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Autor Thema: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !  (Gelesen 28645 mal)

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farming.ch

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #45 am: 04. November 2017, 17:59:11 »

Produktion hat nicht mehr den ersten Stellenwert.

Das liegt halt daran, dass bei Öko mit Nebenleistungen argumentiert wird. Naturschutz usw.
Für mich ist die Sache relativ klar und ich bin auch froh darum, dass es so ist: Der Weltmarkt macht die Preise und der Kostenführer macht den Schnitt. Das ist zwar hart, aber ehrlich.
Ich hasse Marketing. ;)

Hahaha- das kapitalistische Marketing passt nicht zu Deiner ansonsten ultrakapitalistischen Ideologie ?!

Ich hab Deine Aussage nochmals langsam gelesen- sorry, ich glaube jetzt, Du machst da eine Analyse ?! Entschuldige meine Falschinterpretation!

(Ich las: Deine Ideologie besteht simpel aus: Kostenführer (= privater Eigentümer der Produktionsmittel, wohl in Top-Gunstlage oder so, ohne gross staatlich reguliert zu sein und ohne DZ) und globaler freier Weltmarkt, wo die Staaten wohl nur das Privateigentum garantieren.)

Ich ging nach Wikipedia-rudimentär-Definition von Kapitalismus: "Allgemein wird unter Kapitalismus eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung verstanden, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht."
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #46 am: 04. November 2017, 20:40:18 »

Tja, das Thema passt.
Ich spiele gerade mit dem Gedanken, zumindest einen Teil meiner Fläche, umzustellen.
In Polen gibts eher weniger die großen Verbände ... eher extrem viele Prämienoptimierer.
Ich würde aber auch ganz gerne Backweizen erzeugen:

Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen oder
Klee(-gras?) - Klee(-gras?) - Winterweizen - Klee(-gras?) - Sommerweizen

Klee wird natürlich nur gemulcht ... hier gibt es extrem viele 'BIOs' mit demnächst 0...1mg K2O/100g Boden.
Bio Silageballen lassen sich extrem gut verkaufen, ohne Kali-Düngung, versteht sich. :-)

Mist kann ich zum Sommerweizen zukaufen. Ob das mit Gülle zum Winterweizen klappt muss ich noch prüfen.
Die einzige Investition wäre wohl erstmal ein Hatzenbichler und vielleicht noch ein 3m Gänsefussschargrubber (Achat?) zum ganzflächigen Schneiden.
Das würde sich natürlich ohne Prämie niemals tragen ... mit Prämie hab ich kaum weniger Geld als konventionell.
Dabei werden sich aber wohl die Arbeitsstunden halbieren! Naja, ist halt Nebenerwerb und mein Sohn kommt Sommer 2019 zur Schule ... da gilt es abzuwägen wie oft und wieviel ich in Polen auf Düngerstreuer und Spritze sitzen will. Das sind (waren?) Schlüsselarbeiten die ich immer selbst erledigen will (muss).
An Winterraps traue ich mich ohne meine normalen "Werkzeuge" nicht so richtig ran.
Weizen sehe ich als relativ unkritisch an, dass müsste ich auch ohne Bio-Erfahrung angehen können.

Tja, ob das klappen wird? Beim Kleegras muss ich natürlich mal schauen, ob es Arten gibt, die sich in der Fruchtfolge nicht so wehtun...
...damit habe ich mich aber noch nicht so richtig beschäftigt. (einmal Luzerne, einmal Weißklee und in der dritten Runde dann ???)
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Heico

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #47 am: 04. November 2017, 21:05:55 »

Wäre ja zu schön wenn das einfach klappen sollte.
Sicherlich ein großer Erfolg am Anfang mit dem vielen Klee und wenig Getreide.
Warum machst du nicht 1 Jahr Kleegras und dann 2 mal Getreide? Dann geht dem Klee nicht so schnell die "Luft" aus.
Ich gehe davon aus dass du zu jeder Frucht pflügen willst.
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #48 am: 04. November 2017, 22:20:49 »

