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Biologische Landwirtschaft => Sonstiges => Thema gestartet von: Christian2 am 01. Juni 2019, 12:44:28

Titel: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Christian2 am 01. Juni 2019, 12:44:28
Die CDU (Regierungspartei in S.-H-, Nds. und im Bund) ist bei der EU-Wahl von den Bauern zu 60 % gewählt worden, es scheint also der Großteil zufrieden zu sein!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: klausg am 01. Juni 2019, 12:51:08
Frei nach dem Motto - das kleinste Übel
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Stanky am 01. Juni 2019, 17:35:15
Moin,
Frei nach dem Motto - das kleinste Übel
genau so sieht das aus! Und das wissen die Hu... auch. ;)
Gruß
Frank
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: guest176 am 01. Juni 2019, 21:34:45
Frei nach dem Motto - das kleinste Übel
Ich denke "Pest oder kollera" trifft es besser !
Schon Mal die neuen Forsa Ergebnisse angeschaut ?
Wenn Sonntag Bundestagswahlen waren ziehen die grünen mit 27 an der Union vorbei !
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Frankenpower am 01. Juni 2019, 22:37:47
Frei nach dem Motto - das kleinste Übel
Ich denke "Pest oder kollera" trifft es besser !
Schon Mal die neuen Forsa Ergebnisse angeschaut ?
Wenn Sonntag Bundestagswahlen waren ziehen die grünen mit 27 an der Union vorbei !


wir werden uns darauf einstellen müssen, dass nun die Grüne Zukunft bald eintrifft.....

so wie es aussieht wird Frau Nahles am Dienstag ab(ge)treten, und die GROKO wohl sich (dann als Folge) ebenfalls bald erledigt haben, ich denke wir gehen im Herbst (zusammen mit den Österreichern) zur Bundestags-Wahl.

Im Nachblick gesehen.....hat Herr Lindner eine Pyrrus-Sieg errungen (mit seiner Blockade von Jamaika).....aber so konnten die Grünen sich außerhalb der Regierung (neu) aufstellen und abwarten bis sich die Merkel Regierung komplett verschlissen hat....(und wo blieb die FDP?....)

So wie es aussieht, ist Habeck näher am Kanzleramt als jeder andere derzeit dafür gehandelte Politiker (AKK, Scholz)

 https://www.meine-zeitschrift.de/einzelhefte/ratgeber-wissen/stern-23-2019.html

unglaublich.......
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Gast 225 am 01. Juni 2019, 23:16:51
Ich kann mir nicht vorstellen das den Wahlen in Deutschland noch Ernsthaftigkeit entgegen gebracht wird .
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Henrik am 02. Juni 2019, 06:18:31
Frei nach dem Motto - das kleinste Übel
Ich denke "Pest oder kollera" trifft es besser !
Schon Mal die neuen Forsa Ergebnisse angeschaut ?
Wenn Sonntag Bundestagswahlen waren ziehen die grünen mit 27 an der Union vorbei !


wir werden uns darauf einstellen müssen, dass nun die Grüne Zukunft bald eintrifft.....

so wie es aussieht wird Frau Nahles am Dienstag ab(ge)treten, und die GROKO wohl sich (dann als Folge) ebenfalls bald erledigt haben, ich denke wir gehen im Herbst (zusammen mit den Österreichern) zur Bundestags-Wahl.

Im Nachblick gesehen.....hat Herr Lindner eine Pyrrus-Sieg errungen (mit seiner Blockade von Jamaika).....aber so konnten die Grünen sich außerhalb der Regierung (neu) aufstellen und abwarten bis sich die Merkel Regierung komplett verschlissen hat....(und wo blieb die FDP?....)

So wie es aussieht, ist Habeck näher am Kanzleramt als jeder andere derzeit dafür gehandelte Politiker (AKK, Scholz)

 https://www.meine-zeitschrift.de/einzelhefte/ratgeber-wissen/stern-23-2019.html

unglaublich.......

Und wo am Ende ist das Problem ? Mit dem Antritt von Künast wurde schon das Ende der Landwirtschaft prognostiziert.
Sie kommen wenn es zu einer Wahl kommt in eine abflauende Konjunktour mit weniger Steuereinahmen. Dann müssen sie liefern. Dann werden sie auch unbequeme Entscheidungen treffen müssen.
Im übrigen sehe ich die Groko noch nicht am Ende. Warum sollten die meisten SPD und CDU Abgeordnete den Ast absägen ?
Linder hat trotzdem richtig gehandelt. Es wird ihm halt von der Presse übelgenommen. Dazu die konnte die Twitter Affäre Habeck nix anhaben.
Der Wähler nimmt den Volksparteien einfach übel das sie auch eine Minderheiten Politik machen und auf jede Randgruppe zugehen aber das Kernklientel aus den Augen verlieren.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 02. Juni 2019, 08:58:51
Und wo am Ende ist das Problem ?

Na eh. Du wirst dann einfach Biobauer und die Sache hat sich erledigt.
Ich empfehle jedem, den Umstieg auf ökologische Landwirtschaft mal durch zu rechnen. Dann hat man zumindest für den Fall der Fälle ein fertiges Konzept in der Schublade. 
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: guest176 am 02. Juni 2019, 09:17:20
Und wo am Ende ist das Problem ?

Na eh. Du wirst dann einfach Biobauer und die Sache hat sich erledigt.
Ich empfehle jedem, den Umstieg auf ökologische Landwirtschaft mal durch zu rechnen. Dann hat man zumindest für den Fall der Fälle ein fertiges Konzept in der Schublade.
Genau so ist es !
Habe ich im letzten Jahr schon gemacht , zu Bio noch eine extreme extensive Bewirtschaftung .
Also ganz plump gesagt maximale Prämienoptimierung .
Das Konzept steht , das einzige was mich (noch) davon abhält ist meine persönliche Einstellung , die sich mit zunehmender Zwangsokolosierung immer mehr ändert , denn den letzten beissen die Hunde !
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Stubbendiek am 02. Juni 2019, 23:55:57
Und wo am Ende ist das Problem ?

Na eh. Du wirst dann einfach Biobauer und die Sache hat sich erledigt.
Ich empfehle jedem, den Umstieg auf ökologische Landwirtschaft mal durch zu rechnen. Dann hat man zumindest für den Fall der Fälle ein fertiges Konzept in der Schublade.

Der Umstieg auf Bio ist überhaupt keine Alternative. Alleine die Mehrarbeit und die Kosten der Arbeitserledigung bringen alles um. Als Nische für den der eine eigene Vermarktung und der Lust hat mehr zu arbeiten und Probleme die einfach zu lösen sind komplizierter zu lösen, ist das sicher richtig. Aber nicht für viele und schon garnicht für alle.
Über die Problem Flächenverbrauch und ähnliches wurde schon genug geschrieben.

Vor 20 jahren war hier der Trend zur Outdoor Sauen und Schweinehaltung. Da gibts nur noch die die wissen das sie sowieso bald altersbedingt aufgeben. Die anderen haben schon geschmissen. In der Industrie wird jeden Tag daran gearbeitet das jede Minute Arbeitszeit effektiver genutzt wird und wir fangen wieder an  Personen mit 15 € Stundenlohn  Unkraut hacken zu lassen. Und wissen nicht woher die kommen sollen.

Ausnahmen bestätigen die Regel, aber Geld wird nur verdient mit Menge x Deckungsbeitrag. Hoher Deckungsbeitarg x kleine Menge reicht nicht und hohe Menge x kleiner DB auch nicht. Im Bio Ackerbau mag es ja mit manchen Früchtarten mit Bio klappen, aber der Königsweg sieht anders aus.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Henrik am 03. Juni 2019, 09:27:59
Und wo am Ende ist das Problem ?

