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Verbraucher fragen Landwirte => Informationen aus erster Hand => Thema gestartet von: Henrik am 05. Dezember 2014, 18:43:19

Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 05. Dezember 2014, 18:43:19
Ich muss ehrlich gestehen das ich recht wenig über die Landwirtschaft in Kanada oder Canada weiss. Aber wir haben hier ja einige Experten die sich da etwas mehr auskennen. Beeindruckend einfach immer die riesigen Weiten bzw. Flächen. Die großen Maschinen, die Silos usw.

Wird eigentlich auch Wintergetreide oder nur Sommerungen angebaut? Canola ist der Sommerraps ? Gibt es da inzwischen beim Raps auch Probleme mit der Fruchfolge ? Wird auch europäische Technik eingesetzt oder eher nicht?

(Mir fallen bestimmt noch ein paar mehr fragen dazu ein  ;) )

Gruss

Henrik
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 05. Dezember 2014, 19:33:37
Ich war schon relativ oft dort.

Kanada ist kein Land, es ist ein Kontinent! Von Ost nach West um die 6000 km!
Ich bins mal vor 20 Jahren von West nach Ost in einer Woche mit dem Motorrad durchgefahren! Vergessen hatte ich  bei der Planung allerdings das jeder Tag eine Stunde kürzer ist! Man fährt ja so gegen die Zeit!

Ontario zu Manitoba sind Unterschiede wie Tag und Nacht! Mir gefällt Ontario so von Detroid bis Toronto am Besten! Es ist eigentlich sehr Europäisch! Die Farmen sind relativ klein und eine sehr intensive Landwirtschaft! Wenn immer es geht besuche ich dort meine Mennonitische Verwandtschaft im Raum Kitchener. Das liegt genau auf halber Strecke zwischen Toronto und Niagara Fälle. Dort sind auch sehr viele Holländische Auswanderer, die Obst und Gemüse anbauen.

Das in den Augen von Deutschen mit großen Farmen Kanada ist in der MItte und im Westen vor den Rockys! Ewig große Felder und der Fuchs findet wegen der Flächengröße keinen Hasen! Ich kenne viele die mal dort als Erntehelfer oder Praktikant bei ner Deutschen Familie waren. Die haben in 6 Monaten kein Wort Englisch gelernt, weil sie keinen Kontakt zur Zivilisation hatten!

Zu Deinen Fragen: Es gibt kein Wintergetreide! Obwohl z.B. Winnipeg geanu auf dem gleichen Breitengrad wie Frankfurt liegt, sind die Winter viel zu lang und zu kalt für Wintergetreide!

In den Gebieten mit Mähdruschfrüchten wachsen nur sehr schnellwachsende Früchte. In den nördlichen Gebieten wurde mal der Anbau von 90 Tage Weizen geboren. Kopiert wurde das dann in Sibirien und Kasachstan! Sommerraps (Canola) und Weizen werden eigentlich nicht reif. diese Früchte müssen mit Schwadmäher zur Reife "gezwungen"! es wird sehr wenig aus dem Stand gedroschen! Wenn, dann geht's nur mit Sikkation!

Raps, Soja und Sonneblumen sind Round up ready genmanipuliert. Bei Weizen geht's derzeit los! Auch der Zuckerrübenanbau in Ontario ist alles Genmanipuliert! Technik auf den kleineren Betrieben ist ab und zu mal Deutsch. Unimog war mal sehr populär, Tebbe Streuer für Hühnermist sind populär auch Fendt Schlepper sieht man relativ oft! Auch bei Mähdreschern sieht man relativ viel Claas (Cat).

Aber es sind ja hier einige im AW die schon dort gewirtschaftet haben. Ich konnte dort nie bleiben. Die Sommer sind mir zu heiß und die Winter viel zu lange und zu kalt!

Ich war das letzte mal vor 5 Jahren in Lake Louise zum Skifahren! Wenn mal jemand wirklich Skifahren will, dann gibt's nur die Gegend um Lake Louise! Billig und Schnee wie ein Traum! Die längste Abfahrt sind 16 km!

Auch die Vermarktung ist in Kanada etwas anders wie bei uns. Eigentlich ist alles irgendwie kontigentiert! Und die Kontigente sind die eigentlichen Werte der Farmen!

Alles in allem ist KAnda erste Wahl wenn man mal was anderes sehen will und ein ordentliches Englisch lernen will. Wenn dann meiner Meinung nach in Ontario! Denn große Schlepper oder Mähdrescher auf großen Feldern kann man inzwischen auch in Ostdeutschland fahren.

Traumhaft ist ne Fahrt von Vancouver bis Winnipeg im September während des Indian Sommers! Die Laubfärbung des Ahorn ist einfach einzigartig! Gbts eigentlich nur noch einmal auf der Welt in den Japanischen Bergen!
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 05. Dezember 2014, 22:43:26
Kanada ist schon eine ambivalente Sache.
Auf der einen Seite sind die Möglichkeiten schon enorm. Es ist einfach viel Fläche vorhanden und ich denke, dass man im Vergleich zu Mitteleuropa noch relativ viel Freiheit im Umgang damit hat. Was das Naturerlebnis betrifft, sicher, wie Georg sagt, eine andere Dimension zu hier, nicht nur beim Skifahren! Auf der anderen Seite - wie steht es um die Infrastruktur oder das kulturelle? Ich glaube, als Mitteleuropäer kann man hier nur im Umfeld einer Metropole überleben.
Das Klima soll ja noch neueren Berechnungen in Kanada besser werden. :D Kanada soll einer der Gewinner beim Klimawandel sein.
Vom Betriebswirtschaftlichen her ist Kanada, was ich so mitbekommen habe, nicht ohne.

Es ist doch verflixt: Jene Regionen, die gutes Klima haben, haben sonst eine Menge andersartiger Nachteile und dort, wo das Klima weniger günstig ist, kann man relativ einfach sesshaft werden.

Gibt es irgendwo ein Land, wo es 12 Wuchsmonate mit 4 Jahreszeiten gibt und man nicht Opfer der Regierung/Gesellschaft wird?
Vancouver ist vom Klima her ja nicht mehr so heftig; Schnee und Frost ein seltener Gast.

Ich habe hier am Rechner immer den Wetterbericht von Calgary mit laufen. Aktuell -11°C. Hier +5°C und ich bekomme schon Depressionen, wenn ich ins neblige Süddeutschland fahren muss. ;)
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 05. Dezember 2014, 22:56:51
Es ist doch verflixt: Jene Regionen, die gutes Klima haben, haben sonst eine Menge andersartiger Nachteile und dort, wo das Klima weniger günstig ist, kann man relativ einfach sesshaft werden.

Tzja... irgendwas is ja immer...  8)

Gibt es irgendwo ein Land, wo es 12 Wuchsmonate mit 4 Jahreszeiten gibt und man nicht Opfer der Regierung/Gesellschaft wird?

Diese Frage hätte ich jetzt von dir am Wenigsten erwartet... ;)
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. Dezember 2014, 05:26:19
mit diesem titel fuehle ich mich ein wenig angesprochen.
Georg hat schon eine grosse uebersicht von der landwirschaft geschrieben.
wahrscheinlich die groesse und weite des landes ist fuer europaer das eindruecklichste.
landwirtschaft in canada ist von klein bis gigantisch ,vom letzten jahrhundert bis zum hightech alter.
vom supplymanagment bis zum open so called free market.
wetter das nummer eins thema, auch hier. nur eine erklaerung:extrem  aber ich habe damit keine probleme, liebe den winter.
ja es werden auch wintergetreide angebaut, hauptsaechlich in ontario [weizen,gerste,roggen]
aber die gefahr der auswinterung ist relatif hoch.aber ertrag ist wesentlich hoeher.
gen-manipulierte sorten haben einen grossen marktanteil,aber es werden praemien bezahlt fuer konv.soya auch fuer bio produkte.
euro-maschinen hatten immer den ruf von zu wenig robust und billig im wiederverkauf. glaube aenderte sich ein wenig.aber wir haben immer noch etwas andere ansichten ueber die farmmechanisierung.
vom sklfahren kann ich nur sagen , das die kleine schweiz in diesem gebiet mithalten kann. habe schon beide getestet.
canada ist ein land von multiculture.ein land von vielen einwanderer aus der ganzen welt.
mein bleibender eindruck von land und leuten :die toleranz und hilfsbereitschaft, ich fuehlte mich nie als auslaender auch als ich sichtlich schwierigkeiten mit der sprache hatte.
heute glaube ich das wir den richtigen weg gegangen sind ,auch wenn am anfang alles hart war.
ich fuehle mich hier zu hause und bin zugleich immer noch etwas stolz von old switzerland.
hoffe leute  koennen meine zeilen noch verstehen, es gibt mir immer ein wenig gelegenheit deutsch zu schreiben.
wie schon vorher gesagt sind natuerlich die weiten praeries eindruecklich.oder die rockys, BC bis hinauf zum yukon.
uns gings in canada gut und auch meine kinder haben ein gutes leben. sie sind alle in canada geboren und lieben ihre schweizer abstammung.
wetter zur zeit:eisregen sonntag montag -12 der wetterman sagt gerade not to bad ;D
bis bald   canuck
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. Dezember 2014, 08:22:18

Tzja... irgendwas is ja immer...  8)



Weil du halt mit dem Boden auch etwas angekettet bist. den kannst du ja nicht einfach so in ein anderen Land mitnehmen.


Zitat
Diese Frage hätte ich jetzt von dir am Wenigsten erwartet... ;)

Ja?  :frage:
Siehst'e - jeden Tag eine neue Überraschung. :D


Ich glaube, das mit dem Flächenausmaß wird bei uns übertrieben gesehen. Wie hoch sind die Weizenerträge in der Prärie? 3 to? Also 1:3 zu D und somit muss einer in der Prärie schon mal 900 ha machen, wo ein Deutscher mit 300 ha klar kommt, um auf den selben Gesamtertrag zu kommen.


o.t. wegen des Skifahrens: Also das stimmt schon, dass wir hier mit halten können, wenn es um Pistenskifahren geht, aber es gibt ja noch off piste.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ede am 06. Dezember 2014, 08:56:29
Ich glaube, das mit dem Flächenausmaß wird bei uns übertrieben gesehen. Wie hoch sind die Weizenerträge in der Prärie? 3 to? Also 1:3 zu D und somit muss einer in der Prärie schon mal 900 ha machen, wo ein Deutscher mit 300 ha klar kommt, um auf den selben Gesamtertrag zu kommen.

Der Gesamtertrag ist doch irrelevant. Es kommt doch einzig und allein drauf an, was unterm Strich über bleibt.

Gruß
Ede
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. Dezember 2014, 08:59:23

Tzja... irgendwas is ja immer...  8)



Weil du halt mit dem Boden auch etwas angekettet bist. den kannst du ja nicht einfach so in ein anderen Land mitnehmen.


[qoute]
Diese Frage hätte ich jetzt von dir am Wenigsten erwartet... ;)

Ja?  :frage:
Siehst'e - jeden Tag eine neue Überraschung. :D


Ich glaube, das mit dem Flächenausmaß wird bei uns übertrieben gesehen. Wie hoch sind die Weizenerträge in der Prärie? 3 to? Also 1:3 zu D und somit muss einer in der Prärie schon mal 900 ha machen, wo ein Deutscher mit 300 ha klar kommt, um auf den selben Gesamtertrag zu kommen.


[/quote]
Das mit dem 1:3 ist ein Wunschdenken europaeischer Bauern,das ist nur in den Trockengebieten so.
Beim Hard red Spring Wheat sinds eher 4-4,5to,die auf den halbwegs guten Standorten gedroschen werden,beim Soft White auf den Topstandorten 6 ;)
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. Dezember 2014, 09:39:46
Es kommt wirklich drauf an was man will,wenn man z.B. ein Praktikum dort machen will.Wenn man es eher europaeisch haben will ist Ontario oder Quebec erste Wahl,wenn man echte Grossflaechenlandwirtschaft mit komplett andren Ansaetzen erleben will,muss man in den Westen.Ein echtes Paradies ist das Red River Valley in Manitoba suedlich von Winnipeg bis runter nach Emerson an der US-Grenze,habe dort mal drei Monate bei einem Auswanderer aus Schleswig Holstein gearbeitet,dort wird neben Weizen und Raps auch Koernermais,Soja,Zuckerrueben und Kartoffeln angebaut,teilweise auch Winderweizen.Teilweise metertiefe Schwarzerde,fast keine Steine,wenig Pottloecher oder Buschfetzen in den Feldern(was im restlichen Westen oft vorzufinden ist),tellereben,kurzum der beste Produktionsstandort in Westkanada meiner Meinung nach.Dort wird auch relativ viel Bodenbearbeitung gemacht,groesstenteils mit Grubber oder Schweibenegge.
Was die Mechanisierung angeht,so sind deutsche Maschinen meist nur auf Farmen von Auswanderern zu finden,Lexion Drescher nur dort wo auch Haendler sind,Wiederverkaufswert sehr niedrig,deshalb sind das immer noch Exoten.Deere hat wirklich grob geschaetzt 50% Marktanteil,in manchen Gegenden sogar mehr,da sehr gute Haendlernetz,guten Wiederverkaufswert und auch gutes Marketing ;D
Den Maschinen wird dort einiges abverlang,was deutsche oder europaeische Maschinen oftmals nicht aushalten.Fendt Schlepper sind meist nur auf Viehbetrieben vorzufinden,auch hier sehr geringer Wiederverkaufswert und fuer Maschinen mit mehr als 12 Meter AB einfach nicht genuegend Zugkraft.In Westkanada sieht man immer weniger Saemaschinen mit weniger als 12 Meter AB,18 Meter ist bei den Neuanschaffungen das Mindestmass,und da brauchts halt einfach nur was Grobes,was richtig reisst.Trotz gewisser Vorteile von Raupensystemen wird der Knickschlepper dort noch sehr lange weiter bestehen,da Transportbreite fast keine Rolle spielt,auf dem Betrieb wo ich saisonal taetig bin werden selbst die 13,5 Meter Schneidwerke nicht abgebaut,und das obwohl vom Nordende der Farm bis zum Sueden ueber 60km liegen.Transportarbeiten werden fast ausnahmslos mit LKWs durchgefuehrt,kleine Betriebe haben oft mehrere Dreiachser,die grossen Farmen jedoch alle Sattelschlepper mit ein oder zwei Auflieger dahinter.Bin die ganze letzte Ernte auch mit so einem sogenannten B-Train oder Super-B gefahren.
Ein Familienbetrieb kann locker 1500 bis 2000ha bewirtschaften,dazu genuegt ein Knickschlepper(der wirklich auf jedem Ackerbaubetrieb vorzufinden ist,teilweise 25-30 Jahre alte Boliden,die aber alle Autosteer haben),eine Saemaschine,oftmals sogar nur ein Drescher,ein Schwadmaeher,eine Selbstfahrspritze,ein groesserer Standardschlepper fuer Foerderschnecke,Striegel oder Steinsammler,zwei LKWs und das wars dann fast schon.Was die Arbeit angeht,Mai ist Aussaat,dann wirds ruhig bis Mitte/Ende August laeuft nur die Spritze,dann Ernte bis Ende Oktober und dann wirds ganz,ruhig ;D
Richtig begreifen kann man diese Art der Landwirtschaft dort eigentlich erst nach mehreren Jahren,wenn man naemlich mal eine Missernte oder ein zu nasses Fruehjahr,wo man nur einen Teil der Flaechen nicht bestellen kann,erlebt.Dann weiss man naemlich erst,was fuer ein riskantes Spiel dort ablaeuft,und das Risikomanagement fuer die Farmer dort nicht nur ein hohles Wort ist.Dann versteht man auch,warum zum Beispiel weniger Duenger ausgebracht wird,sehr oft noch immer keine Fungizide im Getreide,warum man Direktsaat macht,warum eher einfache Technik eingesetzt wird oder warum Fruchtfolge dort noch weniger zaehlt als hier.Mein Chef dort,der eher ein "wilder Hund" ist im guten Sinne,sagt immer:
I dont need to go to Las Vegas to gamble,i put my ... on the table every year when i decide to put another crop in the ground!
Dem ist wirklich nichts hinzuzufuegen,Landwirtschaft dort ist vielerorts ein echtes Roulettespiel,und so sind auch die Farmer gestrickt,sie sagen selber von sich,dass sie ein bisschen "verrueckt"sind.Ich hab es aufgegeben die Landwirtschaft dort mit der hiesigen zu vergleichen,die Ausgangsbedingungen sind einfach zu unterschiedlich.Spass machts trotzdem immer wieder.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. Dezember 2014, 09:42:06


Der Gesamtertrag ist doch irrelevant. Es kommt doch einzig und allein drauf an, was unterm Strich über bleibt.

Gruß
Ede


Logo, aber es ging mir da mehr um die Dimensionen, weil es immer gleich heißt, dass die Strukturen riesig seien.

Aber aber ohnehin nicht so richtig ist, weil bei den Milchviehbetrieben glaube ich, das nicht so viel anders als in den Top Regionen der EU aussieht.


@Jaydee: Ja, ab und an wird auf hiesigen Standorten auch so in Richtung 12, 13 to gedroschen. ;)
So wie du es beschreibst, sind die Farmer dort die Nachfolger der Goldgräber. Vielleicht sollten die doch besser auf Öl umsatteln. :D

Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. Dezember 2014, 09:50:54


Der Gesamtertrag ist doch irrelevant. Es kommt doch einzig und allein drauf an, was unterm Strich über bleibt.

Gruß
Ede


Logo, aber es ging mir da mehr um die Dimensionen, weil es immer gleich heißt, dass die Strukturen riesig seien.

Aber aber ohnehin nicht so richtig ist, weil bei den Milchviehbetrieben glaube ich, das nicht so viel anders als in den Top Regionen der EU aussieht.


@Jaydee: Ja, ab und an wird auf hiesigen Standorten auch so in Richtung 12, 13 to gedroschen. ;)
So wie du es beschreibst, sind die Farmer dort die Nachfolger der Goldgräber. Vielleicht sollten die doch besser auf Öl umsatteln. :D



Naja,bei den derzeitigen Oelpreisen... ;)
Aber du hast da vollkommen recht,und diese Wildwest-Mentalitaet ist auch den meisten zu eigen.Muss man sich auch erst dran gewoehnen,oder eben nicht.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 06. Dezember 2014, 10:11:37
Dazu mein erstes Erlebnis in Manitoba, als ich 1982 dort mal 4 Wochen auf ner Farm war.
Ich kam am Mittwoch an. Der Farmer hat gesehen das ich mein Handwerk verstehe...
Am Samstag Abend hat er mir seinen Pick up gegeben um mal in die Stadt zu fahren.

Als ich gerade losfahren wollte kam er zur Haustuer raus mit ner Winchester in der Hand.
Er legte sie auf den Beifahrersitz und sagte, wenn ich auf der Heimfahrt nen Kojoten sehe soll ich ihn erschiessen.....
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. Dezember 2014, 13:05:03
Von den Bodenpreisen her scheint mir Kanada auch nicht mehr so günstig zu sein, jedenfalls wenn man sich einigermaßen gute Flachen ansieht.
Oder anders ausgedrückt, gilt auch hier "you get, what you pay for".
Betriebe, die europäischen Standards nahe kommen, haben vermutlich auch europäische Preise, nehme ich an. Die Nachfrage wird in Kanada ja auch nicht viel kleiner sein als hier und bei der Finanzierung vielleicht die Banken sogar deutlich motivierter.

Hier aus der Gegend hat einer seinen Milchviehbetrieb verkauft und in Ostkanada neu aufgebaut. Der verdient jetzt dank Milchkontingentierung richtig gut. Er hat den Sprung von 20 auf 200 ha auch gut verdaut.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 06. Dezember 2014, 13:09:31
Ich hör bloss immer wieder das große Brocken von Indianern (natives?!?!?!) oder religiösen Minderheiten unter trickreichen Umständen zu sprunghaften betriebswachstum genutzt werden konnten.

Es sei den diese bewirtschaften ihre großzügige flächenausstattung selber und werden selbst zum größten Fisch im Teich wenn sie effizient genug sind und das Geld rankriegen :-)

Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 06. Dezember 2014, 13:45:05
Also im osten gibt's viele viehhaltende Betriebe und weiter nach Westen werden die weniger bis gar nicht mehr oder ? gut im Süden werden die Viehaltenden weiter nach westen reichen ?
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. Dezember 2014, 16:55:46
zum wildwest image gehoeren auch indianer. sie leben heute meist unter uns,aber es gibt auch sogenannte Reserves,dies sind gebiete die ihnen alls abgeltung meist vor langer zeit gegeben wurden.
sog. land claims sind immer noch , dies sind neue forderungen fuer land . natives nutzen aber kaum landwirtschaftsflaechen und sind fast nie farmers.
menoniten aller art bewirtschaften zum teil grosse flaechen, meist sinds grosse gemeinschaftsbetriebe sogar komunen
mit einem dorfleben bis zur schule.
milchvieh betriebe sind in ganz canada, aber 90%sind in quebec und ontario.
beef ist heute meist auf grosse ausmastbetriebe im westen konzentriert.
landpreise sind das mehrfache gestiegen an vielen guten orten, und ist sehr schwierig eine aussage zu machen.
ein sehr grosser investionspunkt  fuer milch und gefluegel sind die kontingente .
das grosse land hat einen kleinen teil der flaeche das fuer landwirtschaft geeignet ist .der gewaltige norden ist die hauptsache.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. Dezember 2014, 17:35:07
In Norden tobt dafür das Rohstoff Business.
Kanada ist halt eines der reichsten Länder der Welt und ich glaube, dass man dort von der Wirtschaftskrise eher wenig mit bekommt.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. Dezember 2014, 20:14:16
zum wildwest image gehoeren auch indianer. sie leben heute meist unter uns,aber es gibt auch sogenannte Reserves,dies sind gebiete die ihnen alls abgeltung meist vor langer zeit gegeben wurden.
sog. land claims sind immer noch , dies sind neue forderungen fuer land . natives nutzen aber kaum landwirtschaftsflaechen und sind fast nie farmers.
menoniten aller art bewirtschaften zum teil grosse flaechen, meist sinds grosse gemeinschaftsbetriebe sogar komunen
mit einem dorfleben bis zur schule.
milchvieh betriebe sind in ganz canada, aber 90%sind in quebec und ontario.
beef ist heute meist auf grosse ausmastbetriebe im westen konzentriert.
landpreise sind das mehrfache gestiegen an vielen guten orten, und ist sehr schwierig eine aussage zu machen.
ein sehr grosser investionspunkt  fuer milch und gefluegel sind die kontingente .
das grosse land hat einen kleinen teil der flaeche das fuer landwirtschaft geeignet ist .der gewaltige norden ist die hauptsache.


Sehr intressant sind auch die Hutterer,die in Kommunen leben ,Selbstversorger sind und mit modernster Technologie oft grosse Flaechen bewirtschaften und immer Vieh halten.Habe schon mal so eine Kolonie besucht,was sehr beeindruckend war.
Der Betrieb wo ich saisonal arbeite,hat 2012 ca. 4000ha mit guten,aber schweren Lehmboeden mit bis zu 65% Tongehalt gekauft fuer etwas ueber 20 Mio$,das Land ist heute schon 30 Mio wert...Einige der Felder sind 512 Hektar gross.Dieses Video ist im Mai dieses Jahres auf einem dieser Felder entstanden:
https://www.youtube.com/watch?v=x1G_BkqQWgc
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 06. Dezember 2014, 22:53:40
Hoffentlich ist da am Feldende ne tiefe Furche oder das Gps macht Alarm, damit man wieder aufwacht ;D

Syncrude wird die derzeitigen Rohölpreise nicht lustig finden - bei der Taxe iss nix verdient mit Ölsand
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 06. Dezember 2014, 22:56:25
Also ich hab im Westen 17 Ernten eingefahren. Hauptsaechlich in Alberta und dann noch 5 Jahre lang ne zweit Farm in Saskatchewan gehabt. Wir haben Raps Weizen Gerste Saatkartoffeln Pinto bohnen und Linsen produziert.
Es ist wie Jaydee schon gesagt hat, man muss eigentlich Risikomanager sein. Ohne das gehts nicht. Es gibt eine gute Ernteversicherung die sehr hoch subventioniert ist. Wenn ich zb die Ernte mit $ 800 000 versichert habe kostet mich das ca 70,000 und die Regierung legt noch 90,000 dazu.....also rund 20% Versicherungspraemie. Das zeigt wie hoch das Risiko  ist.
Durch die hoeheren getreidepreise ist der Land und auch Pachtpreis in Regionen wo wir uns genoetigt fuehlten zu verkaufen.
Unberegnetes Land was jetzt fuer $70/ acre gepachtet wird haette ich 2003 umsonst pachten koennen wenn ich den Verpaechtern versprochen haette nur die Grundsteuern zu bezahlen.....kein Scherz.
Jetzt sind Investoren im Markt die riesige Flaechen kaufen und diese "von Professionellen" bewirtschaften lassen. Es scheint aber, wie immer, nicht so toll zu funktioniern. One Earth Farms (existiert jetzt nicht mehr)ist einer von diesen Scharlatanen die dafuer verantwortlich sind das einige Farmen ihre Existenzgrundlage verloren haben. Die hatten sich innerhalb von 3 Jahren 100,000 ha zusammengelesen.
Eine ander ist diese hier :
http://www.producer.com/daily/broadacre-agriculture-enters-creditor-protection/
Mit $ 46 millionen pleite. Ist schon ein Stueck Genugtuung wenn ich bedenke wie aufgeregt meine Verpaechter waren als sie deren Pachtpreise gehoert haben. Und mit welcher Selbstsicherheit die Bande aufgetreten ist.

Es hat bestimmt seine schoenen Seiten dort zu farmen aber im Endeffekt wars ne emotionale Achterbahnfahrt. Hoehen und Tiefen liegen oft nur ein paar Tage entfernt. Es ist in der Buerokratie noch Milen von der europaeischen entfernt aber es versucht stark aufzuholen....und es gibt auch Regelchen die allerdings noch nicht genau kontrolliert wurden.
Das "Rechtssystem" ist stark mit dem englischen verwandt und die Queen ist nach wie vor Staatsoberhaupt. Ich bin letztes Jahr durch eine Enteignung gegangen und kann gerne auf her fu..ing Majesty verzichten.


Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 06. Dezember 2014, 23:54:44
Also im osten gibt's viele viehhaltende Betriebe und weiter nach Westen werden die weniger bis gar nicht mehr oder ? gut im Süden werden die Viehaltenden weiter nach westen reichen ?

Nein, das kannst du so nicht sagen. In Ontario ist eine ähnliche Infrastruktur wie in Mitteleuropa, dementsprechend alle Arten der Veredelung. Im Westen hängt es mehr an der Logistik, Masthähnchen oder Schweine werden da weiter gefahren, dafür kommt man da mit den Nähstoffen besser klar. Bei Milch geht das ja schwieriger.
Im westen gab es bis vor 10 Jahren oft das auf den Getreidefarmen um die 100 Mutterkühe gehalten wurden. Kalben war vor der Aussaat, über Sommer lebte die Tiere draussen auf Flächen die nicht zu bewirtschaften sind, an Flüssen und steilen Hängen. Kälber absetzen erfolgte nach der Ernte im Herbst, Heut wurde im Juli auf sonst zu nassen Streifen in den Schlägen gemacht, insgesamt ein gutes System. Denke aber, das das bei den Investoren nicht mehr so gemacht wird, mich würde interessieren ob die Flächen nun verkommen.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Heico am 07. Dezember 2014, 11:00:07
Danke an @Auscitain
interessant auch mal die andere Seite der Medallie kennen zu lernen.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 07. Dezember 2014, 11:58:34
Moin,
schließ mich Heinos Dankeschön an, auch an jaydee, canuck u.a.
Bzgl. auscitains Infos über Investoren und Bewirtschaftern kann man wohl gewisse Parallelen zu unserem Super-Siggi H......... ziehen ;), aber in Old Europe dauert eine Pleite wohl etwas länger :frage:!
Gruß, Rudolf
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 07. Dezember 2014, 12:35:45
Das Pendant zu den grössrnverhältnissen fängt bei unserem Kontinent wohl irgendwo ab Rumänien/ukraine/russland an.

Wenn dort keine Investoren auftreten würden, oder es eben einfach nicht tun scheitert Landwirtschaft am banalsten Dingen (Infrastruktur im Dorf beispielsweise)  bis irgendwann das Know how und Engagement komplett abwandert.

Hab jetzt noch dr. Grosskopf von golzow im kopf: "es ist unsere Pflicht,  denen unter die Arme zu greifen... "

Gehen Sie alle den gleichen Weg? Ich bin auch der Meinung das Landwirtschaft was regionales ist und hoffentlich bleiben wird.
Die Risiken in Kanada kommen wohl von den kontinentalen Witterungsverhältnissen, ist es da nun gut oder schlecht das der Staat "eingreift". Wo mittel zur Verfügung stehen werden sie abgerufen!
Und Landwirtschaft bindet Kapital ohne ende... Ist manchmal schon ein Teufelskreis.

Aber bisher scheinen investorenkonzepte doch ne nullnummer zu sein, das gibt einem doch schon Hoffnung.

Mfg tim
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 08. Dezember 2014, 11:12:03
Danke für die ganzen Infos, sehr umfangreich  :daumen: :daumen:

Interessant das deutsche bzw. europäische Maschinen nicht so eine Rolle spielen.

Aber der Sinn mit einfacher stabiler Technik gefällt mir schon.  :)
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. Dezember 2014, 11:42:45


Aber bisher scheinen investorenkonzepte doch ne nullnummer zu sein, das gibt einem doch schon Hoffnung.

Mfg tim

Viele sinds,keine Frage,gibt aber auch Betriebe,die funktionieren,weil sie dazu gelernt haben.Der Betrieb wo ich gearbeitet habe ist ein solcher,und es war sehr interessant diese Entwicklung zu sehen.
Titel: Re:Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 08. Dezember 2014, 16:11:37
Wie überall steht und fällts wohl auch in dem Bereich mit den Leuten, die dafür verantwortlich zeichnen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 06:02:48
Habe mich dieses Jahr dazu entschieden,wieder nach Südmanitoba zu gehen um mal wieder was andres kennen zu lernen,und ich kann mich nur wiederholen,das ist wirklich ein kleines Paradies dort.Das Klima hier ist nicht ganz so extrem wie im Rest von Westkanada,die Flächenstrukturen etwas kleiner,die angebauten Feldfrüchte vielfältiger und auch die Anbaumethoden etwas anders.Die Farm liegts südwestlich von Winnipeg am Rande de Red River Valley,ist 2000ha gross (überdurchschnittlich für hiesige Verhältnisse),auf überwiegen sandigen Böden werden Weizen für Warburton in England,Gerste,Hafer,Raps,Sonnenblumen,Sojabohnen,Pintobohnen und Millet angebaut,leider kein Körnermais dieses Jahr hier auf der Farm,aber die Nachbarn rundum haben sehr viel Körnermais und auch sehr viel Soja angebaut.Ausserden sind einige grosse Kartoffelfarmer hier in der Gegend ansässig,mit riesigen Kreisregnern auf ihren Flächen.So vielfältig wie die Feldfrüchte sind auch die eingesetzten Maschinen,ausser ein paar wenigen Ausnahmen wird der Boden hier bearbeitet mit Grubbern und angehängter Packerwalze,Scheibeneggen,oder sogenannten "vertical tillage tools" wie z.B. dem Supercoulter von Summers der hier recht populär ist und der neben Grubber und Scheibenegge auch auf der hiesigen Farm steht.Auch einige wenige Kurzscheibeneggen von Lemken und Horsch Anderson sind in der Gegend im Einsatz sowie die Protill vom Degelmann,die ein ein anderes Kapitel zum Thema Kurzscheibenegge darstellt.Gesät wird hier überwiegend mit Scheibenschardrillen,sher viele von der mit dem Einscheibenschar wie bei der 750,so eine Drille hab ich die vergangenen drei Wochen bewegtt,mit 13 Meter AB.
Der Betrieb hat einen Knickschlepper Deere 9330 mit 425 PS den ich vor der Drille hatte,einen Deere 8235R der die 36 reihiger Einzelkorndrille von Deere zieht mit 55cm Reihenabstand,für die Bohnen und in anderen Jahren für den Körnermais,einen Deere S680 Drescher mit 12 Meter Schneidwerk und 12 reihigem Deere Allcrop "Schneidwerk" für die Sonnenblumen,ein 10,8 Meter Deere Schwadmäher,eine Deere 4710 Selbstfahrspritze mit 27 Meter und 3000 Liter,zwei Sattelschlepper mit Kippauflieger,ein paar kleinere alte Hofschlepper und das wars dann auch schon im Grossen und Ganzen.Für die Bodenbearbeitung im Frühjahr wird ein weiterer Knickschlepper,dieses Jahr ein 9430 Deere mit ebenfalls 425 PS für 90$ pro Stunde angemietet.Für Millet,Gerste und Soja wird Saatgutvermehrung betrieben,in der betriebseigenen Saatgutreinungsanlage wird auch im Lohn gereinigt und es wird auch Handel mit Saatgut betrieben.Getreide,Soja,Raps und Sonnenblumen sind seit gestern Nacht im Boden,der bis jetzt nie wärmer als 8 Grad war,Pintobohnen und Millet werden erst gegen Ende des Monats gedrillt.
Auffallen hier ist,dass die Farmer was die Einzelkornsätechnik angeht,sehr gut vorhalten,das 36 reihige Gerät der Farm ist nicht mal das Grösste hier in der Gegend,ein Nachbar hat eine 48 reihige,sehr viele 16 und 24 reihige sind vorzufinden,was zeigt,wie sehr man sich auf Mais und Soja konzentriert,was den möglichst optimalen Zeitpunkt der Aussaat angeht.
Sehr verwundert war ich an mehreren Tagen mit Windgeschwindigkeiten von 60-80km/h,als ich die gigantischen Sandwolken sah,und jede Menge angewehten Sand in den sehr zahlreich vorhandenen und riesigen Entwässerungsgräben entlang der Feldränder bzw Schotterstrassen,da fragt man sich wirklich ernsthaft,was das rumgewühle im Boden soll und warum nicht alle auf Direktsaat unsteigen wie im Rest von Westkanada grösstenteils üblich ist aus meist genau diesen Gründen...Dennn einerseits ist man bemüht,soviel wie möglich an Pflanzenmaterial auf der Oberfläche zu lassen und kauft diese teuren Vertical Tillage Geräte,andererseits muss man diese dann mehrmals einsetzen oder gar den Grubber und alles wird pulverisiert,damit die Scheibenschardrillen mit dem Stroh zurecht kommen...Die meisten säen hier übrigens mit 18,75cm Reihenabstand,viele laasen den N-Dünger in Form von 46-0-0 mit dem Rogator streuen und arbeiten ihn dann ein.Das einzige wirkliche Argument was die Farmer für die Bodenbearbeitung hier haben,ist die etwas schnellere Erwärmung,bin mal gespannt wie sich das im Laufe der Saison auswirkt im Vgl,da ein Nachbar Direktsaat bei Getreide und Raps macht und Strip Till bei den Reihenfrüchten.
Die nächsten Tage solls fast 100mm Niederschlag geben und zwei Nächte Frost mit bis zu -3 Grad,bin mal gespannt,wie das der schon gekeimte Weizen,die Gerste und der Hafer vertragen,der Raps ist grade  dabei,durchzustossen und die Sojabohnen und Sonnenblumen wurden erst die letzten Tage gesät...
Gruss in die Heimat,
Hans
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: juliusjr am 17. Mai 2015, 08:34:21
Solche auslandsberichte machen das agrowissen so interessant. Danke jadeee
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 08:48:25
Welche Hektarleistung habt ihr ca, bei der Bodenbearbeitung-Aussaat-Düngung-Pflanzenschutz-Saatstärke-Düngeraufwand-Pflanzenschutzaufwand usw auf dem Betrieb.
Du bist Vogelfrei und auch nicht mehr der jüngste kanns problemlos hin und herpendeln oder wie.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 08:54:46
Das Land ist Ja vorallem in den ländlichen Gegenden sehr dünn besiedelt, allso nichts für das weibliche Geschlecht ,gibt da bestimmt einen großen Mangel vorallem der unter 35 jährigen oder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 09:17:29
Du musst es ja wissen.Solche geistreichen Kommentare wie deine lässt man wohl besser unbeantwortet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 09:20:05
Das ist kein Kommentar sondern nee Frage
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 17. Mai 2015, 09:41:26
@ JD88: Klasse Beitrag - vielen Dank.

Wie ich gerade herausgefunden habe, ist Millet eine kleinkörnige Hirse. Wird die gemahlen und für die menschliche Ernährung verwendet?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 10:08:47
@ JD88: Klasse Beitrag - vielen Dank.

Wie ich gerade herausgefunden habe, ist Millet eine kleinkörnige Hirse. Wird die gemahlen und für die menschliche Ernährung verwendet?

Haste auch gegoogelt über Millet :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 10:18:32
Gibt's auch Jungs die z.b. zur Ausaat und dann wieder zur Ernte rübergehen ? z.b. hier in D. ist ja die Aussaat und Ernte früher das zwischen drin macht dann der Altenteiler hier in D.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 12:40:39
@ JD88: Klasse Beitrag - vielen Dank.

Wie ich gerade herausgefunden habe, ist Millet eine kleinkörnige Hirse. Wird die gemahlen und für die menschliche Ernährung verwendet?

Vogelfutter oder Saatgut für Rindviehbetriebe die Silage draus machen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 18:29:29
Was die Flächenleistung angeht,natürlich je nach Bedingungen:
Grubber 15 Meter mit angheängter Spiralwalze ca 15ha/h,Supercoulter 16 Meter ca 20ha/ha,Säen mit 13 Meter bei 10-12ha/h,Spritzen ca 45ha/h bei 27Meter,Düngen mit Drillmaschine ca 16ha/h,Sojabohnen mit der 20 Meter EK Drille 24ha/h.
Weizen wurde mit 140lb/a gesät,Gerste mit 96lbs/a,Hafer mit 105lbs/a,Sonnenblumen 23000 pro acre,Soja 175000 pro acre.An N hab ich 80lbs/a für Gerste,und 100lbs/a für Weizen und Raps mit der Drille ausgebracht,den Rest hat Cargill mit dem Terragator gemacht,da war ich nicht dabei und kann im Moment dazu keine Auskunft geben,kann aber mal fragen.Gespritzt hab ich bis jetzt nur Sonnenblumen und Raps im Vorauflauf mit 0,5 Liter/a Roundup,bei den Sonnenblumen kam noch 0,125 Liter pro acre Pounce (Permethrin)als vorbeugende Massnahme gegen Cutworms dazu.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 19:12:03
Deere 9330 gechipt auf 425 PS(übrigens ohne Powershift sondern mit dem 12 Gang Getriebe und einstufiger Lastschaltung),Deere 1910 Säwagen mit knapp 10000 Liter und zwei Tanks,Deere 1890
Einscheibenschardrille mit 13 Meter AB,damit war ich seit Ende April unterwegs.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 19:39:09
Noch ein paar Bilder vom Supercoulter und der EK Drille
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. Mai 2015, 20:17:51
Wie sind so die Preise z.b. sollen Ja die Pflanzenschutzmittel einiges teurer sein als in D.
Bleibst du da jetzt bis nach der Ernte ? und da wo du jetzt bist geht wegen des Frostes nur Sommergetreide ? im östlichen Ca auch Wintergetreide
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 20:39:20
Wie sind so die Preise z.b. sollen Ja die Pflanzenschutzmittel einiges teurer sein als in D.
Bleibst du da jetzt bis nach der Ernte ? und da wo du jetzt bist geht wegen des Frostes nur Sommergetreide ? im östlichen Ca auch Wintergetreide

Preise muss ich mal erfragen.Bleibe bis nach der Ernte.Es wird auch Winterweizen und Winterroggen angebaut,jedoch sehr wenig wegen des Frostrisikos.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Markus am 17. Mai 2015, 22:24:29
Hallo Jaydee88,
danke für den Beitrag, sieht interessant aus.
Das die Felder kleiner sind, fällt auf den Bildern gar nicht auf.... ;D
Hat dieser "Supercoulter" die Funtion einer Streifenlockerung a la Stripptill, oder macht das Gerät eine ganzflächige Bearbeitung?
Gruß
Markus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Mai 2015, 23:07:25
Hallo Jaydee88,
danke für den Beitrag, sieht interessant aus.
Das die Felder kleiner sind, fällt auf den Bildern gar nicht auf.... ;D
Hat dieser "Supercoulter" die Funtion einer Streifenlockerung a la Stripptill, oder macht das Gerät eine ganzflächige Bearbeitung?
Gruß
Markus

Ehrlich gesagt weder noch,da die Wellscheiben nicht angestellt sind,und der Abstand zu gross ist und auch nicht au den Reihenabstand der Drillen abgestimmt ist.Die Aufgabe des Geräts ist es,den Boden zu lockern und zu belüften,damit er schneller abtrocknet und sich erwärmt,und Ernterückstände zu zerschneiden,jedoch soviel wie möglich davon an der Oberfläche zu lassen,um den Sandboden hier vor Erosion zu schützen.Ist hier so ein Modegerät wie die KSE in Deutschland.Besonders der Supercoulter von Summers hat mich jetzt  nicht sooo sehr vom Hocker gehauen,da die Scheiben wie bei einer konventionellen Scheibenegge auf Wellen laufen und somit die Bodenanpassung nicht so der Hit ist,ausserdem ist die Walze hinten kaum mit Gewicht beaufschlagt und man kann kaum was einstellen...Die benachbarte Hutterer Kolonie hat so ein ähnliches Gerät von Salfort,Typ RTS,das Gerät scheint bessere Arbeit zu leisten,die Scheiben sind da einzeln aufgehängt...Great Plains bietet auch so ein Gerät an,neben einigen anderen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 18. Mai 2015, 08:31:30
Jaydee88

Was reizt Dich so an Kanada das Du da immer wieder hingehst?
Wenn dann würde ich mir da schn mal andere Teile der Welt anschauen!

Manitoba und die Gegend Red River Valley, ich wie ja nicht! OK es gibt 2 mal schöne 4 Wochen dort.
Das ist einmal von Mitte April bis Mitte Mai wenn es draußen wieder losgeht. Und dann nochmals im Indian Sommer von Mitte September bis Mitte Oktober! Den Rest der Zeit dort zu verbringen, naja, da kenne ich Besseres!

Ich hab in der nähe von Winnipeg nen Farmnavigator Kunden, den ich letztes Jahr mal besucht habe. Dem sein Sohn ist dort in der Gegend mein Händler.
Ich hab war Anfang Mai dort. Einfach traumhaft, alle Maschinen waren auf den Feldern am Rollen! Super Wetter usw.

Ich hab bei ihm übernachtet. Das Gästezimmer war im Keller. Als ich in den Keller kam, stand a eine ganze Gallerie "Foltermaschinen"!
Alles womit man irgendwie jeden Muskel trainieren kann.
Ich fragte ihn was das soll, er wohnt in der Schönsten Gegend mit super Wetter und geht dann in den Keller um sich fit zu halten...

Er sagte, Komm mal wieder von Juni bis September, dann fressen die draußen die Moskitos, und dann von Oktober bis März, da kanns an 150 Tagen passieren das Dir die Nasenspitze abfriert!

Ganz ehrlich, da gibt's wirklich klimatisch wesentlich bessere und Landschaftlich auch sehr schöne Gegenden mit mindestens gleich guter Infrastruktur in der man nen 500 PS Knicklenker nen Acker ruf und runter treiben kann!

Und, noch was, wenn ich schon in der Welt rumtingele, dann tue ich nebenbei auch was für die Erweiterung der Sprachkenntnisse!
Denn das ist doch eigentlich das einzige das Du für DIch selbst und für Deine Zukunft profitieren kannst! Den 36 reihige Planter kannst du doch schon fahren....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Mai 2015, 08:38:37
Ich glaub er ist unteranderem auch in Australien gewesen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 18. Mai 2015, 09:06:54
Danke Hans für den ausführlichen Bericht, lese solche Berichte über andere Länder hier immer sehr gern, halt Praxis pur  :)

Deere 9330 gechipt auf 425 PS(übrigens ohne Powershift sondern mit dem 12 Gang Getriebe und einstufiger Lastschaltung),

Warum kaufen die Landwirte dort solche Schlepper mit einem einfachem Getriebe? Das Teil kostet doch bald 300.000 $ da fällt doch sicher der Mehrpreis kaum ins gewicht oder? Oder wird es einfach nicht gebraucht weil man kaum schalten muss etc.?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 09:44:23
@Georg:Gibt zwei sehr schlagende Argumente für mich:
1.Bezahlung
2.Arbeitsvisum
Ausserdem gefällt es mir einfach in der kanadischen Prärie während der Saison.

@Henrik:
Hab ja schon öfter solche Schlepper mit Schaltgetriebe bewegt,und es ist meist wie mit dem ganzen Stufenloswahn:Wirklich brauchen tuts fast keiner,ist halt komfortabel.Mit den grossen Motoren kann man eh spritsparend fahren,habe zum Beispiel mit dem gechipten 9330er hier fast nur mit knapp 1400 Umdrehungen gesäht mit der 13 Meter Drille.Eine Lastschaltstufe reicht vollkommen aus,um feuchte Stellen zu überwinden oder mal nen kleinen Hügel,den Rest macht der Hubraum.Einzig bei wirklich steilen Flächen,die es hier nicht gibt,wäre Powershift von Vorteil,ein absolutes Muss ist es,wenn der Schlepper am Überlader läuft,aber dazu hat der Betrieb hier ja den 8235R mit IVT...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Mai 2015, 11:06:27
Nachteil für mich wäre : der lange sehr kalte Winter , vermutlich kein Dorf in der Nähe Schule Kiga Freunde usw . und die Moskitos was ich aber erst jetzt, mitbekommen habe das es die in Massen gibt. etwas mehr Regen wäre schön.
Vorteile : weites meist ebenes Land, vermutlich weniger Nebel und einiges mehr Sonne, Mentalität der Menschen ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Simon am 18. Mai 2015, 12:38:35
Nachteil für mich wäre : der lange sehr kalte Winter , vermutlich kein Dorf in der Nähe Schule Kiga Freunde usw . und die Moskitos was ich aber erst jetzt, mitbekommen habe das es die in Massen gibt. etwas mehr Regen wäre schön.
Vorteile : weites meist ebenes Land, vermutlich weniger Nebel und einiges mehr Sonne, Mentalität der Menschen ?

Moin,

darf man mal fragen, wieviel du schon gereist bist?
Du spekulierst hier in mehreren Beiträgen und nörgelst oder zweifelst über Dinge von denen Du überhaupt nicht weisst dass sie wahr sind sondern nur mal irgendwo gelesen hast.

Ich persönlich bin auch schon ein paar Saisons unterwegs und ich habe es nie bereut. Sowas klappt aber nur, wenn man neuen und unbekannten Dingen gegenüber aufgeschlossen ist, die Bereitschaft besitzt,  das über Jahre gelernte mal aus einer ganz anderen Perspektive unter völlig anderen Vorraussetzungen zu betrachten und weiss wie man aus möglichst jeder Erfahrung das Gute mitnimmt. Klar gibts ein paar Nachteile, aber das macht doch jeder mit sich selber aus.
Aber so wie du von vorneweg sagen "Oh nee, das und das passt mir nicht, das würde ich ja nie machen und dann auch noch das und das etc."... Damit wirst du im Ausland nie weit kommen, glaube es mir. Und dann auch noch hier noch Fragen stellen, welche die Öffentlichkeit hier absolut nichts angehen. Sorry, mir stößt das ein bisschen sauer auf auch wenns mich persönlich nicht betrifft aber ich weiss was dahinter steckt solche Entscheidungen zu treffen. Wenn man solche Entscheidungen für mehrere Jahre trifft, dann wird's schon genügend positive Seiten haben. Uns geht sein Privatleben doch wohl absolut nichts an, oder?
Nimms bitte nicht persönlich, aber das ist mir nur so an deinen letzten Beiträgen aufgefallen.

Ich kenne Jaydee leider nicht persönlich, finde es aber absolut grossartig was er macht und vor allem wieviel er uns als Forumsmitglieder an seinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lässt. Spitze, mach weiter so!!  :daumen1:

Gruss aus Neuseeland
Simon
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Mai 2015, 13:32:37
Wo nörgle ich ? das sind Vermutungen und ihr wart da und könnt mich aufklären mich interressiert auch das drum rum und Familienleben . Gut ich denke da wo Jaadee jetzt ist ist etwas dichter bevölkert ? Das mit dem Vogelfrei ist Ja nicht negativ gemeint, sondern nur so kann Mann es in dem alter machen wenn Mann keine große Verpflichtungen wie Familie hat.
Gibt ja einige Video von ihm bei Youtube auch von" Agrar Heute"
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 14:11:41
Vielen Dank Simon,für dein Verständnis.
Mal ganz allgemein:Man liest so zwischen den Zeilen oftmals den Hochmut und die Arroganz einiger hier im Forum heraus,die scheinbar ein Problem damit haben,was ich mache,bzw dass ich das mit anderen teile.Lustigerweise scheinen diese Probleme die angesprochenen Personen nicht davon abzuhalten,meine Beiträge zu lesen und zu kommentieren,dasselbe ist mir auch des öfteren im Zusammenhang mit Beiträgen anderer,ich sag mal,alternativ denkender bzw. wirtschaftender Forumsmitglieder aufgefallen,und zwar sehr negativ.Es sind auch immer wieder dieselben,die nur ihre eigene,selbstherrliche Meinung gelten lassen und sich offenbar bemüssigt fühlen,hier in einem Forum (wie lachhaft) als der achso schlaue und perfekte Bauer von nebenan darsellen zu müssen...Leider ist dieses weltfremde und arrogante Verhalten auch heute noch bei etlichen Landwirten anzutreffen und hat meines Erachtens u.a. einen sehr grossen Teil zum negativen Image der Landwirte inn der Öffentlichkeit beigetragen.Auch die Arroganz einiger gegenüber Personen,die,wie ich,"NUR" in der Landwirtschaft arbeiten,hinterlässt bei mir oft einen bitteren Beigeschmack,diese Gutsherrenmanieren führen aber genau dazu,dass diese Arbeit keiner mehr machen will bzw dass die Leute abwandern.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Feldmeister am 18. Mai 2015, 15:05:52
@jaydee
Du findest ja, dass der supercoulter ein modegerät ist. So wie ich das verstanden habe ist das ja alles vertical tillage, also lockern, aber nicht mischen?  Setzt so etwas jemand auch in Deutschland ein? Also ein Grund hast du ja schon mit der Erosion genannt, aber fördert das nicht in der Theorie die Regenwurmpopulation? Ich sehe da aber Probleme beim verrotten und damit später mit Pilzen?

MfG

Feldmeister
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: juliusjr am 18. Mai 2015, 15:33:50
1tens denke ich kann man in einem öffentlichen forum auch (private) fragen unbeantwortet lassen und 2tens kommt es immer darauf an wie man fragt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Mai 2015, 15:43:19
@jaydee
Du findest ja, dass der supercoulter ein modegerät ist. So wie ich das verstanden habe ist das ja alles vertical tillage, also lockern, aber nicht mischen?  Setzt so etwas jemand auch in Deutschland ein? Also ein Grund hast du ja schon mit der Erosion genannt, aber fördert das nicht in der Theorie die Regenwurmpopulation? Ich sehe da aber Probleme beim verrotten und damit später mit Pilzen?

MfG

Feldmeister

Gibt's auf so trockenen Standorten überhaupt Pilzprobleme ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 16:12:39
@jaydee
Du findest ja, dass der supercoulter ein modegerät ist. So wie ich das verstanden habe ist das ja alles vertical tillage, also lockern, aber nicht mischen?  Setzt so etwas jemand auch in Deutschland ein? Also ein Grund hast du ja schon mit der Erosion genannt, aber fördert das nicht in der Theorie die Regenwurmpopulation? Ich sehe da aber Probleme beim verrotten und damit später mit Pilzen?

MfG

Feldmeister

Ja,man will den Boden leicht bearbeiten,ohne die Ernterückstände zu stark einzumischen,um der Winderosion vorzubeugen.Besonders nach Soja und Pintobohnen ist da eh sehr wenig an Ernterückständen vorhanden,wie ich auf den Feldern,die ich eingesät habe,sehen konnte.Klar wird sie Regenwurmpopulation gefördert,aber mit reiner Direktsaat wäre das noch besser,ebenso der Erosionsschutz.Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann,hat es scheinbar auch viele traditionelle Gründe,den Boden zu bearbeiten,man ist hier eher etwas konservativ,so hat es den Anschein.Habe grade am  Freitag mit einem Farmer im Ruhestand gesprochen,dessen Familie in den 60ern aus Holland eingewandert ist,er selber,so hat er mir berichtet,hat seit der Übernahme der Farm konsequent und erfolgreich Direktsaat betrieben,und kann es auch nicht verstehen,warum auf diesen sandigen Böden nicht von allen Direktsaat betrieben wird...Mit den Pilzen hast du ebenfalls Recht,Südmanitoba bzw das Red River Valley ist für Westkanadische Verhältnisse was die Niederschlagsverteilung angeht,eigentlich ein Gunststandort,man hat hier aber erhebliche Probleme mit Fusarium,Rost etc.
Was mir neulich auffiel,als ich ein Feld gesät habe,wo der Nachbar letztes Jahr Körnermais hatte,ist dass eine ganze Menge an Lieschblättern und kleineren Pflanzenteilen vom Wind auf "unser" Feld geweht wurde,zum Teil mehr als hundert Meter weit,was sicherlich auch zur verstärkten Ausbreitung von Krankheiten führen kann
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Feldmeister am 18. Mai 2015, 16:18:45
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!  Als ich 2011 in Kanada war konnte man sehen, dass auf den beackerten Feldern Mais wieder durchwächst und dann schwierig zu bekämpfen war (Roundup ready). Bei den direktsaat soll es wohl weniger Probleme geben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 16:42:36
Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!  Als ich 2011 in Kanada war konnte man sehen, dass auf den beackerten Feldern Mais wieder durchwächst und dann schwierig zu bekämpfen war (Roundup ready). Bei den direktsaat soll es wohl weniger Probleme geben.

Wo warst du denn genau,wenn man fragen darf?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 16:47:56
Nochmal ein paar Bilder vom Grubber,Case Tigermate 2 mit 15 Meter AB und angehängter Summers Spiralpackerwalze,
vom Gespann eines Nachbarn,der grad die EK Drille umgesetzt hat und der Deere DB 66 EK Drille im eingeklappten Zustand auf der Farm.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Feldmeister am 18. Mai 2015, 16:51:24
Ich war in ontario, am Huronsee leider nur für einen Monat.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Mai 2015, 16:55:42
Ich war in ontario, am Huronsee leider nur für einen Monat.

Da bin ich auch mal rum gefahren,tolle Gegend!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Feldmeister am 18. Mai 2015, 17:23:35
Aufjedenfall richtig schön dort, besonders am See.  Auch die Landwirtschaft fand ich sehr interessant, mein erster Kontakt zu anderen Dimensionen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 18. Mai 2015, 23:39:10
@ jaydee
sehr gute berichterstattung.
ich bin 34ig jahre in canada und habe schon viele fragen aller art gehoert.wie du selber sagtst es braucht eine gewisse toleranz um mit all den neuen sachen in einem fremden land zu leben.
toleranz braucht es eben auch gegenueber all den besserwissern , arroganz usw.so lass sie einfach links liegen.
die mehrheit liest solche beitraege gerne.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 02. Juni 2015, 21:32:55
Wie ist denn das Wetter derzeit in Kanada? Klappt die Aussaat? Wie sehen sonst die  Bestände aus?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juni 2015, 06:08:19
Wetter war sehr wechselhaft,von über dreissig Grad heissen Tagen mit sehr starkem Wind und starker Winderosion bis über 60mm Niederschlag innerhalb von zwölf Stunden gefolg von leichtem Schneesturm in der drauffolgenden Nacht und eine Woche später nochmal zwei Nächte mit Frost haben den auflaufenden Beständen arg zugesetzt.Raps teilweise abgesoffen und/oder erfroren,auch 80ha Braugerste hats erwischt.Im Radio wurde berichtet,dass es in Westkanada 900 000 acre Raps umgehauen hat,was zu Engpässen bei Rapssaatgut geführt hat...Der Raps wurde neu gesät,vorgestern das letzte Feld,die Braugerste wurde schon mit Roundup behandelt,dort wird morgen oder übermorgen Millet gesät.Der Weizen hats ganz gut verkraftet,auch der Hafer und die Sonnenblumen,die Sojabohnen waren zum Glück noch nicht aufgelaufen,und die Pintobohnen noch nicht im Boden.Bin erstaunt wie gut der Mais der Nachbarn das alles weggesteckt hat...Zwischendurch hab ich noch zwei Wiesen umgebrochen (mit einem 8 Scharbeetpflug aus den 70ern am 8235R),dort habe ich gestern Millet gesät.Die grosse EK-Drille war echt von Vorteil dieses Jahr,weil innerhalb kürzester Teit die Bohnen in den Boden gebracht werden konnten.Gespritzt haben wir auch noch zwischendurch,da hängen wir noch etwas hinterher,da viele Tage sehr windig waren.Würde gerne mehr Bilder hier einstellen,aber das klappt leider nicht übers Iphone und ich muss die immer zeitaufwändig konvertieren,vlt. kann da mal was geändert werden...War auf jeden Fall sehr arbeitsreich mit vielen sehr langen Tagen(15-19h) und knapp 400 Arbeitsstunden im Mai.Wenn ich etwas mehr Zeit hab,werd ich mal Bilder von den Beständen etc.einstellen und etwas detaillierter beschreiben.
Viele Grüsse in die Heimat,
Hans
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: andl am 07. Juni 2015, 08:41:21
Der Weizen hats ganz gut verkraftet,auch der Hafer und die Sonnenblumen,die Sojabohnen waren zum Glück noch nicht aufgelaufen,und die Pintobohnen noch nicht im Boden.Bin erstaunt wie gut der Mais der Nachbarn das alles weggesteckt hat...

welches ertragsniveau herrscht dort bei mais und soja?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: charlie am 07. Juni 2015, 09:04:41
Würde gerne mehr Bilder hier einstellen,aber das klappt leider nicht übers Iphone und ich muss die immer zeitaufwändig konvertieren,vlt. kann da mal was geändert werden...

Wenn ich etwas mehr Zeit hab,werd ich mal Bilder von den Beständen etc.einstellen und etwas detaillierter beschreiben.
Viele Grüsse in die Heimat,
Hans

Hallo jaydee,
Für die Bilderaktionen kann ich dir auf dem IPhone die App Image Size und Tapatalk empfehlen, damit klappt das sehr einfach. Da kannst du entweder die Bilder in Line oder als Anhang einfügen.

Danke übrigens für die sehr detaillierten und interessanten Berichte
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juni 2015, 17:40:43
 Der Morgen nach dem grossen Regen mit kurzem Schneesturm...(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/07/935bc8d8bdd6f844bf0e8f6d3f8be7c8.jpg)

Test ;D

Und vielen Dank an Charlie :)
Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juni 2015, 17:44:15
Die Entwässerungsgräben sind auch ein Tag später noch voll,sogar den aingewehten Schnee sieht man noch...Versuch Wasser abzuleiten(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/07/a981cb192005549c57ed04228279eadc.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/07/5cb742b4de37afb804b43f28106f689a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/07/cecd71f33868749ce4d9d9c05200ef3e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/07/ebdd5513ccb1e75d6997cb60553ea84e.jpg)


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juni 2015, 18:14:52
https://vimeo.com/130024760 (https://vimeo.com/130024760)

Pintobohnen-Aussaat,Vorarbeit wurde mit Grubber und Spiralwalze gemacht.


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juni 2015, 18:57:40
https://vimeo.com/130026742 (https://vimeo.com/130026742)
Der Autor bei der Arbeit im 9630 mit gut 600PS,gesät werden Sonnenblumen mit RTK auf einem 200ha Schlag mit einer Deere 1895 Einscheibenschardrille mit Düngerscharen,13 Meter AB,Saatgutablage bei 2,5cm,Dünger bei 5cm zwischen den Reihen,Abstand sind 50cm,Vorarbeit wurde hier mit dem Summers Supercoulter gemacht.


Gesendet von iPhone mit Tapatalk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 07. Juni 2015, 19:25:17
Danke für die tollen Bilder und Videos, da bekommt man Lust selbst mal hin zu fahren!!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 07. Juni 2015, 21:19:10
Ich in mir sicher dass es eine tolle Erfahrung fuer viele ist mit denMaschinen mal zu arbeiten....und wie einfach man riesige Flaechen bewaeltigen kann. Aber Jaydee hats ja gerade beschrieben wie einfach riesige Gebiete vom Klima ausgeloescht werden. Der Frost hat anscheinend in ganz Westkanada dem Raps zugesetzt. Mein Vater war vorgestern von Saskatoon nach Calgary gefahren...2 mal wgen Staubsturm anhalten muessen.
Wenn einem die Maschinen selber gehoeren und Zins und Tilgung jedes Jahr bezahlt werden muss sieht's nicht mehr ganz so rosig aus. Zum Gleck gibts dort ne gute Ernteversicherung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 07. Juni 2015, 21:26:49
Hallo jaydee,

warum werden die Sonnennblumen nicht so wie in Europa üblich mit der Einzelkornmaschine gesaet?

