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Autor Thema: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?  (Gelesen 16843 mal)

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Heico

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #15 am: 13. Februar 2017, 19:54:04 »

Wie ist das eigentlich möglich das Grauware, also konventionelle Ware, als Bioware deklariert wird? Gibt es auch in der Konviware keine Rückstände, oder sind in der Bioware genau so viele Rückstände, oder wird es einfach nicht kontrolliert und man weiß es nicht?

Das sollte den Bios aber zu denken geben.

Grundsätzlich ist in Bioware nichts drin, weil nix ausgebracht wird, außer Abdrift vom Nachbarn.

Weil den Verbänden von der Basis Druck gemacht wird, sind sie ja nun auf die Idee gekommen es zusätzlich zu kontrollieren.
Aber bei dem Preisunterschied von 15 auf 30 € ist es eben auch sehr verlockend für das "Organisierte Verbrechen".
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Stanky

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #16 am: 13. Februar 2017, 21:20:37 »

Moin,
wer sind die:
zu den katzlmachern wurde schon des öfteren ein lkw zurückgeschickt.
da habe ich noch nie was von gehört. So nebenbei: Wenn Du etwas mehr Wert auf Groß- und Kleinschreibung und allgemeinverständliche Worte legen würdest, wäre das Verstehen deiner Beiträge leichter. Wie schrievv jo ok ne in Platt. ;)
Gruß
Frank
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De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

Stefan81

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #17 am: 13. Februar 2017, 21:25:18 »

Ich finde es halt immer komisch wenn man bei mir in der Nähe, in einer Weingegend, Bioäcker hat mit 9 - 15 m Breite und auf beiden Seiten ein Weingarten. Wenn der Weinbauer mit seiner Gebläsespritze eine Fungizidnebelwolke produziert bei der man aus 100m Entfernung noch sehen kann, daß sie durch 2 Weingartenzeilen durch geht wird vielleicht auch etwas auf den Bioflächen landen. Das es dort aber Beanstandungen wegen Rückstände gegeben hat hab ich auch noch nicht gehört, also kann irgendetwas nicht ganz stimmen, weil mit reinen Wasser werden die Weinbauern auch nicht fahren

Katzlmacher ist bei uns ein Begriff für die Italiener
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Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt.

Mit freundlichen Grüßen
aus Österreich
Stefan81

Biobauer

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #18 am: 13. Februar 2017, 21:36:31 »

Ich finde es halt immer komisch wenn man bei mir in der Nähe, in einer Weingegend, Bioäcker hat mit 9 - 15 m Breite und auf beiden Seiten ein Weingarten. Wenn der Weinbauer mit seiner Gebläsespritze eine Fungizidnebelwolke produziert bei der man aus 100m Entfernung noch sehen kann, daß sie durch 2 Weingartenzeilen durch geht wird vielleicht auch etwas auf den Bioflächen landen. Das es dort aber Beanstandungen wegen Rückstände gegeben hat hab ich auch noch nicht gehört, also kann irgendetwas nicht ganz stimmen, weil mit reinen Wasser werden die Weinbauern auch nicht fahren

Katzlmacher ist bei uns ein Begriff für die Italiener

naja, abgesehn jetzt mal von guter fachlicher praxis zwecks abdrift gibts da immer wieder aberkennungen. sind dann oft sehr unschöne sachen, haftungstechnisch.
kartoffeln ähnlich

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Ruebe

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #19 am: 13. Februar 2017, 22:15:43 »

wenn man in irgendeiner Ware iwas finden würde, würde es ganz groß laufen ....

Vor ca. 15 Jahren gabs hier in der Nähe eine Mühle, ne Zeitlang durfte beim Kippen keiner rein wenn Osteuropäischen LKW da waren .... als dann mal Reste auf der Gosse lagen wußten wir warum .... das müßte in ner Hochpreisphase gewesen sein ....

Entweder war dei Ausgangskontrole so schlecht oder die Reinigung so gut ... da wurde täglich verladen und ich kann mich an keinen Skandal erinnern ... oder ist der schälvorgang so effektiv das der Mehlkörper nahezu unberührt ist?
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granola

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #20 am: 14. Februar 2017, 01:23:05 »