Na eh. Du wirst dann einfach Biobauer und die Sache hat sich erledigt.
Ich empfehle jedem, den Umstieg auf ökologische Landwirtschaft mal durch zu rechnen. Dann hat man zumindest für den Fall der Fälle ein fertiges Konzept in der Schublade.

Jetzt ist in meinen Augen der Zeitpunkt verpasst. Am besten immer antizyklisch handeln.Hier sind die Termine mit Umstellung auf Bio voll. Wer soll die Ware am Ende abnehmen und wo soll das Geld nachher her kommen? Ohne nachhaltiges Konzept und nur auf die Prämie setzen, kannst vergessen. Bio ohne Kooperation mit Tierhaltung ist schwierig bis unmöglich auf Dauer.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 03. Juni 2019, 09:58:07
Ich meine das in dem Sinn, dass es irgendwann einen gewissen politischen Zwang zur ökologischen Landwirtschaft gibt.
So, wie derzeit oft schon angekündigt - Wegfall der Basisprämie, Geld nur mehr für definierte "ökologische" Leistungen.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Ansgar am 03. Juni 2019, 10:27:16
Lest Euch doch nur mal die Marktberichte der DEU Eiervertriebsgesellschaft durch - die sprechen Bände! Hier mal ein Auszug aus der 19. KW:

Die üblichen und turnusgemäßen langfristig geplanten Ausstallungen nach Ostern werden zu einer Marktentlastung beitragen. Bisher blieb für überschüssige Eier oftmals nur der Weg in die Eiproduktenindustrie, die sich grundsätzlich aufnahmefähig zeigte. Eier aus Boden- und Freilandhaltung finden einen Abnehmer, sofern Verkäufer zu Zugeständnissen bereit sind. Bei Eiern aus Biohaltung sieht die Eier-Welt da schon anders aus. Aktuell auf dem freien Markt kaum verkäuflich. Sofern dann doch ein Abnehmer gefunden wurde, kann das dem Verkäufer schon die Tränen in die Augen treiben.

Das soll die Zukunft sein? Alle wollen nur noch Bio?  :o
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: JD8200 am 03. Juni 2019, 10:51:58
Natürlich wollen alle Verbraucher Bio das steht ja wohl außer Diskussion. Zahlen will der Normal Verbraucher aber nicht dafür soviel ist auch klar. Und was passiert wenn alle auf Bio umstellen ist ja wohl auch klar dann haben wir Prämientechnisch gesehen alle den gleichen Stand und der wird viel näher an der jetzigen Basisprämie liegen und sicher nicht dort wo die jetzige "Bioprämie" liegt.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 03. Juni 2019, 11:51:15
Zumindest in meiner Gegend wird ordentlich auf Bio umgestellt. Was man so hört ist hier der Landkreis Erding, Freising, Dachau und Fürstenfeldbruck gerade richtig auf dem Vormarsch. Umsteller sind nicht mehr die kleinen Betriebe. Zumindest hier im Zentrum des LK Erding sind es gerade die größeren Betriebe, ähnliches höre ich auch von den anderen Landkreisen.

Ich bin gespannt bis der größere Schwung den Biostatus hat und die Ware auf den Markt kommt. Auch nehme ich an, dass die derzeitige Höhe der Bioprämie so nicht gehalten wird wenn die Fläche weiter steigt. Irgendwann wird eben die Basis- und/oder Bioprämie gekürzt.

Die konventionelle Landwirtschaft wird aber auch in Zukunft immer weiter in die Bioschiene gedrückt. Ich bin gespannt wie viele Pflanzenschutzmittel und Beizen überhaupt eine Verlängerung erhalten und unter welchen Umständen (nochmals höhere Auflagen bei der Anwendung und Co.)
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 03. Juni 2019, 11:52:57
Natürlich wollen alle Verbraucher Bio das steht ja wohl außer Diskussion.

Tut es das?

Wie ist das denn z.B. mit Obst, dessen Optik nicht dem Schönheitsideal(?) entspricht?

Oder mit der Verfügbakeit aller Leckereien, das ganze Jahr über?

Wenn man über "Bio" spricht, muß man gleichermassen auch über Nachhaltigkeit sprechen, sonst macht es imho keinen Sinn.

Und da bin ich mir mehr als unsicher, ob der Verbraucher diskussionslos Bio will.

Wo es aber keinesfalls so ist, das ist eben dort, wo das Auge gerne mitessen würde - aber das ist (unter anderem) Bio!

Ich betone es immer wieder: ich ziehe den Hut vor den Kollegen, gönne jedem das Einkommen, das er darüber generiert, habe aber starke Zweifel, ob die Welt wirklich biologisch ernährt werden will - "die Welt" weiß doch garnicht, was das letztlich alles mit sich bringen würde.. - ich in Summe auch nicht, aber grobe Ideen dazu habe ich schon.

Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Henrik am 03. Juni 2019, 12:18:07
Ich meine das in dem Sinn, dass es irgendwann einen gewissen politischen Zwang zur ökologischen Landwirtschaft gibt.
So, wie derzeit oft schon angekündigt - Wegfall der Basisprämie, Geld nur mehr für definierte "ökologische" Leistungen.

Wieso irgendwann? Das läuft doch schon länger so. Ich beobachte das schon, verfolge auch schon das überall viele Umstellen oder sich Gedanken machen, vornehmlich wegen der Prämie. Ich habe nur die letzten Jahre beobachtet wenn man macht was die Politik will, dann kann es morgen auch wieder vorbei sein. Und jetzt so nach dem Motto Windhundprinzip umstellen ist nicht meins.

Das wir zukünftig vielleicht eher Komposttee und EM mit der Spritze ausbringen als "normale PSM Mittel" zeigt sich doch auch schon länger. Horsch steckt doch auch mehr Geld in die Entwicklung von Hacken als von Feldspritzen.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: JD8200 am 03. Juni 2019, 16:01:27
Natürlich wollen alle Verbraucher Bio das steht ja wohl außer Diskussion.

Tut es das?

Wie ist das denn z.B. mit Obst, dessen Optik nicht dem Schönheitsideal(?) entspricht?

Oder mit der Verfügbakeit aller Leckereien, das ganze Jahr über?

Wenn man über "Bio" spricht, muß man gleichermassen auch über Nachhaltigkeit sprechen, sonst macht es imho keinen Sinn.

Und da bin ich mir mehr als unsicher, ob der Verbraucher diskussionslos Bio will.

Wo es aber keinesfalls so ist, das ist eben dort, wo das Auge gerne mitessen würde - aber das ist (unter anderem) Bio!

Ich betone es immer wieder: ich ziehe den Hut vor den Kollegen, gönne jedem das Einkommen, das er darüber generiert, habe aber starke Zweifel, ob die Welt wirklich biologisch ernährt werden will - "die Welt" weiß doch garnicht, was das letztlich alles mit sich bringen würde.. - ich in Summe auch nicht, aber grobe Ideen dazu habe ich schon.


Ja ich denke der Verbraucher will Bio aber nur auf dem Papier oder wenn er gefragt wird. Steht er dann vor dem Regal will er das billigere oder das schönere egal ob das Bio ist oder nachhaltig.