Berthold
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 07. Juni 2015, 21:53:53
Toll das der Tip mit Tapatalk kam 8)

Super Infos.....weiter so.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: charlie am 07. Juni 2015, 22:08:38

Und vielen Dank an Charlie :)
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Da helf ich doch gern...
Vor allem wenn man dann so aussagekräftige und tolle Bilder zu sehen kriegt  8)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. Juni 2015, 02:15:35
Hallo jaydee,

warum werden die Sonnennblumen nicht so wie in Europa üblich mit der Einzelkornmaschine gesaet?

Berthold

Ich denke,ab nächstem Jahr wird sich das hier auf der Farm ändern,zumal ja eine grosse EK-Drille vorhanden ist.Ist hier etwas merkwürdig auf der Farm,die alte EK Drille hatte 50cm Reihenabstand,und das hätte auch für den Deere Allcrop Vorsatz gepasst,dann wurde die grössere EK-Drille gekauft mit 55cm Abstand,um auch Mais drillen zu können,obwohl keiner angebaut wird...Ein weiteres Argument war,dass mit der EK-Drille nicht die volle Menge an N ausgebracht werden kann.Das ist alles nicht so richtig aufeinander abgestimmt.Einige benutzen EK-Geräte,besonders die Betriebe,die Sonnenblumen für den Verzehr anbauen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. Juni 2015, 02:25:09
Ich in mir sicher dass es eine tolle Erfahrung fuer viele ist mit denMaschinen mal zu arbeiten....und wie einfach man riesige Flaechen bewaeltigen kann. Aber Jaydee hats ja gerade beschrieben wie einfach riesige Gebiete vom Klima ausgeloescht werden. Der Frost hat anscheinend in ganz Westkanada dem Raps zugesetzt. Mein Vater war vorgestern von Saskatoon nach Calgary gefahren...2 mal wgen Staubsturm anhalten muessen.
Wenn einem die Maschinen selber gehoeren und Zins und Tilgung jedes Jahr bezahlt werden muss sieht's nicht mehr ganz so rosig aus. Zum Gleck gibts dort ne gute Ernteversicherung.

Von den Maschinen her hab ich ja einen deutlichen Schritt zurück gemacht,die Drille z.B. ist ja nur halb so breit wie die mit der ich letztes Jahr gearbeitet habe,und der Betrieb ist nur ein fünftel des letztjährigen.Aber es war ne super Entscheidung,hierher zu gehen um neue Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln,die ich bewusst getroffen habe,auch was die Betriebsgrösse und Maschinen angeht.

Und was das finanzielle angeht,am Hungertuch scheinen wenige zu nagen,man hört selten von "normalen"  Betrieben,die bankrott gehen,nur die künstlich aus dem Boden gestampften Investorfarmen kriegens scheinbar nicht auf die Reihe.Und das mit der Ernteversicherung hast du ja schon angesprochen,das ist schon ne feine Sache.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. Juni 2015, 21:15:11
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/08/e9640785ce13d9ac479e9fab5359a442.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/08/685d5aa81fb40eaeaf993d4bf5acfdc8.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/08/667075cc6661b3c3cccb6070bddbb0a9.jpg)

Das letzte Weizenfeld,das gesät wurde vor knapp drei Wochen,bin dort grade mit der Spritze unterwegs


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 09. Juni 2015, 00:37:06
Sojabohnen spritzen(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/08/0a6a6e7e45ce0099ac0a2b75f40309b9.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. Juni 2015, 00:54:42
Heute die Nordamerikaversion des neuen Xerion 4500 ausprobiert hier auf der Farm(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/10/c8669e1e5d583eaeb990d8a4dcb6649c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/10/96eec2d9c586659a017e3e32b644bbed.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/10/5449dac8d78cb4dae723fe5f67d2ba69.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest176 am 11. Juni 2015, 07:12:38
hallo ,
erst mal danke für die tollen bilder !
iich habe zum teil bei mir einen reihenabstand von 25cm bei getreide aber auf deinen fotos scheint der abstand noch weiter zu sein , oder täuscht das ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 11. Juni 2015, 07:53:47
Hallo,

gibt es denn nun eigentlich eine Freigabe für Doppelbereifung am Xerion? Bisher war das meines Wissens nach nicht der Fall.

LG
Helge
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: gerlsepp am 11. Juni 2015, 11:00:51
Hy, was wird denn hier eingearbeitet?
Lg
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. Juni 2015, 13:22:32
Das war Braugerste,hatte schlechte Bedingungen beim Auflaufen,dann noch der viele Regen,so dass der Bestand sehr unvgleichmässig war.Sah schlimm aus von oben...Reihenabstand sind knapp 20cm.
Wie erwähnt,das ist die Nordamerikaversion des Xerion,Claas will ja endich in diesen Markt vorstossen,die Achsen bzw. Endantriebe wurden dafür modifiziert,maximal können 710/70R42 mit offizieller Freigabe als Zwillinge gefahren werden.Hab den ganzen Tag mit dem Schlepper gearbeitet und bin echt sehr positiv überrascht,hat mir sehr gefallen.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Christian2 am 11. Juni 2015, 17:18:28
Ich kann mir kaum vorstellen, dass gelenkte Achsen die genannte Zwillingsbereifung lange überstehen, wenn ich mir überlege, was dort für Kräfte wirken!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 11. Juni 2015, 18:19:50
Das werden die bei Claas wohl ausreichend angepasst haben. Bei Gelegenheit frage ich mal Jemanden  ;)

Bleibt der Xerion dieses Jahr in der Naehe? Dann wuerde ich ihn mir vielleicht mal live anschauen wollen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. Juni 2015, 20:48:39
Case hatte schon in den 80ern 30.5-32 er Zwillinge auf dem 4994er mit gelenkten ZF Achsen,da wird's Claas wohl doch schaffen im Jahr 2015 Achsen für sowas zu bauen...


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. Juni 2015, 20:50:31
Wird wohl in ganz Südmanitiba laufen,leider blieb er nicht hier auf der Farm [emoji12]


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 11. Juni 2015, 20:58:32

Aber was kann der Claas bei Euch in Manitoba besser als jeder andere 0-8-15 Knickschlepper?

Er kostet vermutlich eine ganze Ecke mehr. Service und Ersatzteilversorgung sind vermutlich auch noch sehr in den Kinderschuhen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 11. Juni 2015, 21:56:38
Es steht ja außer Zweifel das dieser neue Xerion richtig gut geht!
Schon die Vorgänger waren nicht schlecht! Hab eigentlich noch nie jemanden getroffen der wirklich geschimpft hat! Und da waren viele dabei die den Schlepper wirklich nicht durch die Claasbrille angeschaut hat.

In USA wird er halt als "Ugly" bezeichnet. Der ganz große Vorteil für Nordamerika ist der Cat Motor! Überall und alles was irgendwie nach CAT "riecht" ist von vornherein mal gut! Wenn Claas den Schlepper über das CAT Händlernetz verkaufen darf, könnte es sogar was werden!
Obwohl, so große ist der Markt für solche Schlepper nicht! Die Häcksler und Grasernte Maschinen wie Mähwerke verkauft Claas ja auch in Nordamerika über einen eigenen Vertrieb!

So schwierig ist es anscheinend nicht! Krone verkauft ja seine Häcksler in Nordamerika auch über einen eigenen Vertrieb, das die John Deere Händler keine Krone Häcksler verkaufen dürfen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Christian2 am 11. Juni 2015, 22:01:16
Der Ruf der Vorgänger ist jedenfalls nicht der beste, versuch mal, einen gebrauchten zu verkaufen...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 11. Juni 2015, 22:53:13
also für mich sah die sg nun ne d so umbruchwürdig aus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Juni 2015, 13:25:31
@Georg::der neue Xerion hat einen Mercedes Motor...

@Biobauer:die Bilder sind von einem besseren Teil des
Schlags....


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Juni 2015, 13:36:31
@bervi:Ist ne gute Frage,die ich mir auch gestellt hab....Außer Sprit sparen keine echten Vorteile.Was den Preis angeht,so meinte der Verkäufer,sie seien sehr nahe an den neuen Deere 9Rs dran.Hatte den Schlepper den ganzen Tag für mich alleine,da der Chef ihn nicht mal selbst fahren wollte,und mir hat er halt einfach gefallen,fährt sich sehr viel angenehmer als jeder Knick- oder Raupenschlepper den ich bisher gefahren bin,und das waren einige.Was Zugleistung angeht kann ich nichts sagen,da der Joker nur 9 Meter war und nicht sehr tief lief.Motor,Getriebe,der starre Rahmen und die Kabine haben mir sehr gefallen,soweit man das nach nur einem Tag sagen kann.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Juni 2015, 20:43:06
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/12/3bd8758a212a0ea7455c3ea49b9a2707.jpg)

Da geht er dahin,der Boden,und mit ihm die Saattiefe...


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Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. Juni 2015, 08:41:02
Geschafft,meine 8. Aussaat in Westkanada ist vorüber,währenddessen habe ich sieben verschiedene Traktor/Airdrill Kombinationen kennen gelernt.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/13/8c6900b30c0ada0b9929ae8915579748.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. Juni 2015, 22:32:10
Und weiter geht's mit Spritzen,hier ein 200ha Feld mit Sonnenblumen,gespritzt wird Assure mit 0.625l/ha und Express mit 25g/ha.(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/14/567499e2b79186d152c93450bedf7087.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/14/6b7f4e4d9dd868c6f2120fc3d9767fba.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/14/394703d55eff4010af268dac016c9ca7.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. Juni 2015, 22:38:06
Wasseraufwandmenge ist übrigens knapp 94l/ha


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ANDERSgesehn am 14. Juni 2015, 23:22:41
interessant!
in ö gibt es keine Mitteln wenn Sonnenblumen
schon aufgelaufen sind. er zähl dazu mal!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 14. Juni 2015, 23:22:50
Hallo Hans,

super deine Berichte aus Kanada  :)


Wasseraufwandmenge ist übrigens knapp 94l/ha

 ;)

So toll sieht der Feldaufgang bei den Sonnenblumen aber nicht aus? Wetter, Saatgut, Drille oder andere Probleme gehabt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wissensdurst am 15. Juni 2015, 07:15:25
interessant!
in ö gibt es keine Mitteln wenn Sonnenblumen
schon aufgelaufen sind. er zähl dazu mal!

Klar gibt es die. Express oder Pulsar in resistenten Sorten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juni 2015, 07:18:14
Bisschen von allem,sehr wechselhafter Boden auf dem Feld,auf den sandigen,höher gelegenen Stellen wars zu trocken,weiter unten zu nass,dann nur Drillsaat,anstatt EK-Drille,der starke Niederschlag,der Frost,dann stärker Wind mit losem Sand hat stellenweise die gerade auflaufenden Pflanzen regelrecht abrasiert und/oder vergraben.Cutworms hatten wir auch,da waren wir ein paar Tage zu spät mit Lorsban(Chlorpyrifos) dran...

Mal was allgemeines:Habe absichtlich mal Bilder davon gemacht,wo es nicht so toll aussieht,der Weizen auf den vorher gezeigten Bildern ist ja auch nicht ganz so der Hit bis jetzt...Ich möchte mich selber hier weder als Bedderwisser darstellen,noch als unloyal meinem Arbeitgeber gegenüber,und ich hoffe das wird hier richtig verstanden.Wir hatten einfach etwas Pech mit dem Wetter und dem Timing,das passiert nun mal,auch wenn hier einige alleswissende und alles könnende Wunderbauern das anders darstellen.Bei den Nachbarn hier sieht es auch nicht perfekt aus,und meiner Meinung nach ist es einfach ehrlicher und authentischer auch mal was zu zeigen,was nicht so perfekt aussieht...diejenigen,die das mit Schadenfreude betrachten,sollen erst mal in so einem Land Ackerbau betreiben.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 15. Juni 2015, 07:51:46


Mal was allgemeines:Habe absichtlich mal Bilder davon gemacht,wo es nicht so toll aussieht,der Weizen auf den vorher gezeigten Bildern ist ja auch nicht ganz so der Hit bis jetzt...Ich möchte mich selber hier weder als Bedderwisser darstellen,noch als unloyal meinem Arbeitgeber gegenüber,und ich hoffe das wird hier richtig verstanden.Wir hatten einfach etwas Pech mit dem Wetter und dem Timing,das passiert nun mal,auch wenn hier einige alleswissende und alles könnende Wunderbauern das anders darstellen.Bei den Nachbarn hier sieht es auch nicht perfekt aus,und meiner Meinung nach ist es einfach ehrlicher und authentischer auch mal was zu zeigen,was nicht so perfekt aussieht...diejenigen,die das mit Schadenfreude betrachten,sollen erst mal in so einem Land Ackerbau betreiben.



 :daumen: :daumen: :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ruebe am 15. Juni 2015, 10:49:50
https://vimeo.com/130026742 (https://vimeo.com/130026742)
Der Autor bei der Arbeit im 9630 mit gut 600PS,gesät werden Sonnenblumen mit RTK auf einem 200ha Schlag mit einer Deere 1895 Einscheibenschardrille mit Düngerscharen,13 Meter AB,Saatgutablage bei 2,5cm,Dünger bei 5cm zwischen den Reihen,Abstand sind 50cm,Vorarbeit wurde hier mit dem Summers Supercoulter gemacht.


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Fahrt Ihr die Drille über das Terminal von JD? habt Ihr da ISO Bus drauf? oder JD eigenes Übertragungsprotkoll?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juni 2015, 12:49:53
Ja die Drille ist hier über ISOBUS mit dem 2600 Terminal verbunden,was ich als sehr saubere und praktische Lösung empfand,nur ein Monitor in der Kabine,kein Kabelsalat,weniger störanfällig und schneller beim An- und Abkuppeln.Was ISOBUS angeht,hängen viele Hersteller hier leider noch hinterher.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 15. Juni 2015, 13:14:10

https://vimeo.com/130026742 (https://vimeo.com/130026742)
Der Autor bei der Arbeit im 9630 mit gut 600PS,gesät werden Sonnenblumen mit RTK auf einem 200ha Schlag mit einer Deere 1895 Einscheibenschardrille mit Düngerscharen,13 Meter AB,Saatgutablage bei 2,5cm,Dünger bei 5cm zwischen den Reihen,Abstand sind 50cm,Vorarbeit wurde hier mit dem Summers Supercoulter gemacht.


Wie war das neulich nochmal als über blinkende Warnlampen diskutiert wurde  (siehe Video ;D)!!!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juni 2015, 13:20:15

Hallo Hans,

super deine Berichte aus Kanada  :)


Wasseraufwandmenge ist übrigens knapp 94l/ha

 ;)

So toll sieht der Feldaufgang bei den Sonnenblumen aber nicht aus? Wetter, Saatgut, Drille oder andere Probleme gehabt?
Freut mich,dass es einigen gefällt,und was meine Klarstellung angeht,hoffe ich,dass du das nicht auf dich beziehst.

Bin immer dankbar über Feedback und auch Anregungen oder fragen,hab das selber so in der Art auch noch nicht gemacht und man will ja weder zu aufdringlich sein noch zu oberflächlich was Details angeht...

Hier mal was zum Nachdenken und für Fans älterer Technik-gezeigt wird unser Nachbar mit seinem 41 Jahre alten Deere 7520 Knickschlepper mit über 11000 Stunden beim Hafersäen mit einer 13 Meter Case Zinkendrille..Man sieht ja sowas hier wesentlich öfter,dass alte Technik noch im Alltag eingesetzt wird,und ich komm dann immer ins Grübeln...https://vimeo.com/130744907 (https://vimeo.com/130744907)

Und zwei weitere Beispiele älterer Technik,die von Nachbarn noch im harten Alltag genutzt wird,sind beides 4640er Johnnies.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/0a7e21241c5089bf653b98e83e2da6e7.jpg)
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/93e255943c9a45a657b16c9fbd55607a.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 15. Juni 2015, 14:00:31

Hallo Hans,

super deine Berichte aus Kanada  :)


Wasseraufwandmenge ist übrigens knapp 94l/ha

 ;)

So toll sieht der Feldaufgang bei den Sonnenblumen aber nicht aus? Wetter, Saatgut, Drille oder andere Probleme gehabt?
Freut mich,dass es einigen gefällt,und was meine Klarstellung angeht,hoffe ich,dass du das nicht auf dich beziehst.

Bin immer dankbar über Feedback und auch Anregungen oder fragen,hab das selber so in der Art auch noch nicht gemacht und man will ja weder zu aufdringlich sein noch zu oberflächlich was Details angeht...

Nein keine Angst, beziehe das nicht auf mich. Finde es im  Gegenteil gut wenn man den Durchschnitt sieht oder auch mal die schlechten Ecken. Habe im Rapsausfallthread ja auch die schlimmste Stelle bei mir eingestellt. Oft ist es ja bei solchen stellen das mehrere Dinge zusammen kommen, meine Intention ging eigentlich in Richtung Wetter, hast ja geschrieben das ihr die Sommergerste umgebrochen habt und das auch viel Raps in Kanada verloren ist, hat hier ja ganz schön die Preise getrieben. Da Kanada ja eine große Exportnation ist, könnte das ja auch Auswirkungen auf die Preise hier haben  ;)




Hier mal was zum Nachdenken und für Fans älterer Technik-gezeigt wird unser Nachbar mit seinem 41 Jahre alten Deere 7520 Knickschlepper mit über 11000 Stunden beim Hafersäen mit einer 13 Meter Case Zinkendrille..Man sieht ja sowas hier wesentlich öfter,dass alte Technik noch im Alltag eingesetzt wird,und ich komm dann immer ins Grübeln...

Und zwei weitere Beispiele älterer Technik,die von Nachbarn noch im harten Alltag genutzt wird,sind beides 4640er Johnnies.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/0a7e21241c5089bf653b98e83e2da6e7.jpg)


Alte Technik aber mit Pilz auf dem Dach  ;D   Ich kann dem  Gedanken mit alter aber guter und passender Technik einiges abgewinnen! Die neuste Technik ist oft anfällig, aber wichtig ist doch der passende Zeitpunkt und nicht die neuste Technik. Ob der Trecker dort nun 3 Monate oder dreißig Jahre alt ist, der Farmer verdient doch mit einem neuen Schlepper keinen ct mehr . So ist es doch mit vielen Geräten, hatten das doch auch im anderen Thread mit der NZ Egge, kenne genug Betriebe die so ein Teil seid über 20 Jahrne im Betriebe haben und das wahrscheinlich auch noch die nächsten 10 jahre.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juni 2015, 15:28:51
Einer unserer Verpächter hier hat bis vor zehn Jahren 350ha mit zwei Deere 4020(107PS) Hinterradschleppern bewirtschaftet...


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 05:13:43
Auf dem Weg nach Haus mal schnell ein Bild vom aufgelaufenen Millet gemacht,der direkt gesät wurde,zwei von den zuletzt gedrillten Pintobohnen und vom Kreisregner des benachbarten Kartoffelfarmers.(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/86f050f6521e15f449243eb37b352ca2.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/32ba939245afdee34065da38a784ceb3.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/c35dafa8848ad4d28ae99405bffcd761.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/b3a2e3b81bbc310b7e1ca7d36ff424bc.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/15/6dff152094b344ad3bba5fc74de8324b.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 05:25:22

https://vimeo.com/130026742 (https://vimeo.com/130026742)
Der Autor bei der Arbeit im 9630 mit gut 600PS,gesät werden Sonnenblumen mit RTK auf einem 200ha Schlag mit einer Deere 1895 Einscheibenschardrille mit Düngerscharen,13 Meter AB,Saatgutablage bei 2,5cm,Dünger bei 5cm zwischen den Reihen,Abstand sind 50cm,Vorarbeit wurde hier mit dem Summers Supercoulter gemacht.


Wie war das neulich nochmal als über blinkende Warnlampen diskutiert wurde  (siehe Video ;D)!!!

Die Lampe blinkt,weil der Schlepper auf über 600PS gechippt ist.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 16. Juni 2015, 07:47:32
Hallo
Jaydee echt tolle Bilder, so sieht man mal was von den Welt!

Das mit der Kontrolllampe wurde neulich hier mal angesprochen , es soll Fahrer geben die trotz blinkender Motorwarnleuchte tagelang weiter fahren ;D
Wenn das meiner wäre würde ich die Birne ausbauen, das dauernde Blinken macht einen doch verrückt!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 16. Juni 2015, 09:01:10
Hi,
das sind wirklich sehr interessante Bilder. Gerne noch mehr  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 16. Juni 2015, 09:19:42
Wirklich sehr interessant! Bitte auf jeden Fall mehr.

Was mich noch interessieren würde: Wieviel Leistung brauchen diese Sämaschinen eigentlich? Mit 600PS warst sicher nicht an der Leistungsgrenze  ;D

Zur alten Technik und bissl OT: Hat einfach Flair. Aber MB Trac bei der Strohabfuhr ohne Klima ist nicht ein so großer Spaß, da bin ich froh wenn ich auf einem modernen Traktor sitzen darf. Der 7810 JD, den ich manchmal fahre ist mit persönlicher Favorit. Ja, definitiv nicht alt und nicht unkomfortabel aber in Sachen Ergonomie und Komfort doch schon ein Stück weit weg vom einem 7R. Dafür gibts einen Motorsound, der einfach gefallen muss  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 16. Juni 2015, 10:32:14
Ja, der 7810. Falls jemand einen weiß, kann auch defekt sein oder 20.000 Stunden gelaufen - ich hätte Interesse.

Und so ein 7810 ist ja auch schon alt. Wann kam der auf den Markt? 2000?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 16. Juni 2015, 11:38:29
@BNT 1997-2003
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 11:48:24
Wirklich sehr interessant! Bitte auf jeden Fall mehr.

Was mich noch interessieren würde: Wieviel Leistung brauchen diese Sämaschinen eigentlich? Mit 600PS warst sicher nicht an der Leistungsgrenze  ;D

Zur alten Technik und bissl OT: Hat einfach Flair. Aber MB Trac bei der Strohabfuhr ohne Klima ist nicht ein so großer Spaß, da bin ich froh wenn ich auf einem modernen Traktor sitzen darf. Der 7810 JD, den ich manchmal fahre ist mit persönlicher Favorit. Ja, definitiv nicht alt und nicht unkomfortabel aber in Sachen Ergonomie und Komfort doch schon ein Stück weit weg vom einem 7R. Dafür gibts einen Motorsound, der einfach gefallen muss  ;D

Der Schlepper läuft den Rest des Jahres an einem Erdhobel oder Scraper,deshalb die 600PS,für die Drille reichen um die 400,je nach Bedingungen natürlich.

Das gute bei den alten Amischleppern ist,dass sie sehr früh Klimaanlagen hatten und auch recht komfortable Sitze,allen meilenweit voraus war natürlich Deere 1973 mit der Sound Gard Kabine,wohl auch u.a. ein Grund,warum noch so viele davon im Einsatz sind und noch gutes Geld kosten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 23:12:35
Steigende Landpreise und expandierende Farmen führen hier dazu,dass sogar teils bewaldete (Weide-) Flächen mit schwerem Gerät und Feuerzeug urbar gemacht werden
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/6f1f8b04ef59898122928920d7c757af.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 23:16:21
Weiter geht's mit Sojabohnen spritzen,den kleinen Spiegel unter der Vorderachse immer fest im Blick
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/53f7c828cd974fe257893198a451297f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/40aa75385cc7922202b790c041aa974c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/6f996bbf1c71b501fb654c036b84dc83.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/effae9a10355ab35825c34df37ae3c47.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Juni 2015, 23:18:27
Gespritzt wird Roundup mit knapp 1.5L/ha


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Rabe am 16. Juni 2015, 23:29:09
Weiter geht's mit Sojabohnen spritzen,den kleinen Spiegel unter der Vorderachse immer fest im Blick

Wird nicht automatisch gelenkt? Welches Signal ist in Canada Standard? SF1, SF2 oder RTK?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Juni 2015, 06:12:57
Doch es wird natürlich automatisch gelalenkt,das heiisst aber nicht,dass man bei feuchten Stellen oder lockerem Boden oder am Seitenhang nicht etwas nachkorrigieren muss.Zudem ist der Selbstfahrer nicht mehr der Jüngste...
Die Spritze läuft mit SF2,die EK-Drille auch,das meiste hab ich mit SF1 gesät,nur beim Sonnenblumen säen hatte ich RTK.
Die meisten nutzen wohl SF1,flächendeckende RTK Netze gibt es kaum.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Juni 2015, 06:16:11
Hab mal noch Bilder von einem Weizenschlag gemacht(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/2fcb525a573be624c26980228b6b6c1e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/6785880d2d5137572bc1653ce8811881.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/16/211be9134eb73b6ba883f19ee2ae2e8b.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 17. Juni 2015, 07:23:26
Moin Jaydee,
auf dem Bild mit dem Achsspiegel ist eine Skala mit Zeiger zu sehen, ist das die momentan eingestellte Spurweite der Spritze?
Gruß, Rudolf
PS: Unheimlich interessant Deine Beiträge :daumen1:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Juni 2015, 10:25:44
Richtig,und zwar in Inch.Kann man hydraulisch von der Kabine aus verstellen,jede Ecke separat.
Freut mich sehr,wenns gefällt.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Frankenpower am 17. Juni 2015, 10:32:49
Top Berichte und Bilder  :daumen:, und Top Bestände  :daumen1:...hätt ich auch gerne.... :zeter:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 17. Juni 2015, 11:08:07
Hallo,

schöne Bilder vom Weizen, wie hoch ist die Ertragserwartung den in etwa??
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. Juni 2015, 14:20:01
5-6t.Wollen da heute mal mit 28-0-0 ran,was hier auf der Farm noch nie gemacht wurde,und generell wird hier bei den meisten der gesamte Dünger während oder vor der Aussaat ausgebracht und das wars dann.Auch über Halmverkürzer wird nachgedacht,was absolut neu ist hier...


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: brookie am 17. Juni 2015, 14:27:48
Ganz großen Dank an dich, dass du uns mit so tollen Bildern an deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

Wie verhält es sich in Kanada mit Herbizid im Weizen? Kannst du uns da was über die Mittel oder Wirkstoffe sagen?
Was sind da die Leitunkräuter bzw Ungräser?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Juni 2015, 00:23:20
Dandelion,Kochia,Foxtail Barley,Barnyard Grass,Quackgrass,Canada Thistle,Wild Millet,Wild Oats,Leafy Spurge...Roundup Ready Raps,Roundup Ready Soja ;)
Gespritzt wurde der Weizen mit Tandem und MCPA Ester,die Wirkstoffe kannst auf dem Label ablesen ;)
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/17/f2ef6298e1ce6f916dfbc49d03ee47f9.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/17/1f5bfd0515b7ec666850b53c749614c8.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/17/84c179a50809312c437c86d17cae9286.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 18. Juni 2015, 11:24:11
Also auch in Kanada der gleiche Salat in anderer Verpackung
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 19. Juni 2015, 09:27:41
Gestern Mittag den neu angesäten Invigor L156 Raps mit Liberty(3.33l/ha),Centurion(0.18l/ha) und Amigo(0.55l/ha) gespritzt.Dann Hafer gedüngt mit 93l/ha 28-0-0.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/5d1f795251db3e3278575990743c2c93.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/e7fab873149583d4959ec87a624fb0c4.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/f83acd7889ab32bf1d70b15a7667cac3.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/29470ca7131017eb757cc14a8554452f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/d928b2afa44123fb0bdbbb8d1a87adeb.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/f5beaf8dfae4d4fee57a62348c14bfaf.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/5030f95b044f3d9f79dc9fa928f5db04.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 04:14:53
Hier der Hafer im Tageslicht
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/0d68779ff6fefda973ac69eeb2c8f7fa.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/0c46abb93c5683b323c12129b08f160b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/19/d1036cfd208571d20ba679515b2e5dcc.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 20. Juni 2015, 05:47:06
Immer wieder tolle Berichte :daumen1:

Weshalb sind die Pflanzenschutzmittel nur in einem bestimmten regionalen Bereich zugelassen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 07:17:59
Immer wieder tolle Berichte :daumen1:

Weshalb sind die Pflanzenschutzmittel nur in einem bestimmten regionalen Bereich zugelassen?

Ganz sicher bin ich da nicht,denke dass da unterschiedliche Zulassungsauflagen bestehen,werd mal fragen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: juliusjr am 20. Juni 2015, 08:50:35
Ziemlich dünne pflegereifen für das gewicht und den Witterungsverhältnissen???
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 20. Juni 2015, 13:00:08
Immer wieder tolle Berichte :daumen1:

Weshalb sind die Pflanzenschutzmittel nur in einem bestimmten regionalen Bereich zugelassen?
Gegenfrage: Warum ist das in der EU auch so, bzw noch schlimmer?
Denkbare Antwort waere, damit nicht ein paar unnuetze Fresser ihren Job verlieren.  :-X
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 20. Juni 2015, 13:24:09
Wenn ich John Deere Drille sehe werd ich neidisch.  Gibt's dort auch Technik die auf drei Meter klappbar ist. Ich meine eher die grössenordnung der 750a,  läuft dort sicher unter anderer Bezeichnung und eher als box drill aber irgendwie müssen die Dinger doch auch klappbar oder einschwenkbar sein.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 13:52:16
Ziemlich dünne pflegereifen für das gewicht und den Witterungsverhältnissen???

Dacht ich Anfangs auch,aber es geht erstaunlich gut,und da die Sonnenblumen nur 50er Reihenabstand haben,ist man da halt sehr limitiert.Sind 320er übrigens...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 14:23:14
Wenn ich John Deere Drille sehe werd ich neidisch.  Gibt's dort auch Technik die auf drei Meter klappbar ist. Ich meine eher die grössenordnung der 750a,  läuft dort sicher unter anderer Bezeichnung und eher als box drill aber irgendwie müssen die Dinger doch auch klappbar oder einschwenkbar sein.

Mfg tim

Die Frage mit drei Metern kann ich ziemlich sicher mit "Nein" beantworten,hab da selber auch schon etwas rumgeforscht,leider verbaut sich Deere da immer noch einen Markt...Die 750 hiess hier auch 750,jetzt 1590 allerdings,wie von dir richtig bemerkt,als Boxdrill,starr bis 6 Meter breit,als Zug aus mehreren Drillen bestehend dann breiter,oder aber die 1690/1890/1990 in der CCS Konfiguration mit aufggebautem Saattank und Einzelreihendosiersystem,die sind was Transportbreite angeht jedoch immer noch jenseits von Gut und Böse mit 4.37 und 5.59 Metern eingeklappt.
Die 1890 bzw 1895 die ich hier auf der Farm während der Aussaat bewegt habe,haben ja immer noch das gleiche Säschar,die vielen Einstellmöglichkeiten war ich von den Zinkendirektsaardrillen gar nicht gewohnt,hat mir sehr gefallen und ich hab sie auch genutzt,man muss halt "motiviert"sein,das zu tun und auch etwas Zeit investieren.Auf diesen Standort hier passt die Drille leider nicht 100%,dazu ist auf den meisten Schlägen der Boden zu sandig/locker/pulverisiert durch Bearbeiten,so dass das Hairpinning teilweise echt immens war,was hier aber keinen zu stören scheint...Man sieht kaum Zinkendrillen,die hier von meiner Erfahrung her besser hinpassen würden.Auf festeren Böden,in Direktsaat eingesetzt und richtig eingestellt,macht die Drille allerdings einen fantastischen Job was die Einhaltung der Saattiefe,das Einbetten und Andrücken des Saatguts und das Bedecken desselben angeht,da kommt keine der von mir bis jetzt gefahrenen Zinkendrillen ran....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 20. Juni 2015, 14:47:22
Leider verbaut sich Deere da immer noch einen Markt...

Ich glaube immer mehr das die Devise für Europa eher "Abschreckung und Vergrämungsangebote" heisst. Dann verkauft man auch mehr Schlepper als mit einer funktionierenden notill Drillmaschine.

Schade eigentlich,  für ne gebrauchte 6m die über 10 Jahre alt ist legst du hier 50.000 bis 60.000 € aufn Tisch, egal ob die dosierzahnräder der accorddosierung schon halb rund sind oder nicht...

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 15:38:20
Leider verbaut sich Deere da immer noch einen Markt...

Ich glaube immer mehr das die Devise für Europa eher "Abschreckung und Vergrämungsangebote" heisst. Dann verkauft man auch mehr Schlepper als mit einer funktionierenden notill Drillmaschine.

Schade eigentlich,  für ne gebrauchte 6m die über 10 Jahre alt ist legst du hier 50.000 bis 60.000 € aufn Tisch, egal ob die dosierzahnräder der accorddosierung schon halb rund sind oder nicht...

Mfg tim

Wobei man aber auch anmerken sollte,dass man speziell in Deutschland schon noch gerne im Boden rumwühlt,damit alles immer so aussieht,als ob es grade gesät wurde...Und für die dafür benötigten Schlepper gibt man auch sehr gerne sehr viel Geld aus.
Das mit den Preisen für die 750er ist mir auch schon aufgefallen,ist halt ein sehr kleiner Markt...

*Zitat zurecht gerückt,  mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 20. Juni 2015, 18:30:36
Super Berichte ! Danke Hans  :)


Gespritzt wird Roundup mit knapp 1.5L/ha

Wie schnell fährst du und wieviel Wasser ? Wird auf Wind, Leuftfeutigkeit oder Temperatur geachtet?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. Juni 2015, 18:58:01
Super Berichte ! Danke Hans  :)


Gespritzt wird Roundup mit knapp 1.5L/ha

Wie schnell fährst du und wieviel Wasser ? Wird auf Wind, Leuftfeutigkeit oder Temperatur geachtet?

16-18km/h mit ca. 94l/ha.Selbstverständlich achten wir auf Wind,wir wollen ja nicht die Nachbarn verärgern,und Temperatur auch,um bestmöglichen Erfolg zu erziehlen,Luftfeuchtigkeit weniger.Da ich seit Ende der Aussaat als einziger die Spritze fahre,achte ich besonders auf die Bedingungen,da ich mir da nix anhängen lassen will,man hat hat da ja schon eine Verantwortung,bei den Flächenleistungen kann da innerhalb von sehr kurzer Zeit immenser Schaden angerichtet werden kann...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 21. Juni 2015, 00:45:10
.Die 750 hiess hier auch 750,jetzt 1590...

Welche Rolle spielt great plains in dem Markt,  sind die vergleichbar?

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 21. Juni 2015, 01:01:19
Hier in Westkanada so gut wie nicht existent.Aufgrund der Doppelscheibenschartechnik auch nicht vergleichbar,Säwagen auch zu klein für hier.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 21. Juni 2015, 18:42:03
Super Berichte ! Danke Hans  :)


Gespritzt wird Roundup mit knapp 1.5L/ha

Wie schnell fährst du und wieviel Wasser ? Wird auf Wind, Leuftfeutigkeit oder Temperatur geachtet?

16-18km/h mit ca. 94l/ha.Selbstverständlich achten wir auf Wind,wir wollen ja nicht die Nachbarn verärgern,und Temperatur auch,um bestmöglichen Erfolg zu erziehlen,Luftfeuchtigkeit weniger.Da ich seit Ende der Aussaat als einziger die Spritze fahre,achte ich besonders auf die Bedingungen,da ich mir da nix anhängen lassen will,man hat hat da ja schon eine Verantwortung,bei den Flächenleistungen kann da innerhalb von sehr kurzer Zeit immenser Schaden angerichtet werden kann...

Danke für die Info  :). Das schafft ja mal was  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 21. Juni 2015, 22:32:54
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/21/0d5dcaf53c1d70ffe5bea061c78800a7.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/21/2f4bb80b8d36bc91ead64ec099ec3503.jpg)

Die Nachbarn beim Mais düngen mit NH3


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 24. Juni 2015, 18:15:32
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/c4a909ad98381d61c437c983ffd9344f.jpg)

Einen alten Bekannten wiedergesehen [emoji6]


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest176 am 24. Juni 2015, 18:26:56
und ,
wäre damals nicht so viel schindluder mit getrieben worden , hätten wir diesen wirkstoff auch noch zur verfügung !
bleibt nur zu hoffen , das sich dieses spielchen beim glyphossat nicht wiederholt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: mario33 am 24. Juni 2015, 21:13:53
mhhhh LECKER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :frage: :frage: :frage: :frage: :frage: :frage: :frage: :-[ :-[ :-[ >:( >:( >:( >:( :police: :police: :police: :angel:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 24. Juni 2015, 22:48:20
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/4105371effe17f0a0da2f46cca8ad3e5.jpg)
Sauberes Spritzwasser holen


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 24. Juni 2015, 23:00:39
Pintobohnen spritzen mit Viper(1l/ha),Basagran(0.33l/ha) und UAN 28-0-0(2.5l/ha)
Schön zu sehen wo die Niederschläge der Gewitter der letzten Tage nicht schnell genug versickern...(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/e06564373b85a3fef5872972afea297c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/50140ec3011cff2bb29409dc940c7d5d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/54205e832358c40f49e4f1810df68f87.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/897af08ed463068091627aba57dd8d69.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 24. Juni 2015, 23:44:48
Mein Arbeitsplatz bis zur Ernte(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/6eab103bb8c4baae19fe11993220862f.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 25. Juni 2015, 00:24:20
Aha, interessant. Danke für die Einblicke, Hans. Schöne Flächen dort bei Dir.
Imazamox ist ja hier im Clearfield-Vantiga.
Sind die Pintobohnen auch gentechnisch verändert? Oder wie hier der Clearfield Raps konventionell "gezüchtet"?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 25. Juni 2015, 01:15:49
Die sind nicht GV...
Was die Flächen angeht,bin ich von Saskatchewan anderes gewohnt ;)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 25. Juni 2015, 05:40:33
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/24/18f8a505accaf001739430e895272267.jpg)

Wieder ein arbeitsreicher Tag vorbei


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 25. Juni 2015, 06:52:43
Immer wieder interessant hier mitzulesen :)

Wieviel ha machst Du den am Tag/in der Saison mit der Spritze?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 25. Juni 2015, 10:34:47
Immer wieder interessant hier mitzulesen :)

Wieviel ha machst Du den am Tag/in der Saison mit der Spritze?

Max. 300-350,mehr ist mit dieser Spritze und auf diesen Flächen nicht drin.
Mein persönlicher Rekord liegt bei 800,aber das war in Saskatchewan.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 25. Juni 2015, 13:43:33
Ist das Basagran höher konzentriert bei euch?  0,3l ist wirklich wenig!

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 25. Juni 2015, 13:49:45
480g Bentazon/Liter


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: brookie am 25. Juni 2015, 18:06:58
kurze Zwischenfrage, die hier zwar nicht rein passt, aber nachdem manche ganz nostalgisch reagieren, kann ich sie mir einfach nicht verkneifen...
War Atrazin wirklich ein sooo tolles Mittel, dass heute noch ältere Semester davon schwärmen??
Bin leider noch zu jung, um jemals mit dem Mittel gearbeitet zu haben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 25. Juni 2015, 18:40:28
kurze Zwischenfrage, die hier zwar nicht rein passt, aber nachdem manche ganz nostalgisch reagieren, kann ich sie mir einfach nicht verkneifen...
War Atrazin wirklich ein sooo tolles Mittel, dass heute noch ältere Semester davon schwärmen??
Bin leider noch zu jung, um jemals mit dem Mittel gearbeitet zu haben.

es war halt ein mittel, das einen absolut sauberers feld machte im mais.und richtig angewendet wärs auch ned so tragisch gewesen, wobei ich mein, da wärs mittlerweile auch im grundwasser gelandet
es gab halt dann so bäuerlein, die anstatt 2 liter 8 odr 10 nahmen, des zeug war ja noch dazu sehr günstig.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 25. Juni 2015, 18:48:15
Hmmh Basagran hat auch 480 Gramm bentazon je Liter?

Womit sichert ihr die Wirkung ab? Geringe Wassermenge oder ätzende/wirkungsbeschleilunigende additive ( die anderen beiden mischungspartner kannte ich nicht)

Mfg tim

EDIT sorry,  habs, gut wenn man lesen kann...,  der Rest vom bentazon ist in diesem Viper enthalten,  dann passt die Menge auch wieder zur Wirkung,  würde bei uns quasi 1,2 Liter entsprechen,  das ist ein Hammer! Und dazu noch imazamox - haben die Bohnen trotzdem ein trait ohne gm oder können die das so ab?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 25. Juni 2015, 19:05:03
Imazamox ist der Wirkstoff im Pulsar. Das hat u.a. in Ungarn und Österreich eine Zulassung in Soja und in IMI Sonnenblumen. In Deutschland  ist es wie CT schon geschrieben hat im Clearfieldraps zugelassen. Mit der Aufwandmenge von 1l Viper und 0,3l Basagran hat er von beiden Wirkstoffen in etwa jeweils die halbe hier übliche Aufwandmenge. Das kann im Zuge einer Splittingmassnahme sicher funktionieren.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: dirkk am 25. Juni 2015, 20:07:05
Zitat
haben die Bohnen trotzdem ein trait ohne gm oder können die das so ab?
Ich geh mal davon aus , dass die Bohnen das so ab können . Denn in Frankreich gibt es mit Corum ein Herbizid mit fast gleicher Wirkstoffzusammensetzung und - Konzentration ( wie Viper ) , welches zum Nachauflauf in Erbsen und Ackerbohnen funktioniert ( und auch verträglich ist  mit sehr interessanter Wirkungsbreite)  . Grad in diesem Jahr mit der Trockenheit hätte ich so etwas in Ackerbohnen gebrauchen können  .....  aber das Wort Zonenzulassung ist nur eine Floskel  - womit ich aber vom Thema abkomme .

@ jaydee : Vergeht wirklich der halbe Sommer bis zur Ernte nur mit Spritzen , oder ist noch ein wenig Luft ( zeitlich gesehen )  , bevor es ans Ernten geht ?

gruss
dirkk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kakvogl am 25. Juni 2015, 20:38:15
Zu Atrazin in der Ausbildung: Pflugfurche im Herbst, abkreiseln. Vier Liter im Herbst auf die "saubere Furche" ;D Im Frühjahr nach der Bestellung nochmal 8 Liter pro ha. Fazit: Der Mais war sauber. ;D So wurde es vor drei Jahrzehnten laut Offizialberatung empfohlen, wirklich. >:( Wo ist Atrazin gelandet: Verbotsliste, leider. >:(
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest176 am 25. Juni 2015, 21:13:05
kurze Zwischenfrage, die hier zwar nicht rein passt, aber nachdem manche ganz nostalgisch reagieren, kann ich sie mir einfach nicht verkneifen...
War Atrazin wirklich ein sooo tolles Mittel, dass heute noch ältere Semester davon schwärmen??
Bin leider noch zu jung, um jemals mit dem Mittel gearbeitet zu haben.

es war halt ein mittel, das einen absolut sauberers feld machte im mais.und richtig angewendet wärs auch ned so tragisch gewesen, wobei ich mein, da wärs mittlerweile auch im grundwasser gelandet
es gab halt dann so bäuerlein, die anstatt 2 liter 8 odr 10 nahmen, des zeug war ja noch dazu sehr günstig.

na ja , der bauer hat das gemacht was die beratung ihm sagte und ab einer gewissen menge wirkte es dann auch ttsicher gegen quecke bei mais in monokultur , zur info für die junen wilden hier , in den 80igern kostete round up noch richtig kohle aus dieser zeit stamt auch die formel 3l +15kg ha ssa anstatt 5l ruond up .
ich habe jetzt ganz bewusst nicht gylphos geschrieben , denn den wirkstoff gab es damals nur von monsanto unter diesem namen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 25. Juni 2015, 21:56:50
kurze Zwischenfrage, die hier zwar nicht rein passt, aber nachdem manche ganz nostalgisch reagieren, kann ich sie mir einfach nicht verkneifen...
War Atrazin wirklich ein sooo tolles Mittel, dass heute noch ältere Semester davon schwärmen??
Bin leider noch zu jung, um jemals mit dem Mittel gearbeitet zu haben.

es war halt ein mittel, das einen absolut sauberers feld machte im mais.und richtig angewendet wärs auch ned so tragisch gewesen, wobei ich mein, da wärs mittlerweile auch im grundwasser gelandet
es gab halt dann so bäuerlein, die anstatt 2 liter 8 odr 10 nahmen, des zeug war ja noch dazu sehr günstig.

na ja , der bauer hat das gemacht was die beratung ihm sagte und ab einer gewissen menge wirkte es dann auch ttsicher gegen quecke bei mais in monokultur , zur info für die junen wilden hier , in den 80igern kostete round up noch richtig kohle aus dieser zeit stamt auch die formel 3l +15kg ha ssa anstatt 5l ruond up .
ich habe jetzt ganz bewusst nicht gylphos geschrieben , denn den wirkstoff gab es damals nur von monsanto unter diesem namen

War hier auch so. Auch die Beratung hat 8-10l/ha Atrazin empfohlen. Dann musste aber mindestens 2 Jahre Mais angebaut werden, denn sonst wuchs absolut nichts!
Man hat auch angenommen, dass der Wirkstoff stabil in der Krume bleibt. Schade, dass der Wirkstoff durch diese falsche Anwendungspraxis verschwunden ist. Wenn es nur im Rahmen der Zulassung angewandt worden wäre, hätten wir es wohl heute noch. Allerdings in Ländern, die den Wirkstoff noch haben, taugt es auch nur noch als ein Baustein in der Herbizidstrategie und nicht als Soloanwendung wie damals.

Ich habe die Befürchtung, dass es beispielsweise Glyphosat ähnlich ergehen könnte. Nur da ist m.E. nicht die korrekte Anwendung auf Ackerflächen das Problem, sondern die Anwendung durch nicht Sachkundige auf befestigten Flächen etc. und evtl die unsachgemäße Spritzenreinigung die zu den Belastungen in Vorflutern und Kläranlagen führt.   
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 25. Juni 2015, 22:06:24
Tja, Die Atrazinproblematik und die Rückstände im Trinkwasser amen ja nicht aus dem Ackerbau sondern in der HAuptsache von der Bundesbahn! Da wurde Jahrelang Atrazin fast pur gespritzt, um die Gleise sauber zu halten. Nach Atrazin folgte halt dann Roundup!

In der Nähe von Gleisen wird heuten noch Atrazin im Grundwasser nachgewiesen!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 25. Juni 2015, 22:28:55


@ jaydee : Vergeht wirklich der halbe Sommer bis zur Ernte nur mit Spritzen , oder ist noch ein wenig Luft ( zeitlich gesehen )  , bevor es ans Ernten geht ?

gruss
dirkk

Ich wundere mich manchmal ja, wenn ich viel Stunden mache und fürdie Arbeit unterwegs bin was die Natur vorran geht, aber wie das in westkanada vorran geht ist enorm! Als ich 2007 anfang Juli nach Manitoba geflogen bin hatte Hafer bei manchem Farmer nur ein paar Blatt, der Raps ging zwei Wochen später in die Blüte und als wir morgends am 25. August Reif auf dem Auto nach 25 Grad am Vortag hatten, das ist schon anders da!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 05:43:04
Nach den Pintos gings dann heut Mittag weiter mit Fungizidbehandlung im Weizen mit Twinline(0.36l/ha) und knapp 140l Wasser,das Wetterradar immer im Auge...Auf dem Weg nach Hause noch schnell den blühenden Raps geknipst,mit einem der typischen Sonnenuntergänge in der westkanadischen Prärie

(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/524691f33fa44fc5c69e7d3dda8f93e3.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/b7d9e64a866766a322102f7cdba710cd.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/be6ab9e6cc6126dbc7a39207fdfd50f2.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/b0d73024c1f7637f716fab331b36da00.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/9eb66e90e4d4b4bc78abe59b524f52eb.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/60a9269d6ce4159c8701c85623bd572b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/25/3f8c7b5f653cbc78ec69f0ffc228fd09.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 05:59:43
Zitat
haben die Bohnen trotzdem ein trait ohne gm oder können die das so ab?
Ich geh mal davon aus , dass die Bohnen das so ab können . Denn in Frankreich gibt es mit Corum ein Herbizid mit fast gleicher Wirkstoffzusammensetzung und - Konzentration ( wie Viper ) , welches zum Nachauflauf in Erbsen und Ackerbohnen funktioniert ( und auch verträglich ist  mit sehr interessanter Wirkungsbreite)  . Grad in diesem Jahr mit der Trockenheit hätte ich so etwas in Ackerbohnen gebrauchen können  .....  aber das Wort Zonenzulassung ist nur eine Floskel  - womit ich aber vom Thema abkomme .

@ jaydee : Vergeht wirklich der halbe Sommer bis zur Ernte nur mit Spritzen , oder ist noch ein wenig Luft ( zeitlich gesehen )  , bevor es ans Ernten geht ?

gruss
dirkk

Hallo dirkk,
da sich die Aussaat so ewig lange hingezogen hat,so viele unterschiedliche Feldfrüchte angebaut werden,ich der einzige bin,der die Spritze fährt,fällt das Sommerloch,so wie es im Moment aussieht,für mich Gott sei Dank ins Wasser.Bin froh wenn ich arbeiten kann,je mehr desto besser ;-)
Das war auch einer der Gründe für mich,auf einem kleineren Betrieb zu arbeiten,auf den grösseren mit vielen Mitarbeitern muss jeder im Sommer ein bis zwei Wochen frei machen,da einfach keine Arbeit da ist...Mir reicht es,hin und wieder einen Tag oder einen halben wegen schlechtem Wetter frei zu machen,um Essen zu kaufen,vorzukochen,Wäschen zu waschen und das Appartment zu putzen.Das war in diesem Monat zwei mal der Fall bis jetzt :-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 26. Juni 2015, 08:06:21
Wirklich klasse, dass Du sogar noch die Pflanzenschutzpräparate mit fotografierst!

Wechselst Du die Düsen von Behandlung zu Behandlung? Bei den Bohen sieht es nach sehr feintropfigen Flachstrahldüsen aus, beim Weizen eher wie Hohlkegeldüsen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 26. Juni 2015, 09:03:35
Mich wundert, dass der größte Teil der Etikette in französischer Sprache ist :frage:
Auch wenn Quebec(?) frankophon ist, dürfte der größte Teil der Kanadier wenig mit der französischen Sprache am Hut haben.....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 09:11:47
Wirklich klasse, dass Du sogar noch die Pflanzenschutzpräparate mit fotografierst!

Wechselst Du die Düsen von Behandlung zu Behandlung? Bei den Bohen sieht es nach sehr feintropfigen Flachstrahldüsen aus, beim Weizen eher wie Hohlkegeldüsen.

Ja die hab ich für die Fungizidbehandlung gewechselt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 09:15:15
Mich wundert, dass der größte Teil der Etikette in französischer Sprache ist :frage:
Auch wenn Quebec(?) frankophon ist, dürfte der größte Teil der Kanadier wenig mit der französischen Sprache am Hut haben.....

Der grösste Teil der Canadier mag alles frankophone eher weniger,um es mal diplomatisch auszudrücken.

Die Etiketten sind fast immer zweisprachig,hab hier in der Eile nur das französische geknipst.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 09:36:07
Noch was nebenbei:
Im Süden von Alberta und im Südwesten Saskatchewans ist eine ziemlich ernsthafte Dürre,für etliche dort ist das Jahr schon gelaufen,die Preise hier ziehen an...

Es stimmt mich jedesmal sehr nachdenklich,wenn man bedenkt,dass da Menschen dahinter stehen,denen es grad nicht so gut geht(nicht mal rein finanziell gesehen)und woanders fängt man schon an,sich die Hände zu reiben...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest176 am 26. Juni 2015, 11:15:23
Mich wundert, dass der größte Teil der Etikette in französischer Sprache ist :frage:
Auch wenn Quebec(?) frankophon ist, dürfte der größte Teil der Kanadier wenig mit der französischen Sprache am Hut haben.....

Der grösste Teil der Canadier mag alles frankophone eher weniger,um es mal diplomatisch auszudrücken.

Die Etiketten sind fast immer zweisprachig,hab hier in der Eile nur das französische geknipst.

nal ne frage zum antrazin ,
giobt es da in kanada eine maximale aufwsandmenge /ha
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juni 2015, 13:49:31
Müsst ich mal nachfragen


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Juni 2015, 05:32:13
reines atrazin ist verboten, aber mischungen wie z.b. MARKSMAN Dicamba und atrazin sind zulaessig.
ich brauche fast jedes jahr dieses mittel in vorauflauf bei mais.
das aktive atrazin ist bei dieser anwendung unter 1kg pro ha

zur franzoesischen frage: kanada ist zweisprachig , sogar Manitoba hat eine franz. sprechende minderheit. eine tatsache die seit jahrzehnten zu heissen diskusionen und sogar fast zur seperation von quebec gefuehrt hat.
jemand der im public sector arbeitet muss heute hier zweisprachig sein.fuer mich ganz normal das alles in beiden sprachen beschriftet ist, auch wenn sich immer welche extremen von beiden seiten daran stossen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 27. Juni 2015, 09:34:50
reines atrazin ist verboten, aber mischungen wie z.b. MARKSMAN Dicamba und atrazin sind zulaessig.
ich brauche fast jedes jahr dieses mittel in vorauflauf bei mais.

 :frage:Und ich bin bislang davon ausgegangen, das Dicamba kaum Bodenwirkung hat.

Dicamba setzen wir hauptsächlich im Arrat bei Mais ein und folgender Satz steht in der Produktbeschreibung:
Da Arrat® keine nennenswerte Bodenwirkung aufweist, werden Unkräuter, die erst nach der Behandlung auflaufen oder austreiben, nicht von Arrat® erfasst.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 27. Juni 2015, 10:03:11
Ich durfte dies Jahr schmerzlich feststellen das bodenwirkstoffe in der Regel zu schwach sind um größere unkräuter und ungräser,  bzw. Ausfallgetreide umzuhauen.

Gerade bei pflugloser Bestellung und minimaler saatbettbereitung im Frühjahr ist dann davon auszugehen das man ne größere Kamille/knöterich nicht mehr bändigt und Nachbehandeln muss, was dann meistens schon zu spät ist

So hab ich es verstanden, und hier werden ja auch zu den Therbuthylazin immer mal noch blattaktive Wirkstoffe zugemischt

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Juni 2015, 10:11:42
ich habe seit einigen jahren sehr gute erfahrungen mit einer tankmischung von:

Frontier  und Marksman  gerade nach saat gespritzt
BASF gibt sogar garantie und zahlt fuer zweite behandlung das Mittel wenn noetig.
manchmal verwende ich Glyphos  fuer feldraender
Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 28. Juni 2015, 06:15:31
Fungizidbehandlung im Hafer mit Twinline(0,365l/hä) und ca.140l Wasser.Die letzten fünf Tage hatten wir jeden Tag Gewitterschauer,bis zu 30 Grad und 85-93% Luftfeuchtigkeit,was die Pflanzenschutzmassnahmen nicht grade erleichtert und zwangsläufig zu einigen Kompromissen führt.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/27/39361c3ee1e2195ea78b8995700724d8.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/27/98a54104125fbb91a0efeda8dfddb36c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/27/ad3805d38c3fcc8ca09ad106c2d6f59a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/27/08244a596038c611a00dcc432b07b1d2.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/27/1d077613db36c92a505421283165e153.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: reto am 28. Juni 2015, 09:45:38
Hi Jaydee, schöne Bilder von Kanada. Wo hast Du in Saskatchewan gearbeitet? Mein Bruder bewirtschaftet ein Betrieb in der Nähe von Wolseley am Highway Regina-Winnipeg.
Schönen Sonntag
Reto
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 28. Juni 2015, 12:00:06
Hi Jaydee, schöne Bilder von Kanada. Wo hast Du in Saskatchewan gearbeitet? Mein Bruder bewirtschaftet ein Betrieb in der Nähe von Wolseley am Highway Regina-Winnipeg.
Schönen Sonntag
Reto

Humboldt und dann Rosetown.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 28. Juni 2015, 16:28:34
Letzte Nacht hat ein Hagelsturm hier zugeschlagen,190ha Sojabohnen hat's übel zugerichtet...


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Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Juni 2015, 03:51:05
Heute den ersten Raps mit Proline(0,31l/ha und 93l Wasser) behandelt(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/28/b47a6dad51227a3b6386b96fc0cecf7f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.15/06/28/7944dd902e911c5f5ad7d2d416f7bcdf.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/28/104dde24097ea6db6322149ea4ac6f96.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/06/28/b6284321bf226885a4b9cf96ee4915ae.jpg)
https://vimeo.com/132051072 (https://vimeo.com/132051072)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 29. Juni 2015, 06:16:55
super aufnahmen.
speziell fuer die mechanisch- elektronischen landwirte  ;D
mich hat ueberrascht wie nahheitsgetreu du die arbeitsablaeufe  komentierst
 und fotografierst.
erinnere mich immer noch an deinen komentar zu gen-mais.deine einstellung damals war eher negativ und als sackgasse fuer die farmer dargestellt.
nordamerikanische einstellung sagtest du: shoot first and ask later
aber ich sehe schon warum gerade farmen im westen den grossen kick bieten.
nur eine anmerkung, wegen JD oder was auch immer fuer eine marke, sind schon viel mehr farmen verschwunden als wegen monsanto.
was nicht heisst das wir heute monopole haben in gewissen sparten die ungesund sind.aber die abhaengigkeit in unserem leben wird immer groesser auf vielen gebieten und so scheint mir die wildwest mentalitaet gar nicht so daneben zu sein.
n.b. absolut keine kritik an jaydee, will nur seine neue ansichtsweise von diesen grundlegenden sachen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 29. Juni 2015, 08:34:36
Gibts im Canola auch die kleinen schwarzen Käferchen wie bei uns in D?
Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Juni 2015, 11:54:55
@canuck:
An meiner Einstellung gegenüber Gentechnik,so wie die zurzeit angewandt wird, und speziell Monsanto hat sich absolut nichts geändert,die hat sich nur noch weiter bestätigt durch meine Erfahrungen hier.Zumindest kann ich mir daher ein Urteil erlauben und lasse mich deshalb auch nicht in die grüne Spinner Ecke stellen.Aus Loyalitätsgründen meinem Arbeitgeber gegenüber,der ja auch Saatgutvermehrer ist[emoji6],kann ich nicht weiter auf dieses Thems eingehen bzw detaillierter begründen,,warum ich meine Ansichten aufs weitere bestätigt sehe,auf Fakten basierend.
Der genaue Sinn deines Kommentars will mir nicht so recht erscheinen,außer du willst hier einen Shitstorm starten bzw mich in eine Ecke stellen,in die viele Landwirte nur zu gerne reintreten,sehr viele davon ohne eigene Erfahrungen zu diesem Thema zu haben.

Ich werde im folgenden alles was diese Diskussion angeht unkommentiert lassen.

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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Juni 2015, 12:00:56
@Klausg
Hab noch keine gesehen.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 29. Juni 2015, 15:08:00
@ jaydee
schade!also gehts in die gleiche kategorie wie religion, politik usw.
shitstorm  never,sorry dass ich dir auf den fuss getreten bin.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 01. Juli 2015, 00:09:51
Werden in Canada eigentlich überwiegend Selbstfahrer zum spritzen eingesetzt oder gibt es auch normale Spritzen? Im Vergleich zu Europa sind die ja relativ klein und auch was die sonstigen Maschinen angeht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 01. Juli 2015, 08:56:13
Moin Henrik,

natürlich gibt es auch Anhängespritzen.
Passend zu deiner Frage hier ein Link:
https://www.youtube.com/watch?v=E-Zy3mJ0Zl0&feature=youtu.be
Im Film wird u.a. auch eine angehängte Spritze gezeigt.

A&J Schmidt Farms bewirtschaftet ca. 600 ha in Lemberg/Saskatchewan, ca. 100 km nordöstlich von Regina.
2013 haben sie dort ihre erste Ernte eingebracht.


Gruß
Klaus


Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 01. Juli 2015, 14:21:43
Werden in Canada eigentlich überwiegend Selbstfahrer zum spritzen eingesetzt oder gibt es auch normale Spritzen? Im Vergleich zu Europa sind die ja relativ klein und auch was die sonstigen Maschinen angeht.

Selbstfahrer sind eindeutig in der Überzahl in der Prärie.Den zweiten Satz müsstest du mir näher erläutern
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 01. Juli 2015, 18:41:32
Werden in Canada eigentlich überwiegend Selbstfahrer zum spritzen eingesetzt oder gibt es auch normale Spritzen? Im Vergleich zu Europa sind die ja relativ klein und auch was die sonstigen Maschinen angeht.

