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Verbraucher fragen Landwirte => Informationen aus erster Hand => Thema gestartet von: Henrik am 10. Oktober 2016, 17:30:42

Titel: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 10. Oktober 2016, 17:30:42
Aus gegebenen Anlass mal nachfragen   :)

Ich war ja schon ein paar Mal in Schweden. Muss sagen bin gern dort  :)  Über die Landwirtschaft muss ich zugeben weiss ich aber recht wenig  :(

Schweden ja nicht so weit weg, aber doch von der ganzen Bewirtschaftung her anders als bei uns. Viel mehr Sommerkulturen, wenig Feldarbeitstage und sehr viele Steine.

Vielleicht hat ja noch jemand weitere Infos zur Größe der Betriebe usw.

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: guest176 am 10. Oktober 2016, 18:11:36
Aus gegebenen Anlass mal nachfragen   :)

Ich war ja schon ein paar Mal in Schweden. Muss sagen bin gern dort  :)  Über die Landwirtschaft muss ich zugeben weiss ich aber recht wenig  :(

Schweden ja nicht so weit weg, aber doch von der ganzen Bewirtschaftung her anders als bei uns. Viel mehr Sommerkulturen, wenig Feldarbeitstage und sehr viele Steine.

Vielleicht hat ja noch jemand weitere Infos zur Größe der Betriebe usw.

Gruss

Henrik

ich habe einen bekannten in südschweden , er ist schon seit einigen jahren altenteiler und organisiert landwirtschaftliche studienreisen ,bei uns war er auch schon mal mit einer gruppe , sein sohn bewirtschaftet jetzt den betrieb pfluglos mit kartoffelanbau , wäre vielleicht auch mal ein anlaufpunkt  für die aw-tour ?
s
selber habe ich es bisher noch nicht zu ihm geschaft
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 10. Oktober 2016, 22:00:17
Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?

Insgesamt gibt es zu dem Thema sehr viel zu schreiben, denn Schweden ist insgesamt Ca. 2000 km lang. Jede Region hat Ihre ganz eigenen Besonderheiten.
Ich hatte das Vergnügen vor 20 Jahren 4 Sommer dort oben als Erntehelfer zu arbeiten (www.ulfstorp.se). Da es mir dort oben so gut gefällt, war ich mittlerweile schon 23 mal da  ;D.

Aufgrund des Klimas spielt sich das meiste im "Süden" des Landes ab. Das heißt also etwa bis zu einer gedachten Linie Ca. 150 km nördlich der Achse Göteborg - Stockholm.

An der Südspitze kann man die Landwirtschaft noch recht gut mit Mecklenburg vergleichen. Betriebsgrößen von 500 - 1000 Hektar und mehr sind keine Seltenheit.
www.rydsgaard.se
www.widerora.se

Vor allem die großen Gutsbetriebe sind schon sehr imposant.


Fortsetzung folgt...
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 10. Oktober 2016, 22:25:29
ich habe einen bekannten in südschweden , er ist schon seit einigen jahren altenteiler und organisiert landwirtschaftliche studienreisen ,bei uns war er auch schon mal mit einer gruppe , sein sohn bewirtschaftet jetzt den betrieb pfluglos mit kartoffelanbau , wäre vielleicht auch mal ein anlaufpunkt  für die aw-tour ?
s
selber habe ich es bisher noch nicht zu ihm geschaft

Guter Hinweis  :)

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?
Gibt ja inzwischen jedes Jahr eine Agrowissen Tour (letztes Jahr Italien, dieses Jahr Frankreich) und im kommenden Jahr soll dann gern nach Schweden gehen. Da kann man ja schon mal langsam ein paar Infos sammeln  :)


Insgesamt gibt es zu dem Thema sehr viel zu schreiben, denn Schweden ist insgesamt Ca. 2000 km lang. Jede Region hat Ihre ganz eigenen Besonderheiten.
Ich hatte das Vergnügen vor 20 Jahren 4 Sommer dort oben als Erntehelfer zu arbeiten (www.ulfstorp.se). Da es mir dort oben so gut gefällt, war ich mittlerweile schon 23 mal da  ;D.

Aufgrund des Klimas spielt sich das meiste im "Süden" des Landes ab. Das heißt also etwa bis zu einer gedachten Linie Ca. 150 km nördlich der Achse Göteborg - Stockholm.

An der Südspitze kann man die Landwirtschaft noch recht gut mit Mecklenburg vergleichen. Betriebsgrößen von 500 - 1000 Hektar und mehr sind keine Seltenheit.
www.rydsgaard.se
www.widerora.se

Vor allem die großen Gutsbetriebe sind schon sehr imposant.

Danke für die Infos, das hört sich schon mal alles sehr interessant an.

Fortsetzung folgt...

Sehr gern  :) :daumen: :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 11. Oktober 2016, 05:02:24
Entlang der Küste und im Bereich der großen Seen Vänern, Vättern und Mälaren gibt es im südlichen Landesteil Ackerbaubetriebe, oft mit Schweinehaltung oder Geflügelproduktion. Im Landesinneren -Småland - gibt es viele Nebenerwerbsbetriebe mit Mutterkuhhaltung und Forst. Vollerwerbsbetriebe haben sich fast ausschließlich auf Milchproduktion spezialisiert.
In Mittelschweden sieht es quasi ähnlich aus: Nebenerwerb, oder Milchproduktion und viel Forst. Hier gibt (oder gab) es in den Gebirgsregionen an der Grenze zu Norwegen Alm ähnliche Bewirtschaftungsformen und die ersten Rentiere tauchen auf.
In Nordschweden findet klassische Landwirtschaft fast ausschließlich entlang der Ostseeküste statt. Im Landesinneren gibt es quasi nur noch Forstwirtschaft und Rentierzucht. Erstaunlicher Weise werden bis sehr weit in den Norden Kartoffeln angebaut. Das funktioniert wohl deshalb so gut, weil die Kartoffeln im Juni und Juli fast rund um die Uhr wachsen können - Stichwort Mitternachtssonne.

In punkto Niederschlagsmenge gilt: von Westen nach Osten abnehmend. Auf den Ostseeinseln Öland und Gotland kommt dann nicht mehr viel Niederschlag an. Deshalb werden sie auch als Sonneninseln bezeichnet und der Tourismus spielt eine große Rolle. Die Inseln können von den Sonnenstunden her locker mit Malle mithalten.

Ich war diesen Sommer auf Gotland. Dort wurden bis vor Ca. 10 Jahren noch Zuckerrüben angebaut. Weiterhin gibt es neben Kartoffeln und Möhrenanbau viele Milchviehbetriebe. Aufgrund des milden Klimas mitten in der Ostsee versuchen sich mittlerweile 2 - 3 Betriebe mit der Winzerei.

Der Klimawandel kommt den Betrieben vor allem auf der Achse Göteborg - Stockholm ganz stark zu       gute. Während die Getreideernte noch vor 20 Jahren Ende August begann und sich schon mal bis in den Oktober hin ziehen konnte, sind die Betriebe nun oft schon Mitte August fertig.

Den klassischen Familienbetrieb, wo alle Generationen mitarbeiten, gibt es in Schweden nur selten. Die Frauen gehen meist einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit nach. Die Altenteiler verkaufen in der Regel den Betrieb an die nächste Generation und kaufen sich ein Haus in der Nähe. Dafür haben die Betriebe dann entsprechend häufiger Fremdarbeitskräfte.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 11. Oktober 2016, 05:42:32
Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.

Arbeitsschutz hat einen deutlich höheren Stellenwert. Öfters wird auch in der geschlossenen Schlepperkabine ein Gehörschutz getragen. Dort wo es noch Rohrmelkanlagen gibt, werden die Melkzeuge oft an Schienensystemen an der Decke geführt und haben eine Abnahmeautomatik.

Dadurch und auch durch den höheren fremd AK Besatz ist der Automatisierungsgrad oft höher als hierzulande. Melkroboter sind noch stärker verbreitet als bei uns und oft gibt es auch automatische Fütterungssysteme für Silage in der Milchviehhaltung.

Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 11. Oktober 2016, 06:20:36

Aus gegebenen Anlass mal nachfragen

Welcher Anlass?
Gibt ja inzwischen jedes Jahr eine Agrowissen Tour (letztes Jahr Italien, dieses Jahr Frankreich) und im kommenden Jahr soll dann gern nach Schweden gehen. Da kann man ja schon mal langsam ein paar Infos sammeln  :)

Hört sich gut an! Wenn ich es zeitlich einrichten kann, wäre ich dabei.
Wenn noch Fragen sind, oder Ideen/Kontakte/Unterstützung/Übersetzung benötigt wird, stehe ich gerne zur Verfügung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Torben am 11. Oktober 2016, 07:16:43
TOP Infos von Sven.

Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Klaus am 11. Oktober 2016, 07:40:10
TOP Infos von Sven.



Sehe ich auch so.
Danke!
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 11. Oktober 2016, 08:13:11
Ach ja, was noch zu erwähnen wäre: Im Straßenverkehr ist es kein Problem mit der 4 m Rapid und Zwillingsreifen rumzufahren. Hauptsache oranges Dreieck hinten drauf und Rundumleuchte an. Der Nachbarbetrieb hat immer Getreide mit seimem MB-Trac abgefahren: 2 x Tandemkipper + 1 x Dreiachser hinten drann  :o. So genau kenne ich mich da nicht mit den Vorschriften im Straßenverkehr aus, aber es scheint wohl deutlich legerer zu sein. Vielleicht kann Tomtex ja mal was dazu schreiben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: ct am 11. Oktober 2016, 15:26:49
Hört sich gut an! Wenn ich es zeitlich einrichten kann, wäre ich dabei.
Wenn noch Fragen sind, oder Ideen/Kontakte/Unterstützung/Übersetzung benötigt wird, stehe ich gerne zur Verfügung.

Im Gegensatz zu den negativen Überraschungen in der letzten Woche, hier im Forum, muß ich mal sagen:
 :daumen1: :daumen1:
Super das es für fast jedes Thema hier Experten gibt, Danke
... Und eine Reisebegleitung, die der Landessprache mächtig ist ....  :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 11. Oktober 2016, 18:04:27
Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.
Landwirtschaftliche Betriebe als AG, ist ja interessant, hat das steuerliche Gründe oder einfach das Investoren aus Familien etc. besser miteinsteigen können?  Was kostet denn im Süden von Schweden Ackerland?
Das Verkaufen scheint in Skandinavien ja Tradition zu sein.

Arbeitsschutz hat einen deutlich höheren Stellenwert. Öfters wird auch in der geschlossenen Schlepperkabine ein Gehörschutz getragen. Dort wo es noch Rohrmelkanlagen gibt, werden die Melkzeuge oft an Schienensystemen an der Decke geführt und haben eine Abnahmeautomatik.

Dadurch und auch durch den höheren fremd AK Besatz ist der Automatisierungsgrad oft höher als hierzulande. Melkroboter sind noch stärker verbreitet als bei uns und oft gibt es auch automatische Fütterungssysteme für Silage in der Milchviehhaltung.

Arbeitsschutz und höhere Automatisierung ist doch nicht von Nachteil. Finde auch die Nordlichter sind uns in einigen Dinge in Sachen Praxis bzw. Paxiserleichertung vorraus. Sowas ist dann auch immer interessant auf Betrieben zu sehen.


Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.

Das kann man sich vorstellen. Denke so ein Ökobetrieb könnte auch nicht uninteressant zur Besichtung sein.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 11. Oktober 2016, 20:05:24
Ach ja, was noch zu erwähnen wäre: Im Straßenverkehr ist es kein Problem mit der 4 m Rapid und Zwillingsreifen rumzufahren. Hauptsache oranges Dreieck hinten drauf und Rundumleuchte an. Der Nachbarbetrieb hat immer Getreide mit seimem MB-Trac abgefahren: 2 x Tandemkipper + 1 x Dreiachser hinten drann  :o. So genau kenne ich mich da nicht mit den Vorschriften im Straßenverkehr aus, aber es scheint wohl deutlich legerer zu sein. Vielleicht kann Tomtex ja mal was dazu schreiben.
Vorschriften? Militär und Landwirtschaft haben was Höhe, Breite, Länge, Gewicht angeht grundsätzliche Ausnahmegenehmigung. Das heißt aber nicht dass man machen kann was man will. Die Polizei oder das Transportstyrelsen können bei Bedarf trotzdem verlangen dass, z.B. ein Auto vor/nachfährt usw. Das geschieht vermutlich auf stark befahrenen Straßen oder bei entsprechend großen Fahrzeugen die negativ auffallen. Im ländlichen Bereich schaut da keiner groß, der Nachbar fährt auch mal 3km mit dem 6m Schneidwerk zum nächsten Feld... Das setzt natürlich entsprechende Wachsamkeit und Rücksicht voraus.
TÜV gibt es bei Traktoren bis 40km/h keinen, ab 2018 muss alles was schneller kann zum TÜV (EU-Recht). Ob man inzwischen schon legal schneller als 40 darf bin ich mir gerade nicht sicher.

Größere Betriebe werden oft als Aktiengesellschaft (AB) geführt. Insgesamt aber wird generell schon lange ein großes Augenmerk auf die Betriebswirtschaft gelegt. Wenn ein Betrieb nicht gut läuft, dann wird er auch schon mal kurzerhand verkauft und fertig. Das Angebot an Betrieben die zum Verkauf stehen ist im Vergleich zu Deutschland sehr groß und die Preise schwanken auch schon mal recht stark - je nach Konjunkturlage.
Landwirtschaftliche Betriebe als AG, ist ja interessant, hat das steuerliche Gründe oder einfach das Investoren aus Familien etc. besser miteinsteigen können?  Was kostet denn im Süden von Schweden Ackerland?
Das Verkaufen scheint in Skandinavien ja Tradition zu sein.
Ja, geht hauptsächlich um Steuer aber auch soziale Abgaben. Im kleineren Bereich, vor allem bei wenig Schulden ist das Einzelunternehmen im Vorteil. Bei größeren Betrieben und bei vielen zusätzlichen Betriebszweigen wie Kommunale Arbeiten oder Tourismus profitiert man von der AB. Empfohlen wird meist sowohl Einzelunternehmen als auch AG gleichzeitig zu sein. Ich bin auf dem Gebiet allerdings kein Experte.

Ackerland geht in unserer Gegend eigentlich nicht unter 200000kr/ha in neuen Besitz über. Es reicht aber auch ca 20km in Richtung Wald und Steine zu fahren dann sieht es schon billiger aus.
Ich glaube das meiste kann man sich Zusammenreimen: http://www.lrfkonsult.se/varatjanster/fastighetsformedling/ um einen Eindruck zu bekommen
Zitat
Arbeitsschutz und höhere Automatisierung ist doch nicht von Nachteil. Finde auch die Nordlichter sind uns in einigen Dinge in Sachen Praxis bzw. Paxiserleichertung vorraus. Sowas ist dann auch immer interessant auf Betrieben zu sehen.
Kommt drauf an. Irgendwann hat man einfach die Nase voll von Kontrolltanten und den Abgaben die man für die auch noch bezahlen soll. Außerdem gibt es auch Angestellte die ihre Bequemlichkeit und Faulheit hinter Arbeitsschutz verstecken wollen. Höhere Automatisierung hat auch immer die Kehrseite von teuren Investitionen und Arbeitslosigkeit. Es geht manchmal einfach auch zu weit, z.B. wird ernsthaft darüber diskutiert ob die Kinder im Kindergarten beim Rutschen nicht einen Helm tragen sollten...

Ökolandbau spielt eine größere Rolle als in Deutschland. Zum einen, weil es politisch stärker forciert wird, aber auch, weil in vielen Regionen Schwedens aufgrund der klimatischen Voraussetzungen die Ertragsdifferenzen zwischen Konvi und Bio nicht so groß sind wie hier.
Umwelt (Miljö) ist definitiv ein Unwort des Jahrhunderts in Schweden. Mein Eindruck ist nicht unbedingt dass es politisch stärker forciert wird, aber Schweden mehr rechnen. Und wenn sich Öko besser rechnet stellt man um auch wenn man davon nicht überzeugt ist (kenne bis heute keinen solchen Betrieb in Deutschland). Und wenn die Rechnung nicht mehr stimmt dann eben wieder zurück. Die Nachfrage nach "giftfreien" Produkten ist auch extrem angeschwollen - der Markt ist groß, vor allem für einheimische Produkte. Dazu kommt noch dass sich der Ökolandbau mehr auf EU-Niveau bewegt und nicht von "anstrengenden Verbänden" wie Bioland und Demeter geprägt ist. Gerade Milchviehbetriebe stellen gerne um - kaum ein Unterschied in der Bewirtschaftung, kaum Ertragseinbußen (manche Steigern sogar die Milchleistung da sie genauer nochmal genauer hinschauen was eigentlich im Stall passiert) aber besserer Milchpreis. Und wenn der nicht gut genug ist wird eben die Milch nach Deutschland gefahren, trotz Mangel an Ökomilch(produkten) in Schweden - Arla sei Dank!


