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Autor Thema: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?  (Gelesen 22083 mal)

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Henrik

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Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« am: 14. Januar 2010, 20:12:48 »

Auf der DLG Wintertagung drehte sich fast alles nur um das Thema Biogas bzw. Biogasanlagen. Bis jetzt war es die letzten Jahre immer so, was dort am meisten propagiert wurde ging die nächste Jahre nicht mehr so doll. Ich erinne mich da an Biodiesel, Milch, Getreide und nun Biogas.

Ist diese Hype gerechtfertigt?

Ich habe mit ein paar Betreibern gesprochen, gute Anlagen, gute Betriebsleiter in Euphorie sind die jedenfalls nicht so verfallen. Sie ajmmern aber auch nicht rum.

Interessant war am Rande das die Leute die schon länger eine haben (älter 5 Jahre ) die Abschreibungsdauer teilweise deutlich verkürzt haben, viele Teile halten einfach die Dauerbelastung nicht so aus.

Wie seht ihr das?
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Biobauer

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #1 am: 14. Januar 2010, 21:03:38 »

ging die nächste Jahre nicht mehr so doll. Wie seht ihr das?

hoffen wir mal das beste  :P

i mogs einfach ned  ;)
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

Euro-T

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #2 am: 14. Januar 2010, 23:25:35 »

Kurzfristig ist es sicher möglich eine gewisse Rendite einzufahren - langfristig in Deutschland Strohfeuer, lieber Hände weg.
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Gruß

~~ Olli

Ruedi

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #3 am: 15. Januar 2010, 00:42:41 »


es ist einer von mehreren bausteinen für die zukunft der erneuerbaren energien, das es mal hoch und tief gibt ist logisch und gibt es in jedem betriebszweig, es gibt immer neue rohstoffe die in zukunft dort bessere renditen bringen werden

weiterhin war ach die letzten jahre immer wieder berichtet worden das die *betonkuh* nicht ohne einsatz von der person leistung bringen kann
 

für mich ganz klar nachhaltig


gruß rüdi
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Auf geht es in die neue Herausforderung.

kakvogl

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #4 am: 15. Januar 2010, 05:32:30 »

Hallo.

Ich sage mit meiner "begrenzten" Sichtweise eindeutig der falsche Weg.

Gründe die dagegen sprechen:

Bodenbelastung,
einseitige Fruchtfolgen,
Kreislaufunterbrechung im Sinne der nätürlichen Gesetze ( man fährt viel zu viel ab und bekommt nichts mehr zurück Stichwort Humusabbau!! )
Wirtschaflichkeit bedenklich alleine durch festgelegte Vergütung gegenüber der Inflation.
Technik nicht beständig siehe Verkürzung der Abschreibung.
Input/Output Verhältnis viel zu gering.
Energiegewinnung Sonnenenergie/Pflanze/Biogas viel zu umständlich heißt verlustreich.
Stille Enteignung der Landwirtschaft durch Energieriesen wie Eon. Es merken nur wenige.
Ich sehe die Landwirtschaft als Nahrungsproduzenten an erster Stelle.
Was soll denn alles noch vom Acker gewonnen werden (Fliegen mit Biogas, Rohstoffe für die Industrie Stichwort Amflora.)
 
Ich bin da sehr skeptisch schon alleine weil es ein Baby der Politik ist und die hat noch nie was vernünftiges, langfristiges entschieden.

