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Autor Thema: Biogasgülle im Biobetrieb?  (Gelesen 14446 mal)

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Biobauer

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Biogasgülle im Biobetrieb?
« am: 19. Juni 2008, 17:16:53 »

Hallo, ich hab hier mal nen heikles thema, ich hoffe man kann sowas diskutieren ohne polemik ,anschuldigungen und unterstellungen.
folgends ist der fall, etliche renomierten anbauverbände bio (eu-betriebe sowieso ) haben ihre richtlinien dahin geändert ,das es in zukunft möglich ist gülle aus nawaro anlagen zu auf die biofelder auszubringen . natürlich muss dafür in gleicher nährstoffhöhe substrat geliefert werden .
ich und ganz viele meienr biokollegen sind gegen diese regelung, aber leider setzten sich die interessen weniger gegen dei vieler durch . ich sehe eine grosse gefahr was die öffentlichwirkung anbelangt,noch dazu  könnte man dann gleich noch 50 kg kAS erlauben , würde man wenigstes nicht soviel diesel verbraten .
ich hab mir heute die mühe gemacht und einige geschäftsführer der anbauverbände angerufen , wenn ich mich die zeit mit meinen schweinen unterhalten hätte wäre es sinnvoller gewesen .  >:(
wie seht ihr sowas ? ich bin zur zeit am überlegen ob ich nicht an die die presse gehe und das ganze öffentlich mach ,lieber jetzt gleich ein sachlicher bericht als in einen halben jahr einen verriss.
servus
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

Flori

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #1 am: 19. Juni 2008, 17:46:36 »


 Hallo Herbert,
 
 danke dass Du dazu schreibst, ist ja doch recht interessant.
 
 Wo genau siehst Du in dieser Regelung die Probleme?

 Inwieweit ist die Gülleanlieferung an den Bio abhängig davon ob Du "Betonkuhfutter" zurückbringst?

 Ich finde die Meldung insgesamt ehrlich nicht so erschreckend , denn so "Bio" ist das Bio nun auch
 wieder nicht, abgesehen von einzelnen wenigen Betrieben die das Ideal leben und auch in der Region
 intensiv vermarkten.

 Bio ist ein Label um Geld zu verdienen, genauso wie Umweltschutz  :D , oder nich?

 Von daher ne feine Geschichte wärs mit der Gülle, hat man endlich nen schnellwirkenden Dünger, wie Du schon
 sagst, wenn Du mit KAS vergleichst. Vielleicht wirds ja dann was mit dem schönen Biomais ( normalerweise
 ist wohl die Melde höher :-) ).

 Verstehe das nicht als Kritik an dich Herbert, finde Du hast Dir da (von dem was ich mitbekomme) , ne
 attraktive Lebensform als Landwirt geschaffen.

 Nette Grüße,

 Florian
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Biobauer

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #2 am: 19. Juni 2008, 18:45:42 »

nöö flori,anscheind bin ich da dann doch bissl idealist, auch wenn mir gerade immer das gegenteil von meinen kollegen vorgeworfen wird. erstens mal ,nur wegen dem geld gibts einfachere wege, kannst ja gerne mal selbst versuchen , da muss scho bissl überzeugung auch dahinterstehn.
wenn wir jetzt anfangen unsere richtlinien zu verwässern sidn wir irgednwann wird uns bald der verbraucher die quittung präsentieren . dazu kommt die allgemeine öffentlichwirkung solcher aktionen , ich denke das die meisten meiner kunden sowas absolut nicht tolerieren werden .
servus
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Schorsch

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #3 am: 19. Juni 2008, 20:23:35 »

Hallo Herbert,

das Label "Bio" oder "Öko" ist mittlerweile für ganz viele Verbraucher enorm attraktiv geworden. Was diese Begriffe genau bedeuten, das wissen doch nur die wenigsten und ich behaupte auch, nur die wenigsten wollen das überhaupt wissen. Interessiert sich die Masse der Öko-Konsumenten wirklich für Details aus den betrieblichen Abläufen? Und nur eine Detail dürfte es doch für die meisten Außenstehenden sein, welche Art von Mist/Gülle man denn nun genau bei diesem oder jenem Verband ausbringen darf.

