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Autor Thema: Umstellung auf Bio ?  (Gelesen 93840 mal)

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Mulchsaat

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #15 am: 19. Dezember 2017, 19:58:07 »

Biogas wird sich (hier) in aktueller Größenordnung nicht lohnen, da der Input viel zu teuer ist. Also Anbaufläche auf ein notwendiges Minimum reduzieren, den Mais für die Biogas auf den erfahrungsgemäß schlechten Flächen anbauen (Unkrautdruck, nass, was auch immer) und auf dem Rest der Fläche Bio-Ackerbau.

Nun verstanden? [emoji4]

Ich hoffe, das geht hier nicht am Thema vorbei. Aber kann man eine Biogasanlage auch auf "Halbgas" fahren? Denn Eigenstrom- und Wärembedarf müssten ja ähnlich hoch sein, wie unter Volllast.
Natürlich kann man das. Hast dann eben weniger Gas, damit weniger Strom und damit weniger Wärme.

Nur es nützt dir nichts, wenn du deine maximale Leistung fährst, aber die Inputstoffe für diese maximale Leistung teurer sind, als der Strom/die Wärme, die am Ende dabei heraus kommen.

Lieber weniger Leistung flexibel fahren (Kapazität von höherer Leistung steht ja noch, Speicher und so weiter) und damit dann einen höheren Preis für den Strom erzielen. Die restliche Fläche kann man anderweitig besser nutzen, daher passt das Spielchen hier auch ganz gut, würde man das denn so machen wollen.

Ist bisher alles Theorie.
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Man sieht nicht, wie lange du auf dem Acker warst,
aber lange sieht man, wie du auf dem Acker warst 😉
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Tim

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #16 am: 19. Dezember 2017, 20:01:42 »

Bio ist auch weitgefasst.

Man kann so nen "Brandenburg"-Bio mit 1000ha Grünland und 700 Mutterkühen nicht auf die gleiche Stufe mit einem kleinerem Betrieb im Süden der mit 80 ha die ganze Familie ernährt gleich stellen.

Die Idee ist für mich befremdlich,  aber es gibt hier Unternehmen die es vormachen. In unserer Lage sehe ich es ackerbaulich als wenig erfolgreich an rein biologischen Landbau zu betreiben.

In einer Art Wechselnutzung mit Grünland kann ich es mir eher vorstellen. Aber auf jedenfall mit Tierhaltung. Dort liegt eventuell eine Chance für uns - warum soll so eine Milchproduktion nach neuseeländischem Vorbild hier nicht auch funktionieren? Grundlagen (80+ha voll arondiert hinterm Stall, Beregnung gab's da schon, Mist vom Bio Betrieb geht in die BGA und darf als Gülle dem Grünland zurück geführt werden... ) sind da, brauchts halt auch noch den/die Betriebsleiter/in der sich reinkniet.

Ich hadere auch schon ewig damit rum das dieses Potential streuobstwiese bei uns komplett verkümmert - ich weiß kniffliges Thema,  doch als pachtbetrieb muss man den Leuten auch Perspektiven aufzeigen. Eventuell kann man da auch Vertrauen wieder aufbauen.

Ich sehe es hier als Lösung im Teilbereich.  Ich denke im umkehrschluss das viele Milchviehhalter die Bio als rettungsanker auf den ganzen Betrieb umlegen wollen oder schon umgelegt haben, bald an den ersten Hürden scheitern und dann ins nächste Fettnäpfchen nach dieser Milchpreismisere treten.

Auch für Bio wird es in Zukunft immer schwerer...
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2017, 20:04:20 von Tim »
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Cyberlui

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #17 am: 19. Dezember 2017, 20:02:13 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.
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Groß

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #18 am: 19. Dezember 2017, 20:10:47 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

Wo ist das Problem einer Betriebsteilung. Die Veredelungsbetriebe machen das ja auch zu Hauf, nur nicht bio-konventionell. Den kompletten Maschinenpark auf einen Betrieb laufen lassen und als Lohnarbeit abrechnen. Zwei Betriebe an einer Adresse sollte auch kein Problem sein.
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Tim

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #19 am: 19. Dezember 2017, 20:17:51 »

Wo ist das Problem einer Betriebsteilung. Die Veredelungsbetriebe machen das ja auch zu Hauf, nur nicht bio-konventionell.

Diese undurchsichtigen Firmenkonstrukte stehen aber auch mit ganz oben auf der Abschussliste...

