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Autor Thema: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch  (Gelesen 5838 mal)

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stephanmh

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Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« am: 27. Januar 2020, 10:39:20 »

Hallo,
habe mich ja jahrelang der Photovoltaik verweigert, aber die letzte Strompreiserhöhung nehme ich jetzt mal zum Anlaß mich mit der Sache mal genauer auseinander zu setzen.
Grundsätzlich möchte ich nur Strom für mich erzeugen - keine 100% Selbstversorgung, aber zumindest die Grundlast oder vielleicht etwas darüber hinaus. Keine Einspeisung ins Stromnetz. Genügend gut ausgerichteter Dachflächen sind vorhanden.
Batteriespeicher möchte ich nicht errichten oder ist es möglich ein E-Auto als "Pufferspeicher" (laden-entladen-laden..) zu nutzen ? So könnte man sich ja auch einen Tesla schön rechnen ;D
Habe die Möglichkeit sehr günstig an gebrauchte Bauteile für die Solaranlage zu kommen. Mir ist bewußt, das es dann keine Garantie, Einspeisevergütung, Leistungsverluste, geringere Effiktivität usw. gibt, aber das habe ich alles schon mit "eingepreist" und läßt sich immer noch sehr gut darstellen. Die Anlage soll nur "just for fun" mitlaufen und ohne größere  Zwischenfälle nach 2-3 Jahren bezahlt/abgeschrieben sein.
Wie geht man jetzt an die Sache ran ?  Anlage montieren und hinter dem Wechselrichter kommt Strom raus. Damit alles seine Richtigkeit hat, muß ja verhindert werden, das Strom zurück ins Netz fließt (zB. Wartungsarbeiten des EVU´s). Wie verhindert man das ?  Schaltet der Wechselrichter bei fehlendem Netz sofort ab ? Reicht das dem EVU oder muß noch ein zusätzlicher Trennschalter verbaut werden ? Inselbetrieb/Notstrom brauche ich nicht.  Muß ich die Anlage trotz 100% Eigenverbrauch anmelden ?  Gewerbe, EVU und Finanzamt würde ich gerne daraus halten - wenn ich Kartoffeln in meinem Garten anpflanze, lasse ich mir das auch nicht reinreden oder bezahle dafür Abgaben/Steuern...
Wie würdet ihr das realisieren ?

Gruß
Stephan Müller
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Stanky

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #1 am: 27. Januar 2020, 11:11:54 »

Moin,
deine Intesion finde ich richtig gut! das würde mich auch mal interessieren. Ich wollte eine Kleinwindanlage auf einen alten Strommast setzten, der bei mir am Hof stand. Das war unmöglich, weil keiner den Arsch in der Hose hatte tätig zu werden!
Deutschland eben, fünf schreiben und ein Idiot arbeitet!
Gruß
Frank
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De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

JD8200

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #2 am: 27. Januar 2020, 11:59:10 »

Wenn die Anlage >10,0 kWp hat ist auf jeden Fall zu 40% die EEG Umlage fällig (auf den Eigenverbrauch). Und ich bin mir jetzt nicht sicher ob bei Nicht EEG Anlagen das auch bei <10 kWp schon so ist. Anmelden musst du die Anlage beim zuständigen Netzbetreiber auf jeden Fall alles andere wäre verboten.

Zur Info für alle mit Anlagen die ab Ende 2021 aus dem EEG fallen. Auch da gilt beim Eigenverbrauch 40% der EEG Umlage auch bei Kleinanlagen <10kWp.
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Dieser Text wurde mit keiner anderen Person abgesprochen. Diesen habe ich aus freiem Willen und ohne Nachfrage bei anderen Moderatoren, Vereinsvorständen, Vereinsmitgliedern oder sonstigen Personen geschrieben.

Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #3 am: 27. Januar 2020, 12:04:16 »

Ein paar zusätzliche Angaben wären hilfreich. Jahresverbrauch? Gibt es große Verbraucher? Wenn ja: Wieviel Verbrauch? Dauerbetrieb oder zu bestimmten Zeiten? Wieviel KWp willst bauen?

Aber mal grundsätzlich: Sobald es eine Schnittstelle zum öffentlichen Netz gibt, ist der VNB im Boot. D.h. Anmeldung, Anschluss durch beim VNB lizensierten Eletriker und IB durch VNB. Wenn du größer 30 KWp bauen willst, vorher Netzlastprüfung / Netzvoranfrage. Dabei ist völlig unerheblich, ob du einspeisen willst, oder nicht!
Das "ungewollte" Einspeisen zu verhindern, ist u.U. auch gar nicht so einfach zu realisieren.

