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  • #1 von Tim am 20 Oct 2018
  • Nach 2018 bin ich mittlerweile mehr als gespannt wie das Grünland 2019 wieder in Erscheinung tritt.

    Disteln, Ampfer, Kletten und teilweise dieser wilde chicoree (blüht mit hübschen grossen blauen blumenartigen Blüten- heisst in der wildform wohl auch wegwarte?) Und wegerich Arten waren die einzigen kräuterchen die neben ein wenig luzerne die Sonne in (ein bisschen) Ertrag , auch ohne Niederschläge umsetzen könnten .

    Da in den englischen Medien immer mal darüber geschrieben wird wollte ich fragen ob es hier auch Erfahrungen mit züchterisch bearbeiteten Formen von chicoree oder breitwegerich gibt ?( eng.: plantain/chicory)

    Den Bildern nach sieht das erfolgversprechend aus , die pflanzen haben scheinbar starke pfahlwurzeln die ihnen  über trockene perioden helfen und einen ordentlichen oberirdischen aufwuchs..

    MfG tim
  • #2 von Kreuzer am 02 Jan 2020
  • Hallo Tim,

    dieses Thema ist inzwischen zwar schon sehr alt, aber ich wollte mal fragen, was du für Erfahrungen gemacht hast?
    Oder hast du gar nichts ausprobiert?

    Wir säen diesen Sommer wieder 3 ha Weide an (Nutzungsdauer 5 Jahre).
    Hatte überlegt, ob ich jetzt auch mal einen Streifen mit besagten Kräutern anlege.
    Freudenberger bietet ja ein paar Produkte dazu an. DSV meine ich auch, dort bestelle ich aber aus persönlichen Gründen nichts mehr...

    Einige Fotos dazu sehen ja sehr vielversprechend aus, ich verspreche mir vorallem eine konstantere Aufwuchsleistung über den Sommer.
  • #3 von Heico am 02 Jan 2020
  • Hatte das Thema damals nicht gesehen.
    Wir haben die Wegwarte seit 3 Jahren in der Vermehrung. Es gab noch keine Pflanze die oben so dicht macht, wie die Wegwarte. Im Boden unten soll es ähnlich zugehen. Nach dem Wurzelatlas (Kutschera) ist die Wurzeltiefe ca 2 m. Der Bestand ist im 2. Jahr so dicht wie keine andere Pflanze und war bei uns nicht mehr begehbar. Bestandshöhe war im 2. Jahr ca 2 m. Rehe haben sie als Delikatesse entdeckt und die Außenreihen auf ca 80 cm Bestandshöhe gehalten.
    Hier 4 Bilder zur Ansicht, Anfang bis Mitte Juli 2017
    Beim 1. und letzten Bild ist eine Petersilievermehrung im Vordergrund, die ca 1 m hoch war.
  • #4 von Ruebe am 02 Jan 2020
  • Als was kann man die Wegwarte ernten? verwenden?

    Wie baut man die Wegwarte in die Fruchtfolge ein?

    Danke
  • #5 von charlie am 02 Jan 2020
  • Als was kann man die Wegwarte ernten? verwenden?

    Wie baut man die Wegwarte in die Fruchtfolge ein?

    Danke

    Die „Gemeine Wegwarte“ war die Heilpflanze des Jahres 2020

    Verwendung als Arzneipflanze bei entsprechenden Abnehmern

    Über den Anbau hab ich aber keine Ahnung  ;)
  • #6 von Tim am 02 Jan 2020
  • Chicoree ... als Wurzel für entsprechende Treibereien ... Sklerotinia ist ein grosses Problem - Beregnung und Lagerung nicht ganz einfach - Gemüse halt