Wohin soll denn die Reise gehen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Torben am 11. Oktober 2016, 22:35:19
....da bekomme ich direkt Lust, loszufahren !

Top Infos von euch......
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Torben am 11. Oktober 2016, 22:49:25
.....zum Thema Länge, Breite, Höhe und Kilos.

https://www.youtube.com/watch?v=XonyaWAJty0

Bei uns würde man mit der Konstruktion nicht sehr weit kommen.....  ;D

Was für ein schöner Trac!!  :mb1800:  :love1: Ohrenschmaus !
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 309CA am 11. Oktober 2016, 22:55:46
Wir in Schweden mehr pfluglos bestellt und mit Schweine seit ihr ja unterversorgt wegen der immensen Auflagen da geht's uns noch gut dagegen wie hoch ist etwa der selbstversorgungsgrad ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: charlie am 12. Oktober 2016, 06:52:06
@Sven und tomtex

Vielen Dank für die tollen Infos... das macht Appetit auf mehr!
Wäre schön euch auf einer Tour dabei zu haben...  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: berci am 12. Oktober 2016, 07:49:52

Hallo Tomtex,

wie hat es Dich eigentlich nach Schweden verschlagen? Bist Du dahin ausgewandert oder schon dort geboren?


Berthold
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 12. Oktober 2016, 13:15:35
Wir in Schweden mehr pfluglos bestellt?

Nein, es wird deutlich mehr gepflügt.
Und schneller  ;D:
https://www.youtube.com/watch?v=XF1mEG2z8vg

Was für ein schöner Trac!!  :mb1800:  :love1: Ohrenschmaus !

Ach was, in Schweden gibt es Volvo Power!  ;D
https://www.youtube.com/watch?v=36Y-tCrPmAM
https://www.youtube.com/watch?v=CbGqixrmw-g

Ackerland geht in unserer Gegend eigentlich nicht unter 200000kr/ha in neuen Besitz über. Es reicht aber auch ca 20km in Richtung Wald und Steine zu fahren dann sieht es schon billiger aus.
Ich glaube das meiste kann man sich Zusammenreimen: http://www.lrfkonsult.se/varatjanster/fastighetsformedling/ um einen Eindruck zu bekommen

Die Bodenpreise unterscheiden sich von Region zu Region sehr stark. Im Raum Malmö, Helsingborg, Ystad, Trelleborg werden schon mal 30 - 40.000 €/ha aufgerufen:
http://www.hemnet.se/bostad/gard-vaster-om-ystad-skurups-kommun-nobbelov-akermark-10052495

Auf Gotland habe ich mir einen kompletten Betrieb angeschaut, der ist letztendlich für knapp über 1 Mio. € weggegangen:
200 ha, davon 130 ha Acker, 20 ha Grünland und 50 Ha Wald, Vollarondiert, Boxenlaufstall für 160 Kühe mit 2 Robotern, Tip Top Wohnhaus mit Hackschnitzelheizung und Sauna etc.. Allerdings wächst da auch nur die Hälfte wie in Skane.

Oder etwas weiter Richtung Norden:
http://www.hemnet.se/bostad/gard-168m2-belagen-mellan-kristinehamn-och-storfors-storfors-kommun-viggetorps-gard-10149895

Oder in schick und richtig groß, wenn es etwas mehr kosten darf:  ;D
http://www.hemnet.se/bostad/gard-lofta-vasterviks-kommun-nygard-sateri-9722958
http://www.hemnet.se/bostad/gard-vasterviks-kommun-horns-gard-9757515

Zum stöbern:
http://www.hemnet.se/bostader?utf8=%E2%9C%93&municipality_ids[]=-1&item_types[]=gard


Viel Vergnügen


Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 12. Oktober 2016, 19:46:14
Wir in Schweden mehr pfluglos bestellt und mit Schweine seit ihr ja unterversorgt wegen der immensen Auflagen da geht's uns noch gut dagegen wie hoch ist etwa der selbstversorgungsgrad ?
Pfluglos. Ich beschreib es mal so.: Vor 10 Jahren wurde hier in der Gegend noch alles und immer gepflügt. Inzwischen säen einige Weizen nach Raps ohne Pflug. Und es gibt einen Betrieb der Claydon nutzt und auch verkauft. Vor allem Herbstfurche ist traditionell noch stark verankert. Die Winter sind inzwischen aber zu mild und nass um da wirklich positive Effekte zu bekommen. Viele machen trotzdem noch Herbstfurche - entweder aus Tradition oder um Zeit im Frühjahr zu sparen.

Meinst du Selbstversorgung allgemein oder nur auf Schweine bezogen?
Allgemein ist das ein sehr heißes Thema. Genaue Zahlen konnte ich auf die Schnelle nicht finden (vermutlich aus dem Grund). Aber Schweden importiert doppelt so viel landwirtschaftliche Waren wie exportiert werden (gemessen in Kronen). Importiert wird vor allem Frucht, Gemüse, Fleisch, Getränke, Kaffee. Exportiert Getreide, Getränke und diverse Lebensmittel (was auch immer das sein soll).

Ausgewandert ist wohl der politisch korrekte Ausdruck, ich fühle mich aber nicht so - eher als Europäer.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 309CA am 12. Oktober 2016, 21:17:37
Wegen den Schweinen, ihr habt doch vor etwa 10 Jahren durch die Rot-Grüne Regierung ??? erhebliche Auflagen bekommen, da haben doch viele aufgehört, also müsste die Selbstversorgung bei 50 oder weniger liegen und dafür kommt das Fleisch aus NL oder DK
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 12. Oktober 2016, 22:35:20
Wegen den Schweinen, ihr habt doch vor etwa 10 Jahren durch die Rot-Grüne Regierung ??? erhebliche Auflagen bekommen, da haben doch viele aufgehört, also müsste die Selbstversorgung bei 50 oder weniger liegen und dafür kommt das Fleisch aus NL oder DK
Import: 41% Deutschland, 30% Dänemark (sinkt), 12% Polen.
http://www.jordbruksverket.se/amnesomraden/handelmarknad/kottmjolkochagg/marknadenforkottmjolkochagg/marknadenforgriskott.4.3a3862f81373bf24eab80001818.html
Ihr versteht doch alle schwedisch, oder?

Die Zahlen in der Tabelle scheinen dass zu bestätigen was du sagst,aber nicht immer ist "rot grün" Schuld: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_zum_Schwedischen_Reichstag_2006#Wahlergebnis

Tierschutz ist ein Unterschied: http://www.svenskgris.se/attachments/95/107.pdf Wieviel das tatsächlich mehr kostet kann ich nicht sagen - mit Schweinehaltung habe ich mich eigentlich noch nie ernsthaft beschäftigt. Selbst auf dem Grill nur sporadisch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 13. Oktober 2016, 10:08:48
Wir in Schweden mehr pfluglos bestellt und mit Schweine seit ihr ja unterversorgt wegen der immensen Auflagen da geht's uns noch gut dagegen wie hoch ist etwa der selbstversorgungsgrad ?
Pfluglos. Ich beschreib es mal so.: Vor 10 Jahren wurde hier in der Gegend noch alles und immer gepflügt. Inzwischen säen einige Weizen nach Raps ohne Pflug. Und es gibt einen Betrieb der Claydon nutzt und auch verkauft. Vor allem Herbstfurche ist traditionell noch stark verankert. Die Winter sind inzwischen aber zu mild und nass um da wirklich positive Effekte zu bekommen. Viele machen trotzdem noch Herbstfurche - entweder aus Tradition oder um Zeit im Frühjahr zu sparen.