Meine Meinung
Gruss
H.
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Suppenkasper

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #5 am: 15. Januar 2010, 06:34:08 »

@hmctd: Exakt so sieht es aus! Um die Nährstoffe mache ich mir weniger Gedanken. Da gelangt sicher mehr zurück als bei der Nahrungsmittelproduktion. Aber der Humusabbau ist enorm. Mal sehen, wie das weitergeht...
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JueLue

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #6 am: 15. Januar 2010, 07:28:00 »

... hier mal was interessantes zum Thema Humusabbau und Biogas.
So einfach und eindeutig ist die Sache zu Mindest im Vergleich zum Ackerbaubetrieb nicht.

http://www.tll.de/ainfo/pdf/biog0707.pdf

JueLue
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Jochen

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #7 am: 15. Januar 2010, 09:53:36 »

hi

Biogas kann Nachhaltig sein - aber es ist politisch abhängig dafür halt ich´s für ein Strohfeuer
mir ist die politische "Wilkür" möglichkeit zugroß

mfg
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Suppenkasper

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #8 am: 15. Januar 2010, 10:15:33 »

Der Humusabbau findet m. E. vor allem bei stark maislastigen Fruchtfolgen statt, wie sie hier in der Gegend gefahren werden. Man kann fast zusehen, wie der Acker "weniger wird" (anmooriger Standort).
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wolf

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #9 am: 15. Januar 2010, 10:35:49 »

Also Biogas ist meines erachtens immer nachhaltiger als sein Konkurenzprodukt das Erdgas und alle anderen fossilen Energieträger. Und nur an diesen muss es sich messen. wir verjubeln seit ca. 100 Jahren diese Rohstoffe, die sich in Jahrmillionen gebildet haben und zum Aufbau unserer Atmosphäre beigetragen haben. Das ist sicher nicht besser.

Zur Wirtschaftlichkeit: wahrscheinlich ist es derzeit (!) die erfolgreichste Betriebsform/-zweig. Bei +/- 20 Cent/kWh stecken die Biogaser alle Ackerbauern und Veredler in die Tasche. Das kann sich natürlich schnell ändern, wenn die Preise für landw. Rohstoffe steigen und damit auch deren Substratpreise. Aber wenn man sieht wie die Branche erfolgreiche Lobbyarbeit geleistet hat, als die Getreide- und Rapspreise mal für wenige Monate stiegen konnten die ihre Vergütung für die nächsten 20 Jahre aufbessern. Das ist sicherlich auch dem politischem Rückenwind geschuldet, denn auch Herr Ex-MP und bald EU-Kommissar Oettinger hat die EU gestern auf 20% regenerative Energie eingeschworen und alle waren begeistert.

Eines halte ich auch für wesentlich: die Fläche die für den Substratanbau gebraucht wird verbessert durch den geringeren Angebotsdruck auch die Situation anderer Marktfrüchte. Da spielt sicher der Bioethanolanbau in Amerika die größere Rolle, aber insgesamt gesehen bauen sich halt keine so großen Überschüsse auf und das hilft sicherlich den Preisen.

Gruß
Wolf
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Hacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht. Albert Einstein

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Euro-T

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #10 am: 15. Januar 2010, 11:09:59 »

@ wolf

Unter derzeitigen Gesichtspunkten hast du absolut recht, aber was ist in X Jahren ?

Die Rohstoffpreise werden steigen, dessen bin ich mir absolut sicher. Fläche wird kleiner, Bevölkerung wächst, Russland pennt, der züchterische Fortschritt stößt imho an seine Grenzen,  es kann nur in eine Richtung gehen.

Weiterhin finde ich schon das regional derweil eine Art Raubbau an der Ressource Boden betrieben wird, weiter oben stand ja auch schon das man dabei fast zusehen kann.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das in einem kleinstrukturierten Land wie dem Unseren eine Energieproduktion nachhaltig Sinn macht.
Das gehört imho in Gebiete, die Flächenmässig gut strukturiert sind, aufgrund äusserer als auch innerer Umstände nicht in der Lage sind Nahrungsmittelfähige Qualitäten zu produzieren und wo die Produktion einfach günstiger ist als bei uns.

Das verhindert wahrscheinlich natürlich meistens die Kraft Wärme Kopplung in Ermangelung des Abnehmers für Wärme, aber das ist derweil bei uns ja auch mehr eine Nische, denn die Regel, zumindest was die mir bekannten BGA`s betrifft. Es gehört zukünftig das Gas gereinigt und eingespeist, alles andere ist imho nicht nachhaltig rentabel, langfristig gesehen.  