Wenn du > 10 KWp baust bzw. Erzeugung > 10 Mwh/a hast, musst du auch anteilige EEG-Umlage auf den selbstgenutzten Strom zahlen. Aber nur, wenn Anlagenbetreiber und Letztverbraucher personenidentisch sind. ansonsten wird volle EEG-Umlage fällig. Ist gerade im ldw. Bereich öfter mal der Fall.

Da du als Landwirt Einkommen aus selbststäniger Arbeit hast, ist das FA ebenfalls automatisch mit im Boot und du musst USt auf den selbstverbrauchten Strom zahlen. Außerdem ist der Eigenverbrauch steuerlich eine Einnahme ( Strompreis - Kosten für die Eigenerzeugung) und somit in der Einkommensteuer zu beachten. Es sei denn, du kannst dem FA nachweisen, dass keine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Die Entscheidung trifft aber das FA!

Ich weiss nicht, wo du die Anlage her bekommst, aber ich bezweifle mal, dass deine Rechnung mit Amortisation in 2 - 3 Jahren aufgeht. Wenn die Komponenten schon sehr alt sind, solltest du davon ausgehen, dass du z.B. den/die WR in den nächsten Jahren ersetzen musst. Nächste Frage wäre, ob die vorhandene UK überhaupt weiter verwendet werden kann, oder ob du neu kaufen musst (auf was für einem Dach war die Anlage montiert und auf was für einem Dach soll montiert werden).

Ich würde mir an deiner Stelle mal ein Angebot für eine neue Anlage machen lassen, dann kannst du am besten abschätzen was für dich am sinnvollsten ist.


« Letzte Änderung: 27. Januar 2020, 13:38:36 von Mabbi »
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Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #4 am: 27. Januar 2020, 12:11:10 »

Zur Info für alle mit Anlagen die ab Ende 2021 aus dem EEG fallen. Auch da gilt beim Eigenverbrauch 40% der EEG Umlage auch bei Kleinanlagen <10kWp.

Mein Informationsstand ist, dass für Anlagen < 10 KWp die gleiche Regelung gilt wie heute auch. Also keine Umlagepflicht.
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Wade

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #5 am: 27. Januar 2020, 12:17:37 »

Das mit der EEG Umlage auf eigenverbrauch ist aber nur, wenn es eine Netzgebundene Anlage. Für Inselanlagen tritt das nicht zu soweit ich weiß?
Da du ja eh den Strm komplett selbst verbrauchen willst bzw nichts einspeisen willst, wäre vielleicht eine Möglichkeit einen Insel-Wechselrichter zu verwenden. Man bräuchte ein Gerät dass verhindert dass PV Strom ins Netz fließt und wenn zu wenig PV Strom vorhanden ist automatisch den Restlichen Strom vom Netz bezieht. Weiß aber nicht obs so nen Teil gibt, mit Insel & Batterie hab ich mich noch nicht wirklich befasst da ich das eigentlich eher ablehne (Ökonomisch wie ökologisch unsinnig wenn sich jeder nen Batteriespeicher in Keller stellt).
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stephanmh

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #6 am: 27. Januar 2020, 12:38:28 »

Danke für die bisherigen Antwort. Ihr denkt mir schon wieder zu kompliziert - hätte, wäre, könnte, müßte... Frank und Wade haben es verstanden, wo ich hin will. Das EEG hat mich immer davon abgehalten in Sachen Stromerzeugung etwas zu unternehmen - will die Allgemeinheit nicht für meinen selbst produzierten Strom zahlen lassen bzw. selbst nichts bezahlen, was ich nich benutze (der von mir erzeugte Strom fließt nur durch mein Stromnetz und verläßt den Hof nicht).
Daher muß eine "Lösung" her, wo ich den selbst erzeugten Strom nutzen kann, ohne das Dritte ihre Finger im Spiel haben.
Natürlich soll alles vorschriftsmäßig aufgebaut werden - das ist schon im eigenen Interesse.
Wie machen das denn die "Balkonkraftwerke" mit 2-3 Modulen, die auch steckerfertig geliefert werden und direkt einspeisen ?
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juliusjr

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #7 am: 27. Januar 2020, 12:42:04 »

Was bekommt man eigentlich für den strom einer Photovoltaikanlage nach dem 21ten Jahr? Den durchschnitt der terminbörse leipzig??? Gibts da ein gesetz??
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Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #8 am: 27. Januar 2020, 12:44:42 »

Danke für die bisherigen Antwort. Ihr denkt mir schon wieder zu kompliziert - hätte, wäre, könnte, müßte... Frank und Wade haben es verstanden, wo ich hin will. Das EEG hat mich immer davon abgehalten in Sachen Stromerzeugung etwas zu unternehmen - will die Allgemeinheit nicht für meinen selbst produzierten Strom zahlen lassen bzw. selbst nichts bezahlen, was ich nich benutze (der von mir erzeugte Strom fließt nur durch mein Stromnetz und verläßt den Hof nicht).
Daher muß eine "Lösung" her, wo ich den selbst erzeugten Strom nutzen kann, ohne das Dritte ihre Finger im Spiel haben.
Natürlich soll alles vorschriftsmäßig aufgebaut werden - das ist schon im eigenen Interesse.
Wie machen das denn die "Balkonkraftwerke" mit 2-3 Modulen, die auch steckerfertig geliefert werden und direkt einspeisen ?

