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Autor Thema: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !  (Gelesen 28644 mal)

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farming.ch

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #15 am: 03. November 2017, 10:21:38 »

mir geht es dann auch nicht mehr um den ackerbau im eigentlichen sinne sondern um eine maximale prämienoptimierung

Wenn das viele machen wollen reicht die Kohle nicht fürs auskommen von allen...

Das muss der Plan sein. So ein System müsste man mit Vollgas gegen die Wand fahren.

Destruktiv- wird aber wohl nicht funktionieren, weil da der umbekehrte "Glyphos-Effekt" eintreten wird- jöhhh die deutschen Bauern machen vermehrt Biolandbau, super ! Mit diesem Jöhh-Effekt, dem Vertrauensvorschuss und dem allg. guten Image von Bio wird dann wohl das Geld nur so sprudeln ;-).
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Feldmeister

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #16 am: 03. November 2017, 10:31:26 »

Prämienoptimiert:
Man muss sich mal den Spaß machen und berechen wie viel Geld man als Biolandwirt für Blühstreifen verdienen kann. Bei Aufteilung des Betriebes in mehrere kleine kann man ja auch sehr viele Blühstreifen anlegen.
In Niedersachsen ist da richtig was möglich.
Bioprämie+ Blühstreifen (max 10ha pro Betrieb)....

Stichwort: Nobbys-Blümchenbauer.

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guest176

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #17 am: 03. November 2017, 11:53:33 »

an alle die meinen plan  b kitisieren ,

ich bin ackerbauer mit leib  und seele aber wenn mir   politisch und gesellschaftlich diktiert wird in welcher form ich das zu machen habe , dann sollen die bitte auch den preis dafür bezahlen !
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Rohana

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #18 am: 03. November 2017, 12:17:08 »

Werden sie aber nicht. Das ist ja das Kernproblem: Wenn die Leute mal Konsequenzen spüren täten, würden sie so einen Mist sicher nicht (noch einmal) verzapfen  :-\
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Panta rhei

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #19 am: 03. November 2017, 12:42:14 »

an alle die meinen plan  b kitisieren ,

ich bin ackerbauer mit leib  und seele aber wenn mir   politisch und gesellschaftlich diktiert wird in welcher form ich das zu machen habe , dann sollen die bitte auch den preis dafür bezahlen !
Volle Zustimmung :daumen1:
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Es sind nicht die schlechten Jahre, die uns Probleme bereiten, es sind die falschen Entscheidungen in den guten Jahren!
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BNT

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #20 am: 03. November 2017, 12:43:27 »

Ein paar ha Hobbyackerbau kannst du dann ja noch immer machen.
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Sty_

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #21 am: 03. November 2017, 13:09:19 »

Gibts eine Ernteverpflichtung in D ?
Ich würde Versuchen was zu machen und die Prämie ist halt eine Art Sicherungsnetz finanziell
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Rhoihesse

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #22 am: 03. November 2017, 15:19:19 »

Ich finde es ganz legitim auf bio umzustellen. Klar haben diejenigen die von Beginn dabei sind den guten Ruf aufgebaut, aber warum kann das ein jeder nicht nutzen? Wenn der Verbraucher das so wünscht.
Wird hier bei uns in den Nachbarorten auch so gehandhabt. Ich weis von mind. zwei betrieben die sich geteilt haben. Der junior macht bio im Weinberg, der Senior Konvi im Ackerbau. Kann mir einer sagen was er will, aber die stehen nicht 100% dahinter. Das ist nur €€€€€€€€
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Heico

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #23 am: 03. November 2017, 15:36:00 »

Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.
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farming.ch

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #24 am: 03. November 2017, 15:52:47 »

Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.

Ich bezweifle, ob die Produktion dann genug professionell wird, wenn man nur aufs Geld schielt und ständig z.B. die Herbizide vermisst... Für professionelles Bio muss man schon genug tief eintauchen in die Biowelt, und das spezifische Know-How sich erarbeiten.
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BNT

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #25 am: 03. November 2017, 17:04:21 »

Bio ohne Ideologie ist natürlich erlaubt. Nur sollte man dann nicht in einen Verband gehen, sondern einfach auf EU Bio gehen.

