülich nicht, den die Früchte werden umfallen oder extrem krank werden.

EU Bio wird bei den meisten Abnehmern gemieden und hinten an gestellt. Vor allem wenn mal wieder genug Ware verfügbar ist.
Im normalen Ackerbau sind bei den Verbänden 40 kgN/ha Zukauf möglich.

Bei den Neuumstellern habe ich schon die interessantesten Fragen kennengelernt.
Sagt mir vor 1/2 Jahr Jemand am Telefon, dass ein Milchviehbetrieb mit wenig Ackerland umgestellt werden soll.
Da das Ackerland knapp ist, wollen sie nur Mais anbauen und das so lange es geht. Und ich sollte nun sagen wie lange das klappt.
Ich war echt überrascht von dem Vorhaben und musste mich erstmal sammeln. ;D
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Stanky am 23. November 2017, 14:07:05
Moin Heico,
der wird ja umgestellt haben um Biomilch produzieren zu können. Wenn 96%  der Wertschöpfung aus der Milch kommen, stehen die ackerbaulichen Gesichtspunkte ja nicht an erster Stelle. Ein guter Freund von mir hat auch umgestellt, aus eben den genannten Gründen. Da ist der Ackerbau die Futtergrundlage für's Milchvieh.
Und ich kann mir schon vorstellen, das der Mais, wenn man dann das Unkraut mechanisch in den Griff bekommt, wie bei den Konventionellen sehr gut mit sich selbst verträglich ist.
Gruß
Frank
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Rohana am 23. November 2017, 15:24:18
Gibts da keine Vorschriften zur Xgliedrigen Fruchtfolge, bei den Bios (im Verband zumindest)? So ganz abgesehen von der Machbarkeit...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: wolf am 23. November 2017, 18:30:39
[quote author=Biobauer link=topic=22688.msg396518#msg396518

glaubs mir einfach , in bayern sinds 40 kg N, da bin ich mir absolut sicher

dein Biolandblatt würde ich mit Vorsicht geniessen, die Länder setzen da in ihren jeweiligen förderprogrammen noch eins drauf, zb gibts hier auch nur eine gesamtbetriebsumstellung
[/quote]

Ich würde es dir gerne glauben, aber es ist nicht richtig.
Hier etwas für lange Winterabende: In diesem 20seitigem Merkblatt zum bayerischen KULAP ist auf Seite 5 alles zum ökologischen Landbau im Rahmen des KULAP beschrieben:

https://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/agrarpolitik/dateien/m_aum_verpflichtung_2015_2019.pdf

Zitat
Grundlage  für  die  Förderung  sind  die  EG-Öko-Basis  Verordnung VO (EG) Nr.
 834/2007 und die Durchführungsvorschriften VO (EG) Nr. 889/2008 – in der jeweils geltenden Fassung (EG-Öko-Verordnung)
Zitat
Der gesamte Betrieb muss gemäß den o. g. Verordnungen ökologisch bewirtschaftet werden. Ausgenommen  sind nur  Aquakulturen  und  Bienen  sowie  der  Anbau  (z. B.  Hausgarten)  und  die  Tierhaltung  für  private  Zwecke  in  geringem
Umfang und ohne Erwerbsabsicht
Es gibt nichts zur Begrenzung der N-Düngung, glaubs mir einfach  ;).
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: 309CA am 28. Dezember 2018, 15:40:59
Hab grad auf Youtube eine Film über Biobauern gesehen ist aber glaub aus 2014 da his es das Jährlich 600 aufhören bzw die meisten davon stellen wieder auf Konvi um, ist die Zahl immernoch so hoch, hat wer aktuelle Zahlen auch über Umstellung von Konvi auf Bio ?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: treckeripaq01 am 28. Dezember 2018, 15:47:08
Ist ja nicht einfach er Förderzeitraum von 5,7 Jahren muss schon eingehalten werden nach der Umstellung.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Henrik am 28. Dezember 2018, 16:25:04
Ist ja nicht einfach er Förderzeitraum von 5,7 Jahren muss schon eingehalten werden nach der Umstellung.