Heico,
der Bio-Getreidemarkt bricht sicher so NICHT schnell zusammen wie das Kartenhaus der Bio-Prämienoptimierer. Was wird wirklich passieren wenn weiter fleissig bio-umgestellt wird???
Vergleich eines typischen MarktfruchtBetriebes vor / nach der Bio-Umstellung  (hier anonym, aber an konkreten Zahlen mehrerer Betriebe gerechnet!!  )
> Produktion an Nahrungsmitteln , am Umsatz gemessen >> geht um 20-40%  zurück
> tatsächliche Produktion an Nahrungsmitteln, in Menge gemesssen!(ohne Preise!) >> geht um 40-60% zurück
> Anteil der staatlichen Zahlungen an den Betriebseinahmen: steigt von 10-20% auf 20-40%
> bei ausfall der sataatlichen Zahlungen: Betriebsgewinn halbiert sich /Betriebsgewinn geht ins Minus!
was bedeutet das : wenn der Anteil der BioFläche sich erhöht muss irgendwoher das zusätzliche Geld für die höheren BioSubventionen kommen!!
und was passiert gleichzeitig: auf den schwachen Standorten kommen nach den Tieflader Acherbauern und den Tieflader- Gülleentsorgern jetzt auch noch die Bio-Prämienoptimierer. Wer hält den die Gesellschaft, die Wähler, die Politiker für so blöd dass die nicht bald merken was wirklich mit diesen hohen direktzahlungen und allen möglichen Förderprogrammen erreicht wird? das ist Doch eine Steilvorlage zum Kahlschlag nach dem nächsten Regierungswechsel!
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donnershag

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #21 am: 14. Februar 2017, 07:19:25 »

 :) :)
Klaus Du hast mal wieder alles auf den Punkt gebracht. Im Ringgau ist jetzt einer der "Pioniere von Obermehler" als "Bio-Raubritter" unterwegs. Wie entspannt wäre doch der Landmarkt im Mittelgebirge ohne Subventionen. Die Betriebe hätten auch eine Chance sich zu entwickeln.

Gruß
Martin




Heico,
der Bio-Getreidemarkt bricht sicher so NICHT schnell zusammen wie das Kartenhaus der Bio-Prämienoptimierer. Was wird wirklich passieren wenn weiter fleissig bio-umgestellt wird???
Vergleich eines typischen MarktfruchtBetriebes vor / nach der Bio-Umstellung  (hier anonym, aber an konkreten Zahlen mehrerer Betriebe gerechnet!!  )
> Produktion an Nahrungsmitteln , am Umsatz gemessen >> geht um 20-40%  zurück
> tatsächliche Produktion an Nahrungsmitteln, in Menge gemesssen!(ohne Preise!) >> geht um 40-60% zurück
> Anteil der staatlichen Zahlungen an den Betriebseinahmen: steigt von 10-20% auf 20-40%
> bei ausfall der sataatlichen Zahlungen: Betriebsgewinn halbiert sich /Betriebsgewinn geht ins Minus!
was bedeutet das : wenn der Anteil der BioFläche sich erhöht muss irgendwoher das zusätzliche Geld für die höheren BioSubventionen kommen!!
und was passiert gleichzeitig: auf den schwachen Standorten kommen nach den Tieflader Acherbauern und den Tieflader- Gülleentsorgern jetzt auch noch die Bio-Prämienoptimierer. Wer hält den die Gesellschaft, die Wähler, die Politiker für so blöd dass die nicht bald merken was wirklich mit diesen hohen direktzahlungen und allen möglichen Förderprogrammen erreicht wird? das ist Doch eine Steilvorlage zum Kahlschlag nach dem nächsten Regierungswechsel!
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derhauderer

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #22 am: 14. Februar 2017, 08:55:21 »

Also ich kann aus meiner sicht nur sagen das der bioackerbau bei uns läuft, es ist eben sehr stark abhängig von der Fruchtfolge die Gefahren wird (mais-weizen-soja) oder (tritticale-hafer-roggen), dann natürlich auch von den pachten, und ganz stark von den Maschinenkosten, da für die vielfältigen bodenbearbeitungs, hack und Striegel geräte sich ganzschöne summen anhäufen können.


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Heico

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #23 am: 14. Februar 2017, 09:32:08 »

Dafür braucht der Biogetreideanbau keine teure Spritze. Für die 50.000€ kann er sich locker die anderen Geräte kaufen, die er extra für Getreide braucht.

Meine Hauptfrage ist, ob es genug Biogetreide auf dem Markt gibt, oder ob es knapp ist.

Die Ackerbauern, die ich kenne haben alle zusätzlich Hackfrüchte angebaut, mit denen sie ihr Geld verdienen.

Wenn dann noch die Pacht hoch ist (ab 1000 €/ha), ist der Getreideanbau nicht mehr lohnend.
Da wird dann auch keiner mehr auf Bio umstellen.