Klar,  der Gedanke ist richtig.  Aber gerade diese nebeneinander von konventionell und öko in einem Unternehmen wird schwierig.
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Biobauer

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #20 am: 19. Dezember 2017, 20:18:58 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
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scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung
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Gufera

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #21 am: 19. Dezember 2017, 20:29:41 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
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scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung

In der Schweiz auch. Entweder ganz oder gar nicht. Bei uns wollen sie keine Rosinenpicker.  ;D
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Tim

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #22 am: 19. Dezember 2017, 20:31:41 »

Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.
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guest50797

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #23 am: 19. Dezember 2017, 20:32:20 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
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Darf man denn den Betrieb Teilen und dann den einen eigenständigen Betrieb umstellen?
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Biobauer

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #24 am: 19. Dezember 2017, 20:39:23 »

Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
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scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung

Darf man denn den Betrieb Teilen und dann den einen eigenständigen Betrieb umstellen?

auf den gleichen eigentümer nicht. ich versteh überigends ned, warum man das machen will, doppelte buchführung, doppelte sozialabgaben und man steht sehr im focus der behörden
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Gufera

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #25 am: 19. Dezember 2017, 20:52:46 »

Das Landwirtschaftsamt weiss ja auch welche Betriebszweige und Flächen zu einem Betrieb gehört haben. Wenn ich jetzt hin gehe, und ein Betrieb mit sagen wir mal 60 ha aufteile, und die eine Hälfte Bio mache, und der andere Teil weiterhin konventionell bewirtschafte, dann merken die schon was da abgeht.  ;D
Macht ja auch keinen Sinn, die in der Schweiz eh meist schon zu kleinen Betriebe nochmals aufzuteilen.
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DerFranz

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #26 am: 19. Dezember 2017, 21:18:48 »

In Österreich ist das auch nicht gerne gesehen, kommt aber immer wieder vor. Erst vor kurzem hat ein Freund von mir einen Teil des Betriebes übernommen und führt den jetzt biologisch, der Vater weiterhin konventionell.
Ich hab vor knapp 10 Jahren schon Stall nach Biorichtlinien gebaut um die Option zu haben. Heuer werde ich im Winter mal einen betriebswirtschaftlichen Vergleich beider Varianten anstellen.
Mich nervt die Wirkstoffdiskussion viel zu sehr, ich denke an sich sehr ökologisch und mach beim Pflanzenschutz vor allem in Bezug auf Fungizide eher zu wenig als zu viel. Wirtschaftsdünger ist ausreichend vorhanden, ich verkaufe jetzt schon einen beachtlichen Teil an Biobetriebe.
An sich spricht ausser dem Stierfleischpreis wenig gegen eine Veränderung.
Aber auch bei uns gibts Rückumsteller, also alles Eitel Wonne ists auch im Biolandbau nicht.


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Henrik

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #27 am: 19. Dezember 2017, 22:42:27 »

Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.

In der normalen Wirtschaft ist das ganz normal das teile outgesourst werden. Warum dann nicht in der Landwirtschaft auch?
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Gufera

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #28 am: 19. Dezember 2017, 22:59:06 »

Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.

In der normalen Wirtschaft ist das ganz normal das teile outgesourst werden. Warum dann nicht in der Landwirtschaft auch?

Ja teilweise geb ich Dir natürlich recht. Wenn z.b. der Betrieb über einen grösseren Betriebszweig mit einer Spezialkultur verfügt, wie z.b Rebbau oder Obstbau, dann kann das durchaus einen Sinn ergeben, wenn man diesen separat und nach unterschiedlichen Richtlinien bewirtschaftet. Aber Betriebe aufteilen die dann als einzelnes eine Familie nicht mehr ernähren können?  :frage:

Der Geschäftsführer von Bio Suisse hat das auch mal kurz angesprochen bei einem Interview. https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2016/bio-getreide-und-bio-poulet-sind-gesucht/
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Gufera

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Re: Umstellung auf Bio ?
« Antwort #29 am: 19. Dezember 2017, 23:27:35 »

Ach ja, wir haben auch schon mal mit dem Gedanken gespielt unseren Betrieb auf Bio umzustellen. Etwas mehr als die Hälfte von unserer Fläche ist Dauergrünland welches sich auf fast allen Bewirtschaftungszonen verteilt. Angefangen von der Talzone auf 480 m ü.M. bis hoch auf 1'800 m ü. M. Diese Flächen inkl. der dazugehörigen Milchwirtschaft und Aufzucht, könnten wir mit relativ wenig Mehraufwand auf Bio umstellen, aber der andere Teil des Betriebes mit intensivem Gemüse und Ackerbau würde uns schon mehr Kopfzerbrechen bereiten. Und als Lohnspritzer auf Bio umstellen?  :rolleyes: ;D
Man könnte das sicher so aufteilen, aber ob das Sinn macht bei den eh schon kleinen Strukturen sei mal dahin gestellt. Der moralische Aspekt lass ich jetzt mal aussen vor.  :D
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2017, 09:22:49 von Gufera »
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