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Biologische Landwirtschaft => Sonstiges => Thema gestartet von: Henrik am 19. Dezember 2017, 17:18:25

Titel: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 19. Dezember 2017, 17:18:25
Ich beobachte in der letzten Zeit immer mehr, das einige sich mit Gedanken tragen, ganz oder teilweise den Betrieb auf Bio umzustellen. Teilweise ist das ja auch nicht von der Hand zu weisen, noch gibts Förderungen, und auf der anderen Seite werden immer mehr Mittel verboten oder fallen weg. Auf der anderen Seite kenne ich auch Bio Betriebe die rückumstellen bzw.es wollen.

Habe dazu einfach mal eine Umfrage gemacht. Bin mal gespannt ob es wirklich ein Thema ist.

Gruss

Henrik
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 17:27:29
Ich beobachte in der letzten Zeit immer mehr, das einige sich mit Gedanken tragen, ganz oder teilweise den Betrieb auf Bio umzustellen. Teilweise ist das ja auch nicht von der Hand zu weisen, noch gibts Förderungen, und auf der anderen Seite werden immer mehr Mittel verboten oder fallen weg. Auf der anderen Seite kenne ich auch Bio Betriebe die rückumstellen bzw.es wollen.

Habe dazu einfach mal eine Umfrage gemacht. Bin mal gespannt ob es wirklich ein Thema ist.

Gruss

Henrik
Hier auch so, nach Ende des EEG werden sich einige zumindest mit einer Teilumstellung befassen.

Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Kai am 19. Dezember 2017, 17:30:20
was hat das eeg damit zu tun ?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: guest176 am 19. Dezember 2017, 17:31:28
was hat das eeg damit zu tun ?

du warst schneller , denn ich wüßte auch gern den zusammenhang
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: John Deere 7830 am 19. Dezember 2017, 17:31:44
Umstellung eines Betriebsteils angedacht. Hab mich aber verdrückt und kann es nicht mehr rückgängig machen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 17:32:23
was hat das eeg damit zu tun ?
Biogas
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Kai am 19. Dezember 2017, 17:37:37
was hat das eeg damit zu tun ?
Biogas


ohne biogas dann nur noch bio ackerbau ?
den sinn verstehe ich nicht.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 17:38:16
was hat das eeg damit zu tun ?
Biogas


ohne biogas dann nur noch bio ackerbau ?
den sinn verstehe ich nicht.
Weniger Biogas, Restfläche Bio.
Titel: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 17:47:40
Biogas wird sich (hier) in aktueller Größenordnung nicht lohnen, da der Input viel zu teuer ist. Also Anbaufläche auf ein notwendiges Minimum reduzieren, den Mais für die Biogas auf den erfahrungsgemäß schlechten Flächen anbauen (Unkrautdruck, nass, was auch immer) und auf dem Rest der Fläche Bio-Ackerbau.

Nun verstanden? [emoji4]
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: guest176 am 19. Dezember 2017, 17:49:05
Biogas wird sich (hier) in aktueller Größenordnung nicht lohnen, da der Input viel zu teuer ist. Also Anbaufläche auf ein notwendiges Minimum reduzieren, den Mais für die Biogas auf den erfahrungsgemäß schlechten Flächen anbauen (Unkrautdruck, nass, was auch immer) und auf dem Rest der Fläche Bio-Ackerbau.

Nun verstanden? [emoji4]

nein!
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 17:50:47
Weil?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Bulldog am 19. Dezember 2017, 18:08:46
Hallo,

Zur Zeit werde ich nicht auf Bio umstellen;
......aber, wer weiß schon, wohin die Reise geht.

Ich befürchte, wenn viele auf Bio  umstellen, wird das Angebot zu groß und die Erzeugerpreise fallen auch dort ins Bodenlose.
Also, abwarten, wie stark uns die Gesetze in der Produktion einengen und den Markt beobachten ;) :frage:



Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 19. Dezember 2017, 18:25:33
Umstellung eines Betriebsteils angedacht. Hab mich aber verdrückt und kann es nicht mehr rückgängig machen.