Hm, da könnte die Stickstoffbilanz aber schnell ins Negative kippen ... müßte man halt mehr zukaufen.
Ist der Unterschied beim Stickstoff sammeln gering zwischen einjährigem und zweijährigem Kleegras?
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Wade

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #49 am: 05. November 2017, 00:21:41 »

Du hast schon enorm viel Kleegras in der Fruchtfolge, kannst ja auch mal ne Körnerleguminose (Vollblatt Wintererbse) anstatt Kleegras einplanen. Und Weizen ist im Bio gar nicht so einfach, vor allem wenn es Brotweizen werden soll. Auch als Futter wäre eine Triticale einfacher hinzubringen. Anstatt Weizen würde ich auf Dinkel setzen. Ist robuster und klappt auch auf schlechteren Böden.
Raps kannst vergessen, ist ne absolute Niesche im Biobereich.
Wenn du Mist zukaufen kannst hätte ich keine Bedenken dass es am Stickstoff mangelt. Nach nem 2 Jährigen Kleegras + Mist legt sich der Weizen schonmal.
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #50 am: 05. November 2017, 10:06:41 »

Aber was ist konkret die Schwierigkeit beim Bio-Weizen?
Angeblich ist Weizen beim Striegeln die unempfindlichste Frucht (bezogen auf die anderen Getreidearten).
Lager kriege ich hier bei konventionellem Weizen schon nicht (bei gerade mal 0.5...1l CCC).
Bleibt letztlich das Rohprotein.
Beim Sommerweizen kann man das Kleegras spät im Herbst umbrechen und noch Mist oben drauf hauen.
Beim Winterweizen muss der Umbruch früher erfolgen und man müsste im Frühjahr 30 ... 60 m³ Gülle draufbringen. Da muss man sich mal rantasten.
Die Fallzahl ist ja nur Sortenspezifisch.

Am liebsten würde ich weiter Julius anbauen. Der hat einfach die passende Winterhärte und Fallzahl.
Beim Rohprotein wird es da natürlich schon recht schwierig, das gebe ich zu.
Außerdem ist der in den Jugendstadien nicht so die Wucht in Sachen Unkrautunterdrückung ... aber dafür hat man dann halt den Striegel.
Sorten mit aufrechter Blattstellung machen mir bzgl. Winter extrem viel Angst...

Bei Sommerweizen ist die kurze Vegetationszeit begrenzent. Ich sage mal ostholsteinisches Hügelland + 1...2 Wochen.
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BNT

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #51 am: 05. November 2017, 10:25:45 »

Welche Ertragserwartungen hast du denn bei Winterweizen? 5 to?
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #52 am: 05. November 2017, 11:01:40 »

Ertragserwartung konventionell (wohl noch ausbaufähig):

Winterweizen 60dt
Winterraps 35dt
Winterroggen 70dt
Sommerweizen 40dt

Ertragserwartung BIO (????):

Winterweizen 35...40dt
Winterraps 15...20dt
Winterroggen 45...50dt
Sommerweizen 25...30dt

Bio ist halt geschätzt ... keine Ahnung wo ich wirklich landen würde?
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Biobauer

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #53 am: 05. November 2017, 11:03:27 »

Aber was ist konkret die Schwierigkeit beim Bio-Weizen?
Angeblich ist Weizen beim Striegeln die unempfindlichste Frucht (bezogen auf die anderen Getreidearten).
Lager kriege ich hier bei konventionellem Weizen schon nicht (bei gerade mal 0.5...1l CCC).
Bleibt letztlich das Rohprotein.
Beim Sommerweizen kann man das Kleegras spät im Herbst umbrechen und noch Mist oben drauf hauen.
Beim Winterweizen muss der Umbruch früher erfolgen und man müsste im Frühjahr 30 ... 60 m³ Gülle draufbringen. Da muss man sich mal rantasten.
Die Fallzahl ist ja nur Sortenspezifisch.