Was für ein förderzeitraum von 5,7 Jahren ? Was wird denn gefördert?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 28. Dezember 2018, 17:36:27
Agrar Umwelt Maßnahmen (2. Säule) laufen immer 5 Jahre. Zwischendurch kann man schlecht ohne Rückgabe der erheblichen Prämien aussteigen.
2014 war wirklich nix mehr los im Bioanbau, aber heute steigt kaum noch Jemand aus, da sich zwar nicht die Bioerfolge so super erhöht haben, aber die Konventionelle Seite ist schlechter geworden und vor Allem die Aussichten.
Am Besten mal bei der CDU nachfragen wie, es weitergeht.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Henrik am 28. Dezember 2018, 18:59:54
Agrar Umwelt Maßnahmen (2. Säule) laufen immer 5 Jahre. Zwischendurch kann man schlecht ohne Rückgabe der erheblichen Prämien aussteigen.

Wie hoch sind die ?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: ct am 28. Dezember 2018, 19:10:26
Je Bundesland unterschiedlich
https://www.bioland.de/infos-fuer-erzeuger/bioland-betrieb-werden/foerderung.html
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: treckeripaq01 am 28. Dezember 2018, 19:11:50
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: guest50797 am 28. Dezember 2018, 19:16:44
Agrar Umwelt Maßnahmen (2. Säule) laufen immer 5 Jahre. Zwischendurch kann man schlecht ohne Rückgabe der erheblichen Prämien aussteigen.

Wie hoch sind die ?

In BaWü nach dem FAKT-Katalog sind es im 1. und 2. Jahr 350€/ha Acker-/Grünland (Maßnahme D2.1) sowie in
Jahr 3, 4 und 5 230€/ha (Maßnahme D2.2).
Zusätzlich für die ersten 10ha 60€/ha (Maßnahme D2.3).

https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/jum2/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/recht/EU_14-20/03_BW/Landes-VO/2016-01-27%2520-%2520VwV%2520FAKT%2520%2528GABl.%2520Nr.%25202,%25202016,%2520102%2529.pdf%3Fattachment%3Dtrue&ved=2ahUKEwiAivfGkMPfAhWFEiwKHaQbCn0QFjAAegQIBhAB&usg=AOvVaw2Fy5ymnGtsgn1uTBx5gd8H&cshid=1546021092712 (https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/site/jum2/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/recht/EU_14-20/03_BW/Landes-VO/2016-01-27%2520-%2520VwV%2520FAKT%2520%2528GABl.%2520Nr.%25202,%25202016,%2520102%2529.pdf%3Fattachment%3Dtrue&ved=2ahUKEwiAivfGkMPfAhWFEiwKHaQbCn0QFjAAegQIBhAB&usg=AOvVaw2Fy5ymnGtsgn1uTBx5gd8H&cshid=1546021092712)
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 28. Dezember 2018, 19:32:37
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:

also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: ct am 28. Dezember 2018, 19:38:13
also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme

Sehe ich auch so.
Ab und zu beschäftige ich mich ja auch damit, verwerfe das aber immer wieder, weil ohne Vieh ist die Umstellung bei unseren Böden hier totaler Murks. Die sind im Frühjahr total träge und zu kalt und wenn es warm genug ist, sinds zu trocken. Beobachte das ja in der Nachbarschaft und habe dank agrowissen immer den Vergleich zu den Gunstregionen im Bio-Ackerbau ...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: treckeripaq01 am 28. Dezember 2018, 19:48:23
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:

also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme

Aber in seinem Bundesland hätte man das schon wissen sollen
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Henrik am 28. Dezember 2018, 20:12:41
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:

also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme

Aber in seinem Bundesland hätte man das schon wissen sollen

Und Warum? Ich plane derzeit nicht umzustellen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: treckeripaq01 am 28. Dezember 2018, 20:17:46
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:

also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme

Aber in seinem Bundesland hätte man das schon wissen sollen

Und Warum? Ich plane derzeit nicht umzustellen.