Super Beispiel, meine Frau hat von Ihren Arbeitskollegen einen Baum geschenkt bekommen. Die haben mich angerufen was wir gerne hätten. Wir wollen schon länger einen Pfirsich. Gäbe es da nicht das Problem "Kräuselkrankheit". Aber es gibt ja unempfindliche Sorten. Beim Telefonat mit der Baumschule wollte die mir aber partout keinen Pfirsich, Aprikose usw. verkaufen da die Früchte Punkte bekommen und nicht schön sind. Ich habs dann aufgegeben und meine Frau hat nun einen Kiwi.
Meine Schwiegereltern haben einen Aprikosenbaum natürlich bekommen die Früchte Punkte aber das stört geschmacklich überhaupt nicht.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 03. Juni 2019, 16:06:25
Dabei wäre die Kräuselkrankheit leicht mit einem Triazol bekämpfbar.

Bin in letzter Zeit von den örtlichen Baumschulen auch schlecht beraten worden. Wir bestellen jetzt online.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 03. Juni 2019, 16:32:24
Natürlich wollen alle Verbraucher Bio das steht ja wohl außer Diskussion.

Tut es das?


Ja ich denke der Verbraucher will Bio aber nur auf dem Papier oder wenn er gefragt wird.

Dieser kleine, schnell zu überlesende Satz birgt nur leider für uns einen essentiellen Unterschied in unserem Sein.

Entscheident ist die Realität - erst wenn das in einer Diskussion verstanden wurde, macht es überhaupt Sinn, miteinander weiter zu reden.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 16. Juli 2019, 12:54:48
Insgesamt schwierige Marktaussichten. Die Lagerbestände.  :o

https://www.topagrar.at/ackerbau/news/preise-fuer-bio-getreide-sinken-11576855.html
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Heico am 16. Juli 2019, 15:39:39
Ich behaupte mal frech, dass es keine Übermengen in D gibt. Es kommt jede Menge Getreide aus dem Ausland (SO Europa), weil den Mästern unser heimisches Getreide zu teuer ist.
Und dass den Mästern die Preise für Getreide zu hoch sind, hat damit zu tun, dass sich der Bio-Fleischpreis seit Jahrzehnten auf einem extrem niedigen Niveau gebildet hat und so geblieben ist.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Ansgar am 16. Juli 2019, 23:17:38
Aber Hauptsache uns Landwirten wird eingetrichtert, dass wir künftig auf biologische Bewirtschaftung umstellen sollen, weil das die Zukunft sei. Erst gestern noch ist im TV von dem dem ehemaligen Monitor-Redakteur und mittlerweile greisen Ökofanatiker Alt zur besten Sendezeit die Forderung in den Raum geworfen, dass mindestens 30 % Ökolandbau erstrebenswert sein sollten. :stupid:
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 16. Juli 2019, 23:33:47
Ich behaupte mal frech, dass es keine Übermengen in D gibt. Es kommt jede Menge Getreide aus dem Ausland (SO Europa), w

ist so, kann ich bestätigen, zum teil kommts aus ländern die eigentlich getreide kaufen ....

mich kotzt am meisten dieses rezertifiziern der verbände an, hauptsache immer für vollen nachschub sorgen
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Stefan81 am 17. Juli 2019, 06:05:34
Ein anderes riesen Problem ist in Bio gute und billige Leute für die Unkrautbekämpfung zu finden. Die normalen Standardkulturen versprechen keine guten Ergebnisse und für Spezialkulturen fehlen die Erntehelfer und Unkrautbekämpfer. Wenn jetzt der Anteil verdoppelt werden soll, von wo sollen dann die Leute her kommen?
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BauerJosef am 17. Juli 2019, 06:54:07
2 Dinge die mich stören

1. Bio heisst nicht automatisch nachhaltig oder gar "regenerativ" (ich weiss, ein neues Modewort...). Weder das Ökosystem noch der Boden selbst werden automatisch besser durch biologische Bewirtschaftung. Ich seh einen Herbizideinsatz als ökologisch sinnvoller an als 2 Striegel und 3 Hackdurchgänge. Meine Meinung: es ist doch besser, ein oder zweimal im Jahr mit einem ordentlichen Kater aufzuwachen (verglichen mit einem Herbizideinsatz) als 5 mal im Jahr das Haus neu zu bauen weil es eingerissen wurde.

2. Die Art der konventionellen Landwirtschaft die sich die letzten Jahrzehnte entwickelt hat, fußt zum Großteil auf Wissenschaft. Die hat aber in Zeiten von emotionaler NGO Panikmache keine Chance mehr und wir entwickeln uns zurück. In allen Lebensbereichen versuchen wir uns weiterzuentwickeln. Aber die LW soll ein paar schritte zurück gehen?
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: ulli am 17. Juli 2019, 07:32:19
In allen Lebensbereichen versuchen wir uns weiterzuentwickeln. Aber die LW soll ein paar schritte zurück gehen?

Genau das ist der Punkt: Es geht glaube ich weniger um Bio oder Konvi als darum, das wir gefälligst für die romantisch-verklärten Gefühle der Stadtbevölkerung herhalten sollen. Wahrscheinlich ist es "besser", mit einem Gespann aus zwei Ochsen und nem Kastenstreuer in Holzschuhen Mineraldünger zu verteilen, als wenn der Bio mit nem 300 PS Schlepper und moderner Technik die Aussaat erledigt oder mit GPS hacken fährt...
Wenn man aufs Land fährt, dann hat das gefälligst auszusehen wie 1840, denn: Auf dem Land ist die Welt ja noch in Ordnung  :rolleyes:

Problem ist nur: Soviel kann mir keiner bezahlen, das ich dieses Show liefere, egal ob Konvi oder Bio!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Merkur am 17. Juli 2019, 07:58:39
Schönes Beispiel für die "Verlogenheit" der Verbraucher ist Lidls Geschichte mit den fair trade gehandelten Bananen.

https://www.wiwo.de/unternehmen/handel/doch-nicht-nur-faire-bananen-wie-fairtrade-trotz-lidls-bananen-flop-weiter-wachsen-soll/24368982.html
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Frankenpower am 17. Juli 2019, 08:30:16
Bio hin oder her.....

nicht alles im Bioanbau ist schlecht....durch den Bioanbau ist mit Sicherheit auch manches Querdenken in die Landwirtschaft als solches hineingetragen worden, was durchaus sinnvoll ist...immer nur den vorgegebenen Weg weiter gehen, das führt auch in eine Sackgasse.

Problematischer wird es, wenn wir uns mit dem Markt beschäftigen....dieser gibt in D einfach nicht die 30% Absatz her, da ist die Abstimmung an der Ladentheke eindeutiger als an der Wahlurne.

Darüber hinaus haben wir da noch ein Problem....die "Pfiffigen" im Ausland haben schon länger entdeckt, dass wir in DE eben einen Biotrend haben. Wenn der Bioweizen hier 40 Euro (Beispiel) kostet, dann sind 2 Euro Fracht je dt halt nur 5 % des Warenwertes. Bei Konvi. Weizen mit 16 Euro sind es halt dann gleich 12,5 %.
Noch krasser ist es bei Produkten wie Milch.....da ist der Transportkostenaufwand im Vergleich zum Warenwert noch geringer....
Somit ist der Hebel Bio-Ware hier her zu exportieren immer ein recht hoher, da es genug Regionen in Osteuropa gibt, die aufgrund ihrer natürlichen Rahmenbedingungen und Strukturen (und Nutzungkosten Boden) billiger produzieren können als wir es. Die großen Verlierer des "Biobooms" sind letztlich die Biobauern, die schon lange (aus "Überzeugung") ihre Betriebe umgestellt haben.....Wenn die nicht Nieschen (Spezialitäten und Direktvermarktung) haben, dann gehen die genauso unter, wie der Rest der dt. Landwirtschaft.

Bio und Regionalität wäre noch ein Option dagegen zu steuern, aber wieviel Verbraucher interessiert wirklich konkret wo das schön verpackte Produkt mit Biosiegel denn wirklich her kommt?

