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Autor Thema: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei  (Gelesen 1195 mal)

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Georg

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Aufgrund der gerade laufenden Diskussion wie man Terminal Daten eines Shcleppers am schnellten ins Büro bekommt, möcht eich gerne mal eine Diskussion anschieben.
Meine Meinung dazu  ist derzeit (noch?) vollkommen wertfrei und neutral!
Ich fange die DIskussion an, weil ich kürzlich an einer international angesetzten Videokonfernz telgenommen habe, in der es genau um dieses Tehma ging!

Die Online Verbindung von Maschinen, da ist die Landiwrtschaft im Moment noch die kleinste Branche, zu Herstellern etabliert sich ja derzeit in Riesenschritten!
Online Service udn Updates etc. etc. werden anscheinend Standart? Und solange man GSM Verbindung hat funktioniert es inzwischen auch sehr gut!

Der wichtige Punkt der Diskussion war für mich eine kurze Präsentation eines Prof. der Uni Nebraska über das Problem Datensicherheit!

Durch das kürzliche "Hacken" der Ölpipeline und der Schlachthofkette in USA sind Amis derzeit etwas "besser" in Sachen Datensicherheit besser sensibilisiert!

Sein Szenario in seinem Vortrag war nicht morgen oder nächstes Jahr sondern in 5 Jahren oder 10 Jahren!
Er ging in seinem Vortrag davon aus, das bis in spätestens 10 Jahren über die Hälfte der Mähdrescher "online" sind udn das sind dann meist die LEistungfähigen die 80% der Getreideernte dreschen
Auf der Nordhalbkugel ist die Getreideernte ab Mitte July voll im Gange.
Bis die Hersteller diesen "Hack" wieder bereinigen, dauert es ca 4 bis 6 Wochen. In der Zsichen zeit ist ein großer Teil der Getreideernte (zumindest qulitativ) zerstört.
Wie sieht es dann mit Nahrungsmittelversorgung aus?
Gerade in der LAndiwrtschaft kann man da 1000 Szenarien aufmalen!
Viele Melkroboter, Melkanlagen, Fütterungsanlgen sind mehr und mehr "Online" mit dem Servicetechnikern....

Der Prof. hat zumindest mich zum NAchdenken gebracht. So ganz kann ich mir so ein Szenario noch nicht vorstellen! Amerikanische Farmer können es sich im Moment, denn sie konnten kürzlich eine ganze Weile keine Schlachttiere verkaufen..
 
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Josef

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #1 am: 22. Juni 2021, 13:36:43 »

Heute ist ja gefühlt Alles online!

Futtermühlen werden auch über viele km Entfernung gesteuert, wenn die ein paar Tage lahm gelegt werden…..

Schlachthöfe und der ganze Handel……

Da sind die vernetzten  Landmaschinen eher noch das kleinere Übel!

Von den Stromnetzen sprechen wir lieber gar nicht erst!
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zetor

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #2 am: 22. Juni 2021, 13:42:13 »

Die Gefahr besteht und wird ja schon länger diskutiert, die Frage ist natürlich immer was heisst "Online", werden nur Daten gesendet, oder kann man aktiv von außen auf Steuerungssysteme zugreifen. Die Gefahr besteht ja nicht nur bei Mähdreschern, die besteht quasi überall in unserem Leben. Die Frage ist halt ob die Vorteile die Nachteile überwiegen und wie die Hersteller damit umgehen. Für Deutschland mit seinem eher kleinstrukturierten Gebieten sehe ich das entspannter, selbst in 10 Jahren wird nur ein kleiner Teil der Drescher so high end ausgestattet sein, die allermeisten laufen dann noch offline.


Ich bin ja selbst einer der viel probiert und auf der Digitalisierungswelle vorne mitreitet, aber mir fehlen vor allem die Endanwendungen die dem Landwirt simpel im handling einen echten Mehrwert bringen. Alle versprechen viel, wollen bis zu den Sternen fliegen und produzieren meist aber nur irgendwelchen teuren Datenmüll der mehr Arbeit macht als er bringt. Smart geht anders, ich bin aber guter Dinge das hier tatsächlich bald Fortschritte gemacht werden.
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Furchenbaron

Marko

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #3 am: 22. Juni 2021, 13:58:40 »

Da kann ich zetor nur zustimmen.Handwerk und Landwirtschaft sind bei Weitem nicht so stark vernetzt wie die Industrie.
Zudem gibt es mehrere Plattformen bei den Herstellern. Die alle gleichzeitig lahmzulegen ist noch eine Stufe mehr. Nur eine zentrale Datenschnittstelle zu kontrollieren wäre zwar nicht schön, trotzdem würden die Maschinen weiter laufen. Da sind Projekte wie in Schweden kritischer, wenn jede Bezahlung bargeldlos ist.