    Die Wurzelreste der Treibereien sind auch so ne Crux - im Grunde soll man aus denen Plastikstoffe oder so herstellen können - scheint aber schwerer realisierbar zu sein, als es der löbliche Gedanke glauben macht.
  • #7 von halbspaenner am 02 Jan 2020
  • Moin,
    kenn die Wegwarte in natura nur von einer kleinen Stelle auf einem Sommerweg in unserer Feldmark, die wird aber nur einen halben Meter hoch :P.... Mach bei den sommerlichen Pflegemaßnahmen immer den Mulcher hoch, die Wegwarte ist ein richtiger Eyecatcher :daumen:.
    @ Heino: Ich glaub, ich muß vor der Getreideernte mal wieder Richtung NW fahren ;), das wird ja immer interessanter bei Dir :daumen:!
    Gruß, Rudolf
  • #8 von Tim am 02 Jan 2020
  • Oder hast du gar nichts ausprobiert?



    doch doch ... hatte so ne Art versuchsparzelle mit dieser DSV Multilife Mischung , Rohrschwingelarten und Esparsette ausgesäht - halt auf Ackerland - war aber dennoch erstaunlich

    Esparsette - zwei gigantische Aufwüchse im Jahr möglich! , Eigenvermehrung möglich .. Heuwerbung ? naja ... max mit PropSre oder so als Hilfe - für die Blütentracht kriegst halt keine müde Mark , aber es ist geschmacklich sehr interessant (ich denke für Kühe weniger hartstengelig als Luzerne , für schafe wohl weniger Gefahr mit Aufblähen) ... es war eine Idee für die Uferrandstreifen

    Obs Kümmel in ner Wiese braucht  :frage: , ich glaube eher nicht.

    der Spitzwegerich war nicht stark ausgebildet ... da ist die Wurzel , bzw. das Mineralstoffaneignungsvermögen sehr unscheinbar verpackt   aber die DSV-Sorte war sehr viel grösser wie die übliche Wildform.
    Wegwarte wächst wild und war die letzten Jahre wo es im Grunde nur einen ersten Schnitt und danach Trockenschaden , mit Luzerne, Ampfer und Kletten das einzige was noch grün auf den Wiesen und Weiden war ...  der Futterchicoree (ich glaub das ist wie beim abessinischen Senf auch nur ne Gemüsesorte die weg muss - glaub nicht das es wirklich ne Futterzüchtung gibt) ist viel grösser als die artverwandte Wegwarte - aber wahrscheinlich nur für Weide interessant - aber auch sehr einfach zu etablieren .. "hinschmeissen" reicht - Trumpf ist da definitiv die Wurzel als Speicherorgan - soll auch verdauungsfördernd sein !

    Der Rohrschwingel erntet wohl nicht ganz die Zucker und TM-Erträge eines Weidelgrases - doch ist hslt in der Leistung viel persistenter (3 -4 gleichwertige Schnitte) robuster in Wurzel (Trockenheit) und Habitus (Frost und Rost)... - wäre eine Teillösung für die Wiesen gewesen - Mähweiden wahrscheinlich eher nicht - da gjngs dann auch weiterhin mehr um Festulolium, Weidelgras, Wiesenrispen ... dieses Pilzzeug im Heu scheint aber tatsächlich ein Problem zu sein - Rotschwingelheu wurde zum Beispiel von den MuKühen gut angenommen, doch es kam zu plötzlichen Verdauungsproblemen bei einzelnen Tieren    :frage:

    ansonsten war Hafer+Peluschke+Wicke+Grasuntersaat als GPS eine interessante Variante in 2020 - wir hatten auch Waldstaudenroggen mit Esparsette gemischt als Randstreifen ausgebracht - für den extensiven Standort (der halt auch alles an KULAP abfasst was geht) in Mittelgebirgslage in Südthüringen bestkmmt auch weiterhin interessant , da low input... - werdd das aber nicht mehr weiter verfolgen , weil ich nicht mehr dort arbeite ...

    Ich stelle nur fest das in Sachsen auch bei den echten Futterbaucracks in milchviehbetrieben das Interesse an Luzerne stark steigt  - das Interesse und die angestrebten Ziele sind da sehr breit gefächert
  • #9 von Kreuzer am 08 Jan 2021
  • Vielen Dank für die Antworten.

    Ich werde nächsten Herbst dann mal ein paar Foto's teilen. Wobei die tatsächlichen Vorteile wie zB. konstantere Produktivität erst '22 zum tragen kommen... Könnte mir außerdem weniger Unkräuter und Ampfer im ersten Jahr erhoffen.
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