Umstellung auf Bio (habe ich auch lange durchgespielt für meinen Betrieb)...bedeutet für mich
+ ich bin wieder ein GUTER!
+ ich habe eine besondere Herausforderung (das hat schon irgendwie einen Reiz...)

- erhebliche Investitionen (Änderung Drilltechnik, Hacken, "Pflegeschlepper"...) ---- das freut vorallem die Industrie (warum schwenkt z .B. Horsch da auch um?....da kommt ein großer Markt...)
- sehr große Unsicherheit am Markt (meiner Meinung nach werden die Preise für Ware mit guten Qualitäten als "Leuchtturmpreise" bleiben, nur wird es keiner schaffen diese LeuchtturmWerte zu erreichen....da ein bisschen DON, dort ein bisschen Besatz, da zu wenig Protein, dort zuviel Mutterkorn.....die Ware wird gehandelt werden.....nur nicht zu den Preisen wie es uns die Bioland-Standartdeckungsbeiträge als Verkaufspreis suggerieren)

Wir brauchen uns nichts vormachen, die meisten Betriebe die sich nun wie wild auf Bio schmeißen...die werden in ein paar Jahren vor einem Scherbenhaufen stehen....Vor dem Scherbenhaufen stehen wir (Landwirtschaft) aber schon länger.....es wird halt irgendwie mit Hilfe von noch mehr Kapitalvernichtung versucht die Katastrophe hinauszuzögern...

Die DE-Landwirtschaft hängt am Tropf....und wird davon auch nicht mehr wegkommen. Ein Teufelskreis.


 


Titel: zukünftig Bauer! Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: granola am 17. Juli 2019, 08:54:30
@ stubbendiek: volle Zustimmung, wer Dich kennt weiss das Du das aus erfErfahrung und nicht vom warmen Sofaplatz herunter schreibst!

Nach dem Besuch bei unserem Freund farming.ch im Anschluss an einen von der abnehmenden Hand finanzierten Bioackerbautag in der Schweiz habe ich mich gefragt wohin dieser Weg führt. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, und was mir von den Schweizer Kollegen berichtet wurde ist genau der Weg den hier viele beschreiten. Immer mehr Abhängigkeit von staaatlichen Zahlungen und Vorgaben, immer weniger Produkte der Gesellschaft anbieten und die angeblich geschlossenen Kreisläufe erhalten Inputs die jeder Insider schon lange kennt.
Schlimm für Bauern die aus Überzeugung und mit Ehrlichkeit schon lange Ökolandbau produzieren, denen die Märkte und Fördermittel von Kollegen mit Negativmotivation strittig gemacht werden.
Bio als Notnagel, Betriepsperspektive aus Negativprognosen heraus? Sorry, ich bin nicht "auf der Flucht"!
Sehr hilfreich war für mich das Buch "Die Ignoranten" . Da ist einer in die selbe uralte landwirtschaftrliche Kultur eingestiegen in die ich gerade Zeit und Geld investiere, er betreibt es sogar Bio aber er verwendet weder Siegel noch Zertifikate.
Und versucht mal eine Flasche von Richard Leroux zu kaufen....
Macht Euch nicht abhängig von Halm, Ku-schlapp und wie die Prämien alle heissen mögen; last euch nicht von coop und Lidl erzählen wie Ihr produzieren sollt.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Henrik am 17. Juli 2019, 08:55:43
Bio hin oder her.....

nicht alles im Bioanbau ist schlecht....durch den Bioanbau ist mit Sicherheit auch manches Querdenken in die Landwirtschaft als solches hineingetragen worden, was durchaus sinnvoll ist...immer nur den vorgegebenen Weg weiter gehen, das führt auch in eine Sackgasse.

Problematischer wird es, wenn wir uns mit dem Markt beschäftigen....dieser gibt in D einfach nicht die 30% Absatz her, da ist die Abstimmung an der Ladentheke eindeutiger als an der Wahlurne.

Darüber hinaus haben wir da noch ein Problem....die "Pfiffigen" im Ausland haben schon länger entdeckt, dass wir in DE eben einen Biotrend haben. Wenn der Bioweizen hier 40 Euro (Beispiel) kostet, dann sind 2 Euro Fracht je dt halt nur 5 % des Warenwertes. Bei Konvi. Weizen mit 16 Euro sind es halt dann gleich 12,5 %.
Noch krasser ist es bei Produkten wie Milch.....da ist der Transportkostenaufwand im Vergleich zum Warenwert noch geringer....
Somit ist der Hebel Bio-Ware hier her zu exportieren immer ein recht hoher, da es genug Regionen in Osteuropa gibt, die aufgrund ihrer natürlichen Rahmenbedingungen und Strukturen (und Nutzungkosten Boden) billiger produzieren können als wir es. Die großen Verlierer des "Biobooms" sind letztlich die Biobauern, die schon lange (aus "Überzeugung") ihre Betriebe umgestellt haben.....Wenn die nicht Nieschen (Spezialitäten und Direktvermarktung) haben, dann gehen die genauso unter, wie der Rest der dt. Landwirtschaft.

Bio und Regionalität wäre noch ein Option dagegen zu steuern, aber wieviel Verbraucher interessiert wirklich konkret wo das schön verpackte Produkt mit Biosiegel denn wirklich her kommt?

Umstellung auf Bio (habe ich auch lange durchgespielt für meinen Betrieb)...bedeutet für mich
+ ich bin wieder ein GUTER!
+ ich habe eine besondere Herausforderung (das hat schon irgendwie einen Reiz...)

- erhebliche Investitionen (Änderung Drilltechnik, Hacken, "Pflegeschlepper"...) ---- das freut vorallem die Industrie (warum schwenkt z .B. Horsch da auch um?....da kommt ein großer Markt...)
- sehr große Unsicherheit am Markt (meiner Meinung nach werden die Preise für Ware mit guten Qualitäten als "Leuchtturmpreise" bleiben, nur wird es keiner schaffen diese LeuchtturmWerte zu erreichen....da ein bisschen DON, dort ein bisschen Besatz, da zu wenig Protein, dort zuviel Mutterkorn.....die Ware wird gehandelt werden.....nur nicht zu den Preisen wie es uns die Bioland-Standartdeckungsbeiträge als Verkaufspreis suggerieren)

Wir brauchen uns nichts vormachen, die meisten Betriebe die sich nun wie wild auf Bio schmeißen...die werden in ein paar Jahren vor einem Scherbenhaufen stehen....Vor dem Scherbenhaufen stehen wir (Landwirtschaft) aber schon länger.....es wird halt irgendwie mit Hilfe von noch mehr Kapitalvernichtung versucht die Katastrophe hinauszuzögern...

Die DE-Landwirtschaft hängt am Tropf....und wird davon auch nicht mehr wegkommen. Ein Teufelskreis.

Ja sehe ich ähnlich. Nur wird der tropf demächst eher leerer als voller werden, und das wird am Ende alle treffen. Den Strukturwandel wird es nur beschleunigen, so traurig wie das ist!
Titel: Re: zukünftig Bauer! Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 17. Juli 2019, 09:17:29
@ stubbendiek: volle Zustimmung, wer Dich kennt weiss das Du das aus erfErfahrung und nicht vom warmen Sofaplatz herunter schreibst!