Um Geld zu erpressen würde es sich wohl lohnen einen Großkonzern anzugreifen. Die Produktion generell stillzulegen wäre ungleich schwerer.
Andererseits können sich auch 10% Ausfall massiv auswirken. Vernetzt sind ja vor allem die schlagkräftigen und neuen Maschinen. Und deren Kapazitäten dann mit kleineren und älteren abzudecken dürfte schwierig sein.
Auf jeden Fall ein Thema das man im Kopf haben sollte.
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greenlife

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #4 am: 22. Juni 2021, 15:38:28 »

Die Gefahr besteht ja nicht nur im elektronischen Abschalten.
Durch illegalen Eingriff kann man die Einstellungen auch so manipulieren, dass Systeme im Mähdrescher hardware-technisch beschädigt werden!

Nebenbei, die USDA muß eigentlich nur noch bei Agco, CNH und JD anrufen um zu erfahren wie weltweit die Ernte läuft, die können die Ertragsdaten der grossen neuen Mähdrescher ja auswerten.
(Und bei den modernen Betrieben in USA oder Russland können Sie schon nach der Saat feststellen wieviel ha von welcher Kultur in der Erde ist.)

Stehende und gehackte Mähdrescher ist schlimm, Katastrophe ist wenn die Energieversorgung gehackt wird. Der Hebel ist um Längen größer.

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MDW

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #5 am: 22. Juni 2021, 21:22:02 »

Diese Möglichkeit ist mir schon länger bewusst.
Man stelle sich vor ein Tag an dem in Westeuropa alle Drescher laufen, und plötzlich 17:00 alle erhalten falsche Daten für die  Kraftstoffeinspritzung. Folge 10 Minuten Volllast und im Motor schmelzen die Kolben.....
Die werden in dem Jahr nicht einen ha mehr dreschen. Da kann man sich vorstellen was die Weizen Preise machen. Modere Kriegsführung ist das.

Komischer Weise laufen die Drescher in Russland alle weiter....

Grüße Stefan
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Mick

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #6 am: 22. Juni 2021, 22:50:16 »

Diese Möglichkeit ist mir schon länger bewusst.
Man stelle sich vor ein Tag an dem in Westeuropa alle Drescher laufen, und plötzlich 17:00 alle erhalten falsche Daten für die  Kraftstoffeinspritzung. Folge 10 Minuten Volllast und im Motor schmelzen die Kolben.....
Die werden in dem Jahr nicht einen ha mehr dreschen. Da kann man sich vorstellen was die Weizen Preise machen. Modere Kriegsführung ist das.

Komischer Weise laufen die Drescher in Russland alle weiter....

Grüße Stefan

Naja, das würde ja voraussetzen, das ALLE halbwegs die gleiche Software verwenden. Momentan ist es eher so, dass zwischen Herstellern nicht alles funktioniert, obwohl man es eigentlich will  ;D
Vielleicht könnte mal jemand eine bestimmte Baureihe von einer Marke lahmlegen. Das würde aber wohl keine Preishöhenflüge auslösen.
Aber ich weiß nicht, welchen Sinn würde es denn machen, z.B. besagte Einspritzmenge aus der Ferne überhaupt steuerbar zu machen? Ich meine nicht die allseits mit viel Marketinggewäsch beworbenen Telemetriedaten, sondern den umgekehrten Datenweg.

Nichtmal in USA, wo es praktisch eh nur 2 Drescherfarben und ein paar Exoten gibt, sind sie so hypermodern und vor allem einheitlich unterwegs.