Weiter oben auf der Achse Göteborg Stockholm sieht es da ähnlich aus. Vor 20 jahren wurde da noch kaum Winterraps angebaut. 1998 war ich auf einem Betrieb, da hatten wir 1,5 to Winterraps vom Hektar (Auswinterrung). Sommerrübsen lagen da mit 2 - 2,5 to deutlich besser im Ertrag. Wintergerste war damals genauso selten zu finden wie Winterraps und Mais gab es fast garnicht.
Die Standardgeräteausstattung auf den Betrieben war damals: Överum oder Kverneland Pflug, NZ-Egge, 4m Rapid, eventuell noch eine Walze.
Grubber oder Scheibenegge war nur so ca. auf jedem 4. Betrieb zu finden und hat man sich bei Bedarf dann vom Nachbarn ausgeliehen.
Für eine Stoppelbearbeitung war damals schlichtweg einfach keine Zeit, da Ernte und Aussaat quasi parallel liefen. Der Weizen musste auf jeden Fall noch im September in die Erde. Da kam nur noch der Pflug und fertig. Maximal noch Stoppelbearbeitung mit dem Feuerzeug  ;D - das gibt es aber heute auch nicht mehr.

Etwa von 2000 bis 2010 hat sich die Ernte klimatisch bedingt um gut 4 Wochen nach vorne verlagert und sowohl W-Raps, W-Gerste und Mais haben langsam Einzug in die Fruchtfolge gehalten. Somit gibt es die Möglichkeit einer Stoppelbearbeitung im Ackerbaugürtel von Väster- und Östergötland auch erst seit ein paar Jahren.
Unten an der Südspitze in Skane, sieht das schon seit jeher etwas anders aus.


Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: luwi am 13. Oktober 2016, 19:08:58
Wir in Schweden mehr pfluglos bestellt?

Nein, es wird deutlich mehr gepflügt.
Und schneller  ;D:
https://www.youtube.com/watch?v=XF1mEG2z8vg

Was für ein schöner Trac!!  :mb1800:  :love1: Ohrenschmaus !

Ach was, in Schweden gibt es Volvo Power!  ;D
https://www.youtube.com/watch?v=36Y-tCrPmAM
https://www.youtube.com/watch?v=CbGqixrmw-g

Ackerland geht in unserer Gegend eigentlich nicht unter 200000kr/ha in neuen Besitz über. Es reicht aber auch ca 20km in Richtung Wald und Steine zu fahren dann sieht es schon billiger aus.
Ich glaube das meiste kann man sich Zusammenreimen: http://www.lrfkonsult.se/varatjanster/fastighetsformedling/ um einen Eindruck zu bekommen

Die Bodenpreise unterscheiden sich von Region zu Region sehr stark. Im Raum Malmö, Helsingborg, Ystad, Trelleborg werden schon mal 30 - 40.000 €/ha aufgerufen:
http://www.hemnet.se/bostad/gard-vaster-om-ystad-skurups-kommun-nobbelov-akermark-10052495

Auf Gotland habe ich mir einen kompletten Betrieb angeschaut, der ist letztendlich für knapp über 1 Mio. € weggegangen:
200 ha, davon 130 ha Acker, 20 ha Grünland und 50 Ha Wald, Vollarondiert, Boxenlaufstall für 160 Kühe mit 2 Robotern, Tip Top Wohnhaus mit Hackschnitzelheizung und Sauna etc.. Allerdings wächst da auch nur die Hälfte wie in Skane.

Oder etwas weiter Richtung Norden:
http://www.hemnet.se/bostad/gard-168m2-belagen-mellan-kristinehamn-och-storfors-storfors-kommun-viggetorps-gard-10149895

Oder in schick und richtig groß, wenn es etwas mehr kosten darf:  ;D
http://www.hemnet.se/bostad/gard-lofta-vasterviks-kommun-nygard-sateri-9722958
http://www.hemnet.se/bostad/gard-vasterviks-kommun-horns-gard-9757515

Zum stöbern:
http://www.hemnet.se/bostader?utf8=%E2%9C%93&municipality_ids[]=-1&item_types[]=gard


Viel Vergnügen


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Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 13. Oktober 2016, 20:21:35
Sind solche Häckselladewagen eigentlich in Schweden noch größer Verbreitet?

http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf (http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 14. Oktober 2016, 08:14:55
Sind solche Häckselladewagen eigentlich in Schweden noch größer Verbreitet?

http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf (http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf)

Ja, die sind noch sehr stark verbreitet. Seit der Mais in Schweden auf dem Vormarsch ist, werden jedoch auch mehr selbstfahrende Häcksler verkauft, die den Markt für diese Wagen haben schrumpfen lassen.

Die Variante von Metsjö kannte ich noch nicht.
In der Regel kommen hier spezielle Häckselaggregate von JF zum Einsatz, die mit verschiedenen Wagen, wie z.B. Metsjö oder Sahlström, kombiniert werden.

http://www.kongskilde.com/ru/de-DE/Agriculture/Grass%20and%20Complete%20Diet%20Mixers/Forage%20Harvesters/Forage%20Harvesters/ES

http://sahlström.nu/vara-maskiner/hackvagn/

https://www.youtube.com/watch?v=oCLkELsV_a0

https://www.youtube.com/watch?v=SURUTEUJMh0

https://www.youtube.com/watch?v=YMZz98Letjo

Die Metsjö Wagen sind in der Regel meistens Kipper, während Sahlström Abschiebewagen baut, die durch die zusätzliche Verdichtungsmöglichkeit natürlich eine deutlich bessere Transportkapazität aufweisen.

Generell gillt: in Schweden wird sehr viel mehr gezogene Technik eingesetzt. Gezogene Eggen, gezogene Sämaschinen, gezogene Grubber, gezogene Mähwerke, aufgesattelte Pflüge.
Alles was geht wird in die Hitch gehängt:

https://www.youtube.com/watch?v=6KBd0mzjfDo


Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 14. Oktober 2016, 20:07:38
Sind solche Häckselladewagen eigentlich in Schweden noch größer Verbreitet?

http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf (http://www.metsjo.de/pdf/hack_2015_de_mail.pdf)
Bei uns in der Gegend sieht man die ab und an noch - sehen dann meist 20+ Jahre alt aus. Im Umkreis von 15km stehen 3 Feldhäcksler zur Verfügung. Und die wollen gerne Geld verdienen ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 14. Oktober 2016, 20:59:08
Warum konnten sich diese Häckselladewagen denn so lange halten? Sind Ladewagen unbekannt?

Interessant finde ich ja die Hackenlift+Häckslerkombination von Metsjö, da kann das ganze sogar Sinn ergeben wenn man dann mit LKW abfährt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: ct am 15. Oktober 2016, 08:16:57
Ich tippe mal darauf, dass sich die Häckselsilage besser in die Hochsilos pusten lässt (Harvestore).

Warum konnten sich diese Häckselladewagen denn so lange halten? Sind Ladewagen unbekannt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 15. Oktober 2016, 10:18:16
Warum konnten sich diese Häckselladewagen denn so lange halten? Sind Ladewagen unbekannt?

Interessant finde ich ja die Hackenlift+Häckslerkombination von Metsjö, da kann das ganze sogar Sinn ergeben wenn man dann mit LKW abfährt.

Das hat verschiedene Gründe. Da z.B. In Mittelschweden kein Mais angebaut wird, gibt es dort auch fast keine SFH. Zum anderen wird die Silage in weiten Teilen Schwedens deutlich nasser eingefahren als in D/A/CH. Wegen des kühleren Klimas trocknet es dort nicht so schnell und es werden dann Silierhilfsmittel eingesetzt. Moderne Rotorladewagen neigen bei frischem Gras aber stärker zum "Musen". Somit ist solch ein Häckselwagen in Mittel- und Nordschweden meist das Mittel der Wahl.
Die Idee mit dem Hakenlift ist schon gut, weil der Häcksler dann kontinuierlicher arbeiten kann. Einen LKW braucht es dann aber zum abfahren meist nicht, weil die Hof - Feld Entfernungen durch die arrondierte Lage der Betriebe meistens <2 km liegen.
Andererseits wird in Schweden aber auch viel mehr Rundballensilage gemacht. Manche Betriebe setzen auch komplett auf Rundballen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Tim am 15. Oktober 2016, 14:34:50
An dem Ladewagen fehlt noch der seitlich ausklappbare maispflücker... Das wäre ne kombi  ;D

Ich denke mal das sind solche schlegelhäksler? Die reissen doch im Grunde mehr als das sie häkseln.