Nach dem Besuch bei unserem Freund farming.ch im Anschluss an einen von der abnehmenden Hand finanzierten Bioackerbautag in der Schweiz habe ich mich gefragt wohin dieser Weg führt. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, und was mir von den Schweizer Kollegen berichtet wurde ist genau der Weg den hier viele beschreiten. Immer mehr Abhängigkeit von staaatlichen Zahlungen und Vorgaben, immer weniger Produkte der Gesellschaft anbieten und die angeblich geschlossenen Kreisläufe erhalten Inputs die jeder Insider schon lange kennt.
Schlimm für Bauern die aus Überzeugung und mit Ehrlichkeit schon lange Ökolandbau produzieren, denen die Märkte und Fördermittel von Kollegen mit Negativmotivation strittig gemacht werden.
Bio als Notnagel, Betriepsperspektive aus Negativprognosen heraus? Sorry, ich bin nicht "auf der Flucht"!
Sehr hilfreich war für mich das Buch "Die Ignoranten" . Da ist einer in die selbe uralte landwirtschaftrliche Kultur eingestiegen in die ich gerade Zeit und Geld investiere, er betreibt es sogar Bio aber er verwendet weder Siegel noch Zertifikate.
Und versucht mal eine Flasche von Richard Leroux zu kaufen....
Macht Euch nicht abhängig von Halm, Ku-schlapp und wie die Prämien alle heissen mögen; last euch nicht von coop und Lidl erzählen wie Ihr produzieren sollt.
Du schreibst sehr viel Richtiges! Bio war früher eben etwas für "Pioniere", mussten sich um den Anbau aber auch um die Vermarktung kümmern. Damals gab es eben noch keine Biosupermärkte oder Biomarken im Supermarkt. Beides hat sich bereits geändert. Für die biologische Landwirtschaft gibt´s heute Maschinen, KnowHow, und Vermarktungslösungen. Wenn man möchte sogar alles aus einer Hand. Dadurch springen eben immer mehr auf den Zug auf und aus einer Nische ist eben ein Massenprodukt geworden. Das Massenprodukt "Bio"  unterliegt aber eben den gleichen Zwängen wie konventionelle Produkte. Der Preis wird in den nächsten Jahren sicher abschmieren. Fraglich ist eben ob sich das durch bessere Technik und dadurch steigende Erträge kompensieren lässt?!
Meiner Meinung nach sind zu viele (Bio und Konvi) Schafe, gehen den Weg des geringsten Widerstands. Hier im Forum aber auch am "Stammtisch" geht es nur um Steigerung der Effizienz, also mehr Fläche mit weniger Aufwand bewirtschaften bzw. noch ein wenig Ertrag heraus zu kitzeln. Wenn ich in de realen Welt sehe mit wie viel Kapitaleinsatz nur minimale Verbesserungen erreicht werden, dann komme ich wirklich ins Grübeln. Warum nicht die Seite der Vermarktung angehen? Die Vermarktung spielt in allen Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben die zentralste Rolle. Warum nicht in der Landwirtschaft?
Titel: Re: zukünftig Bauer! Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: DerJo am 17. Juli 2019, 10:35:58
last euch nicht von coop und Lidl erzählen wie Ihr produzieren sollt.

Darum wird leider kein Weg herum führen.

Wir können nicht auf Dauer gegen die gesellschaftliche Stimmung produzieren.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 17. Juli 2019, 10:43:02
Wurde imho viel richtiges geschrieben hier.

Warum ich nicht umstellen will/würde?

Weil es mir einfach zu riskant ist - noch riskanter, als Konvi zu bleiben.

Ich würde mich in völlig neues, unbekanntes Fahrwasser begeben, müsste Investitionen in unbekannte Technik tätigen, Vermarktung neu aufbauen und organisieren und das alles in einen Markt, dem in Kürze das gleiche blüht wie dem, in dem ich mich wenigstens auskenne? Und last but not least hätte ich einfach keinen Spaß daran - das alleine (wobei genau das eigentlich einer der wichtigsten Faktoren zum Erfolg ist!) wird vielen anderen schon das Genick brechen, die den Wechsel zu Bio als letzten Anker gewählt haben.

Nene, lass man gut sein...

Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Ansgar am 17. Juli 2019, 11:11:27
Wurde imho viel richtiges geschrieben hier.

Warum ich nicht umstellen will/würde?

Weil es mir einfach zu riskant ist - noch riskanter, als Konvi zu bleiben.

Ich würde mich in völlig neues, unbekanntes Fahrwasser begeben, müsste Investitionen in unbekannte Technik tätigen, Vermarktung neu aufbauen und organisieren und das alles in einen Markt, dem in Kürze das gleiche blüht wie dem, in dem ich mich wenigstens auskenne? Und last but not least hätte ich einfach keinen Spaß daran - das alleine (wobei genau das eigentlich einer der wichtigsten Faktoren zum Erfolg ist!) wird vielen anderen schon das Genick brechen, die den Wechsel zu Bio als letzten Anker gewählt haben.

Nene, lass man gut sein...


Deswegen tätige ich auch immer die Aussage: "Bio ist der Einstieg in den Ausstieg! "
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: NobbyNobbs am 17. Juli 2019, 11:29:06
Ich meine, das ist auch alles ein Chance. Ich würde es letztendlich irgendwann nicht aus Überzeugung tun, sondern weil ich einfach "gelb" bin und die Fahne in den Wind hänge, wenn ich daraus Kapital schlagen kann. Dann mache ich den ganzen Zirkus eben irgendwann mit und bin nur noch auf dem Papier Landwirt. Das ist zwar DIE Abzocke am Steuerzahler schlechthin, aber es ist ja so gewollt.
Wenn ich einfach nur nichts machen, außer alle Programme mitmachen, würde, dann könnte ich davon leben. Ohne:

- Risiko
- Stress
- Sorgen
- Mühen

Je nach dem wie sich bei mir alles andere entwickelt, kann das irgendwann Realität werden.
Rein wirtschaftlich wäre es vielleicht sogar fast sinnvoll. Der Grund ist einfach nur: Ich mache gerne richtigen Ackerbau und bin mit Herz dabei. Ruhiger hätte ich es aber wahrscheinlich anders.
Was ich definitiv niemals machen würde, wäre sowas wie Bioackerbau. Also entweder "richtig" wie bisher oder eben alles maximal arbeitsextensiviert und prämienoptimiert.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: NobbyNobbs am 17. Juli 2019, 11:33:06
Vor allem: Man kann alle Maschinen verkloppen, muss nichts investieren oder riskieren. Man braucht keine Leute mehr beschäftigen, nichts...ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt noch ein Gebäude oder eine Klamotte darumstehen hätte. Einfach alles verballern, den Aufwuchs ab Feld verkaufen, das sollte die Pachten decken. Ansonsten nur schauen, dass man von der Prämie nichts betrieblich ausgibt. Steuern abziehen und fertig. Beste Leben.  ;D Geht schon.
Ab jetzt unterstütze ich einfach die Grünen an allen Fronten, dass sie noch mehr Schwachsinnsprogramme aus dem Boden stampfen und mich für's Nichts-Tun fürstlich entlohnen.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Georg am 17. Juli 2019, 11:44:28
Eigentlich vieles richtig wie genauso falsch was zu diesem Thema hier geschrieben wird.

Ich hab genau zu diesem Thema 1982 meine Meisterarbeit geschrieben. Einfach weils mich damals brennend interessiert hat.

Thema war: Die Wirtschftlichkeit der Umstellung eines Fränkischen Vollerwerbsbetreibes auf Bio.

Ich hab mir letzten Sonntag die Arbeit wieder mal durchgelesen....

Wenn man ein paar Zahlen auf den heutigen Stand anpassen würde, gilt die Arbeit noch heute zu 100%

Um es kurz zu machen hier mein Schlusssatz der Arbeit:

Ein Betrieb, der am Rande des Existenzminimums steht, wird mit der Umstellung auf Bio wird mit großer Wahrscheinlichkeit noch schneller am Ende sein.
Ein gut laufender Betrieb, wird mit der Umstellung auf Bio mit großer Wahrscheinlichkeit noch wirtschaftlicher sein.