Unterm Strich kommt ja dasselbe dabei raus, der Markt wird ja ebenso entlastet, nur halt nicht Landesintern.

Wir hier haben mit unseren Qualitätsstandarts und dem know how gefälligst hochwertige Nahrungsmittel zu produzieren und dürfen unsere Gunst-Anbauflächen nicht zu einem Großkinderspielplatz verkommen lassen!!     

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Gruß

~~ Olli

Rainer

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #11 am: 15. Januar 2010, 11:30:04 »

na ja,

sollen wir wirklich hochwertige Nahrungsmittel produziern, zu Dumpingpreisen,und die Nahrungsmitelindustrie verdient sich eine goldene Nase. Entscheident ist doch die Wirtschaftlichkeit, der Gewinn des landwirtschaftlichen Betriebes. Und nur daran habe ich mich als Betriebsleiter auszurichten. Und wenn dann der Gewinn aus der Energieerzeugung ist es doch in Ordnung.
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lG "Rainer"

Euro-T

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #12 am: 15. Januar 2010, 11:38:25 »

Und wenn dann der Gewinn aus der Energieerzeugung ist es doch in Ordnung.

Das sehe ich aus tiefster innerer Überzeugung anders, da wird auch keine Diskussion helfen, da bin ich resistent.

Entscheident ist doch die Wirtschaftlichkeit, der Gewinn des landwirtschaftlichen Betriebes.

Stimmt natürlich, man (ich) kann das auch absolut nicht den Betriebsleitern zum Vorwurf machen, vielmehr werfe ich der Politik vor, das sie BGA`s ohne Sinn und Verstand als Förderungswürdig erkärt, man hätte das besser steuern müssen - so meine persönliche Ansicht.

sollen wir wirklich hochwertige Nahrungsmittel produziern, zu Dumpingpreisen,und die Nahrungsmitelindustrie verdient sich eine goldene Nase.

Ich denke unterm Strich über Jahre gesehen spielt es überhaupt keine Rolle, ob BGA oder Nahrungsmittel, mal haben die Einen die Nase vorn, dann die Anderen - konnte man die letzten Jahre ja auch schon gut beobachten. Wo das auf dem Planeten dann ist, ist völlig zweitrangig, nur nicht für mich halt.
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Gruß

~~ Olli

Rainer

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #13 am: 15. Januar 2010, 11:49:49 »

Hallo Euro-T,
deine persönliche Grundeinstellung in allen Ehren. Ich sehe das Ganze aber weniger emotional. Die Wirtschaftlichkeit muss einfach im Vordergrund stehen. Und ob wir längerfristig höhere Preise für unsere erzeugten Grundnahrungsmittel bekommen? Eher nicht.
Wer Landwirtschaft als Hobby betreibt, weil seine Einnahmen aus anderenQuellen sprudeln, sieht die Sachlage anders als jemand der auf die Einkünfte aus der Landwirtschaft angewiesen ist. (meine ich jetzt allgemein).
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lG "Rainer"

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Re: Biogas Boom Strohfeuer oder Nachhaltig?
« Antwort #14 am: 15. Januar 2010, 12:25:02 »

Ich bin ja doch reltiv gut in der Matrie mit drin und denke das es ganz klar nur ein kurzes Strohfeuer ist.

Sprich in 2-4 Jahren wird nahezu nichts mehr gebaut. Denn da wo es hinpasst die haben schon gebaut und für andere werden die Rahmenbedingungen einfach schlechter. (Investkosten, Substratkosten, Genehmigungsauflagen, Vergütungsdegression etc.)

Aber immer von negativer Humusbilanz, maismonokultur etc. zu sprechen halte ich für falsch.

Siehe z.b. Rosenheim in einer Gemeinde 11 Anlagen mit um die 50 kW Leistung.

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