Selbstfahrer sind eindeutig in der Überzahl in der Prärie.Den zweiten Satz müsstest du mir näher erläutern

Ich weiss nicht wie groß die Selbstfahrer sind, schätze die so auf 3-5000 l Inhalt. Hier laufen schon Spritzen mit 12000 l in der Gegend. Bei euch fährt keiner mit einem Grubber unter 10 m los gefühlt, hier spätestens bei 6m schluss. Grubber und Drillen haben für uns hier eher gigantische ausmasse, die Spritzen dagegen passen auch hier. Hoffe jetzt klar geworden  :)
Was macht denn eine Spritze da so pro Jahr oder für wieviel Fläche braucht man eine?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 03. Juli 2015, 05:28:53
Werden in Canada eigentlich überwiegend Selbstfahrer zum spritzen eingesetzt oder gibt es auch normale Spritzen? Im Vergleich zu Europa sind die ja relativ klein und auch was die sonstigen Maschinen angeht.

Selbstfahrer sind eindeutig in der Überzahl in der Prärie.Den zweiten Satz müsstest du mir näher erläutern

Ich weiss nicht wie groß die Selbstfahrer sind, schätze die so auf 3-5000 l Inhalt. Hier laufen schon Spritzen mit 12000 l in der Gegend. Bei euch fährt keiner mit einem Grubber unter 10 m los gefühlt, hier spätestens bei 6m schluss. Grubber und Drillen haben für uns hier eher gigantische ausmasse, die Spritzen dagegen passen auch hier. Hoffe jetzt klar geworden  :)
Was macht denn eine Spritze da so pro Jahr oder für wieviel Fläche braucht man eine?

Ok,dann hab ichs richtig verstanden.
Ja,was die Behältergrösse angeht,gibts in Europa grössere,allerdings sollte man bedenken,dass hier mir sehr niedrigen Wassermengen und recht flott gefahren wird,denke bei der Flächenleistung brauchen die sich nicht zu verstecken hier...
3000,3750 und 4500 Liter sind die gängigen Grössen bei 27-36 Meter Gestänge.Miller Nitro oder Rogator gibts auch bis 6000 Liter,allerdings eher selten,was zeigt,dass da kein wirklicher Bedarf besteht.Das Gewicht wird dann schon zum Nachteil,vor allem,weil man dann ewig braucht,um auf 20-30km/h zu beschleunigen,vor allem in den Hügeln.
In Saskatchewan hatten wir ja eine Deere 4940 mit 36 Meter und 4500 Liter,die hat ganz locker zwischen 15000 und 20000 ha pro Jahr gemacht,je nach dem,wieviel das Flugzeug eingesetzt wurde und wie die Saison verlief.In Westkanada hat so gut wie  jede Farm über 800ha einen Selbstfahrer,die Vorteile sind einfach zu gross,auch viele kleinere haben solche Spritzen,die dann halt entsprechend kleiner sind,z.B. Spra Coupe etc.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Rabe am 03. Juli 2015, 09:38:11
In Westkanada hat so gut wie  jede Farm über 800ha einen Selbstfahrer,die Vorteile sind einfach zu gross,auch viele kleinere haben solche Spritzen,die dann halt entsprechend kleiner sind,z.B. Spra Coupe etc.

Wo sind denn die entscheidenden Vorteile von einem Selbstfahrer gegenüber einer angehängten Spritze?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 03. Juli 2015, 10:13:30
Vor allem der Fahrkomfort und die saubere Gestängeführungen bei hohen Geschwindigkeiten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 03. Juli 2015, 13:16:17
Mir fallen da noch die Wendigkeit,die hohe Bodenfreiheit mit weitaus weniger Schäden vor allem in Raps ein,ausserdem braucht man einfach auch keinen Pflegeschlepper.
Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juli 2015, 22:42:03
Hatten heftiges Gewitter am Samstag...erste Ährenbehandlung mit Prosaro(0,6l/ha) mit 94l Wasser
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/07/1819c5459f738e3225959f4c752246d7.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/07/ee15b2eff06c00ac29a9db40e785cbf8.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/07/748c26804dcae2117c67091f0d041bda.jpg)

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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juli 2015, 22:46:44
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/07/540f0796b4fdf4afd27a466b6e57c76a.jpg)

Den Sojabohnen kann man im Moment beim Wachsen zusehen,die Reihen schließen sich...Hier 1.5l/ha Roundup.


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Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. Juli 2015, 22:50:09
Der neu angesäte Raps hat Schwefelmangel,dachte es wäre Mg...(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/07/ddc56a8927066f4f168a6aad918bfe9d.jpg)

Wurde jedenfalls mit 46l/ha 15-0-0-20 gespritzt...

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Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. Juli 2015, 15:57:33
Sechste und hoffentlich vorletzte Überfahrt mit der Spritze im Weizen,93l/ha 28-0-0 mit Fungiziddüsen auf die Ähren gespritzt um Eiweiss-Werte zu erhöhen.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/a88d0a9f2b134bf4bc6a0bb7892b0f17.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/fd13ebf2fcd32a65bf6ae88f8ca2a21c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/c9e9cdc7f79f548e74b694dab94a09c4.jpg)

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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juli 2015, 04:54:57
Sojabohnen gespritzt mit 0.4l/ha Headline und 5l/ha flüssig Kali,dann mit 0,45l/ha Priaxor gegen Weisschimmel
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/85137f4b315eda8f35fc9cbf97197f5b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/ee8697ea84dc6d6cc9fbcb1b02d30c4d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/c978bcba6bbc7563293963b95e8af24d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/4355533f053b40673d23a7f6da6bcf2e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/3cbb062786eaad6bb8a75fa8dbc8f505.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juli 2015, 05:01:24
Millet gespritzt mit 0.4l/ha Headline und 6,25kg/ha Yieldmax
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/00b2d3f9e1994c27b85b4790b26c39ba.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/7c89e449d479cb8423fb73e89adce2d0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/938900f130f7f6f87df43932fe734c5e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/b09e5292eea257b260fc99220b324520.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. Juli 2015, 05:05:22
Grashüpfer und Armyworms erfordern evtl einer weitere Überfahrt mit der Spritze im Weizen mit Lorsban
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/42dfc025d4086abf7fe0478ab20aadca.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/14/97969c2a6f16d4d86088f5a0a1beed1d.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Juli 2015, 13:08:09
Pinttobohnen mit Lance(0.7kg/ha),0.3l/ha Priaxor und 5.2kg Yieldmax behandelt,hier mit 127l/ha.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/a3f00b75b369b7bea6b549f6084154b0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/8efcfe00d830c74fb7873247b82fc8de.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/477a49ce3d30172a639b553bae377e5b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/4fd1a87cfa30670247ce9b3048e2155f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/7f06349efe767877f986800e53070d4a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/712e38b7084e5de7df1c76914ca97881.jpg)
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/18/c0eb6c4b00da67f1a000bf0905fcb1bd.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 20. Juli 2015, 22:58:12
Die Bohnen sehen aber top aus, gefallen mir  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 21. Juli 2015, 01:36:27
ontario corn
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Juli 2015, 20:16:40
Manitoba corn [emoji4]
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/26/100e34cf5cf982c30e04bc698de3bc47.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Michi am 26. Juli 2015, 21:07:02
das mach mal hier ...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 26. Juli 2015, 22:50:46
Manitoba corn [emoji4]
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/07/26/100e34cf5cf982c30e04bc698de3bc47.jpg)


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gute idee, wo gibts die schilder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 27. Juli 2015, 07:17:27
Bei Monsanto. ;D ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 05. August 2015, 23:58:49
Gestern ging die Ernte bei uns los,wenn auch nur als Nachbarschaftshilfe,bevor der Regen kam.Erst Gerste,dann Roggen bei einem anderen Nachbarn,dort waren vier Drescher und zwei Überlader im Einsatz.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/954305d2851c1c51cf8e5c44d4848a27.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/7179d0551013f1bfeeac6dee15733fdd.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/134b8e600a9d9a4a50f6023de70831ef.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/de3ab70d9e601f405ee063e044bfa028.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/75bb59d9f5d6b4e2e0f8d3ec8c82fa08.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/55c6ecb4336fed6224f66b09f38136cf.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/ec1010cba748ac8cc9b6bd03f53d391c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/392e9f9db15fc4778ca212220438344d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/0ec8d29fb42d56e810b0d88eb391f258.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. August 2015, 00:05:57
Heute Morgen noch schnell knapp 100ha Hafer mit ca.1,5l/ha Roundup totgespritzt
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/b7803647a7450312de678137245f22cc.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/7923c9751910df1d028384e299bd208e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/05/2688c706f6f3dcb5254d8edbe242961a.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. August 2015, 04:56:02
Paar Bilder von den Pintos,die ich heut zum dritten mal mit Lance gespritzt habe.Reihen sind keine mehr zu sehen,die anhaltende hohe Luftfeuchtigkeit,hohe Temperaturen und immer wieder Niederschläge zeigen ihre Wirkung wie man am Whitemold sehen kann.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/07/1e9025ad3a4af2b9b3a9c247255827ec.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/07/916d56aed53ffccb4db85d29ca46afff.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/07/fd4e7a22ee11382d1ccd35295d1ff53b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/07/2dcd4aeb7c7f04c2ec0fc0b5dd0dccff.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 08. August 2015, 07:03:02
Wieso muss son sauberer Hafer abgespritz werden?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 08. August 2015, 09:16:21
Wieso muss son sauberer Hafer abgespritz werden?

Ist nicht überall so schön...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 09. August 2015, 01:22:22
Auch bei den Sojabohnen für die Saatgutvermehrung ist hier und da White Mold zu finden,jedoch nicht genug um eine weitere Applikation mit Lance zu rechtfertigen.Die Sojabohnen sind,wie man sieht hüfthoch und von knapp über dem Boden bis in die Spitzen voll mit Schoten.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/08/04ebbe4941f70167fb2fd3818552672c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/08/a6ecc10412440d2732a2bb2f70af99be.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/08/611b1ab5d98d1e11f311f06894d1445e.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Karsten F am 09. August 2015, 07:17:54
Top Bestände!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. August 2015, 06:19:19
Heute den ersten Hafer ins Schwad gelegt,dieser wurde nicht mit Roundup sikkiert,da er Saatgut für nächstes Jahr werden soll.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/10/3d7855edcff1f668e71cfdfe64477a40.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/10/690bb09cf1576d68565709c9fc86108c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/10/f6e045585f323859e1b5134a7ee80378.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. August 2015, 15:36:37
Gestern angefangen Raps ins Schwad zu legen(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/b89ea6d31e33d811b521bd340d1a2cf6.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/dec8f54a7dcc6c917a2fab0214488b72.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/76b1623d5523109d279423c92669dd48.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 14. August 2015, 18:01:09
Hallo Jaydee,

Dumme Frage, wofür ist da die Walze hinten dran?.
Bei uns müsste der Raps noch drei Wochen stehen wenn er so grün wäre :-))
Wie lange muss der Raps jetzt noch liegen? Habt ihr Probleme mit Gewittern?

Gruß Josef
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 14. August 2015, 18:33:57
Josef
Das ist kein Raps sondern Canola (Sommerraps)
Das Zeugs reift einfach nicht gleichmäßig ab und deswegen macht man sich die Kosten des Schwadlegens! Es kann auch gerne mal jetzt ne Regenperiode mit 2 Wochen kommen, dan fängt das Zeugs plötzlich wieder zu blühen an!
Die Walze ist notwedig, damit der Schwad in ei Stoppel gedrückt wird. Dort kann plötzlich Wind bis 100 km/h aufkommen, und wenn der Schwad auf den Stoppeln liegt kannste den auch mal 2 km weiter wieder einsammeln. So, mit der Walze, ist der Schad nur noch halb so hoch es geht kein Wind drunter und er wird auch von den Stoppeln festgehalten.
Ganz nebenbei, ist das Klima dort etwas anders wie bei uns! Im Moment ist dort Hochsommer mit um die 30° am Tagsüber.
Ich hab aber auch dort schon 20 cm Schnee in der ersten Septemberwoche auf den Canolaschwaden liegen sehen!

Ich wundere mich ja, das jydee im Moment überhaupt die 2 Minuten Zeit aufbringt um mal abzusteigen und die schönen Fotos zu machen! Du darfst glauben, das dort in der Gegend im Moment alle Betriebe 25 Stunden arbeiten (sie gewinnen 1 Stunde weil sie die Mittagspause ausfallen lassen) um das schöne Wetter auszunutzen!



Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 14. August 2015, 22:40:59
Zu den anrollen gibt es aber wie zu allem 2 Meinungen. Die einen sagen gegen das shattern, aufspringern der Shoten hilft das, aber der Schwad rollt ehr bei Seitenwind, also anders als Georg das erklärte.
Wo ich 2007 in West-Manitoba war haben wir den ersten Raps 6 oder 7 Tage nach dem Schwaden gedroschen, was aber recht früh war, ging noch recht zäh, Tage später konnte man 1,5-2km/h schneller fahren und es ging dabei besser durch den Schrägförderer.
Hans, ist dort dies Jahr alles 2-3 Wochen früher oder ist deine Gegend so früh? Sind in 07 erst um den 1. September mit Raps schwaden angefangen, meine Gerste ging ab 16, oder so los.
Was Georg beschreibt hatten wir im kleineren um den 25 August, abends um 6 herrlicher Sommertag mit 25 Grad, nächsten morgen -3 Grad und Reif auf Rasen und Autoscheiben. Da hat allerhand Raps in den Senken braune Körner bekommen..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. August 2015, 06:17:57
Georg hat das mir dem Schwaden und anrollen richtig erklärt,zu ergänzen wäre noch,dass man auch mehr Sicherheit vor Starkregen und Hagel hat,wie sie auch im Moment ständig irgendwo in der Prärie Westkanadas auftreten.Im Schwad ist der Raps bzw Canola einfach besser geschützt (Stichwort:Risikomanagement!),und auch der Drusch aus dem Schwad ist einfach besser,was das ausnutzen der Leistungsfähigkeit der Drescher angeht,das gilt übrigens nicht nur für Raps!
Das anrollen ist absolut notwendig,wenn es da zum Bersten der Schoten kommt (Shattering) hat man beim Timing was falsch gemacht,denn dann kommt es dazu schon an der Haspel.
Was die Arbeitszeiten angeht und das Ausnutzen des Wetters (hatten heute wieder knapp 35 Grad) hat Georg auch recht,fange morgens um sechs an Raps zu schwaden,um den Tau auszunutzen,dann entweder Getreide tot spritzen bis es zu heiss wird oder gleich zum dreschen.Für die Fotos nutze ich Pinkelpausen oder nehm mir auch mal die Freiheit für drei Minuten,da ich auch 2-3 Stunden füher als der Rest der Truppe anfange.Haben gestern Nachmittag/Abend noch schnell die verbliebenen 80 Braugerste weggedroschen,Ertrag war knapp 45dt/ha,sehr viel im Lager,hab leider keine Fotos,da ich mich auf nen neuen (gebrauchten) Zweitdrescher (Deere 9660 STS mit 10,8 Meter Flexscheidwerk)einschiessen musste,ohne irgendwelche Richtwerte...
Heute Nachmittag gings dann im Hafer weiter,Endergebnis liegt noch nicht vor,Anzeige im Drescher war bis auf die Lagerstellen konstant zwischen 55 und 60dt/ha...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 15. August 2015, 06:22:11
Hafer dreschen...(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/99167ce51e63ce6674dc71d03fec2434.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/fcae72a99b18b12aacee4a56f8339f1e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/14/2f46d1f3a93d4b24e859cf044b269c0c.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 16. August 2015, 13:01:42
Bis zu den letzten Bildern hatte ich eine Frage auf den Lippen: Warum den Hafer erst sikkieren, wenn dann doch noch ins Schwad gelegt wird? Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der sikkierte Hafer direkt gedroschen wird. Was passiert am Ende mit dem Hafer? Viehfutter?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. August 2015, 13:53:02
Bis zu den letzten Bildern hatte ich eine Frage auf den Lippen: Warum den Hafer erst sikkieren, wenn dann doch noch ins Schwad gelegt wird? Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der sikkierte Hafer direkt gedroschen wird. Was passiert am Ende mit dem Hafer? Viehfutter?

Der Hafer,der nicht sikkiert wurde,ist für Saatgut,der behandelte für Haferflocken.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 16. August 2015, 14:09:36
 :popcorn: :hmpf:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ansgar am 16. August 2015, 14:17:31
Bis zu den letzten Bildern hatte ich eine Frage auf den Lippen: Warum den Hafer erst sikkieren, wenn dann doch noch ins Schwad gelegt wird? Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der sikkierte Hafer direkt gedroschen wird. Was passiert am Ende mit dem Hafer? Viehfutter?

Der Hafer,der nicht sikkiert wurde,ist für Saatgut,der behandelte für Haferflocken.

Sauber! Wen wundert´s dann noch, dass Glyphosat in aller Munde ist.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kitkat1975 am 16. August 2015, 16:39:02
...alles gute fachliche praxis... :-X
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 16. August 2015, 18:10:02
Ich verstehe die Aufregung nicht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jotesen am 16. August 2015, 18:42:36
Ich verstehe die Aufregung nicht.
Um Glyphosat? Verstehe ich auch nicht. Einfach verbieten und gut. [emoji13]
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: curmet am 16. August 2015, 19:39:35
Jawohl, Glyphos am besten in der eu verbieten und dann sikkierte Haferflocken aus Nordamerika ins Müsli...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jotesen am 16. August 2015, 20:17:35
Jawohl, Glyphos am besten in der eu verbieten und dann sikkierte Haferflocken aus Nordamerika ins Müsli...

Im Biobereich kommt der meiste Hafer aus Finnland. Aber klar, wenn man es verbietet gehört auch die Einfuhr von Produkten, die damit behandelt wurden verboten. Daher auch nein zu TTIP, aber nun schweifen wir zu weit ab. Interessant ist es allemal, was da in Kanada passiert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kakvogl am 16. August 2015, 21:13:27
Ich habs nur vermutet, dass der oft Schälhafer in CAN direkt aufm Teller landet, etz ist es wirklich so. OhOh! Mich wundert nichts mehr.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Markus am 16. August 2015, 22:17:59
Danke nochmals an Jaydee für die offene und informative Berichterstattung :daumen: :daumen1:
Wenn also die Schwadmähtechnik im Betrieb ist und es wird trotzdem Sikkiert, ist das für mich sehr bedenklich. :rolleyes:
Aber scheinbar werden von der Zulassungsseite keinerlei Bedenken geäussert, sonst würden die Farmer ja auch anders handeln.
Gruß
Markus

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Stone am 16. August 2015, 22:38:29
Wenn ich mich recht erinnere hab ich vor 2 Jahren einen Beitrag von Feiffer Consult zur Erntelogistik gelesen, da wurde der Glyphos Einsatz zur besseren Steuerung der Druschtermine als Mittel der Wahl empfohlen.

stone
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 17. August 2015, 01:44:11
Wenn ich mich recht erinnere hab ich vor 2 Jahren einen Beitrag von Feiffer Consult zur Erntelogistik gelesen, da wurde der Glyphos Einsatz zur besseren Steuerung der Druschtermine als Mittel der Wahl empfohlen.

stone

Nicht alles was empfohlen wird ist gesund, sinnvoll und muss man machen  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. August 2015, 05:28:28
Ganz allgemein würde ich an dieser Stelle gerne anmerken,dass ich hier keineswegs die nordamerikanische Art Landwirtschaft zu betreiben als Nonplusultra darstellen möchte,und auch nicht die europäische...Gibt überall Licht und Schatten,was die Nachhaltigkeit angeht,liegt sicherlich ein größerer Schatten auf Nordamerika,und ich betrachte das ja schon seit einiger Zeit sehr kritisch...Allerdings sollte man eines nicht ausser Acht lassen,wenn es seitens der Gesetzgebung keine Vorschriften in Europa gäbe,würde sich dort das gleiche abspielen,da braucht hier keiner so scheinheilig von guter fachlicher Praxis zu reden,deren Einhaltitung ja zudem auch noch mit gewissen Zuwendungen finanzieller Art zumindest teilweise kompensiert wird.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 17. August 2015, 05:39:56
Gestern und heute die ersten 110ha Weizen gedroschen,der ebenfalls sikkiert wurde,15,5% Feuchte und 51dt/ha bis jetzt,größtenteils ziemlich flach am Boden gelegen,was den Drusch nicht grade angenehm gestaltet hat...Im Einsatz waren S680 und STS 9660,den ich zurzeit fahre,und unser Nachbar hat noch mit seinem 9750 STS Canadian Special geholfen.Weizen,Gerste und Hafer wurden bis jetzt noch nicht getestet,werde die Ergebnisse dann nachreichen.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/076a48a67def4f9da4573592a664388e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/2c55547e2e4f3725b8996141c4f242cf.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/66d66de6be5264434774bdbc70fcccf1.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/27740dacf0cd924a6c98211bb4b3067d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/064076e6ed014b5b96ed0d9d245859e6.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/f36e33a84a396dfe7f8d8befe31afe51.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/16/cd11c641982a129fd7296247f654fbcf.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Vorharzer am 17. August 2015, 08:27:39
Interessante Bilder, aber geht die Strohverteilung , trotz großer Arbeitsbreite,  nicht besser?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. August 2015, 08:41:31
die 5,1 to/ha sind ein sehr guter Ertrag für die Gegend oder Durchschnitt ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Manfred am 17. August 2015, 10:11:22
..Allerdings sollte man eines nicht ausser Acht lassen,wenn es seitens der Gesetzgebung keine Vorschriften in Europa gäbe,würde sich dort das gleiche abspielen,da braucht hier keiner so scheinheilig von guter fachlicher Praxis zu reden,deren Einhaltitung ja zudem auch noch mit gewissen Zuwendungen finanzieller Art zumindest teilweise kompensiert wird.


Wahre Worte.

Bis letztes Jahr war die Sikkation zur Reifebeschleunigung ja noch erlaubt und dadurch auch "gute fachliche Praxis". :o

Aber beim Thema Glyphosat geht es ja nur um mediale Aufmerksamkeit und Spendensammeln, denn fachlich ist die Ungefährlichkeit, bei richtiger Anwendung, längst bewiesen. Doch der Wirkstoff ist nun mal öffentlich bekannt und so haben die Esotheriker ein leichtes Spiel mit dem Eintreiben von Spendengeldern. :angel:

@ jaydee88: Ich lese immer gerne deine Beiträge, vor allem auch mit den guten Bildern, um zumindest ein bischen meinen Horizont zu erweitern. Weiter so.

Gruß
Manfred
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 17. August 2015, 10:37:56
die 5,1 to/ha sind ein sehr guter Ertrag für die Gegend oder Durchschnitt ?

Ich würde sagen, ein sehr guter Ertrag!
jaydee hat ja in laufe des Frühjhrs schon die für Nordamerika recht ungewöhnliche Düngung beschrieben! Dies Splitdüngung beim Stekcstoff machen immer noch die wenigsten Weizenanbauer!

"Gute fachliche Praxis" ist nach wie vor, das der gesamte N in form von NH3 im Herbst in den Boden eingearbeitet wird. Durch den Frost gibt es relativ wenig Verluste.
Das Problem dabei ist, halt das der Weizen eigentlich dann nur unter Stress steht! Der läuft im Frühjahr auf und durch das günsitge Wetter sthet dann ruckzuck ein Bestand mit über 1000 Triebe pro qm da. Man glaubt das unter 100 dz nichts geht. Dann geht irgendwann der Stickstoff aus, und der Wiezen reduzeirt dann auf ca 300 bis 400 Ährentragende Halme. Da er auch keinen Stickstoff zur endgültigen Entwicklung mehr hat, kommen dann in der Regel so zwischen 30 und 40 dz ha raus!

Ich hab da vor ca 20 Jahren mal in Nord Dakota (Ca 300 km südlich von dort wo jaydee im Moment ist, einen VOrtrag gehalten wie in Europa Weizen angebaut wird. Es waren Anbauer mit insgesamt  ca 200 000 ha Weizen im Raum!

Die haben sich das sehr interessiert angehört, und alles war logisch für die LAndiwrte.

Die Argumente dagegen:
Wir können das arbeitswirtschaftlich nicht schaffen!
Wo sollen wir mit dem vielen Weizen hin?

Nicht lachen! Der Farmer bei dem jaydee arbeitet betreibt seine LAndiwrtschaft anscheinend ungewöhnlich intensiv! Ihr seht es ja daran, das jaydee ja fast Tag und Nacht mit Dünger, Pflanzenschutz (auch fungizide) unterwegs war. Normalerweise geht's da einmal im Herbst mit dem Grubber und DÜngerinjektor drüber, im Frühjahr wird mit nem Airseeder mehr oder weniger schlecht das Saatgut verbuddelt, und dann noch mal das Unkraut weggespritzt!
Beim Rest hilft der liebe Gott!
Wenn alle Silos voll sind, wars ne gute Ernte und es bleiben dann ca 100 Euro Profit am ha. Wenn mehr gedroschen wird wie in die Silos passt gibt's nur unnötigen Stress! Wenn die Silos nicht voll sind, dann igbts in diesem Jahr halt keinen neuen Pick up!
So einfach ist das!
Es ändert sich allerdings im Moment ganz gewaltig, denn im Red River (nach Norden) und im Mississippi (nach Süden) ist das Wasser dermaßen Nitrat und Phosphat haltig das es so wie bisher nicht mehr weitergeht!

Aber ich denke jaydee kann da mehr dazu schreiben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jotesen am 17. August 2015, 11:14:15
die 5,1 to/ha sind ein sehr guter Ertrag für die Gegend oder Durchschnitt ?

Ich würde sagen, ein sehr guter Ertrag!
jaydee hat ja in laufe des Frühjhrs schon die für Nordamerika recht ungewöhnliche Düngung beschrieben! Dies Splitdüngung beim Stekcstoff machen immer noch die wenigsten Weizenanbauer!

"Gute fachliche Praxis" ist nach wie vor, das der gesamte N in form von NH3 im Herbst in den Boden eingearbeitet wird. Durch den Frost gibt es relativ wenig Verluste.
Das Problem dabei ist, halt das der Weizen eigentlich dann nur unter Stress steht! Der läuft im Frühjahr auf und durch das günsitge Wetter sthet dann ruckzuck ein Bestand mit über 1000 Triebe pro qm da. Man glaubt das unter 100 dz nichts geht. Dann geht irgendwann der Stickstoff aus, und der Wiezen reduzeirt dann auf ca 300 bis 400 Ährentragende Halme. Da er auch keinen Stickstoff zur endgültigen Entwicklung mehr hat, kommen dann in der Regel so zwischen 30 und 40 dz ha raus!

Ich hab da vor ca 20 Jahren mal in Nord Dakota (Ca 300 km südlich von dort wo jaydee im Moment ist, einen VOrtrag gehalten wie in Europa Weizen angebaut wird. Es waren Anbauer mit insgesamt  ca 200 000 ha Weizen im Raum!

Die haben sich das sehr interessiert angehört, und alles war logisch für die LAndiwrte.

Die Argumente dagegen:
Wir können das arbeitswirtschaftlich nicht schaffen!
Wo sollen wir mit dem vielen Weizen hin?

Nicht lachen! Der Farmer bei dem jaydee arbeitet betreibt seine LAndiwrtschaft anscheinend ungewöhnlich intensiv! Ihr seht es ja daran, das jaydee ja fast Tag und Nacht mit Dünger, Pflanzenschutz (auch fungizide) unterwegs war. Normalerweise geht's da einmal im Herbst mit dem Grubber und DÜngerinjektor drüber, im Frühjahr wird mit nem Airseeder mehr oder weniger schlecht das Saatgut verbuddelt, und dann noch mal das Unkraut weggespritzt!
Beim Rest hilft der liebe Gott!
Wenn alle Silos voll sind, wars ne gute Ernte und es bleiben dann ca 100 Euro Profit am ha. Wenn mehr gedroschen wird wie in die Silos passt gibt's nur unnötigen Stress! Wenn die Silos nicht voll sind, dann igbts in diesem Jahr halt keinen neuen Pick up!
So einfach ist das!
Es ändert sich allerdings im Moment ganz gewaltig, denn im Red River (nach Norden) und im Mississippi (nach Süden) ist das Wasser dermaßen Nitrat und Phosphat haltig das es so wie bisher nicht mehr weitergeht!

Aber ich denke jaydee kann da mehr dazu schreiben.
Vielleicht könntest du der Welt einen Gefallen tun und genormte Maßeinheiten wählen, dann ist auch alles eindeutig und und vergleichbar.
Ich weiß, dass Umgewöhnungen für ältere Herren schwierig sind, aber da wir ja versuchen uns hier auf professioneller Ebene zu begegnen, wäre es toll, wenn du es versuchen würdest. Ich glaube, du schaffst das.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 17. August 2015, 12:56:44
Vielleicht könntest du der Welt einen Gefallen tun und genormte Maßeinheiten wählen, dann ist auch alles eindeutig und und vergleichbar.
Ich weiß, dass Umgewöhnungen für ältere Herren schwierig sind, aber da wir ja versuchen uns hier auf professioneller Ebene zu begegnen, wäre es toll, wenn du es versuchen würdest. Ich glaube, du schaffst das.

Wo hattest Du ein Verständnisproblem?
Beim Durchlesen von Georgs Beitrag gab es jedenfalls für mich keinen Zweifel daran, welche Einheiten jeweils gemeint sind. Die Zielgruppe hier ist sicherlich in der Lage, zu folgen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jotesen am 17. August 2015, 13:10:57
In der Schweiz, Österreich und Russland ist es nicht unüblich, dass ein Zentner 100kg hat. Ich weiß, was er meint, aber ich habe mehr Professionalität erwartet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 17. August 2015, 13:16:07
jotesen, kann es sein das Du meine Beiträge mit grundsätzlich negativen Vorbehalt nur überfliegst? Denn nur so kann so ein Kommentar rauskommen ;D

Für mich sind ha und dz, und nichts anderes hab  ich erwähnt, eigentlich "genormte" Maßeinheiten?!
Das musst mir jetzt aber erklären, wo in Östereich, in der Schwei7 oder in Russland 100kg 1 Zentner sind!
Die drei von Dir genannten Länder haben meines Wissens das metrische System!
Du verwechselst in aller Hektik die nicht offizielle Maßeinheit "Sack" die es früher an den Dreschmaschinen gab ! Da waren ein Sack voll 100kg Getreide!

Ich kann das Ganze . wenn es für Dich leichter zu verstehen wäre, auch in Quadratkilometer und metrische Tonnen oder in Acre oder Quadratmeilen und Bushel oder Imperial Tonnen umrechnen! ;D
Kannst Aber auch im Google mal Gewichtumrechnen eingeben da kommen 100 verschieden Tabellen!

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 17. August 2015, 13:25:07
Mal wieder zurück zum Thema Canada:

Ganz allgemein würde ich an dieser Stelle gerne anmerken,dass ich hier keineswegs die nordamerikanische Art Landwirtschaft zu betreiben als Nonplusultra darstellen möchte,und auch nicht die europäische...Gibt überall Licht und Schatten,was die Nachhaltigkeit angeht,liegt sicherlich ein größerer Schatten auf Nordamerika,und ich betrachte das ja schon seit einiger Zeit sehr kritisch.

Hallo jaydee,
Berichte bitte weiter, ich finds auch interessant wie jenseits des großen Teichs Landwirtschaft betrieben wird, auch wenn wir das nicht alles gut finden müssen, den Horizont erweitert es doch gewaltig. Was mich auch noch interessieren würde: Was passiert da über den langen kalten Winter? Verkriechen sich dann alle in die Farm Häuser? Wird gejagd? Oder Holz gemacht? Oder kämpft man einfach nur gegen die Unwirren des Winter? Und durch die großen Entfernungen ist doch das kulturelle Angebot (Essen gehen, Kino, Theater, Shoppen, Wellness/ Hallenbad / Sauna, etc.) deutlich  eingeschränkter als bei uns hier, oder nicht? Ich war ja nun auch schon mehrfach übern Teich in USA und Canada, aber bisher will ich hier nicht wech ...
Gerade in der Provinz hält sich das kulinarische Angebot oft nicht wegen der Qualität, sondern weil einfach kein anderer Laden da ist, hatte ich mehrfach das Gefühl und dabei liebe ich ne richtig gute Küche ....
Mir würden Schnitzel, Stracke, usw. und gute frische Brötchen mit Feuerwehrmus fehlen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jotesen am 17. August 2015, 13:27:59
Georg, wir haben auch das metrische System, dann benutz es doch einfach. Zentner sind kein Teil des metrischen Systems.


Ich weiß, dass Wikipedia keine wissenschaftliche Quelle ist, aber vom Schlepper aus, ist es so einfacher.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zentner (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zentner)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 17. August 2015, 13:38:17
Georg, wir haben auch das metrische System, dann benutz es doch einfach. Zentner sind kein Teil des metrischen Systems.

Hallo,

bei uns wird je nach Alter die Angaben gemacht:  unter 40 Jahre in Tonnen je ha,
                                                                        40-65 Jahre  Dezitonne je ha,
                                                                        die ganz Alten Zentner pro 1/8ha  (Genaue Bezeichnung kann ich nur benennen, nicht schreiben)
Gruß Josef, der auch gerne Berichte aus Übersee liest!!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ANDERSgesehn am 17. August 2015, 13:39:14
dann darf ruhig mal die weltnation
Deutschland mit Guten Vorbild vorangehen!

als ösi hier im deutschen Form muss ich
Viel um rechnen, denn "dt" War mir zuvor
nicht in diesen Umfang geläufig ...

ösis schreiben auch nichts von "jo" (joch)!

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ansgar am 17. August 2015, 14:32:34
Noch schlimmer wird´s ja, wenn die ältere Generation bei der Aussaatmenge mit Pfund pro Morgen um die Ecke kommt! "Die Gerste habe ich sonst immer auf 75 Pfund pro Morgen abgedreht."
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: hanns am 17. August 2015, 14:39:29
vor jahren,am küchentisch auf farmen in pa.usa musste ich immer von bu per acre umrechnen  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. August 2015, 14:49:50
Also mir ist Kilogramm und Tonne die liebste Einheit bei allen anderen muss ich den Kopf  ;D einschalten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 17. August 2015, 14:52:52
Also könnten die Nordamerikaner viel höhere Erträge haben wenn Pflanzenschutz und Düngung intensiv genutzt würden ??? ich dachte immer der fehlende geringe Regen sei für die geringen Erträge verantworlich
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 17. August 2015, 14:58:20
Mein Papi (leider schon vor Jahren viel zu früh gestorben) hat immer ein Zentner auffen Morgen Weizen gedrillt.  :P
Das passt immer, sagte er.  ;)

Arbeitet noch jemand mit der Einheit Tagwerk?  :angel:


Die Bilder aus Kanada sind beeindruckend.
Kann es sein, dass es den zuerst gezeigten JD-Drescher hier so nicht gibt?
Der schaut so anders aus???
 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 17. August 2015, 15:10:23
vor jahren,am küchentisch auf farmen in pa.usa musste ich immer von bu per acre umrechnen  ;D

Ja Hanns,
Und dann immer noch immer im Kopf dabei bedenken das z.B.:

1 Bushel Weizen: 0, 0027216 metrische Tonnen
1 Bushel Soja:     das gleiche wie Weizen
1 Bushel Mais:     0, 0025401 metrische Tonnen
1 Bushel Hafer:   0, 0014515 metrische Tonnen

usw. wiegen! (Ich hoffe hab nun die Gewichtsangaben für die hier "internationalen" Forumsteilnehmer "international" genug angegeben habe?!?)

Für mich im Kopfrechnen sind pauschal 36 Bushel Weizen ungefähr ne metrische Tonne und beim Mais sind´s um die 40 Bushel ne metrische Tonne.
Ich weiß ich weiß, beim Weizen sind 36 bushel ein bisschen mehr wie ne Metrische Tonnen und beim Mais ein bisschen weniger!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 17. August 2015, 15:19:12
Mein Papi (leider schon vor Jahren viel zu früh gestorben) hat immer ein Zentner auffen Morgen Weizen gedrillt.  :P
Das passt immer, sagte er.  ;)

Arbeitet noch jemand mit der Einheit Tagwerk?  :angel:


Die Bilder aus Kanada sind beeindruckend.
Kann es sein, dass es den zuerst gezeigten JD-Drescher hier so nicht gibt?
Der schaut so anders aus???


Lilly,
Bei Flächenangaben in Morgen muss man aber aufpassen ob man nördlich von Fulda ist oder in Franken (Nordbayern)
Dennim Norden hat das ha 4 Morgen bei uns in Franken hat das ha 5 Morgen.
Tagwerk ist heute noch südl. der Donau ein weitverbreitetes Flächenmaß! Vor allen Dingen in Ober und Niederbayern!

Zu den Östereichischen Angaben mit dem Joch:

Da kommts auch drauf an wo man Österrich als International bezeichnet!

Im Burgenland bzw in Gegenden die mal unter Türkischen Einfluß standen hört man bei alten Leuten auch immer noch die Bezeichnung "Dekar" oder auch bei uns in Franken gibt's auch noch den Ausdruck "Dekker"

Dekar ist das nationale Türkische Flächenmaß. 1 Dekar ist 1/10 ha. Und bei uns heir in Franken ist ein "Dekker kg" ein 1/10 kg oder eben 100gr.  diese Teilung wird komischerweise nur beim kg benutzt! Kann mich noch erinnern das meine Mutter dieses Maß noch ab und zu beim Brotbacken genannt hat. "Da muss noch ein Dekker Mehl rein......."
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Franzl am 17. August 2015, 15:41:02
Tagwerk ist heute noch südl. der Donau ein weitverbreitetes Flächenmaß! Vor allen Dingen in Ober und Niederbayern!

Kann ich bestätigen.  :D Besonders beliebt ist bei der älteren Generation die Angabe in Zentner pro Tagwerk  ;D Aber wenn man sich den Umrechnungfaktor merkt geht die Umrechnerei. Doppelzentner auch bei den jüngeren weit verbreitet und verwende ich auch....neben den "moderneren" Tonnen (jeweils pro ha, bei Ertragsangaben).
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 17. August 2015, 15:50:53
t/ha ist doch Scheiße fürs Ego. dt/ha ist doch die Zahl wesentlich größer  ;D  ;D  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: curmet am 17. August 2015, 16:29:12
Das Dekagramm (Deka) ist besonders im haushalt ein in Österreich sehr verbreitestes Maß! Besonders an der "Wurschtpudl" (Wursttheke).
https://de.wikipedia.org/wiki/Gramm#Dekagramm
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 17. August 2015, 16:37:23
[
Im Burgenland bzw in Gegenden die mal unter Türkischen Einfluß standen hört man bei alten Leuten auch immer noch die Bezeichnung "Dekar" oder auch bei uns in Franken gibt's auch noch den Ausdruck "Dekker"

Dekar ist das nationale Türkische Flächenmaß. 1 Dekar ist 1/10 ha. Und bei uns heir in Franken ist ein "Dekker kg" ein 1/10 kg oder eben 100gr.  diese Teilung wird komischerweise nur beim kg benutzt! Kann mich noch erinnern das meine Mutter dieses Maß noch ab und zu beim Brotbacken genannt hat. "Da muss noch ein Dekker Mehl rein......."
[/quote]


jetzt mal unabhängig vom tagwerk oder morgen, das ja total ungerade masseinheiten sind, denke ich , das die anderen einheiten, zumindest die in europa und umland ,alle metrischen ursprungs sind.
im dekar steckt ja sowohl das deka (lateinisch decis, zehn) wie auch das bei uns durchaus noch gebräuchliche ar.georg, gibts bei euch noch die dezimal, ich denke das ist auch der gleiche wortstamm, sagt ebenfalls einfach ein zehntel aus....

und wegen der aufreger, ich und vieleicht einige andere wirtschaften in einer gegend, wo die durchschnittliche schlaggrösse unter einen ha liegt. und da sagt kein mensch, der acker hat 0,7 ha, sondern das sind ganz einfach zwei tagwerk. und jeder , auch die jungen wissen , was gemeint ist. deswegen mangelnde professionaltät vorzuwerfen ist schon ein starkes stück.....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 17. August 2015, 16:43:32
als ösi hier im deutschen Form muss ich
Viel um rechnen, denn "dt" War mir zuvor
nicht in diesen Umfang geläufig ...

Du musst also Dezitonne umrechnen ... in was denn? Wahrscheinlich in Doppelzentner? Das kriegst Du schon hin! Kein Grund zum Jammern.

Flächenmaße:
Bei der Altersklasse ab Mitte 50 und bei den Nebenerwerblern gibt es kaum eine andere Flächenangabe als das Tagwerk, was ziemlich genau 1/3 Hektar ist. Ansonsten hört man in unserer Gegend etwa genauso oft vom Tagwerk wie auch vom Hektar.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 17. August 2015, 16:49:42
Bei der älteren Generation ist noch das "Joch" die Flächeneinheit. Unter den jüngeren gibts das nicht mehr. Ich weiß nichtmal mehr wie man das umrechnet. Aber ich weiß, dass ein Joch nicht gleich groß war/ist. Der Nachbarort hat kleinere Joch. Wahrscheinlich ists deshalb einfach verschwunden.

dt gibts in unserem Sprachgebrauch gar nicht. Die ar werden meist aber nicht in Null komma xx ha genannt, sondern man verwendet eher viertel, halber etc. ha. Dabei wird dann auch gerundet. So genau darf man das bei uns ohnehin nicht nehmen. Mit jeder Digitalisierungswelle ändert sich da irgendwo was.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 17. August 2015, 17:11:26
Noch schlimmer wird´s ja, wenn die ältere Generation bei der Aussaatmenge mit Pfund pro Morgen um die Ecke kommt! "Die Gerste habe ich sonst immer auf 75 Pfund pro Morgen abgedreht."

Ist doch ganz einfach: Das sind 150 Pfund je Tonne oder 150 kg je Hektar. ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: tuning Esel am 17. August 2015, 17:56:44
will da nicht vom Thema Flächeinheit kommen ;D
Mir Interessiert warum wirt den Glyphos eingesetzt? wegen schnelleren Ernte? Wegen Bestand gleichmässiger abreift oder wiso??
Das kennen wir in der CH nicht ist schon seit eh und je verboten..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 17. August 2015, 21:00:11
nur eine kurze anmerkung

bushel ist ein volumen
metrisch 35,29.....liter
aber keine angst wir werden noch nicht auf Fahrenheit umstellen ;D ;D

glyphos wird zur gleichmaessigeren abreife und auch bei starker verunkrautung eingesetzt.sogar wiesen werden vor dem maehen mit glyphos behandelt um nachher no-till z. b. bohnen zu drillen.

meiner meinung nach wird da uebertrieben,hier koennte man auf die chemie verzichten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nichtdicht am 18. August 2015, 02:28:13
Ist wirklich grausam, die Massen/Gewichte/etc. in der USA und teilweise Canada oder auch frueher gehandhabt in D oder auch NL. Spritzen habe ich immer noch in l/ha gemacht.

Was der glyfos anbelangt, ist vielleicht im anderen Tread besser aufgehoben, aber wenn ich den video gesehen habe auf ART, habe ich sofort dass gleiche Krankheitsbild erkannt, was damals die Kuehe bei uns zu Hause gezeigt haben. Damals nie gewuesst woher die Kuehe Krank waren!!

Soll Verboten werden, wird aber nie passieren (zu grossen Lobbie)

mfg
Herman
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 19. August 2015, 06:15:28
Hier sieht man ganz gut,wie ungleichmäßig die Rapsbestände hier sind,wie mickrig die Pflanzen und ihre Wurzeln sind im Vgl zum heimischen Raps.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/5b0f16d0deba1f9f51cdbfbc93b7ae3f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/804e5398db44714d0b25707b2cee268e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/3c24b2210c4e5037711ca4ed0bd88cbc.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 19. August 2015, 06:23:54
Kurzes Video vom Raps Schwaden...
https://vimeo.com/136687507 (https://vimeo.com/136687507)

Und zwei Bilder vom Schwader mit Rüfa,was es nur bei MacDon gibt
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/94ae471930d67a2c8d99d93eee1b789f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/c88a21d04115c724f7caf8a9d0deeb6d.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 19. August 2015, 07:44:27
Da in der Anzeige steht irgendwas von 8,5 ... Speed.

Wie schnell fahrt ihr? Hatte mir das irgendwie schneller vorgestellt  ;) Aber ist ja auch klar, muss ja alles schön zusammen und dann durch die Mitte...
Sehr interessant auf jeden Fall.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 19. August 2015, 08:31:03
Ich hab die ganze Zeit vom video das Seitenmesser gesucht, scheint aber auch ohne zu gehen ... ;D
Dachte auch dass schneller gefahren wird. Sah so nach rund 4 km/h oder noch weniger aus?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: angusy am 19. August 2015, 09:05:40
Alles sehr interessant!

Wofür ist die Rüfa am Schwader gut?
Ich habe mich bei den Bildern schon gefragt, warum hat der denn hinten Scheinwerfer? :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Simon am 19. August 2015, 09:19:32
Moin,

sind die John Deere Windrower denn alle von Macdon?

Gruss
M
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 19. August 2015, 21:58:26
Hier sieht man ganz gut,wie ungleichmäßig die Rapsbestände hier sind,wie mickrig die Pflanzen und ihre Wurzeln sind im Vgl zum heimischen Raps.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/5b0f16d0deba1f9f51cdbfbc93b7ae3f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/804e5398db44714d0b25707b2cee268e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/3c24b2210c4e5037711ca4ed0bd88cbc.jpg)


Warum sind denn die Bestände so ungleichmäßig? Boden, Bodenbearbeitung etc. ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 19. August 2015, 22:23:37
Und warum wird der Raps nicht sikkiert, sondern ins Schwad gelegt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:29:59
Also könnten die Nordamerikaner viel höhere Erträge haben wenn Pflanzenschutz und Düngung intensiv genutzt würden ??? ich dachte immer der fehlende geringe Regen sei für die geringen Erträge verantworlich

Was Niederschläge etc angeht,kommt es drauf an,wo in Nordamerika,hier in Westkanada ist die kurze Wachstumsperiode ein ganz entscheidender Faktor,dann fehlen auch moderne Sorten im Weizen zum Beisiel,da wurde in eine ganz andere Richtung gezüchtet,und es wird auch nicht ganz soviel Geld in Düngung,Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung investiert,da es einfach riskanter ist.Manchmal fehlt auch Know-How,was Georg schon mal angesprochen hat.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:32:08
Mein Papi (leider schon vor Jahren viel zu früh gestorben) hat immer ein Zentner auffen Morgen Weizen gedrillt.  :P
Das passt immer, sagte er.  ;)

Arbeitet noch jemand mit der Einheit Tagwerk?  :angel:


Die Bilder aus Kanada sind beeindruckend.
Kann es sein, dass es den zuerst gezeigten JD-Drescher hier so nicht gibt?
Der schaut so anders aus???

Dieses Modell gabs in Europa nicht,das stimmt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:34:48
will da nicht vom Thema Flächeinheit kommen ;D
Mir Interessiert warum wirt den Glyphos eingesetzt? wegen schnelleren Ernte? Wegen Bestand gleichmässiger abreift oder wiso??
Das kennen wir in der CH nicht ist schon seit eh und je verboten..

Schnellere Abreife und "egalisieren" der ungleichmässigen Bestände,das ist richtig.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:39:46
Da in der Anzeige steht irgendwas von 8,5 ... Speed.

Wie schnell fahrt ihr? Hatte mir das irgendwie schneller vorgestellt  ;) Aber ist ja auch klar, muss ja alles schön zusammen und dann durch die Mitte...
Sehr interessant auf jeden Fall.
Die
Hier gings extrem langsam,da der Raps sich  in eine ngünstigen Richtung gelehnt hat und ineinader "verwursctelt" war,da war bei 3,4mph Schluss,in stehendem Raps oder Getreide geht das ganze mit 6-7mph.Die 8,5 ist die Geschwindigkeit der Förderbänder.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:43:40
Alles sehr interessant!

Wofür ist die Rüfa am Schwader gut?
Ich habe mich bei den Bildern schon gefragt, warum hat der denn hinten Scheinwerfer? :frage:

Mit der Rüfa fährt sich so ein Schwader besse auf der Strasse bei höheren Geschwindigkeiten,da die Dinger ja nur über die Antriebsräder gelenkt werden
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:45:55
Moin,

sind die John Deere Windrower denn alle von Macdon?

Gruss
M

Seit 2013 glaub ich,da hat Deere es aufgegeben,und einfach bei MacDon eingekauft
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:50:34
Hier sieht man ganz gut,wie ungleichmäßig die Rapsbestände hier sind,wie mickrig die Pflanzen und ihre Wurzeln sind im Vgl zum heimischen Raps.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/5b0f16d0deba1f9f51cdbfbc93b7ae3f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/804e5398db44714d0b25707b2cee268e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/18/3c24b2210c4e5037711ca4ed0bd88cbc.jpg)


Warum sind denn die Bestände so ungleichmäßig? Boden, Bodenbearbeitung etc. ?

Ja,und auch die Beschaffenheit der Felder,etwas tiefer gelegene Stellen stehen nach Starkregen mal unter Wasser,die höher gelegenen leiden schneller bei Trockenphasen,dann wird auch teilweise nur auf Teilflächen der mehrmals oder intensiver Bearbeitet...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:52:45
Und warum wird der Raps nicht sikkiert, sondern ins Schwad gelegt?

Weil er im Schwad besser geschützt ist vor Wind,Regen,Hagel,etc und weil er sich besser drischt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 06:57:47
Schwaddrusch im Hafer für Saatgut,
https://vimeo.com/136795042 (https://vimeo.com/136795042)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: hendrik am 20. August 2015, 07:13:02
Moin,

sind die John Deere Windrower denn alle von Macdon?

Gruss
M

Seit 2013 glaub ich,da hat Deere es aufgegeben,und einfach bei MacDon eingekauft

Nein, die bauen immer noch einige Baureihen selber:

https://www.deere.com/en_US/products/equipment/hay_and_forage_equipment/windrowers/windrower_traction_units/windrower_traction_units.page?

Nur die 100er Serie ist von MacDon. Die 200er und 400er sind eigene Baureihen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. August 2015, 10:50:46
War mir nicht bekannt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 20. August 2015, 16:53:17
Hier sieht man ganz gut,wie ungleichmäßig die Rapsbestände hier sind,wie mickrig die Pflanzen und ihre Wurzeln sind im Vgl zum heimischen Raps.

Warum sind denn die Bestände so ungleichmäßig? Boden, Bodenbearbeitung etc. ?

Ja,und auch die Beschaffenheit der Felder,etwas tiefer gelegene Stellen stehen nach Starkregen mal unter Wasser,die höher gelegenen leiden schneller bei Trockenphasen,dann wird auch teilweise nur auf Teilflächen der mehrmals oder intensiver Bearbeitet...

Ok, danke für die Antwort. Boden sah halt von der Topografie sehr gleichmäßig aus, wie du schreibst passte nicht so ganz zum Bestand, habe mich deshalb etwas gewundert  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. August 2015, 06:56:22
http://www.cbc.ca/m/news/canada/calgary/snow-falls-in-western-alberta-as-frost-advisories-issued-1.3199575


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: donnershag am 22. August 2015, 08:59:48
Schon im August?
Gruß Martin
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. August 2015, 05:05:37
Kleiner Nachtrag zum Weizen,niedrigster Proteinwert war 14.2,höchster 14.6 bis jetzt,sind noch ca. 170ha abzuernten.Fallzahlen wurden noch nicht mitgeteilt...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 28. August 2015, 09:57:26
Bis zu den letzten Bildern hatte ich eine Frage auf den Lippen: Warum den Hafer erst sikkieren, wenn dann doch noch ins Schwad gelegt wird? Aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der sikkierte Hafer direkt gedroschen wird. Was passiert am Ende mit dem Hafer? Viehfutter?

Der Hafer,der nicht sikkiert wurde,ist für Saatgut,der behandelte für Haferflocken.

daran musste ich gleich denken als ich Müsli-esser diesen Bericht gelesen habe:

http://www.t-online.de/lifestyle/besser-leben/testberichte/id_75209024/schoko-mueslis-im-test.html

Glyphosat-Spuren im Schoko-Müsli, z.B. bei Kellogg´s und Dr. Oetker. So schließt sich der Kreis und die "moderne" Landwirtschaft schießt sich mal wieder selbst ins Bein.

Gruß
Wolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 28. August 2015, 10:17:00
Ja gut, aber als konventionell wirtschaftender Landwirt weiß man doch, dass man Produkte mit PSM-Rückständen erzeugt.
Wir nehmen das doch in Kauf und ich sehe da auch kein Problem darin. So viel Vertrauen in die Grenzwertregelung habe ich.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 28. August 2015, 19:18:14
Ist halt die Frage, ob wir es uns so einfach machen können/sollen. Muss es wirklich sein oder anders gefragt: ist es richtig, dass explicit Speiseware nur zur Reifebeschleunigung mit Glypho sikkiert wird?
Ist das die Produktqualität die wir alle haben wollen? Reicht es aus, sich darauf zu verlassen, dass Grenzwerte eingehalten werden? Galt nicht Asbest auch lange Zeit als unbedenklich?

BNT, glaubst dur wirklich, der gemeine Verbraucher hat es gerne, wenn seine Haferflocken 7 Tage vor der Ernte noch mal mit Glypho geduscht werden nur damit´s ein bisschen flotter durch den Drescher geht? 

Warum soll ich den überhaupt noch Handschuhe und sonstige PS-Schutzkleidung tragen, wenn ich´s mir morgens mit den Haferflocken reinpfeife?  :frage: Grenzwert hin oder her, muss es nicht auch in der konv. LW unser Ziel sein, Lebensmittel zu erzeugen, die frei von Rückständen sind?

Gruß
Wolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 28. August 2015, 20:28:42
Was der Verbraucher will und ob eine Notwendigkeit zur Anwendung besteht - das sind komplett andere Fragen die nichts damit zu tun haben, ob du ein schlechtes Gefühl beim Verzehr deiner Haferflocken hast.

Ich weiß jetzt nicht, mit welcher Dosierung da gefahren wird und die Erträge kenne ich auch nicht, aber wenn du zb 100 g Haferflocken futterst und das Glyphosat sich überhaupt nicht abgebaut hätte, auch nicht durch die Aufbereitung weniger geworden wäre, wären es halt auf diesen 100 g eine Wirkstoffmasse von 0,03 g.

Persönlich habe ich noch nie Sikkation gemacht. Bei uns besteht auch absolut keine Notwendigkeit dazu.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 31. August 2015, 05:31:41
Letzte Woche den ersten Millet ins Schwad gelegt,gesät am 4.Juni
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/6925c541f409205e201efec4ae0b945d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/12e31bc8662ffd18838a7a4215169557.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/73c49c3fd1f594bf0b1cd2da5563a16a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/c1e1edec7a242d3798de6e2e2016d953.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/cb9797b1e5f53e24e7a3dfaf66f26885.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 31. August 2015, 05:37:49
Am Freitag Morgen war der grosse weiße Mähdrescher zu Besuch...Leider hatten wir noch ca 60ha druschreifen Raps im Schwad liegen.Es ist aber der eindeutige Beweis,wie wichtig es hier ist,den Raps ins Schwad zu legen,wenn der noch gestanden hätte,wäre so ziemlich alles zerstört,so ist es "nur" die Außenseite vom Schwad
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/b1408e3d1f907c9756ec1bb01e982ed9.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/3e7c5d62d80063a50c837882cd769ea7.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/5f3d17f9010fa03ce8a30c0e58379a23.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/5522877c9f6c179d6d876e4b816b0450.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/8fc6d363ca6683aa94745288f40a391f.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 31. August 2015, 05:46:25
Hab ganz vergessen mal Bilder von dem 200ha Schlag mit den blühenden Sonnenblumen zu posten,das war am 12. August...
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/1b0e6e0b5f186c6bae7ad9c4e9aa41e0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/08/30/46110b2e50540a9425761cc053dda5d0.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 03. September 2015, 05:23:43
Nachbar bei der Aussaat von Winterroggen mit seinem Big Bud KT525 mit 600PS,Bj.77,knapp 10 000h.(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/02/caff8ab38523edf1ba3c14f6a04d919e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/02/6a4fd99c2b14568909d9636b2e0e914d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/02/298a8c1ca40267a7c2f7f465eae95102.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/02/022efa50546a62086bae4266552a1509.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ruebe am 03. September 2015, 06:19:50
Hi JayDee,

danke für deine tollen Berichte

Was hat der BB für ein Lenksystem drauf?
Ansteuerung? Motor? Hydraulikventil
Genauigkeit


Dank Dir

Bernd

PS: vielleicht kannst du ja mal etwas über die Maschinen Ansteuerungen und das was mit den Lenksystemen möglich ist berichten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 03. September 2015, 10:06:27
Ist ein Trimble EZ-Steer,mit dem Motor am Lenkrad zum wegklappen,Genauigkeit liegt aus meiner Erfahrung bei so um die 15cm.Ist ein billiges System,das jeder selbst dranfummeln kann,und für so ein grobes Geschütz wie den weissen Riesen hier gut genug,die alte Bourgault Drille dahinter hat ca 15 Meter AB,und der Grubber den er sonst noch zieht hat 18 Meter,wie mir der freundliche Besitzer aus der stuttgarter Gegend berichtet hat...Schwaben halt ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 03. September 2015, 10:25:57
Big Bud KT525 mit 600PS,Bj.77,knapp 10 000h.


Der scheint dort ein gemütliches Leben zu haben. :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 22. September 2015, 09:15:25
Georg, wir haben auch das metrische System, dann benutz es doch einfach. Zentner sind kein Teil des metrischen Systems.

Hallo,

bei uns wird je nach Alter die Angaben gemacht:  unter 40 Jahre in Tonnen je ha,
                                                                        40-65 Jahre  Dezitonne je ha,
                                                                        die ganz Alten Zentner pro 1/8ha   (Genaue Bezeichnung kann ich nur benennen, nicht schreiben)
Gruß Josef, der auch gerne Berichte aus Übersee liest!!

du meinst ein Tagwerk oder in Franken, je nach Konfession, entweder "a Dooochwerch (katholisch)" oder "a Doochwerg (luthrisch)" .
entspricht aber jeweils 1/3 ha  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 18:44:32
So,hat leider geregnet heut,also kann ich mal ein kurzes Update senden.Getreide und  Raps sind seit fast drei Wochen Geschichte,weiter gings mit Millet,Erträge bis jetzt zwischen 25 und 31 dt/ha,viele Bestände hatten leider den Maiszünsler zu besuch was zu schwierigen Bedingungen beim Schwaden und Drusch geführt hat...(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/2ddec0bdbfa93b87310ea12590ebade4.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/5b5e660badbe9c1c747c45232a6ec51b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/d02dd0bdf6f3ded55003f42ae9990a92.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 21:43:42
Zwischendurch wurden Rapsfelder mit dem Laserscraper zur Oberflächendrainage bearbeitet.Der Schlepper hat 9800 Stunden auf dem Buckel,davon über 6000 vor dem 25cbm K-Tech Scraper,null Reparaturen bis jetzt wie der Besitzer berichtete.(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/314792d44207bdc793b6322e34422f70.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/a87f1dd5794fc0eaa730b6dd66a4aa85.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/0b4292ffd6a1e191c21bf9eb89d7cd62.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/e59590109ba378b4f80c55a383677b90.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/49196d656421d6b48cd5e6daedf68143.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/a377f410115103a7e855ef1086d2c265.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 21:47:58
Konnte den Chef überreden eine Kurzscheibenegge anstatt des unsäglichen Supercoulters und dem Grubber zur Vorbereitung der Rapsfelder für die Winterroggenaussaat anzumieten.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/22231379249d0a82aa27e902aa9e5218.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/87659aca1c9cc3bd3d1271b03544e68c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/78380fc90659b6c2051c5b63351f5be0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/ee01fdf043c6f74d6bf61320d71a79cc.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/457481325894d12548a7d3584645edd4.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/e2d5765be7d0b65f71ddbf9d6c971031.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 21:50:34
Dann schnell 250ha Winterroggen gesät(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/cddd60fcc4e4b3b6541f261d855e7eea.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/b01d5aaa7256327756ec967b8bb6df23.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/e18699a6c14e85da18ba31bee5fe9d41.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/00dac1abc7134d61e066f15bfa674c5d.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 21:53:55
Mittlerweile sind die benachbarten Kartoffelfarmer voll bei der Ernte
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/4f2d7c92fc74f71e6b0211da11865ac0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/935a4c00585c4f397becebce9e0a2692.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/d6c67da05fdab59b13a6630db4eda532.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/049543ab8ae29b75439a3168503e2280.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/cb98f880b7b87271bced1212dec88f96.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/f0969f44c276f8968e4f03653ccf4444.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 21:57:26
Weiter gings mit den Sojabohnen,Erträge bis jetzt zwischen 31 und 36dt/ha.(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/09c92dce6f463103a162fb6429167151.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/628e8073036730549a12fecd350136de.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/dd029c2d7cbc160b89852aa6563941b0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/902d95ce47105df8c36ef6f9999d2976.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/be89dff9d6675fca6f6d005002de303e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/09/27/ff6b431bcc0392dd6f8e06e983ad5838.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 27. September 2015, 22:04:39
Kurzes Video vom 12 Meter Deere 640FD Flexdraper am S680 in den Bohnen.Ist ohne wenn und aber das beste Schneidwerk das ich je fahren durfte,und lässt auch den MacDon FD75 alt aussehen,da es ein echtes Flexschneidwerk ist und sich sagenhaft dem Boden anpasst,äußerst ruhig läuft,fantastisch zuführt und sehr zuverlässig ist.

https://vimeo.com/140593915 (https://vimeo.com/140593915)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Heiner am 28. September 2015, 07:19:07
Hallo jaydee88,

sehr interessante Eindrücke an denen Du uns Teilhaben lässt !