Ich hatte in der Arbeit sehr viele Faktoren mit einfließen lassen. Bodenqualität des Betreibes, Infrstruktur, kaumännisches Verständis der Betreibsleiter etc. etc.

Fakt ist halt, in den letzen ca 30 Jahren konnte man mit einem guten Chmieindustrieberater und entsprechender Landtechnik sehr viele "Unzulänglichkeiten" kompensieren..... Wichtig war halt das man das Variogetriebe richtig bedienen konnte und die richtige Menge Chemischer Mittel so gut wie möglich gut auf dem Feld verteilt hat.

Im Moment, und das war mein Eindruck auf den Ökofeldtagen, wird vielen Landiwrten von der Industrie versucht glaubhaft zu machen, wenn man 50 000 Euro für eine Hackmaschine und nochmals 20 000 EUro für ein RTK Lenksystem investiert, dann ist man für die Zukunft ein Biolandwirt....
Naja, wer´s denn glaubt kommt eventuell auch in den Himmel.....?!?!?
Fest steht: Organische Biolandiwrtschft ist oder erfordert halt ein bisschen mehr wie Felgenfarben und irgend ein "Bodenkratzgerät"....
Und weil nun Firmen wie Lemken, Amazone, Horsch und wie sie alle heisen auch "Bodenkratzer", optimiert für die "organische Biopflanzenproduktion" anbieten, heißt das noch lange nicht, das damit dann auch der organische Pflanzenbau für jeden passt und auch wirtschaftlich funktioniert.

Mein Rat: Wenn jemand in erster Linie daran spass hat, das der nächste Shclepper noch schönere Felgen und noch mehr PS, eine noch höher technisierte Kabine, noch dickere Reifen hat, das neu Anbaugerät noch breiter ist, der soll sich das mit der Umstellung auf organischen Biopflanzenproduktion gut überlegen!

BioäPflanzen udn Tierproduktion ist zu mindestens 50% Vermarktung der Produkte, und mindestens 40% planzliche und tierische Produktionskenntnisse. Landtechnik und "Variokentnisse" sind nur 10 % oder besser gesagt ein leider notwendiges "Übel"!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: johndeere820 am 17. Juli 2019, 11:47:59
Wie vernünftig ist es auf biologische Landwirtschaft umzustellen, wenn doch die konventionelle Landwirtschaft eh in Richtung Bio gelenkt wird? Oder jetzt schon umstellen und mit einigermaßen brauchbaren Preisen und der Förderung bzw. Prämie jetzt schon Erfahrung sammeln bevor die breite Masse quasi Bio produziert. Die Frage ist ja, wo liegt der Wert von Bioprodukten, wenn tatsächlich 30 % oder mehr Bio produzieren?! Scheinbar sind ja jetzt schon wenige Konsumenten bereit, einen Mehrpreis für Bioprodukte zu zahlen.

Eigentlich wäre es ja mal interessant zu wissen, welche Landwirte konventionelle oder Bioprodukte kaufen und vor allem welche Produkte das sind. Also kauft ihr Bioprodukte, wenn ja welche und warum?

Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: NobbyNobbs am 17. Juli 2019, 11:52:02
Also kauft ihr Bioprodukte, wenn ja welche und warum?

dein Ernst? "Bio ist für mich Abfall"
https://www.youtube.com/watch?v=-Pif_KwkPVI
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 17. Juli 2019, 11:59:04


Eigentlich wäre es ja mal interessant zu wissen, welche Landwirte konventionelle oder Bioprodukte kaufen und vor allem welche Produkte das sind. Also kauft ihr Bioprodukte, wenn ja welche und warum?
Spielt das eine Rolle? Bio kann genauso gut/schlecht sein wie konventionelle Produkte. Das kann man pauschal nicht am System fest machen sondern eher wie es verarbeitet wurde. Natürlich sollte man hinter "seinem" System stehen. Wenn ich mich als konventioneller Landwirt nicht traue konventionelle Produkte zu kaufen weil ich Angst vor Pflanzenschutzmitteln habe, dann sollte ich mich auch fragen warum ich das noch so produziere. Anders herum sollte auch jeder Biolandwirt, der hinter dem System steht, auch Bioprodukte vorziehen ;-). Ich esse beides.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: johndeere820 am 17. Juli 2019, 12:00:57
Fakt ist halt, in den letzen ca 30 Jahren konnte man mit einem guten Chmieindustrieberater und entsprechender Landtechnik sehr viele "Unzulänglichkeiten" kompensieren..... Wichtig war halt das man das Variogetriebe richtig bedienen konnte und die richtige Menge Chemischer Mittel so gut wie möglich gut auf dem Feld verteilt hat.

Im Moment, und das war mein Eindruck auf den Ökofeldtagen, wird vielen Landiwrten von der Industrie versucht glaubhaft zu machen, wenn man 50 000 Euro für eine Hackmaschine und nochmals 20 000 EUro für ein RTK Lenksystem investiert, dann ist man für die Zukunft ein Biolandwirt....
Naja, wer´s denn glaubt kommt eventuell auch in den Himmel.....?!?!?
Fest steht: Organische Biolandiwrtschft ist oder erfordert halt ein bisschen mehr wie Felgenfarben und irgend ein "Bodenkratzgerät"....
Und weil nun Firmen wie Lemken, Amazone, Horsch und wie sie alle heisen auch "Bodenkratzer", optimiert für die "organische Biopflanzenproduktion" anbieten, heißt das noch lange nicht, das damit dann auch der organische Pflanzenbau für jeden passt und auch wirtschaftlich funktioniert.

Sehr interessantes Statement! Vor allem der letzte Absatz gibt mir zu denken: Technik wird nur in geringem Umfang dazu beitragen, vorhandene Probleme zu lösen. Die Precision Farming oder Landirtschaft 4.0 Diskussion zeigt ja momentan recht umfangreich, das wir im Bereich Digitalisierung gefühlt einen Wendepunkt erreicht haben. Nicht alles, was möglich ist, wird auch in der Praxis umgesetzt, akzeptiert und sinnvoll in Mehrertrag oder Mehrerlös umgewandelt.

Viele Probleme sind doch -wenn man ehrlich ist- hausgemacht. Und zwar nicht alleine von den Landwirten, sondern auch von allen Akteuren in der Branche, egal ob vor- oder nachgelagerte Industrie, Beratung oder Politik. Du schreibst ja selber, dass mit entsprechender Landtechnik und gutem Berater viele Betriebe die letzten Jahre gut wirtschaften konnten. Nur zur biologischen Landwirtschaft und mittlerweile auch konventionellen Landwirtschaft gehört mehr als ein guter Berater und ein Haufen intelligentes Blech. Für mich stellt sich weniger die Frage "bio oder konventionell", sondern eher, wie kann ich innerhalb der politischen Rahmenbedingungen den Ackerbau zukünftsfähig gestalten. Also Fokus auf den Boden mit allen Möglichkeiten und Konsequenzen. Ob das unter einem Bio-Label passiert, wird sich zeigen.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: johndeere820 am 17. Juli 2019, 12:14:02
Spielt das eine Rolle? Bio kann genauso gut/schlecht sein wie konventionelle Produkte. Das kann man pauschal nicht am System fest machen sondern eher wie es verarbeitet wurde. Natürlich sollte man hinter "seinem" System stehen. Wenn ich mich als konventioneller Landwirt nicht traue konventionelle Produkte zu kaufen weil ich Angst vor Pflanzenschutzmitteln habe, dann sollte ich mich auch fragen warum ich das noch so produziere. Anders herum sollte auch jeder Biolandwirt, der hinter dem System steht, auch Bioprodukte vorziehen ;-). Ich esse beides.

