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Autor Thema: Hähnchenmast  (Gelesen 56278 mal)

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Josef

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #150 am: 17. September 2021, 19:11:43 »



Aber wenigstens läufts dank hohem Absatz mit den Küken wieder rund *klopfklopfklopf*

Wie meinst du das?
Läuft der Absatz momentan?
Signalisiert der Abnehmer das er mehr möchte?
Hier umwirbt Wiesenhof die die für Stufe 3 passende Ställe haben sehr intensiv!
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meinsherdamit

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #151 am: 18. September 2021, 09:32:11 »

Ja aktuell läuft Privathof (äußerst) gut. Leerstände betragen aktuell 5 bis 7 Tage. Gegenüber 20, teils 25 Tagen vor knapp 1,5 Jahren. Gegenüber lief die konventionelle Linie bei uns stets konstant auf sehr hohem Niveau mit 4 bis 7 Leertage.

Hatte die letzten drei Durchgänge auch Küken aus einer Herde. Das gabe es die letzten 15 Durchgänge kaum! Da waren meist zwei bis drei Herden mit mindestens 10 PW Unterschied, wenn nicht sogar zwei Rassen bei mir die Regel.

Ja Privathof war ja sehr lange Zeit ein bayrisches Vorzeigeprogramm. Das läuft absatzbedingt jetzt im Norden auch an, natürlich noch nicht in dem Umfang wie in Bayern, was ich auch sehr gut finde, aber immerhin. Komischerweise läuft der Absatz, die Auszahlungspreise laufen aber "nur" konstant mit den konventionellen Tieren. Sachen gibts. Zeigt doch, dass Haltungsform 3 einfach noch zu teuer ist und Richtung 2 muss. Letztes Jahr wurde auch die Rasse komplett umgestellt. Dadurch haben sich die Zunahmen und die Futterverwertung geringfügig verbessert. Tja was soll man da sagen. Wenn du umworben wirst, sagt dir keiner, dass dir ein möglicher Züchtungsfortschritt nichts bringt, da dir dieser vorauskommenderweise nur zeitverzögert durch einen verminderten Auszahlungspreis genommen wird...

Dazu kommt eben auch das Proplem mit der FVW. Wenn ich pro kg eben ~0,2kg mehr Futter benötige, der Auszahlungspreis aber nur konstant mit den "konventionellen" Tieren mitläuft...

Aber mal sehen. Demnächst müssten auch die neuen Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes mal öffentlich werden. Da bin ich mal gespannt. Da sind ja teils haarsträubende Forderungen durchgesickert! Ist auch ein so nicht unwesentlicher Faktor. Konventionell und Wintergarten hast du eigentlich schön deine Ruhe. Bei Privathof muss eben immer eine Neuerung stattfinden (die natürlich keiner entlohnen möchte). Die Haltungsform braucht Fortschritt, soll sich entwickeln... meint die eine Seite...

« Letzte Änderung: 18. September 2021, 09:34:19 von meinsherdamit »
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Re: Hähnchenmast
« Antwort #152 am: 11. Oktober 2021, 16:31:07 »

Futter und Gas kennen momentan nur eine Richtung. Der Schlachtpreis kann da aber nicht mithalten, obwohl auch der steigt.

Kommt Ihr noch klar? Mit dem laufenden Durchgang geht es bei mir noch. Aber ich glaube nicht, dass ich im November noch wieder einstalle.
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Heico

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #153 am: 11. Oktober 2021, 21:00:36 »

War heute bei meinem Lehrbetrieb. Der hat den Hähnchenstall immer noch belegt. Bau war 1963 und seit dem lückenlos belegt.
Nachfolger hat mir erzählt, dass in den 60er Jahren oft 1 Mark pro Hähnchen Gewinn waren. 7000 Hähnchen, 1 Durchgang konnte man sich einen Opel Rekord kaufen. Bei 10.000 Stück entsprechend einen Mercedes. Wir sind weit davon abgekommen in den letzten 50 Jahren.
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Nobbi

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #154 am: 11. Oktober 2021, 21:17:20 »

War heute bei meinem Lehrbetrieb. Der hat den Hähnchenstall immer noch belegt. Bau war 1963 und seit dem lückenlos belegt.
Nachfolger hat mir erzählt, dass in den 60er Jahren oft 1 Mark pro Hähnchen Gewinn waren. 7000 Hähnchen, 1 Durchgang konnte man sich einen Opel Rekord kaufen. Bei 10.000 Stück entsprechend einen Mercedes. Wir sind weit davon abgekommen in den letzten 50 Jahren.

Deshalb haben heute ja auch viele 120.000 Hähnchen anstatt 10.000. Dann stimmt die Rechnung wieder.
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meinsherdamit

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #155 am: 11. Oktober 2021, 21:32:54 »

Die Rechnung in Bezug auf eine gebrauchte A-Klasse? Irgendwo hinkt der Vergleich noch ;D

Muss jetzt sagen, dass mich der offensichtlich frühe Wintereinfall (haben bereits nachts 2 Grad) mehr als die Gaspreise.