Das mit den chemischen silliermitteln habe ich auch schon so gehört - schwieriger wirds mit dem austretenden sickersaft solcher Silagen und verwunderlich finde ich auch das da scheinbar jeder nen 20to Volvo Radlader um die ecke stehen hat um das Silo zu schieben und festzufahren.

Werden dort auch öfter Jerseys gehalten oder eingekreuzt?

Wirklich interessante Bilder.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 15. Oktober 2016, 15:32:07
< snip >
Ich denke mal das sind solche schlegelhäksler? Die reissen doch im Grunde mehr als das sie häkseln.
< snip >

Nein sind es nicht. Das sind Häkelsagegate von JF
http://www.kongskilde.com/de/de-DE/~/media/DLG/Kongskilde/DownloadLib/Brochures/Grass%20and%20Complete%20Diet%20Mixers/Forage%20Harvesters/FCT%20and%20FCT%20King%20Size/300007369%20BL%20D%20FCT%20960-1460%20BRO%201113.ashx (http://www.kongskilde.com/de/de-DE/~/media/DLG/Kongskilde/DownloadLib/Brochures/Grass%20and%20Complete%20Diet%20Mixers/Forage%20Harvesters/FCT%20and%20FCT%20King%20Size/300007369%20BL%20D%20FCT%20960-1460%20BRO%201113.ashx)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 16. Oktober 2016, 03:24:53
An dem Ladewagen fehlt noch der seitlich ausklappbare maispflücker... Das wäre ne kombi  ;D

Ich denke mal das sind solche schlegelhäksler? Die reissen doch im Grunde mehr als das sie häkseln.

Das mit den chemischen silliermitteln habe ich auch schon so gehört - schwieriger wirds mit dem austretenden sickersaft solcher Silagen und verwunderlich finde ich auch das da scheinbar jeder nen 20to Volvo Radlader um die ecke stehen hat um das Silo zu schieben und festzufahren.

Werden dort auch öfter Jerseys gehalten oder eingekreuzt?

Wirklich interessante Bilder.

Mfg tim

Die Häcksler haben mit den ollen JF Schlegelhäckslern außer dem Hersteller nichts mehr gemein: Aufnahme über Pick-Up und dann Häckseltrommel mit Metalldetektor. Also im Prinzip wie ein moderner SFH, nur in klein.

Jerseys werden hier und da mal eingekreuzt, aber wahrscheinlich auch nicht öfters als hier.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 17. Oktober 2016, 20:27:31
Setezn die Schweden eigentlich noch immer wenig auf Zapfwellengetriebene Geräte auf dem Acker? Gefühlt habe ich davon immer sehr wenig gesehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 17. Oktober 2016, 20:46:02
Setezn die Schweden eigentlich noch immer wenig auf Zapfwellengetriebene Geräte auf dem Acker? Gefühlt habe ich davon immer sehr wenig gesehen.
Wenn man nicht gerade Sonderkulturen hat gibt es wenig Zapfwellengetriebene Geräte - Miststreuer, Gülletonne, Mähwerk. Gezogene Geräte statt angebaut.

Macht auch nicht sonderlich großen Spaß die Messer und Zinken die ganze Zeit zu tauschen. Wir nutzen auch schon länger keine Hartmetall oder extra verschleißfesten mehr. Die brechen sowieso ab bevor sie verschlissen sind.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Tim am 18. Oktober 2016, 21:20:25
Sorry Wenns jetzt offtopic geht - aber diese häkselladewagen sind der absolute trekkerporno

Diese schlegelhäksler hatten den Vorteil häkseln und Beschleunigung zu vereinen - man könnte direkt schneiden, häkseln und fördern mit einem Gerät und relativ wenig antriebsleistung,  wenn diese neuen Häksler mit messertrommel richtig kurz schneiden denke ich ist die Verdichtung mindestens genauso gegeben wie bei rotorladewagen - und das Gras ist dann auch wirklich kurz.  Obwohl ich das noch nicht ganz nachvollziehen kann da mich das am häkseln gerade unter feuchten Bedingungen eher stört - es kommt schnell zum zu feinen häkseln oder musen des grüngutes - sowas passiert meiner Meinung beim Ladewagen nicht - der ächzt dann nur unter der schweren last, aber das Grüngut wird recht schonend behandelt.

Diese neueren jf anbauhäksler sind direkt am Wagen fest verbaut? Wiegen wahrscheinlich irgendwo um die 2-3 to und nehmen nochmal 3-4 m baulänge ein - trotzdem scheinen die Tridemgespanne in Länge und Gewicht sogar noch unseren strassenmaßen und gewichten zu entsprechen (2,55m breit,  4m hoch, 18m lang, 40to schwer) ,  gut die 4m werden dort nicht ganz gehalten,  aber die anderen scheinbar schon...

Der jf-Häksler wird sicherlich über zapfwelle angetrieben,  also muss der abschieber/Kipper hydraulisch entleert werden?

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 19. Oktober 2016, 10:02:58
Sorry Wenns jetzt offtopic geht - aber diese häkselladewagen sind der absolute trekkerporno

Diese schlegelhäksler hatten den Vorteil häkseln und Beschleunigung zu vereinen - man könnte direkt schneiden, häkseln und fördern mit einem Gerät und relativ wenig antriebsleistung,  wenn diese neuen Häksler mit messertrommel richtig kurz schneiden denke ich ist die Verdichtung mindestens genauso gegeben wie bei rotorladewagen - und das Gras ist dann auch wirklich kurz.  Obwohl ich das noch nicht ganz nachvollziehen kann da mich das am häkseln gerade unter feuchten Bedingungen eher stört - es kommt schnell zum zu feinen häkseln oder musen des grüngutes - sowas passiert meiner Meinung beim Ladewagen nicht - der ächzt dann nur unter der schweren last, aber das Grüngut wird recht schonend behandelt.

Diese neueren jf anbauhäksler sind direkt am Wagen fest verbaut? Wiegen wahrscheinlich irgendwo um die 2-3 to und nehmen nochmal 3-4 m baulänge ein - trotzdem scheinen die Tridemgespanne in Länge und Gewicht sogar noch unseren strassenmaßen und gewichten zu entsprechen (2,55m breit,  4m hoch, 18m lang, 40to schwer) ,  gut die 4m werden dort nicht ganz gehalten,  aber die anderen scheinbar schon...

Der jf-Häksler wird sicherlich über zapfwelle angetrieben,  also muss der abschieber/Kipper hydraulisch entleert werden?

Mfg tim

Die Rotorwagen haben bei Frischgut noch eher Probleme mit dem Musen, weil über den Rotor ja auch zusätzlich noch verdichtet wird. Von daher gehe ich davon aus, dass die Verdichtung im Ladewagen höher und somit die Transportkapazität größer ist.
Der Häcksler wird fest am Wagen verbaut, das entleeren geht hydraulisch. Ob das über eine Bordhydraulik, oder von der Schlepperhydraulik aus geschieht, kann ich leider nicht sagen. Ich vermute aber mal, dass das Schlepperseitig geschieht.

Beim Schlegelhäcksler kann das Gras aber überhaupt nicht abtrocknen und die Schnittqualität ist unterirdisch. Solche Wagen mit angebautem Schlegelhäcksler gab es ja früher auch mal von JF.
Hier wird mal direkt gehäckselt - ist zwar nicht in Schweden, aber man sieht die "Schnittqualität" ganz gut...:

https://www.youtube.com/watch?v=NOAAdSvoGmg



Setezn die Schweden eigentlich noch immer wenig auf Zapfwellengetriebene Geräte auf dem Acker? Gefühlt habe ich davon immer sehr wenig gesehen.

Bei Ackergeräten scheiden in vielen Regionen die Zapfwellengetriebenen Geräte wie z.B. Kreiselegge oder Fräse schon allein aufgrund des Steinbesatzes aus. Außer in Sonderkulturen, oder auf den Schokoladenböden findet sowas nur wenig Verwendung.
Mir ist in Schweden bislang noch keine Kreiselegge begegnet, es soll aber vereinzelt welche geben. Ich habe gerade mal bei www.maskinmarknaden.se rein geschaut, Kreiseleggen und Fräsen gibt es da keine, aber ettliche Hackvagn  :D.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: ct am 19. Oktober 2016, 13:50:59
So wie in dem Video wurde hier in den 70er Jahren auch mit so einem JF  "NassSilage" eingefahren, brrrr da grausst es mir , wenn ich an das Stinke Zeuch denke
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Tim am 19. Oktober 2016, 14:25:54
So richtig gehäkselt ist das auch nich - keine Ahnung wie man sowas überhaupt zu einem Haufen geformt kriegt, bzw. Wie es denn dann ein Haufen bleibt.