Naja, ich finde die Frage hat durchaus ihre Berechtigung! Wir wirtschaften selber konventionell und ich kaufe konventionelle und biologisch produzierte Lebensmittel. Pauschal bestimmte Produkte vorziehen, weil sie ökologisch oder konventionell produziert werden, finde ich schwierig. Beide Produktionsrichtungen stellen gute und weniger gute Lebensmittel her (inklusive Prozessqualität). Die Biotomate aus Spanien ist doch vom ökologischen Fußabdruck nicht besser, als die konventionelle Tomate aus den Niederlanden, oder? Ist der ökologisch produzierte Wein wirklich besser oder schlechter als der konventionell produzierte Wein, wenn beide mit PSM -einmal Cu und einmal chemisch-synthetisch- behandelt werden? Es kommt doch immer darauf an, woran ich ein Produkt messe. Kauft der Konsument Bio aufgrund der vermeintlichen Prozessqualität oder weil er weniger PSM-Rückstände befürchtet? Oder weil er hinter dem Biolabel eine romantisierte Landwirtschaft wie vor 100 Jahren sieht? Ich denke, dass wir uns in Richtung Hybrid-Landwirtschaft entwickeln werden. Dazu gehört aber auch, dass wir -unabhängig ob bio oder konventionell- vermitteln müssen, wie und warum unsere Lebensmittel so produziert werden. Mercosur und Co. machen es uns allerdings auch nicht leichter...

Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Tellubauer am 17. Juli 2019, 13:14:18
Habe mich in den letzten zwei Wintern intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Bio ist für mich sehr interessant, weil ich wieder alte Pfade verlassen muss und weil man, wenn man es richtig macht, sehr (kosten)unabhängig ist -relisient wie man heute sagt. Im Ackerbau fallen nur ein Bruchteil der Düngerkosten und keine Pflanzenschutzkosten an, und somit nur ein Bruchteil der Ausgaben.
Schwieriger wird es in der Tierhaltung. Mein Betrieb (bisher Schweinemast) kann nicht vom Ackerbau alleine leben, aber im Biobereich scheinen alle Teirhaltungssparten ziemlich gesättigt, außer die Schweinezucht. Will aber eigentlich von der Schweinehaltung weg. 
Erschreckend war, dass die Konzerne nun den Biobereich als Markt entdeckt haben; habe den Eindruck, dass von der Seite der Druck auf den Biobereich wächst, um hier ähnliche Geschäfte, wie bei den Konvis machen zu können.

Vor kurzem konnte ich Dieter Zetsche zuhören. Dabei machte er Werbung für ua. Mercosur mit der Aussage, dass der europäische Bürger eine ökologisierte Landbewirtschaftung möchten, und so die landwirtschaftlichen Märkte für Importe aufnahmefähig werden. Daher weht eine steife Brise.

Es kommt eine spannende Zeit und jede Veränderung bringt Chancen und Verlierer. Ich wäre schon bereit für die Hybridlandwirtschaft a la Michael Horsch.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Ansgar am 17. Juli 2019, 15:03:23
Also werden wir doch alle von der Politik vor den  Altar geführt und für Mercosur geopfert. Erinnere mich dabei an Szenen aus dem Kinofilm "King Kong", wo's blutrünstiger nicht ablaufen konnte. Hier in Deutschland wird's wahrscheinlich micht annähermd so symbolträchtig ablaufen, sondern das Bauermsterben wird eher still und heimlich und ohne jegliches Aufsehen erfolgen.
Vielleicht sollte man auch zukünftig Produkte aus dem Hause Daimler-Benz meiden...
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 17. Juli 2019, 16:02:53
Spielt das eine Rolle? Bio kann genauso gut/schlecht sein wie konventionelle Produkte. Das kann man pauschal nicht am System fest machen sondern eher wie es verarbeitet wurde. Natürlich sollte man hinter "seinem" System stehen. Wenn ich mich als konventioneller Landwirt nicht traue konventionelle Produkte zu kaufen weil ich Angst vor Pflanzenschutzmitteln habe, dann sollte ich mich auch fragen warum ich das noch so produziere. Anders herum sollte auch jeder Biolandwirt, der hinter dem System steht, auch Bioprodukte vorziehen ;-). Ich esse beides.

Naja, ich finde die Frage hat durchaus ihre Berechtigung! Wir wirtschaften selber konventionell und ich kaufe konventionelle und biologisch produzierte Lebensmittel. Pauschal bestimmte Produkte vorziehen, weil sie ökologisch oder konventionell produziert werden, finde ich schwierig. Beide Produktionsrichtungen stellen gute und weniger gute Lebensmittel her (inklusive Prozessqualität). Die Biotomate aus Spanien ist doch vom ökologischen Fußabdruck nicht besser, als die konventionelle Tomate aus den Niederlanden, oder? Ist der ökologisch produzierte Wein wirklich besser oder schlechter als der konventionell produzierte Wein, wenn beide mit PSM -einmal Cu und einmal chemisch-synthetisch- behandelt werden? Es kommt doch immer darauf an, woran ich ein Produkt messe. Kauft der Konsument Bio aufgrund der vermeintlichen Prozessqualität oder weil er weniger PSM-Rückstände befürchtet? Oder weil er hinter dem Biolabel eine romantisierte Landwirtschaft wie vor 100 Jahren sieht? Ich denke, dass wir uns in Richtung Hybrid-Landwirtschaft entwickeln werden. Dazu gehört aber auch, dass wir -unabhängig ob bio oder konventionell- vermitteln müssen, wie und warum unsere Lebensmittel so produziert werden. Mercosur und Co. machen es uns allerdings auch nicht leichter...

Habe ich etwas anderes gesagt? Sehe es ähnlich wie du ;)
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 17. Juli 2019, 16:06:36

Vielleicht sollte man auch zukünftig Produkte aus dem Hause Daimler-Benz meiden...

Daimler ist nur einer von vielen Konzernen die sich freuen, ich würde behaupten es sind 90% unserer Industrie. Du musst sicher auf vieles verzichten, vielleicht sogar auf europäische Landtechnik ;-).

Das Freihandelsabkommen ist aber sicher nicht das Hauptproblem der deutschen Landwirtschaft, egal ob Bio oder Konvi.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: ulli am 17. Juli 2019, 17:35:24
Das Freihandelsabkommen ist aber sicher nicht das Hauptproblem der deutschen Landwirtschaft, egal ob Bio oder Konvi.

Das größte Problem sicher nicht, aber eine Unverschämtheit, damit wird einem ja direkt vor Augen geführt wo Politik jedweder Couleur die deutsche Landwirtschaft, und auch all unsere Bemühungen, einordnet: belanglos. Es ist absolut belanglos....
Begleitet wird das ganze von, ich hätte nie gedacht das ich das mal so sagen müsste, gleichgeschalteten Medien, allen voran die Öffentlich-Rechtlichen, welche unser aller Handeln immer wieder und wieder durch den Dreck ziehen, vor den Alternativen aber die Augen fest verschließen.
Fördert es denn wirklich die Biodiversität auf diesem Planeten, wenn wir hier auf Gunststandorten nur noch die Hälfte produzieren, und Bolsonaro derweil ankündigt, munter weiter Regenwald urbar zu machen? Mal ganz davon abgesehen das im Jahre 2019  820 Millionen Menschen Hunger leiden, jeder 9.? Aber Deutschland lebt halt davon, teure Autos zu verkaufen....
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Gast 225 am 17. Juli 2019, 18:06:24
Das Freihandelsabkommen ist aber sicher nicht das Hauptproblem der deutschen Landwirtschaft, egal ob Bio oder Konvi.