Sind die Luftdüsen am Schneidwerk auf den Saatreihenabstand beim Soja abgestimmt ?
Im Video sieht das so aus als ob je Saatreihe jeweils eine Düse rechts und links bläst.

Heiner
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 28. September 2015, 09:34:30
Noch eine Frage: was ist das für ein Anhängesystem mit dem der Scrapper am JD Knicki hängt? Ist irgendwie mit einer kurzen Achse. Habe ich so noch nie gesehen.

Gruß
Wolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 28. September 2015, 10:31:17
Hallo jaydee88,

sehr interessante Eindrücke an denen Du uns Teilhaben lässt !

Sind die Luftdüsen am Schneidwerk auf den Saatreihenabstand beim Soja abgestimmt ?
Im Video sieht das so aus als ob je Saatreihe jeweils eine Düse rechts und links bläst.

Heiner

Sollte so sein,passt aber nicht ganz,da der Betrieb dieses Jahr eine andre EK-DRILLE mit 55 statt 50cm eingesetzt hat...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 28. September 2015, 10:41:45
Noch eine Frage: was ist das für ein Anhängesystem mit dem der Scrapper am JD Knicki hängt? Ist irgendwie mit einer kurzen Achse. Habe ich so noch nie gesehen.

Gruß
Wolf

Viele der schweren Scraper,die im professionellen Einsatz laufen,haben so ein System,da es beim normalen Zugpendel zu viel Spiel gibt und es auch nicht stabil genug ist.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Mathias am 28. September 2015, 12:40:12
Sät ihr Populations- oder Hybridroggen?

Wieviel Körner sät ihr und wie weit wird sich der Roggen vorm Winter noch entwickeln?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. September 2015, 07:26:24
Sät ihr Populations- oder Hybridroggen?

Wieviel Körner sät ihr und wie weit wird sich der Roggen vorm Winter noch entwickeln?

Ist Populationsroggen,angestrebt werden ca 25 Pflanzen pro square ft.Chef hat mir gesagt,sobald er grün ist,kann nichts mehr passieren...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Oktober 2015, 07:11:00
Soja und Pintobohnen sind im Silo,jetzt sind die Sonnenblumen dran
https://vimeo.com/142102746 (https://vimeo.com/142102746)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Oktober 2015, 07:12:18
Nachbar beim Mais dreschen
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/11/5aa851a4bfeb07383164fc3ed1ddbdca.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/11/5ffb207d58aadcda0f5988594bbb9c0f.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/11/fddd4477d68d5001ebb6f4d456f31e99.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: miltischnorrer am 12. Oktober 2015, 09:15:21
An was ich mich absolut nicht gewöhnen kann ist die in meinen Augen absolut hässliche Bereifung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 12. Oktober 2015, 09:40:14
Die ist auch absolut sinnlos. Aber halt billig.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. Oktober 2015, 14:19:05
An was ich mich absolut nicht gewöhnen kann ist die in meinen Augen absolut hässliche Bereifung.

Welche Bereifung sollte man denn sonst in Reihenkulturen einsetzen?

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 12. Oktober 2015, 16:23:41
In Usa und Kanada ists halt nciht notwendig, beim Profil einen Kompromiss zwischen Zugkraft und Strassenkomfort bei hohen Geschwindigkeiten zu machen. Transportarbeiten auf der Strasse werden dort schon immer von LKW s gemacht
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 12. Oktober 2015, 16:53:23
Redet Ihr von der Bereifung des Schleppers, des Dreschers oder des Überladewagens?

Falls es um den Schlepper gehen sollte: Die Zwilinge werden m. E., einer breiteren Einzelbereifung, weder in Sachen Zugkraft unterlegen sein, noch in Sachen Bodenschonung. Und dass die incl. Felgen wesentlich billiger sein sollen glaub ich auch nicht. Sie haben nur einen Makel: bei uns kannst mit so einer Außenbreite fast nirgendwo hinfahren
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 12. Oktober 2015, 17:18:49
Also so ein Michelin AgriBib in 480/80 R 50 hat ein Luftvolumen von 4 x 479 Litern = 1.916 Liter.
Ein AxioBib in 650/85 R 38 hat 900 Liter = 1.800 Liter.
Ein Axiobib in 800/70 R 38 hat 1.087 Liter = 2.174 Liter.


Laufen die großen Zugschlepper noch in den Reihenkulturen? Wozu?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 13. Oktober 2015, 11:32:30
Also so ein Michelin AgriBib in 480/80 R 50 hat ein Luftvolumen von 4 x 479 Litern = 1.916 Liter.
Ein AxioBib in 650/85 R 38 hat 900 Liter = 1.800 Liter.
Ein Axiobib in 800/70 R 38 hat 1.087 Liter = 2.174 Liter.


Laufen die großen Zugschlepper noch in den Reihenkulturen? Wozu?

Preis unterschied ist aber schon, billiger 480/80R50 kostet bei Schlepperreifen.de 1150 € (Brutto), ein Michelin Axiobib kostet 5740 € (Brutto) das nur mal zum Vergleich.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 13. Oktober 2015, 19:09:15
Also so ein Michelin AgriBib in 480/80 R 50 hat ein Luftvolumen von 4 x 479 Litern = 1.916 Liter.
Ein AxioBib in 650/85 R 38 hat 900 Liter = 1.800 Liter.
Ein Axiobib in 800/70 R 38 hat 1.087 Liter = 2.174 Liter.


Laufen die großen Zugschlepper noch in den Reihenkulturen? Wozu?

Preis unterschied ist aber schon, billiger 480/80R50 kostet bei Schlepperreifen.de 1150 € (Brutto), ein Michelin Axiobib kostet 5740 € (Brutto) das nur mal zum Vergleich.

Erstmal das, und wenn man dann in ein Hirschgeweih oder verlorenes Grubberschaar fährt ist der Ersatz auch weit günstiger..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. Oktober 2015, 06:12:23
Also so ein Michelin AgriBib in 480/80 R 50 hat ein Luftvolumen von 4 x 479 Litern = 1.916 Liter.
Ein AxioBib in 650/85 R 38 hat 900 Liter = 1.800 Liter.
Ein Axiobib in 800/70 R 38 hat 1.087 Liter = 2.174 Liter.


Laufen die großen Zugschlepper noch in den Reihenkulturen? Wozu?

Grosse Zugschlepper sind hier Knick- und Raupenschlepper.Die grossen Standardschlepper laufen an den Einzelkornsägeräten,den Reihendüngerapplikatoren und einige an Hackmaschinen,bei den Kartoffeöbauern noch zusätzlich an den Pflanzmaschinen und an den Vollerntern,bei den Rübenbauern ebenfalls.Alles Arbeiten wo die schmalen Reifen gebraucht werden.Ausserdem lassen sich damit die Schlepper auf dem Gebrauchtmarkt wesentlich besser vermarkten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 16. Oktober 2015, 09:22:16
Verstehe!

Und habe jetzt schön was zum Denken.
Wenn der Schlepper ohnehin schon auf Pflegerädern steht, könnte man ja einfach noch mal den gleichen Satz als Zwillinge dran machen.
bei kleineren Schleppern gibt es Pflegereifen aber halt nur mit geringer Flankenhöhe. ein 520/85 R 38 wäre akzeptabel, aber dann wird der Schlepper fast 4 m breit...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 16. Oktober 2015, 09:55:13

Hallo BNT,

mein JD 6210R hat mit zweimal 520/85R46 genau 3,5m Aussenbreite. Ich komme mit dieser Kombination hier gut zurecht.

Im Frühjahr laufen die Zwillinge auf dem zweiten Pflegeschlepper als Pflegebereifung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 16. Oktober 2015, 10:32:15
Hallo Berci,


das ist sehr interessant. Ich hätte mit 1250 mm Innenbreite gerechnet plus 4 mal 520 mm plus je 200 mm Abstand zwischen den Reifen. Komme dann auf 3.730 mm. :)


Was hat ein Thema ist: Ein 520/85 R46 hat halt eine niedrige Flankenhöhe als ein 650/85 R38. Dafür hast du doppelt so viele Reifen, müsstest an sich also durchaus mit der halben Flankenhöhe durch kommen, denk ich.

Mit welchem Reifenluftdruck fährst du? Bei der Pflegebereifung hieß es mal, dass die Flanken so steif sind, dass sie bei wenig Luftdruck schon wieder viel Bodendruck machen. Normal müsstest du laut Tabelle mit 0,4 bar fahren können...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 16. Oktober 2015, 11:22:47

Wir benutzen diese Kombination hauptsaechlich zur Saat mit der Pronto 6DC. Die äusseren Reifen sind leider etwas höher (anderer Hersteller) als die Inneren. Deshalb fahren wir aussen mit 0,6 Bar und innen mit 0,8 Bar. Ich und vor allem meine Fahrer wollen es mit dem Druckabsenken nicht übertreiben. Das Ergebnis ist aber auf jedem Fall besser als mit einer grossen Einzelbereifung.

Die 520er Reifen sind ja nicht wirklich Pflegereifen. Ich benutze sie nur als solche. Die Flanken scheinen nicht steifer als andere.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Oktober 2015, 07:24:36
Gestern haben wir bei schönstem Wetter die letzten 40ha Sonnenblumen gedroschen und ins Silo verfrachtet und somit ist meine neunte schönste Ernte in Westkanada abgeschlossen [emoji4]
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/5bfe5979324808a8fffa25cc9aabf728.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/8c6e40a55290386cc9300b2ccf07a468.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/5c775dbe77eeaf7c472d82517c43d29e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/410af39fc25cde56b093f3ca62223caf.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/e0f3cb7f466156f4a11b786f0b026b42.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/79803043d6c46623c0f92ab77a5a6d5a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/17/189e23c3666195f76ceb71522a9dc753.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 18. Oktober 2015, 12:23:55
Prickelt mehr als es schmeckt ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Oktober 2015, 16:10:38
Prickelt mehr als es schmeckt ;D

:-D

Fands ne  super nette Geste vom Chef.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Karsten F am 18. Oktober 2015, 16:18:50
Fehlt nur noch ein wbl. Bauchnabel zum Einschenken! ;-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Oktober 2015, 18:56:37
Dann haste demnächst Zeit und kannst uns was erzählen über die Erträge, Düngung, Pflanzenschutz, Saatbedingungen-Maschinen, Saatstärke usw der einzelnen Kulturen auf dem Betrib und auch das Leben drum-rum
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 18. Oktober 2015, 19:19:51
Hmmh, vielleicht hast du die etlichen Beiträge übersehen,  jaydee hat das hier geradezu minutiös geführt.

Dankeschön nochmal, wirklich eindrucksvoll.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: brookie am 18. Oktober 2015, 19:23:43
Ja wirklich ein Großes Dankeschön!!!
So bekommt man wirklich hautnah etwas vom anderen Ende der Welt mit.

Hab das ganze hier geradezu verschlungen ;) ;)

Und wenn ich ehrlich sein darf, würd ich auch mal gerne mit einer solchen Ansammlung von großen Maschinen über die Lande ziehen :deere8R: :deere8030: :huepf:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 18. Oktober 2015, 19:26:27
Saattechnik wurde Ja gezeigt teilweise auch erträge aber ich glaub da fehtl schon noch einiges
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Christian2 am 18. Oktober 2015, 19:49:12
Ich fand die Berichte toll! Wer jetzt noch mehr fordert, kann ja erst mal von sich selber und den eigenen Erträgen berichten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 18. Oktober 2015, 20:01:45
Die 520er Reifen sind ja nicht wirklich Pflegereifen. Ich benutze sie nur als solche. Die Flanken scheinen nicht steifer als andere.

Wie meinst`n das? Und warum? Ich hab den Reifen auf Schlepper und Spritze, für mich eigentlich DER Pflegereifen schlechthin, weil er in seiner Breite die größtmögliche Aufstandsfläche bietet, bei geringstmöglichem Druck.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 18. Oktober 2015, 20:33:56
Saattechnik wurde Ja gezeigt teilweise auch erträge aber ich glaub da fehtl schon noch einiges
Ich fand die Berichte toll! Wer jetzt noch mehr fordert, kann ja erst mal von sich selber und den eigenen Erträgen berichten.

 :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 18. Oktober 2015, 20:43:22
Die 520er Reifen sind ja nicht wirklich Pflegereifen. Ich benutze sie nur als solche. Die Flanken scheinen nicht steifer als andere.

Wie meinst`n das? Und warum? Ich hab den Reifen auf Schlepper und Spritze, für mich eigentlich DER Pflegereifen schlechthin, weil er in seiner Breite die größtmögliche Aufstandsfläche bietet, bei geringstmöglichem Druck.

Ich habe die Bereifung auch auf beiden Pflegeschleppern und auf der Spritze. Natürlich ist er ein sehr guter Universalreifen. Für mich das wichtigste ist, das er noch in die Mais- und Sonnenblumenreihen passt.
Das mit den steifen Flanken war nur die Antwort für BNT, der meinte das ein Pflegereifen automatisch steife Flanken haben muss.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. Oktober 2015, 21:21:37
Dann haste demnächst Zeit und kannst uns was erzählen über die Erträge, Düngung, Pflanzenschutz, Saatbedingungen-Maschinen, Saatstärke usw der einzelnen Kulturen auf dem Betrib und auch das Leben drum-rum

Ich wollte ledeglich mal einen kleinen Eindruck vermitteln,sonst nichts.Wenn du mehr wissen willst,mein Chef hier sucht einen Nachfolger für mich für 2016...Aber vlt genügt es ja auch,wenn du dir nochmal ALLE Beiträge durchliest.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Swissfarmer am 18. Oktober 2015, 21:29:04
Toll jadee88
die meisten träumen ja nur von dem was du erlebt hast und sind kaum über den eigenen "misthaufen" gekommen........ ;D ;D
super das du auch die zeit gefunden hast hier zuschreiben und die tollen fotos gemacht hast.......
ich bin nach wie vor der meinung das sich ein auslandaufenthalt auf den rest des lebens positiv auswirkt.....

Gruss Christian
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: EWD am 19. Oktober 2015, 09:33:51
Hallo,

danke für deine tollen Eindrücke aus Kanada,
insbesondere für die guten, informativen Fotos.
Bitte mach weiter so.

Gruß Ernst

PS:  Habe den 4000er Trac realisiert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Markus am 19. Oktober 2015, 10:05:24
Hallo Jaydee
auch von meiner Seite herzlichen Dank für die tollen und informativen Einblicke über die ganze Saison  :daumen:

Gruß Markus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 19. Oktober 2015, 11:01:30
Hallo,


Gruß Ernst

PS:  Habe den 4000er Trac realisiert.

Na dann allzeit gute Fahrt!!
Gruß Josef
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 02:24:24
Paar Bilder von der Körnermaisernte hier,Erträge zwischen 85 und 105dt/hä werden dieses Jahr hier gedroschen
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/9613dc6c064b9123918317e2a14f1537.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/85a417463328148f9d7333a6dbe506b5.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/27687a906209427764fed0b53e0848c6.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/7ce17493d1fe578bca37dc2ec914412e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/fbce8cddeaa4277ac619b5eeba888b70.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/f84708a965b60d1dddc1a0dab9c62c13.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/2031591147e46c8966ed18b5b1f9f66a.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 02:36:47
Unser Nachbar hat heute einen kleinen Feldtag zum Thema Maisstoppeln bearbeiten abgehalten.Leider konnte ich nur kurz in der Mittagspause vorbeischauen,auffällig die Anzahl von Kurzscheibeneggen,jedoch wesentlich schwerer gebaut als z.B. die auch anwesenden Vertreter ihrer Gattung aus Deutschland von Lemken und Horsch ,allen voran das Protill Monster von Degelman und die Interpretation von Landoll...
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/e58016de50afd0a9f605c219b96517c6.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/a1b9bd04878500c14d054b24f9a73c25.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/053930046595c7b5af9d92f62d692756.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/e6758920066ce878163a4411725947d8.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/fd4f728f5f1ee9b63d5144f012026377.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/7c176ca4d809661a1b83771019a88e96.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/df99923231aef767e02169f6406e49df.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/b636ae8b1f5180b72e59b5c7044f9656.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 02:39:18
 (http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/9657b5ca08cc92ede8a716ce8674d08e.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/f58ac32948a812641f6e3672dd7fe93a.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/925e9b0420492ca6c7b21b806eef85db.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/db7a3545216fe5358d37f1d0d4b12546.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/f2b8e64c756a65fcf71f00184c4eebd1.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/c1fb842f48ffc9bcf04b5271831138af.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/f5816ff8f91336aa0df351e48a520bea.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/a8f7678bd52a7f323da32b5bfae527b4.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 02:44:11
Da der Knicki zur Zeit am Supercoulter läuft musste der 8235R heute die 12 Meter Drille ziehen um den restlichen Dünger auszubringen.Ich war wirklich sprachlos wie der kleine Schlepper das Ding über den Acker gezogen hat,konnte immer zwischen 6,5 und 7,5 mph fahren.
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/3542beab7f0efe2d5250881e422ca702.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/69ec843b7e11abde10e9badd4f2147ba.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/21/2dd5dcd2d135d71d94bf9c9fa60d7009.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Frankenpower am 22. Oktober 2015, 02:55:28
Tolle Bilder....Danke

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kakvogl am 22. Oktober 2015, 07:56:36
@jaydee88 Sag mal den Bildern nach war es heuer ein Bilderbuchherbst mit sehr entspannter Ernte, auch im Sommer, vom Wetter her. Da will man doch nicht mehr weg unter solchen Bedingungen und der Technik die da rumsteht?
Danke für die Eindrücke.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 22. Oktober 2015, 07:58:47
Beim Mais staubt wie Sau welchen Wassergehalt hatte der Körnermais ???
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 08:46:07
@jaydee88 Sag mal den Bildern nach war es heuer ein Bilderbuchherbst mit sehr entspannter Ernte, auch im Sommer, vom Wetter her. Da will man doch nicht mehr weg unter solchen Bedingungen und der Technik die da rumsteht?
Danke für die Eindrücke.

Entspannt bin ich immer erst nach der Ernte,dazu hängt mein Herz zu sehr an der Sache,hat ja auch ab und an geregnet,da hab ich aber keine e Bilder gemacht;-)
Was die Maschinen angeht,hab ich mittlerweile nach sieben mal säen und neunmal Ernten in Westkanada in verschiedenen Regionen genug gesehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 22. Oktober 2015, 08:47:19
Beim Mais staubt wie Sau welchen Wassergehalt hatte der Körnermais ???

Ist immer noch um die 20,geht alles erst mal durch den Trockner
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 06:51:32
Heute dem Nachbarn geholfen beim Mais dreschen,bevor der Regen kommt.Hab noch nie Mais gedroschen und obwohl der Drescher etwas älter ist hat es wahnsinnig Spaß gemacht.Ertrag War zwischen 95 und 100dt/ha,Feuchte 18%
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/22/24e6f0c76728419cee213a1825736388.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/22/7cb23b3594eebaad30c3460195cd06e0.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/22/a69a584e7f5ac5637a40f9781ae2776d.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/22/60d38f5a71b4e88531d99fa3b1be1ad7.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/22/60fc4b0cd587cfeda5ca1d890753d62f.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 06:56:32
https://vimeo.com/143340999 (https://vimeo.com/143340999)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: woodstock am 23. Oktober 2015, 07:31:11
Also nach 10 t / ha sieht der Mais nicht unbedingt aus...   :o
Habt ihr keinen Unterflurhäcksler am Pflücker?
Sieht ja furchtbar aus.
ws
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 07:56:34
Also nach 10 t / ha sieht der Mais nicht unbedingt aus...   :o
Habt ihr keinen Unterflurhäcksler am Pflücker?
Sieht ja furchtbar aus.
ws

Was für eine Antwort erwartest du jetzt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Rabe am 23. Oktober 2015, 08:27:45

@jaydee
Gibt es in Kanada auch Probleme mit Wildschweinen und wie wird da gegen vor gegangen?
In der weitläufigen Landschaft ist es mit Sicherheit schwieriger wie hier?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 08:30:07

@jaydee
Gibt es in Kanada auch Probleme mit Wildschweinen und wie wird da gegen vor gegangen?
In der weitläufigen Landschaft ist es mit Sicherheit schwieriger wie hier?

Mir sind keine Probleme bekannt,ich frag aber nochmal nach.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 23. Oktober 2015, 08:34:38
Ich glaub das Klima in Kanada ist im Winter zu streng für Sauen, dass die sich in dem Maß vermehren können wie hier
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 23. Oktober 2015, 09:11:57
Tut dein nachbar noch Mulchen oder mit Scheibenegge oder einer Walze wie z.b. von Dalbo den Mais zerkleinern
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: woodstock am 23. Oktober 2015, 10:30:43
Also nach 10 t / ha sieht der Mais nicht unbedingt aus...   :o
Habt ihr keinen Unterflurhäcksler am Pflücker?
Sieht ja furchtbar aus.
ws

Was für eine Antwort erwartest du jetzt?

"Erwarten" tu ich mir grundsätzlich gar nichts!
Interessant wären aussagekräftige Bilder von den Kolben und die Anzahl der Körnerreihen und die Zahl der Körner pro Reihe eines "durchschnittlichen" Kolbens, damit ich einen schlüssigen Vergleich zu unseren Erträgen ziehen kann.
Bin etwas erstaunt, wie diese "mickrigen" Pflanzen, diese doch passablen Erträge liefern.
Bei uns steht mind. die doppelte (Pflanzen-) Masse am Feld, allerdings nicht das Doppelte des Ertrages... :rolleyes:
Reifezahlen bei uns ab 360 bis 440
Erntebericht in den nächsten Tagen, sobald die Körnermaisernte abgeschlossen ist.
ws
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 23. Oktober 2015, 10:51:11
Also manchmal fragt man sich mit welcher Erwartung ihr hier mitlest.

Ist es zu viel verlangt respektvoll miteinander umzugehen?

Ich hätte das jetzt mal so interpretiert das abgereifter mais immer zusammensackt und dann mickrig aussieht.
Und wenn man von vornherein weiß das der Mais bis Ende Oktober Anfang November steht nimmt man kompakte,  standfeste Sorten.

Das mit dem fehlenden unterbauhäksler sieht man in Nordamerika öfter. Ich denke grundsätzlich ist Zünslerbefall etc. Nicht mehr das Thema und die Technik ist auf das lange maisstroh eingestellt.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: woodstock am 23. Oktober 2015, 11:45:57
Also manchmal fragt man sich mit welcher Erwartung ihr hier mitlest.

Ist es zu viel verlangt respektvoll miteinander umzugehen?

Ich hätte das jetzt mal so interpretiert das abgereifter mais immer zusammensackt und dann mickrig aussieht.
Und wenn man von vornherein weiß das der Mais bis Ende Oktober Anfang November steht nimmt man kompakte,  standfeste Sorten.

Das mit dem fehlenden unterbauhäksler sieht man in Nordamerika öfter. Ich denke grundsätzlich ist Zünslerbefall etc. Nicht mehr das Thema und die Technik ist auf das lange maisstroh eingestellt.

Mfg tim

Also ich hoffe, dass mein Eintrag nicht als "respektlos" angekommen ist - habe ich sicher nicht beabsichtigt!
"Furchtbar" würde so ein Maisfeld in unserer Gegend nicht nur in meinen Augen aussehen, da wir etwas anderes gewohnt sind.
Die Erträge von denen jaydee berichtet, finde ich in Anbetracht der "bescheidenen" Pflanze wie schon erwähnt passabel.

@ Tim
Abgereifter Mais sackt bei uns nicht zusammen, der verträgt wirklich einiges.

ws
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 23. Oktober 2015, 11:57:59
Bin zwar nur Silomaisanbauer, aber Ihr kennt doch sicher auch das Verhältnis von Restpflanze zu Kolben und wisst wo der Ertrag herkommt oder  ;)
Also macht sone kümmerige Restpflanze vermutlich nicht den Unterschied.

Ansonsten auch nochmal Danke an jaydee für die tollen Eindrücke in Wort und Bild!!!
Hatte leider mir nicht die Chance genommen für ein Auslandspraktikum  >:(  Ärgere ich mich heute öfters drüber...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Frankenpower am 23. Oktober 2015, 12:03:01
Ich bin dankbar für den Bericht über das ganze Jahr von jaydee88.

Habt ihr beim Weizen und Soja auch nach den für die Erträge zu Basis liegenden TKGs und Bestandesdichten nachgefragt?

Ich weiss nicht, aber es ist wie es immer ist, wenn man viel (hier von jaydee88 in Wort und Bild) hat, dann will man noch mehr....Leute übertreibt es nicht.... :oma:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Josef am 23. Oktober 2015, 12:31:50
Hallo
erst einmal vielen Dank für so tolle Bilder, sieht man so ja auch nicht!!
(vielleicht können wir ja mal ein Treffen vor Ort machen, zum 10 jährigen Bestehen oder so)(seit Windows 10 gehen die Smileys nicht mehr)

Aber eine Frage an Tim zu den Zünslern: Warum schreibst du !nicht das Thema mehr" ?? Wird dort bekämpft oder??

Körnermais ohne Unterflurhäcksler hatten wir zu Letzt vor 20 Jahren mal (kaputt) ich sag nur Hilfe, da hat unsere Technik total versagt :-)))

Gruß Josef
und guten Winterschlaf nach Kanada!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: reto am 23. Oktober 2015, 12:56:54
Hallo Woodstock, als No-tiller weiss ich, dass die nachfolgende Direktsaat besonders mit Scheibentechnik ohne vorgängiges Häckseln oder Mulchen viel einfacher geht und man ohne Probleme nachher noch zerkleinern kann oder  sollte. In der Steiermark wird halt sehr viel gepflügt
 ;((
Jaydee: Herzlichen Dank für die tollen Bilder, mein Bruder hat ein Betrieb im Süden von Saskatchewan.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 14:02:50
Also nach 10 t / ha sieht der Mais nicht unbedingt aus...   :o
Habt ihr keinen Unterflurhäcksler am Pflücker?
Sieht ja furchtbar aus.
ws

Was für eine Antwort erwartest du jetzt?

"Erwarten" tu ich mir grundsätzlich gar nichts!
Interessant wären aussagekräftige Bilder von den Kolben und die Anzahl der Körnerreihen und die Zahl der Körner pro Reihe eines "durchschnittlichen" Kolbens, damit ich einen schlüssigen Vergleich zu unseren Erträgen ziehen kann.
Bin etwas erstaunt, wie diese "mickrigen" Pflanzen, diese doch passablen Erträge liefern.
Bei uns steht mind. die doppelte (Pflanzen-) Masse am Feld, allerdings nicht das Doppelte des Ertrages... :rolleyes:
Reifezahlen bei uns ab 360 bis 440
Erntebericht in den nächsten Tagen, sobald die Körnermaisernte abgeschlossen ist.
ws

Wenn du jemandem von deinem Ertrag erzählst hast du also immer Fotos von Ähren,Kolben etc dabei???
Was hilft dir das wenn ich dir sage,die Kolben unseres Nachbarn wo geerntet waren 16 mal 32 bis 16 mal 34
Warum sollte ich jmnd etwas vormachen,es geht hier darum,etwas Einblick zu bieten,mehr nicht!
Da du ja sehr schlau zu sein scheinst wirst du ja wissen,dass man zur Berechnung des Ertrages auch die Populations dichte braucht,oder?Die hast du in deiner oberlehrerhaften Zurechtweisung nämlich vergessen.Desweiteren weist du auch bestimmt,dass Westkanada nicht die Steiermark ist,und hier andere Bedingungen herrschen und andere Sorten angebaut werden bei nur 3200 chu!

Ausserdem wird dir nicht entgangen sein,da du ja scheinbar sehr aufmerksam mitliest,dass in anderen Photos von der hiesigen Maisernte Unterflurhäcksler eingesetzt werden,der Nachbar dem ich geholfen habe,hat,wie du mit deinem geschulten Auge sehr gut erkannt hast,ganz offensichtlich jedoch keinen derselben,also was soll so eine superschlaue Frage "Habt IHR keinen Unterflurhäcksler"???

Denkst du,wenn WIR einen hätten,würden WIR ihn abschalten,um Fotos zu machen?

Desweiteren bin ich mir sicher,dass du erkannt haben wirst,dass ich mit keiner Silbe gesagt habe,dass ich das toll finde,wie der abgeerntet Schlag aussieht!

Der Nachbar hat einen kleineren Betrieb mit nur 600ha (deiner ist sicherlich größer) und kann sich einen 8 Reihe mit Unterflurhäcksler eben zur Zeit nicht leisten,da er andere Investitionen getätigt hat.

Ich werde ihm aber empfehlen,sich dringend mit dir in Kontakt zu setzten,damit er was über Maisanbau lernt!

Dir hingegen würde ich empfehlen,dich mit 309CA und Georg zusammenzuschliessen,eine Gruppenreise nach Südmanitoba zu buchen,und alles selbst mal eine Saison lang penibel unter eure äußerst geschulten Augen zu nehmen,bestimmt könnt ihr dann auch den Farmern hier wertvolle Tipp  geben,wie man richtig Ackerbau mit staatlich finanzierten Zuschüssen betreibt und euch so etwas Taschengeld vetdienen.

Es scheinen hier ja einige sehr bemüht zu sein,mich als dummen Landarbeiter hinstellen zu wollen,nur weil meine Berichte und Bilder nicht genau das zeigen,was sie gerade wissen wollen.
Mir ist durchaus bewusst,das viele Details fehlen,auch dass ich einige derer nicht weiß bzw nachfragen müsste,aber wie schon öfter erwähnt,sollte dieser Bericht einfach nur mal einen kleinen Einblick in die hiesige Landwirtschaft(siehe Titel dieses Threats) gewähren,mehr nicht,die Bilder sind dazu gedacht,Eindrücke zu visualisieren.Wem es nicht passt,muss ja nicht mitlesen bzw kann ja seine Koffer packen und selber mal schauen,anstatt hier einen auf schlauer Lehrer fragt dummen Schüler zu machnen.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 23. Oktober 2015, 14:20:33

Aber eine Frage an Tim zu den Zünslern: Warum schreibst du !nicht das Thema mehr" ?? Wird dort bekämpft oder??


Ich denke mal das ist nahezu alles bt mais oder ein ähnliches trait im Saatgut.

So wars zumindest in Illinois und das vor gut und gerne 12 Jahren.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 14:42:27

Aber eine Frage an Tim zu den Zünslern: Warum schreibst du !nicht das Thema mehr" ?? Wird dort bekämpft oder??


Ich denke mal das ist nahezu alles bt mais oder ein ähnliches trait im Saatgut.

So wars zumindest in Illinois und das vor gut und gerne 12 Jahren.


Alles BT,das ist richtig.
Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 23. Oktober 2015, 15:32:19
schade das hier immer gleich vergleiche und kritik an beitraegen aufkommen die dann den berichterstatter  in eine abwehrstellung draengen.
unterflurhaecksler   lol  es gibt sogar noch kolbenpfluecker gezogen die schon 50ig jahre gebraucht werden.
die schlauen reden zuerst ein tag lang von den krummen elektrischen leitungsmasten etc. nun sind noch die abgeernteten maisfelder ;D

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: sten am 23. Oktober 2015, 15:41:09
Ich freu mich immer über die ausführlichen Berichte. Nachfragen sind schon in Ordnung,  aber (Vor-)Urteile sollten unterbleiben.
Carsten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 16:05:23
Es freut mich,dass es vielen gefällt,ich hab auch absolut nichts gegen Fragen und versuche ja auch so gut ich kann zu antworten,auch gegen Beurteilungen hab ich nichts,wenn der/diejenige genügend Einblick hat und alles begründen kann.Ich habe ja schon öfters angemerkt,dass ich weder die heimische noch die hiesige Landwirtschaft als überlegen darstellen will,ich finds einfach nur interessant und habe auch dieses Jahr wieder sehr viele neue Erfahrungen sammeln dürfen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 23. Oktober 2015, 16:16:04
Ärgere dich nicht Jaydee, ich und viele andere auch finden es toll, dass wir mit deinen Bildern einen Einblick in das aktuelle Geschehen jenseits des Teichs bekommen.
Von mir nochmal vielen Dank für deine Mühe und die tollen Bilder.

Gruß
Wolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 23. Oktober 2015, 16:33:34
schade das hier immer gleich vergleiche und kritik an beitraegen aufkommen die dann den berichterstatter  in eine abwehrstellung draengen.
unterflurhaecksler   lol  es gibt sogar noch kolbenpfluecker gezogen die schon 50ig jahre gebraucht werden.
die schlauen reden zuerst ein tag lang von den krummen elektrischen leitungsmasten etc. nun sind noch die abgeernteten maisfelder ;D

Sind das wirklich vergleich und Kritik oder nur Fragen von User ??? also wenn Mann nichts fragen darf dann sagt es und wir lassens Schade.
Ich hab Familie und denke nicht das ich da längere Zeit ins Ausland kann wenn ich jung wäre würde ichs machen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 23. Oktober 2015, 17:35:49
Du warst ja auch mal jung, hast Du es damals gemacht?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 23. Oktober 2015, 18:45:57
Es freut mich,dass es vielen gefällt,ich hab auch absolut nichts gegen Fragen und versuche ja auch so gut ich kann zu antworten,auch gegen Beurteilungen hab ich nichts,wenn der/diejenige genügend Einblick hat und alles begründen kann.Ich habe ja schon öfters angemerkt,dass ich weder die heimische noch die hiesige Landwirtschaft als überlegen darstellen will,ich finds einfach nur interessant und habe auch dieses Jahr wieder sehr viele neue Erfahrungen sammeln dürfen.
Moin Jaydee,
es gibt eben überall auf dieser Welt Leute, die sind so schlau, die können Katzensch.... im Dunkeln riechen :oj: ;)!
Freu mich jedes Mal auf Deine Bilder und Infos, bin in meinen jungen Jahren leider nur bis in die Norddeutsche Tiefebene gekommen 8)....
Weiter so, Gruß, Rudolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Jonny B.Goode am 23. Oktober 2015, 20:57:08

 Tach jay...ist mit abstand der ausführlichste und beste bericht den ich hier in der letzten zeit verfolgt habe.

 Erträge sind meiner meinung nach von zweitrangigem interesse,da bei euch ganz andere bedingungen vorherrschen.

 Ich beneide euch um die optimalen erntebedingungen.

                                       Jo
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 23. Oktober 2015, 21:28:02

 Tach jay...ist mit abstand der ausführlichste und beste bericht den ich hier in der letzten zeit verfolgt habe.

 Erträge sind meiner meinung nach von zweitrangigem interesse,da bei euch ganz andere bedingungen vorherrschen.

 Ich beneide euch um die optimalen erntebedingungen.

                                       Jo

Ja die waren wirklich gut,paar mal kurz Regen zwischendurch hat nicht geschadet,so konnte man Reparaturen und Wartung ohne Stress durchführen,und auf dem hiesigen Sandboden konnte man nach 10 mm meist nach einem Tag wieder drauf.War Grad 45km weiter südlich in Winkler,dem Garten  Eden von Südmanitoba wie man hier sagt,zum einkaufen,entlang des Highway kein einiges Mais Feld mehr gesehen,alles abgeerntet und bis auf eines auch alle Felder bearbeitet...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 26. Oktober 2015, 20:40:40
Hab ja noch was vergessen[emoji2]Population ist 31 000/a
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/26/8d1b23c588d85b3c735e83d4452731aa.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Oktober 2015, 00:50:10
Gestern und heute zwecks Haferanlieferung mit dem Sattelzug durchs Red River Valley südlich von Winnipeg gefahren...Ich bleibe dabei,meines Erachtens die beste Gegend in Westkanada
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/41e0241d1a60b44d967eae82a24fb094.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/5fe3a915cf398575ec9a9eddc647ec77.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/d451f6457c9a64f86f6c094eec3a4d9b.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/607a247a7d034b99e0aa65ab249e3ef3.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Oktober 2015, 00:51:48
Tellereben und schwarze Erde,soweit das Auge reicht,Raupenschlepper sind sehr verbreitet
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/807ca6036ccacd13226a648c9f927ed1.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/32fa5498966ece840da61aae7fd9b70d.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 29. Oktober 2015, 00:55:01
Auf dem Weg zur Mühle in der Nähe von Emerson,direkt an der US-Grenze kommt man durch ein Indianerreservat,was sich,wie andere vorher auch,als sehr unspektakulär darstellt...
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/b74aa481c8af0eb1c3f6c4f645eab696.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/4169161dc03d9832de059073557deb4c.jpg)(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/398fb2f97d6ddb518e2eceb030b2cd7d.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Karsten F am 29. Oktober 2015, 08:00:17
Das sieht bei Euch aber schon sehr winterlich aus! Man merkt das kontinentale Klima!

@Halbspänner
Mit der norddeutschen Tiefebene hast Du ja schon mal den Nabel der Welt begutachtet! ;-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 29. Oktober 2015, 08:53:31
Schöne Bilder! Das Laub ist bei euch schon komplett von den Bäumen, da seid ihr weiter als hier. Was wird mit den Maisflächen noch an Bodenbearbeitung gemacht? Sieht aus wie ein mal Scheibenegge oder Grubber.
Mit 70 MPH bist mit dem Truck aber flott unterwegs  ;D

Gruß
Wolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 29. Oktober 2015, 09:02:22
Moin,
habt ihr den Hafer zu Emerson Milling gebracht? Ist die River Road immer noch in so einem schlechten Zustand?

Gruß Helge
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. Oktober 2015, 05:21:35
Schöne Bilder! Das Laub ist bei euch schon komplett von den Bäumen, da seid ihr weiter als hier. Was wird mit den Maisflächen noch an Bodenbearbeitung gemacht? Sieht aus wie ein mal Scheibenegge oder Grubber.
Mit 70 MPH bist mit dem Truck aber flott unterwegs  ;D

Gruß
Wolf

Ja wir haben seit zwei Wochen nächtliche Temperaturen von bis zu minus sieben Grad,einmal hat dann noch schwer gestürmt,und vorbei War der Indianer Summer...
Die Mais Felder werden oft nur mit dem Grube bearbeitet,teilweise sind auch Scheibeneggen im Einsatz,manche fahren auch erst mit dem Summers Supercoulter oder einem Salford RTS oder ähnlichem drüber und dann mit dem Grubber.
100 ist legal mit dem LKW hier,auf manchen Highway wie dem 75 südlich von Winnipeg ist Tempo 110 erlaubt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. Oktober 2015, 05:25:04
Moin,
habt ihr den Hafer zu Emerson Milling gebracht? Ist die River Road immer noch in so einem schlechten Zustand?

Gruß Helge

Ja.Die River Road War bissen schmierig vom Regen,ansonsten kennt man das ja...Bist du schon wieder zu Haus?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 30. Oktober 2015, 06:49:00
Gestern und heute zwecks Haferanlieferung mit dem Sattelzug durchs Red River Valley südlich von Winnipeg gefahren...Ich bleibe dabei,meines Erachtens die beste Gegend in Westkanada
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/28/41e0241d1a60b44d967eae82a24fb094.jpg)

Irgendwas stimmt mit deinem Partikelfilter nicht  ;D

Schöner Thread, das will ich an dieser Stelle auch mal sagen!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. Oktober 2015, 11:45:22
Vielen Dank,freut mich sehr.
Was den DPF Müll angeht,da hatten wir mit beiden Sattelschleppern öfter Probleme,,Chef meinte,Ignorieren hilft...[emoji2]


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 30. Oktober 2015, 13:29:07
Ja ich bin wieder in Deutschland, die Vorlesungen in der Uni sind wieder gestartet. Den Sturm habe ich aber noch mitbekommen  ;)
Bei Interesse kann ich auch noch einige Bilder hochladen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 30. Oktober 2015, 14:14:24

Bei Interesse kann ich auch noch einige Bilder hochladen.

Aber bitte gern doch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Falk am 30. Oktober 2015, 17:44:24
Ich möchte mich hier auch einmal bedanken! Sehr interessant, ich hätte gern mal eine Saison in Kanada mit gemacht. .... lies sich aber nicht einrichten.  Deswegen finde ich deine berichte super! Herzlichen Dank

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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. Oktober 2015, 19:41:08
Heute letzter Arbeitstag,noch schnell die alte 24-reihige Drille an den Highway gestellt zum Verkauf
(http://images.tapatalk-cdn.com/15/10/30/1f7ac1b79e635c9db9865fdffca9c22b.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 30. Oktober 2015, 19:42:08
Heute letzter Arbeitstag,noch schnell die alte 24-reihige Drille an den Highway gestellt zum Verkauf


Und jetzt??? Hoch die Tassen???  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Karsten F am 30. Oktober 2015, 20:00:07
Hoffentlich in den vergangenen Monaten genug Speck angefressen und jetzt beginnt der Winterschlaf! ;-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 30. Oktober 2015, 22:20:00
Heute letzter Arbeitstag,noch schnell die alte 24-reihige Drille an den Highway gestellt zum Verkauf


Und jetzt??? Hoch die Tassen???  ;D

Montag flieg ich nach hause.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gerhard am 31. Oktober 2015, 06:42:08
was kostet so eine drille noch
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 31. Oktober 2015, 13:12:31
was kostet so eine drille noch

100 000 can $
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 31. Oktober 2015, 13:56:09
Und das funktioniert gut? Also mit dem "Straßenverkauf" ? Ausser bei Eiern und Kartoffeln ist das ja hier eher unüblich...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 31. Oktober 2015, 16:13:32
Und das funktioniert gut? Also mit dem "Straßenverkauf" ? Ausser bei Eiern und Kartoffeln ist das ja hier eher unüblich...

Denke schon,sieht man sehr oft in Nordamerika.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 31. Oktober 2015, 17:20:49
Und das funktioniert gut? Also mit dem "Straßenverkauf" ? Ausser bei Eiern und Kartoffeln ist das ja hier eher unüblich...
Moin,
mach dat mal hier in unserer Volksrepublik von Muttis Gnaden, da hast sofort einen sog. Abmahn-Rechtsverdreher am Hals und kannst Dich mit ordentlich Kohle frei kaufen.
Hab mal sowas gehört von einem potentiellen Autoverkäufer, hat einen Zettel mit Preis etc. in seine Karre gehängt und mächtig Ärger gekriegt. Hab keine Lust das weiter zu recherchieren, evtl. weiß hier von den Usern jemand mehr....
Gruß, Rudolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 31. Oktober 2015, 18:23:50
Moin,

am meisten Angst hätte ich davor, dass am nächsten Tag zwei Maschinen dort stehen. :o
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Swissfarmer am 31. Oktober 2015, 18:57:36
wer klaut schon ne JD- Drille......... ;) ;)

hier bei uns ist das gang und gäbe maschienen an der Strasse zuverkaufen, hab dieses Jahr 2 autos und ein wender so verkauft..........
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: John Deere 7830 am 31. Oktober 2015, 21:33:47
Mit Autos hier völlig normal, müssen nur angemeldet sein.

Maschinen eher weniger. Zumindest keine neuen. So einen alten 3-Schar Beetpflug hab ich auch schon öfter wo rumstehen gesehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 01. November 2015, 14:47:22
Wenn hier jemand gebrauchte Maschinen zum Verkauf aufs Feld stellen würde, wäre das größte Problem das die nicht gesehen werden.  8)
Fast jeder Schlag wird durch einen Knick/eine Hecke zur Straße abgegrenzt. :azn:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 01. November 2015, 18:13:33
Moin,
sowat in der Art meinte ich:http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-verkaufsschild-an-der-scheibe-kann-bis-zu-10-000-euro-strafe-kosten-autos-von-der-strasse,10810590,10005698.html
Gruß, Rudolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ANDERSgesehn am 01. November 2015, 18:19:33

@gerhard
pflegst du den gedanken, j.d.88 soll es
gleich im handgepäck mitnehmen?

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Rabe am 01. November 2015, 18:20:15
Moin,
sowat in der Art meinte ich:http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-verkaufsschild-an-der-scheibe-kann-bis-zu-10-000-euro-strafe-kosten-autos-von-der-strasse,10810590,10005698.html
Gruß, Rudolf

Es macht ja auch nen kleinen Unterschied ob ich öffentliche Parkplätze oder meinen Acker benutze.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 01. November 2015, 18:41:30
Moin,
sowat in der Art meinte ich:http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-verkaufsschild-an-der-scheibe-kann-bis-zu-10-000-euro-strafe-kosten-autos-von-der-strasse,10810590,10005698.html
Gruß, Rudolf

Es macht ja auch nen kleinen Unterschied ob ich öffentliche Parkplätze oder meinen Acker benutze.

Ist der Acker vom Nachbarn :-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Panta rhei am 01. November 2015, 19:19:51
Hallo jaydee,
vielen Dank für die tollen Berichte.
Kurze Frage am Rande: in deinen letzten Beiträgen erwähnst Du des Öfteren, wie die kollegen die Maisäcker bearbeiten. Ich ging immer von einem sehr hohen Anteil an notill Flächen in ganz Nordamerika aus. Ist das nicht der Fall?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 01. November 2015, 19:24:01
Ich denke mal notill ist eher im getreidebereich,  Weizen ist dort eher die extensiv Kultur.

Beim mais eher andersrum?!

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 01. November 2015, 19:46:08
Wie sieht denn die typische Fruchtfolge aus? Was wird nach dem Mais angebaut? Soja?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 01. November 2015, 20:46:59
Hallo jaydee,
vielen Dank für die tollen Berichte.
Kurze Frage am Rande: in deinen letzten Beiträgen erwähnst Du des Öfteren, wie die kollegen die Maisäcker bearbeiten. Ich ging immer von einem sehr hohen Anteil an notill Flächen in ganz Nordamerika aus. Ist das nicht der Fall?

Ich glaube man stellt sich den Anteil hier größer vor als er wirklich ist. Es wird ja auch mehr von den "Vorzeigebetrieben" als vom kleineren Familienbetrieb berichtet.
Die Gegend um Winnipeg wird recht intensiv bewirtschaftet, zum einen weil es dort ausreichend bis mehr als genügend Niederschlag gibt, zum anderen weil es durch die Frühe Besiedlung dort ausreichend Infrastruktur, Verarbeitung gibt. So etwa 150km westlich, hinter Portage La Prairie nimmt das dann rapiede ab.
Nach Saskatchewan rein wird es dann trockener und weniger intensiv. Es wird dort aber auch nicht nur mit Striegel und Scheibendrille gearbeitet. Gibt noch kleine, auslaufende oder im Nebenerwerb geführte Farmen die bei ihrer abbezahlten Technik einen Gang mit der Scheibenege zwischenschieben, beim anderen sind die Quecken mehr geworden, oder aus ideologischen Gründen will man weniger Glyphos nutzen. Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Swissfarmer am 01. November 2015, 23:07:33
ich war winter 2014 im Corn Belt unterwegs und war sehr erstaunt das selten unbearbeitete Felder anzutreffen waren, also das da alles no-till abläuft ist von dem was ich gesehen habe falsch....aber wahrscheinlich hab ich ja auch net alles gesehen 8) 8)
christian
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 12:30:48
Hallo jaydee,
vielen Dank für die tollen Berichte.
Kurze Frage am Rande: in deinen letzten Beiträgen erwähnst Du des Öfteren, wie die kollegen die Maisäcker bearbeiten. Ich ging immer von einem sehr hohen Anteil an notill Flächen in ganz Nordamerika aus. Ist das nicht der Fall?

Ist ganz unterschiedlich,man kann ganz Nordamerika schlecht über einen Kamm scheren,genau wie in Europa gibt's dort ganz unterschiedliche lokale Bedingungen.Meist wird genau dort No Till praktiziert,wo man Probleme mit Erosion und Trockenheit hat oder hatte,bzw. wo die bessere Erwärmung des Bodens und weniger Ernterückstände an der Oberfläche trotz Bearbeitung keinen wirtschaftlichen Vorteil mehr bringt.Hier im Red River Valley hat man genügend Niederschlag,man bevorzugt die schnellere Erwärmung des Bodens (besonders bei Mais,Bohnen und Rüben) und vernachlässigt die Erosion,besonders auf den Sandstandorten,wie hier wo ich gearbeitet hab.Hat auch scheinbar etwas traditionelle Gründe,ältere Farmer mögen Scheibenegge und Grubber,jüngere Vertikal Tillage Tools,einige machen No Till,konnte selber Visuell keinen Unterschied feststellen,ausser dass die No  Till Flächen besser vor Erosion geschützt sind und ebenso produktiv erschienen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 02. November 2015, 12:30:54
Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..

Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen. Ich kenne das von einem No-Till Pionier bei mir in der Nähe. Nach deinen beschriebenen 12 Jahren No-Till sollte sich eigentlich das Bodenleben soweit eingestellt haben, dass es funktionieren sollte. Was ist denn deiner Meinung nach der Grund für die zu hohe Anreicherung an organischem Material?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 12:34:26
Ich denke mal notill ist eher im getreidebereich,  Weizen ist dort eher die extensiv Kultur.

Beim mais eher andersrum?!

Mfg tim

In USA wird meines Wissens auf ca 35% der Ackerflächen No Till betrieben,in Kanada auf ca 50,was ich sehr beachtlich finde,vor allem dass neuerdings auch im Osten die Anteile wachsen (Quebec),wo ja recht viel Niederschlag runterkommt...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 12:39:08
Wie sieht denn die typische Fruchtfolge aus? Was wird nach dem Mais angebaut? Soja?

Da man hier soviel Feldfrüchte profitabel anbauen kann,gibt es keine typische Fruchtfolge,man ist da sehr flexibel und nutzt diese Möglichkeiten auch aus.Nach Mais kommen meist Soja oder Pintobohnen,aber auch Raps oder Kartoffeln hab ich des öfteren gesehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 02. November 2015, 12:42:20

Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen.


Ist das ein Problem? Phytosanitär eventuell...

Ich denke, das sind die Böden, die dann irgendwann zu Schwarzerdeböden werden. ;)
Schnelle Umsetzung organischen Materials führt eher zu armen Böden.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 12:55:21
Er berichtet hier von EINEM Farmer!Meist ist es nur der der Körnermais,der Probleme bereitet,ansonsten mit geeignetem Stroh und Stoppelmanagement und entsprechender Drilltechnik bzw Anwendung von Strohstrigeln absolut beherrschbar.


Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..

Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen. Ich kenne das von einem No-Till Pionier bei mir in der Nähe. Nach deinen beschriebenen 12 Jahren No-Till sollte sich eigentlich das Bodenleben soweit eingestellt haben, dass es funktionieren sollte. Was ist denn deiner Meinung nach der Grund für die zu hohe Anreicherung an organischem Material?

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 02. November 2015, 13:36:30
Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..

Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen. Ich kenne das von einem No-Till Pionier bei mir in der Nähe. Nach deinen beschriebenen 12 Jahren No-Till sollte sich eigentlich das Bodenleben soweit eingestellt haben, dass es funktionieren sollte. Was ist denn deiner Meinung nach der Grund für die zu hohe Anreicherung an organischem Material?

Auf natürlichen Wege brennen solche Flächen so alle Parr jahre mal flächig durch Gewitter (trokene Blitze) ab.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 13:58:14
@Georg:Wo soll das sein?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 02. November 2015, 17:30:44
@Georg:Wo soll das sein?

So wars auch (und nicht nur) im Red River Valley vor ca 200 bis 300 Jahren bevor es von Europäischen Einwanderern kultiviert wurde.

Auf Prärieflächen z.b. in Wayoming gibt's das heute noch. Auc h in Norden von Alberta brennen bei sehr trockenen Sommern und trockenen Blitzeinschlägen relativ gerne die Flächen alle paar Jahre mit nem "hot burn" ab.

Es gibt zwie verschiedene Feuer

Hot burn heißt es brennt alles bis auf den Boden runter. Das geht aber nur bie ganz wenig Wind

Cold burn heißt es brennenn nur die Halme und das Feuer geht nicht bis auf den Boden. Dies ist bei 100 km/h Wind meistens der Fall.

Musst mal im Hochsommer  in der NAcht von Winnipeg nach Anchorage in Alsaka fliegen dann siehst Du die Feuerflächen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: reto am 02. November 2015, 19:22:23
Zitat von: derKarsten am Gestern um 20:46:59

    Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..


Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen. Ich kenne das von einem No-Till Pionier bei mir in der Nähe. Nach deinen beschriebenen 12 Jahren No-Till sollte sich eigentlich das Bodenleben soweit eingestellt haben, dass es funktionieren sollte. Was ist denn deiner Meinung nach der Grund für die zu hohe Anreicherung an organischem Material?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: reto am 02. November 2015, 19:29:53
Sorry das Mail war zu schnell weg:
Ich wollte eine Antwort an Puszta schicken:
Also, ich nehme an, Du meinst Johann Peck, der seit einigen Jahren nur noch Körnermais anbaut.
Ich war selbst bei ihm und hatte nicht den Eindruck, dass seine Böden zuwenig Stroh mehr abbauen können.
Seine Humuswerte sind auch gestiegen,  und durch seine Untersaat mit Roggen mit seinem gewaltigen Stelzentraktor hat er zwischen KM und KM auch eine Begrünung. Er hat uns vergleichweise Nachbarparzellen gezeigt, wo die Infiltration massiv schlechter gewesen ist. Dies war für mich auch ziemlich logisch.
Schönen Abend
Reto
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 02. November 2015, 19:53:26
Zitat von: derKarsten am Gestern um 20:46:59

    Oder, wo ich war, war ein Getreidefarmer froh das benachbarter Mutterkuhhalter Stroh runterpresse weil nach 12 Haren Direktsaat das Stroh kaum verrottete..


Das finde ich interessant. Es gibt also offensichtlich einen Punkt, wo die Menge an organischem Material zu groß ist um sie innerhalb der Vegetationsperiode umzusetzen. Ich kenne das von einem No-Till Pionier bei mir in der Nähe. Nach deinen beschriebenen 12 Jahren No-Till sollte sich eigentlich das Bodenleben soweit eingestellt haben, dass es funktionieren sollte. Was ist denn deiner Meinung nach der Grund für die zu hohe Anreicherung an organischem Material?

Habe das evtl. falsch rüber gebracht, der wird sicher noch kein Problem mit dem Stroh gehabt haben, aber war ihm eben ganz recht das jemand aus der Nachbarschaft ihm was abgefahren hat. Kann aber auch sein das er teils Mist aus den Winterpfärchen zurückbekommen hat.
Kann man aber nicht mit europ. Bedingungen vergleichen, die Schwanzerde ist wie Blumenerde, aber dabei sehr fest bis kittig. Dort wo die Erdmännchen wüten sieht man wie hellgrauer Ton hochgeholt wird.
Umsetzung ist allerdings bei -40 Grad im Winter auch langsamer, denke da wird man keine Regenwürmer mehr Halme runterziehen sehen.
Vor ein paar Jahren hat man im Westen oft nicht mehr Pflanzenschutz als Unkrautbekämpfung im Getreide gemacht, kann mir vorstellen das es in nassen Jahren auch mal Probleme mit Fusarien bekommt, hat im Sommer ja auch mal 35 Grad, zumindest ehr, als das die Technik da streikt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 20:15:14
In Südmanitoba hat man erhebliche Probleme mit Fusarium


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 02. November 2015, 20:17:33
Und ab geht's in die Heimat...[emoji4](http://images.tapatalk-cdn.com/15/11/02/0e84ab4dd8dd4695c40bca786a82d30c.jpg)


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 02. November 2015, 20:41:41
...Kann man aber nicht mit europ. Bedingungen vergleichen, die Schwanzerde ist wie Blumenerde, aber dabei sehr fest bis kittig....

Kurze Zwischenfrage.
Was ist Schwanzerde?  ;D ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ceres am 02. November 2015, 21:12:44
Und ab geht's in die Heimat...[emoji4](http://images.tapatalk-cdn.com/15/11/02/0e84ab4dd8dd4695c40bca786a82d30c.jpg)


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Hallo,

schön für dich.

schade für uns,dann gibts vorab mal keine guten Bilder mehr von dir (oder haste noch paar auf dem Stick/Speicher??)
aber auch ich möchte mich bedanken ein GROßES LOB an dich und dein Angagemente.

Ceres
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Stanky am 02. November 2015, 21:57:13
Moin,
...Kann man aber nicht mit europ. Bedingungen vergleichen, die Schwanzerde ist wie Blumenerde, aber dabei sehr fest bis kittig....

Kurze Zwischenfrage.
Was ist Schwanzerde?  ;D ;)
na, die Erde ist eben sehr fruchtbar, das sagt der Name ja schon........................... ;D :hmpf:
Gruß
Stanky
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 03. November 2015, 01:47:44
Moin,
...Kann man aber nicht mit europ. Bedingungen vergleichen, die Schwanzerde ist wie Blumenerde, aber dabei sehr fest bis kittig....

Kurze Zwischenfrage.
Was ist Schwanzerde?  ;D ;)
na, die Erde ist eben sehr fruchtbar, das sagt der Name ja schon........................... ;D :hmpf:
Gruß
Stanky

Weltklasse :-D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: reto am 03. November 2015, 21:08:04
derKarsten: habe auch mehr Puszta gemeint als die kanadischen Verhältnisse, die wirklich anders sind.
Liebe Grüsse aus Hünenberg
Reto
Titel: Bericht Teil 1
Beitrag von: Sumsagro am 05. November 2015, 10:17:02
Dann werde ich auch mal von meinem knapp 3 monatigem Aufenthalt berichten. Jaydee hat ja schon sehr vieles beschrieben, weshalb ich hauptsächlich nur von dem Betrieb erzählen werde, wo ich gearbeit habe.
Dieser bewirtschaftet momentan ca. 1500ha ganz im Süden Manitobas, direkt an der Grenze zur USA. In den letzten Jahren wurde hier nahezu alles Gängige angebaut: Canola, Wintergetreide, Hafer, Körnermais, Sonnenblumen, Sommerweizen und Sojabohnen. In diesem Jahr wurde der Anbau jedoch auf die letzten 2 Arten beschränkt, nächstes Jahr soll dann ausschließlich Soja angebaut werden.
Die komplette Ernte kann auf dem Betrieb eingelagert werden, der Transport erfolgt typisch amerikanisch nur mit LKWs, von denen 2 zum Betrieb gehören.
Nach meiner Ankunft Anfang August präsentierten sich die Bestände recht gut, wobei der Weizen anfing ins Lager überzugehen.

Ein erster Eindruck ist im Anhang enthalten (Bilder sind verkleinert).
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: angusy am 05. November 2015, 10:25:11
Begrannter Sommerweizen ?

Ist das üblich? Warum?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 05. November 2015, 11:03:08
Ja das ist begrannter Sommerweizen, der wird dort hauptsächlich angebaut. Mir wurde erklärt, dass dieser gesünder sei. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er mit den teils hohen Sommertemperaturen besser klar kommt. Auf dem Bild müsste  es die Sorte "Cardale" sein. Die ist http://www.inspection.gc.ca/english/plaveg/pbrpov/cropreport/whe/app00008412e.shtml (http://www.inspection.gc.ca/english/plaveg/pbrpov/cropreport/whe/app00008412e.shtml) hier etwas beschrieben. Wer es genauer haben möchte, kann hier http://pubs.aic.ca/doi/pdf/10.4141/cjps2012-236 (http://pubs.aic.ca/doi/pdf/10.4141/cjps2012-236) nachschauen  ;)
Wir hatten auch etwas unbegrannten Weizen, der war jedoch stark von Fusarium befallen. Das möchte ich allerdings nicht nur auf die Sorte schieben, das lag auch am Management.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 05. November 2015, 11:53:17
...das lag auch am Management.