Naja ich sehe das wenn ich mir die Massnahmen im Agrarantrag ansehen. Bei dir macht das eventuell ja der Berater  ;D

Und Bio kann ja auch nicht jeder machen denn brauchst du auch nicht dran denken.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Henrik am 28. Dezember 2018, 20:22:58
Je nach Kultur unterschiedlich aber Für Ackerflächen 200€/ha zusätzlich.

Bin aber erstaunt das du Henrik das nicht weist  :frage:

also von 16 bundesländern muss man das auch nicht wissen, die haben alle andere programme

Aber in seinem Bundesland hätte man das schon wissen sollen

Und Warum? Ich plane derzeit nicht umzustellen.

Naja ich sehe das wenn ich mir die Massnahmen im Agrarantrag ansehen. Bei dir macht das eventuell ja der Berater  ;D

Und Bio kann ja auch nicht jeder machen denn brauchst du auch nicht dran denken.

Und warum? Ich plane derzeit nicht umzustellen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Cyberlui am 28. Dezember 2018, 23:05:39
Hier bei uns haben die erstem Bio Milcherzeuger Probleme Abnehmer zu finden. Hab heute mit einem Bekannten gesprochen der mit seiner Biomilch voll in die BMI Pleite gerauscht ist. Dem seine Milch kommt ab 01.01. nach Sonthofen, aber er muss die vollen Transportkosten tragen, ca 12 - 15 cent/l. er rechnet für sich dann auch nuir mit 35 - 40 cent/l Milchpreis. Nicht wirklich einladent zum umstellen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: klausg am 28. Dezember 2018, 23:48:51
Wie wo was BMI Pleite - hab ich irgendwas verpasst?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Cyberlui am 29. Dezember 2018, 00:04:57
Berliner Milch einfuhr oder wie das geheißen hat
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 29. Dezember 2018, 00:14:40
Berliner Milch einfuhr oder wie das geheißen hat

ja da hats ein paar hin verschlagen, deren örtliche molkerei keine bioschiene laufen hat, blöde sache, die "müssen " in meinen augen rückumstellen.

ansonsten, rückumsteller so gut wie keine,wenn wirklich mal welche verschwinden , hörn sie auf, auch bei bio ist hofnachfolge ein riesen thema, neubetriebe sehr sehr viel, und mittlerweile nicht mehr die kleinen , sondern ich kenn jetzt in bayern schon welche mit 4stelligen hektarzahlen, 3stellig kommt sehr oft vor. es bleibt spannend...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: guest50797 am 29. Dezember 2018, 00:32:03
Berliner Milch einfuhr oder wie das geheißen hat

ja da hats ein paar hin verschlagen, deren örtliche molkerei keine bioschiene laufen hat, blöde sache, die "müssen " in meinen augen rückumstellen.

ansonsten, rückumsteller so gut wie keine,wenn wirklich mal welche verschwinden , hörn sie auf, auch bei bio ist hofnachfolge ein riesen thema, neubetriebe sehr sehr viel, und mittlerweile nicht mehr die kleinen , sondern ich kenn jetzt in bayern schon welche mit 4stelligen hektarzahlen, 3stellig kommt sehr oft vor. es bleibt spannend...
Sicher braucht der Bio-Markt die Menge die diese Betriebe produzieren,
aber sind diese Betriebgrößen von der Verbänden öfftlich gewollt?
Schließlich verbinden die meisten Verbraucher mit einem Biobetrieb eher einen Ein-Mann Betrieb mit 30-40 Kühen und 100ha, was ja auch durch die verbandseigene Werbung suggeriert wird
und nicht einen Betrieb mit 1000ha, 500 Milchkühen und 1000 Stück Vieh in Aufzucht und Mast wo der Chef "nur" noch Drehstuhl fährt.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Heico am 29. Dezember 2018, 06:30:08
Wäre ja gut, wenn es nur 1 Verband gäbe, dann müssten sie nicht jeden Betrieb wegschnappen.
(ist natürlich nicht realistisch, denn das führt zu Monopolbildung)
Wenn die "Großen" mitmachen, kommt das Problem der Vermarktung und es werden dazu Discounter und LEH benötigt.
Leider zahlen die Bioläden den Preis dafür und die Preise kommen durch das Discounter-System weiter unter Druck.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 29. Dezember 2018, 08:30:10
Schließlich verbinden die meisten Verbraucher mit einem Biobetrieb eher einen Ein-Mann Betrieb mit 30-40 Kühen und 100ha,