Ist eben wie überall eine Reihe unglücklicher negativer Zufälle... explodierende Futterpreise, steigende Gaspreise, Verlust der Pauschalierung, Herabsetzung von 10,7% auf 9,5%, green deal schlägt ja mit den 4% Flächenstillegung auch irgendwie durch, das Chaos mit den Haltungsformen... Leerstandstage werden gefühlt tendenziell schon wieder erhöht...


Einzig positive, dass mir aktuell einfällt, sind gleichbleibender Konsum. Und natürlich die lächerliche Tatsache, dass der Düngerwert mehr steigt, als der Preis des Hähnchen...
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Re: Hähnchenmast
« Antwort #156 am: 12. Oktober 2021, 07:20:34 »

Die Rechnung in Bezug auf eine gebrauchte A-Klasse? Irgendwo hinkt der Vergleich noch ;D

Muss jetzt sagen, dass mich der offensichtlich frühe Wintereinfall (haben bereits nachts 2 Grad) mehr als die Gaspreise.

Ist eben wie überall eine Reihe unglücklicher negativer Zufälle... explodierende Futterpreise, steigende Gaspreise, Verlust der Pauschalierung, Herabsetzung von 10,7% auf 9,5%, green deal schlägt ja mit den 4% Flächenstillegung auch irgendwie durch, das Chaos mit den Haltungsformen... Leerstandstage werden gefühlt tendenziell schon wieder erhöht...


Einzig positive, dass mir aktuell einfällt, sind gleichbleibender Konsum. Und natürlich die lächerliche Tatsache, dass der Düngerwert mehr steigt, als der Preis des Hähnchen...
Aber nicht zu mästen ist für dich keine Option?
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meinsherdamit

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #157 am: 12. Oktober 2021, 08:22:12 »

Die Stallschulden wollen bedient werden und können durch den restlichen landwirtschaftlichen Betrieb nicht gedeckt werden.
Dann muss man eben selber waschen und die Entlohnung der Arbeitskraft streichen...

Muss auch sagen, dass ich momentan wahrscheinlich wieder bei den Mastergebnissen zum besseren Viertel des besseren Viertel gehöre... Dank den Umstand hat man noch ein wenig Luft. Den ersten Durchgang des Jahres, den ich aus unerklärlichen Gründen (wahrscheinlich Kükenprobleme) versemmelt habe... der Verlust ist auch mit Top Ergebnissen im Jahresschnitt nicht mehr auszugleichen.

Mäste jetzt 2,5 Jahre und davon sind bereits zwei unverschuldet mit guten Ergebnissen eine Nullnummer, trotz besten Voraussetzungen. Ehrlich gesagt würde ich, so schön das Konzept auch ist, nicht mehr bauen. Bin doch kein gemeinnütziger Verein, der aus nächstenliebe über eine 1 Mio netto Schulden macht, um die Bevölkerung mit günstigsten Lebensmittel zu versorgen...

Ist eigentlich total krank, wenn trotz einer angeblich gut nachgefragten "Ware" keine nennenswerten Ergebnisse zu erzielen sind...
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Heico

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #158 am: 12. Oktober 2021, 08:46:00 »

Das war doch wohl allen Betreibern bewusst, dass es nicht immer größer werden kann und dann noch eine Abnahmegarantie kommt.
Habe mich vor 30 Jahren gegen die Schweinemast entschieden, weil es damals schon klar war, wo die Entwicklung der Mast hinführt.
Nur in der Zeit bis jetzt haben viele Bauern Millionen gemacht und ich hatte "auf das falsche Pferd" gesetzt.
Schlau wäre ja, wenn jetzt Auslaufmöglichkeiten nachgerüstet werden können, damit die Ställe weiter mit verringerter Stückzahl betrieben werden können.
Und auch das zeichnet sich seit über 10 Jahren ab.
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Josef

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #159 am: 12. Oktober 2021, 09:33:53 »

Die Rechnung in Bezug auf eine gebrauchte A-Klasse? Irgendwo hinkt der Vergleich noch ;D

Muss jetzt sagen, dass mich der offensichtlich frühe Wintereinfall (haben bereits nachts 2 Grad) mehr als die Gaspreise.

Ist eben wie überall eine Reihe unglücklicher negativer Zufälle... explodierende Futterpreise, steigende Gaspreise, Verlust der Pauschalierung, Herabsetzung von 10,7% auf 9,5%, green deal schlägt ja mit den 4% Flächenstillegung auch irgendwie durch, das Chaos mit den Haltungsformen... Leerstandstage werden gefühlt tendenziell schon wieder erhöht...


Einzig positive, dass mir aktuell einfällt, sind gleichbleibender Konsum. Und natürlich die lächerliche Tatsache, dass der Düngerwert mehr steigt, als der Preis des Hähnchen...
Aber nicht zu mästen ist für dich keine Option?