Nanana!Da ich ja ebenfalls mal auf diesem Betrieb gearbeitet habe,kann ich mir schwer vorstellen,dass es da grosse Fehler gab.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Falk am 05. November 2015, 12:34:06
https://www.youtube.com/watch?v=2gbVP2YSI0E

sry nicht ernstnehmen bitte, das kam mir gerade so in den sinn!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 05. November 2015, 18:51:06
Hallo Jaydee,
hatte ich schon erwartet das du Einspruch erhebst  :)
Ich schreib einfach mal ein paar Fakten zu dem Feld (Triangle Field):
-Vorvorfrucht war Körnermais (Maisstroh noch auf der Oberfläche vorhanden!)
-Mindestens teilweise ungebeiztes Saatgut (ich weiß nicht ob Sorte 2 gebeizt wurde)
-2 Getreidesorten (nicht unbedingt ein Nachteil)
-190kg N/ha, kein Wachstumsregler (deshalb Lager)


Ich wollte damit keinesfalls sagen, dass der Betrieb schlecht geleitet wird (im Gegenteil), nur auf dem Feld ist wirklich einiges schief gelaufen. Dazu gehört aber auch ein großer Hagelschaden.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 05. November 2015, 22:41:13

-Vorvorfrucht war Körnermais (Maisstroh noch auf der Oberfläche vorhanden!)
   
  -Auch wenn es sich um Maisstroh und dem davon ausgehenden Krankheitsdruck handelt,in Westkanada ist es der Mehrzahl wichtiger,Ernterückstände an der Bodenoberfläche zu lassen

-190kg N/ha, kein Wachstumsregler (deshalb Lager)
 
   -Wachstumsregler wird deshalb kaum eingesetzt,da man dann das Getreide kaum in den USA vermarkten kann,und somit ein Riesenvorteil,gerade im Red River Valley,wegfällt,nämlich der gute(weil nahe) Zugang zum US Markt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Owler am 05. November 2015, 22:52:19
-Wachstumsregler wird deshalb kaum eingesetzt,da man dann das Getreide kaum in den USA vermarkten kann

Kannst du das näher erklären?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 05. November 2015, 23:23:16
Mir wurde erzählt, dass Getreide, welches mit "Manipulator (?)" behandelt wurde, zumindest in Kanada nicht angekauft wird. Jaydee möge mich korrigieren falls ich falsch liege, aber mir scheint es, als ob dort Wachstumsregler einen Ruf haben wie bei uns gentechnisch verändertes Saatgut.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 06. November 2015, 02:35:50
Mir wurde erzählt, dass Getreide, welches mit "Manipulator (?)" behandelt wurde, zumindest in Kanada nicht angekauft wird. Jaydee möge mich korrigieren falls ich falsch liege, aber mir scheint es, als ob dort Wachstumsregler einen Ruf haben wie bei uns gentechnisch verändertes Saatgut.

Richtig,Stichwort künstliche Handelsbarrieren seitens der durchgeknallten Amis.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Owler am 06. November 2015, 13:27:43
Dann werden Wachstumsregler in den USA/Kanada auch nicht benutzt/sind verboten? Gibt es da auch so eine Angst in der Bevölkerung wie in Deutschland mit Gentechnik? Oder ist das nur ein Vorwand der für die Handelsbarriere "erfunden" wurde?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. November 2015, 16:28:25
stichwort handelsbarriere , ich spreche aber nicht unbedingt die "durchgeknallten amis an"
es sind im weiteren sinne alle grossen pro free trade parntner auf dieser welle.
-BST bei beef
-gen tech
-roppen produkte   wegen tierquaelerei
-die liste von nichtbewilligten fungiziden und insektiziden muessen wir hier nicht auffuehren
- honig von canada weil die bienen die gentechnischen pflanzen haben[erfunden bei der EU]
also scheint wenns um den eigenen vorteil geht, nutzen alle solche dinge schamlos aus.
Titel: Bericht Teil 2
Beitrag von: Sumsagro am 06. November 2015, 19:28:42
So nun weiter mit dem Bericht:
Nicht lange nach meiner Ankunft gab es nachts ein ordentliches Gewitter mit Tischtennisball-großen Hagelkörnern. Leider war der Betrieb unmittelbar davon betroffen. Bei den Sojabohnen hatten wir auf 2 Feldern 20% Verlust, alle anderen Sojafelder erlitten stärkere Schäden von 50-90%.
Zu dem hat sich dadurch teilweise die Spätverunkrautung verstärkt. Wenigstens ist der Betrieb ausreichend gut versichert, so dass es finanziell ein durchschnittliches Jahr wurde.


Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Hobbyfarmer am 07. November 2015, 02:45:57
Hallo, ich lese seit einiger zeit hier mit und grosses Lob an Jaydee ueber seine gute Berichte.
Farme selber in Manitoba im Red River Valley und hab dieses Jahr auch Manipulator eingesetzt das ja nix anderes ist als cycocel .
Bis jetzt konnte ich es nur begrenzt einsetzen wegen der vermarktung. Das problem ist, in den US hat "unser"Getreide ein MRL (maximum residue limit) von 0,0 bei ccc .Das heist der Farmer muss beim Abliefern unterschreiben ob er gespritzt hat oder nicht ! Einige Getreidefirmen haben noch andere Maerkte als die US und da muessen die es anders lagern. Wie gesagt in Kanada erlaubt nur eben nicht in US !

Noch was anderes, man kann es hier nicht mit Deutschland vergleichen, habe von einigen gelesen die den Ackerbau hier belehren moechten und will nur sagen jeder soll hier erst mal alles miterleben um zu belehren !! Unsere Nachbarn z.b. haben den Mais am 23 Oktober gedroschen ,nachts dann gleich noch mit der Horsch Joker bearbeitet und seither geht hier nix mehr. Und das war es vielleicht auch fuer 2015 !!

Ich will hier nicht Prahlen aber es ist nicht immer einfach hier mit dem Wetter und unserem Boden , der Michael Horsch hat letztes jahr zu mir gesagt, die Maschinen die bei euch laufen gehen ueberall (der grossteil im Valley ist extrem schwerer )

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 07. November 2015, 13:04:13
Als ich 1996 dort angefangen habe war CCC den meisten unbekannt. Ich habe es dann doch gefunden aber haette ca 25 dollar pro liter gekostet und somit Fall erledigt..
Wir haben es aber eigentlich nicht gebraucht da die Sorten eine ausreichende Standfestigkeit haben und der Weizen bei viel N nicht mehr reif wird.....ausser vielleicht im Red River Valley was 800m tiefer liegt.......habs aber auch schon oft genug gesehn dass dort im RR valley wegen Ueberschwemmung erst im Juni gesaet wurde.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 07. November 2015, 13:52:31
Als ich 1996 dort angefangen habe war CCC den meisten unbekannt. Ich habe es dann doch gefunden aber haette ca 25 dollar pro liter gekostet und somit Fall erledigt..
Wir haben es aber eigentlich nicht gebraucht da die Sorten eine ausreichende Standfestigkeit haben und der Weizen bei viel N nicht mehr reif wird.....ausser vielleicht im Red River Valley was 800m tiefer liegt.......habs aber auch schon oft genug gesehn dass dort im RR valley wegen Ueberschwemmung erst im Juni gesaet wurde.

Man solte vlt erwähnen,dass das Valley bei zb Morris ne andere Geschichte ist als das Valley bei Winkler oder Carman...
Titel: Bericht Teil 3
Beitrag von: Sumsagro am 08. November 2015, 07:59:04
Heute mal ein kurzer Bericht zum Pflanzenschutz auf dem Betrieb.
Dieser ist etwas intensiver als auf den meisten Betrieben in der Nähe. Die Sojabohnen sind sehr pflegeleicht und haben meines Wissens nur eine zweimalige Behandlung mit Glyphosat sowie P-Flüssigdünger bekommen.
Der Weizen hat eine Herbizid- ("Varro" = Thiencarbazone und dazu MCPA) und 2 Fungizidbehandlungen ("Quilt" = Azoxystrobin und Propiconazol, Folicur = Tebuconazol) gekriegt. Das geschah natürlich alles vor meiner Ankunft.
Nun aber zur Durchführung:
Gespritzt wird seit diesem Jahr mit einem John Deere 8345RT mit fest angebauten Spritzmitteltanks von der Firma FAST und einem 36m Spritzgestänge im Dreipunkt. Insgesamt passen 3000l in die beiden Tanks. Gefahren wird dabei mit bis zu 20 kmh. Als Zubringer wird ein extra LKW eingesetzt mit 2 aufgebauten Wassertanks und einer eigenen Einspülschleuse.
Zusätzlich hat der Betrieb noch eine 2400 Gallon (9000l) Anhängespritze, mit der zuvor alles gespritzt wurde.
Die Flächen sind hier oft sehr feucht, weshalb dieser starke Fokus auf Bodenschonung notwendig ist. Mittlerweile wundert es mich, dass es in Deutschland noch keine Spritzen mit Raupenfahrwerk gibt.
Titel: Re: Bericht Teil 3
Beitrag von: Georg am 08. November 2015, 10:38:42
Die Flächen sind hier oft sehr feucht, weshalb dieser starke Fokus auf Bodenschonung notwendig ist. Mittlerweile wundert es mich, dass es in Deutschland noch keine Spritzen mit Raupenfahrwerk gibt.

Das hat nen ganz einfachen Grund:
1. In Europa laufen Spritzen ungefähr die halbe Zeit auf Straßen. Fahr mal mit so nem Laufwerk 50 km/h ne längere Zeit. Da löst sich das Band von selbst auf
2. Diese Laufwerke habe in der Regel keine Bremse. Ungebremst ist in Europa auf öffentlichen Straßen bei 2,8to Gesamtgewicht Schluß!

3. Nich alle fahren in Europa mit 36 meter. Das Laufwerk der JD Spritze ist fast 2,5 Meter lang. wenn man damit 5 mal über die Felder fährt, und jedesmal das LAufwerk die Spur am Vorgewende beim Drehen 5 sm ausräumt sind die Spuren 25 cm tief.

Vorteil des Laufwerkes ist natürlich das der Auwand der Gestängeführung nur halb so hoch sein muss und so die Gestänge wesentlich billiger sind.

Eine Gestänge Steuerung von Horsch kostet so viel wie zwei Laufwerke. Letztendlich kosten dann beide Sprituzen gleich viel.

Du siehst, es ist gar nich so einfach...

Zu den JD mit den Satteltanks. Hast Du mal die Außenbreite des Schleppers gemessen? Wie willst Du damit auf den Straßen in Europa fahren? Die sind in der Regel alle über 4 Meter breit.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 11. November 2015, 14:59:05
heute morgen vom haus aus  schnee gaense
Titel: Re: Bericht Teil 3
Beitrag von: jaydee88 am 11. November 2015, 16:25:48
Heute mal ein kurzer Bericht zum Pflanzenschutz auf dem Betrieb.
Dieser ist etwas intensiver als auf den meisten Betrieben in der Nähe. Die Sojabohnen sind sehr pflegeleicht und haben meines Wissens nur eine zweimalige Behandlung mit Glyphosat sowie P-Flüssigdünger bekommen.
Der Weizen hat eine Herbizid- ("Varro" = Thiencarbazone und dazu MCPA) und 2 Fungizidbehandlungen ("Quilt" = Azoxystrobin und Propiconazol, Folicur = Tebuconazol) gekriegt. Das geschah natürlich alles vor meiner Ankunft.
Nun aber zur Durchführung:
Gespritzt wird seit diesem Jahr mit einem John Deere 8345RT mit fest angebauten Spritzmitteltanks von der Firma FAST und einem 36m Spritzgestänge im Dreipunkt. Insgesamt passen 3000l in die beiden Tanks. Gefahren wird dabei mit bis zu 20 kmh. Als Zubringer wird ein extra LKW eingesetzt mit 2 aufgebauten Wassertanks und einer eigenen Einspülschleuse.
Zusätzlich hat der Betrieb noch eine 2400 Gallon (9000l) Anhängespritze, mit der zuvor alles gespritzt wurde.
Die Flächen sind hier oft sehr feucht, weshalb dieser starke Fokus auf Bodenschonung notwendig ist. Mittlerweile wundert es mich, dass es in Deutschland noch keine Spritzen mit Raupenfahrwerk gibt.

Hoffe,da kommt noch was :)
Titel: Bericht Teil 4
Beitrag von: Sumsagro am 11. November 2015, 18:19:27
Hoffe,da kommt noch was :)

Aber gerne doch. Erstmal zu Georgs Beitrag.
Das mit den Bremsen ist wirklich ein Argument, ohne die dürfte man hier natürlich nicht auf die Straße mit einem Raupenlaufwerk. Gibt es denn eigentlich auch gebremste Raupenlaufwerke für Anhängespritzen und Ähnliches? Eventuell wäre ja ein Wechsellaufwerk für Düngerstreuer und Spritze denkenswert. Naja ich schweife wohl zu sehr ab.
Nun also zum nächsten Bericht:
Während wir noch den Sommerweizen geerntet haben, hat neben uns die Hutterer-Kolonie bereits Wintergetreide gesät. Leider konnte ich deshalb keine Bilder davon machen, ich saß selbst auf einem Drescher.
Das Getreide wurde direkt in die Rapsstoppeln gedrillt, welche vorher nicht bearbeitet werden. So wird im Winter der Schnee festgehalten und schützt den Bestand vor den starken Frösten von bis zu -40°C. Die Kolonie setzt dafür 2 John Deere 9520RT mit 20 Meter breiten Airseedern ein. Während der Aussaat wird gleichzeit Dünger ausgebracht. Der Auflaufraps wurde bei diesen Feldern nicht bekämpft, er wird im Winter sicher abfrieren.
Leider hat es nach der Aussaat starke Regenfälle mit über 100mm Niederschlag gegeben, so dass auf manchen Flächen die Saat nicht aufgelaufen ist. Im Anhang ist ein ähnlicher Airseeder zu sehen, jedoch ist dieser etwas kleiner und hat zusätzlich einen NH3-Wagen zur N-Herbstdüngung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 11. November 2015, 20:12:16
Was für ein Fabrikat war die Drille der Hutterer?Die hatte doch sicher hinten einen Packer?
Das Ding auf dem Bild ist ein echter Airseeder (im Gegensatz zur Airdrill),was nix andres ist als ein Grubber mit nem Airkit,sowas wird heute kaum noch eingesetzt zum säen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 11. November 2015, 21:40:41
Kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, obwohl es das Nachbarfeld war.
Die Entfernung war zu groß.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 12. November 2015, 02:19:43
Kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, obwohl es das Nachbarfeld war.
Die Entfernung war zu groß.

Deeres grösste Drille hat nur 18 Meter ;) ;D
Titel: Re: Bericht Teil 4
Beitrag von: Henrik am 12. November 2015, 08:44:59
Tolle Berichte  :)  :daumen:


Im Anhang ist ein ähnlicher Airseeder zu sehen, jedoch ist dieser etwas kleiner und hat zusätzlich einen NH3-Wagen zur N-Herbstdüngung.

Ist die Fläche gepflügt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 14. November 2015, 09:21:11
Deeres grösste Drille hat nur 18 Meter ;) ;D

Die Arbeitsbreite habe ich von einem anderen Praktikanten, der schon zur Aussaat vor Ort war (die Hutterer haben einen Teil der Aussaat auf Lohn übernommen). Er muss wohl bei der Umrechnung von Feet in Meter gerundet haben (60ft = 18,28m; nimmt man als Faktor 3 = 20m), sorry dafür und danke für die Aufklärung. Welches Modell ist es denn eigentlich (interessiert mich selbst)?

Ist die Fläche gepflügt?

Nein. Ich glaube ich habe in der Zeit in Kanada keinen einzigen Pflug gesehen. Die Bodenbearbeitung erfolgt auf den meisten Betrieben mit "Deep Tiller(n)" oder Ähnlichem.
Ich kann dazu mal 2 Bilder anhängen  ;)
Wir hatten auf dem Betrieb für die Bodenbearbeitung eine Scheibenegge, die verbreiten sich dort langsam. Die starken Fröste sind aber natürlich auch eine gewissen "Bodenbearbeitung"  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 14. November 2015, 11:01:22
Von Deere gibt's zur Zeit die Einscheibenschardrille 1890 mit 60ft,und dann noch die Zinkendrille alter Bauart  (ohne individuelle Tiefenführung) vom Typ 1830 und 1835.Breitere Drillmaschinen bietet Deere zur Zeit nicht an.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 16. November 2015, 12:13:28
@Sumsagro

Danke. Sah halt aus wie gepflügt  ;) Gewundert hätte mich es auch, aber nichts ist ja auszuschliessen  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 16. November 2015, 12:50:20
Faszinierend bei welcher Bodenfeuchte da noch gearbeitet wird...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 16. November 2015, 15:41:51
Faszinierend bei welcher Bodenfeuchte da noch gearbeitet wird...

Das hat mich teilweise auch irritiert. Fakt ist, dieser Boden hält das Wasser sehr gut, tief gelegene Flächen trocknen kaum ab, wenn sie nicht über gut gepflegte Entwässerungsgräben (Ditches) verfügen.
Der Frost kann dort natürlich einige "Fehler" korrigieren. Dennoch hat es mich auch verwundert, dass teilweise durchgearbeitet wurde, obwohl noch Wasser in den Senken stand.
Titel: Bericht Teil 5
Beitrag von: Sumsagro am 16. November 2015, 16:03:21
Heute mal was zur Ernte auf dem Betrieb.
Gedroschen wird mit 2 John Deere 9760, die jährlich von verschiedenen Praktikanten gefahren werden. Diese sind mit Flexschneidwerken ausgestattet, woraus eine sehr gute Bodenanpassung resultiert. In der Regel wird fährend der Fahrt auf einen Überladewagen abgeladen, welcher knapp 28t zuladen kann.
Im Weizen sind wir sehr langsam gefahren, was an dem Lagergetreide lag. Stand der Bestand mal, ging es mit ca. 5 km/h vorwärts. In den Sojabohnen ist das zu langsam. Um die Verluste übers Schneidwerk gering zu halten, sind wir hier mit 4-4,5 Meilen je Stunde gefahren. Also ungefähr 6,5-7,25 km/h.
Im Gegensatz zu den meisten Betrieben haben wir den Weizen in der Regel direkt gedroschen, allerdings mussten wir dadurch dann Abends bereits um 20 Uhr stoppen, da das Stroh klamm wurde. Deshalb haben wir für die letzten ha den ehemaligen Schwadmäher des Betriebes zurückgemietet um Abends noch Schwaden dreschen zu können.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 16. November 2015, 16:04:00
Mehr Bilder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 16. November 2015, 16:05:26
Noch ein Paar.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: piotri am 16. November 2015, 17:07:26
Hallo Sums

Diese air reels, bringen die wirklich was?

Piotrek
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 16. November 2015, 18:01:56
Mehr Bilder

Die anhänger hintem LKW sind cool. Schön einfach  :) Das gefällt mir
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 16. November 2015, 19:03:48
Mehr Bilder

Die anhänger hintem LKW sind cool. Schön einfach  :) Das gefällt mir

Sieht nach Aufliegern mit Dollies aus.Glaub der blaue war schon zu meiner Zeit da :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 17. November 2015, 23:26:53
Hallo Sums

Diese air reels, bringen die wirklich was?

Piotrek

Kann ich nicht mit Gewissheit sagen, ich hab mir dazu noch keine unabhängigen Studien angeschaut. Auffallend war jedoch, dass eigentlich alle Soja anbauenden Betriebe Flexheader hatten, die oftmals dann auch mit Draper Belts und Airreel ausgestattet waren. Die Bohnen fallen teilweise schon bei der leichtesten Berührung aus, wenn sie reif sind.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass immer viel Material aufs Schneidwerk kommt (hohe Fahrgeschwindigkeit) und das die Haspel gut eingestellt ist. Ansonsten rollen viele Bohnen zurück oder fallen vorher aus, da sind die Verluste übers Schneidwerk schnell größer als über das eigentliche Dreschsystem.

Die LKW-Trailer sind wirklich nicht schlecht, wobei der blaue mittlerweile schon recht verschlissen ist. Ich hab da zum Beispiel eine Stützstrebe rausgeflext, weil die schon komplett durchgerostet war...
Ich war bei meinen wenigen Touren mit dem anderen Truck und dem roten Trailer unterwegs, ist schon eindrucksvoll mit knapp 60t Gesamtgewicht und 100 kmh. Die Trailer sind nicht kippbar. Dadurch können sie sehr leicht gebaut werden und die Nutzlast ist sehr groß, dagegen sehen deutsche LKW-Gespanne recht "alt" aus. Andererseits ist die Belastung für die Straßen auch nicht wegzureden.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. November 2015, 00:05:37
Ist das der Paterson Elevator zwischen Letellier und Morris?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 18. November 2015, 09:06:21
Und sind die Tonnen die Ihr da drüben habt auch 1000 kg oder was anderes?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 18. November 2015, 09:18:09
Und sind die Tonnen die Ihr da drüben habt auch 1000 kg oder was anderes?

Ja.Kanada hat offiziell eigentlich das uns bekannte metrische System,jedoch wird das meiste im Alltag leider immer noch nach nordamerikanischem Standard gehandhabt,d.h. Meilen,Zoll,Acres,Bushel,Gallonen etc. was echt nervt und nicht selten zu Missverständnissen und groben Fehlern führt.Absoluter Murks!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 18. November 2015, 10:42:27
Ist das der Paterson Elevator zwischen Letellier und Morris?

Hast du richtig erkannt. Da gingen die meisten Sojabohnen hin, weil der Preis besser war als bei Richardson. Zu letzterem ging dafür der ganze Weizen. Wir haben die Hofsilos komplett leer gefahren.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 18. November 2015, 15:30:04
an jaydee!

so kann nur ein europaer argumentieren!  MURKS ;D
Titel: Bericht Teil 7
Beitrag von: Sumsagro am 20. November 2015, 14:29:38
Moin,
nun der nächste Teil des Berichtes. Heute geht es um die Bodenbearbeitung.
Entgegen der meisten Betriebe wird hierfür anstelle von Deeptillern oder Ähnlichen vor allem auf die Scheibenegge gesetzt.
Zuerst erfolgt jedoch im Weizen grundsätzlich ein Arbeitsgang mit dem Striegel, um eine gute Strohverteilung zu erreichen. Ein netter Nebeneffekt ist dabei natürlich der verbesserte Aufgang des Ausfallgetreides.
Je nach Strohmenge und -rotte erfolgen 1-2 Arbeitsgänge mit der Scheibenegge. Das gilt für Sojabohnen und Sommerweizen gleicher Maßen. Der Betrieb hat dafür eine Horsch Joker mit 10m Arbeitsbreite. Gegen Ende der Saison hatten wir auf meine Anregung eine Väderstad Carrier als Vorführer, die hat leider enttäuscht.
Zuletzt werden die Flächen nochmal gestriegelt mit 50% Überlappung je Überfahrt, so dass die komplette Fläche 2x gestriegelt wird. So gehen die Flächen dann in den Winter.
Den Striegel gibt es übrigens noch eine Nummer größer zu kaufen  ;)

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 20. November 2015, 14:30:27
Weitere Bilder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 20. November 2015, 19:03:55
Was hast du dir denn von der Carrier auf diesem schweren Boden erhofft?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Markus am 20. November 2015, 20:00:37
Hallo Sumsagro,
danke auch Dir für die informativen Beiträge!
Ist schon interessant wie intensiv in den angeblichen "Direktsaatgebieten Nordamerikas" gearbeitet wird.
Und dass der Striegel am besten arbeitet wenn er nach Grubber oder Scheibenegge läuft haben wir auch schon festgestellt. ;D
Gruß
Markus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 21. November 2015, 08:32:54
Hallo Sumsagro,
danke auch Dir für die informativen Beiträge!
Ist schon interessant wie intensiv in den angeblichen "Direktsaatgebieten Nordamerikas" gearbeitet wird.
Und dass der Striegel am besten arbeitet wenn er nach Grubber oder Scheibenegge läuft haben wir auch schon festgestellt. ;D
Gruß
Markus

Das Red River Valley ist kein typisches Direktsaatgebiet,und der Betrieb von Sumsagro ist auch kein typischer kanadischer Betrieb.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 22. November 2015, 23:55:59
Kurze Zwischenfrage

Ich gehe mal davon aus das mit der saat über alle Kulturen Phosphordünger oder wenigstens stickstoff ausgebracht wird um die Kulturen in den kurzen vegetations und Arbeitszeiten effizienter ins wachsen zu kriegen.

Was geht direkt mit den verschiedenen saatgutarten (raps,Weizen,gerste,Hafer,Bohnen...) in einen Schlauch? Was wird nur über das saatband appliziert?  Was wird als "side Band" tiefer eingebracht?

Und wo wir grad dabei sind

@Jaydee/sumsagro  könnt ihr einschätzen wieviel Prozent dort mit Zinken und wieviel mit scheibenscharen gedrillt wird?

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: jaydee88 am 25. November 2015, 06:57:44
Hallo Tim,mit der Saat werden fast immer P-K-N Mischungen(Blends) in den Schlitz geblasen,N nicht mehr als 35lb/a auf Lehm,bei Sand eher 20.Rest N,S unter und/oder zwischen die Reihen,bis zu 125lb/a war das höchste,was ich in Kanada beim Säen zwischen die Reihen geblasen hab,in Manitoba jedoch als separate Überfahrten bzw mit dem Terragator,da die Drills nur ein Single-Shooter war.
In Kanada gefühlt zwei Drittel Zinken,ein Drittel Scheiben,im Westen auf den Direktsaat-Flächen herrschen eindeutig die Zinken vor.In USA gefühlt zwei Drittel Scheibenschare.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 05. April 2016, 19:39:32
Wie ist derzeit eigentlich die Witterung in Kanada? Ist die Sommeraussaat schon im Gange?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 05. April 2016, 21:16:18
Wie ist derzeit eigentlich die Witterung in Kanada? Ist die Sommeraussaat schon im Gange?


laut chat saukalt  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ceres am 05. April 2016, 21:21:03
Wie ist derzeit eigentlich die Witterung in Kanada? Ist die Sommeraussaat schon im Gange?

Hallo Henrik

wie es Bio schon geschrieben hat am Sonntag Abend waren Canadafarmer und noch der Canada (der der seine Kühe verkauft hat) und beide sagte es ist arschkalt und noch Schnee.

Ceres
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Michi am 05. April 2016, 23:23:42
noch zu kanada, agrarheute berichtete das die BAYWA nun CLAAS händler in alberta werden will.

ich glaub inzwischen dreht der olle raiffeisen wie eine 1000e zapfwelle im grab.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 18. September 2016, 23:14:22
Wie sieht es derzeit eigentlich in Kanada aus? Die Ernte war gut und dann müsste die Stimmung doch gut sein  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 19. September 2016, 04:53:54
Osten Ontario, Quebec und Maritime sehr trocken Ausichten von Durchschnittlich bis mager.
Praerien Provinzen Ertragsmaessig Ok.
Preise gedrueckt, aber der schwache Can Dollar haelt den Preis ein wenig.
Beef Preise fallend.
Milch: Preis etwa 10% gefallen , aber Menge der Quota erhoeht.
Chicken gut dank grosser Nachfrage. Schweine etwa gleich glaub nicht schlecht.
Im Osten fehlt etwas Heu oder Silage aber wird mit Silomais und zugekauftem Futter ersetzt.Dies wegen der  Trockenheit.
Optimistischer Outlook bei vielen, trotz dem Negativen.
Land wird zu Hoechstpreisen gehandelt und Verschuldung ist zum Hoechststand gestiegen.
Meine Ertraege schaetze ich durchschnittlich ein, hoffe auf etwas mehr bei Mais und Soya.
Landwirtschaftliches Einkommen wird kleiner sein als 2015. Aber Farmer denken immer Naechstes Jahr.....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 12. Oktober 2016, 19:47:41
also bei meinen Eltern bzw die Provinz Alberta und Saskatchewan hat letzte Woche einiges an Schnee abbekommen. Ist nichts ungewöhnliches aber normalerweise schneits eher schon mal gegen 21 September mit ein paar Nächten Frost. Das taut dann relativ schnell weg und man kann evtl wieder trocken dreschen. Jetzt wirds knapp.... Und da man versucht direkt zu dreschen als vorher zu schwaden liegt das jetzt auf und nicht im Schwad...Laut einem Marktnewsletter ist wohl viel gedroschen worden dennoch schaetzt man für 2 milliarden Weizen und Kichererbsen in Saskatchewan noch draussen und 1,75 mrd $ Weizen und Raps in Alberta.

(http://uploads.tapatalk-cdn.com/20161012/16c78619dc7d7646cbd218a2469db17b.jpg)(http://uploads.tapatalk-cdn.com/20161012/1c29e3e3a5dd758b2ac262cd9e2efd4e.jpg)(http://uploads.tapatalk-cdn.com/20161012/9d800db1fe8e687546d93867e8b39f24.jpg)



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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 12. Oktober 2016, 20:28:40
Ontario bei schoenem
Herbstwetter
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 12. Oktober 2016, 20:31:09
Fall tillage
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 12. Oktober 2016, 20:43:17
Und am anderen Ende Canadas in Cape Breton Nova Scotia schwere Ueberschwemmungen.

Gruss Canuck
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Auscitain am 13. Oktober 2016, 00:06:25
Die Rotfärbung der Blätter in Ostkanada ist einfach herrlich .  Im Westen ist der " indian  summer" ja nur ne gelbfärbung der Blätter mit evtl Schnee als zweitem Farbkomponent.


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Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 13. Oktober 2016, 06:51:39
Thanks giving weekend Die schoenste Zeit in der Natur
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 13. November 2016, 10:57:28
also bei meinen Eltern bzw die Provinz Alberta und Saskatchewan hat letzte Woche einiges an Schnee abbekommen. Ist nichts ungewöhnliches aber normalerweise schneits eher schon mal gegen 21 September mit ein paar Nächten Frost. Das taut dann relativ schnell weg und man kann evtl wieder trocken dreschen. Jetzt wirds knapp.... Und da man versucht direkt zu dreschen als vorher zu schwaden liegt das jetzt auf und nicht im Schwad...Laut einem Marktnewsletter ist wohl viel gedroschen worden dennoch schaetzt man für 2 milliarden Weizen und Kichererbsen in Saskatchewan noch draussen und 1,75 mrd $ Weizen und Raps in Alberta.


Wie lange geht eigentlich die Ernte in Kanada? Wird es nicht irgendwann zu kalt etc.?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 13. November 2016, 11:04:28
Wo soll da das Problem mit "zu kalt" sein?

Kanda ist ein Kontinent und somit ein bisschen größer wie Schleswig Hollstein!

Es gibt Gegenden in Kanada, wo die Weizenfarmer hoffen das es möglichst bald ne längere Periode mit constant minus 20° gibt, damit der Wiezen oder der Mais gefriergetrocknet geerntet werden kann genauso wie derzeit in Kasachstan.
Man kennt ds ja aus der Werbung biem Kaffee. "Gefriergetrocknet" seht da auf der Packung.

Ich war vor ein paar Jahen mal im Januar im nördlichen Manitoba udn hab da beim Maisdreschen bei minus 20° zugeschaut. Der Mais hat sich gedroschen wie fließend Wasser udn war ei 11° Wasser.
Ähnllich ist es z.B. mit Weizen in Kasachstan. 3 Wochen minus 20° ist der Weizen bei soitzen Qualität und 8° Wasser.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: FFFlorian am 13. November 2016, 11:26:40
Steht im Jannuar überhaupt noch viel vom Mais (zum Beispiel durch schneelast niedergedrückt oder Vögel )?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 13. November 2016, 11:34:28
Steht im Jannuar überhaupt noch viel vom Mais (zum Beispiel durch schneelast niedergedrückt oder Vögel )?

Bei minus 20° "vögeln" keine Vögel mehr im Nordne Kanadas, die sind dann in Südamerika udn "vögeln" in der Wärme.....

Im Norden Kandas "fällt" kein Schnee! Wenn Schnee kommt dann mit nem Blizzard vom Nordpol und dann kommt der Schnee waagrecht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 13. November 2016, 12:43:43


Wie lange geht eigentlich die Ernte in Kanada? Wird es nicht irgendwann zu kalt etc.?

Meine ehemalige Gastfamilie in Alberta (Nähe Edmonton) fängt i.d.R. Anfang September mit dem Mähdrusch an. Das zieht sich dann bis ca. Mitte Oktober hin. Dieses Jahr war es wohl sehr nass, sodass heute noch nicht alles ab ist. Schnee gab es zwischndurch auch schonmal.
Ich muss aber sagen, dass es ein extremer Standort ist. 50 km weiter nördlich kommt nur noch Wald.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Januar 2017, 02:25:28
Hat nicht direkt mit Landwirtschaft zu tun, aber zeigt die Immigration Kanadas.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Rohana am 27. Januar 2017, 07:15:03
Mir fehlt die Statistik zu % of population descendants of native people  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sven1971 am 27. Januar 2017, 09:29:10
Naja, dann eben 79,3% natives in 2011  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Januar 2017, 14:19:11
1.8 millionen Leute gaben an sie seien descendants  in 2011. Also Leute mit Native Abstammung.Wobei 1.4millionen Nativ-Status haben.
Nativ ist Indianer,Metis,Eskimos.
Diese vorherige Statistik hat aber nichts mit dem zu tun.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: FFFlorian am 27. Januar 2017, 14:29:27
Wie ist die Stimmung zu den Flüchtlingen in Kanada ? Es ist ja ein Einwanderungsland seit je her.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 27. Januar 2017, 16:46:38
Meine ehemalige Gastfamilie in Alberta (Nähe Edmonton) fängt i.d.R. Anfang September mit dem Mähdrusch an. Das zieht sich dann bis ca. Mitte Oktober hin. Dieses Jahr war es wohl sehr nass, sodass heute noch nicht alles ab ist. Schnee gab es zwischndurch auch schonmal.
Ich muss aber sagen, dass es ein extremer Standort ist. 50 km weiter nördlich kommt nur noch Wald.

Ist bei denen tatsächlich Mähdrusch üblich? Ich hätte in solchen Gebieten das Mähen auf Schwad und den späteren Schwaddrusch vermutet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 27. Januar 2017, 18:24:50
Meine ehemalige Gastfamilie in Alberta (Nähe Edmonton) fängt i.d.R. Anfang September mit dem Mähdrusch an. Das zieht sich dann bis ca. Mitte Oktober hin. Dieses Jahr war es wohl sehr nass, sodass heute noch nicht alles ab ist. Schnee gab es zwischndurch auch schonmal.
Ich muss aber sagen, dass es ein extremer Standort ist. 50 km weiter nördlich kommt nur noch Wald.

Ist bei denen tatsächlich Mähdrusch üblich? Ich hätte in solchen Gebieten das Mähen auf Schwad und den späteren Schwaddrusch vermutet.

Es kommt auf die Frucht und auf den Betrieb an. Dort wo ich war, wurde damals nur der Raps ins Schwad gelegt. Inzwischen haben sie aber auch schonmal den direkt gedroschen. Getreide und Bohnen wurden stehend gedroschen, Erbsen liegend.  ;)
Bei den Nachbarn sah das etwas anders aus. Da wurde teilweise auch das Getreide ins Schwad gelegt.

Wie ist die Stimmung zu den Flüchtlingen in Kanada ? Es ist ja ein Einwanderungsland seit je her.

In meinem kanadischen Bekanntenkreis eher negativ. Die neue Regierung wollte letztes Jahr wohl 20.000 Syrer ins Land holen. Sie reagierten darauf recht verängstlicht. Die Medien stellten es aber auch so dar, als ob aufgrund der Flüchtlinge in Deutschland die öffentliche Ordnung nicht mehr existieren würde.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Januar 2017, 23:13:26
37000 wurden um das neue Jahr von Syrien eingeflogen.
Natuerlich gibt es da auch kritische Stimmen. Aber das scheint mir die grosse Minderheit zu sein.
Immigration hat bei uns die Wirtschaft angetrieben. Die letzten wahrscheinlich 20ig Jahre sind jedes Jahr zwischen 200-300000 Menschen eingewandert. Dies sind natuerlich nicht nur Fluechtlinge.
Im Allgemeinen ist die Offenheit zu Immigranten sehr viel besser als in Europa.
Die Feindlichkeit gegen ueber Fluechtlingen, kommt auch von der Right Wing Ecke @ la Trump.
Nur Canada unterscheidet sich in der politischen Ansicht ganz wesentlich.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Januar 2017, 23:27:03
Die Leute hier sind schon sehr multikulturell.
Schon meine Verwandtschaft, ist mit etwas fremden Blut aufgefrischt worden.
Vietnam, Irland, French und etwas Indianer sogar haben die spuren hinterlassen.
Auch unser Freundes Kreis erstreckt sich ueber viele ethnische Herkünfte.
Farmer sind da wahrscheinlich etwas mehr zum europäischen Kulturkreis im allgemeinen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 27. Januar 2017, 23:39:50
Schwaddrusch war im Osten Canada bis Ca. 1985 ueblich.
Nachher hat das Getreide an Popularitaet verloren. Wurde ersetzt von Mais und Soya.Heute wird hier kaum mehr etwas an der schwad gedroschen.
Weizen hat noch eine gewisse Flaeche, aber gerste und hafer werden nicht mehr viel angepflanzt.Schwad wird meist in Noerdlichen Gebieten angewendet in den berühmten 100tage Crops und der relativen Trockenen Luft.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 10. Mai 2017, 22:53:59


Wie lange geht eigentlich die Ernte in Kanada? Wird es nicht irgendwann zu kalt etc.?

Meine ehemalige Gastfamilie in Alberta (Nähe Edmonton) fängt i.d.R. Anfang September mit dem Mähdrusch an. Das zieht sich dann bis ca. Mitte Oktober hin. Dieses Jahr war es wohl sehr nass, sodass heute noch nicht alles ab ist. Schnee gab es zwischndurch auch schonmal.
Ich muss aber sagen, dass es ein extremer Standort ist. 50 km weiter nördlich kommt nur noch Wald.

Heute gehört das Raps und Getreide noch in diesem Frühjahr geerntet wurden/werden? Kann das sein in einigen Gebieten dort?  :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 11. Mai 2017, 06:07:56
Ja, im April wurde noch ein Rest gedroschen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 08. Juli 2017, 22:45:25
Ich hole den Faden mal wieder hoch, da ich diese Saison wieder auf einer Farm in Kanada arbeite. Die Internetverbindung läuft über mein Handy als Hotspot, deshalb werde ich mich mit Bildern etwas beschränken müssen. Später versuche es mal mit dem Bildupload.
 
Diesmal ist der Betrieb im Süden Saskatchewans gelegen. Angebaut werden hier vor allem Sommer- und Winterweizen, Canola (Sommerraps), Erbsen und neuerdings auch Sojabohnen. Des Weiteren gibt es noch Leinen, Heuflächen und Ähnliches.
In der Gegend wird die Ölgewinnung gerade ausgeweitet und überall enstehen neue Förderstätten, wodurch die Flächen leider weiter zerstückelt werden. Die Landwirte enthalten eine geringe Entschädigung und einen Anteil an der Förderung, wenn diese die Rechte dafür innehalten.
Aktuell sind wir neben dem Fertigstellen einer neuen Maschinenhalle und allgemeinen Erntevorbereitungen hauptsächlich mit der Ährenbehandlung im Sommerweizen und der Rapsblütenbehandlung beschäftigt. Tagsüber haben wir derzeit jeden Tag 30-32°C, weshalb die Applikation hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden erfolgt. Um alle Flächen termingerecht behandeln zu können, wird ein Teil per Flugzeug behandelt. Zusätzlich zum Fungizid (Metconazol 60g/ha) wurde auf drei Sommerweizenflächen ein Insektizid mitgenommen, da wir eine große Anzahl von Orangen Weizengallmücken (wheat midge) bonitiert haben. In der Regel erfolgt hier nur eine Behandlung im Weizen, dies Jahr wurde im Winterweizen jedoch aufgrund der teils feuchten Witterung zwei Mal behandelt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: gekko am 08. Juli 2017, 22:54:04
Danke für Deinen Beitrag! Würde mich freuen wenn Du uns auf dem Laufenden halten könntest!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 09. Juli 2017, 04:13:43
Nun der Versuch mit den Bildern:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: andl am 09. Juli 2017, 10:31:28
Um alle Flächen termingerecht behandeln zu können, wird ein Teil per Flugzeug behandelt.
wie sieht das kostenmäßig aus? geht es dabei auch um die befahrbarkeit der flächen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 09. Juli 2017, 21:59:25
Kosten kann ich evtl. mal erfragen. Ich denke aber nicht, dass es günstiger ist. Aktuell weiß ich nur, dass die per Acre bezahlt werden. Die Befahrbarkeit ist momentan perfekt, es ist alles sehr trocken hier. Grund für den Einsatz ist eher die termingerechte Applikation.
Die Bestände entwickeln sich gerade enorm schnell und es müssen viele Felder gleichzeitig behandelt werden. Es fehlt aufgrund von Urlaub etc. gerade etwas an Arbeitskräften.
Mit dem Flugzeug wurden 867 Acre (~350 ha) von 5.30-10.30 Uhr behandelt, die Schlagkraft ist schon enorm.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: muh am 09. Juli 2017, 22:13:02
Behandelt und behandelt sind ja zwei sachen,
Kommt das mit dem flugzeug auch da an wo es hin soll?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 10. Juli 2017, 18:40:21
Ein Bild von glyphos im Mais 1.50m
Es ist mehr eine Randbehandlung um einige Flecken zu säubern.
Gespritzt mit Selbstfahrer und mit etwas hohem Druck.Wegen andauerndem Regenwetter dieses Jahr eine Herausvorderung.
Erste Behandlung nach Saat ohne Roundup.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 10. Juli 2017, 18:43:23
Aussenansicht von meinem besten Mais im Moment
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 10. Juli 2017, 19:15:39
Sieht gut aus :daumen: 

Und Deinen schlechtesten Mais traust dich nicht zu zeigen?  :tuet:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 10. Juli 2017, 19:32:47
Nein dort bei den Wasserlöchern schauts nicht gut aus.    Ggggg
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 10. Juli 2017, 19:39:16
Komm... Trau dich... mach Fotos und lass uns an Deinem Dilemma teilhaben.  :P
Bitte :bet:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest50776 am 10. Juli 2017, 20:19:16
Ja. Wir wollen uns an Dein Misserfolg ergötzen. ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 10. Juli 2017, 20:46:04
Also einige Seen mit Enten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: tomiq am 10. Juli 2017, 22:28:02
Zitat
Ja. Wir wollen uns an Dein Misserfolg ergötzen. ;D

Dann kannst du ja mit deinem liegenden 130 dt Weizen einmal als gutes
Vorbild voran gehen ...  ;D ;D ;D

Sorry, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen  ;)


ade
tomiq
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest50776 am 11. Juli 2017, 06:35:33
Zitat
Ja. Wir wollen uns an Dein Misserfolg ergötzen. ;D

Dann kannst du ja mit deinem liegenden 130 dt Weizen einmal als gutes
Vorbild voran gehen ...  ;D ;D ;D

Sorry, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen  ;)


ade
tomiq
Der war gut!
Aber bei dem Thema möchte ich die Flinte noch nicht ins Korn schmeißen.
Denn es heißt ja: Ähre, wem Ähre gebührt...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 11. Juli 2017, 17:54:51
Hier einige Bilder. Hoffe ihr sammelt nun fuer die Unwetter Geschädigten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kronawirt78 am 11. Juli 2017, 18:05:00
Ampfer gibts ja auch schon in Kanada ;D. Sonst hätten wir dir mal ein Starterset rübergeschickt! ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 11. Juli 2017, 18:13:30
Da gibts noch einiges an Unkräutern .
Sorry mein I-phone ueber mitteilt die Bilder nur zögernd, habe noch mehr vielleicht klappt es spaeter.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest50776 am 11. Juli 2017, 20:40:14
Erwartest Du da bleibende Schäden?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 11. Juli 2017, 20:58:23
Das ist eine Maisfläche???  :o
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 11. Juli 2017, 23:35:38
Ist ein soya Feld.Noch keine herbizid Behandlung. Ist immer zu nass um zu befahren]
Je nach Lage wird es bleibende Schäden geben.
Schlecht entwässerte Boeden sind dieses jahr nicht angepflanzt.Wegen des  spaeten Saat Termin und dem kuehlen nassen Start, hoffen wir jetzt auf einen guten sommer und herbst.Nur keinen fruehen Frost.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 12. Juli 2017, 07:29:58
Das dort Soja steht hätte ich auch nicht erkannt  ;D
Könnte aber auch daran liegen, dass ich bisher erst einmal Soja im Anbau
gesehen habe.  :rolleyes:

Ich drücke die Daumen für ein gutes Anbaujahr.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 15. Juli 2017, 02:16:41
Behandelt und behandelt sind ja zwei sachen,
Kommt das mit dem flugzeug auch da an wo es hin soll?

Das meiste schon, mit dem deutschen "Standard" in Sachen Abdriftminderung ist es aber nicht zu vergleichen. Es kommt auch mal vor, dass der Pilot 10 Meter zu früh einschaltet oder die Feldgrenze nicht erkennt und noch das Nachbarfeld teilweise mitbehandelt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: JueLue am 15. Juli 2017, 06:38:30
Behandelt und behandelt sind ja zwei sachen,
Kommt das mit dem flugzeug auch da an wo es hin soll?

Das meiste schon, mit dem deutschen "Standard" in Sachen Abdriftminderung ist es aber nicht zu vergleichen. Es kommt auch mal vor, dass der Pilot 10 Meter zu früh einschaltet oder die Feldgrenze nicht erkennt und noch das Nachbarfeld teilweise mitbehandelt.

Das schreit doch eigentlich nach GPS-Switch!

JueLue
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 15. Juli 2017, 19:33:10
Zitat

Das schreit doch eigentlich nach GPS-Switch!

JueLue

Ich weiß nicht, ob die bei so hohen Geschwindigkeiten funktionieren, Karten mit Feldgrenzen usw. wären auf jeden Fall vorhanden.
Der Pflanzenschutz ist für diese Ernte voraussichtlich beendet. Normalerweise würden die Erbsen noch eine Blütenbehandlung bekommen, aufgrund der nassen Aussaatbedingungen und der dadurch sehr lückigen Bestände sowie aufgrund des aktuell trocken-heissen Wetters werden wir darauf wohl verzichten.
Aktuell werden die letzten Bins (Getreidesilos) entleert und noch schnell ein paar andere Hofarbeiten erledigt. Die neuen Drescher sind noch nicht gekommen, für nächste Woche sind sie zumindest angekündigt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 15. Juli 2017, 19:43:45
Mit welchen Reihenabständen werden die Erbsen gesäht?

Sind das dann auch gelbe Erbsen wie bei uns?

Dann gab's nur eine vorauflaufanwendungen mit herbizid sozusagen.

Hast du dort auch schon mal solche peaola mischbestände mit sommerraps gesehen??

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 19. Juli 2017, 05:53:24
Mit welchen Reihenabständen werden die Erbsen gesäht?

Sind das dann auch gelbe Erbsen wie bei uns?

Dann gab's nur eine vorauflaufanwendungen mit herbizid sozusagen.

Hast du dort auch schon mal solche peaola mischbestände mit sommerraps gesehen??

Mfg tim

Ja die Erbsen sind auch gelb, vergleichbar mit den deutschen Sorten. Sie wurden meines Wissens nach auch mit den beiden Seedhawks auf 12 Inch (30,5 cm) direkt gedrillt. Bei dem schlechten Erbsenfeld hat die Vorauflaufbehandlung wohl nicht richtig gewirkt und deshalb gab es eine zweite Herbizidapplikation. Danach sind die Erbsen dann erstmal in der Entwicklung stehen geblieben. Peola habe ich noch nicht gesehen. Vereinzelt sieht man lediglich Felder auf denen Canola in Sojabohnen oder Hanf durchwächst.

Übermorgen werde ich auf der Ag in Motion sein, dann gibt es sicherlich wieder etwas Interessantes zu berichten. Dort soll unter anderem eine autonome Drillmaschine vorgeführt werden. Ach ja und die neuen Drescher sind gestern und heute gekommen, gerade noch rechtzeitig zur Ernte. Die ersten Sandlinsen könnte man nächste Woche dreschen, wir wollen aber warten bis die Schläge komplett beerntbar sind. Eigentlich bräuchten wir hier dringenst Regen, nur leider ist der nicht in Sicht. Das Einzige was uns momentan etwas vor der harten Sonneneinstrahlung schützt ist der Rauch von den Bränden in British Columbia.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 22. Juli 2017, 19:08:40
Es gab sehr viel zu sehen bei der Ag In Motion. Die Ausstellungsfläche ist sehr groß und es waren verhältnismäßig wenig Leute da, so dass man bei Bedarf immer sofort einen Ansprechpartner hat. Es gab einige Maschinenvorführungen und man konnte Lkws, Pickups, Skid Steers und Selbstfahrspritzen selbst Probe fahren. Für mich waren die zahlreichen Sorten-, Fungizid- und Herbiziddemos am interessantesten, auch wenn die Trockenheit Vergleiche erschwerte. Das Highlight war sicherlich die Vorführung des autonomen Selbstfahrers von dem Australier. Es gibt derzeit vier verschiedene Anbaugeräte (Spritze, Walze, Überladewagen und Drillmaschine) für das Gerät. Ansonsten war jedoch nicht viel Neues zu sehen, wohl ist aber ein Trend zur breiten Einmalbereifung an Großschleppern zu sehen gewesen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 23. Juli 2017, 00:45:34
Da würde ich auch mal gern hin.

Scheint ja wandel zu geben sonst wären die breiten Reifen ja eher Exoten. Was wird denn da gefahren? Titan ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: FFFlorian am 23. Juli 2017, 11:40:08
Ist auf bild 2 eine GVO sorte zu sehen.

Vielen Dank übrigens für die einbilcke.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 23. Juli 2017, 17:18:12
Da würde ich auch mal gern hin.

Scheint ja wandel zu geben sonst wären die breiten Reifen ja eher Exoten. Was wird denn da gefahren? Titan ?

Ja genau, es sind Goodyear Reifen. Es stand dort auch ein entsprechend bereifter Knicklenker rum, den man hätte Probe fahren können. Ein Arbeiter von einer Farm im Nachbarort, mit dem ich da war, ist sehr angetan von der großen Singulärbereifung. Dessen Chef stellt wohl nach und nach alle Schlepper darauf um. Kostenmäßig gibt es wohl auch keine Unterschiede mehr zur Doppelbereifung, er sagte was von 5000 CAD für 800er Hinterbereifung mit neuer Felge. Welche Zollgröße weiß ich allerdings nicht.

Ist auf bild 2 eine GVO sorte zu sehen.

Vielen Dank übrigens für die einbilcke.

Meines Wissens nach nicht. Zitat: "AAC Bravo (also tested as FP2270 and M7970) was developed from the cross Flanders/Pacific made in 1995 by Deutsche Saatveredelung (AG) DSV in Germany. Flanders was previously described by Rowland et al." (siehe http://www.nrcresearchpress.com/doi/full/10.4141/cjps2013-199#.WXS76OmmlEY (http://www.nrcresearchpress.com/doi/full/10.4141/cjps2013-199#.WXS76OmmlEY)). Flachsanbau ist hier in der Gegend recht weit verbreitet, des Weiteren gibt es noch Linsen, Hanf und canary grass (Kanariengrass).

Es wird jetzt noch circa eine Woche dauern bis wir mit dem Winterweizen anfangen können. Die Erbsen wurden übrigens doch noch behandelt. Als der Chef im Urlaub war habe ich dort an mehreren Stellen Blattläuse über der Schadschwelle (ca. 10-20 Blattläuse je Pflanze) gefunden. Neben dem Insektizid wollte der Chef dann noch ein Fungizid mitnehmen, so kam noch eine Mischung aus Strobilurin und Carboxamid dazu.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 25. Juli 2017, 14:01:13
ach Gott ja...messe...ganz vergessen.. War im Juni auf Farmprogress in Regina.... sch... wetter
neuer 790i stand da, aber wenn man vorher bei "normalen" Händler war braucht man eigentlich nicht auf mehr auf Messe  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 25. Juli 2017, 14:26:06
Ist das zweite Foto vom Auktionsgelände in Red Deer?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 25. Juli 2017, 14:54:52
Nööö, Enns Brothers "Filiale" ...weiß aber nicht mehr welche, waren bei drei stück... alles neue verkaufte S680 o. 690i
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 30. Juli 2017, 19:22:52
Mal wieder ne kurze Statusmeldung:

Die Drescher und alle weiteren Maschinen sind mittlerweile einsatzbereit. Morgen wird es wohl losgehen mit dem Winterweizen. Heute wird zudem ein Teil der Erbsen glyphosiert, so dass deren Ernte auch absehbar ist. Da leider hat sich innerhalb kurzer Zeit eine starke Population an Cutworms aufgebaut hat, wird der Raps gerade noch einmal vom Flugzeug behandelt. Cutworms sind Raupen verschiedener Arten, die große Schäden an den Schoten verursachen können. Informationen dazu gibt es beispielsweise hier: http://www.canolacouncil.org/canola-encyclopedia/insects/cutworms/ (http://www.canolacouncil.org/canola-encyclopedia/insects/cutworms/)

Die Bilder sind nicht ganz aktuell, also bitte nicht wundern über die Reifestadien.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 04. August 2017, 15:03:46
Kannst du schon  was zur Ernte und den Erträgen sagen?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 12. August 2017, 18:22:14
Kannst du schon  was zur Ernte und den Erträgen sagen?

Mittlerweile ja. Vorab: Die Erträge sind mit den Überladewägen erfasst worden und nicht um Feuchte korrigiert, dennoch passen sie als grober Richtwert. Der Winterweizen ist mittlerweile ab und lag im Durchschnitt bei 76 Bushel pro Acre.
Bei den Erbsen habe ich mich übrigens geirrt, es sind dieses Jahr keine gelben Erbsen (letztes Jahr hatte der Betrieb noch welche), sondern grüne Erbsen der Sorte "CDC Raezer". Da haben wir jetzt ungefähr die Hälfte ab. Der Ertrag steht noch nicht ganz fest, liegt aber wohl bei ca. 60 Bushel pro Acre. Der Chef ist bislang trotz der Verluste durch Überschwemmungen im Frühjahr recht zufrieden.
Nebenbei haben wir noch 1 Silo Gerste (ca. 900t) auf fünf kleinere Silos umverteilt, um das große Silo für die neue Ernte nutzen zu können.
In den nächsten Tagen werden wir dann den ersten Raps auf Schwad legen und die restlichen Erbsen abspritzen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 12. August 2017, 19:12:19
Kannst du schon  was zur Ernte und den Erträgen sagen?

Mittlerweile ja. Vorab: Die Erträge sind mit den Überladewägen erfasst worden und nicht um Feuchte korrigiert, dennoch passen sie als grober Richtwert. Der Winterweizen ist mittlerweile ab und lag im Durchschnitt bei 76 Bushel pro Acre.
Bei den Erbsen habe ich mich übrigens geirrt, es sind dieses Jahr keine gelben Erbsen (letztes Jahr hatte der Betrieb noch welche), sondern grüne Erbsen der Sorte "CDC Raezer". Da haben wir jetzt ungefähr die Hälfte ab. Der Ertrag steht noch nicht ganz fest, liegt aber wohl bei ca. 60 Bushel pro Acre. Der Chef ist bislang trotz der Verluste durch Überschwemmungen im Frühjahr recht zufrieden.
Nebenbei haben wir noch 1 Silo Gerste (ca. 900t) auf fünf kleinere Silos umverteilt, um das große Silo für die neue Ernte nutzen zu können.
In den nächsten Tagen werden wir dann den ersten Raps auf Schwad legen und die restlichen Erbsen abspritzen.


kannst da das mal bitte in dt/ha sagen, ich habs eben selbst versucht umzurechnen, irgendwie komm ich da nicht klar oder habt ihr wirklich 100 dt ha geerntet??
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: berci am 12. August 2017, 19:24:22
 
76 Busel Weizen / acre müssten 51dt/ha sein.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 13. August 2017, 07:05:30
So ziemlich genau
Aufgepasst da bushel kein Gewicht sondern ein Volumen ist. 35.2 liter
Also spielt das hektolitergewicht eine entscheidende Rolle. Oder eben das Bushelweight wie wir sagen.
Getreide wird alles in Bushels gehandelt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Ruebe am 13. August 2017, 07:44:30
@canuck:
warum in bushels ??

Dann sind ein bushel ja ca. 27 - 31 kg .... iwie für beide doch ungünstig??? oder sind eure hl Gewichte so konstant?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Christian2 am 13. August 2017, 09:52:32
So ziemlich genau
Aufgepasst da bushel kein Gewicht sondern ein Volumen ist. 35.2 liter
Also spielt das hektolitergewicht eine entscheidende Rolle. Oder eben das Bushelweight wie wir sagen.
Getreide wird alles in Bushels gehandelt

Ich habe das nie begriffen. Bei der Erfassung durch den Handel wird doch das Getreide auch in Kanada gewogen. Wird dann anschließend über das "Bushelweight" in Bushel umgerechnet und danach abgerechnet?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 13. August 2017, 10:00:50
Dann spielt das HL-Gewicht nee große Rollen bei der umrechnung denk ich oder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 13. August 2017, 18:32:13
Oh Verzeihung, ich wollte die Werte eigentlich noch selbst umgerechnet haben. Die Einheiten sind hier wirklich eine Katastrophe, vor allem weil in Kanada offiziell das metrische System verwendet wird. Nur orientiert man sich in der Landwirtschaft wohl häufig an den USA, dort geht ja auch viel Ware hin. Das einzig gute an den Bushel ist, dass man immer genau weiß wie viel in ein Silo (Bin) reingeht. Zur Ertragserffasung wird hier immer erstmal ein Standard-Hektolitergewicht verwendet. Bei Weizen sind es 60 lbs pro Bushel, bei Erbsen auch. Ein Bushel hat somit 27,2 kg.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 13. August 2017, 18:39:28
Also heuer wäre mir eine Abrechnung nach Volumen nicht unrecht...🤔😉
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 14. August 2017, 05:16:30
Offizielle Chicago Boerse ist natuerlich alles in Bushels.
Offiziell ist das metrische System in Canada,aber in Landwirtschaft oder auf dem Bau ist noch immer das ImperialSystem sehr weit verbreitet. Wird auch weiter so bleiben.
Es braucht eine Weile um mit all den Eigenarten vertraut zu werden. Aber mann weiss dann genau wenn jemand von gewissen Angaben spricht , was er meint ;D
So wenn er von 70 Pooltemperatur spricht ists Fahrenheit.
Bei Benzinverbrauch spricht er von 30 Miles. Meint damit mit einer Galone faehrt er 30 Meilen.
Wenn er sagt er sei six two, meint er seine Groesse sei 185cm.
Den Duenger kaufe ich per kg, aber am Streuer geb ich Pounds per Acre.
Baumaterial alles in feets und Inches, da kann ich metrisch vergessen.
Bushel verwenden viele sogar fuer Aepfel.
Metrisch ist nur den jüngeren Leuten geläufig und wie schon gesagt viele Sachen wurden zuerst von England uebernommen. Nun sind wir von unserem big brother stark abhängig , also belassen wir es so wie er will.
Schlussendlich wissen wir sehr genau wie gut das 200Bushel per Acre sind z.B. Bei Mais.Auch wenn wir Spaeter die Abrechnung mit einem Bushelpreis und einem Tonnenpreis sehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 26. August 2017, 17:17:47
Heute mal wieder ein paar Impressionen. Die Erbsen sind so gut wie beerntet, das erste Rapsfeld ist ebenfalls ab und mehr als die Hälfte liegt auf Schwad. Heute geht wohl leider nichts, da wir starken Nebel haben und der restliche Sommerweizen sowieso noch nicht ganz reif ist.
Insgesamt haben wir jetzt 22 Quarter fertig von 86-93 (die Angestellten sind sich nicht ganz einig wie viele Flächen der Betrieb hat).

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 10. September 2017, 15:48:52
So, nun haben wir den Sommerweizen und den Sommerraps auch geschafft. Der Ertrag lag bei Ersterem im Schnitt so um die 5 t/ha und im Raps um die 2,5 t/ha. Mit dem Striegeln sind wir auch fertig, bleiben noch die kompletten 1800 ha Sojabohnen (gesäte Fläche ist geringer) und gemulcht werden muss auch noch einiges.
Die Erträge werden übrigens komplett kartiert und daraus dann später Applikationskarten erstellt. Die komplette Düngung erfolgt dann während der Aussaat mit den Seedhawks. Ab diesem Jahr sind die Mähdrescher dazu miteinander vernetzt, so dass man jederzeit sehen kann, welcher Drescher auf welcher GPS-Linie arbeitet usw.
Der rote LKW ist ein gebrauchter Neuzugang, getauft haben wir ihn "Red Pete".

Bis jetzt habe ich nur einen Betrieb gesehen, der Winterweizen gesät hat. Es hat hier seit Wochen keine relevanten Niederschläge gegeben, so dass alles sehr trocken ist. In British Columbia und im Norden von Saskatchewan brennt es wohl noch immer, man sieht hier viel Rauch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 10. September 2017, 23:09:31
Danke für die tollen Berichte  :daumen: :daumen:

Die auflieger entleeren die nach unten ?
Was Mulchst du da ?