Tja,  nass häkseln ist und bleibt mist.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 19. Oktober 2016, 21:55:37
< snip >
Diese neueren jf anbauhäksler sind direkt am Wagen fest verbaut? Wiegen wahrscheinlich irgendwo um die 2-3 to und nehmen nochmal 3-4 m baulänge ein - trotzdem scheinen die Tridemgespanne in Länge und Gewicht sogar noch unseren strassenmaßen und gewichten zu entsprechen (2,55m breit,  4m hoch, 18m lang, 40to schwer) ,  gut die 4m werden dort nicht ganz gehalten,  aber die anderen scheinbar schon...
< snip >

Wenn ich mir das Video hier ansehe kann man zumindest bei einigen Varianten den Häcksler abbauen und dann ein normales Zugmaul anbringen.

https://www.youtube.com/watch?v=SzJlLfTrnGM (https://www.youtube.com/watch?v=SzJlLfTrnGM)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 19. Oktober 2016, 22:06:43
So richtig gehäkselt ist das auch nich - keine Ahnung wie man sowas überhaupt zu einem Haufen geformt kriegt, bzw. Wie es denn dann ein Haufen bleibt.

Tja,  nass häkseln ist und bleibt mist.

Mfg tim

Die Engländer da habe nach Studium diverser Youtube Videos ein paar Künstler, z.B.:

https://www.youtube.com/watch?v=YxkHiTZ8j4o (https://www.youtube.com/watch?v=YxkHiTZ8j4o)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: FFFlorian am 19. Oktober 2016, 22:20:54
Mit zwei Gablern kann man auch ohne Wände so hoch silieren. Respekt.
Schöne Hintergrundmusik  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Tim am 20. Oktober 2016, 06:48:12
Alleine schon der Begriff "grönfoderflak"   ;D

Das muss gut sein!!!

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 21. Oktober 2016, 12:55:57
Wenn ich mir das Video hier ansehe kann man zumindest bei einigen Varianten den Häcksler abbauen und dann ein normales Zugmaul anbringen.

Ja, sicher kann man den Häcksler grundsätzlich auch wieder abbauen. Der ist da ja vorher auch dran gebaut worden. Und wenn der Häcksler verschlissen ist, kann man wieder einen neuen vor den Wagen bauen. Aber das ist schon ein bisschen mehr Aufwand und ist halt nicht in 10 Minuten erledigt. Insofern ist der Häcksler da "relativ" fest angebaut.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: 251at am 21. Oktober 2016, 18:30:58
In 10 Minuten wird man es nicht hinbekommen aber so viel länger wird es nicht dauern, siehe Anleitung Seite 11 bzw. 13

http://www.metsjo.de/pdf/mq6075_i_ty_001.pdf (http://www.metsjo.de/pdf/mq6075_i_ty_001.pdf)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 23. Oktober 2016, 15:53:47
In der Anleitung sieht das einfach aus. Das will ich aber erst mal in der Praxis sehen.
Spätestens wenn der Häcksler wieder dran soll muss ja der Tridem ohne Deichsel vor den JF bugsiert und richtig positioniert werden.  :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: blumentopfbauer am 23. Oktober 2016, 19:04:57
Wenn ich das so lese, wird der Häcksler ans Fahrgestell gefahren nicht umgekehrt.

Ich finde solche Sachen spannend. Denn wenn ein grosser Schlepper vorhanden ist kann man so die Auslastung des Schleppers steigern.
z.B. bei weit entfernten Flächen:
Schlepper plus Häckselwagen mit Hacken im Felde, 1-2 LKW (mieten?) mit Hacken auf der Strasse. Wenn die Leistung eines solchen Gespannes für die Flächen Ausreicht, wieso nicht, anstatt 1 SF Häcksler mit 3-4 Abfahrern?

Den Rest des Jahres hat man einen normalen Hackenlift.

Nebenbei gesagt ist es für mich immer interessanter eigene Gerätschaften einzusetzen oder Geräte mieten, als den Lohner zu bestellen.
Auch wenn ich nach Vollkosten nicht an des Lohners Preis rann komme, bleibt das Geld für den Fahrer (mich) und meist für den Schlepper auf dem Betrieb.
Ausserdem, wenn der Lohner kommt, ist das ratz fatz einsiliert und tip top verdichtet.
Nur leider ist das liebe Geld auch ratz fatz fort und meine eigen Gerätschaften stehen und kosten auch.

Geht natürlich nur, weil ich ein kleiner Krauter bin ;D

Gruss
 
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Tim am 20. November 2016, 19:33:26

z.B. bei weit entfernten Flächen:
Schlepper plus Häckselwagen mit Hacken im Felde, 1-2 LKW (mieten?) mit Hacken auf der Strasse. Wenn die Leistung eines solchen Gespannes für die Flächen Ausreicht, wieso nicht, anstatt 1 SF Häcksler mit 3-4 Abfahrern?

Unabhängig vom hakenlift - hat ne weile gebraucht - aber das Teil hat ja einen schwenkbaren Turm und kann demnach auch andere Fahrzeuge parallel beladen wenn es notwendig wäre - krass!

https://m.youtube.com/watch?v=tXgDjJVtjR0
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: FFFlorian am 20. November 2016, 20:05:59
Weiß jemand warum die erste Achse ausgehoben ist, für den Bodendruck wären ja besser sie unten zu haben oder ist mit Fluhrschäden bei Kurven zu rechnen ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Niedersachse am 20. November 2016, 20:56:01
Moin!
Das mit dem Flurschaden kann schon sein, es dürfte aber wohl einfach eine lastgesteuerte Liftachse sein, die am Anfang einfach noch nicht runter geht.
Mfg
Niedersachse
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 28. Januar 2017, 19:17:00
War die Tage auf einen Vortrag wo es um Rapsanbau in Schweden ging.

In Schweden werden gute 100.000 Raps angebaut. Die Fläche ist über die Jahre recht konstant. Viele Flächen haben Kohlhernie, weil es mal nach dem Krieg mit dem Rapsanbau übertrieben wurde und da alle zwei Jahre Raps angebaut wurde.

Raps wird durch die nördlichere Lage meist früher als bei uns angebaut, das heist von Anfang August bis Mitte August. Dann werden die Tage schon deutlich kürzer und kälter und das Herbstwachstum reicht nicht mehr aus.

Raps wird mit rund 50 Körner gesät, derzeit laufen mal versuche auch mit wengier Körnern auszukommen.

Der Raps wird zu etwa 40% nach dem Pflug gedrillt, zu 20% mit Grubber oder Carrier mit Biodrill, zu 20% mit Heva oder Claydon, etwa 10 % in Mulchsaat mit einer konvi Drillmaschine, die letzten 10% sind Einzelkornsaat und Direktsaat.

Problem ist durch die langen Tage aber die kurze Vegatation das der Raps schnell in die Erde muss. Für die Rapsaussatt wird dann sogar die Weizenernte unterbrochen. Das heist erst frühe Sorten Weizen ernten, dann Raps drillen und dann den Rest Weizen drillen.
In der Fruchtfolge steht Raps normalerweise 5-6 jährig heute!

Auf jeden Fall immer wieder interessant über den Tellerrand zu schauen  :)

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: granola am 28. Januar 2017, 23:12:30
ich hoffe das klappt das wir uns das im Juni in natura anschauen!
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 15. Juni 2017, 20:47:28
ich hoffe das klappt das wir uns das im Juni in natura anschauen!

Hat doch geklappt  :)

Waren ja mit ein paar Usern die Tage in Schweden unterwegs, muss sagen war sehr interessant!