Also für mich nicht!
Und ich kenne hier kaum jemand der den Stall leer lässt, vereinzelt mal ein Schweinemäster.
Da bekommt man von drei Leuten erzählt das so und so viele Plätze leer stehen und in Wirklichkeit reden alle von den selben!

Ich denke die meisten kaufen Gas nicht zu Tagespreisen, wir haben Gas zb fest bis 2024.
Die letzten Durchgänge die wir ausgewertet haben brachten immer noch einen positiven Deckungsbeitrag und das werden die nächsten auch tun (müssen)
sonst geht den Schlachthöfen wirklich der Rohstoff aus. Und die haben Verträge die erfüllt werden müssen!
Gestern nur von Rothkötter gehört das ALDI nicht bereit war zu laufenden Verträgen Zuschläge zu zahlen!

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Josef

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #160 am: 12. Oktober 2021, 09:38:06 »

War heute bei meinem Lehrbetrieb. Der hat den Hähnchenstall immer noch belegt. Bau war 1963 und seit dem lückenlos belegt.
Nachfolger hat mir erzählt, dass in den 60er Jahren oft 1 Mark pro Hähnchen Gewinn waren. 7000 Hähnchen, 1 Durchgang konnte man sich einen Opel Rekord kaufen. Bei 10.000 Stück entsprechend einen Mercedes. Wir sind weit davon abgekommen in den letzten 50 Jahren.

Kann mich als Kind ( muss so 1975-1980 ) gewesen sein das wir beim Nachbarn von meinem Onkel immer Küken geschaut haben ( Hähnchen ), aber die waren auf einmal wieder weg, lief dann doch wohl nicht so.  Später hat er Puten gemästet. Nach der Wende ging er in den Osten, heute hat er fertig! :runter1:
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Re: Hähnchenmast
« Antwort #161 am: 12. Oktober 2021, 10:47:48 »

In Sachen Futter hat sich inzwischen was aufgetan. Wahrscheinlich geht es für mich weiter. In meiner Kalkulation muss der Schlachtpreis im Dezember dann aber noch zulegen. Die Heizkosten bleiben bei mir ein unsicherer Faktor.
Ich werd mal Cobb probieren. Die geben wohl mehr Wärme ab.  ;)
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meinsherdamit

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #162 am: 12. Oktober 2021, 13:08:14 »


Ich denke die meisten kaufen Gas nicht zu Tagespreisen, wir haben Gas zb fest bis 2024.
Die letzten Durchgänge die wir ausgewertet haben brachten immer noch einen positiven Deckungsbeitrag und das werden die nächsten auch tun (müssen)
sonst geht den Schlachthöfen wirklich der Rohstoff aus. Und die haben Verträge die erfüllt werden müssen!
Gestern nur von Rothkötter gehört das ALDI nicht bereit war zu laufenden Verträgen Zuschläge zu zahlen!

Ja Deckungsbeitrag und Vollkosten sind so eine Sache... ;)
Hast du dann eine Einkaufsgemeinschaft, dass du bis 24 den Gaspreis festmachen konntest? Oder hast du direkt an der Gasleitung anschließen können?
Da geht bei uns garnichts, wenn man jedes Quartal mal 3.000 Liter Gas braucht.

Sieht man doch bei den Schweinen, dass sehr viel passieren muss, damit der "Rohstoff" ausgeht...
Nebenbei bauen die Leute ja immernoch Hähnchenställe wie blöd. Neuer Trend Bio, verstehe zwar heute noch nicht, wie das mit Haltungsform 4 läuft, wenn man sich die Ställe so ansieht...
« Letzte Änderung: 12. Oktober 2021, 13:10:46 von meinsherdamit »
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Re: Hähnchenmast
« Antwort #163 am: 12. Oktober 2021, 13:09:52 »

In Sachen Futter hat sich inzwischen was aufgetan. Wahrscheinlich geht es für mich weiter. In meiner Kalkulation muss der Schlachtpreis im Dezember dann aber noch zulegen. Die Heizkosten bleiben bei mir ein unsicherer Faktor.
Ich werd mal Cobb probieren. Die geben wohl mehr Wärme ab.  ;)

Ist Wärme aus Futter günstiger, als aus den anderen Energiequellen? ;)
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Josef

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Re: Hähnchenmast
« Antwort #164 am: 12. Oktober 2021, 20:12:13 »

In Sachen Futter hat sich inzwischen was aufgetan. Wahrscheinlich geht es für mich weiter. In meiner Kalkulation muss der Schlachtpreis im Dezember dann aber noch zulegen. Die Heizkosten bleiben bei mir ein unsicherer Faktor.
Ich werd mal Cobb probieren. Die geben wohl mehr Wärme ab.  ;)

Ist Wärme aus Futter günstiger, als aus den anderen Energiequellen? ;)

 ;D ;D sicher nicht!
Ich denke (ist ein Weilchen her das wir mal Cobb hatten) das die es wenig kälter mögen. Aber ich glaube kaum das man das am Gasverbräuchen merkt!
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