Gruß

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 11. September 2017, 02:23:59
Ja genau die Auflieger sind Trichterförmig gebaut und entleeren per Schwerkraft nach unten. So ein Semi darf legal 43t mitnehmen und hat dann ein Gesamtgewicht von ca. 63,5t. Bei kurzen Wegen über Schotterstraßen laden wir aber auch schonmal 55t zu.
Ich weiß leider nicht wie man das Unkraut nennt, das ist hier auch gar nicht so häufig. Die gezeigte Stelle beim Mulchen ist normale Ackerfläche, konnte aber aufgrund der äußerst nassen Bedingungen im Frühjahr nicht bestellt werden.
Die drei schlimmsten Unkräuter/Ungräser sind hier Foxtail-Barley, Kochia und Wild Oats. Übersetzt heissen diese wohl Mähnen-Gerste, Besen-Radmelde und Flughafer. Wobei in Deutschland glücklicher Weise ja nur Letzteres eine Bedeutung zukommt. Insbesondere Kochia ist ein Teufelszeug, welches mit nahezu allen Bedingungen zurecht kommt und sehr anpassungsfähig ist.

Gruß Helge
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 30. Oktober 2017, 01:25:21
Hi,
für mich geht die Zeit in Kanada nun zu Ende und es geht zurück nach Deutschland. Gibt es noch etwas worüber ich schreiben soll?

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Puszta am 30. Oktober 2017, 09:40:05
Was mich interessiert wäre etwas über das soziale Gefüge zu erfahren. Wie steht die Bevölkerung zur dortigen Art der Landwirtschaft? Wie wird dort mit Fremdarbeitskräften gearbeitet? Wie ist die Einstellung der Landwirte zu ihrem Betrieb/Job?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 30. Oktober 2017, 09:48:54
Haben viele 2 Wohnorte einer während der Vegetation auf Hof und die Familie wohnt woanders und zieht dann in den Ferien mit aufn Hof ? Warum gibt's da doch viele aus Europa ?? hatten die mehr Geld durch ihren Hofverkauf in Europa als die Kanadier oder hatte die Kanadier bessere Jobs wo anders ??? Manche aus den verlorenen Ostgebieten (Preußen usw)sind anscheinend nach dem Krieg da auch zu ne Hof gekommen wie ging das gabs da ein Programm aus Kanada zur Anwerbung....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 30. Oktober 2017, 09:51:35
Sind die auch Wachstumsgeil oder leben die eher nach "leben und leben lassen".
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 31. Oktober 2017, 00:45:48
Hallo zusammen,
ich versuche mal alle Fragen zu beantworten.

Was mich interessiert wäre etwas über das soziale Gefüge zu erfahren. Wie steht die Bevölkerung zur dortigen Art der Landwirtschaft? Wie wird dort mit Fremdarbeitskräften gearbeitet? Wie ist die Einstellung der Landwirte zu ihrem Betrieb/Job?
Grundsätzlich ist der Ruf der Landwirtschaft beziehungsweise das Ansehen besser als in Deutschland, leider auch mit abnehmender Tendenz. Die aktuelle Art der Tierhaltung wird zunehmend in Frage gestellt (von einem kleinen Teil der Bevölkerung). Ich habe jedoch noch nicht gehört, dass hier in Ställe eingebrochen und dort gefilmt wird.
Fremdarbeitskräfte sind schwierig zu bekommen, solange die Ölindustrie Jobs offeriert. Viele versuchen deshalb Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland (Europa, Mexico) zu bekommen. Die Einstellung der Landwirte zu ihrem Betrieb mag ich nicht verallgemeinern .Ich habe aber den Eindruck, dass diese eher nüchtern als normales Unternehmen gesehen werden. Nachhaltigkeit hat einen geringeren Stellenwert als bei uns. Müll wie zum Beispiel Silofolien, alte Getreidesilos, sogar ganze alte Häuser werden oft einfach in Sölle geschoben und dort belassen. Alte Maschinen werden oft an Ort und Stelle stehen gelassen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Haben viele 2 Wohnorte einer während der Vegetation auf Hof und die Familie wohnt woanders und zieht dann in den Ferien mit aufn Hof ? Warum gibt's da doch viele aus Europa ?? hatten die mehr Geld durch ihren Hofverkauf in Europa als die Kanadier oder hatte die Kanadier bessere Jobs wo anders ??? Manche aus den verlorenen Ostgebieten (Preußen usw)sind anscheinend nach dem Krieg da auch zu ne Hof gekommen wie ging das gabs da ein Programm aus Kanada zur Anwerbung....

Es gibt einige Betriebe mit Zweitwohnsitz in einer anderen Klimazone. Auch mein (nun ehemaliger) Chef hätte gerne ein X. Haus weiter im Süden, nur ist er durch seine Kinder an den Ort gebunden (Schule, Sport). Viele Landwirte kommen aus Europa weil sie dort in ihrem Wachstum begrenzt waren oder weil sie lieber Ackerbau als Viehhaltung betreiben möchten. Der Wechselkurs ist dafür günstig, die Immigration noch verhältnismäßig einfach. Auch die landwirtschaftlichen Gesetze sind übersichtlich, Kontrollen gibt es weniger als bei uns.
Dazu kommen hier in der Prärie niedrige Landpreise, die nun aber auch anziehen. Ob es ein Programm zur Anwerbung gab, weiß ich leider nicht. Es ist hier aber generell einfacher an einen Betrieb zu kommen, da diese nach Aufgabe oft einfach mit allem drum und dran (Fuhrpark, Hofstelle, Flächen) versteigert werden.

Sind die auch Wachstumsgeil oder leben die eher nach "leben und leben lassen".
Das ist stark betriebsabhängig. Gerade die Getreidebetriebe sind hier aber in den letzten Jahren wohl teilweise sehr schnell gewachsen, da das Land günstig zu erwerben war. Der Betrieb auf dem ich arbeitete hat vor einigen Jahren (neben anderen Flächen) einen kompletten Betrieb mit ca. 1700ha nahezu arrondierter Fläche erworben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 05. November 2017, 08:57:54
Welche Ideen , Arbeitsweisen usw habt ihr aus den Auslandsaufentalten mitgebracht und dann auch hier angewendet ???
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 07. November 2017, 22:43:14
Wir haben keinen Betrieb zu Hause und somit habe ich auch nichts adaptiert.
Am Interessantesten fand ich auf dem letzten Betrieb die Konsequenz des Chefs in Sachen Ein- und Verkauf. Als der Diesel besonders günstig war, hat er einen ganzen Tankzug bestellt und um diesen Lagern zu können dann auch gleich einen entsprechenden Tank dazu.

Glyphosat wurde auch schon für das nächste Jahr mitgekauft. Kurz vor meiner Abreise wurden dann noch 2 neue Flüssigdüngersilos geliefert und aufgestellt. Diese wurden benötigt um die Flüssigdüngerbestellung von 120 t lagern zu können.
Die komplette Ernte wird erstmal eingelagert (zur Not werde auch da weitere Silos dazugekauft oder das Ganze in Schläuchen gelagert). Verkauft wird manchmal erst nach mehreren Jahren, hauptsache der Preis ist hoch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: miltischnorrer am 07. November 2017, 23:10:56
Das muss man sich auch leisten können
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 07. November 2017, 23:51:10
Das muss man sich auch leisten können

Das auch - das weitaus spannendere Thema hierzulande ist aber, es mal eben schnell genehmigt zu bekommen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Sumsagro am 08. November 2017, 08:29:47
Das muss man sich auch leisten können

Ja wie die Liquidität gewährleistet wird, konnte ich nicht erfahren. Generell würde der Chef aber eher einen Kredit aufnehmen als billig zu verkaufen. Vor 2 Jahren hat er 800t Braugerste verkauft, nach dem achten LKW hieß es dann, dass die Qualität nun nicht mehr ausreichend sei. Seitdem lagerte die Gerste auf dem Betrieb und wurde nun gerade an einen anderen Händler vermarktet.
Ich kann nur vermuten, dass ein Teil des Geldes von den zahlreichen Ölquellen auf den Feldern herührt.

Das muss man sich auch leisten können

Das auch - das weitaus spannendere Thema hierzulande ist aber, es mal eben schnell genehmigt zu bekommen.
Das stimmt, in der Bürokratie gibt es einen himmelweiten Unterschied. In Saskatchewan braucht man für so etwas keine Baugenehmigung. Mir wurde erzählt, dass die Silos und Tanks bei Gelegenheit mal angemeldet und in eine Karte eingezeichnet werden, mehr ist nicht erforderlich. Soweit ich weiß gibt es für so etwas praktisch auch keine Kontrollen. Problematisch sind nur die überall kreuz und quer verlaufenden Gas- und Ölleitungen, die verhindern häufig neue Bauwerke.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 08. November 2017, 09:23:00
Keine "Meredian"-Silos ?  ;D
Muss die reichste Firma in Kanada sein, war heuer zweimal drüben Silos über Silos immer der selbe Hersteller
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 08. November 2017, 11:17:52
Das muss man sich auch leisten können

Das auch - das weitaus spannendere Thema hierzulande ist aber, es mal eben schnell genehmigt zu bekommen.

Hast Du das probiert? Wieviel Volumen? Mit anständiger Befüllplatte und natrülich doppelwandigen geprüften Behältern wie ich Dich kenne. Und dennoch keine Genehmigung auch nicht außerhalb des WSG?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 08. November 2017, 12:04:12
Das muss man sich auch leisten können

Das auch - das weitaus spannendere Thema hierzulande ist aber, es mal eben schnell genehmigt zu bekommen.

Hast Du das probiert? Wieviel Volumen? Mit anständiger Befüllplatte und natrülich doppelwandigen geprüften Behältern wie ich Dich kenne. Und dennoch keine Genehmigung auch nicht außerhalb des WSG?

Ja, bin dran. Wird auch gelingen, aber ein steiniger Weg. Erstbefüllung wird sich wahrscheinlich um ein Jahr nach hinten verschieben.

Geht aber dabei nicht mal in erster Linie um die VaWS, als vielmehr um die Launen der UNB.

Unser Landkreis ist bundesweit bei Architekten, Planern und Firmen auf Platz 1 der Beliebtheitsskala  :P

So ist das halt, wenn langhaarige Ideologen eine Behörde führen..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lomp am 27. Januar 2018, 20:26:36
Hallo
an die Kollegen in Kanada, bzw. die eine Zeitlang in Kanada gearbeitet haben:

Gibt es Ansprechpartner für einen befristeten Aufenthalt
hier z.B. als MD-Fahrer, Erfahrung mit NH CR9080, JD..

Zeitraum wäre 2018_09 bis 2018_10 oder 2018_11 (bis Ende Ernte in Kanada!)

Danke
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 21. Februar 2018, 18:30:56
Hallo
an die Kollegen in Kanada, bzw. die eine Zeitlang in Kanada gearbeitet haben:

Gibt es Ansprechpartner für einen befristeten Aufenthalt
hier z.B. als MD-Fahrer, Erfahrung mit NH CR9080, JD..

Zeitraum wäre 2018_09 bis 2018_10 oder 2018_11 (bis Ende Ernte in Kanada!)

Danke

Kenne mich da zuwenig aus, aber wir haben ja paar Experte hier, die haben das vielleicht übersehen  :D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 26. Februar 2018, 08:52:11
Moing lomp

wegen deiner Anfrage zu Kanada...Drescherfahrer werden immer gebraucht
Ich kann evtl Kontakt herstellen, brauch aber noch ein wenig mehr Infos über dich.

Wo kommst du her, Alter, evtl Ausbildung, Erfahrungen (ca. Hektar, Früchte, Dreschertypen etc.)
Da du noch keine 10 Beiträge hast, kann man nicht mit PM arbeiten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Felix am 26. Februar 2018, 08:56:55
Hallo
an die Kollegen in Kanada, bzw. die eine Zeitlang in Kanada gearbeitet haben:

Gibt es Ansprechpartner für einen befristeten Aufenthalt
hier z.B. als MD-Fahrer, Erfahrung mit NH CR9080, JD..

Zeitraum wäre 2018_09 bis 2018_10 oder 2018_11 (bis Ende Ernte in Kanada!)

Danke

Eine gute Adresse für so eine Jobusche ist das Combine Forum, oder einfach mal bei Top Agrar etc. suchen.

Da ist auch immer was zu finden
http://www.uni-goettingen.de/de/praktika/43325.html (http://www.uni-goettingen.de/de/praktika/43325.html)
http://www.uni-goettingen.de/en/ferienjobs/350244.html (http://www.uni-goettingen.de/en/ferienjobs/350244.html)

Ansonsten hätte ich auch ein paar gute Kontakte nach Canada  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 08. März 2018, 17:12:46
Hallo zusammen,

da "lomp" sich nicht meldet, stell ichs hier mal rein... (wenns woanders hin soll/muss etc, bitte ich die Moderatoren dies zu tun, Danke)

Ein Freund von mir hat eine Farm in Kanada, genauer ca. 15km südlich von Winnipeg/Manitoba, (Deutsche Farm)
im sogenannten Red River Valley (feinste Schwarzerdeböden auf Schnurebenen Flächen).
Die Farm ist ein reiner Ackerbaubetrieb ohne Viehhaltung, ca. 2200ha groß.

zu meinem (bzw. seinem) Anliegen:
Da er kein Mitglied bzw. hier angemeldet ist, stells ich für ihn rein.
Er sucht für die Zeit von September bis Oktober 2018 einen Drescherfahrer, am besten mit Erfahrung, da der
turnusmäßige Fahrer seinen Techniker in Triesdorf macht und ab September ja die Schulbank drücken muss.
Am besten wären 6-8 Wochen am Stück für Soja und Maisdrusch... Hafer und Sommerweizen sollten da schon ziemlich weggebissen sein.

Drescher sind NH CR 9080 bzw. 9090 mit Draperschneidwerken (im Mais natürlich andere haha ;D)
Also falls wer Lust und Zeit hat oder wen weiß, bitte bei mir per PM melden.

Kost und Logis werden natürlich gestellt und Gehalt nach Verhandlung.

Ich war selbst jetzt zweimal drüben, hab aber Urlaubstechnisch nicht solange Zeit.
Wenn es doch mal regnet bzw es zeitlich passt, hat man super Unterhaltungsmöglichkeiten (auch abends  ;D) in Winnipeg, da ist man in 15-20 Minuten hin gefahren.

Als denn auf auf ...melden.

Danke
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 08. März 2018, 17:50:20
im sogenannten Red River Valley (feinste Schwarzerdeböden auf Schnurebenen Flächen).
Die Farm ist ein reiner Ackerbaubetrieb ohne Viehhaltung, ca. 2200ha groß.

Das ist also da, wo die Ortsangabe des Feldes ungefähr so erfolgen muss: 5 Felder rechts der Farm und 8 Felder hoch z.B.  ;)
War selbst noch nicht dort, aber so wurde es mir erzählt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 08. März 2018, 18:00:22
ist wirklich so...auf der Flurkarte kannst Schach spielen.
Aber sowas von sagenhaft, man ist eigentlich danach verdorben für sein ganzes Leben :)  jedenfalls gings mir so
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: stephanmh am 08. März 2018, 18:45:23
ist wirklich so...auf der Flurkarte kannst Schach spielen.
Aber sowas von sagenhaft, man ist eigentlich danach verdorben für sein ganzes Leben :)  jedenfalls gings mir so

Hallo,
kann ich so bestätigen. War ´94 selbst in der Region (Carman-Elm Creek) bei einem deutschen Farmer und wir stehen immer noch in Kontakt bzw. besuchen uns regelmäßig. Eine Erfahrung, die jeder "Junglandwirt" unbedingt machen sollte...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 08. März 2018, 20:10:47
Das navigieren ist dort allgemein anders, mir fehlten immer so Sachen wie Firmen,  Höfe,  markante Gebäude die man sich merken kann um anzubieten,  war froh wenn dort mal Silos oder markante Bäume waren.
Die Farm von deinem Bekannten ist für die Gegend auch schon eine stattliche Farm?!
Im Westen an der Grenze zu Saskatchewan waren vor 10 Jahren um die 1500ha eine übliche grösse, auch um die 2000, aber dort ist alles extensive,  unter Winnipeg hat man ja auch mal 8 Tonnen Weizen oder 10 Tonnen Mais..?!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 08. März 2018, 20:22:11
... unter Winnipeg hat man ja auch mal 8 Tonnen Weizen oder 10 Tonnen Mais..?!

Woran liegt das? Wenn Wasser kommt?

Wenn mein Junior schön bissel älter wäre, würd ich ihn gleich mal vorschieben  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 08. März 2018, 20:47:36
Das wird an einer Reihe von Faktoren liegen, Wasser ist  da teils ehrlich problematisch, weil es nicht gut weg geht wenn alles so flach ist, macht Bestellung,  Pflanzenschutzmittel und Ernte jeweils schwer.
Habe selber nur den Westen gesehen, dort liegen die Erträge bei etwa 5 Tonnen im Weizen und 4 bei Gerste und 3 bei Raps wenn nicht viel daneben läuft.
Der Westen hat aber 100 Tage Landwirtschaft,  Drillen ab 1. Mai, Ernte ab 20. August.
Flächendeckend rollenden hügelig mit Wald,  Busch und nassen löchern wie teils in Mecklenburg-Vorpommern.
Keine fungizide oder N Düngung im Bestand, u.a. Weil es im August in der Teigreife eine Nacht frieren kann.
Schwarzerde hat der Westen auch, aber nicht so mächtig, 30, 40 cm, darunter oft Ton.

Unter Winnipeg heisst es das die teil 1,5m oberboden haben, es muss im Frühjahr ehrlich losgehen da auch Kartoffeln,  Mais und Sonnenblumen gehen, Bestände werden intensiver geführt.  Was mich gerade interessiert ist die frostgefahr, es geht da ja nur um 1, 2 Nächte vor der abreife,  scheint da nicht so die Gefahr zu sein..
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 09. März 2018, 10:00:38
Frostgefahr hintenraus ist nicht ganz so das Problem, da bei den eintreteten Wechselfrösten "fast" nur noch Mais steht.
Wechselfröste im Frühjahr machen Winterfrüchte wie WW halt zum Lotteriespiel. den Winter mit teils unter -30grad überlebt der unter der dicken Schneeschicht.
Aber die Wechselfröste können ihn dann natürlich killen.
Ja der Boden ist schon faszinierend, wie schon geschrieben teils 1,50m obendrauf stark. Regnets, dann runter vom Acker--> Lauf Forrest lauf !!! pappt wie Knetgummi,
Aber....
trocknet extrem schnell ab und ist einen Tag nach dem Regen wieder "bearbeitbar".... DA es so flach ist, werden künstliche Gräben gefräst um Wasser rauszuleiten.
Tiefe Bearbeitung brauchste nicht, da er wenn er trocken ist Schrumpfrisse bekommt die tief runter gehen.
Erträge je nach Wasser (Wie überall), 2017 Bombenerträge in SW, Hafer, SR, hinten raus wars dem Soja und Mais dann zu Trocken.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: deewag am 09. März 2018, 10:03:09
Probleme sind aufgrund des flachen Landes eher Winderosionen.
Daher ist auch eine Vorwinterliche intensive Bodenbearbeitung teils kontraproduktiv.
Titel: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 14. März 2018, 20:50:32
Hallo,

ich habe lange gesucht, wo ich diesen Thread eröffne und eigentlich bin ich der Meinung, dass man bei der Gruppe "Landwirtschaft international" auch noch mehr Themen als die Österreichischen/Schweizer unterbringen könnte? Ggf. eine Ordnung "Ackerbau weltweit" oder so? Wenn diese Frage an richtige Stelle versetzt ist (oder auch hier bleiben soll), würde ich nämlich gerne das Gleiche zu Australien fragen.

Mich Interessiert der Ackerbau in Kanada. Habe dort früher selbst mal eine Zeit in der Nähe von Edmonton gearbeitet. Vorallem die Ernte begleitet und wüsste gerne von euch, welche Erfahrung bzw. welches Wissen Ihr über den Ackerbau dort habt.
Welche Regionen haltet ihr für wirtschaftlich gut? Wo sind genug Niederschläge, wo ist das Kälteproblem im Winter geringer bzw. akzeptabel? Und wie sind die politischen Rahmenbedingungen dort drüben?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 14. März 2018, 21:23:05
Habe das Thema mal an das bestehende angehängt. Internationale Themen sind in diesem Board mit einem gelben smily gekennzeichnet. Gibt da schon einige Threads.

Gruß

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 14. März 2018, 21:35:52
Danke, dann lese ich erstmal, bevor ich meine Fragen beantwortet haben möchte ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 15. März 2018, 09:49:47
Hallo,
[...]
Mich Interessiert der Ackerbau in Kanada. Habe dort früher selbst mal eine Zeit in der Nähe von Edmonton gearbeitet.
[...]

Wo denn? Ich war vor zehn Jahren in St. Michael, im Lamont County.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 15. März 2018, 13:44:08
war in der Nähe von Camrose ca. eine Stunde südlich von Edmonton. Die Gegend hat mir sehr gut gefallen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 18. März 2018, 19:01:37
Wie ist das Wetter in Kanada 🇨🇦 derzeit?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 18. März 2018, 20:47:57
Ostontario -16 letzte Nacht -6 durch den Tag sonnig
Noch 15 cm Schnee
Ende Woche um die null Grad Grenze
Nicht mehr viel Frost im Boden
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 22. März 2018, 20:12:30
soo, ich habs geschafft alles durchzulesen. Sehr Interessantes bei. Würde da nun auch gerne zu beitragen:

also wie geschrieben war ich auf einer Farm südlich von Edmonton. Die Familie hatte gut 2000ha Nettofläche. Bodenpunkte wären wohl so um die 90. Alles was viel schlechter war (unter 80), wurde die letzten Jahre wieder verkauft. Die Besitzer meinten, ihr Standort wäre weit genug von den Rockies weg, um nicht die Frostprobleme zu haben aber noch dicht genug dran, Niederschläge abzubekommen. 15km östlich wäre es ihnen zu trocken. Da in der Gegend auch noch Indiander Farmen und die Hutterer waren, ist das Land teils leider (für immer?) fest vergeben..
Angebaut wurde Raps, Weizen, Erbsen (grün und gelb). Alles Somerungen. Weizen wurde stehend gedroschen. Raps im Schwad, Erbensen sowohl als auch. Die 10,8m Schneidwerke waren flexibel und hatten Plastikfinger, da die Erbsen wohl direkt überm Boden abgedroschen wurden.
Der Betrieb war ausgestattet mit zwei Dreschern (damals 8010), zwei Schwadmähern, Magnum, zwei Knicklenker..fast alles von Case, eine alte CAT Raupe, ein paar kleine Traktoren für Überladeschnecken, zwei Sämaschinen (Direktsaat mit Düngetanks), eine Selbstfahrerspritze und eine gezogenen mit Stützrädern, ein Überladewagen und 5 LKW in verschiedenen Größen. Es gab auch zwei Scheibeneggen, die wurden aber so gut wie gar nicht bzw. die eine kleine, schwere nur zum Urbarmachen genutzt.

Bin im Juli dort angekommen und durfte erstmal reisen gehen. Wieder aus den Rockies zurück haben wir dann noch ein paar Tage gecampt und dann so laangsam mitm Schwaden angefangen. Müsste Mitte/Ende August gewesen sein. Später, nach dem Dreschen wurde teils mit dem Strohstriegel gearbeitet und dann noch ab und zu eine Entwässerungsfurche für den Winter gezogen und das war dann. Alles fast immer sehr enstpannt. Gab sehr oft eine Mittagstunde. Das Wetter hat in dem Jahr aber auch sehr gut mitgespielt und ich denke die Maschinen hätten einiges mehr geschafft.


Wie sieht es denn inzwischen in Kanada mit Verunkrautung aus? Gibt es viele "Roundup-Früchte verseuchte" Schläge/Durchwuchsprobleme bzw. andere Problemunkräuter, die man momentan schwer in den Griff bekommt? Gibt es ggf. sogar schon Farmen, die deswegen nicht mehr bewirtschaftbar sind?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 30. März 2018, 12:44:52
heute in der Top-Agrar (online): https://www.topagrar.com/news/Acker-Agrarwetter-Ackernews-Amerikanische-Farmer-warnen-vor-Folgen-der-Bayer-Monsanto-Hochzeit-9137733.html

ist das von "Grünen" abgeschrieben? Was ist dran an den "Superunkräutern" in Nordamerika bzw. Kanada?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 30. März 2018, 13:51:54
Hallo Peter, ich kann den Artikel nicht lesen aber resistente Unkräuter sind keine Spinnerei der Grünen, waren schon vor 3, 4 Jahren in amerikanischen Foren ein Thema unter Farmers,  ich erinnere mich noch daran das es hieß da helfe dann nur noch "kalter Stahl". Sofern das Unkraut nur punktuell auftritt geht da die Welt sicher nicht unter, es reduziert nur die Wirtschaftlichkeit, kostet Geld.  Sei es in Form von Schlepper und MA Stunden, Diesel, Miete per kauf von Technik die derzeit nicht im Betrieb ist, andere Fruchtfolgen
Man muss aber auch sehen das es immer Veränderungen gibt, hierzulande wie dort.
Klassische denkt man bei Westkanada an starken Weizenanbau, in den 60er, 70 Jahren war das wohl auch so. Weizen hatte einen grossen Nachteil den man so nicht vorstellen kann: Bei der Vermarktung war das Wheatboard in Winnipeg involviert,  teils kam das Geld erst nach einem Jahr.. Sicher mit Grund warum andere Früchte mit in die Folge kamen..
Ende der 90er, in den 2000ern boomte der Raps, durch Wechsel von roundup und liberty link Sorten haben manche Farmer 4,5 Jahre infolge Sommerraps gefahren, bis es nicht mehr ging, u.a. Wegen Unkräuter.
Hatte neulich zahlen gelesen wie sehr der Anbau von Hülsenfrüchte und Linsen die letzten 10 Jahre in westkanada zugenommen hat, einfach weil es die Bewegung zum Fleischwaren essen und entsprechende Produkte der Industrie gibt, dies hätte man vor Jahren auch nicht gedacht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 30. März 2018, 23:06:46
Resistenz gibt es bei jedem Herbizid , Fungizid, oder Insektizid je laenger es gebraucht wird um so mehr.
Roundup—ready ist ein tread über das am meisten geschrieben wird. Ich weiss nicht genau , aber es gibt sicher hunderte verschiedene Arten von gen manipulierten anderen Sachen.
Natuerlich gibt es auch die Gruene Lobby in Nordamerika.Keine Frage da wird Monsanto fuer alle Sachen verantwortlich gemacht, die vielleicht mal schief laufen koennen.
Kalter Stahl ist keine Alternative im Konventionellen Anbau von Weizen, Raps und Mais .dies sind die drei grössten angebauten Crops in Kanada.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 31. März 2018, 08:55:58
Das mit den "Superunkräutern" ist natürlich wieder eine Marketingmasche.

Wir bekommen Resistenzen auch ohne GVO hin und das schon in spürbar unangenehmen Ausmaß (AFS, RGK).
Dagegen ist die Glyphosat Resistenz easy in den Griff zu bekommen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 21. Juli 2018, 22:12:43
Wie siehts aktuell in Kanada 🇨🇦 aus ? Gute Ernte ?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: EWD am 21. Juli 2018, 22:43:38
Es ist noch alles grün und der Raps blüht noch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Juli 2018, 02:07:38
Servus,

In unserer Gegend (nördliches Alberta, ca. 550 km nordwestlich von Edmonton) wird definitiv eine überdurchschnittliche Ernte erwartet. Bin mittlerweile die 4. Saison auf der Farm (werde bei Gelegenheit noch bissl was zu meiner Person im Vorstellungsbereich schreiben, bisher nur stiller Mitleser). Üblicherweise ist die Region hier, genauer gesagt das Peace-Country, häufig von Sommertrockenheiten betroffen, ich würde mal sagen in 7 von 10 Jahren. Dieses Jahr hatten wir großes Glück mit den Niederschlägen. Lediglich direkt nach der Aussaat war es viel zu trocken und v.a. der Weizen lief ziemlich ungleichmäßig auf, hat sich aber mittlerweile halbwegs verwachsen.

Kann man aber wohl nicht pauschalieren, habe zuletzt Niederschlagsgrafiken von Südalberta gesehen, die z.T. deutlich weniger Niederschlag haben als in Durschnittsjahren. Selbes gilt für einige Bereiche von Saskatchewan.
Direkt nördlich und südlich von uns ist es hingegen zu nass gewesen, v.a. die Erbsenbestände haben regional stark gelitten.

Wir befinden uns derzeit in den Erntevorbereitungen. Auftakt wird unsere Grassamenvermehrung machen, irgendwann in der 1. Augustwoche. Die Erbsen blühen derzeit langsam ab, je nach Witterungsverlauf denke ich wird es damit nicht vor der 3. Augustwoche losgehen. Weizen ist derzeit in der Milchreife und die früher gesäten Rapsflächen blühen langsam ab. Denke das Timing für das Schwaden des Schwadraps wird irgendwo Ende August oder im frühen September liegen. Der Großteil unserer Rapsflächen wird allerdings direkt gedroschen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: donnershag am 22. Juli 2018, 11:38:34
Peace River, das heißt doch lange kalte Winter. Wie sind die Böden bei euch? Wann gerodet? Ich selbst war ein par mal südlich von euch, Westlock, Bearhead etc.. Wenn ich mich recht erinnere bin ich ins Peace River County ein paar hundert Kilometer durch Buschland gefahren.

Gruß
Martin
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Juli 2018, 17:45:18
Hallo Martin,

Deine Erinnerung stimmt, auf den Weg nach Nordwesten durchfährst du erstmal einige Stunden lang Buschland bevor du im Peace Country ankommst. Die Winter sind i.d.R. lange, kalt und z.T. unberechenbar. Hatten letztes Jahr bereits gegen Ende Oktober minus 25 grad (der Betriebsinhaber, der seit 1995 in der Region wirtschaftet hat auch schon von Wintern mit Temperaturen von bis zu minus 55°C berichtet)...und saßen am 20. April immer noch hüfthoch im Schnee. Aussaat beginnt aber dennoch im Schnitt der Jahre am 1. Mai. Ernte geht mindestens bis Anfang Oktober, in manchen Jahren auch bis Ende Oktober.

Die Geschichte der Region, bzw. der Kleinstadt hier geht ca. auf das Jahr 1890 zurück...zu dieser Zeit wurden die ersten Homesteads errichtet und das erste Farmland gewonnen. Unser "jüngstes" Feld stammt irgendwann aus den 1970er Jahren.

Wir bewirtschaften Luvisol Böden, bzw. Fahlerde. Im hießigen Sprachgebrauch wird unser Boden als "grey-wooded-soil" beschrieben. Haben nur nen relativ flachgründigen Oberboden, mit ca. 15 - 20 cm. Darunter kommt ein stark tonangereicherter Unterboden. Das wird hier auch als "hardpan" bezeichnet und ist typisch für die Gegend.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: donnershag am 22. Juli 2018, 19:24:09
 Also auch so eine Gegend, wo nachts den Drescher mit dem Motor nach Osten abstellt.

Gruß
Martin
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: miltischnorrer am 23. Juli 2018, 00:40:37
Welchen Hintergrund hat die nächtliche Ausrichtung des Dreschers?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 23. Juli 2018, 07:25:44
Ich vermute mal, die Sonne geht im Osten auf und wärmt zuerst mal den Motor vor ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: donnershag am 23. Juli 2018, 07:26:32
Bei klarem Wetter kann es in Oktober nachts schon kalt werden. Aber die Sonne wärmt sehr Früh. Im Frost wird die Maschine gewartet, dann Frühstück, danach Motorstart. Mein Mischwagentreclermotor lebt damit auch ganz gut.

Gruß Martin
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: T7.250 am 23. Juli 2018, 13:10:13
Hallo Martin,

Deine Erinnerung stimmt, auf den Weg nach Nordwesten durchfährst du erstmal einige Stunden lang Buschland bevor du im Peace Country ankommst. Die Winter sind i.d.R. lange, kalt und z.T. unberechenbar. Hatten letztes Jahr bereits gegen Ende Oktober minus 25 grad (der Betriebsinhaber, der seit 1995 in der Region wirtschaftet hat auch schon von Wintern mit Temperaturen von bis zu minus 55°C berichtet)...und saßen am 20. April immer noch hüfthoch im Schnee. Aussaat beginnt aber dennoch im Schnitt der Jahre am 1. Mai. Ernte geht mindestens bis Anfang Oktober, in manchen Jahren auch bis Ende Oktober.

Die Geschichte der Region, bzw. der Kleinstadt hier geht ca. auf das Jahr 1890 zurück...zu dieser Zeit wurden die ersten Homesteads errichtet und das erste Farmland gewonnen. Unser "jüngstes" Feld stammt irgendwann aus den 1970er Jahren.

Wir bewirtschaften Luvisol Böden, bzw. Fahlerde. Im hießigen Sprachgebrauch wird unser Boden als "grey-wooded-soil" beschrieben. Haben nur nen relativ flachgründigen Oberboden, mit ca. 15 - 20 cm. Darunter kommt ein stark tonangereicherter Unterboden. Das wird hier auch als "hardpan" bezeichnet und ist typisch für die Gegend.

Auf welchen Breitengrad ist man dort wo du bist?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 25. Juli 2018, 04:14:26
Wir befinden uns ca. auf dem 56. Breitengrad.

Hab gerade mal zwei Bilder angehängt. Einerseits von unseren Weizen. Dabei handelt es sich um Grannenweizen der Sorte Stettler (sog. hard red spring wheat). Und dann noch von unseren gelben Erbsen..., die früh gesäten Flächen haben mittlerweile fast komplett abgeblüht. Bis letztes Jahr hatten wir auch noch grüne Erbsen (Saatgutvermehrung) im Anbau, haben diese aber aus der Fruchtfolge gekickt.

Der im Bild gezeigte Weizen ist ohne Fungizidbehandlung. Lediglich ein Feld (120 Hektar) haben wir testweise behandelt. Betriebsinterne Versuche der letzten Jahren haben allerdings keinen betriebswirtschaftlichen Nutzen der Fungi-Behandlung gezeigt..., mal sehen wie es sich dieses Jahr verhält.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 08. August 2018, 08:56:28
Habe gestern die erste Meldung bekommen, dass die Ernte im Süden Saskatchewans mit Erbsen begonnen hat.
Absolute Erträge weiß ich nicht. Die Farmer sind aber zufrieden.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. September 2018, 22:39:03
Unser kleines Fair hier einige Fotos
Bestes Mais
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. September 2018, 22:40:33
Soya
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 06. September 2018, 22:43:08
Ouilt show
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: farming.ch am 07. September 2018, 11:49:05
Sehr schöner Beitrag, von der Fair bei Euch  :)!

Und so einen Vergleich der Produkte kann auch wirklich die Leute anspornen, motivieren!
Unterhaltsam ist es dazu wohl auch noch, und gesellig.

Etwas quergedacht, ist schon bald antikapitalistisch, so ne Fair... Motivation nicht nur über Ertrag, Preis an der Börse und Profit ;-).
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. September 2018, 05:43:07
Danke !
Ja ich bin schon sehr lange Helfer .
Einige unser best besuchten Events:
Agricultural Education Day.  1400 Kinder von vielen Schulen, große Helferschar mit allen moeglichen Hands -on Attraktionen
Truck Pull mit verschiedenen Kategorien
Demolition Derby
Vieh Shows   4H Show
Quilt Show 160 Quilts neu dieses Jahr
Field Crops Beurteilung, Blumen Show,Gemüse Show,Handcraft Show
Tractor Pull Antiks Show
Western Horse Show
Alles wird von unserer Agriculture Society organisiert,von vielen gesponsert mit einem Budget von um die 250000 Dollar
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. September 2018, 05:54:58
Noch einige Bilder
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. September 2018, 05:56:56
Bunt gemischt
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 08. September 2018, 08:39:08
Könntest Du mal 4H erklären? Ist das sowas wie hier die Landjugend?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: hanna am 08. September 2018, 09:03:59
In Dänemark gibt es auch 4H >>>> Hånd, Hoved, Hjerte og Helbred
Eine fleissige Hand, ein helles Köpfchen, ein gutes Herz und gute Gesundheit.
Für die Kinder ist es learning by doing.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Klaus am 08. September 2018, 09:33:04
Könntest Du mal 4H erklären? Ist das sowas wie hier die Landjugend?

Moin,

canuck kann sicherlich mehr dazu sagen, aber es ist so wie Du sagst, die 4H Organisation ist mit der hiesigen Landjugend vergleichbar.

https://de.wikipedia.org/wiki/4-H


VG
Klaus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 08. September 2018, 10:14:55
Dankeschön.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. September 2018, 15:29:13
Sehr gut erklärt  by Wiki
Ist sehr gute Lebensschule fuer Jugendliche, nicht nur Farmkid
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 09. September 2018, 05:07:11
Bilder vom Fair
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 09. September 2018, 05:09:39
4H Vieh Show
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 09. September 2018, 05:11:47
Antik
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 09. September 2018, 05:14:25
Mehr
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 09. September 2018, 05:20:32
Holstein und Ayrshires
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 12. September 2018, 19:32:27
Schnee

https://mobile.twitter.com/BSchoorlemmer/status/1039881852243214338

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 12. September 2018, 19:38:21
Das kann passieren, für zentral Saskatchewan besteht derzeit auch Gefahr von Schnee. Alle 8 bis 10 Jahre kann man da mit grossen Ausfällen durch kälteeinbrüche (kein Schnee sondern Frost in der Teigreife) rechnen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: guest50776 am 12. September 2018, 19:44:33
Schnee

https://mobile.twitter.com/BSchoorlemmer/status/1039881852243214338
Wenn das großflächig so ist, könnte es den Preis stützen...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 12. September 2018, 20:03:35
Schnee

https://mobile.twitter.com/BSchoorlemmer/status/1039881852243214338
Wenn das großflächig so ist, könnte es den Preis stützen...

Ich denke nicht
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 12. September 2018, 21:59:19
Bin gerade In Grande Prairie Alberta.
Über Nacht mehr als10 cm Schnee.
Ernte hat erst begonnen...
Gottseidank habe ich die lange Emma und Winterhandschuhe noch mit eingepackt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 13. September 2018, 04:36:15
Am anderen Ende von Kanada am Atlantik
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 16. September 2018, 13:13:30
Ebbe und Flut 16 Meter.  Bay of Fundy
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 16. September 2018, 13:16:37
Grosse Dairy Farm Bay of Fundy Nova Scotia
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 17. September 2018, 04:06:02
Bin die letzten Tage einige km durch Kanada gekommen.
Generell ist aktuell Erntepause, da es fast von High Prairie über Saskatoon bis an die Grenze zu Manitoba geregnet hat.
Habe meinen  Geländewagen fast versenkt als ich mal kurzentschlossen vom Higway abgebogen bin um etwas über die Sections und Quaters zu fahren...
 
Bei High Prairie in Alberta hat es noch einmal geschneit und weitere Bestände sind ins Lager geangen.
Um Edmonton ist es auch sehr feucht aber nicht so viel Lager.
Ab Saskatoon Ostwärts ist die Ernte relativ weit fortgeschritten.

Was meine persönliche Einschätzung betrifft wir Grain hauptsächlich im "straight cut" (also Standdrusch) geerntet, während bei Canola der Großteil noch mit dem Windrower auf Schwad gelegt wird.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 17. September 2018, 04:12:54
Canola zwischen Saskatoon und Yorkton
Canola auf Schwad
Entlang eines Quarters
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Grenzstein am 17. September 2018, 04:16:59
Fendt 1050
Case Quadtrack
JD RX
Spritzen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Stanky am 17. September 2018, 07:07:28
Ebbe und Flut 16 Meter.  Bay of Fundy
Das ist ja wohl der größte Tidenhub auf der Erde, 16m ist ja schon ein Wort! :o Da wäre halb Schleswig Holstein Watt. ;)
Gruß
Frank
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: MF6170 am 17. September 2018, 07:11:45
Servus,
haben die JD RX schon ein "Abschleppseil" fix montiert? Das Seil ist wahrscheinlich am Hinterwagen fixiert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 19. September 2018, 19:35:24
Boah ... Ich hab mir bei den Videos schon gedacht das das bestimmt riesenbockmist ist den Raps mit Schnee drauf ins schwad zu legen (hab mal durch Frost gefrorenes Gras zusammen schwaden lassen - nie wieder ... da waren 16:00 noch eisstückchen drin obwohl es aufgetaut ist und trocken war ...)

https://mobile.twitter.com/heckticacers/status/1041908859772624898
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 21. September 2018, 23:11:11
Fuer überbetrieblichen Hausgebrauch
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 22. September 2018, 09:14:17
Fuer überbetrieblichen Hausgebrauch

Klasse. Finde ich gut  :D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 02. Oktober 2018, 02:24:49
Sind mittlerweile zu ca. 2/3 mit der Ernte fertig. Nächtliche Temperaturen sind derzeit um die minus 10 Grad, Tags knapp über Gefrierpunkt. Hatten bisher Glück und den Schnee verpasst...der kam südlich von uns runter. Erbsenerträge waren stark über den Durchschnitt, Weizen knapp über Durchschnitt...mit Raps fangen wir erst an, dürfte aber auch ne überdurchschnittliche Ernte werden wenn Mutternatur mitspielt.

Aufgrund der hohen Erträge und des scheinbar frühen Winters ist hier momentan viel Bewegung in den Maschinenparks. Viele kaufen zusätzliche Drescher, andere Schneidwerke für mehr Effiziens, oder aber ersetzen vorhandene Drescher durch schlagkräftigere. Letzteres haben auch wir gemacht...und den kleinen S670 durch einen zweiten jungen gebrauchten s680 ersetzt.

Parallel zur Ernte läuft auf vielen Betrieben z.T. das Düngen der Flächen für die Aussaat im nächsten Frühjahr.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 02. Oktober 2018, 07:41:24
Sagt mal, geht das jetzt in Canada auch los, dass die bisher so gehütete Milchbranche für das Nachfolgeabkommen von NAFTA geopfert wird, oder ist das halb so schlimm?
Wie schätzen das die Leute vor Ort ein?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 02. Oktober 2018, 15:15:03
Sagt mal, geht das jetzt in Canada auch los, dass die bisher so gehütete Milchbranche für das Nachfolgeabkommen von NAFTA geopfert wird, oder ist das halb so schlimm?
Wie schätzen das die Leute vor Ort ein?
Nein da System ist nicht weg. Aber ungefähr 3.6% mehr einführen ,plus sog.class7.
Das heisst Milch Komponenten.
Sie sagen es kostet uns 240 Millionen im Jahr , was das auch immer heisst.
Aber das gleiche wurde ja schon gemacht bei anderen Trade Deals .
Milch Farmer sind nicht happy,aber der Druck war zu gross als Trump mit Zöllen drohte fuer Autos .
Zoelle sind schon auf Holz ,Stahl,Aluminium .
Politisch kann es in Quebec Folgen haben ,da etwa die Haelfte der Milch von dort kommt.Eine neue Regierung wurde dort gewählt letzen Montag.Von Mitte links zu Mitte rechts ist die kurze Zusammenfassung.
Milch bleibt immer noch ein politisches „be careful „ und die kanadische Milch hat im eigenen Land bei den meisten Leuten den Vorrang .
Wie ja immer sagen US Canada und México es sei ein guter Deal .Wenigstens die Regierungen  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 02. Oktober 2018, 16:37:21
Solang man weiß wo die Milch herkommt, kann man der ja den Vorzug geben. Nur bei Verarbeitungsware ohne Deklaration ist das ja egal.

Danke für Deine Einschätzung  :daumen1:

Bin gespannt wie das bei uns weitergeht: Handel/Verarbeiter wollen nur noch GVO-freie Milch, aber der Ami drängt mit Gen-Soja in den Markt. Wer solls fressen? Verarbeitung im Nahrungsmittelsektor, muss ja da nicht deklariert werden  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter am 03. Oktober 2018, 10:12:02
@canuck
nur aus Neugier: Sind die Milchprodukte aus den anderen Ländern im Supermarktregal dann spürbar billiger als eure Einheimischen?
 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Swissfarmer am 03. Oktober 2018, 12:35:18

viele dieser Quoten werden oder wurden über die Banken finanziert, ob das so einfach ist die Abzuschaffen denke ich nicht, da reden die schon noch mit....
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 03. Oktober 2018, 15:37:55
@ peter und swissfarmer
Solche Importe werden immer zur Herstellung von Produkten verwendet .wie zum Beispiel Pizza oder Brotaufstriche . Der Konsument sieht das gar nicht.Von billiger keine Spur, der Profit geht wie immer zum Mittelmann.
Und zur Finanzierungsfrage:ja die Banken haben viel Geld drin.Aber das wuerde eine Abschaffung kaum verhindern, denn schlussendlich traegt der Farmer das ganze Risiko.
Keine Angst diese Banken sind mit anderen Assets abgesichert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: farming.ch am 03. Oktober 2018, 17:08:52
@ peter und swissfarmer
Solche Importe werden immer zur Herstellung von Produkten verwendet .wie zum Beispiel Pizza oder Brotaufstriche . Der Konsument sieht das gar nicht.Von billiger keine Spur, der Profit geht wie immer zum Mittelmann.
Und zur Finanzierungsfrage:ja die Banken haben viel Geld drin.Aber das wuerde eine Abschaffung kaum verhindern, denn schlussendlich traegt der Farmer das ganze Risiko.
Keine Angst diese Banken sind mit anderen Assets abgesichert.

Ihr schützt den Inlandmarkt mit Zöllen? Dann hat jo der kanadische Staat so ca. den Differenzbetrag, für die Staatskasse.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 04. Oktober 2018, 05:36:11
 ;Dglaube kaum das jemand 200% Zoll zahlt.
Nein der Staat nimmt keinen Dollar von Dairy Zöllen ein.
Die ganze Milchquota kann nur effektiv sein, wenn strikte Kontrolle der Importe besteht.
Gerade darum werden wir von der ganzen Welt kritisiert.Ein Torn in den Augen der global Trader.
Immer wieder müssen wir Konsesionen machen bei Milch und Poultry,um bei anderen Sachen im internationalen Handel zu bestehen.Und gerade die USA ist unser weitaus groesster Handelspartner.
Aber die US bringt drei mal so viel Milch nach Canada ,wie wir nach Süden schicken.
Nicht zu vergessen das eine amerikanische Dairy Industrie die ganze Canadische Industrie in kurzer Zeit übernehmen wuerde,bei einem offenen Markt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 04. Oktober 2018, 12:46:19
;Dglaube kaum das jemand 200% Zoll zahlt.
Nein der Staat nimmt keinen Dollar von Dairy Zöllen ein.
Die ganze Milchquota kann nur effektiv sein, wenn strikte Kontrolle der Importe besteht.
Gerade darum werden wir von der ganzen Welt kritisiert.Ein Torn in den Augen der global Trader.
Immer wieder müssen wir Konsesionen machen bei Milch und Poultry,um bei anderen Sachen im internationalen Handel zu bestehen.Und gerade die USA ist unser weitaus groesster Handelspartner.
Aber die US bringt drei mal so viel Milch nach Canada ,wie wir nach Süden schicken.
Nicht zu vergessen das eine amerikanische Dairy Industrie die ganze Canadische Industrie in kurzer Zeit übernehmen wuerde,bei einem offenen Markt.

Das Quotensystem bei der Milch habe ich halbwegs verstanden. Aber wie läuft es beim Geflügel? Werden die Mengen da auch in bestimmten Abständen verhandelt, oder stehen die fest?
Stimmt es, dass die Quote deutlich teurer ist, als ein Stallplatz?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 04. Oktober 2018, 14:58:02
Das Milk -Poultry- oder Egg Marketing Board bestimmt die Mengen . Also weniger oder mehr, je nach Verbrauch und Imports .Die Boards sind vom Produzenten finanziert und sind mit Vertretern von allen Seiten besetzt.
Bei der Milch kenne ich es ziemlich genau. Es ist sehr vielschichtig in allen Belangen.Wenn jemand es genau wissen moechte ist unter supply management/dairy farmers of Canada .
Ja Quota Preise sind sehr hoch .Gerechnet wird bei Milch mit Butterfett. 1 kg pro Tag kostet 25000 Dollar
Also um jeden Tag ca. 100liternMilch zu verkaufen kostet es 100000.
Im vergleich sind Eier und Poulet noch teurer .ja teurer als der Stallplatz.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 18. Oktober 2018, 11:33:28
https://mobile.twitter.com/redwoodacres/status/1052398912877748229

Scheint wohl nicht nur der Schnee das Problem zu sein - der Raps friert nicht zur reife ... Körner grün - kann auch nicht gut für ölgehalt/Qualität sein ??

Verdankt hässliches Jahr für die Landwirte die es erwischt hat ...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tournesol am 18. Oktober 2018, 14:09:37
https://mobile.twitter.com/redwoodacres/status/1051973066924818434/photo/1

Der " juice " wird wohl ordentlich glyphosat- oder diquathaltig sein. So weit im Norden ist Sikkation die einzige Lösung um noch rechtzeitig zu ernten.

Die Ware kommt dann dank CETA problemlos in die EU und wir sollen ab 2021 ganz auf Glyphosat verzichten.

Da geht mir der Hut hoch.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 18. Oktober 2018, 15:40:24
Das auf schwad legen scheint reifetechnisch nix. Gebracht zu haben ...

Ja , Rückstände dürften da ja absolut unvermeidbar sein ... dabei soll importsoja aus USA evtl auch als gentechnikfrei eingestuft werden - hab das nur so von man Händler gehört - die hohen Messlatte gelten wirklich nur noch für die Idioten vor Ort scheint mir
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 18. Oktober 2018, 16:13:44
Das auf schwad legen scheint reifetechnisch nix. Gebracht zu haben ...

Ja , Rückstände dürften da ja absolut unvermeidbar sein ... dabei soll importsoja aus USA evtl auch als gentechnikfrei eingestuft werden - hab das nur so von man Händler gehört - die hohen Messlatte gelten wirklich nur noch für die Idioten vor Ort scheint mir

Das wäre ja der Hammer!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 18. Oktober 2018, 20:47:22
Gen tech soya ist ganz einfach sichtbar von blossem Auge.
Natuerlich kommt auch Gentech freies soya von Nordamerika.
ich weiss nur von eigener Erfahrung das einige Koerner von Diesem Stoff eine ganze Ladung das Gen techfreie Label zerstören.
Abreife kann auch mit Glyphos nicht herbeigefuehrt werden.ueberigens es ist eine Leichtigkeit das Zeug zu prüfen .
Gruene Koerner schrumpfen werden auch auf der Schwad nicht reif.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 19. Oktober 2018, 00:16:12
Das auf schwad legen scheint reifetechnisch nix. Gebracht zu haben ...

Ja , Rückstände dürften da ja absolut unvermeidbar sein ... dabei soll importsoja aus USA evtl auch als gentechnikfrei eingestuft werden ...

Ware aus Beständen, deren Abreife mittels Glyphosat Beschleunigt wurde, ist wenigstens ziemlich sicher nicht mit Roundup-Ready-Genetik ausgestattet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 19. Oktober 2018, 08:56:22
Das stimmt allerdings-wobei unter den Bedingungen deiquat wohl sicher die bessere Wahl ist , spart msn dich ja irgendwo ne woche- wenn man das erntegut so sieht wäre das gerade noch an der entscheidungsschwelle zum optimalen behandlungstermin.

Das wäre ja der Hammer!

Ja , ich denke auch.


Aber einfach nochmal zum Thema- dieses Jahr zeigt auch mal die Risiken auf die die Bewirtschaftung der Steppen in den nördlichen Kreisen mit sich bringt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 21. Oktober 2018, 17:05:05
https://mobile.twitter.com/redwoodacres/status/1051973066924818434/photo/1

Der " juice " wird wohl ordentlich glyphosat- oder diquathaltig sein. So weit im Norden ist Sikkation die einzige Lösung um noch rechtzeitig zu ernten.

Die Ware kommt dann dank CETA problemlos in die EU und wir sollen ab 2021 ganz auf Glyphosat verzichten.

Da geht mir der Hut hoch.

Ich muss mich mal in eure Diskussion einschalten... :D

Schenkt mal dem Bild und seinem Kommentar etwas mehr beachtung, er redet von "juice"..., meint aber damit, dass er die Erntepause nutzt um NH3 in den Boden zu schlitzen. Er redet definitiv nicht von Sikkation, da bin ich mir sicher.

Und ja, man bringt Raps hier im Norden mit angepasster Sortenwahl definitiv zur Abreife. Wir sind so ziemlich in der nördlichsten Ackerbauregion Kanadas und hab dieses Jahr keinen einzigen Hektar Raps abgespritzt. Mittlerweile verzichten wir auch fast komplett aufs Schwaden, viele Betriebe haben ihre Schwader mittlerweile sogar verkauft.

Zitat
Das auf schwad legen scheint reifetechnisch nix. Gebracht zu haben ...

Die Qualitäten zwischen Straightcut- und Schwadraps (unter der Voraussetzung von ca. gleichen Aussaattermin, damit es vergleichbar bleibt) unterschieden sich dieses Jahr nur unwesentlich. Hängt viel auch mit der Sorte zusammen, wie sie auf den Frost reagierten und vorallem wann genau der Frost zuschlägt.
Unser bester Raps brachte knapp an die 35 dt/ha, was ein Rekordertrag ist, und war gleichzeitig #1 und #2 Raps. Das war der Idealfall. Unsere Invigor-Sorte reagierte mit Ertrags-, statt Qualitätsverlust (mindestens 10-15 dt Ertragsverlust/ha). Anstatt grüne Körner verblieben hier komplett erfrorene Körner, die wurden hinten aus dem Drescher rausgeblasen zum Großteil. Vorteil: Es war trotzdem #1 oder #2 Raps. Hatten aber auch einiges an #3 Raps, oder Raps der als "Sample" eingestuft wird.

Zur Orientierung: für #1 darf der Anteil grüner Körner bei max. 2 liegen, für #2 bei maximal 6 und #3 maximal 20% grüne Körner. Unser schlechtestes Feld, dass Frost so richtig abgetoasted hat lag bei knapp unter 50% grün.
 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 21. Oktober 2018, 17:16:33
Über 30dt je ha für sommerraps-das ist stattlich!  Bei uns ist sommerraps am rapsglanzkäfer gescheitert ... ansonsten bestimmt eine wirtschaftliche Alternative zum winterraps - so ein paar grundsätzliche Punkte zur bestandesführung wären interessant - wird da höherer Wert auf insektizide/Fungizide gelegt? Düngung um die 100kg n je ha?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tournesol am 21. Oktober 2018, 21:55:06
Hallo Oberfranke, Du könntest Recht haben, er meint das flüssige "anhydrous" im Tank. Entschuldigung für das Missverständnis.

https://www1.agric.gov.ab.ca/$department/deptdocs.nsf/all/faq7206?opendocument

Ganz so unüblich scheint die Sikkation aber nicht zu sein, siehe Link zur Offizialberatung. Gegen das Verfüttern von behandeltem Stroh bestehen keine Bedenken .(Reglone ist das letzte Mittel mit Totenkopfsymbol) Ist halt alles Ansichtssache.
Die Rückstände, die der franz. Bauernverband CR in Importwaren an den Häfen gefunden hat kommen wohl nicht vom "burndown" vor der Saat.
Für mich erklärt das belastetes Bier, Müsli und Linsen.
Italien kauft keinen kanadischen Durumweizen mehr, stand im " Western Producer". ( offiziell wegen Glyphosatrückständen, vielleicht aber auch weil der kasachische billiger ist )
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 21. Oktober 2018, 22:46:08
Über 30dt je ha für sommerraps-das ist stattlich!  Bei uns ist sommerraps am rapsglanzkäfer gescheitert ... ansonsten bestimmt eine wirtschaftliche Alternative zum winterraps - so ein paar grundsätzliche Punkte zur bestandesführung wären interessant - wird da höherer Wert auf insektizide/Fungizide gelegt? Düngung um die 100kg n je ha?

Es wird letztlich auch einfach an der höheren Verbreitung des Sommerrapses dort liegen. Das ist ja hier das Problem und nicht der RGK ansich. 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 03. November 2018, 06:12:24
Soya Export im vollem Gang.Cargo Ship Onego Rio aus Holland wird aufgefüllt.Bis jetzt 66000 to nach Uebersee.Dieser Port am Sankt Lorenz erhielt bis jetzt 6500to taeglich angeliefert.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 03. November 2018, 10:58:05
Da springt euch Herr Trump zur Seite.  ;D

Die Zölle der USA mit China treffen ja voll den US-amerikanischen Sojaexport. Sei euch vergönnt. Kürzlich lief eine Reportage, da standen die betroffenen US-Farmer trotz immenser finanzieller Einbußen - ein Farmer sprach von 150,000 $ für seinen Betrieb - immer noch hinter ihren Präsidenten. Dann wird´s schon so richtig sein.   
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 03. November 2018, 11:09:28
Der US Export nach China ist tatsächlich eingebrochen, der insgesamt aber um 10% gestiegen. Passt gut zu den um ~ 10% gesunkenen Preisen.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 03. November 2018, 14:10:18
Da laufen die Kampagnen... bisher wurde noch nie was weggeschmissen !

https://mobile.twitter.com/notill4me/status/1058384532951445505
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 03. November 2018, 14:51:56
Der Markt fuer soya ist meist nicht fuer China hier im Osten.
Ja Preise sind um 20 % weniger als letztes Jahr.
Hoffe nun Herr Trump erhaelt mal ne erste Ohrfeige , bei den midterm elections.Es sind ja nicht nur Soya Produzenten ,Milch ist noch viel schlimmer.
Nach dem neuen Free-Trade sind vor allem unsere Michfarmer nicht sehr happy.
Groessere werden da sicher mehrere 100000 dollars Einbußen haben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 04. November 2018, 02:49:06
Über 30dt je ha für sommerraps-das ist stattlich!  Bei uns ist sommerraps am rapsglanzkäfer gescheitert ... ansonsten bestimmt eine wirtschaftliche Alternative zum winterraps - so ein paar grundsätzliche Punkte zur bestandesführung wären interessant - wird da höherer Wert auf insektizide/Fungizide gelegt? Düngung um die 100kg n je ha?

Hallo Tim!

Ja, wie gesagt, die Erträge waren dieses Jahr wirklich sehr gut. Wir hatten sogar Rapsflächen mit deutlich höheren Ertragspotential...aber dann kam halt der Frost.

Bestandsführung vom Raps ist eigentlich relativ einfach erklärt. Zunächst mal muss man wissen, und ich denke vielen hier ist das bewusst, dass eigentlich nur herbizid-resistente Sorten im Anbau sind. Wir persönlich haben zwei Systeme im Anbau, einmal RR-System und dann Invigor-Sorten von Bayer. Entsprechend erfolgt eine Herbizidbehandlung eben bei den RR-Sorten mit Roundup Transorb, und bei den Invigor-Sorten mit Liberty (+ der sog. pre-seed burnoff)

Insektizid kommt ganz aufs Jahr an. Nach bzw. während dem Auflaufen liegt das Augenmerk auf dem Rapserdfloh....in der Regel kommen wir da aber nicht über die Schadschwelle. Gibt aber auch viele Betriebe hier die jedes zweite Jahr Raps bringen, oder deren Fruchtfolge zu 100% auf Raps basiert (was natürlich höchst bedenklich ist)..., bei denen gehört die Überfahrt mit Insektizid gegen Erdfloh zum Standardprogramm, einfach weil keine Wahl bleibt. Trockenjahre sind häufig anfällig für Heuschreckenplagen..., in diesen Jahren gehört je nach Schadensmaß eine oder mehrere Überfahrten gegen Heuschrecken zum Programm. Und dann gibt es noch ne handvoll anderer Schädlinge die u.u. aber eher selten zum Problem werden können.

Fungizid spielt auch eher ne untergeordnete Rolle. Wird wenn überhaupt nur in Jahren mit regelmäßigen Niederschlägen und erhöhter Ertragserwartung in Betracht gezogen, primäres Ziel ist der Schutz gegen Sklerotinia. Dieses Jahr war es der Fall - wir haben 70% unserer Rapsfläche mit Fungizid behandelt...., standen aber mit der Entscheidung ziemlich alleine da unter den Nachbarbetrieben.

Stickstoff wird umgerechnet gut 130 kg/ha gegeben, was eigentlich so +/- ein Standardmaß im hiesigen Rapsanbau darstellt.


Um mein Gefasel mal zusammenzufassen: In einem durchschnittlichen Jahr (was hier eher tendenziell trocken ist) ohne besondere Vorkommnisse hinsichtlich Schädlingsdruck ist es nicht unüblich, dass der Rapsbestand nur einmal mit der Spritze überfahren wird, nämlich bei der Herbizidbehandlung.

Unten auf dem Bild ist meine/unsere derzeitig Hauptbeschäftigung zu sehen. Getreide aus den Grainbags holen. Haben relativ viel feuchten Raps in die Bags eingelagert mit z.T. um die 14% Feuchte, den holen wir jetzt nach und nach raus und schicken ihn durch unsere Trocknung. 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 04. November 2018, 06:40:40
Danke für die Darstellung.