Ich habe vergessen den entsprechenden Haken zu setzen, habe ich geändert.  :D
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: sten am 19. Dezember 2017, 19:20:06
Wenn das Ergbenis bisher repräsentativ sein würde, wären wir schneller bei 50Prozent Bio als wir denken....
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gallus gallus! am 19. Dezember 2017, 19:50:56
Biogas wird sich (hier) in aktueller Größenordnung nicht lohnen, da der Input viel zu teuer ist. Also Anbaufläche auf ein notwendiges Minimum reduzieren, den Mais für die Biogas auf den erfahrungsgemäß schlechten Flächen anbauen (Unkrautdruck, nass, was auch immer) und auf dem Rest der Fläche Bio-Ackerbau.

Nun verstanden? [emoji4]

Ich hoffe, das geht hier nicht am Thema vorbei. Aber kann man eine Biogasanlage auch auf "Halbgas" fahren? Denn Eigenstrom- und Wärembedarf müssten ja ähnlich hoch sein, wie unter Volllast.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mulchsaat am 19. Dezember 2017, 19:58:07
Biogas wird sich (hier) in aktueller Größenordnung nicht lohnen, da der Input viel zu teuer ist. Also Anbaufläche auf ein notwendiges Minimum reduzieren, den Mais für die Biogas auf den erfahrungsgemäß schlechten Flächen anbauen (Unkrautdruck, nass, was auch immer) und auf dem Rest der Fläche Bio-Ackerbau.

Nun verstanden? [emoji4]

Ich hoffe, das geht hier nicht am Thema vorbei. Aber kann man eine Biogasanlage auch auf "Halbgas" fahren? Denn Eigenstrom- und Wärembedarf müssten ja ähnlich hoch sein, wie unter Volllast.
Natürlich kann man das. Hast dann eben weniger Gas, damit weniger Strom und damit weniger Wärme.

Nur es nützt dir nichts, wenn du deine maximale Leistung fährst, aber die Inputstoffe für diese maximale Leistung teurer sind, als der Strom/die Wärme, die am Ende dabei heraus kommen.

Lieber weniger Leistung flexibel fahren (Kapazität von höherer Leistung steht ja noch, Speicher und so weiter) und damit dann einen höheren Preis für den Strom erzielen. Die restliche Fläche kann man anderweitig besser nutzen, daher passt das Spielchen hier auch ganz gut, würde man das denn so machen wollen.

Ist bisher alles Theorie.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Tim am 19. Dezember 2017, 20:01:42
Bio ist auch weitgefasst.

Man kann so nen "Brandenburg"-Bio mit 1000ha Grünland und 700 Mutterkühen nicht auf die gleiche Stufe mit einem kleinerem Betrieb im Süden der mit 80 ha die ganze Familie ernährt gleich stellen.

Die Idee ist für mich befremdlich,  aber es gibt hier Unternehmen die es vormachen. In unserer Lage sehe ich es ackerbaulich als wenig erfolgreich an rein biologischen Landbau zu betreiben.

In einer Art Wechselnutzung mit Grünland kann ich es mir eher vorstellen. Aber auf jedenfall mit Tierhaltung. Dort liegt eventuell eine Chance für uns - warum soll so eine Milchproduktion nach neuseeländischem Vorbild hier nicht auch funktionieren? Grundlagen (80+ha voll arondiert hinterm Stall, Beregnung gab's da schon, Mist vom Bio Betrieb geht in die BGA und darf als Gülle dem Grünland zurück geführt werden... ) sind da, brauchts halt auch noch den/die Betriebsleiter/in der sich reinkniet.

Ich hadere auch schon ewig damit rum das dieses Potential streuobstwiese bei uns komplett verkümmert - ich weiß kniffliges Thema,  doch als pachtbetrieb muss man den Leuten auch Perspektiven aufzeigen. Eventuell kann man da auch Vertrauen wieder aufbauen.

Ich sehe es hier als Lösung im Teilbereich.  Ich denke im umkehrschluss das viele Milchviehhalter die Bio als rettungsanker auf den ganzen Betrieb umlegen wollen oder schon umgelegt haben, bald an den ersten Hürden scheitern und dann ins nächste Fettnäpfchen nach dieser Milchpreismisere treten.

Auch für Bio wird es in Zukunft immer schwerer...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Cyberlui am 19. Dezember 2017, 20:02:13
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Groß am 19. Dezember 2017, 20:10:47
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

Wo ist das Problem einer Betriebsteilung. Die Veredelungsbetriebe machen das ja auch zu Hauf, nur nicht bio-konventionell. Den kompletten Maschinenpark auf einen Betrieb laufen lassen und als Lohnarbeit abrechnen. Zwei Betriebe an einer Adresse sollte auch kein Problem sein.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Tim am 19. Dezember 2017, 20:17:51
Wo ist das Problem einer Betriebsteilung. Die Veredelungsbetriebe machen das ja auch zu Hauf, nur nicht bio-konventionell.