Das größte Problem sicher nicht, aber eine Unverschämtheit, damit wird einem ja direkt vor Augen geführt wo Politik jedweder Couleur die deutsche Landwirtschaft, und auch all unsere Bemühungen, einordnet: belanglos. Es ist absolut belanglos....
Begleitet wird das ganze von, ich hätte nie gedacht das ich das mal so sagen müsste, gleichgeschalteten Medien, allen voran die Öffentlich-Rechtlichen, welche unser aller Handeln immer wieder und wieder durch den Dreck ziehen, vor den Alternativen aber die Augen fest verschließen.
Fördert es denn wirklich die Biodiversität auf diesem Planeten, wenn wir hier auf Gunststandorten nur noch die Hälfte produzieren, und Bolsonaro derweil ankündigt, munter weiter Regenwald urbar zu machen? Mal ganz davon abgesehen das im Jahre 2019  820 Millionen Menschen Hunger leiden, jeder 9.? Aber Deutschland lebt halt davon, teure Autos zu verkaufen....

Das kann ich nur voll und ganz mit Unterschreiben , als Landwirt kam ich mir noch nie so verkauft vor .
Jeder Steuergroschen , je Abgabe und vor allem der Rundfunkbeitrag Betrieblich tun jedesmal besonders weh .
Das könnte auch zu jeder Bio , Öko oder Klima Diskussion hier eingestellt sein .
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Frankenpower am 18. Juli 2019, 10:51:17
https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/horsch-zeigt-hacktechnik-555374

jetzt wo es auch rote Hacken geben wird....wird vielleicht der eine oder andere seine LEEB dafür hergeben?
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 18. Juli 2019, 11:10:12
https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/horsch-zeigt-hacktechnik-555374

jetzt wo es auch rote Hacken geben wird....wird vielleicht der eine oder andere seine LEEB dafür hergeben?

Niemals!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: Frankenpower am 18. Juli 2019, 11:15:17
https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/horsch-zeigt-hacktechnik-555374

jetzt wo es auch rote Hacken geben wird....wird vielleicht der eine oder andere seine LEEB dafür hergeben?

Niemals!

Sag niemals nie..... :oma:

Schauen wir...


Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 18. Juli 2019, 12:07:13
Kein Vortrag, in dem Michael Horsch nicht von der "Ökologisierung" der Landwirtschaft schwärmt.
Die finde ich zwar auch gut, aber auf einer ganz anderen Basis.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: DerJo am 18. Juli 2019, 14:15:55
Horsch hat ein gutes Gespür für Trends.
Und positioniert sich gern an deren Spitze.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 18. Juli 2019, 14:22:54

Das größte Problem sicher nicht, aber eine Unverschämtheit, damit wird einem ja direkt vor Augen geführt wo Politik jedweder Couleur die deutsche Landwirtschaft, und auch all unsere Bemühungen, einordnet: belanglos. Es ist absolut belanglos....


Natürlich belanglos. Was steht hinter der deutschen Industrie für eine Wirtschaftskraft und welche hinter der deutschen Landwirtschaft?! Man braucht sich sicher nicht wundern. Man hat sich das Freihandelsabkommen billigst gekauft!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 18. Juli 2019, 14:25:10
Horsch hat ein gutes Gespür für Trends.
Und positioniert sich gern an deren Spitze.

Michael Horsch stellt sich eben immer gerne als Landwirt mit eigener Schmiede hin, verkauft sich als wäre er einer von "uns". Das kann er wirklich super. Interesse an der Ökologisierung der Landwirtschaft hat er mit Sicherheit. Mehr Bodenbearbeitung bring eben mehr Umsatz für Michi
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: ulli am 18. Juli 2019, 17:16:17

Natürlich belanglos. Was steht hinter der deutschen Industrie für eine Wirtschaftskraft und welche hinter der deutschen Landwirtschaft?! Man braucht sich sicher nicht wundern. Man hat sich das Freihandelsabkommen billigst gekauft!

Es wäre aber nur fair, das dann auch endlich mal klipp und klar so zu formulieren, das würde die eigentlich einzig logische  Entscheidung diesem Land den Rücken zu kehren erleichtern! Aber hey, zum Steuern zahlen bin ich selbst als Konvi noch gut genug, und sollte man tatsächlich nach Jahrhunderten den Familienbesitz veräußern kann man zum Dank gleich die Hälfte  der Erlöse beim Fiskus abladen  :wall:
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: tomiq am 18. Juli 2019, 17:44:14
Zitat
Zitat von: Frankenpower am Heute um 10:51:17
https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/horsch-zeigt-hacktechnik-555374

jetzt wo es auch rote Hacken geben wird....wird vielleicht der eine oder andere seine LEEB dafür hergeben?

Niemals!


Nein, lass mal gut sein  ;D ;D ;D
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: BNT am 18. Juli 2019, 22:05:35
Horsch will, dass du beides kaufst. Horsch nennt das Hybridlandwirtschaft.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: johndeere820 am 18. Juli 2019, 22:06:28
https://www.agrarheute.com/technik/ackerbautechnik/horsch-zeigt-hacktechnik-555374

jetzt wo es auch rote Hacken geben wird....wird vielleicht der eine oder andere seine LEEB dafür hergeben?

Wieso das denn? Horsch will doch beides verkaufen: Spritze, Hacke und Striegel

Edit: mein Vorredner war schneller ;)

Scheinbar verstehen Michael Horsch und ich zwei verschiedene Dinge unter dem Begriff Hybridlandwirtschaft. Für mich heißt Hybridlandwirtschaft nicht, chemisch-synthetischen Pflanzenschutz durch neue, tolle Technik aus Schwandorf oder sonst wo her zu ersetzen. Hybridlandwirtschaft bedeutet in meinen Augen eher, pflanzenbauliche Ansätze aus der Ökologischen Landwirtschaft in die konventionelle Landwirtschaft zu übertragen. Das kann bedeuten, in Technik zu investieren. Aber ich denke da nicht zwangsläufig an Hacke und Striegel, sondern eher an Flachgrubber und flexible (Direkt-) Saattechnik mit der Option mehrere Saatgutarten und Dünger auszubringen. Bodenfruchtbarkeit hat im Ökolandbau bedingt durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger einen höheren Stellenwert gehabt, als im konventionellen Landbau. Habe zunehmend das Gefühl, dass sich das Blatt langsam wendet und wieder mehr konventionelle Landwirte sich dem Boden zuwenden. Michael Reber ist da ein gutes Beispiel. Sein Betrieb kommt meiner Vorstellung von Hybridlandwirtschaft schon recht nahe.
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: wollomo am 19. Juli 2019, 09:00:28
Das sind alles schöne und tolle Ansätze. Was fehlt ist aber die Vermarktung. Welcher Verbraucher, außer vielleicht Kunden beim Direktvermarkter, kennt die Hybride Landwirtschaft und wo werden die Produkte angeboten? Hybrid = Konventionell = Konventioneller Preis. Natürlich kann man auch hybride Landwirtschaft Betreiben um seine Böden zu verbessern/erhalten, Kohle bringt es aber bisher nicht!
Titel: Re: Zukünftig Bio ?
Beitrag von: kitkat1975 am 19. Juli 2019, 13:17:22
für mich stellt sich die frage nicht.
ich will einfach nicht biologisch erzeugen. das ist nicht meine vorstellung von moderner landwirtschaft und ich erkenne darin auch keinen mehrwert.
weder für den Landwirt noch für den kunden oder verbrauche.
meine frau und ich kaufen auch generell keine bioprodukte und man sollte schon hinter dem stehen was man tut.