Aber gut, in ein paar Jahrzehnten sieht das sicher alles völlig anders aus, fragt sich nur wie ;)
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Doppelgrau

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #7 am: 23. Juni 2021, 02:16:16 »

Am Ende die wichtigste Frage: Was kann der Hacker wie sabotieren.
Und da haben Landmaschinen schonmal ein Nachteil, das ich noch von keiner gelesen habe, die sowas wie ein "Firewall-Konzept" hatte. (Auto-bereich nach paar bösen "Demos" wird wohl versucht z.B. Infotaiment vom Rest gut zu trennen, andererseits mit OTA-Updates bohrt man wieder Löcher in die Gegenrichtung ...).
Also kann ein Hacker der über Telemtrie das Terminal übernimmt potentiell viel Unsinn machen. Wobei Kennfelder verändern o.Ä. etwas aufwändiger ist, weil man dafür ja das Motorsteuergerät umprogrammieren muss, zu einem Zeitpunkt wo der Motor aus ist usw.
Was natürlich recht leicht wäre (und ja schon gut stören würde): Drescher Lahmlegen (soviel Unsinn auf den Bus senden, das Rest sich weigert, oder einfach Benutzereingaben ignorieren... ).
Wie schnell man sich davon erholen würde hängt dann vor allen von einer Frage ab: Kann man zu dem Zeitpunkt noch eine alte Firmware einfach aufspielen (dann würden die Techniker paar Nachtschichten schieben, aber im wesentlichen wäre das nach 1-2 tagen vorbei, nur online-Zeugs fehlt erstmal), oder aus "Kopierschutzgründen" nur mit funktionierender Verbindung zum Hersteller, evtl. sogar später im Feld.
Das letztere würde natürlich viel mehr Zeit brauchen, da erstmal die zentrale Infrastruktur gereinigt werden müsste (und vermutlich aufgerüstet aufgrund der großen Nachfrage danach), bevor man im Feld an die Reparaturen gehen kann.
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Georg

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #8 am: 23. Juni 2021, 12:03:59 »

hmmm...
Viele Interessante Beiträge.
Wer soll oder will da "hacken"?
Es werden ja in der Öffentlichkeit udn auch hier in den Beiträgen die tollsten Möglichgkeiteen aufgezeigt mit "Bitcoinerpressung" etc.

Ich denke mal, das solche Szenarien gar nicht das Problem sein werden?

Das Problem sind einfach "Hackerclubs" auf der ganzen Welt.

Ich denke viele von Euch haben schon mal was von einer Warez Seite gehört? Wenn nicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Warez

Es war von beginn 2000 bis 2010 einfach so, das es eine art "Sport" von Computergfreacks war, Freischaltcodes von Softwares zu "Cracken"!

Für eine Software für die man keinen Crackfreischaltcode auf irendeiner Warez seite gefunden hat, hat eh nichts getaugt! Es War/udn ist immernoch eine Art Wettbewerb und den Softwarecrackern das man in der Szene nur was gilt, wenn man als einer der Ersten Freischaltcodes geknackt hat und frei ins Internet gestellt hat.
Meist sind es Servicecodes! Jede besser programmierte Software hat neben Freischltcodes auch einen Servicetechniker- oder Programmierercode.
Diese Codes können noch so gut und sicher sein, aber wenn man/frau mal einen Programmierer verärgert udn /oder rausschmeißt dann ist es für Den ein leichtes den Servicecode einer Software in eine Warezseite zu stellen....
Schleichend hat dann so nach und nach die Mafiaszene dies Seiten übernommen, und beim Aufrufen solcher Warezseiten automatisch kräftig Viren und /oder Pornobilder verschickt und die Erpresserei angefangen!

Wenn jemand "Mut" hat, und sich mal durch verschieden Warez Seiten klicken will, dann staunt man ja doch, welchen Freischaltcodes (auch im landiwrtschaftlichen Bereich) frei zur Verfügung stehen!

Und da geht meiner Meinung nach die größte Gefahr aus! Ein verärgerter Softwareentwickler....
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hahn

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Re: Internetverbindung - Schlepper- Hersteller/Schlagkartei
« Antwort #9 am: 23. Juni 2021, 15:41:36 »

https://salzburg.orf.at/stories/3109674/

Ist zwar nicht aus dem Maschinenbereich, aber landwirtschaftliche  Unternehmen sind auf jeden Fall betroffen. Geht wahrscheinlich leichter als das Stromnetz.
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