Diese undurchsichtigen Firmenkonstrukte stehen aber auch mit ganz oben auf der Abschussliste...

Klar,  der Gedanke ist richtig.  Aber gerade diese nebeneinander von konventionell und öko in einem Unternehmen wird schwierig.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 19. Dezember 2017, 20:18:58
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gufera am 19. Dezember 2017, 20:29:41
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung

In der Schweiz auch. Entweder ganz oder gar nicht. Bei uns wollen sie keine Rosinenpicker.  ;D
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Tim am 19. Dezember 2017, 20:31:41
Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: guest50797 am 19. Dezember 2017, 20:32:20
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung

Darf man denn den Betrieb Teilen und dann den einen eigenständigen Betrieb umstellen?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 19. Dezember 2017, 20:39:23
Drüber nachgedacht habe ich schon öfters, vor  allem die Milchviehhaltung. so in gedanken eine Betriebsteilung. D.h. Grünland Vieh und die nch benötigte Ackerfläche als Futter in Bio, den Rest Konvi. DIe Gülle dann auf der Biofläche verteilen, dann wäre auch etwas N da, das was wächst.
Aber ist wahrscheinlich riesen Bürokratie, 2 Dieseltanks??? Schlepper je auf einem betrieb??? Geht es überhaupt 2 Betriebe an einer Adresse?...
Und vor allem Dingen die Überzeugung fehlt, wäre eine rein wirtschaftliche Überlegung.

scheitert zumindest in bayern schon an der bioförderung, da gibts nur gesamtbetriebsumstellung

Darf man denn den Betrieb Teilen und dann den einen eigenständigen Betrieb umstellen?

auf den gleichen eigentümer nicht. ich versteh überigends ned, warum man das machen will, doppelte buchführung, doppelte sozialabgaben und man steht sehr im focus der behörden
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gufera am 19. Dezember 2017, 20:52:46
Das Landwirtschaftsamt weiss ja auch welche Betriebszweige und Flächen zu einem Betrieb gehört haben. Wenn ich jetzt hin gehe, und ein Betrieb mit sagen wir mal 60 ha aufteile, und die eine Hälfte Bio mache, und der andere Teil weiterhin konventionell bewirtschafte, dann merken die schon was da abgeht.  ;D
Macht ja auch keinen Sinn, die in der Schweiz eh meist schon zu kleinen Betriebe nochmals aufzuteilen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: DerFranz am 19. Dezember 2017, 21:18:48
In Österreich ist das auch nicht gerne gesehen, kommt aber immer wieder vor. Erst vor kurzem hat ein Freund von mir einen Teil des Betriebes übernommen und führt den jetzt biologisch, der Vater weiterhin konventionell.
Ich hab vor knapp 10 Jahren schon Stall nach Biorichtlinien gebaut um die Option zu haben. Heuer werde ich im Winter mal einen betriebswirtschaftlichen Vergleich beider Varianten anstellen.
Mich nervt die Wirkstoffdiskussion viel zu sehr, ich denke an sich sehr ökologisch und mach beim Pflanzenschutz vor allem in Bezug auf Fungizide eher zu wenig als zu viel. Wirtschaftsdünger ist ausreichend vorhanden, ich verkaufe jetzt schon einen beachtlichen Teil an Biobetriebe.
An sich spricht ausser dem Stierfleischpreis wenig gegen eine Veränderung.
Aber auch bei uns gibts Rückumsteller, also alles Eitel Wonne ists auch im Biolandbau nicht.


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Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 19. Dezember 2017, 22:42:27
Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.

In der normalen Wirtschaft ist das ganz normal das teile outgesourst werden. Warum dann nicht in der Landwirtschaft auch?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gufera am 19. Dezember 2017, 22:59:06
Wer kann dich hindern ein zweites Unternehmen zu gründen,  ist doch klar das das nicht in einem gemeinsamen Namen funktioniert.

Ich finde das mit den Rosinen quatsch. Es gibt für beides logische Gründe!  Dann sollte das Produkt auch wirklich im Vordergrund stehen und nicht die Ideologie.