MfG tim
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: sten am 04. November 2018, 07:51:26
Heuschrecken sind keine kleinen Tiere, was wird denn gegen diese ausgebracht? Vielen Dank für den Bericht!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: donnershag am 04. November 2018, 10:26:24
Hallo Oberfranke,
Diese Erträge realisiert ihr im Peace-River? Das ist ja relativ so, wie 15 t Weizen in der Börde. Wahnsinn!
Aber bald kommt bei euch ein langer, kalter Winter?

Gruß
Martin
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Biobauer am 04. November 2018, 11:32:51


Unten auf dem Bild ist meine/unsere derzeitig Hauptbeschäftigung zu sehen. Getreide aus den Grainbags holen. Haben relativ viel feuchten Raps in die Bags eingelagert mit z.T. um die 14% Feuchte, den holen wir jetzt nach und nach raus und schicken ihn durch unsere Trocknung.


der ist doch innerhalb von tagen kaputt mit der feuchte.

***Zitatebenen korrigiert***
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: klausg am 04. November 2018, 11:55:05

Unten auf dem Bild ist meine/unsere derzeitig Hauptbeschäftigung zu sehen. Getreide aus den Grainbags holen. Haben relativ viel feuchten Raps in die Bags eingelagert mit z.T. um die 14% Feuchte, den holen wir jetzt nach und nach raus und schicken ihn durch unsere Trocknung.


der ist doch innerhalb von tagen kaputt mit der feuchte.

Wenn der kalt und sauber eingelagert wird, passiert dem auch bei 14% nix

***Zitatebenen korrigiert***
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Stanky am 04. November 2018, 13:41:14

Unten auf dem Bild ist meine/unsere derzeitig Hauptbeschäftigung zu sehen. Getreide aus den Grainbags holen. Haben relativ viel feuchten Raps in die Bags eingelagert mit z.T. um die 14% Feuchte, den holen wir jetzt nach und nach raus und schicken ihn durch unsere Trocknung.


der ist doch innerhalb von tagen kaputt mit der feuchte.

Wenn der kalt und sauber eingelagert wird, passiert dem auch bei 14% nix
und nun ist mein Geschriebenes auch im Zitat, obwohl ich das hinter dem Zitat geschrieben habe.Begreife ich nicht?

Zitatebenen ebenfalls korrigiert  ;D
Wenn man oben durch Editieren 4 offene Zitatebenen in eckigen Klammern hat, aber anschließend nur 3 wieder geschlossen werden, steht alles innerhalb einer Zitatbox
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 04. November 2018, 14:11:22
Ich denke es ist der Luftabschluss der ihn konserviert.

Ein landhändler nutzt die Schläuche hier auch um Raps einzulagern... unbehandelte rohware , wenn der Schlauch dicht ist kommt die 6 Monate später so raus wie man sie rein getan hat.  Keine Bröckchen, Schimmel/Hitzenester  ...

In Kanada wird Schnee und wild wohl eher ein Problem sein wenn wie auf dem Bild auf dem Festland gelagert wird.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 04. November 2018, 16:59:47
Zitat
der ist doch innerhalb von tagen kaputt mit der feuchte.

Hi,

Nein, solange der Bag in Ordnung ist und keine Löcher (durch Wildtiere verursacht, v.a. Hirsche, Krähen und Bären) hat und die Einlagerungstemperatur halbwegs passt passiert da gar nichts. Ohne Löcher könnten wir den Raps da auch bis nächsten Frühling drin lassen und er käme raus wie am ersten Tag. Zumal wir in dem Fall bei Dauerfrost gedroschen haben und die Korntemperatur bei unter Null grad lag...auch mit 15 oder Notfalls 16% Feuchte würden sich meine Bauchschmerzen noch im Rahmen halten in dem Fall..., gibt genügend Farmer die das schon erfolgreich praktiziert haben.
Bei Weizen liegt die Schmerzgrenze irgendwo bei 25% Kornfeuchte, die man notfalls in nen Bag einlagern kann solange die Voraussetzungen halbwegs passen.

Das ist ja der Hauptbeweggrund für das Grainbagging..., die Drescher bringen deutlich mehr Schlagkraft als die Trocknungen aufweisen um mithalten zu können. Also nutzt man die Getreidebags als Puffer für das feuchte Getreide. In der arbeitsärmeren Zeit nach der Ernte leert man dann die Schläuche und versucht sie entweder direkt feucht zu vermarkten, oder trocknet sie selbst.

@donnershag, genau...der Winter ist auf dem Vormarsch. Haben die letzten beiden Tage ca. 15 cm Neuschnee bekommen und es soll noch bis morgen Früh weiter schneien. Für Dienstag werden dann nächtliche Tiefstwerte von minus 22° erwartet. Im tiefen Winter sind dann auch minus 40 grad keine Seltenheit, bzw. der Betriebsinhaber hat auch schon von Temperaturen unter minus 50°C berichtet.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: 309CA am 04. November 2018, 18:50:18
Wie oder für was wird das Feuchtgetreide verwendet wenn ihr es so verkauft ?? Wieviel % der Ernte wird im Schnitt der Jahre trocken geerntet. Der Winter wäre mir viel zu lang und zu kalt aber als reiner Ackerbauer kann man den Winter auch in Florida, Kuba DomRep oder sonst wo verbringen verbringen
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 05. November 2018, 00:24:22
Wie oder für was wird das Feuchtgetreide verwendet wenn ihr es so verkauft ??

Der Landhandel (sog. Elevator) schickt dass dann durch seine eigene Trocknung und berechnet halt Trocknungskosten.

Kommt aber auch stark auf die Situation und das Jahr an. Z.B. kam südlich von uns im September ein ganzer Schwung Schnee runter. Wir hatten zwar keinen Schnee, aber noch nicht vollkommen reifen/trockenen Weizen. Die Farmer südlich konnten z.B. ihre Weizenkontrakte für den September nicht erfüllen, weil ihre Bestände unter Schnee waren, bzw. danach klatschnass, was wiederum dazu führt, dass die Grainelevators ihre Kontrakte mit den großen Grainterminals an der Küste in Vancouver nicht erfüllen können. Also wurde den Farmern die halbwegs druschfähigen Weizen hatten zugestanden feucht anliefern zu dürfen - wir haben ca. 700 Tonnen Weizen mit 20% Feuchte weggebracht. Natürlich wurden Trocknungskosten berechnet...aber dennoch ist es ne Win-Win-Situation für beide Seiten. Der Landhandel kommt an Ware, und wir konnten eher als geplant mit der Weizenernte loslegen, was aufgrund der geographischen Lage nen ordentlichen Vorsprung bedeutet. Denn für unsere eigene Trocknung hätten wir nicht mit 20% Feuchte gedroschen, oder zmd. nicht so eine große Menge...dauert einfach relativ lange zum Trocknen mit unseren Mitteln.


Zitat
Wieviel % der Ernte wird im Schnitt der Jahre trocken geerntet.

Schwer zu sagen. In trockenen Jahren mit durchschnittlichen oder unterdurchschnittlichen Erträgen besteht die Chance die Trocknung gar nicht zu brauchen...
Jahre mit guten Erträgen bedeuten häufig ne längere Vegetationsperiode, weil genug Wasser zur Verfügung stand, da ist es dann nicht selten, dass kaum trockene Ware gedroschen werden kann. Zum einen weil diese Jahre die Neigung zu regelmäßigen Niederschlägen und damit verbundenen Erntepaus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: muh am 05. November 2018, 06:35:21
Wie setzt ihr dann die Verluste bei einem Drusch mit 20/22% feuchte anstatt von 14/15/16%
an?
Das nacht ja schon was aus. Denn bei höherer Feuchte wird einfach Ertrag zerrieben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 05. November 2018, 08:22:25
Finde die Berichte hier immer sehr interessant. Gibt es eigentlich auch amerikanische landwirtschaftlichen Foren? Würde mich sehr interessieren.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 05. November 2018, 21:21:23
Schau mal unter
www.thecombineforum.com/forums/
Es gibt weitere Foren,  hier ist der Norden der Staaten und Kanada recht gut vertreten.
Das Thema Trocknung war die letzten Wochen ein grosses Thema. Vor 11 Jahren hatten in westkanada nur wenige Farmen eine Trocknung, oft hatte man ein paar Silos die belüftet werden konnten oder veraltet Satztrockner,  die Erfasser nahmen meist nur trockene  Wahre, konnten oft nur in die Züge Umladen. Es scheint so als haben Dde richtig grossen Betriebe die letzten Jahre in  Trocknungen wie es sie sonst in den maisgegenden gibt investert. Ist aber auch ein gewisser Sprung von der zapfwellenbetribenen Schnecke mit der an 5, 6 Stellen Silos am Feldrand bzw. von gepachteten Farmen zu befüllen hin zu einer automatisierten trocknung und Erfassung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 05. November 2018, 22:55:10
Wie setzt ihr dann die Verluste bei einem Drusch mit 20/22% feuchte anstatt von 14/15/16%
an?
Das nacht ja schon was aus. Denn bei höherer Feuchte wird einfach Ertrag zerrieben.

Offen gesagt:

Verlust Minimierung ist uns wichtig, die werden relativ häufig kontrolliert und bestmöglich gesenkt, bzw. der Kompromiss zwischen Effiziens und Verlusten gesucht.


ABER: In dem konkreten Fall wäre jede Zahl die ich dir nennen würde gelogen, kann ich schlicht weg nicht quantifizieren. Wie gesagt, solche Kornfeuchten werden ja nicht ohne Grund in Kauf genommen. Wir hatten den ersten Schnee verpasst und der nächste war in der Vorhersage, dieses Zeitfenster haben wir genutzt, da uns vom Landhandel eine Abnahmemenge X zugesichert wurde. Natürlich haben wir die Grundeinstellungen gewissenhaft gewählt, und auch zu Beginn paar Schalen geworfen, aber wo sich die Verluste im Durchschnitt eingependelt haben, bzw. wie hoch sie in den grünen Inseln waren weiß ich nicht.
Der Punkt ist halt letztendlich der, Kanada an sich ist schon ein Grenzstandort für Ackerbau, und wir im norden Kanadas sind wohl der Grenzstandort unter den Grenzstandorten...da fällt dann der Kompromiss zwischen Verlusten und Effiziens mit fortschreitender Jahreszeit immer mehr zugunsten der Effiziens aus....zumal wenn mal die ersten Schneefälle angekündigt sind wird man hier keinen Farmer mehr finden, der mit der Fangschale übers Feld läuft.

Zitat
Das Thema Trocknung war die letzten Wochen ein grosses Thema. Vor 11 Jahren hatten in westkanada nur wenige Farmen eine Trocknung

Ganz klar...., eine leistungsfähige Trocknung ist fast soviel Wert wie eine Crop-Insurance, also eine Versicherung. Zum einen mal ist es deutlich wahrscheinlicher die Ernte komplett einbringen zu können (Quantität), und zum anderen ist es natürlich auch für die Qualitätssicherung ein deutlicher Zugewinn. Z.B. halt das klassische Beispiel Weizendrusch, die Möglichkeit selbst große Mengen trocknen zu können unterscheidet nicht selten ob man #1 oder #2 Weizen, oder Futterweizen drischt.

Mittlerweile fangen wir eigentlich auch in verhältnismäßig frühen Jahren an, feuchten Weizen vom Feld zu nehmen (meistens so mit 17% Feuchte) und warten nicht bis er am Halm trocknet. Ist einfache ne "pro-aktive" Handlung die mehr und mehr notwendig wird, wenn man bei wachsenden Betriebsgrößen (und Strukturwandel ist hier genauso ein Thema wie in Deutschland) vor dem Winter mit dem Dreschen fertig werden will.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: muh am 06. November 2018, 06:34:05
Noch eine Frage:
Wie bekommt man einen Weizenbestand durch den Drescher, der ne Ladung Schnee abbekommen hat? Also korn ok, aber das pitschnasse stroh?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 06. November 2018, 10:54:29
Schau mal unter
www.thecombineforum.com/forums/

Danke für den Tipp ;-)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 06. November 2018, 16:42:11
Noch eine Frage:
Wie bekommt man einen Weizenbestand durch den Drescher, der ne Ladung Schnee abbekommen hat? Also korn ok, aber das pitschnasse stroh?

Grüß Dich,

Letztlich gibt es zwei Szenarien. Entweder der Schnee kommt früh in der Saison, es wird danach wieder schön --> dann hat man die Chance, dass es nochmal abtrocknet, natürlich muss man den Weizen dann vom Boden wegkratzen.

Zweites Szenario: Wenn der Schnee spät in der Saison kommt, und es nicht gerade 30 cm sind --> Z.T. wird dann tatsächlich versucht bei Nacht bzw. Dauerfrost zu dreschen und den Schnee mit durch den Drescher zu lassen. In dem Fall geht es aber nicht mehr drum den maximal möglichen Ertrag runter zu holen, sondern schlicht und ergreifend darum, die Fläche für die nächste Saison zu räumen und gleichzeitig schon noch ein bissl Ertrag einzubehalten. Wir haben das bisher (kaum) gemacht, habe aber schon von Farmern gehört, die öfters mit solchen Umständen zu kämpfen hatten. Da wird dann schlicht und ergreifend während des Dreschens die Reinigungsklappe der Überkehr offen gelassen....denn die Überkehr bedankt sich i.d.R. am wenigsten über den Schnee.

Die Siebe und der Vorreiniger aber auch nicht so wirklich.

Haben dieses Jahr wie schonmal gesagt den großteil vom Raps bei Dauerfrost gedroschen. Ging auch gut. In einer Nacht zog ein Tiefdrucksystem durch und die Luftfeuchte stieg sprunghaft an...die Rapspflanzen waren in kürze mit Raureif bedeckt. In den Drescher lief es gut rein, bis beim ersten Drescher die Überkehr mit einem Staub-Eis-Schnee gemisch zubetoniert war..., selbes Spiel mit den Sieben (siehe angehängtes Foto). Der Spaß am nächsten Morgen hielt sich in Grenzen.


Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: halbspaenner am 06. November 2018, 17:21:37
Moin Oberfranke,
erstmal vielen Dank für Deine eindrucksvollen Schilderungen :daumen:, da werden unsere ackerbaulichen Probleme hier auf einmal ganz schön klein...
Jetzt mal eine Frage: Wie groß muß da bei Dir am klimatischen Rand der Ackerbauwelt eine 08/15-Farm sein um ein einigermaßen Einkommen zu erwirtschaften? Wie verhält es sich mit der Fluktuation der Eigentümer/Pächter? Könnt mir vorstellen, daß 2 besch.... Jahre so manch einem das Genick brechen.
Gruß aus der immer noch trockenen Braunschweiger Börde, Rudolf
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 06. November 2018, 18:07:59

Zitat
da werden unsere ackerbaulichen Probleme hier auf einmal ganz schön klein...

Servus,

Von kleineren, oder größeren Problemen würde ich nicht mal sprechen..., aber sie sind definitiv von anderer Natur, die man sich als Mitteleuropäer kaum vorstellen kann. Genauso wie die Kanadier sich unsere Probleme nicht vorstellen können, als Beispiel wäre hier mal die DüVO zu nennen... ;D

Zitat
Jetzt mal eine Frage: Wie groß muß da bei Dir am klimatischen Rand der Ackerbauwelt eine 08/15-Farm sein um ein einigermaßen Einkommen zu erwirtschaften?

Hm..., die kleinsten Familienbetriebe die mir bekannt sind und scheinbar OK über die Runden kommen bewirtschaften so um die 8-10 sog. Quartersections (in etwa 50-60 Hektar, je nach dem wieviel Buschland auf den Quarters vorhanden ist)..., sprich so um die 400 - 600 Hektar. Denke aber das ist tatsächlich irgendwo das Minimum. Und die großen finanziellen Sprünge sind dann wohl auch nicht drin...meistens wird dann noch mit Equipment aus den 80er oder 90er Jahren gewirtschaftet und die Zeit scheint auf den Höfen ein Stück weit stehen geblieben. Betriebe der Art sind aber tatsächlich am Aussterben, die Betriebe die mir in der Größe bekannt sind werden die nächsten Jahre definitiv aufhören, v.a. weil kein Nachfolger vorhanden ist. Was im Umkehrschluss auch z.T. wieder der Grund dafür ist, dass nicht mehr investiert wird.

Die durchschnittliche Betriebsgröße pendelt sich tatsächlich irgendwo um die +/- 2000 Hektar ein würde ich sagen. In der Liga spielen wir auch mit derzeit 2.300 Hektar. Diese Größenklasse ist definitiv sehr Attraktiv, man kommt mit wenig AK aus (Hauptsaison insgesamt 4 Arbeitskräfte, Nebensaison, sprich nach Aussaat bis Ernte wäre Notfalls alleine machbar). Wir kommen mit einer Sämaschine, einer Spritze und zwei Dreschern aus. Maschinenkosten pro Bewirtschaftungseinheit, bzw. die Maschinenauslastung ist hier nicht mit westdeutschen Verhältnissen vergleichbar. Wir könnten, bzw. werden vermutlich noch 100-300 Hektar drauf packen und kommen immer noch mit dem selben Maschinenpark und selben AK-Besatz aus...
Irgendwann kommt dann natürlich wieder die Schwelle, wo ein 3. Drescher, ein 3. Schneidwerk und eine 2. Drille benötigt wird..., dass zieht dann natürlich einen ganzen Rattenschwanz mit sich, mehr LKWs, mehr Personal. Von dem her wie gesagt, derzeit spielen wir aus wirtschaftlicher Sicht in einer ziemlich lohnenswerten Liga größenmäßig.



Zitat
Wie verhält es sich mit der Fluktuation der Eigentümer/Pächter? Könnt mir vorstellen, daß 2 besch.... Jahre so manch einem das Genick brechen.

Ja, Missernten können finanziell sehr weh tun. Wir persönlich sind sehr gut versichert in der Hinsicht. Solange die Aussaat bis zu einem Stichtag X erledigt ist, fällt die jeweilige Frucht in die Versicherung. Für die verschiedenen Früchte existieren verschiedene Stichtage. Die Versicherung greift dann mehr oder weniger in allen erdenklichen Szenarien die extremen Ertragsaufall bedeuten können. Wird z.B. durch extreme Dürre ein Ertrag Y nicht erreicht (bin mir gerade nicht sicher wo da die Schwelle genau liegt), greift die Versicherung. Oder eben auch wenn eine Ernte gar nicht erst möglich war. Natürlich wird man von der Versicherung nicht reich, aber es dient zur Kostendeckung bzw. finanziell nicht unterzugehen, der 3 monatige Urlaub auf Hawaii fällt in so nem Jahr halt dann mal flach.... ;D

Unser größter Verpächter, von dem wir ca. 1/3 unserer Pachtfläche haben hat uns erst neulich wieder gesagt, dass er in nem Jahr mit Missernte auf Pachtzahlungen verzichten wird.

Allerdings gibt es auch Farmer die nach paar so Jahren in Folge schlicht weg die Schnauze voll haben, und das als Anlass nehmen in Rente zu gehen. Ist auch nicht unüblich..., zumal das Renteneintrittsalter vieler Farmer hier so im Bereich von 55 oder spätestens 60 liegt. Auch mein Chef, obwohl die Farm noch am wachsen ist, hat seit 5 Jahren einen Renteneintrittsplan durchgedacht mit seinem Steuerberater, einfach um vorbereitet zu sein aus steuerlicher Sicht. Und gerade wenn man sich für die Variante Verkauf und nicht verpachten entscheidet (was immer attraktiver wird bei steigenden Landpreisen), werden unheimliche Verkaufserlöse erzielt.

Zitat
Gruß aus der immer noch trockenen Braunschweiger Börde, Rudolf

Gruß zurück...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. November 2018, 18:11:19
Wie teuer ist so eine Versicherung denn so circa in % des Umsatzes zb?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 06. November 2018, 21:47:07
Hallo Oberfranke, ihr schadet bei euch nicht, oder? Ich kenne das so das in Gegenden wo viel Geschwadet wird zugesehen wird das man vor Schnee viel ins Schwad bekommt, wenn es dann abtrocknet halten sich die Verluste in Grenzen. Wenn es dann spät ihm Jahr mit viel Wind trocken friert hat man unter minus 15 Grad auch keine Probleme mehr mit vereisen der Siebe etc.  Problematisch wird es ehr in der Mittagssonne..
Vor 11 Jahren gab es neben Betrieben die einen geschickten Mix von günstiger Alttechnik und zu der Zeit aktuellem Equipment gefahren sind auch welche die ausschließlich mit sehr alten Klamotten gewirtschaftet haben. Fallen diese Betriebe immer noch ins Auge oder ist das z.B. altersbedingt ehr reduziert?  In 2007 zog es selbst aus Manitoba viele junge Leute in die Ölsandgegenden, damals war das Öl von 40 auf 80 Dollar hochgeschossen. Wie ist das heute nach einigen schwachen Jahren und dem Brand dort oben, bekommen die Betriebe einfacher Hilfen für Aussaat und Ernte?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 07. November 2018, 19:16:42
Wie teuer ist so eine Versicherung denn so circa in % des Umsatzes zb?

Wenn ich mich mal auf nen durchschnittlichen Rapsertrag bei halbwegs durchschnittlichen Preisen beziehe macht die Versicherungsaufwendung pro Acre gut 4% des Umsatzes aus. In diesem konkreten Fall ist die Versicherung für  ein Erreichen von 80% des langjährigen Durchschnittertrages ausgelegt - sprich erreichen wir diese ca. 33 bu/ac nicht greift die Versicherung. Gleichzeitig ist die Auszahlungssumme dann ca. hoch genug um den break-even-point zu erreichen.

Zitat
Hallo Oberfranke, ihr schadet bei euch nicht, oder? Ich kenne das so das in Gegenden wo viel Geschwadet wird zugesehen wird das man vor Schnee viel ins Schwad bekommt, wenn es dann abtrocknet halten sich die Verluste in Grenzen. Wenn es dann spät ihm Jahr mit viel Wind trocken friert hat man unter minus 15 Grad auch keine Probleme mehr mit vereisen der Siebe etc.  Problematisch wird es ehr in der Mittagssonne..

Wir schwaden kaum noch. Ist ein Auslaufmodell, auch in Kanada. Viele Betriebe haben ihren Schwader schon verkauft. Es vereint wenige Vorteile mit etlichen Nachteilen.
Vor dem Schnee haben die meisten Betriebe ihre Drescher aus dem Straight-Cut-Raps abgezogen, und versucht die Schwade weg zu bekommen. Klar, die Schwade bieten einen gewissen Schutz, allerdings brauchen sie viel viel länger zum durchtrocknen. Ein normaler Rapsbestand, auch wenn er durch den Schnee teilweise richtung Boden gedrückt ist trocknet mit etwas Windunterstützung in kürzester Zeit wieder durch.
Wenn es um Schneerisiko geht, sind die meisten Farmern also mit ihren Straight-Cut-Beständen nicht unglücklicher als die Schwadkollegen. Und auch beim Frost haben die Schwade keinen Vorteil erbracht.

Dieses Jahr war wahrscheinlich eines der worst-case Szenarien, dass man sich hier für den Direktdrusch von Raps vorstellen kann...und dennoch waren wir persönlich mit dem Straightcut glücklicher wie mit den Schwaden.

Zitat
Vor 11 Jahren gab es neben Betrieben die einen geschickten Mix von günstiger Alttechnik und zu der Zeit aktuellem Equipment gefahren sind auch welche die ausschließlich mit sehr alten Klamotten gewirtschaftet haben.

Hier in der Gegend ist so ziemlich alles gegeben. Von großen Farmen die jährlich ihren kompletten Fuhrpark austauschen (sämtliche Drescher, Schlepper, Drillen etc.), über Farmen wie wir, die keine Neumaschinen kaufen, aber trotzdem nur aktuelles Equipment fahren (junge Gebrauchte) und dann eben wie gesagt Farmen, bei denen keine Maschine neuer wie 15, 20 Jahre ist.


Zitat
In 2007 zog es selbst aus Manitoba viele junge Leute in die Ölsandgegenden, damals war das Öl von 40 auf 80 Dollar hochgeschossen. Wie ist das heute nach einigen schwachen Jahren und dem Brand dort oben, bekommen die Betriebe einfacher Hilfen für Aussaat und Ernte?

Ölsand ist das eine, aber Oilfield-Business im Allgemeinen ist definitiv der Motor der Wirtschaft, vorallem hier in Alberta. Selbst für verhältnismäßig unqualifiziertes Personal ist es realistisch 100.000 CAD $ oder mehr im Jahr zu machen solange man hart im Nehmen ist (Arbeiten im Busch bei minus 40 grad). Wenn man dann noch bissl was im Kopf hat, oder handwerklich sehr geschickt (z.B. Schweißer) dann winkt wirklich gutes Geld. Viele machen sich dann auch mit kleinen Firmen selbstständig. Dadurch geht vielen Farmen auch der Nachfolger verloren..., z.B. der Sohn einer unserer Verpächter hat eine eigene kleine Firma..., der wirtschaftet damit im Jahr spielend 200-300.000 CAD $ in seine eigene Tasche. Da wird die Farm seines Vaters uninteressant.
Und wie du schon andeutest, GUTE lokale Angestellte zu finden ist fast unmöglich..., wer was drauf hat Arbeitet wirklich i.d.R. im Oilfield-Gewerbe.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 21. Dezember 2018, 15:40:41
Servus,

Die letzten Tage mal genutzt und unsere diesjährige Erntesaison in einem kleinen Video zusammengefasst:

https://youtu.be/GZtV02DLkSw

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: EWD am 21. Dezember 2018, 22:07:17
Danke, das verlangt nach mehr und weckt Sehnsucht. ;)

Gruß  Ernst
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nofear am 22. Dezember 2018, 12:13:25
Danke.
Was sind den das für Pendelstrohverteiler an den John Deere Dreschern?
Gibt's die hier in Europa auch?
Ist mir noch nie aufgefallen...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Dezember 2018, 12:51:01
Servus,

Die John Deere S Drescher gibt es mit dem "Powercast Tailboard", das sind die Verteiler mit der Plastikhaube. Dieser Verteiler hat nur die Drehverteiler. Das "Advanced Powercast Tailboard" ist die zweite Option von Verteiler, mit denen die Drescher zu haben sind. Zusätzlich verfügt dieser Verteiler eben noch über dieses Pendel und über diverse andere Unterschiede in der Konzeption (einfach mal googlen). Abgesehen von den Einstellmöglichkeiten, Verteilqualität etc. haben die verbauten Verteiler erheblichen Einfluss auf den Wiederverkaufswert der Drescher. Drescher mit dem Advcanced Powercast Tailboard sind deutlich wertstabiler. Gehe aber mal davon aus, dass man beide Optionen auch in Europa bekommt... :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: charlie am 22. Dezember 2018, 13:54:18
Danke für die tollen Bilder :daumen:

Echtes „Trecker-Porno“  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Kai-Uwe am 22. Dezember 2018, 14:50:29
Sehr gut gemachtes Video! Gerne mehr davon

Vielleicht klappt es mal in Zukunft mit einer AW Tour zu Dir  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Mathias am 22. Dezember 2018, 15:51:47
Die ersten Sekunden zum Einstieg, ist das Raps? So klein? :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Dezember 2018, 17:30:51
Die ersten Sekunden zum Einstieg, ist das Raps? So klein? :frage:

Jawoll..., das ist Raps!... ;D

Gut, die Stelle im speziellen war im Frühling unsere Befüllstelle für den Airseeder mit entsprechender Bodenverdichtung und etwas Wachstumsdepression...., aber dennoch, soviel größer wird der trotzdem nicht, v.a. nicht die InVigor (Bayer) Sorten.

Eher im Gegenteil, dieses Jahr konnten wir vergleichsweise relativ hohe Stoppeln stehen lassen, letztes Jahr mussten wir die Schneidwerke komplett auf den Boden legen und bodennah schneiden, weil die Schotenansätze sehr sehr tief saßen, da es ziemlich an Wasser gefehlt hat.

An alle anderen, vielen Dank für das Lob, freut mich... :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Kai-Uwe am 22. Dezember 2018, 17:32:28
Sind die Erträge im Schwaddrusch höher? also habt Ihr da weiniger Verluste?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Dezember 2018, 17:43:04
Sind die Erträge im Schwaddrusch höher? also habt Ihr da weiniger Verluste?

Gibt diverse Faktoren. Aber grundsätzlich würde ich sagen eher umgekehrt.

Grundsätzlich muss man sagen, dass wir inzwischen zu 90% auf Direktdrusch setzen...nächstes Jahr u.U. zu 100%.

Die ganzen Straightcut-Raps Sorten kommen aus dem Süden von Kanada. Deren Klima kann man mit unseren schlecht vergleichen. Aber die Zucht von frühreifen direktdrusch Sorten, die auch für uns gut taugen, macht zunehmend Fortschritte und die Sorten werden immer besser.

Auf dem Papier haben nachwievor die Schwadsorten die Nase vorne. Allerdings schwadet man immer einen Teil des Ertrages aus den Beständen, ob man will oder nicht. Kollegen die viel zu Schwaden haben müssen meist früh anfangen, schwaden viel zu grün, die Schwaden dann nicht nur etwas, sondern einiges an Ertrag aus dem Raps. Die Direktdrusch-Sorten hingegen können ihre Genetik besser ausspielen, da sie bis zum Schluss am Halm stehen. Und so übertrumpfen die vermeindlich schlechteren Direktdrusch-Sorten meist die bezüglich Ertrag besser eingestuften Schwadrapse. Davon abgesehen hab ich beim Schwadraps natürlich zweimal Schneidwerksverluste verschiedener Art - einmal beim Schwaden, und einmal beim Aufnehmen mit der PickUp. Arbeitswirtschaftlich ist das Schwaden auch unangenehm, da meist parallel der Weizendrusch läuft. Und zudem hat man ne sehr teure Maschine am Hof stehen, die selbst auf großen Betrieben kaum Stunden macht, die man aber dennoch nicht kleiner, oder günstiger kaufen kann, weil man die enorme Schlagkraft braucht.

Unterm Strich spricht eigentlich (fast) alles für den Direktdrusch. Gibt auch sehr viele Betriebe die ihren Schwader mittlerweile verkauft haben.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: ct am 22. Dezember 2018, 18:33:17
Wie ist das beim Unterschied Direktdrusch / Schwad mit Ausschlagen der Körner durch Wind? Sind da die heutigen SOrten besser?
Kenne das vom Erzählen von einem Bekannten, der öfter von früher (1990-1995) von seinem Bruder in Canada berichtet, der meinte, dass deswegen der Schwaddrusch sicherer wäre, weil durch den Wind zuviel von dem stehenden Raps ausgeschlagen wird. In den Schwaden liegt der kompakter / sicherer.
Könnte aber auch an dem damaligen Standort (iwo Dreieck Saskatchewan/Manitoba/USA) gelegen haben, keine Ahnung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 22. Dezember 2018, 19:20:16
Servus,

Die "Windwertung" gewinnt eigentlich auch der Direktdrusch.... ;D

Bei uns ist es ziemlich windig, von dem her kann ich das denke ich schon ziemlich objektiv beurteilen.
Die heutigen Direktdrusch-Sorten sind alle "pot shatter resistant". Sprich sorten mit sehr festen, sehr zähen Schoten. Die Straight-Cut Sorten muss man im Vergleich zum Schwadraps sehr viel aggressiver dreschen. Auch kann man beruhigt mal die Haspel einsetzen falls nötig, ohne das Verluste zu berfürchten sind. Wind stellt also eigentlich keine Verlustgefahr mehr dar.

Beim Schwadraps hat man ein Verlustrisiko durch Wind, wenn auch anderer Art. Bei stark windigen bzw. stürmischen Verhältnisse dreht der Wind gerne mal die Schwade oder trägt sie auch etwas davon, was unweigerlich zu Verlusten führt. Zwar schwadet man mit möglichst hohen Stoppeln und drückt die Schwade dann mit einer Art Walze in die Stoppel..., aber das hilft auch nur bedingt.

Auch die Bären nehmen die Schwaden ganz gerne mal außeinander..., dafür hat man in den stehenden Beständen etwas erhöhten Verlust durch Elch- oder Hirschspuren... ;D

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 19. März 2019, 22:48:27
Moin,

meine damaligen "Gasteltern" aus Kanada sind gerade zu Besuch in Deutschland.
Da ihr Erntehelfer für die kommende Ernte ausfällt (er wird sein Abitur nicht schaffen), suchen Sie noch jemanden. Falls jemand von euch Interesse an so einem Job hat, oder jemand passendes kennt, könnte man sich jetzt recht einfach schonmal beschnuppern. Sie sind noch bis Anfang April in Norddeutschland unterwegs.
Der Betrieb umfasst in etwa 1.700 ha, es werden ausschließlich Druschfrüchte angebaut (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Raps, Erbsen, Flachs). Der Maschinenpark ist modern. Das beste am Betrieb sind aber die Menschen. Die Unterbringung ist wie auf einem guten klassischen deutschen Lehrhof, also mit Familienanschluss. Ganz exklusiv dort: Die Seniorchefin hat in Deutschland Hauswirtschaft gelernt. Entsprechend gut ist die Verpflegung.
Der Betrieb befindet sich in der Provinz Alberta, östlich von Edmonton.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 19. April 2019, 03:33:41
Servus,

Kurz vor dem Saisonstart mal wieder paar Updates aus kanadischen Landen... :D

Derzeit sind wir im Endspurt mit den Saisonvorbereitungen. Maschinen sind soweit einsatzbereit, Saatgut gereinigt (Weizen und Erbsen) bzw. als Sackware am Hof angekommen (Raps und Gras, bei letzterem sowohl Basissaatgut, als auch etwas Vorstufensaatgut). Nach derzeitigen Stand würde ich den Saisonstart ca. zwei Wochen eher im vergleich zum vergangenen Jahr vermuten, ich gehe davon aus, dass wir zum Ende der nächsten Woche auf unseren frühen Böden in Flussnähe bzw. mit Südlage loslegen können. Im Süden Albertas dürften die ersten Betriebe vermutlich schon am Säen sein.

Die Marktsituation ist in Kanada derzeit jedoch höchst angespannt und die Verunsicherung der Grainfarmer sehr groß und allgegenwärtig zu spüren. Nachdem die Weizenpreise generell auf relativ bescheidenen Level sind, Indien im vergangenen Jahr den Erbsenmarkt stark ins Wanken gebracht und einen Preisverfall ausgelöst hat, ist in diesem Jahr bzw. zum Ende des letzten Jahres der GAU eingetreten. Bedingt durch die Verhaftung der Huawei-Managerin auf kanadischen Boden sind die Rapspreise stark verfallen. China, eines der wichtigsten Abnehmerländer für kanadischen Raps drückt durch den Boykott den Unmut über die Umstände dieser Verhaftung aus.
Allgemein gehen die Farmer davon aus, dass die schlimmsten Wochen überstanden sind, gleichzeitig erwartet man aber, dass es Jahre dauern wird, bis sich der Rapspreis wieder auf normales Niveau erholt. Auch hier am Betrieb hat, abgesehen davon was direkt in der Ernte verkauft wurde, noch kein weiterer Raps den Hof verlassen und so dürfte die Lage derzeit auf vielen Höfen aussehen.

Aber wie auch immer, hier noch zwei aktuelle Bilder:

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 19. April 2019, 08:24:24
Ahoi!

Ist davon nur Raps betroffen oder auch Soja?
Wird mit der Anbaufläche reagiert, also zb mehr Weizen angebaut?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 19. April 2019, 20:31:24
Soya ist auch betroffen, vielleicht weniger stark.
Im Osten ist es wahrscheinlich das mehr Mais angebaut wird.Weizen ist fuer uns eigentlich kaum eine Alternative schon vom Preis her und klimaweis auch eher schwieriger.
Mais Preise fuer naechstes Jahr sind ein wenig hoeher.Soya verlor 10-15 % am Preis vom letzten Jahr.
Weizen ist schon laenger tief.
Input Kosten sind eher das Problem :Treibstoff, Duenger und maschinenkosten.
Export unterliegt immer großen Schwankungen besonders wenn noch Politik mittendrin ist. ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 19. April 2019, 20:59:32
Na ihr habt ja jetzt auch Wahlen , zwecks trudeau  .. carbon-steuer usw.

Gerade körnerleguminosen sccheinen einzubrechen, ist fruchtfolge in kanada überhaupt ein pflanzenbauliches Thema wenn nahezu ausschliesslich Sommerungen eher extensiv angebaut werden?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 19. April 2019, 21:31:01
Ja Neuwahlen sind im Herbst.Carbon Steuer scheint in Quebec BC und in Ontario eine Mehrheit zu finden.
Trudeau ist ja nicht unbedingt der Freund der westlichen Farmer und des Oel Business.
Ich selber glaube wenn ein Konservativer PM mit Trump verhandelt haette ,haetten wir heute kein Supplymanagment bei Milch Eier Poulet mehr.
Zwei Provinzen haben jetzt Konservative Regierungen,alberta und Ontario.Aber selten wechselt alles im ganzen Land zur selben Politischen Farbe.
Fruchtfolge ist auch in Kanada ein Thema. Ich kann nur mehr vom Osten reden,aber auch hier sind Cover Crops und Rotation ein Thema.
Natuerlich gerade bei Koernermais eher schwierig.Dazu kommt der tiefe Preis bei Getreide mit dem enormen Fusarium Druck.Es bleiben noch einige Spezial Bohnen oder Dinkel Roggen braugerste Hafer die aber eigentlich nur eine Nebenbedeutung haben.
Stark darauf geschaut wird das man nicht mehr den Boden bearbeitet bis gar nichts mehr oben rausschaut. Also no- till oder minimum till speziell wenn der Boden ueber den Winter offen dort liegt.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 20. April 2019, 04:49:48
Na ihr habt ja jetzt auch Wahlen , zwecks trudeau  .. carbon-steuer usw.

Alberta hatte dieser Tage Wahlen und hat die bisherige Regierung abgewählt. Dies dürfte positive Folgen hinsichtlich des Carbon-Tax haben, bzw. wird sich Alberta der Klage gegen diese Besteuerung anschließen.

Die Federal-Elections werden da schon spannender, im Idealfall wäre Trudeau dann Geschichte, aber dies ist noch recht schwer abzuschätzen.

Zitat
ist fruchtfolge in kanada überhaupt ein pflanzenbauliches Thema wenn nahezu ausschliesslich Sommerungen eher extensiv angebaut werden?

Natürlich spielt Fruchtfolge eine Rolle...wenn gleich man dies schwierig mit unseren Standards zuhause vergleichen kann...und es auch von Betrieb zu Betrieb stark schwankende Ansichten gibt.
Grundsätzlich sind z.B. die Anbaupausen im Raps noch sehr viel kürzer, bzw. der Fruchtfolgeanteil sehr viel höher. Klassische Fruchtfolgekrankheiten kannte man bisher auch kaum...die vergangenen Jahre wurde allerdings die ersten Kohlhernie-Fälle in der Region bekannt. Und hier kommen wir dann auch zu den Betrieben, für die Fruchtfolge noch ein Fremdwort ist: zum einen gibt es viele Raps-Weizen-Raps-Betriebe...und dann noch eine Stufe härter: Es gibt auch einige große Farmen die ausschließlich Raps auf Raps anbauen und noch nie was anderes in der Fruchtfolge hatten.

Problem ist einfach, dass uns hier am Standort im wesentlichen nur Erbsen, Raps und Weizen zur Verfügung stehen als Fruchtfolgebausteine. Der ein oder andere probiert sich an Braugerste, ist aber eher eine Niesche. Ansonsten eben noch Grassamenvermehrung..., hier sprechen wir aber von einer Kulturdauer von ca. 5-8 Jahren...bringt also in der eigentlichen Fruchtfolge auch keine Auflockerung.

Zwischenfruchtanbau ist kaum praktikabel. Zum einem werden die Flächen sehr spät geräumt, zum anderen haben wir abhängig vom Jahr z.T. schon Ende August mit markanten Nachtfrösten zu tun.


Zitat
Input Kosten sind eher das Problem :Treibstoff, Duenger und maschinenkosten.

Ja und Nein...bzw. ist das auch etwas ne relative Geschichte. Grundsätzlich seh ich aber bei den Input-Kosten nicht die große Dramatik. Klar, Treibstoffpreise sind auf halbwegs hohen Niveau (könnten sogar steigen wenn das Oilfield-Gewerbe wieder etwas Fahrt auf nimmt)...und auch die Carbon-Tax-Abgabe sind nicht von schlechten Eltern (beinahe ein gutes Drittel der Betriebskosten unserer Getreidetrocknung entfallen beispielsweise auf den Carbon-Tax). Das Problem seh ich schon ganz klar auf der Output, bzw. Erlösseite. Bzw. geht es ja auch etwas um die Vorhersagbarkeit der Profitabilität hinsichtlich der Liquiditätsplanung bzw. des Cashflows und wie man darauf reagiert (und speziell da tun plötzlich fallende Marktpreise mehr weh als langsam und stetig steigende Betriebskosten an die man sich anpassen kann bis zu einem gewissen Punkt). Die Inputkosten hat man dennoch halbwegs im Griff auf mittelfristige Sicht und man hat einige kleine Stellschrauben zur Verfügung diese an die Situation anzupassen. Einsparung von Pflanzenschutzbehandlungen als Beispiel...seit die Weizenpreise auf niedrigen Niveau sind, ist die Fungizidbehandlung im Weizen (ausgehend vom HRS, für die CPS-Anbauer macht es Sinn) hinfällig geworden.

Natürlich muss man aber auch sagen, dass wir hier zwar von Kanada schreiben, Kanada aber nicht gleich Kanada ist. Zwischen uns dürften einige tausen Kilometer räumliche Distanz liegen. Dies bringt natürlich alle erdenklichen Unterschiede mit sich, angefangen beim Klima, den damit verbundenen Einflüsse auf die Landwirtschaft, .........., und nicht zu letzt auch erhebliche politische Unterschiede.

Hoffe, dass ich es irgendwann mal in eure Ecke schaffe, bisher kenne ich nur das westliche Kanada... ;) :D

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 20. April 2019, 08:30:29
Danke Oberfranke
Ja es sind grosse Unterschiede in Farming oder sogar Ranching.ich selber kenne die oestlichen Provinzen besser aber wie gesagt da sind um die 5000km Distanz.
Klima ist wohl das Grosse Tagesthema im ganzen Land.Jeder kennt den mehr oder wenig harten Winter.
Den sehr weiten Norden in fast jeder Provinz mit den riesigen Wäldern.
Und ja Farmer ist nicht Farmer,haben sogar sehr verschiedene Ansichten nicht nur politisch.
So niemals einem Rancher, Farmer sagen dies ist eine Beleidigung.Gleichfalls einem Labrador Fischer als Neufundländer zu bezeichnen.Labbi und Nufi da musst aufpassen. ;D
Selber schätze ich die etwas gelöstere Gesinnung der allgemeinen Bevoelkerung.Kommt wahrscheinlich auch von der Weite des Landes und dem großen Imigrationseinfluss von ueberall auf der Welt .Ein guter Mix.Meistens in der Welt als freundlich und zuvorkommend angeschaut aber wenns dann um gewisse Sachen geht,gerade bei Hockey kennen Sie keine Gnade mehr.
Ganz sicher wollen Canadiens nicht Amerikaner oder mit unseren Nachbarn suedlich verwechselt werden. Auch wenn wir Ihnen meist helfen oder Freunde sind.Sorry bis kuerzlich.
Nicht umsonst heißt es der grosse Bruder.
Nochmals zur Fruchtfolge.Die Spezialisierung der Landwirtschaft hat natuerlich auch bei der Rotation einen großen Einfluss .Dies sehen wir z. B. Bei einem Bio Milch  Betrieb,der eine sehr gemischte Fruchtfolge mit wahrscheinlich Weidebetrieb hat.Am anderen Ende ein Schweinemast Betrieb der nur Mais anbaut alles Soya zukauft.Also ueberhaupt keine Rotation hat.Oder Farmer die nur Soya anbauen seit Jahren auch ein extrem.Also es gibt sie alle.
PEI bekannt fuer Kartoffel, dort sind die zwei Haupt fruechte ,Kartoffel und Gerste.Quebec meist Milchfarmen,Geflügel ,Schweine.Ontario auch mit Mais und Soya im Sueden Fruechte.Gemuese sieht man eher in der Naehe von Staedten.Dann der Westen die großen Weiten mit Getreide im Norden Raps und eben die weiten Ranchen.Dies sind Manitoba,Saskatchewan,Alberta.Das Kanada das fast jedemTourist im Kopf rumschwept,wenn er von Landwirtschaft spricht.BC etwas anders mehr huegelig mit sehr fruchtbaren Valleys bei sehr mildem Klima.Die imposanten Waelder mit den schnurgeraden Fichten und eine einmalige Kuestenlandschaft.
Auch die Küste an der Ostseite sehr sehenswert . NovaScotia,NewBrunswick,Neufundland ,Prince Eduard Island.
Vom imposanten Norden das ja die Hauptflaeche Canada’s ist kann ich leider nicht viel aus erster Hand erzaehlen.Landwirtschaftlich nicht mit Mitteleuropa zu vergleichen.
Hoffe auch das Du es einmal bis nach Ottawa schaffst !Trudeau musst ja nicht unbedingt gruessen ;D
Deine Gegend kenne ich nicht direkt ,war nur um Edmonton ein paar mal ,mein Sohn und einige Freunde und Bekannte wohnen dort.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Tim am 20. April 2019, 11:51:22
Nicht persönlich nehmen , doch das Schreckgespenst das alle (hier im Blickfeld eher Russen/Ukrainer) in den grossen Prärien billiger produzieren können relativiert sich dann doch ?!

Die Preise für die Agrargüter werden immer mehr zum Politikum.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 20. April 2019, 16:22:44
Erinnert mich an früher, wo es hieß, dass Landwirte in der Prärie auch mal ein, zwei Jahre überhaupt nichts anbauten, wenn die Preise nicht passten. Wenn man nicht viele Optionen hat, ist das vielleicht auch die einzige.


Wär's politisch bei uns nicht so desaströs - wer könnte schon mit dem Ackerbaustandort Mitteleuropa mithalten?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: derKarsten am 20. April 2019, 22:19:55
Erinnert mich an früher, wo es hieß, dass Landwirte in der Prärie auch mal ein, zwei Jahre überhaupt nichts anbauten, wenn die Preise nicht passten. Wenn man nicht viele Optionen hat, ist das vielleicht auch die einzige.


Wär's politisch bei uns nicht so desaströs - wer könnte schon mit dem Ackerbaustandort Mitteleuropa mithalten?

In den letzten Jahren war sicherlich die politische Lage und der Weltmarkt nicht wohl gesonnen für die entlegenen Exportregionen. In diesem Thread ist schon mehrfach darauf hingewiesen das es ende August bereits ein paar Grad frieren kann. Als ich 2007 in Manitoba war hatten wir um dem 25.08. Eine Nacht Raufe auf den Autos, beim Getreide ist nichts passiert, beim Raps der noch grüne Schoten hatte konnte man 2, 3 Wochen später genau sehen wie in den senken braune Körner in den Tank kamen, damit konnte er für Becel nicht mehr, sondern nur noch für Biodiesel abgesetzt werden. Es gibt aber auch Jahre wo das schlimmer kommt, und Getreide in der Teigreife abgeschrieben werden kann. Daher waren eine N-Gabe im Bestand oder Pflanzenschutz der den Bestand 2, 3 Wochen länger grün hält kaum zu sehen, da u.U. Der Ertrag dann ausfällt anstelle zu steigen.
Andererseits gibt es aber auch Jahre wo keine Bestellung in der ersten Maihälfte möglich ist weil es zu nass ist, die Betriebe müssen aber im Spätsommer trotzdem Geld in die Hand nehmen um mit Herbizid und /oder Scheibenegge die Flächen ingang zu halten. Oder er wird die Ernte durch Schnee für 4, 6 Wochen unterbrochen, des war letztes Jahr der Fall und 2008 auch.
Ich insgesammt spielt sich die Natur im Zeitraffer ab, normalerweise ist vor dem 01. Mai nichts auf dem Acker zu machen,  ab ende August ist das meiste Wachstum abgeschlossen, man spricht von 100 Tage farming oder wie Star FM Brandon immer sagt, 94 days of summer.
Zur Fruchtfolge muss man wissen das bis vor ein paar Jahren bei der Vermarktung von Weizen das Wheatboard in Winnipeg mit im Boot war. Der Farmer hat zwar mit regulären Erfasser wie Cargill oder Bunge gehandelt aber das Wheatboard hat seinen Teil dazu beigetragen das die Abrechnung wohl schnell 6, 9 Monate brauchte,  daher haben Farmer in der Gegend wo ich war in 07 nicht unnötig viel Weizen angebaut, die Farm wo ich war hatte kaum 20%.
So wie ich das mitbekommen habe hat die Zerschlagung des Wheatboard heute den Nachteil mit sich gebracht das die Bahnlogistik sehr bescheiden funktioniert.  In 07 wurde dort wo ich war das Getreide je nach Abnehmer zwischen 60 und 100km per Lkw zur Bahn oder ölmühle gefahren was ich für überschaubar hielt, heute sind das schnell mal 4-500km weil Strecken nicht gewartet werden, die Wagons nicht zusammen bekommen werden etc. Umstände, die man sich zumindest hier in Westdeutschland kaum vorstellen kann.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 21. April 2019, 02:24:41
Hier muss ich aber wieder sprechen.
Die letzten 10 Jahre waren in fast allen Cashcrop Sektoren preislich und auch politisch gut in Canada.
Wetter Risiko gibt es schon lange in den nördlichen  Regionen.Farmers sind mit dem vertraut und haben auch einige Risikomanagment Tools.
Der Weatboard wurde von den Farmers selbst abgeschafft aus verschiedenen Gruenden.
Ja die Raillogistik scheint immer wieder ein Problem zu sein,bei den weiten Distanzen.
Als Easterner weiß ich noch genau Koernermais fuer 86 $ die Tonne trocken verkauft zu haben.Dies waren die schlechten Zeiten in den 1980- 1990.Dazu Zinsen zuerst von ueber 20%.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Schorsch am 21. April 2019, 12:06:28
Sehr interessant! Danke für die Klasse-Beiträge. Und frohe Ostern, auch jenseits des Teiches!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 05. Mai 2019, 18:10:46
Servus,

Mittlerweile haben wir ein gutes Viertel der Aussaat hinter uns gebracht, fast alle Erbsen sind im Boden. Gleichzeitig kämpfen wir aber seit mittlerweile 2 Wochen mit starken Nachtfrösten. Bisher konnten wir noch nichtmal die Spritze auswintern. Viele Betriebe haben sich bisher auch noch gar nicht getraut mit der Aussaat anzufangen...und auch wir haben mal eine gute Woche Pause eingelegt gehabt, bis der Wetterbericht in der Mittelfrist etwas angenehmer erschien. Momentan warten wir darauf, dass der letzte Schnee wegschmilzt, der in der Zwischenzeit gefallen ist. Ich hab in der Zeit schonmal ein erstes kurzes Video zusammengebastelt:

https://youtu.be/eBb8mSwyaHQ
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: charlie am 05. Mai 2019, 18:29:16
@Der_Oberfranke

Danke für die tollen Eindrücke der Land(wirt)schaft in Alberta :daumen:

Überragende Bilder!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Peter83 am 05. Mai 2019, 19:14:15
top Video:)

Warum Striegelt ihr im Frühjahr? Dachte das wir dort nur nach der Ernte im Herbst einmal gemacht?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: dirkk am 05. Mai 2019, 19:36:41
Bekommt ihr am Peace - River eigentlich über Presse / Medien so mit , daß die Farmer im Bereich der I-Staaten in den USA zu dieser eigentlichen Mais - und Sojasaatzeit eigentlich gar nichts machen können , weil es da zur Zeit fast unendlich viel regnet bzw. geregnet hat und der Wetterbericht auch nicht grad nach Saatwetter aussieht  ?

Ist eigentlich ein Saisonstart zu dieser Zeit bei euch auch eher früh im Verhältnis zu " Normaljahren " ?

gruss
dirkk
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 05. Mai 2019, 20:33:32
top Video:)

Warum Striegelt ihr im Frühjahr? Dachte das wir dort nur nach der Ernte im Herbst einmal gemacht?

Im Herbst geht eigentlich (fast) jeder Tag mit schönen Wetter für die Ernte bzw. fürs Dreschen drauf...und Tage an denen wir nicht Dreschen können taugen in der Regel auch nicht fürs Striegeln von den Bedingungen her. Theoretisch bräuchte man also einen zusätzlichen Mann um das Striegeln im Herbst zu realisieren, während die Drescher laufen.

Sieht man in unserer Gegend generell so gut wie nicht. Je weiter man nach Süden kommt desto häufiger sieht man den Einsatz von Heavy-Harrows im Herbst. Die Jungs im Süden sind einfach eher mit der Ernte fertig und denen bleibt mehr Zeit für sowas. Hier in der Gegend ist es üblich im Frühjahr vorzuarbeiten. Allerdings setzt man dabei dann nicht auf Schwerstriegel sondern auf Harrows, also eine "Eggen-ähnliche-Maschine".

Ganz ohne Vorarbeiten geht i.d.R. nicht - damit kommen die meisten Sämaschinen nicht klar - im besseren (aber auch schon beschissenen) Fall leidet die Saatgutablage, im schlechtesten Fall verstopft die Drille alle 50 Meter mit Stroh.

Zitat
Bekommt ihr am Peace - River eigentlich über Presse / Medien so mit , daß die Farmer im Bereich der I-Staaten in den USA zu dieser eigentlichen Mais - und Sojasaatzeit eigentlich gar nichts machen können , weil es da zur Zeit fast unendlich viel regnet bzw. geregnet hat und der Wetterbericht auch nicht grad nach Saatwetter aussieht  ?

Ich verfolge einige Farmer in den besagten Gegenden in den sozialen Medien, Youtube, Twitter etc. Von dem her ja, mir ist deren Situation bewusst. Generell ist es aber glaub ich nicht so 100% im Fokus der örtlichen Farmer.


Zitat
Ist eigentlich ein Saisonstart zu dieser Zeit bei euch auch eher früh im Verhältnis zu " Normaljahren " ?

Etwas eher im Vergleich zum durchschnittlichen Saisonstart der letzten Jahre. Aber nicht außergewöhnlich früh.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 15. Mai 2019, 20:14:22
Servus,

Mal wieder  ne kurze Regenpause in der Aussaat. Ist aber nicht mehr so schlimm, haben gute Fortschritte gemacht. Erbsen und Weizen sind im Boden. und etwa 1/3 des Rapses. Also nur noch ein paar hundert Hektar Raps, sowie 120 Hektar Trespe säen, dann sind wir fertig.

Derzeit sind wir mit der Rapssaat auf den letztjährigen Erbsenflächen beschäftigt. Die Erbsen brachten letztes Jahr Rekorderträge, und entsprechend große Strohmengen bei gleichhzeitig schlechten Erntebedingungen. Dieses Stroh bereitet uns jetzt Probleme. Deshalb setzen wir auf diesen nun eine Vertical-Tillage-Maschine ein, mit der wir das Stroh kleinschneiden. Im Bild sieht man ganz gut das Arbeitsbild. Da die Scheiben kaum gewölbt sind, und wir sie mit 0° Anstellwinkel fahren, wird fast kein Boden bewegt, was natürlich dem NoTill-Gedanken (auch wenn es streng genommen dennoch Tillage ist) entgegen kommt. Gleichzeitig hat man aber die Möglichkeit, die Scheiben hydraulisch zu schwenken, wenn man aktive Bodenbearbeitung durchführen möchte.

Weiterhin stand auch die Vorauflaufbehandlung unserer Erbsenflächen mit RoundUp auf dem Programm.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Mathias am 15. Mai 2019, 20:35:48
Für was findet die Trespe verwendung?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 15. Mai 2019, 20:36:45
Also nur noch ein paar hundert Hektar Raps, sowie 120 Hektar Trespe säen, dann sind wir fertig.

Bitte????

Was um alles in der Welt macht man mit Trespe?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 15. Mai 2019, 20:48:02
Ist letztlich Grassamenvermehrungsfläche, überwiegend. Auf einen weiteren Hektar erzeugen wir Basissaatgut. Wir bauen eine neue Hybridsorte an, die Grassamenvermehrung, bzw. Trespenvermehrung ist momentan der Betriebszweig, der den höchsten Gewinn abwirft, auch wenn man berücksichtigen muss, das die ersten zwei Jahre keine Einnahmen von den Anbauflächen kommt.

Der Samen geht dann letztlich an viehhaltende Betriebe, hauptsächlich Rinderhalter würde ich behaupten. Das ist aber nicht unser Bier, wir arbeiten mit einem größeren Landhändler zusammen, der erledigt den Rest. Die positive Überraschung war, dass die letztjährige Ernte auf 1,35 Euro/Pfund Samen kontraktiert war, sie aber 75% mehr als ausgemacht bezahlt haben. Hab ich so noch nie erlebt, war aber sehr erfreulich.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: sten am 15. Mai 2019, 21:11:31
Das ist ja ein spannendes Bodenbearbeitungsgerät, was macht ihr mit dem Saattank auf dem Gerät? Zwischenfrüchte werden es ja wohl nicht sein?
Carsten
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 15. Mai 2019, 21:15:20
Das ist ja ein spannendes Bodenbearbeitungsgerät, was macht ihr mit dem Saattank auf dem Gerät? Zwischenfrüchte werden es ja wohl nicht sein?
Carsten

Die Maschine ist von einem Nachbarbetrieb gemietet - obwohl die Eigenmechanisierung diesbezüglich geplant ist. Soweit mir bekannt ist, bringt er mit dem Valmar-Streuer granuliertes Herbizid aus.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 20. Mai 2019, 18:00:35
Hallo!

So, seit vorgestern Abend sind wir mit der Aussaat durch, bis auf die Grassaat. Aber bei letzteren besteht kein Zeitdruck. Ganz im Gegenteil, wir wollen den Flächen noch eine Woche Vegetation gönnen, um zum Zeitpunkt des Abspritzens möglichst viel aufgelaufene Unkräuter bzw. Ungräser zu haben. Geplant ist auch eine höhere Wassermenge zu fahren (100 l pro Hektar, alle anderen Anwendungen mit RoundUp fahren wir mit den üblichen 50 l pro Hektar) für die bestmögliche Wirkung, denn jetzt haben wir die Zeit dafür. 

Gestern hab ich mal wieder ein kleines Video zusammen gebaut, dass sich hauptsächlich auf das Vertical-Tillage-Tool von Kuhn Krause beschränkt. Tolle und sehr vielseitige Technik:

https://www.youtube.com/watch?v=VTrhgjiDaxM&t=7s
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 26. Mai 2019, 22:44:00
Servus,

Mittlerweile sind wir komplett mit der Aussaat fertig. Auch das Gras ist im Boden. Zwischendurch haben wir mal je nach Standort 5 mm Regen bekommen, auf manchen Feldern aber auch gar nix. Ein paar hundert Kilometer östlich von uns brennen gut 90.000 Hektar Wald, die Jungs sind definitiv dringend auf Regen angewiesen, anders wird man dieses Feuer nicht in den Griff bekommen.

Hier noch zwei Bilder. Der Grassamen wurde mit "JumpStart" gebeizt....der Spaß Gras zu beizen hält sich stark in Grenzen... ;D. Anschließend haben wir das gebeizte Saatgut zu einem Landhändler gebracht, der uns den Samen mit Phosphordünger vermengt hat. Letzteres hat hauptsächlich praktische Gründe im Hinblick auf die Aussaat mit dem Airseeder, damit sich die "Brückenbildung" des Grassamens im Tank etwas reduziert.

Ebenfalls hab ich auch noch ein abschließendes Aussaatvideo erstellt, das fast alle Facetten der  Frühjahrsarbeit darstellt.

https://youtu.be/0CQfL4eRY1I

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kronawirt78 am 26. Mai 2019, 23:04:11
Faszinierend, wie immer.
Das Stroh ab 1:30 sieht ja aus als wäre gestern gedroschen worden, gar nicht angewittert. Ist das normales Getreidestroh?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 27. Mai 2019, 03:29:40
Servus,

Ja, ist ganz normales Weizenstroh. Der Unterschied dürfte halt sein, dass die Winter hier nicht die typischen "Gammel-Bedingungen" bieten, sprich diese wechselhafte Wetter wie wir es von unseren Wintern kennen. Letztlich war das Stroh den ganzen Winter über tiefgefroren...  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 24. Juni 2019, 04:43:43
Tach auch!

Momentan warten wir hier auf Regen, den vorallem Weizen und Erbsen nötig haben, aber auch für den Raps wäre es förderlich - obwohl der momentan am besten aussieht von allen unseren Druschfrüchten. Für nächste Woche schaut der Wetterbericht ganz OK aus, schau mer mal.