Schorsch
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guest176

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #4 am: 19. Juni 2008, 20:56:21 »

Hallo Herbert,

das Label "Bio" oder "Öko" ist mittlerweile für ganz viele Verbraucher enorm attraktiv geworden. Was diese Begriffe genau bedeuten, das wissen doch nur die wenigsten und ich behaupte auch, nur die wenigsten wollen das überhaupt wissen. Interessiert sich die Masse der Öko-Konsumenten wirklich für Details aus den betrieblichen Abläufen? Und nur eine Detail dürfte es doch für die meisten Außenstehenden sein, welche Art von Mist/Gülle man denn nun genau bei diesem oder jenem Verband ausbringen darf.

Schorsch

hallo schorsch,
herbert hat recht ,das label "bio" ist für die biobetriebe  extentiel und sollte nicht leichtfertig aufs spiel gesetzt werden.
spätestens wenn die richtigen ,oder besser gesagt die falschen leute wind davon bekommen und das ganze bei monitor spiegel-tv usw richtig ausgeschlachtet wird ist das vertrauen der verbraucher für bio erstmal im eimer !
ich glaube das die verbraucher bei bioprodukten noch kritischer sind als bei konventionel produzirten lebensmitteln

gruß jürgen
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Dirk

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #5 am: 19. Juni 2008, 23:56:48 »

Moin!

ich find, Biogas-Gülle im Biobetrieb auch nicht so den wahren Geist. (ich mag Biogas-Anlagen sowieso grundsätzlich schon nicht leiden) Da ist die Versuchung bei manchen sicherlich groß, mal flugs ne Luftrechnung über an die Biogasanlage gelieferte Silage zu schreiben und dann das Zeugs kräftig auszubringen. So langsam können wir dann das Bioland-Schild auch abhängen. Mein Chef jetzt ja einen neuen (konventionell wirtschaftenden) Partner, bin gespannt, wann der damit ankommt.
Ich frag mich manchmal, ob die Verbände nicht etwas wenig Weitsicht besitzen, wenn sowas beschlossen wird. So wie es z.B. in den Bioland-Richtlinien formuliert ist, läßt es doch einigen Interpretationsspielraum.

Gruß
Dirk
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JD8200

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #6 am: 20. Juni 2008, 07:24:05 »

hallo schorsch,
herbert hat recht ,das label "bio" ist für die biobetriebe  extentiel und sollte nicht leichtfertig aufs spiel gesetzt werden.
spätestens wenn die richtigen ,oder besser gesagt die falschen leute wind davon bekommen und das ganze bei monitor spiegel-tv usw richtig ausgeschlachtet wird ist das vertrauen der verbraucher für bio erstmal im eimer !
ich glaube das die verbraucher bei bioprodukten noch kritischer sind als bei konventionel produzirten lebensmitteln

Vor allem kann der Verbraucher nicht unterscheiden von welchem Verband das ganze kommt Bio ist Bio. Wenn also ein oder zwei Verbände das zulassen, dann sind alle dran.
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Dieser Text wurde mit keiner anderen Person abgesprochen. Diesen habe ich aus freiem Willen und ohne Nachfrage bei anderen Moderatoren, Vereinsvorständen, Vereinsmitgliedern oder sonstigen Personen geschrieben.

Georg

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #7 am: 20. Juni 2008, 07:40:41 »

Herbert

Das hätte ich Dir schon vorher sagen können, das DU bei Deinen Anrufen auf Granit beißt! Um wirklich "Gewicht zu haben" ist Dein Betrieb bzw. die Menge an Bioware, dei Du erzeugst viel zu klein!
Es ibt hatl inzwischen Betriebe, die zum Teil auch auf 5 oder 10 Tausend ha Bioware erzeugen, Tielbetriebe erfogreiche an die Börse geführt haben, und nebenbei konventionell noch 5 oder 10 Biogasanlagen betreiben.........
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sebastian

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #8 am: 20. Juni 2008, 09:13:14 »

Es ist Gärsubstrat aus Anlagen gemeint die von konventionellen Betrieben beschickt werden oder (ich weiß nicht ob es so etwas überhaupt gibt) Gärsubstrat das rein von Biobetrieben kommt ?
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Rabe

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #9 am: 20. Juni 2008, 09:20:33 »


Hallo,

ich bin auch absolut dagegen das Biobetriebe mit Konvi- Biogasanlagen arbeiten dürfen. Wenn einmal angefangen wird die Regeln aufzuweichen, dann gibts auf kurz oder lang kein halten mehr. Das ist so wie wenn ein Schwein selbständig zum Metzger läuft.