In der normalen Wirtschaft ist das ganz normal das teile outgesourst werden. Warum dann nicht in der Landwirtschaft auch?

Ja teilweise geb ich Dir natürlich recht. Wenn z.b. der Betrieb über einen grösseren Betriebszweig mit einer Spezialkultur verfügt, wie z.b Rebbau oder Obstbau, dann kann das durchaus einen Sinn ergeben, wenn man diesen separat und nach unterschiedlichen Richtlinien bewirtschaftet. Aber Betriebe aufteilen die dann als einzelnes eine Familie nicht mehr ernähren können?  :frage:

Der Geschäftsführer von Bio Suisse hat das auch mal kurz angesprochen bei einem Interview. https://www.bauernzeitung.ch/news-archiv/2016/bio-getreide-und-bio-poulet-sind-gesucht/
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gufera am 19. Dezember 2017, 23:27:35
Ach ja, wir haben auch schon mal mit dem Gedanken gespielt unseren Betrieb auf Bio umzustellen. Etwas mehr als die Hälfte von unserer Fläche ist Dauergrünland welches sich auf fast allen Bewirtschaftungszonen verteilt. Angefangen von der Talzone auf 480 m ü.M. bis hoch auf 1'800 m ü. M. Diese Flächen inkl. der dazugehörigen Milchwirtschaft und Aufzucht, könnten wir mit relativ wenig Mehraufwand auf Bio umstellen, aber der andere Teil des Betriebes mit intensivem Gemüse und Ackerbau würde uns schon mehr Kopfzerbrechen bereiten. Und als Lohnspritzer auf Bio umstellen?  :rolleyes: ;D
Man könnte das sicher so aufteilen, aber ob das Sinn macht bei den eh schon kleinen Strukturen sei mal dahin gestellt. Der moralische Aspekt lass ich jetzt mal aussen vor.  :D
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 20. Dezember 2017, 09:30:11
Wenn das Ergbenis bisher repräsentativ sein würde, wären wir schneller bei 50Prozent Bio als wir denken....

Schauen wir mal, bin aber trotzdem bisher vom Ergebnis überrascht. Ist auf jeden Fall ein Thema .
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gerhard am 20. Dezember 2017, 10:13:03
In Österreich ist das auch nicht gerne gesehen, kommt aber immer wieder vor. Erst vor kurzem hat ein Freund von mir einen Teil des Betriebes übernommen und führt den jetzt biologisch, der Vater weiterhin konventionell.
Ich hab vor knapp 10 Jahren schon Stall nach Biorichtlinien gebaut um die Option zu haben. Heuer werde ich im Winter mal einen betriebswirtschaftlichen Vergleich beider Varianten anstellen.
Mich nervt die Wirkstoffdiskussion viel zu sehr, ich denke an sich sehr ökologisch und mach beim Pflanzenschutz vor allem in Bezug auf Fungizide eher zu wenig als zu viel. Wirtschaftsdünger ist ausreichend vorhanden, ich verkaufe jetzt schon einen beachtlichen Teil an Biobetriebe.
An sich spricht ausser dem Stierfleischpreis wenig gegen eine Veränderung.
Aber auch bei uns gibts Rückumsteller, also alles Eitel Wonne ists auch im Biolandbau nicht.


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Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 20. Dezember 2017, 20:40:58
Kein Rückumsteller dabei, nur welche die zusätzlich umstellen. bin mal gespannt wie das weiter geht.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rhoihesse am 20. Dezember 2017, 22:00:26
Mal rein hypothetisch gefragt, man könnte doch einen Betrieb teilen in dem der sen. Konvi macht, der jun. oder Ehepartner auf bio. Der eine die eigenen Flächen der andere die gepachteten. Adresse wäre klar die selbe aber 2 Betriebe. Noch ein geschickter Name ausgesucht und gut ist.
Maschinen untereinander vermietet. Geht so was nicht?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Kai am 20. Dezember 2017, 22:06:54
Mal rein hypothetisch gefragt, man könnte doch einen Betrieb teilen in dem der sen. Konvi macht, der jun. oder Ehepartner auf bio. Der eine die eigenen Flächen der andere die gepachteten. Adresse wäre klar die selbe aber 2 Betriebe. Noch ein geschickter Name ausgesucht und gut ist.
Maschinen untereinander vermietet. Geht so was nicht?


klar geht sowas.
andere betriebsnummer usw und gut ist.
maschienen usw sind egal.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: jotesen am 20. Dezember 2017, 22:07:14
Mal rein hypothetisch gefragt, man könnte doch einen Betrieb teilen in dem der sen. Konvi macht, der jun. oder Ehepartner auf bio. Der eine die eigenen Flächen der andere die gepachteten. Adresse wäre klar die selbe aber 2 Betriebe. Noch ein geschickter Name ausgesucht und gut ist.
Maschinen untereinander vermietet. Geht so was nicht?
In Deutschland geht das. Ist zumindest bei den Verbänden aber ungern gesehen. Vermehrte Kontrollen sind absehbar.