Lt der aussagen der Betriebsleiter war es dort bis vor kurzem sehr trocken und teilweise noch kalt. Das hat man den Beständen aber nicht mehr angesehen. Die sahen sehr gut aus, sehr gleichmäßig, egal ob Rüben, Mais oder Getreide.
Beim Raps die gleichen Probleme wie bei uns  :(

Großen Dank an Tomtex, der sich wirklich viel Zeit genommen hat und uns den kompletten und sehr umfangreichen Betrieb gezeigt hat  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 17. Juni 2017, 19:45:51
Ein paar Bilder habe ich auch noch für diesen Bereich hier  :)

Angehängte Hächsler sind dort auch noch im Einsatz  :)

Biokartoffeln bei Tomtex  :)  :daumen:

Hofcafe auf einem tollen Hof, dazu noch mit Galerie und Kunsthandwerkverkauf, zum Glück hatten wir keine Frauen dabei und es war nicht offen  ;D

Weizen

Schweden ja sehr groß, geografisch waren im südlichen Teil unterwegs, bis Stockholm hoch haben wir es nicht geschafft. Die Entfernungen sind schon sehr groß, aber das fahren ist dort ja sehr entspannt.
Auch dort wechselt die Landschaft sehr oft, mal fährt man durch Seen und Waldreiche Gebiete, dann kommen wieder ldw. genutze Flächen. Sehr abwechslungsreich. Derzeit sind die Tage ja sehr lang, man hat was vom Tag.
Jagdlich haben wir eher weniger gesehen, aber auch viele Seen die zum baden, angeln etc. einladen. Ist einfach deutlich entspannter als bei uns gefühlt. Durch die hohen Arbeitskosten, auch durch hohe Auflagen was Arbeitsschutz angeht, sind die Schweden glaube ich führend was Dinge der Arbeitserleichterung angeht.

Anreise mit dem Auto ist bei den Entfernungen schon Vorteilhaft, aber egal ob über die Vogelfluglinie oder Rostock-Trelleborg, soweit ist es dann am Ende auch nicht.

Kann es auf jeden Fall empfehlen. Haben ja auch einige im Forum die sich dort gut auskennen.  :)

Die Landpreise bzw. Hofpreise varieren je nach Region auch. Viele Höfe werden ähnlich in Dänemark auch nach einer Generation wieder verkauft. Gefühlt ist dort das Verständnis für die landwirtschaft noch viel größer als bei uns.
Mit der Sprache auch kein Problem, viele Wörter sind auch dem Sinn nach zu verstehen, aber besser ist noch das viele Schweden deutsch sprechen. Verständigung auf jeden Fall kein Problem.

Wer noch kein Urlaubsziel für den Sommer hat, sollte das ruhig mal in Erwägung ziehen. Mir hat es gut gefallen  :)


Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 17. Juni 2017, 19:49:56
Und noch eins vom Weizen
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 24. Juni 2017, 17:54:14

Großen Dank an Tomtex, der sich wirklich viel Zeit genommen hat und uns den kompletten und sehr umfangreichen Betrieb gezeigt hat  :)
Gern geschehen, wenn ihr mal wieder in die Gegend kommt dann zeig ich Euch den Rest des Betriebes...oder mehr von der Umgebung!
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: bayernfarmer am 24. Juni 2017, 22:06:04
Hallo,
Schweden ist schon eine Reise wert.
War selbst schon mal ne Woche dort unterwegs, rund um Stockholm, Södertaelje - Scania ( glaub nicht richtig geschrieben), Sloot Taxinge , Mariefred etc.
Urlaub, den man sich mal gönnen sollte, aber der Gelbeutel wird bei nen Famlienurlaub schon beansprucht.

Danke auch für die Eindrücke von eurer Reise-

mfg
fritz


Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 24. Juni 2017, 22:59:40
Nächsten Samstag fahre ich wieder rauf  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Uwe am 25. Juni 2017, 00:17:25
Hab mich letztes Jahr mal ein bißchen mit deren Sortenempfehlungen für Winterweizen ("Höstvete") beschäftigt.
Ich war auf Dienstreise da und habe die schönen Weizenschläge bewundern dürfen.
Letztlich ist ja Auswinterung mein größtes Problem und möglicherweise sind uns die Schweden beim Thema Winterhärte voraus?
Leider haben die aber im Großen und Ganzen das gleiche genetische Material wie wir.
Da wird auch nur Julius, Toras, Skagen usw. angebaut.
Vielleicht sollte ich also bei dem Thema eher nach Russland schielen?!?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 25. Juni 2017, 09:37:08
In welcher Gegend bist Du gewesen?

Hier mal die Sortenauswahl der Schwedischen Genossenschaft:
https://www.lantmannenlantbruk.se/sv/produktkatalog/vaxtodling/hostutsade/hostvete/

http://paper.agriprim.se/split_document.php?subfolder=ScSeed/&doc=VeteGuide_2017_till_web.pdf

http://swedishagro.se/vaxtodling/utsade/hostutsade/hostvete

http://www.scandinavianseed.se/?p=1177
http://www.scandinavianseed.se/?p=1178

Frontal und Mariboss sollen sehr winterhart sein, aber auch Olivin und Ellvis.

Je weiter man nach Norden geht und sich der Anbaugrenze für WW nähert, um so winterhärter müssen die Sorten sein. Ganz unten im Süden gibt es die selben Sorten Sorten wie hier auch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Uwe am 25. Juni 2017, 14:54:40
Ich hatte in Norrköping zu tun. Weil ich reichlich Messequipment mit hatte bin ich von Lüneburg aus mit dem Auto gefahren.
Da kann man schon ein bißchen was von der Landschaft sehen...

Aber wie gesagt, bis auf einige Exoten wie Mariboss, Olivin oder Brons gibts die Sorten auch fast alle bei uns.

Linus, Julius, Memory, RGT Reform, ...


Edit:

Welche Sorten würdest Du mir den bzgl. Winterhärte empfehlen? Julius hat in Polen die Einstufung 5 von 9 Punkten und geht damit gerade so eben. Bessere Sorten als 6 gibt es aber auch überhaupt gar nicht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 25. Juni 2017, 19:03:26
Ich kann mal meinen Nachbar fragen (ist Berater), der hat mehr Blick auf Sorten und evtl. auch Kontakte die da nördlichere Aussagen machen können. Hier in meiner Umgebung ist kaum Unterschied zum Norden Deutschlands.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 25. Juni 2017, 20:47:51
Empfehlen kann ich da leider nichts, da ich auch nur Kontakte bis in die Region Linköping/Norrköping habe. Da müsste man eher schauen, was so ca. 100 km nördlich von Uppsala angebaut wird. Da kommt man dann langsam in die Grenzregion für WW.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 26. Juli 2017, 21:12:16
Ich kann mal meinen Nachbar fragen (ist Berater), der hat mehr Blick auf Sorten und evtl. auch Kontakte die da nördlichere Aussagen machen können. Hier in meiner Umgebung ist kaum Unterschied zum Norden Deutschlands.
Fast vergessen, hier werden die Sorten noch auf Winterhärte getestet oder zumindest bewertet:
http://www.ffe.slu.se/ffe/Info/Sortval.htm
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 28. September 2017, 00:17:31
https://youtu.be/NOq1bWmBt-I

Einiges sollte den Schweden Fahrern bekannt vorkommen 😀
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: halbspaenner am 28. September 2017, 07:54:11
https://youtu.be/NOq1bWmBt-I

Einiges sollte den Schweden Fahrern bekannt vorkommen 😀
Moin,
.... und wer von der Schweden-Combo hat die kleine Maus :herz: geschwängert :frage:?
Gruß, Rudolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 15. Juni 2018, 19:34:24
https://www.borgebyfaltdagar.se/?p=1880&m=1415&lang=english

Reizt mich auch. 😀
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 23. Juni 2018, 07:51:49
https://www.borgebyfaltdagar.se/?p=1880&m=1415&lang=english

Reizt mich auch. 😀

Ist auch wirklich zu empfehlen, Du hast es ja nicht so weit.
Direkt im Anschluss bietet sich dann das noch an:
http://www.tractorpulling.nu/program/


Warst Du zum Urlaub oben?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 23. Juni 2018, 23:36:37
Schaffe es leider nicht, Pläne haben sich geändert. Gibt aber bestimmt noch irgendwo Infos ob es dort was neues gab.  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 19. Juli 2018, 19:37:00
Schweden wohl auch sehr stark von der Trockenheit betroffen. Waldbrände haben die leider auch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 20. Juli 2018, 06:51:10
Schweden wohl auch sehr stark von der Trockenheit betroffen. Waldbrände haben die leider auch.
(https://www.svtstatic.se/image-cms/svtse/1532010949/svts/article18710890.svt/alternates/extralarge/brandkarta-0719-em-png)
Über 20000ha brennen. Seit April hatten wir hier ca. 25mm Regen, am 20.Mai...
Die Aussichten: https://www.yr.no/place/Sweden/Kalmar/Arby~2725448/long.html

Wir haben immerhin das Glück dass wir (noch) bewässern können. Futter ist trotzdem schon Mangelware.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 21. Juli 2018, 11:08:07
Danke für die Information. Echt krass. Ist vorher an mir vorbei gegangen.