Es gibt so viele Anbauverbände - da ist doch sicher auch einer ohne Ideologie dabei. In Österreich wäre das zb "Zurück zum Ursprung".
Aber da es hier ohnehin nur um Prämienoptimierung geht, muss man sich vielleicht gar keine Sorgen um den Verkauf von Agrarprodukten sorgen. ;)
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Rhoihesse

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #26 am: 03. November 2017, 17:07:04 »

Du bei deren pachtpreise die sie anbieten rechnet es sich das schon.
Ich denke auch man sollte dahinter stehen. Ist glaube ich ein ecowin verband.
Zurzeit ist das für mich kein Thema. Wenn ich hier mitbekomme was ihr bios für´n Zeitaufwand habt mit falschem saatbett anlegen, Handarbeit und so ist mir das Zuviel Aufwand. Drüber nachgedacht und diskutiert in der Familie haben wir das schon.
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Heico

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #27 am: 03. November 2017, 17:52:59 »

Du bei deren pachtpreise die sie anbieten rechnet es sich das schon.
Ich denke auch man sollte dahinter stehen. Ist glaube ich ein ecowin verband.
Zurzeit ist das für mich kein Thema. Wenn ich hier mitbekomme was ihr bios für´n Zeitaufwand habt mit falschem saatbett anlegen, Handarbeit und so ist mir das Zuviel Aufwand. Drüber nachgedacht und diskutiert in der Familie haben wir das schon.
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Flori

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #28 am: 03. November 2017, 18:12:32 »

 Es wurde ja schon angesprochen... es kommt auch immer auf die Pacht an.

 Joe. Ich kenne Deinen Standort nicht. Aber bei dem was ich hier bisher mitbekommen habe ist es wohl ein absoluter Grenzstandort für ertragssicheren Ackerbau.

 Deine Gedankengänge kann ich nachvollziehen. Deinen Frust auch. 100% still zu legen und eine Ernte zu imitieren traue ich Dir ehrlich gesagt nicht zu, vielleicht
 täusche ich mich.

 Als Vorschlag nur einen Gedankengang: schau doch mal wieviel % Grünbrache du in Niedersachsen machen kannst.

 Sollten 50% erlaubt sein, könnte eine Rechnung so aussehen:

 50% Klee/Luzernegrasbrache: Pachtzins Summe "X" - Summe Förderung "Y" = Nettogewinn ( 50% der Fläche ).

 Hiermit könntest Du dein Risiko im Betrieb einschränken, sicheres Einkommen generieren und dabei trotzdem weiterhin den von Dir angestrebten Bodenaufbau
 weiterführen. Kosten für das Saatgut bzw. Mulchen kommen natürlich dazu. Vielleicht hast Du ja auch noch nen Schäfer.

 Für die anderen 50% der Fläche wo Du Kulturen anbaust hast Du Bombenvorfrüchte und würdest sicherlich gute Ernten und Einkommen generieren.

 Ich kann mir vorstellen dass es sehr schmerzt wenn man Jahre , vielleicht sogarlang Jahrzehntelang auf ein Anbaukonzept hingearbeitet hat bis es läuft und dann
 solche Knüppel zwischen die Beine geschmissen bekommt. Ich kann mir auch nicht vorstellen wie lange diese Entwicklung noch anhalten soll dass wir Deutschen
 Bauern einerseits unter den strengsten Regeln produzieren sollen, andererseits auf Niveau der Weltmarktpreise verkaufen müssen.

 Aber es nützt ja nichts. Wir stehen im Hier und Jetzt und jeder muss sehen wo er mit seinen Entscheidungen hinlenkt.

 Bezüglich der Glyphosatzulassung bin ich absolut nicht mehr auf dem Stand weil ich mir diesen Zirkus nicht mehr anhören kann.

 Nur, soweit ich weiß, könnt Ihr doch noch eine Weile hantieren?

 Joe, ich bin überzeugt davon dass Du einen Weg findest ohne Glyphosat auszukommen wenn es nötig sein sollte und wenn der Weg dahin geht. Große Frage ist
 natürlich wie es weitergehen wird mit der Einschränkung der Werkzeuge in der konventionellen Bewirtschaftung, und ob man sich diesen Stress antuen möchte.