Da kannst du getrost noch mal eine Null weg streichen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: derhauderer am 29. Dezember 2018, 11:15:01
ich denke eher das die verbände mittlerweile angst haben die waren unter die leute zu bringen, bioland geht ja auch mmit lidl in die kiste.

ich denke vor lauter mit gewalt wachsen gehen da die eigenen prinzipien verloren. is ja eh so das die langjährigen betriebe hinten anstehen was vermarktung und abnahme von waren angeht. die umsteller und neubios wollen ja bei stange gehalten werden.

ich wurde dieses jahr in der ernte von meinem langjährigen erfasser im regen stehen gelassen. (mitten in der ernte angeblich kein platz mehr um meinen restlichen weizen zu erfassen) was soll man davon bloß halten...
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: 309CA am 29. Dezember 2018, 13:07:44
Bei der Milch ist es doch so das keine mehr aufgenommen werden wenn sie keine Abnehmer finden(ist ja momentan schon so) oder gibt's da auch schon eine Überproduktion und die überflüssige Milch geht zu Konvimilch ?? Beim Ackerbau gibt ja wohl keine Beschränkung durch Verbände deshalb gibt's da wohl mehr Rückumsteller bevor die LW hops geht
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: derhauderer am 29. Dezember 2018, 14:20:21
ja bei der milch ist es mitlerweile so das die beratung es empfiehlt sich vor der umstellung ein erfasser zu suchen.

aber bei fleisch und marktfrucht ist das eben alles nicht geregelt, und wir kommen aus einem über lage zeit recht ausgeglichen markt.
es ist eben zZ. nicht absehbar was da in den nächsten jahren auf dem markt einschlägt.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: farming.ch am 29. Dezember 2018, 15:20:56
Berliner Milch einfuhr oder wie das geheißen hat

ja da hats ein paar hin verschlagen, deren örtliche molkerei keine bioschiene laufen hat, blöde sache, die "müssen " in meinen augen rückumstellen.

ansonsten, rückumsteller so gut wie keine,wenn wirklich mal welche verschwinden , hörn sie auf, auch bei bio ist hofnachfolge ein riesen thema, neubetriebe sehr sehr viel, und mittlerweile nicht mehr die kleinen , sondern ich kenn jetzt in bayern schon welche mit 4stelligen hektarzahlen, 3stellig kommt sehr oft vor. es bleibt spannend...
Sicher braucht der Bio-Markt die Menge die diese Betriebe produzieren,
aber sind diese Betriebgrößen von der Verbänden öfftlich gewollt?
Schließlich verbinden die meisten Verbraucher mit einem Biobetrieb eher einen Ein-Mann Betrieb mit 30-40 Kühen und 100ha, was ja auch durch die verbandseigene Werbung suggeriert wird
und nicht einen Betrieb mit 1000ha, 500 Milchkühen und 1000 Stück Vieh in Aufzucht und Mast wo der Chef "nur" noch Drehstuhl fährt.

Für mittlere und kleinere Betriebe geht kein Weg an was ähnlichem wie Fairtrade vorbei, wenn sie gegen Grossbetriebe und vor allem die Abnehmer / LeH bestehen wollen.