Umgekehrt ist es natürlich einfach wenn die Pacht 300 oder 400 €/ha kostet. Da müsste der Betriebsleiter sich normalerweise die Pacht-Differenz von 600 €/ha als Pachtzins für die eigene Fläche an die Seite legen. Das wären dann mal eben 60.000 je 100 ha. ;)
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Biobauer

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #24 am: 14. Februar 2017, 09:57:37 »

Dafür braucht der Biogetreideanbau keine teure Spritze. Für die 50.000€ kann er sich locker die anderen Geräte kaufen, die er extra für Getreide braucht.

Meine Hauptfrage ist, ob es genug Biogetreide auf dem Markt gibt, oder ob es knapp ist.

Die Ackerbauern, die ich kenne haben alle zusätzlich Hackfrüchte angebaut, mit denen sie ihr Geld verdienen.

Wenn dann noch die Pacht hoch ist (ab 1000 €/ha), ist der Getreideanbau nicht mehr lohnend.
Da wird dann auch keiner mehr auf Bio umstellen.

Umgekehrt ist es natürlich einfach wenn die Pacht 300 oder 400 €/ha kostet. Da müsste der Betriebsleiter sich normalerweise die Pacht-Differenz von 600 €/ha als Pachtzins für die eigene Fläche an die Seite legen. Das wären dann mal eben 60.000 je 100 ha. ;)


heico, stimmt, in jeden andern thema wäre schon lange zur ordnung gerufen worden, wenn man von der ausgangsfrage so abweicht. nur bei bio landet es im endeffekt immer im gleichen eck, zum teil dann mit höchst seltsamen zahlenspielchen, .
deine krux ist der pachtpreis bei euch, wie er es mittllerweile bei uns auch schon bald ist, wobei bei 1000 euro/ha, kann sich normaler konvianbau auch nicht mehr rechnen.
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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #25 am: 14. Februar 2017, 10:40:39 »

Nach meiner Erfahrung ist Futtergetreide knapp und im Moment sehe ich nicht, dass hier im Norden viele Ackerbauern umstellen. Prämienoptimierer gibt es doch bei uns allen, Biotierhaltung und selbst keine ÖKO-Ackerumstellung, weil das rechnet sich nicht finde ich kurz gedacht. Mal sehen, wann über die hohen Getreidefutterpreise geklagt wird.....
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Niedersachse

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #26 am: 14. Februar 2017, 10:46:11 »

Hallo!
Zum anderen kommt noch dazu das Heute eher richtung gesundes Essen , richtung Vegan, Früchte,Gemüse geht als Bio Fleisch und Bio Milch..
Das fällt durchaus auf, die gesamte Ernährung ist wichtiger, als das ein paar Zutaten "biologisch" erzeugt wurden. Und der Anteil der veganen Bevölkerung, die sich nur von heimischer Biokost ernähren dürfte wohl marginal sein  ;D
Ansonsten muss ich Frank zustimmen, deine Beiträge sind meistens sehr informativ und interessant, aber manchmal etwas schwer zu verstehen  :-X

Weiterhin versteh ich diese ganze Diskussion auch immer nicht wirklich, der Bioanteil an der gesamten (inkl. Grünland) landwirtschaftlichen Fläche ist in den letzten 20 Jahren um 5 % gestiegen und liegt derzeit bei 7 %. Einerseits zeigt das für mich, dass die Nachfrage schlicht und einfach nicht in dem Umfang existiert, wie das gerne behauptet wird. Ziemlich sicher dürften die ökologischen Betriebe einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Grünland bewirtschaften und wenn auf den Ackerflächen ganz grob dann die Hälfte der konventionellen Erträge über die gesamte Fruchtfolge geerntet wird, dürften es also nichtmal 2-3 % der Deutschen Getreideproduktion sein, die aus "biologischer" Produktion stammen. Wenn diese dann mit 100.000 ha aus fragwürdiger Herkunft gemischt werden hat das schon durchaus einen Einfluss auf die Marktpreise, ist ja ganz klar. Trotzdem bleibt die gesamte Menge immer noch gering.

Wahrscheinlich hat auch "Bio-Getreide" für den Verbraucher längst nicht den Stellenwert wie "Bio-Gemüse" oder Fleisch von "Bio-Tieren"

Solange man also nicht prämiengetriebene Pachtfanatiker in der Nähe hat (die es ja aber auch aus anderen Bereichen gibt), könnte es den konventionellen Kollegen doch eigentlich recht egal sein, was mit "biologischer" Landwirtschaft ist, solange man nicht ständig von irgendwelchen Leuten (und leider auch gelegentlich Bio-Kollegen) gesagt bekommt, was man für ein schlechter Mensch/Umweltvernichter/Tierquäler/und-sonst-noch ist, was natürlich nur an der Betriebsform liegt.