 Bio fasse ich für mich persönlich nicht als Idiologie auf. Ich bin zwar Verbandsmitglied aber lediglich zwecks Vorteilen in der Vermarktung und weil ich es ablehne Bio 
 nur darüber möglich zu machen Massen an konventionellen Wirtschaftsdünger zu zukaufen, wie es ja bei manchen EG-Öko-Betriebn abläuft. Bio habe ich für mich 
 gewählt weil ich einen finanziellen Zuschuss dafür erhalte Anbaumethoden zu entwickeln die ohne PSM und synthetischen N klarkommen. Für mich ist das letzten
 Endes der konkrette Schritt in das Verfahren, indessen Richtung die konventionelle per Zwang immer mehr hinein geschoben wird. Ob das fair ist oder nicht hat bei
 der Diskusion um die Anpassung des Betriebes an die Gegebenheiten nix mit zu reden.  Erst hatte ich das Gefühl dass ich mit Bio mehr Bürokratie habe. Aber durch
 Greening ( von dem wir ja als Bio generell befreit sind) , hält sich das mittlerweile wohl die Waage.

 Und dann noch was zum Argument Bio kann die Welt nicht ernähren, die Produktion wird "zusammen brechen" :
 Darüber ließe sich vortrefflich streiten. Aber das will ich garnicht. Ich möchte nur auf einen Punkt aufmerksam machen:

 Natürlich ist es Ehrenwert dass Du neben den finanziellen Zielen möglichst viel auf deinen Standort produzieren willst. Aber mal ganz ehrlich. Wer will es den haben?

 Wo ist die Landwirtschaft den mit der Devise "Gewinn durch Menge" hingekommen? Wie lange ist es her dass jemand zu euch als aktiven Landwirt gesagt hat: " Sieh

 zu dass Du mehr produzierst, die Mengen reichen nicht! " ???

 Halbermaßen bewusst nehme ich in der Landwirtschaft seit ca. 10 Jahren teil und wenn ich mal was gehört hab zum Thema Mengen, dann war es höchstens: " Oh 
 gott, habt ihr auch soviel gedroschen? Sone Scheiße, wir wissen nicht wohin mit dem Dreck! " ...

 Natürlich bin ich auch bestrebt hohe Erträge zu erwirtschaften, aber auch nur auf den Flächen wo auch Diesel durch den Tank geht. Das was ich an Aufwand
 reinstecke soll produktiv sein und auch Geld erwirtschaften. Aber wieviel tonnage ich auf der Gesamtfläche produziere ist mir wurscht. Oder meinst Du das jemand
 zu Dir in 5 Jahren auf den Hof kommt und meint " Lieber Joe, Du hattest jedes Jahr 1000to Roggen, jetzt sind es nurnoch 200, uns fehlt die Menge. " ???

 Die Entwicklung ist schwer und für viele von euch wahrscheinlich eine sehr bittere Pille. Das kann ich mir gut vorstellen. Ich als Junglandwirt habe mich mit
 der Entscheidung Bio zu machen bei sehr vielen Dingen aus der Schusslinie gebracht und bin sehr froh drum. Natürlich ist es zum kotzen wenn irgendwelche Grünen
 Spinner einem erzählen wollen wie man zu produzieren hat. Aber am Ende sollte man vielleicht auch für sich klarstellen warum man Landwirtschaft macht und mit
 welchen Zielen. Die Ziele meiner Bewirtschaftung sind:

 - finanzielles Auskommen finden ohne übertriebene Arbeitslast

 - Bodenfruchtbarkeit erhalten und aufbauen

 - die Bioförderung nicht missbrauchen sondern dafür nutzen die Anbausysteme weiter zu entwickeln um die Effizienz zu erhöhen

 Viele Grüße,

 Florian

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sten

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Re: Spielregeln bei der Umstellung von Konvi auf Bio !
« Antwort #29 am: 03. November 2017, 18:31:05 »

Flori, danke für den Beitrag, sachlich, mit Herz, so macht Agrowissen Spaß.
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