Biolandbau nur als Oekolandbau zu verstehen wird nicht reichen, war auch nie so gedacht, und der Verbraucher erwartet dies auch nicht.

Biolandbau war in den Anfängen auch sehr viel mehr sozialökonomisch bedingt als ökologisch.

Dazu diese Wikipedia-Zitat zu Dr. Hans Müller, einem der Begründer des organisch-biologischen Landbaus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_M%C3%BCller_(Politiker,_1891)
"Hans Müller (* 4. Oktober 1891 in Hasle bei Burgdorf; † 5. Dezember 1988 in Grosshöchstetten) war ein Schweizer Agrarpolitiker und Agrarwissenschaftler."

"Um 1927 gründete er die schweizerische Jungbauernbewegung (auch: Bauernheimatbewegung), die er in der Folge auch führte. Müller war Mitglied der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) und vertrat vor allem die Interessen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, davon 1928 bis 1947 als Schweizer Nationalrat. Mit möglichst geschlossenen Betriebskreisläufen und qualitativ hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wollte er die Existenz der Bauern sichern, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts durch die industrielle Landwirtschaft bedroht sahen. 1932 eröffnete die Bauernheimatbewegung auf dem Möschberg bei Grosshöchstetten die Bauernheimatschule. Wegen seiner radikalen Forderungen im Bereich des Bodenrechts und der Unterstützung der Kriseninitiative der SP und der Gewerkschaften kam es 1935 zum Bruch Müllers mit der BGB und zur Abspaltung der Bauernheimatbewegung."
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: guest50797 am 29. Dezember 2018, 19:25:41
Berliner Milch einfuhr oder wie das geheißen hat

ja da hats ein paar hin verschlagen, deren örtliche molkerei keine bioschiene laufen hat, blöde sache, die "müssen " in meinen augen rückumstellen.

ansonsten, rückumsteller so gut wie keine,wenn wirklich mal welche verschwinden , hörn sie auf, auch bei bio ist hofnachfolge ein riesen thema, neubetriebe sehr sehr viel, und mittlerweile nicht mehr die kleinen , sondern ich kenn jetzt in bayern schon welche mit 4stelligen hektarzahlen, 3stellig kommt sehr oft vor. es bleibt spannend...
Sicher braucht der Bio-Markt die Menge die diese Betriebe produzieren,
aber sind diese Betriebgrößen von der Verbänden öfftlich gewollt?
Schließlich verbinden die meisten Verbraucher mit einem Biobetrieb eher einen Ein-Mann Betrieb mit 30-40 Kühen und 100ha, was ja auch durch die verbandseigene Werbung suggeriert wird
und nicht einen Betrieb mit 1000ha, 500 Milchkühen und 1000 Stück Vieh in Aufzucht und Mast wo der Chef "nur" noch Drehstuhl fährt.

Für mittlere und kleinere Betriebe geht kein Weg an was ähnlichem wie Fairtrade vorbei, wenn sie gegen Grossbetriebe und vor allem die Abnehmer / LeH bestehen wollen.

Biolandbau nur als Oekolandbau zu verstehen wird nicht reichen, war auch nie so gedacht, und der Verbraucher erwartet dies auch nicht.

Biolandbau war in den Anfängen auch sehr viel mehr sozialökonomisch bedingt als ökologisch.

Dazu diese Wikipedia-Zitat zu Dr. Hans Müller, einem der Begründer des organisch-biologischen Landbaus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_M%C3%BCller_(Politiker,_1891)
"Hans Müller (* 4. Oktober 1891 in Hasle bei Burgdorf; † 5. Dezember 1988 in Grosshöchstetten) war ein Schweizer Agrarpolitiker und Agrarwissenschaftler."