Das was du willst gibt es nicht! Genau das hab ich versucht dir klar zu machen.
Diese Balkondinger sind genauso meldepflichtig wie jede andere Anlage auch.
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Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #9 am: 27. Januar 2020, 12:50:09 »

Was bekommt man eigentlich für den strom einer Photovoltaikanlage nach dem 21ten Jahr? Den durchschnitt der terminbörse leipzig??? Gibts da ein gesetz??

Stand heute musst du dich um einen Abnehmer kümmern. Also z.B. Direktvermarkter. Einfach weiterlaufen lassen geht nicht.
Angeblich ist eine Regelung aber in Arbeit.
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Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #10 am: 27. Januar 2020, 12:52:39 »

Zur Info für alle mit Anlagen die ab Ende 2021 aus dem EEG fallen. Auch da gilt beim Eigenverbrauch 40% der EEG Umlage auch bei Kleinanlagen <10kWp.

Mein Informationsstand ist, dass für Anlagen < 10 KWp die gleiche Regelung gilt wie heute auch. Also keine Umlagepflicht.

Hier muss ich mich korrigieren: Du hast recht, die Befreiung von der EEG-Umlage hängt ja an der Regelung zur Einpeisevergütung. Gilt also 20 Jahre + IB-Jahr.
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juliusjr

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #11 am: 27. Januar 2020, 12:56:31 »

Danke mabbi. Ich hab ja noch fast 4 jahre.. ....
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Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #12 am: 27. Januar 2020, 13:32:47 »

Das mit der EEG Umlage auf eigenverbrauch ist aber nur, wenn es eine Netzgebundene Anlage. Für Inselanlagen tritt das nicht zu soweit ich weiß?
Da du ja eh den Strm komplett selbst verbrauchen willst bzw nichts einspeisen willst, wäre vielleicht eine Möglichkeit einen Insel-Wechselrichter zu verwenden. Man bräuchte ein Gerät dass verhindert dass PV Strom ins Netz fließt und wenn zu wenig PV Strom vorhanden ist automatisch den Restlichen Strom vom Netz bezieht. Weiß aber nicht obs so nen Teil gibt, mit Insel & Batterie hab ich mich noch nicht wirklich befasst da ich das eigentlich eher ablehne (Ökonomisch wie ökologisch unsinnig wenn sich jeder nen Batteriespeicher in Keller stellt).

Es gibt genau 2 Möglichkeiten eine Insel zu betreiben:
1. wenn du keinen Zugang zum öffentlichen Netz hast.
2. mit einem wirklich notstromfähigen Speicher bei Netzausfall (und nur dann!).

Und nur bei ersterem ist der VNB und der da dran hängende Rattenschwanz aussen vor.

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Uli0815

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #13 am: 27. Januar 2020, 19:12:15 »

Die PV Anlage darf keine Verbindung zum normalen Netz haben. Dann funktioniert das ohne alles.

D.H. entweder Strom von der PV Anlage oder Strom vom Netz beides zusammen geht nur mit anmeldung EEG Umlage und den restlichen Auflagen.

natürlich kannst du einen Schalter wie für ein Notsromaggregat verwenden, der das Netz komplett von den Verbrauchern weg schaltet und die PV Anlage dann drauf.

Du wirst einen spezielle Wechselrichter der Inselbetrieb kann brauchen. Die 0815 Wechselrichter sind nur für Netzparallelbetrieb ausgelegt.
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Habe mir gerade Bauklötze und ein Dreirad bestellt, fange nochmal ganz von vorne an.

Mabbi

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Re: Photovoltaikanlage für Eigenverbrauch
« Antwort #14 am: 27. Januar 2020, 19:57:34 »

§19 NAV (Niederspannungsverordnung)

(3) 1Vor der Errichtung einer Eigenanlage hat der Anschlussnehmer oder -nutzer dem Netzbetreiber Mitteilung zu machen. 2Der Anschlussnehmer oder -nutzer hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von seiner Eigenanlage keine schädlichen Rückwirkungen in das Elektrizitätsversorgungsnetz möglich sind. 3Der Anschluss von Eigenanlagen ist mit dem Netzbetreiber abzustimmen. 4Dieser kann den Anschluss von der Einhaltung der von ihm nach § 20 festzulegenden Maßnahmen zum Schutz vor Rückspannungen abhängig machen.
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