MfG
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Planung ersetzt Zufall durch Irrtum

Biobauer

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #10 am: 20. Juni 2008, 09:56:44 »

Sebastian, es ist gärrest von konvi betrieben gemeint . es gibt meines wissens auch biobiogasanlagen ,meist auf grasbasis und relativ klein, mit solchen dingern hab ich keienrlei probleme,wäre ja auch widersinnig. mich stört einfach an den anderen anlagen,das da minimengen an ökoware eingebracht wird und dann eben irgendetwas zurückgenommen wird. wir haben ja sowieso keinen kreislauf  in unserer wirtschaft (oder lässt hier jemand seine erzeugnisse am acker kompostieren) aber so etwas seh ich nur noch als ungesunde entwicklung an . und wenn ich ein N defizit hab muss ich halt einplanen 25 % meienr ackerfläche mit leguminosen zu bestellen , und da nicht irgendwoher  N zukaufen.
georg, den den du ansprichst, den kenn ich noch aus seienr zeit als er hier in bayern die höfe ritt. ich wollte damals mit ihm nichts zu tun haben udn ich will auch heute mit ihm nichts zu tun haben . leider is er d a nicht allein ,es gibt genug andere die in die gleiche kerbe haun .
servus
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Ede

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #11 am: 20. Juni 2008, 11:42:44 »

...in bayern die höfe ritt...

klasse Wortspiel  ;D

MfG
Ede
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Mathilde

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #12 am: 20. Juni 2008, 17:08:20 »

Hallo,

danke Georg, Du hasts erfaßt.  ;)  Die Herrschaften haben ja ganz in unserer Nähe einen Ihrer Betriebe und Biogasanlagen. Streiten übrigens auch gerade mit der Gemeinde wegen der Biogasanlage und Fernwärmenutzung. Für die ist das doch ein gefundenes Fressen zum Düngen bei ihren Biobetrieben und der Rest der kleineren Biobetrieben ist denen doch vollkommen wurscht.

LG Mathilde
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Der Mensch kann tun, was er will.
Aber er kann nicht wollen, was er will.
- Arthur Schoppenhauer -

sebastian

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #13 am: 21. Juni 2008, 19:29:50 »

Hallo Herbert,

so wie du das schilderst ist das doch der Anfang vom Ende der Bio-Bauern wie es sie dato gibt.
Möchte jetzt gar nicht groß drauf rumreiten ob die „Vermischung“ wirklich so dramatisch wäre aber hier geht’s doch vor allem mal ums Prinzip.

Du schreibst von „etlichen“ Anbauverbänden; würde (als Bio) mich wirklich fragen ob ich in der Siteration nicht – konsequenterweise – wechsle oder ob ich überhaupt noch einen Verband brauche der ja „meine“ Interessen nicht mehr voll vertritt.

Damit werben wäre eine zu überlegende Staregie (die Tafeln mit … hier keine Gentech ect. … stehen ja auch reichlich rum) und vielleicht sollten paar Spiegel-Reporter wirklich mal recherchieren (das sollte aber dann bald sein).

Wie wärs wenn du den Spieß mal umdrehst: Beispielsweise forderst, einen Teil konventionell-Futter zu verwenden.
Oder zur Düngung höher aufgeschlossene PKs verwenden zu dürfen als bisher.
Oder wirklich paar kg KAS...


mfg  ;)
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Biobauer

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Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #14 am: 21. Juni 2008, 19:43:13 »

Hallo, bei den verbänden ist es zur zeit so,das der willen von wenigen gegenüber der breiten mehrheit durchgesetzt wird. wie so oft spielt geld da die hauptrolle,. betriebe die biogasgülle einsetzen wollen haben meist keine viehhaltung ,sind flächenstark udn benötigen eben N. und solche betriebe bringen halt im beitragssystem die höchsten mitgliedbeiträge. D-(
mir geht e s in erster linie nun nicht darum ob sowas erlaubt ist oder nicht,das ist ja schon geklärt sondern eben öffentlichkeitswirkung. deswegen auch mein gedanke mit sowas aktiv an die öffentlichkeit zu gehen udn mich von dem treiben zu distanzieren bzw vieleicht dann doch manche lw und verbände dazu zu bringen umzudenken .das ganze ist ne schlummernde zeitbombe, irgendwann kommt ein reporter , motzt seinen bericht schön schaurig auf und zieht bio richtig in den dreck, suggeriert den abnehmern dazu wahrscheinlich noch ,das sowieso kein unterschied besteht zwischen bio und konvi. und da kann ich mich dann eben nicht mehr abgrenzen weil dann heissts "DIE BIOS" machen sowas.
servus
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