"Um 1927 gründete er die schweizerische Jungbauernbewegung (auch: Bauernheimatbewegung), die er in der Folge auch führte. Müller war Mitglied der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) und vertrat vor allem die Interessen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, davon 1928 bis 1947 als Schweizer Nationalrat. Mit möglichst geschlossenen Betriebskreisläufen und qualitativ hochwertigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wollte er die Existenz der Bauern sichern, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts durch die industrielle Landwirtschaft bedroht sahen. 1932 eröffnete die Bauernheimatbewegung auf dem Möschberg bei Grosshöchstetten die Bauernheimatschule. Wegen seiner radikalen Forderungen im Bereich des Bodenrechts und der Unterstützung der Kriseninitiative der SP und der Gewerkschaften kam es 1935 zum Bruch Müllers mit der BGB und zur Abspaltung der Bauernheimatbewegung."

Egal wie, am Ende des Tages muss ausreichend Geld verdient sein.
Und von Idealismus konnte ich bis jetzt noch keine Brötchen kaufen.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 29. Dezember 2018, 19:42:53
Die Lösung heißt Hobby. ;)

Es gibt viele Menschen, die sich das leisten können.
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Pauli-ZT am 29. Dezember 2018, 20:23:32
Hallo liebe Forumler
Für mich hat die Ökoumstellung mehr mit (m)einer politischen Grundeinstellung zu tun. Dies merkt man auch an der neuen Nervosität von den Bio-Verbänden.
Gruß
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Tim am 29. Dezember 2018, 20:26:31
Politisch? Sozioökonomisch??

Das ist schwierig zu verstehen , warum steigert das die Nervosität der Verbände?

Wenn ich es richtig in Erinnerung hab hast du komplett notill gearbeitet - und jetzt kommt der komplette Wandel oder nur teilbetrieb?
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Pauli-ZT am 29. Dezember 2018, 20:38:39
Hi Tim
Was ist daran schwer zu verstehen? Die Verbände erlassen eiligst Regelungen und Satzungsänderungen um ihre Mitglieder wieder los zu werden.
Gruß
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Tim am 29. Dezember 2018, 20:45:15
Du siehst den Wechsel zu Bio also eher ökonomisch und durch die Loslösung aus der Nische quälen sich die Verbände gerade mit dem Wachstum...

Ich hab ehrlich gesagt nie verstanden wozu die gebraucht werden - ich mein , die Idee und der wisdensaustausch ist bestimmt gut , aber von irgendwas müssen die doch auch leben und im Grunde geht Bio auch ohne verbandszugehörigkeit
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Pauli-ZT am 29. Dezember 2018, 20:49:37
Versuche mal jeder einen ökologischen Einkauf............
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: BNT am 29. Dezember 2018, 20:53:10
Du meinst, seit die AfD Bio für sich entdeckt hat?  :P
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 29. Dezember 2018, 21:01:33
Hi Tim
Was ist daran schwer zu verstehen? Die Verbände erlassen eiligst Regelungen und Satzungsänderungen um ihre Mitglieder wieder los zu werden.
Gruß


echt, was na für welche?? ich bekomms eher andersrum mit, das die verbände voll im kampf um mitglieder sind, da wird um jeden neubetrieb ein riesen bohei veranstaltet
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Biobauer am 29. Dezember 2018, 21:04:26
Versuche mal jeder einen ökologischen Einkauf............

definiere bitte ,was du damit meinst

wenn du es rein auf einen lebensmitteleinkauf beziehst, des geht problemlos, vollsortiment
Titel: Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
Beitrag von: Tim am 29. Dezember 2018, 21:07:53
Ist doch ok wenn jemand einen nachhaltigen weg darin sieht ordentliche Einkünfte zu erzielen .

Ich sehe hier seit den letzten 7 Jahren auch immer mehr die Schiene extensiver zu wirtschaften , mit gemischten erfolgen ... die Förderung alleine könnte mich aber nicht zu diesen Schritt bewegen - mit den ~300€ ist das noch längst kein selbstläufer..