Und wenn konventionelle erzeugtes Getreide aus Süd-ost Europa unter extensiven konventionellen Bedingungen angebaut wird, aufgrund der Witterung sowieso praktisch keine Fungizide benötigt, wie sollen dann da auch irgendwelche "Rückstände" gefunden werden können, anhand derer man die Existenz nachweisen kann? Wenn es dann auch nur in sekundärer Form als tierisches Produkt auf dem Teller landet, gibt es doch eigentlich überhaupt keinen Unterschied mehr. Selbstverständlich wird der findige kriminelle seine Chance erkennen  ;D

Mfg
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MUKUbauer

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #27 am: 14. Februar 2017, 11:11:54 »

Dafür braucht der Biogetreideanbau keine teure Spritze. Für die 50.000€ kann er sich locker die anderen Geräte kaufen, die er extra für Getreide braucht.

Meine Hauptfrage ist, ob es genug Biogetreide auf dem Markt gibt, oder ob es knapp ist.

Die Ackerbauern, die ich kenne haben alle zusätzlich Hackfrüchte angebaut, mit denen sie ihr Geld verdienen.

Wenn dann noch die Pacht hoch ist (ab 1000 €/ha), ist der Getreideanbau nicht mehr lohnend.
Da wird dann auch keiner mehr auf Bio umstellen.

Umgekehrt ist es natürlich einfach wenn die Pacht 300 oder 400 €/ha kostet. Da müsste der Betriebsleiter sich normalerweise die Pacht-Differenz von 600 €/ha als Pachtzins für die eigene Fläche an die Seite legen. Das wären dann mal eben 60.000 je 100 ha. ;)


heico, stimmt, in jeden andern thema wäre schon lange zur ordnung gerufen worden, wenn man von der ausgangsfrage so abweicht. nur bei bio landet es im endeffekt immer im gleichen eck, zum teil dann mit höchst seltsamen zahlenspielchen, .
deine krux ist der pachtpreis bei euch, wie er es mittllerweile bei uns auch schon bald ist, wobei bei 1000 euro/ha, kann sich normaler konvianbau auch nicht mehr rechnen.

na na Bio ihr denkt schon wieder Böse, hier im Forum ist jeder und alles gleich, nur gewisse sind "gleicher"
OT Ende

Lange Zeit war´s Ruhig hier was Bio betrifft bzw. es gab den einen oder anderen Prämienoptimierer und den anderen der wirklich Perfekt arbeitet, nur sich als Nebenerwebler und Bio schwer tut - jetzt aber seinen Job gekündigt hat, der Braut Bio Bier etc. läuft

auch mein Gedanke, Bio funktioniert in unseren Strukturen nur gut wenn man soviel wie möglich ab Hof verkauft - wobei Regional derzeit beim Konsumenten fast besser zieht
und wie ich immer Gesagt hab, in Bio ist zuviel möglich - an Zukauf etc. zumindest seh ich das hier so

und OB Bio im Supermarkt das irgendwo auf der Welt Produziert wird so gut ist, bezweifle ich schon lange, das ist doch auch nur Geld macherei ...
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farming.ch

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #28 am: 14. Februar 2017, 11:12:40 »

Hallo!
Zum anderen kommt noch dazu das Heute eher richtung gesundes Essen , richtung Vegan, Früchte,Gemüse geht als Bio Fleisch und Bio Milch..
Das fällt durchaus auf, die gesamte Ernährung ist wichtiger, als das ein paar Zutaten "biologisch" erzeugt wurden. Und der Anteil der veganen Bevölkerung, die sich nur von heimischer Biokost ernähren dürfte wohl marginal sein  ;D
Ansonsten muss ich Frank zustimmen, deine Beiträge sind meistens sehr informativ und interessant, aber manchmal etwas schwer zu verstehen  :-X

Weiterhin versteh ich diese ganze Diskussion auch immer nicht wirklich, der Bioanteil an der gesamten (inkl. Grünland) landwirtschaftlichen Fläche ist in den letzten 20 Jahren um 5 % gestiegen und liegt derzeit bei 7 %. Einerseits zeigt das für mich, dass die Nachfrage schlicht und einfach nicht in dem Umfang existiert, wie das gerne behauptet wird. Ziemlich sicher dürften die ökologischen Betriebe einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Grünland bewirtschaften und wenn auf den Ackerflächen ganz grob dann die Hälfte der konventionellen Erträge über die gesamte Fruchtfolge geerntet wird, dürften es also nichtmal 2-3 % der Deutschen Getreideproduktion sein, die aus "biologischer" Produktion stammen. Wenn diese dann mit 100.000 ha aus fragwürdiger Herkunft gemischt werden hat das schon durchaus einen Einfluss auf die Marktpreise, ist ja ganz klar. Trotzdem bleibt die gesamte Menge immer noch gering.