Ansonsten ist hier nicht viel los momentan. Die letztjährige Ernte schlummert weiterhin in den Silos, und das wird sich auch so schnell nicht ändern fürchte ich. Die Erntevorbereitung fangen langsam an, morgen werden wir wohl mal die Drescher, Schwadmäher usw. aus der Halle ziehen und schauen das alles soweit OK und einsatzbereit ist.

Ansonsten bin ich die Tage mal wieder über diverses Filmmaterial von unserer katastrophalen Ernte in 2016 gestolpert. Ab Ende August/Anfang September hat es damals quasi nur noch geregnet und die Ernte hat sich zu einer wahren Schlamm- und Materialschlacht entwickelt. Nochmal würden wir (und viele andere Farmer) nicht so vorgehen, sondern einfach die Ernte am Feld verrotten lassen. Aber damals war die Situation neu für uns, an Dürren ist man gewöhnt, aber nicht an die Sintflut. Deshalb wurde damals versucht die Ernte irgendwie vom Feld zu holen. War absolut zermürbend für Mensch, Maschine und Boden....aber definitiv recht beeindruckend anzusehen im nachhinein:

https://www.youtube.com/watch?v=XA39kPCOza8&t=17s
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Euro-T am 24. Juni 2019, 06:52:48
Ansonsten ist hier nicht viel los momentan. Die letztjährige Ernte schlummert weiterhin in den Silos, und das wird sich auch so schnell nicht ändern fürchte ich.

Nochmal würden wir (und viele andere Farmer) nicht so vorgehen, sondern einfach die Ernte am Feld verrotten lassen.

Ja...wie? Ist denn die letztjährige Ernte schon zumindest vermarktet und per Abschlagszahlungen teilverrechnet? Und gibt es in Kanada Versicherungsmöglichkeiten gegen Ernteausfälle aufgrund Überschwemmungen?

Denn jede Aussage für sich klingt nach hervorragender Liquidität, bzw. dementsprechend hervorragender Betriebsführung - beide Aussagen zusammen addiert befinden sich ausserhalb meiner Vorstellungskraft  :rolleyes:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Jonas am 24. Juni 2019, 09:17:01
Na dann hoffen wir mal auf ein bisschen Regen jetzt und nicht alles auf einmal zur Ernte...

Die letztjährige Ernte schlummert weiterhin in den Silos, und das wird sich auch so schnell nicht ändern fürchte ich.
Würde mich mal interessieren wann das Getreide von letztem Jahre dann raus soll? Für die diesjährige Ernte muss ja auch Platz sein!?


Ach ja: Wie immer - super Video!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 24. Juni 2019, 09:51:48
Kann man als alter Mensch auch noch nach Kanada?  ;D Mir gefällt der Ansatz eigentlich recht gut, aber wie Euro_T schreibt, da muss dann schon so einiges passen. In alten BWL Büchern kann man noch davon lesen, dass die Farmer in den USA früher Mengenanpasser waren. Waren die Preise schlecht, haben sie auch mal ein Jahr lang die Füße hoch gelegt. Mit niedrigen Fixkosten geht das und ist auch klug, wenn die laufenden Kosten den erwarteten Umsatz übersteigen. Gibt es solche Betriebe in Nordamerika noch? Fläche im Eigentum, Maschinenpark abgeschrieben, usw?

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: nichtdicht am 24. Juni 2019, 13:55:51
Maschinenpark wird nicht abgfeschrieben sein, nur abbezahlt!

mfg
herman
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: kronawirt78 am 24. Juni 2019, 14:11:07
Kann man da Schwimmflügel an die Tastbügel bzw. Kufen der Schneidwerksregelung bauen :o ;)
Nee, mal im Ernst, bei welchen Kornfeuchten wurde da geerntet, so knapp über der Wasseroberfläche?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 24. Juni 2019, 15:07:02
Zitat
Ja...wie? Ist denn die letztjährige Ernte schon zumindest vermarktet und per Abschlagszahlungen teilverrechnet? Und gibt es in Kanada Versicherungsmöglichkeiten gegen Ernteausfälle aufgrund Überschwemmungen?

Denn jede Aussage für sich klingt nach hervorragender Liquidität, bzw. dementsprechend hervorragender Betriebsführung - beide Aussagen zusammen addiert befinden sich ausserhalb meiner Vorstellungskraft  :rolleyes:

Nein, von dem was NOCH in den Silos ist, ist noch nichts vermarktet. Das bezieht sich aber in erster Linie auf den Raps. Weizen und Erbsen wurden in der Ernte bzw. vor dem "Handelskrieg" vermarktet, was natürlich die Situation etwas verbessert (sorry für die Verwirrung - die komplette Ernte einbehalten wäre tatsächlich schwierig aus finanzieller Sicht). Alle bestehenden Kontrakte wurden erfüllt. Was noch in den Silos ist wird auch noch solange dort bleiben, bis sich die Marktsituation verbessert. Die neue Ernte tüten wir im Notfall in Schlauchsilos ein - nicht schön - aber immer noch besser als die Ware unter Wert zu verkaufen, nur um die Silos leer zu bekommen - nur wie völlig richtig angemerkt, muss für solche Schachzüge die betriebliche Liquidität passen, ansonsten kann man sich das schlecht erlauben. Das Grainbagging hat in dem Fall definitiv seine Berechtigung und ist eine absolut elegante Möglichkeit der Situation zu begegnen. Aber ja - derzeit sind ALLE Silos voll.

Und ja, trotz allem würden wir wohl, sollte wieder so eine Situation eintreten (das war ja damals in 2016 "nur" auf einer Teilfläche von 400 Hektar - also zum damaligen Zeitpunkt etwa ein gutes fünftel der Betriebsfläche), den Bestand am Feld lassen. Einfach gerade deswegen, weil wir kein Geld zum "verbrennen" haben. Sicherlich hab ich die potentielle Einnahme des Weizens (wenn ich den Fall von 2016 heranziehe). Dieser Einnahme standen aber horrende Kosten gegenüber die nach und nach aufliefen. Angefangen von Bodenverdichtungen die sich schlecht monetär bewerten lassen. Zusätzliche Kosten für Bodenbearbeitung, die normal nicht notwendig wäre. Und diverse Reperaturkosten an verschiedenen Fahrzeugen in knapp 6 stelliger Höhe die wir zmd. Anteilsmäßig auf diese Ernte zurückführen. Dafür können ein paar hundert Hektar Weizen, mit dem in den letzten Jahren eh kaum Geld zu verdienen ist, schlecht aufkommen.

Wir sind generell gut versichert, nur i.d.R. muss für die Inanspruchnahme der Versicherung die Ernte vom Feld sein. Sprich geflutete Felder fallen da eher raus, und sind hier in der Region auch kein Thema - wie gesagt, das war ein Extremjahr! Wir sind hier eher an Dürren gewöhnt - und dagegen wiederum auch sehr gut versichert. Letztlich können wir auch in einem massiven Trockenjahr auf break-even kommen, bzw. sogar noch minimalen, wenn auch kaum nennenswerten Gewinn machen mit der Versicherung. Letzteres erfordert aber dann eine hohe Disziplin bei den Inputkosten, sprich man muss die Situation frühzeitig erkennen (wahrscheinliches nicht erreichen des versicherten Mindestertrages) und alle unrelevanten Pflanzenschutzmaßnahmen etc. streichen.

Zitat
Waren die Preise schlecht, haben sie auch mal ein Jahr lang die Füße hoch gelegt. Mit niedrigen Fixkosten geht das und ist auch klug, wenn die laufenden Kosten den erwarteten Umsatz übersteigen. Gibt es solche Betriebe in Nordamerika noch? Fläche im Eigentum, Maschinenpark abgeschrieben, usw?

Servus, ja, wenn man im voraus weiß was einem erwartet macht das definitiv Sinn. Alle unsere Flächen, die mit Gras eingesät wurden, hätten wir im Normalfall mit Weizen als Deck- und Druschfrucht gesät. Aber Aufgrund der derzeitigen Marktsituation haben wir den Weizen einfach weggelassen. Aber ja, die sogenannte "Summerfallow" gibt es noch - weniger in unserer Gegend - aber generell schon. Nicht zwangsweise (nur) wegen der Marktsituation, sondern eher als grundsätzlicher Bestandteil der Betriebsmanagements zur Wasserkonservierung in extrem trockenen Gegenden (so jedenfalls die grundsätzliche Idee). Vorallem im Nordwesten der USA, Washington, Montana etc, wo es tendenziell noch trockener ist als wie bei uns hier oben wird das häufig so praktiziert, dass nur 2/3 der Fläche in Bewirtschaftung sind (Welker-Farms bekannt von Youtube, macht das z.B. so). In Kanada ist bzw. war das vorallem in Saskatchewan üblich.

Zitat
Kann man da Schwimmflügel an die Tastbügel bzw. Kufen der Schneidwerksregelung bauen :o ;)
Nee, mal im Ernst, bei welchen Kornfeuchten wurde da geerntet, so knapp über der Wasseroberfläche?

Hatten damals meine ich irgendwas im Bereich 15 bis 16,5 Feuchte, je nach Standort. Der Weizen war ja Reif bevor das Wasser kam. Und an den Druschtagen hatten wir starken Wind, der einerseits natürlich das Stroh oberhalb der Wasserlinie abgetrocknet hat und zum anderen die Kornfeuchte auf erträgliches Maß gebracht hat.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 24. Juni 2019, 16:32:02
Hast du zum Grainbagging auch ein Video online?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 25. Juni 2019, 08:14:35
Wie geht es eigentlich der Landwirtschaft in Kanada wirklich? Die Auswanderer (aus dem deutschsprachigen Raum) sind ja deutlich weniger geworden. Ich habe einige Kontakte nach Kanada, die jammern eigentlich alle ziemlich. Ist das nur ein "abhalten" von neuen Einwanderern oder ist daran wirklich was ;-)?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 25. Juni 2019, 12:24:44
Wie geht es eigentlich der Landwirtschaft in Kanada wirklich? Die Auswanderer (aus dem deutschsprachigen Raum) sind ja deutlich weniger geworden. Ich habe einige Kontakte nach Kanada, die jammern eigentlich alle ziemlich. Ist das nur ein "abhalten" von neuen Einwanderern oder ist daran wirklich was ;-)?


Ha ha hast schon mal viele Bauern gehoert die nicht jammern?
Aber ist schon so Einwandererung nach Kanada auf alle Farmen ist sehr viel schwieriger geworden.
Das Preisgefälle zwischen Landpreisen in Europa und wahrscheinlich ganz Kanada hat sich verkleinert.
Auch Quoten von Milch Poulet Eier ist um mehrfaches gestiegen.
Landpreise in unserer Gegend sind zum Beispiel um 15 mal höher als noch vor 25 Jahren.
Glaube auch das die goldige Zeit erst wieder kommt  ;D ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 25. Juni 2019, 12:28:29
Wie geht es eigentlich der Landwirtschaft in Kanada wirklich? Die Auswanderer (aus dem deutschsprachigen Raum) sind ja deutlich weniger geworden. Ich habe einige Kontakte nach Kanada, die jammern eigentlich alle ziemlich. Ist das nur ein "abhalten" von neuen Einwanderern oder ist daran wirklich was ;-)?


Ha ha hast schon mal viele Bauern gehoert die nicht jammern?
Aber ist schon so Einwandererung nach Kanada auf alle Farmen ist sehr viel schwieriger geworden.
Das Preisgefälle zwischen Landpreisen in Europa und wahrscheinlich ganz Kanada hat sich verkleinert.
Auch Quoten von Milch Poulet Eier ist um mehrfaches gestiegen.
Landpreise in unserer Gegend sind zum Beispiel um 15 mal höher als noch vor 25 Jahren.
Glaube auch das die goldige Zeit erst wieder kommt  ;D ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 27. Juni 2019, 04:52:48
Hast du zum Grainbagging auch ein Video online?

Servus,

Nicht konkret auf das Grain-Bagging spezialisiert, aber in meinem 2017er Erntevideo sieht man das Bagging für ne Weile, ab Minute 2:22

https://www.youtube.com/watch?v=lPPenf4Wqkc&t=144s

@Canuck, von welchen Pachtpreisniveau sprechen wir denn in eurer Gegend, und von was für Boden um die Aussage bissl zu relativieren?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 28. Juni 2019, 11:45:55
Pachtpreise sind ja nicht massgebend bei der Imigration von neuen Zuwanderern .
Heutige Landpreise in Ontario schwanken zwischen 5000 und 25000 $ pro Acre .
In unserer Gegend Pacht um die 200$ pro Acre . Sandiger Lehm .
Bei Milchwirtschaft sind qutopreise um die 30000 pro Kuh umgerechnet.
Darum meine Aussage zum Preisgefälle.
Grob gesagt eine Farm unter 5 Mil gibt keine Existenz fuer eine Famillie.
Finanzierung nochmals eine komplexe Angelegenheit .
Wenn vor 25ig Jahren jemand 1 mil Franken oder Euro mitgebrachte, hat er einen sehr guten Start.
Heute eben nicht mehr.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 05. Juli 2019, 06:08:53
Pachtpreise sind ja nicht massgebend bei der Imigration von neuen Zuwanderern .

Servus, das ist mir vollkommen bewusst, aber mir ging es bei der Frage auch nicht wirklich um den Kontext zur Imigration, sondern reines Interesse zum Pachtpreisniveau... ;D

Im Anhang mal wieder drei Bilder.

Das erste Bild ist ein Rapsfeld unseres Nachbarn, zwei Bearbeitungsvarianten innerhalb des Schlages. Links wurde die Grasnarbe abgespritzt und direkt in die abgestorbene Grasnarbe gesät. Der rechte Teil des Feldes wurde letzten Sommer mit der Scheibenegge gebrochen. Hatte bisher noch nicht die Gelegenheit mir die Situation mal aus der Nähe anzusehen - würde aber schwer vermuten, dass es bei der  Direktsaat in die Narbe Schwierigkeiten mit der Einbettung des Saatgutes gab, bzw. mit dem Schließen der Saatrille, die die Zinkenmaschine öffnet..., was natürlich gerade bei ner Feinsämerei und bei dem extrem trockenen Frühling fatal war.

Ansonsten sind wir mit Fungizid auf den Erbsenflächen beschäftigt. Seit den letzten Regenfällen haben sich die meisten unserer Erbsenbestände ziemlich gut entwickelt und wir uns kurzfristig dazu entschieden doch noch Fungizid zu fahren. Problem sind allerdings nun die relativ weichen Bodenverhältnisse - bei ner Druschfrucht in der man auf den bodennahen Schnitt angewiesen ist,  ist das natürlich nicht so toll.
Gestern abend hab ich auf unseren trockeneren Flächen begonnen und die ersten 300 Hektar behandelt. Flächenleistung liegt inklusive Nachfüllzeiten bei knapp 50 Hektar pro Stunde.

Davon abgesehen haben wir noch unsere Gras-Neuansaaten mit Insektizid (gegen Heuschrecken) behandelt. Und dann am nächsten Tag dann nochmal mit einem pulverförmigen Insektizid nachgelegt, dass mit einem Applikator auf unseren Side-by-Side auf die Flächen geblasen wurde und primär die Einwanderung von neuen Heuschrecken an den Feldrändern eindämmen soll.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 06. Juli 2019, 15:18:19
Servus Leute,

Die letzten Tage 2-3 mal kurz die Drohne in der Luft gehabt...und wieder ein kurzes Video zusammen geschnippelt.... :coffee:

https://www.youtube.com/watch?v=vYjkGT_oVNE

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 06. Juli 2019, 17:08:00
Jetzt verstehe ich, warum es Dir dort so gut gefällt.
Ist ja fast so schön wie wenn man von Vierzehnheiligen aus in das Maintal schaut...😆
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Henrik am 06. Juli 2019, 18:17:51
Servus Leute,

Die letzten Tage 2-3 mal kurz die Drohne in der Luft gehabt...und wieder ein kurzes Video zusammen geschnippelt.... :coffee:

https://www.youtube.com/watch?v=vYjkGT_oVNE

Tolles Video. Wofür sind die gelben Tanks auf der Spritze? Wahnsinn wie das runter geht.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 06. Juli 2019, 19:02:29
Danke Georg. Das stimmt...der Vergleich mit Vierzehnheiligen oder auch dem Staffelberg hat ne gewisse Richtigkeit... ;D

@Henrik, danke!

Die gelben Tanks sind für die Direct-Injection. Google mal "Raven Sidekick Pro". Letztlich hat man dann im eigentlichen Spritzbrühentank nur noch Frischwasser, und die gelben Tanks geben Kapazität für ca. 900 Liter Spritzmittel. Am Gestänge wird dann das jeweilige Spritzmittel in einer Dosiereinheit in den Wasserstrom eindosiert. Ein Vorteil ist dann u.a. das man z.B. innerhalb eines Schlages verschiedene Aufwandmengen an Spritzmittel fahren kann.

Die Spritze kam mit der Ausstattungsoption, haben es aber ehrlich gesagt noch nichtmal ausprobiert. Generell sollte es aber speziell im Frühling enorme Vorteile haben wenn wir den "preseed burn off" fahren vor der Aussaat. Klar, man schleppt einiges an extra Gewicht mit rum, aber ansonsten nur alle 2-3 Tage mal Glyphosat nachfüllen und ansonsten nur Frischwasser auffüllen.

Hier ist die Technologie noch nicht sehr verbreitet, in den USA - vorallem in Iowa - hab ich enorm viele Spritze mit dem System gesehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 06. Juli 2019, 20:21:16
Direkteinspeisung wird in Deutschland seit wie vielen Jahren diskutiert? :D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Jens am 06. Juli 2019, 22:31:18
Immer wieder schöne Eindrücke von dir, da kann man schon neidisch werden. Ist das Grasvermehrung am Ende des Videos mit dem Mulcher?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 07. Juli 2019, 01:22:56
Direkteinspeisung wird in Deutschland seit wie vielen Jahren diskutiert? :D

Sags du mir! Ich sag ganz ehrlich, dass die Thematik nicht unbedingt mein Steckenpferd ist. Und bin mir fast sicher, dass 95% aller deutschen Landwirte noch nie davon gehört haben... :) ;D

@ Jens,

Jawoll, das ist ein Teil unserer Vermehrungsflächen. Da wird im Video gerade der Pufferstreifen angelegt. Da wir hier Trespe vermehren, und um die Vermehrungsfläche auch hauptsächlich Trespe wächst ist dies notwendig um anerkanntes Saatgut zu produzieren. Außerdem ist Trespe die Art von Gras, die man hier im Norden von Alberta hauptsächlich in Straßengräben antrifft, sprich wir müssen auch die ganzen Gräben in der Nähe des Felds ausmähen.... :-X

Dies dürfte auch so ziemlich fast der einzigste Böschungsmulcher sein, der hier im Umkreis von gefühlt 1000 km existiert. Haben wir dieses Jahr gekauft, nachdem ich letztes Jahr mit dem Traktor und den Sichelmulcher in den Gräben rumgekraxelt bin..., was nicht unbedingt die sicherste Alternative war.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 07. Juli 2019, 09:08:25
Na ja, so "ganz neu" ist auch für Deutsche Landwirte das Thema Direkteinspeisung von Planzenschutzmittel nun doch nicht!
Raven hat das Ganze vor mehr als 25 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Hersteller von Terragator entwickelt. Ab mitte der 90 er Jahre konnte man die Dreiräder mit aufgebauter Pflanzenschutzspritze udn Direkteinspeisung von bis zu 5 Mitteln ab Werk kaufen.
In Europa wurde es 1999! das erstemal von meinem Englischen Händler, der in England auch Raven verkaufte auf meinem Agritechnica Stand in Hannover vorgestellt.
Das Interesse der Landwirte und vor allen Dingen von Instituten wie UNI´s und BBA sowie Großbetrieben war damals relativ groß.
Es war damals ja auch das große Precision Farming Spezial mit 48 Ausstellern mit der großen Euphorie für diese Technik. (auf der Agritechnica 2001 waren es dann noch genau 6 Firmen mit Precision Farming Technik)

Wir haben damals auf der Agritechnica 6 Anlagen an verschiedene Institutionen verkauft.
Es wurde dann auch 2000 viel probiert.
Die Euphorie für die Direkteinspeisung war aber sehr schnell erledigt. Funktioniert hat alles super, und zwar mit Mittel wie Round up oder sonstigen Mitteln die eine Wasserähnliche Konstitenz hatten.

An den verschiedenen Konsitenzen der Mittel (Pulver, Teigig bis Wasserförmig etc.) ist das ganze letztendlich bis zum heutigen Tag gescheitert.
Und wenn sich da von Seiten der Planzenschutzindustrie nichts ändert, bleibts bei Einzellöungen, oder besser gesagt, die Technik funktioniert nachweislich, scheitert aber aus vorgenannten Gründen.

Oberfranke, wenn man nur Glypho einsetzt mags ganz nett sein, aber wenn man (teilwise zulassungsrechtlich fragliche) Europäische "Cocktails" anmischen will ist gleich vorbei mit der Direkteinspeisung. Den 10 gr von Diesen und 0,5 ltr. und 0,8 kg/ha von Jenenen plus Haftmittel, das überfordert manchaml schon den einzelnen Landwirt beim füllen der Spritze und dann erst recht die Direkteinspeisungstechnik.

Die Idee war udn ist immernoch, am Ende des Pflanzenshcutzvorganges keine Restmengen in der Sprtize zu haben und für den nächsten Pflanzenschutz eine saubere Pflanztenschutzspritze zu haben.

Inzwischen hat die Industrie zum Teil recht brauchbare andere Lösungen für die Probleme entwickelt.
Trotzudem ist die Problematik der Restmengen und Reinigung in der Praxis nicht wirklich gelöst.

Die einzig wirklich brauchbare Lösung ist derzeit, KEIN Pflanzenschutz mehr! Hört sich komisch an, ist aber so!

Ich weiß, ich weiß, und ich nehme Diejenigen aus, die jedesmal soviel Frischwasser dabei haben und wie von Umweltschützern gewünscht, das komplette Pflanzenschutzgerät nach beenden der Arbeit auf dem Feld abwaschen damit keine Restmengen irgendwo in der Kanalisation "verschwinden"....

Und auch da liegt die Crux, den auch bei der Direkteinspesung sollte nach der Arbeit zumindest das Gestänge auf dem Feld abgewaschen werden.

Zur "Lösung" dieses "Problems" ist derzeit die neue "EU-Pflanzenschutzverordnung" in Vorbereitung!


Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Uli0815 am 07. Juli 2019, 15:11:58
Gott sei Dank läuft die Legislative auf Hochtouren, was sollten wir auch sonst den ganzen Tag machen.

Ich hoffe nur dass sich die Exekutive in allen Eu Mitgliedsstaaten auch daran hält, was in den Verordnungen steht...
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 07. Juli 2019, 16:34:13


Hallo Georg!

Vielen Dank für deinen interessanten und aufklärenden Beitrag.

Ich kann deine ganzen Argumente sehr gut nachvollziehen, bin aber gleichzeitig der Überzeugung, dass sich Vor- und Nachteile weltweit je nach Region und angebauten Kulturen in ihrer Gewichtung stark unterscheiden.

Zitat
An den verschiedenen Konsitenzen der Mittel (Pulver, Teigig bis Wasserförmig etc.) ist das ganze letztendlich bis zum heutigen Tag gescheitert.

Da bin ich voll bei dir, allerdings aus europäischer bzw. deutscher Sicht. Global gesehen relativiert sich die Aussage wieder. In den Anbaugebieten der USA, wo viel auf RR-Genetik basiert (Soja und Mais) verschwindet dieser Nachteil fast gänzlich. Hier bei uns oben sind die volumenmäßig wichtigsten Pflanzenschutzmittel Glyphosat gefolgt von Glufosinat. Solang man diese Produkte sinnvoll über das Direct-Inject händeln kann ist jeder happy. Anwendungen die "Cocktails" erfordern fahren wir auch, aber das ist in meinen Augen kein Problem. Sowas kann ich immer noch über die externe Einspülschleuße schnell und sauber abwickeln.

Dann kannst du natürlich sagen, dass man mit dieser Vorgehensweise deinen angesprochenen Hauptvorteil der Technik elliminieren würde:

Zitat
Die Idee war udn ist immernoch, am Ende des Pflanzenshcutzvorganges keine Restmengen in der Sprtize zu haben und für den nächsten Pflanzenschutz eine saubere Pflanztenschutzspritze zu haben.

Worauf ich sage (wieder global gedacht - nicht falsch verstehen, unter deutschen Gesichtspunkten geb ich dir in jeder Einzelaussage recht): Hier spielt diese ganze Restmengendiskussion (noch) keine Rolle. Klar, rein technisch gesehen kontaminiere ich mir damit erstmal wieder meinen Spritzbrühentank. Aber ne 3x Spülung vom Tank ist einfach und relativ schnell durchzuführen. Also wenn ich ab und zu mal nen "Cocktail" fahren muss, erkauf ich mir dadurch keinen riesigen Nachteil unter hießigen Gesichtspunkten.

Wo wir aber jetzt zu den tatsächlichen Nachteilen, die hier für die Region gelten, kommen. Theoretisch hab ich 4 Chemikalien-Tanks bzw. zwei Pumpen auf der Spritze. Sprich ich hätte theoretisch die Möglichkeit unser zwei Hauptprodukte Glyphosat und Glufosinat seperat in einem jeweiligen System zu nutzen. Nur wenn ich die arbeitswirtschaftlichen Vorteile des Systems ausnutzen will wäre es sinnvoll alle 4 Tanks bzw. beide Pumpensysteme mit beiden Produkten nutzen zu können um die Teilvolumen der beiden System aufzuaddieren und mehr Kapazität zu erreichen. Und dann kommt das Problem und der Nachteil der für uns und für viele regionale Farmer gilt (aber für Deutschland wiederum keine Relevanz hat): Bin ich z.B. mit der Behandlung des Rapses mit RoundUp durch und will auf Glufosinat, sprich Liberty-Link-Raps wechseln so dauert die 3x Spülung der Spritze mit Spritzbrühentank und Gestänge ca. ne Stunde. Nutz ich aber die Direkteinspeisung und will alle 4 Tanks nun statt für RoundUp für Liberty nutzen muss ich ZUVERLÄSSIGST alle dieser 4 Tanks spülen, die dazugehörigen Leitungen und Pumpen, was machbar ist, aber deutlich länger dauert als die klassische Spritzenreinigung. Nur letztlich würde nichts anderes übrig bleiben. Deshalb blieb das System bisher bei uns ungenutzt.

Letztlich gibts zwei Optionen:

- Entweder wir nutzen das System weiterhin nicht
- Oder nutzen es nur für RoundUp

Alles andere macht unter lokalen Bedingungen kaum Sinn, anderweitig würden wir mit den potentiellen Nachteilen sämtliche Vorteile vernichten.

Zitat
Ich weiß, ich weiß, und ich nehme Diejenigen aus, die jedesmal soviel Frischwasser dabei haben und wie von Umweltschützern gewünscht, das komplette Pflanzenschutzgerät nach beenden der Arbeit auf dem Feld abwaschen damit keine Restmengen irgendwo in der Kanalisation "verschwinden"....

Und ja...solche Argumente sind für den Großteil der Welt natürlich komplett unrelevant. Die entstammen der deutschen "Wir-sind-ein-Zwergenland-aber-werden-die-Welt-retten"-Mentalität. Nicht falsch verstehen...., klar bleibt uns hier in Deutschland solangsam keine Alternative mehr als uns solche "Blödsinn" (der schon einen gewissen Sinn hat, aber irgendwo muss einfach mal ne Grenze sein) zu fügen.

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 08. Juli 2019, 11:29:50
Hallo Oberfranke.
Nochmal eine Frage zu Eurer Spritze.
Augescheinlich ist die ja neu, weil Du ja schreibst: "Die kam so mit der Direkteinseisung..."
Interesanter wäre zu wissen ob die auch mit den neuen elektrisch pulsierenden Düsen und dadurch auch mit Einzeldüsen Abschaltung ausgestattet ist?

Zu Deiner Anmerkung "Fliegeschiss Deutschland". ja ist vieleicht richtig so. Amis erklären mir immer: Germany is just a inch on the Worlmap" udnj auhc das ist richtig. Deutschland produziert ja mit 50 Mio Tonnen Mähdruschfrüchte nur ca. 2,5% der Weltmenge. Ganz Australien hat im Schnitt nur die Hälfte! Wenn ich Körnermais und Reisbei Mähdruschfrüchten rausnehme dann siehts schon ganz anders aus......
Und ganz nebenbei, Deutschland entwickelt udn produziert derzeit (Im Wert) fast 12% der weltweiten Landmaschinen.
So klein ist der "Fliegenschiss" dann gar nicht..... ;D

Ja, Du arbeitest sicherlich auf einer sehr schönen Farm (zumindest an 100 Tagen im Jahr)

Wie lange wird auf diesem Betreib schon so intensiv mit Glypho gearbeitet?
Ich hab ja zu einigen Betrieben sehr guten Kontakt.
Auffalend für mich ist derzeit, das, vor allen Dingen im Mittleren Westen viele Betriebe auf "Glypho frei" umstellen.

Der Grund:
1. Die Problematik des Masidurchwuchses im Soja. Man muss im Soja trotzdem ein Herbizid einsetzen um den Mais abzutöten da ja Glypho nich twirkt, also kann man gleich auf GMO verzichten.
3. Und das ist scheinbar das größere Problem, sind die Glypho resistenzen die nun nahc ca 30 JAhren bei vielen Unkräutern auftreten. Für mich eine Sch :frage:lussfolgerung: Man kan machen was man will, die Natur regelt es von selbst oder "schlägt zurück"..... Man muss sich ja nur die Ackerfuschschwanzproblematik in Mitteleuropa anschauen.
4. Du schreibst das Ihr nahezu die komplette letzte Ernte noch in den Silos habt weil der Preis bisher nicht gepasst hat.
Im kaufmännischen Bereich gibt es das Schlagwort: "Nach Marktbedürfnissen produzieren"! Ich kann Dir eine ganze Reihe Nordamerikanische Betriebe nennen, die aeit sie "Glyphofrei" produtzieren, in den letzten Jahren richtig gutes Geld zusätzlich verdient haben. Produkte aus Glyphofreien Anbau sind in verschiedenen Teilen der Welt (Japan, Europa etc.)derzeit gesucht und haben gute Preise.

Bitte versteh mich richtig. Der Eigentümmer der Farm auf der Du derzeit arbeitets macht anscheinend derzeit alle richtig, sonst könnte er ja Deinen Monatslohn nicht zahlen. ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 08. Juli 2019, 11:45:44
Darum Glyphosat und/oder Glufosinat.

Wie viel wird für Glyphosat free bezahlt?
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. Juli 2019, 14:35:03
Sorry das ich mich da einmische!
An Georg:richtig es sind Betriebe GMO frei nichteinfach roundup-free
Bei Raps kenne ich die Zahlen nicht ,aber Mais ist zur Zeit immer noch weit ueber 90% GMO Soya aehnlich.
Preise sind um 10% hoeher ohne GMO .Aber vielmals hab den Eindruck das der Kaeufer mit dem Aufpreis pokert.So habe ich es erlebt bei Soya.Es sind ploetzlich gewisse Sorten nicht mehr gefragt und meist diese aus Farmeigenem Saatgut .
Ich persoehnlich verzichte auf diese Praemie und bleibe vorlaeufig bei GMO ,den es handelt sich nicht nur um Round-up.
Dazu ist der Einsatz von Herbiziden wesentlich einfacher und sicherer,trotz den vielen Resistenzen von denen immer wieder erzählt wird.
Ganz zu schweigen von Corn borer Wurzel borer heat Toleranz etc
Ja mein Nachbar baut immer no-GMO an ,da scheiden sich eben die Geister wer und wo,mehr verdient.
Aus kaufmännischer Sicht macht der Farmer absolut das richtige:buy when is low ,sell when its high
Das einzige was es dazu braucht ist eine gesunde Finanzlage und gerade das fehlt den meisten.
Den auch non Roundup- Ready unterliegt den selben Preis Schwankungen.
Stichwort gutes Geld verdient ;D diese Aussage wuerde ich nicht zu laut sagen in der heutigen Mid- West Situation.Der Preis, Wetter,Politik,Zins Cocktail ist nicht das richtige fuer die Meisten.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 08. Juli 2019, 14:37:00
Bei einem Landwirt in Iilnois der ca 4000 acre (ca 1600 ha)  halb Soja und halb Mais im Wechsel  bewirtschaftet hab ich Einblick in die Buchführung.
Er hat allerding nicht nur auf Glyphofrei sondern vor 4 Jahren Schritt für Schritt  noch auf GMO frei umgestellt. Das ist so das derzeitige USA-Bio... ;D

Er nimmt bei seinem Ertragsniveau um die 200 US$ pro ha mehr ein. Also um 300 000 US $ mehr, und zwar mehr Gewinn!
Die Gründe:
Sein Aufwand für den Pflanzenschutz ist etwas höher.
Die Applikationskosten sind etwas höher weil er 2 solche JD Hochradspritzen hat und nun beim Pflanzenschutz wieder wesentlich pünktlicher sein muss wie bei GMO Mais wegen Wurzelbohrer und Maiszünsler und auch bei der Unkrautbekämpung muss er wesentlich pünktlicher sein wie wenn er mit Round Up arbeiten würde. Auch die Mittel gegen Unkraut sind etwas teurer.
Dafür sind neue Sorten Mais und auch Soja bis zu 10% Ertragreicher als die alten GMO Sorten die zum Teil schon 20 Jahre alt sind. Man mag es kaum glauben, aber trotz das Monsanto, Pioneer etc., versuchen immer die kleinen Saatgutzüchter aufzukaufen, gibt es doch immer wieder Idealisten unter den Züchtern die wieder neue Sorten auf dne Markt bringen.

Für den Farmer ist die Kalkulation eigentlich einfach:
1 Spritze braucht er für seinen Betrieb sowieso.
der echte Maheraufwand für Ihn ist die 2. Spritze für ca 250 000 US$ plus Fahrer. Da er mit seinem Sohn zusammen die Farm bewirtschaftet hat er mit Fahrer kein Problem.

Wenn man den Mehrerlös gegen den Mehraufwand rechnet, hat er ca 150 000 Euro mehr Gewinn gegenüber GMO udn Glypho. Das sind am Ende um die 80 Euro/ha.

Man muss allerdings dazu sagen, das dieser Farmer eine echte "Traumfarm bewirtschaftet. Alle Flächen um seine Siloanlage, Flächen alle größer 60 ha in der besten Gegend von Ilinois (ca 100 km südlich von Chicago brettl ebend Felder beim Mais in den letzen 10 Jahren im Durschnitt 14 to/ha Mais trocken verkaufte Ware.

Es ist halt wie überall auf der Welt. Wenn die Rahmenbedinungen (Boden, Infrastruktur etc.) passen kann man sich fast "Alles erlauben" und verdient meist auch noch mehr Geld dabei.

Ein solches Beispiel ma auf der Farm von Oberfanke am Peace River wahrscheinlich überhaupt nicht passen....

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. Juli 2019, 15:10:10
Ertraege sind ja bekanntlich das Steckenpferd vieler Bauern ;D
Alte GMO Sorten existieren nicht mehr.Da ist ein unglaublicher Wechsel vor allem bei Mais .
Diese 10% mehrertrag koennen vielleicht stimmen im Einzelfall.Aber offizielle Anbauversuche
Belegen das ueberhaupt nicht.
Ich kenne keine 20ig jaehrige Maisorte die angebaut wird.
Ja es kann sicher mehr Einkommen pro Flaeche erwirtschaftet werden.Aber der Aufwand und Risiko
ist ebenfalls groesser.
Dies ist kein Bio.Das bio label hier in Canada unterliegt sehr strengen Auflagen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 08. Juli 2019, 15:56:10
Canuck
Ich bin da 100% bei Dir!
Jder muss wissen und ausrechnen was für ihn passt! Den jeder ist am Ende gegenüber der Bank seiner Familie udn sich selbst verantwortlich.
Ich stelle lediglich fest das in Nordamerika und eigentlich überall auf der Welt die Diskussion über Organic oder Bio Farming genauso diskutiert wird wie in Mitteleuropa.

Es gibt keinen Königsweg. Aber es gibt halt auch noch andere Möglichkeiten wie dieser (für die Masse) reine "Chemiefrei Wahnsinn" der die Landiwrtschaft udn vor allen Dingen die NAhrungsmittelproduktion in den Abgrund führen kann.
Mir persönlich ist es egal, denn ich persönlich bin auf hoffentlich weiterhin finanziell in der Lage die zwangsläufig höheren Lebensmittelpreise zu bezahlen. Ob ich jetz 10 oder 15 % meines Einkommens für Lebensmittel ausgebe ist nicht so entwcheidend. Wie sich das auf Länder udn soziale Gefüge auswirkt bei Ländern die bis zu 50 oder 70% des Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen, ich weiß nicht so recht...
Ich erinnere mich lediglich noch als vor einigen Jahren der Weizen, Mais und Soja Preis "durch die Decke" ging, was in Mexiko, Nordafrika, und in verschieden Asiatischen Ländern los war.

Klar, wenn jder nur 50 % weniger Fleisch essen würde dann brauchts keinen Preisanstieg.

Was ich eigntlich sagen wollte ist, das es anscheinend auch ohne Glypho und GMO für eine gewisse Zeit mal wieder gehen würde.

Allerdings gehöre ich so wIE Du auch, noch zur Generation die ohne Glypho erlebt hat und das Wunder der Einführung von Round Up noch live erlebt hat. Plötzlich fast keine Quecken und sonstige Wurzelunkräuter mehr.....
Oder die Rüben udn Kartoffelmittel... Plötzlich war durch die Saattechnik (Endabstand) und Legetechnik kein verfluchtes Hacken mehr notwendig....
Rübenanbau war plötzlich noch einfacher wie Getreideanbau! Drillen, aufpassen beim Pflanzenschutz, Roden und Abfuhr macht der Maschinenring......
Und jetzt soll man Biorüben anbauen um noch ein paar Euro zu verdienen? Wieder mit der Hackmaschine rumeiern...?!?
Vor lauter Unkraut geht das Roden fast nicht.. (Der Lohner kommt nur wenn er das doppelte Geld bekommt...)usw.

OK, man kann e sja auch rechnen und ich denke schon fas Jede(r) hat das für seinen Betreib schon mal gemacht.

wennich es für das Nördliche Bayern reche ist mein Ergebnis:

Keine Düngung und kein Pflanzenschutz spart man um die 300 Euro/ha plus durchnittlich knapp 300 Euro Zuschuss für Bio ergibt ca 600 Euro/ha. Umgerechnet auf 15 Euro/dz Weizenpreis baucht man schon mal 40 dz weniger zu ernten.

Hier leigt der Weizen im Schnitt der letzen 10 Jahre bei ca 70dz.
Das heißt ich muss etwas mehr wie 25 dz Bioweizen ernten, (für Bio gibts ja bsher etwas mehr wie bei Konvi?) damit ich auf das gleiche Ernteergebnis komme.

Diese Kalkulation stimmt aber nur, wenn ich nichts weiter speziell für den Bioanbau investieren muss.
OK, wenn ich beim Bianabau Hacken, oder striegeln tue, dann werden auch diese Kosten ber etwas Mehrertrag beim Bioanbau gedeckt. Aber in der Regel wird da auch nur das Geld gewechselt.

Und nun käme aber mein persönliches Problem udn das ist nicht zu unterschätzen!

Jder von von Euch mag es einfach währen des Jahres mal die Felder abzufahren udn die schönen Bestände anzuschauen und zufrieden ins Bett gehen.
Ich weiß nicht wie es mir gehen würde, am Abend bei der Feldrunde meine Ackerfuschschwanz, Quecken, Ackerwinde und Distelbestände anszuschauen......?!??!
OK, dann werden halt Sommerfrüchte angebaut.... Erbsen-Unkraut-Gemisch? Braugerste -Unkrautgemisch mit 70% Vollgerste udn nur 20 dz/ha Ertrag?
Wieder 50 Bullen in den Stall stellen damit man ein bischen Gülle als Dünger hat?

Mag ja alles so für die Allgemeinheit so funktonieren... Hat ja bis Anfang der 60 er Jahre auch so funktioniert! allerdings mit bis zu 20% der Bevölkerung in der LAndiwrtschaft tätig udn bie einem Familieneinkommen von ca 8000 DM.
Ich brauch doch nur die Meisterarbeit meines Vaters aus 1962 durchzulesen...

8 Kühe mit Nachzucht, 12 Muttersauen, 40 Mastschweine 8 ha Feld und 4 ha Grünland. Dieser Betrieb war damals "zukunftsfähig" und konnte Opa und Oma, Meine Mutter und meinen Vater udn drei Schulpflichtige Kinder ernähren...

Nicht so ganz hat mein Vater in seiner damaligen Kalkulation berücksichtigt, das die Oma den HAushalt geschmissen hat, mein Opa , meine Mutter und er selbst als Voll AK von früh bis Abend, auch am Heilig Abend und Silvester beschäftigt waren udn die drei Kinder nach der Schule auch noch zusammengerechnet als eine Voll AK auf dem Hof beschäftigt waren. Geld wurde verdient und uns ging es eigentlich für damalige Verhältnisse sehr gut.

Aber, ich sehne mich keine Minute an diese Zeit zurück! Da esse ich lieber weiterhin glypho GMO...

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. Juli 2019, 16:59:28
Genauso ist es Georg
Ich vergesse oder vermisse die gute alte Zeit auch nicht.
Aufgewachsen aehnlich wie du schreibst.
Heute bin ich ehrlich froh um GMO ,nicht das es nicht ohne ginge ,aber es macht mein Leben jetzt in Semi Retierment um einiges einfacher.Von den Gefahren muss ich zuerst was persoehnlich sehen,da ist sehr viel Hokuspokus dahinter und Schwarzmalerei.
Kann sogar im Sommer eine groessere Reisen Planen und nicht staendig Bestaende checken und
hacken.
Ich war kuerzlich in Europa und es scheint mir die Umwelt Diskusion hat dort Formen angenommen die wir hier noch nicht kennen. Der Steuerzahler fuehlt sich berechtigt in alle Agrarfragen sein Expertise mitzutellen.
Ja organische Produkte haben auch hier ihren Marktanteil es wird sich zeigen wer gewillt ist ein wenig mehr fuers Essen zu zahlen.Aber wie schon immer vieles hoert beim Portmonee auf.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: BNT am 08. Juli 2019, 18:09:24
In Vancouver gibt es solche Umwelt Diskussionen sicher auch. ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. Juli 2019, 18:40:45
Ja sicher gibts Diskussionen sogar Proteste (Pipeline)
Proteste gegen Carbontax oder dafuer.
Aber das Niveau der direkten Anklage gegen die Landwirtschaft ist hier sehr viel geringer.
Ich merke das Vorschriften bei Umwelt oder Neubauten zunehmen aber nie auf dem Level wie z.B. In der Schweiz.
Was mir aufgefallen ist die Mentalitäten sind sehr verschieden.Ein nicht Einhalten einer Regulierung,wird meist sofort gemeldet in der Schweiz.Hier denken die Leute anders. Freiheit hat ein andere Formulierung.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 09. Juli 2019, 06:35:34
Servus Georg!

Zitat
Augescheinlich ist die ja neu, weil Du ja schreibst: "Die kam so mit der Direkteinseisung..."

Relativ neu auf dem Hof, aber gebraucht. Kam wie so viele Maschinen von einer Auktion und hat das verbaut. Letztlich ist das ne 50.000 CAD Dollar Option, sprich wenn man das Geld in die Hand nimmt sollte man schon 100% davon überzeugt sein und die Möglichkeit dann auch wahrnehmen.

Zitat
Interesanter wäre zu wissen ob die auch mit den neuen elektrisch pulsierenden Düsen und dadurch auch mit Einzeldüsen Abschaltung ausgestattet ist?

Nein. Denke generell gab es die technische Möglichkeit dazu erst bei der neueren Serie, denke das war für die 40er Serie noch nicht verfügbar.

Zitat
Zu Deiner Anmerkung "Fliegeschiss Deutschland". ja ist vieleicht richtig so.
Und ganz nebenbei, Deutschland entwickelt udn produziert derzeit (Im Wert) fast 12% der weltweiten Landmaschinen.
So klein ist der "Fliegenschiss" dann gar nicht..... ;D

Mir ist klar von was du redest...und ich stimmt dir da auch zu 110% zu. Ich provoziere nur ab und zu etwas gerne in Diskussionen..., provozieren nicht im "aggressiven" Sinn, sondern eher im Sinne von die Diskussion bissl ankitzeln und schauen wo es hinführt.... ;D

Zitat
Ja, Du arbeitest sicherlich auf einer sehr schönen Farm (zumindest an 100 Tagen im Jahr)

Denke die Farm ist auch an den anderen 265 Tagen des Jahres schön. Und an den 100 Tagen des Jahres in denen ich nicht hier bin verpasst man wahrlich nichts...außer man will seinen Ar*** tieffrieren.... ;) :)...und zum Beladen von paar LKWs während der Wintermonate bin ich etwas zu teuer. Hat glaub ich schon seinen Grund warum die meisten Farmer hier ihren Winter in den Staaten unter Palmen verbringen.

Zitat
Wie lange wird auf diesem Betreib schon so intensiv mit Glypho gearbeitet?

Letztlich "überschaubar". 1996 wurde die Farm gekauft mit damals 200 Hektar. Innerhalb der letzten gut 20 Jahre auf nun 2.500 Hektar vergrößert. Und die ersten Jahre nur im Nebenerwerb geführt mit Grassamenvermehrung. Also sagen wir mal 15 bis maximal 20 Jahre. Irgendwas um den dreh.

Zitat
1. Die Problematik des Masidurchwuchses im Soja. Man muss im Soja trotzdem ein Herbizid einsetzen um den Mais abzutöten da ja Glypho nich twirkt, also kann man gleich auf GMO verzichten.

Jupp...., davon konnte ich mir letztes Jahr selbst schon ein Bild machen.

Zitat
3. Und das ist scheinbar das größere Problem, sind die Glypho resistenzen die nun nahc ca 30 JAhren bei vielen Unkräutern auftreten. Für mich eine Sch :frage:lussfolgerung: Man kan machen was man will, die Natur regelt es von selbst oder "schlägt zurück".....

Mir sind die Schattenseiten durchaus bewusst. Und deine Argumente sind nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Letztlich geht es bei der ganzen Diskussion auch nicht nur um Resistenzen sondern auch um die Frage "was kommt nach Glyphosat"? Die Direktsaat, wie man sie bisher in der Region kennt wird ohne das günstige Totalherbizid Glyphosat nicht mehr in der Form existieren können fürchte ich.

Zitat
Man muss sich ja nur die Ackerfuschschwanzproblematik in Mitteleuropa anschauen.

Das lässt sich in etwas mit der Flughafer problematik vergleichen. Das sind Problemstellungen an denen die konventionelle Denkweise zunehmend an ihre Grenzen stößt. Ich versuche zwar seit Jahren das Bewusstsein für den integrierten Pflanzenschutz etwas zu verstärken..., aber das braucht Zeit. Und ehrlicherweise muss man sagen, das sehr häufig einen auch das harte Klima hier einem einen Strich durch die Rechnung macht. Prinzipiell könnte man mechanisch (z.B. durch Striegeln nach der Ernte) einen ganzen Schwung von dem Flughafer zum Auflaufen bringen..., nur in vielen Jahren bekommen wir nichtmal die Bedingungen dazu.


Zitat
Du schreibst das Ihr nahezu die komplette letzte Ernte noch in den Silos habt weil der Preis bisher nicht gepasst hat.

Jo. Aber daran sollte man jetzt nicht die Argumentation aufbauen..., ist nicht so, dass das die Regel wäre.

Zitat
Im kaufmännischen Bereich gibt es das Schlagwort: "Nach Marktbedürfnissen produzieren"!

Glaube der Grundsatz sollte jedem bewusst sein, der irgendwie im produzierenden Business tätig ist... ;)


Zitat
Ich kann Dir eine ganze Reihe Nordamerikanische Betriebe nennen, die aeit sie "Glyphofrei" produtzieren, in den letzten Jahren richtig gutes Geld zusätzlich verdient haben. Produkte aus Glyphofreien Anbau sind in verschiedenen Teilen der Welt (Japan, Europa etc.)derzeit gesucht und haben gute Preise.

Jo. Nur ist es immer schwierig Vergleiche zu ziehen und ein Szenario das für Betrieb A funktioniert versuchen 1:1 auf Betrieb B zu projizieren. Dafür gibt es in der Landwirtschaft einfach viel zu viele Variablen respektive Produktionsfaktoren die sich von Betrieb zu Betrieb, von Region zu Region massivst unterscheiden können.
Wie gesagt, ein Faktor ist schonmal der, der Direktsaat. Direktsaat steht oder fällt nicht zwingend mit Glyphosat - aber die Durchführung ohne Glyphosat wird definitiv anspruchsvoller. Und klar, als gute Geschäftsleute sollte man immer auf der Suche nach Alternativen sein, wir haben uns auch die letzten Jahre mit Alternativen beschäftigt. Die bessere und vermutlich langfristig rentablere Nische würde ich dabei dann tatsächlich im ökologischen Anbau sehen, was aber nochmal enorm größere Hürden bereit halten würde (aber definitiv machbar ist), vorallem in der viehlosen Landwirtschaft...und dann müsste man sich definitiv vom NoTill-Gedanken komplett verabschieden. Wobei davon auzugehen ist, das ohne Glyphosat wahrscheinlich nicht generell, aber definitiv situationsbedingt wieder mehr Bodenbearbeitung nötig wird. Nur gleichzeitig erkauft man sich auch mit so einer Betriebsstrategie wieder nen ganzen Sack voll anderer Nachteile, die du ja z.T. schon aufgezählt hast. Wenn gleich es einen Betrieb in der Nähe gibt, der beweist, dass das ganze betriebswirtschaftlich und ackerbaulich sinnvoll und auch halbwegs nachhaltig machbar ist.

Tatsächlich ist es aber der Weg, den scheinbar der größte Prozentsatz der wenigen Betriebe die von Schema F abweichen einschlagen. Denn tatsächlich ist es so, dass man mit dem Verzicht auf Glyphosat, den extrem größeren Absatzwegen (denn auch Non-GMO kann ich nichtmal eben beim Landhandel um die Ecke vermarkten) und der Notwendigkeit von mehr Bodenbearbeitung schon knapp den halben Weg dorthin gegangen ist. Also bedarf es wirklich der Überlegung nicht komplett in den sauren Apfel zu beißen, die Zahl der Nachteile noch etwas zu erhöhen, aber dafür auch gänzlich alle Vorteile zu genießen.


Zitat
Bitte versteh mich richtig. Der Eigentümmer der Farm auf der Du derzeit arbeitets macht anscheinend derzeit alle richtig, sonst könnte er ja Deinen Monatslohn nicht zahlen.

Natürlich. Die Zahlen lügen nicht. Finanziell steht der Betrieb bombenfest da.
Aber ich versteh was du sagen willst. Und wie gesagt, ich sehe durchaus die Probleme in der Vorgehensweise und denke auch, dass bedingt durch diverse Faktoren (Verbraucher, Politik,....) ab nem gewissen Punkt ein Umdenken nötig werden wird. Wie das aussehen wird, weiß vermutlich noch niemand. Letztlich trifft das von mir geschilderte Schema ja auf 99,5% der Betriebe in Westkanada zu. Ich denke, dass in einigen Jahr(zehnt)en definitiv mehr Individualtitä in den Betriebsstrategien zu sehen sein wird.

Meine Zeit in Kanada wird mit dieser Saison zu Ende gehen. Hätte ich mich für eine Zukunft in Kanada oder evtl. für die Übernahme des Betriebs in irgendeiner Form entschieden hätte ich mit Sicherheit versucht meine Fühler in diverse Richtungen auszustrecken. Denn momentan gibt es hier viel Potential sich von der Mainstream-Produktion abzulösen, nur braucht es dafür auch Mut...und man muss auch die Gründe sehen und verstehen warum der Mainstream so ist wie er ist, anders wird man kein erfolgreiches Alternativkonzept erarbeiten können. Es hat schon seine guten Gründe warum Dinge hier so laufen wie sie laufen. Z.B. würden sich mit der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft/Non-GMO/Glyphofrei (nur mal ein Beispiel der alternativen Betriebsführung) die Vermarktungswege in etwa VERZEHNFACHEN!!!. Weiterhin würde ich definitiv davon ausgehen, dass die Umstellung auf Bio zwangsläufig mit dem Verlust von Pachtflächen einhergehen würde, denke einige Verpächter wären von dem Gedanken nur geringfügig beeindruckt. Unser wichtigster und größter Verpächter würde vermutlich nichtmal von der glyphosatfreien Produktionsidee begeistert sein. Aber um diese ganzen Dinge zu verstehen muss man die Eigenheiten der Region und der dortigen Produktion kennen..., sowas von Europa oder Deutschland beurteilen zu wollen ist unmöglich. Und auch kann man unsere Lage hier keineswegs mit den USA vergleichen..., dafür hab ich schon zuviel von der Welt gesehen. Alleine die Infrastruktur ist hier nochmal auf nem ganz anderen Level als vielerorts in den USA.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 09. Juli 2019, 08:00:57
Kommen denn noch europäische Auswanderer in Kanada an und übernehmen einen Betrieb? Inserierte Betriebe, mit relativ guter Gebäude- und Flächenausstattung, gibt es ja genug in diversen Portalen. Die Preise für einen "schönen" Betrieb sind ja teilweise auch relativ verlockend.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Der_Oberfranke am 27. Juli 2019, 17:13:35
Kommen denn noch europäische Auswanderer in Kanada an und übernehmen einen Betrieb?

Servus,

Zmd. hier in unserer Ecke Kanadas kaum mehr ein Thema, tendenziell eher gar nicht mehr.


Ansonsten stecken wir hier momentan in den Erntevorbereitungen - wobei damit noch kein großer Zeitdruck besteht. Da es quasi fast täglich regnet verzögert sich die Abreife doch um einiges.

Unten hab ich auch mal ein relativ aktuelles Bild unserer Erbsen angehängt. Für den bescheidenen Start in die Saison kann man sehr zufrieden sein. Je nach Standort haben die Erbsen 8-12 Schoten pro Pflanze ausgebildet, die mit ca. 6-9 Erbsen gefüllt sind. Nicht spektakulär gut, aber dennoch sollten die Bestände leicht über Durchschnitt sein. An unsere 55 dt Spitzenertrag vom letzten Jahr auf einigen Flächen werden wir allerdings vermutlich nicht ran kommen.

Außerdem hab ich nochmal ein aktuelles Video gebastelt, das unseren Raps von der Aussaat bis zur aktuellen Blüte zeigt - irgendwann kommt ein Teil 2 der die Ernte mit einschließt.

https://www.youtube.com/watch?v=WLsivtkmmjw&t=42s

Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wolf am 28. Juli 2019, 12:05:28
Die Erbsen stehen ja bis zum Bauchnabel. Wenn ihr nicht beide kleinwüchsig seid - Respekt!  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: EWD am 28. Juli 2019, 23:27:07
Hallo,

deine Videos sind absolut sehenswert und sehr informativ.
Ich freue mich schon auf das Nächste.

Gruß  Ernst
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 29. Juli 2019, 08:40:20
Danke für die Antwort auf meine Frage ;-). Wie ist denn die Wirkung, der Pflanzenschutzmaßnahme, in den Fahrgassen? Ihr "heizt" ja ziemlich übers Feld + geringe Aufwandmengen. Kommt die Brühe da überhaupt noch an den Boden/Bestand? Bindet der Staub nicht die Brühe und fliegt damit weiter? 
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Georg am 29. Juli 2019, 11:00:22
Wollomo,
Die gleiche Frage hab ich mir schon vor 35 Jahren gestellt, als ich das erstamal in Südamerika selbst da mit 30 km/h mit der Spritze übers Feld "geheizt" bin..
Komischerweise haben die Mittel bi ca 80 ltr recht gut gewirkt auch wenns beim Fahren gestaubt hat.
Es waren ähnliche oder sogar gleiche Mittel die bei uns laut Zulassung mit 400 ltr Wasser /ha gespritzt werden sollten.

Bei vielen Pflanzenschutzspritzen außerhalb Europas würde eine BBA eh die Hände übern Kopf zusammenschlagen!
Ich hab mich damals udn dann auch im Laufe der JAhre mal ein bisschen näher damit befasst.
Laut BBA erreicht eh nur ca 10 bis 20% des ausgebrachten Wirkstoffes die Pflanze/Unkraut.
Wenn man mit Wirkstoffen arbeitet die über die Pflanze Wirken muss man bei so hoher Geschwindigeit nur die Tropfen groß genug machen, dann kommt nahezu die gleiche Wirkung.
Wenn man allerdings Pflanzen "Abwaschen" will oder muss (Fungizied) dann funktioniert auch in Kanada etc. das schnelle Fahren nicht!

Ein Beispiel von einem meiner Kunden in Australien.
Er ist Lohnunternhmer und führt Pflanzenschutz in extensiven Gebieten durch.
Er bekommt pro ha 2 Australische Dollar. Um wirtschftlich zu arbeiten muss er am Tag 1000 ha beandeln.
Am Tag geht sowas mal gar nicht. Er fährt mit enem umgebauten LKW und einem 24 mtr. Gestänge. Zuladung sind 8000 ltr. Er spritzt um die 80 ltr/ha udn kann so mit einer LAdugn 100 ha spritzen. Die 100 ha fährt er in etwas weniger wie 1 Stunde ab. dann wieder auffüllen usw. in 12 Stunden (von abend ca 19 bis nächsten morgen 7 Uhr) schaffen 2 Mann dann ca 1000 ha.
Irgendwie funktioniert das so.....?!?? Aber wie gesagt, nach BBA vorschriften ....???? eine Katastrophe!
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: wollomo am 29. Juli 2019, 14:00:04
Danke für die Aufklärung. Hört sich sehr interessant an.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Markus am 30. September 2019, 09:38:53
Hallo,
hier mal eine Frage an die Kanadier.
In der Agrarzeitung wird von Ernteproblemen durch Frost und Schnee in Kanada berichtet. Ist das wirklich so schlimm wie es dort beschrieben wird?
Gruß aus einer Region wo so langsam die Herbstaussaat durch Regen ins Stocken kommt..... :-\
Markus
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 30. September 2019, 14:56:41
Muss schon ein wenig ein Problem sein.
Calgary hatte die letzten Tage 25cm südlich bis 80cm.Alberta ist besonders betroffen bei Temperaturen bis zu -7.
Im Osten ein sehr trockener Sommer jetzt regnerisch und teilweise Mais noch nicht reif.
Gut das bis jetzt noch kein Frost kam.Frost in den nördlichen Lagen.
Aber vielmals kämpfen wir mit Frost und Schnee.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 08. Dezember 2019, 18:02:58
Dezember und immer noch an der langen Ernte
Glaube viel Mais bleibt auf dem Acker meist wegen schlechtem Hektoliter Gewicht und hoher Feuchtigkeit. Ganz Kanada hat eine herausfordernde Ernte meist Wetter bedingt.
Gestern in der farmzeitung: Harvest from Hell.     Daneben ein Koernermais Haufen draussen lagernd von mehreren tausend Tonnen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 25. August 2020, 01:34:04
Wieder mal etwas das ich nicht jeden Tag sehe.Fundament angefangen für ein neues Haus.
Schotter mit dem Stone Slinger eingefüllt.Bequemer gehts nicht mehr ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 25. August 2020, 08:52:49
Zum Thema Hausbau in Kanada fällt mir auch nich was ein. Ein Freund hat mal ein Fertighaus gebaut. Wobei "gebaut" sich nur auf die Fundamente und den Keller bezieht. Der Rest wurde am Stück geliefert (über 500 km) und dann auf den Keller gezogen. Ein paar Wochen später kam jemand um Risse und andere Schäden auszubessern.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 28. September 2020, 04:13:31
In diesem ungewöhnlichen Jahr einige der schönsten Herbst Impressionen.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: canuck am 28. September 2020, 04:17:41
Etwas mehr
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: lilly am 28. September 2020, 07:41:44
woooow...  :o

tolle Fotos. :daumen:
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Wade am 28. September 2020, 08:58:35
Etwas mehr

Ihr habt aber komische Katzen  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Gallus gallus! am 28. September 2020, 11:34:41
Etwas mehr

Ihr habt aber komische Katzen  ;D

Das ist ein Biber.
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Wade am 28. September 2020, 13:10:33
Etwas mehr

Ihr habt aber komische Katzen  ;D

Das ist ein Biber.

Wer kennt ihn nicht, den nordamerikanischen Panzerbiber   ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in Kanada
Beitrag von: Hage am 09. Oktober 2020, 14:28:40
Hinweis: Thema aufgeteilt

: Landwirtschaft in Kanada und Umweltschutz hinsichtlich Verpackungen

https://www.agrowissen.de/de/forum/index.php?topic=25974.0