Den Wetterdienst nutze ich aber auch, passt hier mit am besten.  :D
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 21. Juli 2018, 13:21:58
Danke für die Information. Echt krass. Ist vorher an mir vorbei gegangen.

Den Wetterdienst nutze ich aber auch, passt hier mit am besten.  :D
Morecast ist meistens genauer bei uns: https://morecast.com/en/forecast/tabular/14-days/16.14418%2056.56916/se/vassmoloesa-kalmar-kalmar-county-sweden/arby
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: halbspaenner am 21. Juli 2018, 15:20:17
Moin Tomtex,
habt Ihr den kleinen Fluß bei Dir umme Ecke schon leer gepumpt ;)?!
Das Klima in Südschweden wird dem hiesigen scheinbar immer ähnlicher :frage:.....
Gruß, Rudolf, der mom. eine historisch niedrige :( Ernte einfährt
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 05. August 2018, 08:50:51
Hoffe das hat sich wieder beruhigt?

Wie war/ist die Ernte in Schweden im Vergleich zu den Vorjahren?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 25. Oktober 2018, 09:23:04
Wie sieht es zur Zeit in Schweden aus ? Noch was von der Trockenheit zu sehen gewesen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 26. Oktober 2018, 21:55:28
Wie sieht es zur Zeit in Schweden aus ? Noch was von der Trockenheit zu sehen gewesen?
Ja, es ist immer noch trocken. Ende August kam zwar ca. 40mm, dann wieder Ende September passend zur Saat etwas. Seitdem ist wieder trocken.

Jahressummen:
2013: 478
2014: 518
2015: 437
2016: 492
2017: 440
2018: 217
(http://uploads.agrotux.com/niederschlag_schweden.png)
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: charlie am 27. Oktober 2018, 10:01:51
@tomtex

Habt ihr einen anderen Kalender? Wo kommen denn die 3mm Niederschlag im November 18 her?  ;D

Ansonsten hätte ich eurer Ecke mehr Wasser von oben zugetraut. Schön, dass AW auch den Tellerrand erweitert...
Was steht denn da für eine Verdunstung entgegen? Wie schaut die Gesamtbilanz aus?

Wir leben hier seit Jahren mit leicht negativen Wasserbilanzen (zwischen -50 und -120 Litern), aktuell liegen wir bei fast -600 Liter  :o
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 27. Oktober 2018, 18:23:52
@tomtex

Habt ihr einen anderen Kalender? Wo kommen denn die 3mm Niederschlag im November 18 her?  ;D

Ansonsten hätte ich eurer Ecke mehr Wasser von oben zugetraut. Schön, dass AW auch den Tellerrand erweitert...
Was steht denn da für eine Verdunstung entgegen? Wie schaut die Gesamtbilanz aus?

Wir leben hier seit Jahren mit leicht negativen Wasserbilanzen (zwischen -50 und -120 Litern), aktuell liegen wir bei fast -600 Liter  :o
Wo die 3mm im November herkommen hab ich mich auch schon gefragt. Verdunstung hab ich leider keine vernünftigen Daten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 03. Juni 2019, 16:48:14
Wie sieht es zur Zeit in Schweden aus ? Noch was von der Trockenheit zu sehen gewesen?
Ja, es ist immer noch trocken. Ende August kam zwar ca. 40mm, dann wieder Ende September passend zur Saat etwas. Seitdem ist wieder trocken.

Jahressummen:
2013: 478
2014: 518
2015: 437
2016: 492
2017: 440
2018: 217


Wie sieht es aktuell aus?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 03. Juni 2019, 19:15:10
April war im Prinzip komplett trocken wieder mit Feuern. Im Mai kamen ca. 30mm halbwegs sinnvoll verteilt. Der Mai war recht kühl und durch den trockenen April ist Frühjahrsgetreide recht langsam in Gang gekommen. Dafür ist der Spinat nicht "weggebrannt" und der Kohl sieht noch aus wie Kohl. Wir machen jetzt gerade den ersten Schnitt, sind aber typischerweise eine Woche bis 10 Tage später als die konventionellen Milchspezialisten außenrum. Die wollen aber auch mehr Eiweiß im Futter als wir. Wie es im Rest von Schweden aussieht hab ich gerade keinen Überblick.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 22. Juni 2019, 13:06:51
War die letzte Woche in Schweden. War sehr schön und total entspannt durch die Lande zu fahren. Bestände sahen jetzt überwiegend gut aus.

Gibt aber immer wieder Dinge die einem auffallen. Telelader haben wir fast gar nicht gesehen dafür Radlager mindestens einen auf dem Betrieb. Vermutlich wegen Langlebigkeit und wegen der Steine.

Das Väderstad Werk wird auch schon wieder erweitert und weiter rationalisiert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: ct am 23. Juni 2019, 09:46:19
Das Väderstad Werk wird auch schon wieder erweitert und weiter rationalisiert.

Das haben wir letzten Winter schon gesehen und einer hat wegen der frischen Wandfarbe auch ne neue Jacke bekommen  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 23. Juni 2019, 10:37:07
Geht immer weiter. Problem ist halt die knappe Verfügbarkeit von Arbeitskräften.

Fahren die Schweden die Grubber und Walzen in der Hitch ? Habe da nicht so drauf geachtet. Nur das eine Hitch überall dran ist.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Josef am 23. Juni 2019, 11:53:05
Das Väderstad Werk wird auch schon wieder erweitert und weiter rationalisiert.

Das haben wir letzten Winter schon gesehen und einer hat wegen der frischen Wandfarbe auch ne neue Jacke bekommen  ;D

Hätte ich gewusst das es eine neue gibt hätte ich mich auch nochmal angelehnt ;D

Wir waren letzten Donnerstag bei Lemken in Haren (Spritzen) schon Wahnsinn was die Firmen momentan ( die letzten Jahre ) investieren!
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: FFFlorian am 23. Juni 2019, 19:46:51
Hoi hendrik
Wäre nett Wenn du ein paar bilder zu eurem trip einstellen könntest.
Vg
Florian
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Henrik am 26. Juni 2019, 16:16:05
Hoi hendrik
Wäre nett Wenn du ein paar bilder zu eurem trip einstellen könntest.
Vg
Florian

Mal schauen ob ich die Tage noch was passendes finde.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Julian P am 15. Februar 2020, 17:39:51
Hallo zusammen,

dies ist mein erster Beitrag, deshalb kurz zu mir: ich heiße Julian und komme aus dem Süden Deutschlands. Ich habe vor bald 20 Jahren eine Ausbildung zum Landwirt absolviert (als Quereinsteiger), dann aber aus verschiedenen Gründen letztendlich einen anderen Beruf ergriffen.

Meine Frau und ich erwägen seit geraumer Zeit, nach Schweden auszuwandern. Ich könnte meinen aktuellen Beruf in Schweden nicht weitermachen. Ich könnte mir zwar sehr gut vorstellen, wieder in der Landwirtschaft zu arbeiten, nach so langer "Abstinenz" würde ich jedoch gerne nicht gleich selbstständig beginnen.

Mich interessiert daher folgende Aussage von Henrik:

Geht immer weiter. Problem ist halt die knappe Verfügbarkeit von Arbeitskräften.

Kann jemand von euch was zur Situation sagen bzgl Anstellungen i.d. Landwirtschaft?

Vielen Dank,
Gruß Julian

Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Georg am 15. Februar 2020, 19:05:50
Wie oft warst Du schon in Schweden? Zu welcher Jahreszeit? Welche Landesteile von Schweden kennst Du?
Hast Du schwedische Sprachkentnisse? Wenn nicht wie gut ist Dein Englisch?
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: tomtex am 16. Februar 2020, 12:40:27
Arbeitskräfte fehlen gefühlt eigentlich immer - vermutlich aber nicht weil es sie nicht gibt sondern weil die Landwirtschaft sie nicht (angemessen) bezahlen kann.
Titel: Re: Landwirtschaft in Schweden
Beitrag von: Sven1971 am 17. Februar 2020, 07:46:02
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