Wahrscheinlich hat auch "Bio-Getreide" für den Verbraucher längst nicht den Stellenwert wie "Bio-Gemüse" oder Fleisch von "Bio-Tieren"

Solange man also nicht prämiengetriebene Pachtfanatiker in der Nähe hat (die es ja aber auch aus anderen Bereichen gibt), könnte es den konventionellen Kollegen doch eigentlich recht egal sein, was mit "biologischer" Landwirtschaft ist, solange man nicht ständig von irgendwelchen Leuten (und leider auch gelegentlich Bio-Kollegen) gesagt bekommt, was man für ein schlechter Mensch/Umweltvernichter/Tierquäler/und-sonst-noch ist, was natürlich nur an der Betriebsform liegt.

Und wenn konventionelle erzeugtes Getreide aus Süd-ost Europa unter extensiven konventionellen Bedingungen angebaut wird, aufgrund der Witterung sowieso praktisch keine Fungizide benötigt, wie sollen dann da auch irgendwelche "Rückstände" gefunden werden können, anhand derer man die Existenz nachweisen kann? Wenn es dann auch nur in sekundärer Form als tierisches Produkt auf dem Teller landet, gibt es doch eigentlich überhaupt keinen Unterschied mehr. Selbstverständlich wird der findige kriminelle seine Chance erkennen  ;D

Mfg
Niedersachse

Die Nachfrage wäre ja hier, in D, glaube ich. Sie wird aber durch Import gedeckt. Es fehlt vielleicht in D ein so richtig deutsches Biolabel- also nur ein Verband und eine Marke für bio-organisch wie in A und CH.... Damit wäre die Marktmacht der Bauern auch deutlich grösser !
Was mir immer auffällt ist, es gibt wohl in D keinen Mittelweg zwischen konvi und Bio ? Marken-Weizen der nicht Bio ist ?
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Niedersachse

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Re: Explodiert jetzt der Preis für Biogetreide?
« Antwort #29 am: 14. Februar 2017, 11:51:52 »

Hallo!
ich glaube gerade bei Getreide kommt auch einfach hinzu, dass dieses nur in geringen Mengen direkt vom Endkunden, also dem Verbraucher gekauft wird. Ein Großteil geht über tierische Produkte oder verarbeitete Produkte, und sei es nur Brot. Viele Biobäckereien haben aber ein, ich sag mal spezifisches Angebot, oft zur sehr hohen Preisen, sodass man so nur einen geringen Teil erreichen kann und so auch die Nachfrage gering erscheint. Ich glaube es gibt praktisch keine mittelpreisigen Biobackwaren, zumindest habe ich solche noch nie gesehen, und sei es nur Toastbrot.

Auf jeden Fall ist der Biomarkt in D auch recht differenziert, die Standardware, hauptsächlich in normalen Lebensmittelgeschäften über EG-Bio, dann noch die dominierenden Anbauverbände Bioland und Demeter, vereinzelt Naturland. So gibt es also selbst in der Bioschiene zumindest 3 Bereiche: EG-Bio, Bioland/Naturland/etc. und Demeter, und da hast du vollkommen recht, die scheinen sich nicht sehr Nahe zu stehen, bzw. sind nur in bestimmten Bereichen präsant, dass das Gesamtangebot irgendwie geschmälert wirkt. 

Einen Mittelweg aus Bio und Konvi gibt es nicht, da es schlicht und einfach nicht gefordert, bzw. eher bezahlt wird, da treten dann halt höchstens die diversen Umweltprogramme im Konventionellen Ackerbau mit rein, die aber für den Verbraucher überhaupt keine Bedeutung haben. Dafür scheint die regionale Vermarktung derzeit einen deutlichen Zustrom zu haben, praktisch jeder Rewe und Edeka Markt hat Kartoffeln, Gemüse, Eier, Honig und diverse weitere regionale Spezialprodukte im Sortiment, das gab es vor 5 Jahren praktisch noch garnicht. Das sind auch meistens konventionelle Produkte, die jedoch im Biopreisbereich angesiedelt sind salopp gesagt.

Mfg
Niedersachse 
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