Am liebsten würde ich weiter Julius anbauen. Der hat einfach die passende Winterhärte und Fallzahl.
Beim Rohprotein wird es da natürlich schon recht schwierig, das gebe ich zu.
Außerdem ist der in den Jugendstadien nicht so die Wucht in Sachen Unkrautunterdrückung ... aber dafür hat man dann halt den Striegel.
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60 kubik gülle, naja, hier sind sie schon froh wenns 10 bekommen, du darfst auch nicht einfach unbeschränkt aufnehmen
und den striiegel als allheilmittel, ja , das meinen die anfänger immer, die das schon bissl länger machen haben meist gar keinen mehr
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

Wade

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #54 am: 05. November 2017, 11:19:17 »

Beim Weizen ist das größte Problem die Werte hinzubekommen. Aber mit 60m³ Gülle solltest das schaffen. Kleegras wirkt ja langsam und nicht so gezielt wie eine 3. Düngegabe für die Qualität. Auch Mist wirkt ja eher langsam. Wenn er schon gut verottet ist zwar etwas schneller aber nicht mit Mineraldünger vergleichbar. Gülle oder vor allem Gärrest kann man schon gezielter einsetzen, hat ja meist auch einen höheren Anteil Ammonium drin.

Ich hab bislang noch fast keinen Weizen gebaut, Dinkel ist sehr viel einfacher zu führen und Preislich war er auch wesentlich attraktiver. Für Futter hab ich wie gesagt keinen Weizen angebaut sondern Triticale oder Gerste. Hab hier auch auf einigen Schlägen Probleme mit Steinbrand, daher weniger Weizen in der FF.
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Heico

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #55 am: 05. November 2017, 11:25:17 »

Ich dachte es geht um Bio. Woher kommen denn die ganzen Mist und Güllereserven?

Bei einem niedrigen konv. Ertragsniveau von 60 dt/ha Weizen  kann man mit Bio gut punkten.
Wenn die Pflanzen einseitig überfordert werden zB. mit N aus Gülle um den Ertrag zu erhöhen,
kommt es zu Krankheiten und Läusebesatz, was den Ertrag stark schmälert. (Kümmerkorn, Pilze im geernteten Korn)
Ist dann kein Backgetreide mehr und gibt zusätzlich Probleme bei der Vermarktung als Futter.
30 dt/ha sind aber einfacher in der Handhabung als 50 oder 60 dt/ha.

Die einjährigen Kräuter sind ja nur ein Problem bei Sommerung, während in der Winterung die Gräser und vor allem die Disteln zuschlagen.
Winterraps wüsste ich nicht ob der überhaupt durch die Saison kommt wenn in der Nähe noch anderer Raps steht - wegen der vielen Insekten.
Wenn es überhaupt klappt mit dem Raps dann ist der vielleicht am Besten als Reihenhackkultur zu führen.
Dinkel geht so einfach wie Roggen außer natürlich das Auswinterungsproblem zu berücksichtigen.
Wenn der Dinkel nicht optimal geerntet werden kann ist es Futterdinkel, den keiner haben will.

Je mehr man in das Thema kommt, desto interessanter und komplizierter wird es. ;D
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Wade

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #56 am: 05. November 2017, 12:25:45 »

Je mehr man in das Thema kommt, desto interessanter und komplizierter wird es. ;D


 :daumen1: :daumen1:
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #57 am: 05. November 2017, 12:37:45 »

Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.
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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #58 am: 05. November 2017, 12:40:15 »

Ich habe das so verstanden, dass man organische Dünger aus konventioneller Tierhaltung zukaufen kann, wenn man in keinem Verband ist.
Anscheinend nicht beliebig und mit Auflagen (kein GVO-Futter), aber das müsste man hinkriegen können.
Wenn man unter 100kg/ha N für Weizen zukauft, dann klappt das bestimmt.

Ganz ohne Striegel? Wie bekämpft man denn Unkraut? Nur Vorsaatbehandlung (falsches Saatbett), das kann ich mir fast nicht vorstellen.
Es gibt doch eine Samenbank im Boden, da wird immer nochmal was nachkommen.

Ja, Raps, Ackerbohnen und Körnermais müsste man wohl als Reihenkulturen mit Hacke führen ... das ist aber vorläufig nichts für mich.

also hier ist nur bis 40kg n möglich
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Uwe

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #59 am: 05. November 2017, 12:45:03 »

Das muss ich prüfen. In Polen gelten bestimmt andere Regeln als in D oder Ö.
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