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Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: John Deere 7830 am 20. Dezember 2017, 22:12:12
Selbe Adresse würde in Österreich  glaub ich nicht funktionieren.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: ulli am 20. Dezember 2017, 23:50:48
Bin ein konventioneller Betrieb und werde vielleicht umstellen (Umstellung ist angedacht).
Das hab ich jetzt mal angekreuzt, trifft es aber eigentlich nicht. Ich würde eher sagen "Umstellung ist nie ganz ausgeschlossen".

Ich sehe das recht pragmatisch, sobald ich SICHER mit Bio langfristig mehr Geld verdiene, wird umgestellt. Das sehe ich im Moment aber eher nicht. Ich wäre auch kein Überzeugungstäter... und wenn es so weiter geht, also Discounter aus aller Herren Länder vermeintliche "Bio"-Produkte in rauen Mengen importieren und die Marktleistung nicht ausreicht um die Mindererträge und Mehraufwand zu decken- kein Interesse. Bloß nicht noch mehr an den Subventionstropf! Da fühle ich mich nicht wohl...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: derhauderer am 21. Dezember 2017, 07:08:05
Also ich wäre mit Umstellung auch erst einmal Vorsichtig.... Ich denke das die Preise die nächsten jahre erst einmal nachgeben, da die Nachfrage erst einmal gedeckt wird. Und was auch nicht zu vernachlässigen ist, ist das Lehrgeld das bezahlt werden muss bis es rund läuft... Und danach eben auch da die Gefahr das eine Kultur ganz aus dem Ruder läuft doch deutlich höher ist. 


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Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: woodstock am 21. Dezember 2017, 07:28:11
Ich habe jetzt auch an der Umfrage teilgenommen und die erste Antwortmöglichkeit angekreuzt.
Ich bin konventionell und werde es auch bleiben.
Sollten die äußeren Umstände so ungünstig werden, dass ich konventionell nicht mehr klar komme, dann wird der Betrieb (teuer) verpachtet.
Bio kommt für mich aus Überzeugung nicht in Frage!
ws
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 21. Dezember 2017, 08:58:05
Ich kann mir nicht vorstellen, dass zb der Biomilchpreis sein Niveau halten kann.

Wenn man sich ansieht, was derzeit in AUT los ist, kann es durchaus in die von Woodstock beschriebene Richtung gehen.
Jetzt wird ja sogar schon angedacht, dass neben GVO-Freiheit auch noch Glyphosat-Freiheit garantiert werden muss. Und so dreht sich das Rad weiter und weiter.

Ein Bio Betriebskonzept habe ich schon in der Schublade. Sollte es so kommen, werde ich den Betrieb verlassen. Er würde dann von meinen Cousins im Nebenerwerb im Extensivverfahren fortgeführt werden. Ein paar Mutterkühe, Gerste und Dinkel für das regionale Bio Label...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Ceres am 21. Dezember 2017, 17:10:46
Mal rein hypothetisch gefragt, man könnte doch einen Betrieb teilen in dem der sen. Konvi macht, der jun. oder Ehepartner auf bio. Der eine die eigenen Flächen der andere die gepachteten. Adresse wäre klar die selbe aber 2 Betriebe. Noch ein geschickter Name ausgesucht und gut ist.
Maschinen untereinander vermietet. Geht so was nicht?


klar geht sowas.
andere betriebsnummer usw und gut ist.
maschienen usw sind egal.

Hallo, im Obstbau
geht das NICHT,
es darf nicht die gleiche Pflanzenschutzmittelspritze für beide Betriebe benützt werden.
Des Weiteren geht eine Wohnhaus Adresse aber es MüSSEN 2 Hofstellen an unterschiedlicher Lage sein.

weis es weil ich ebenfalls vor der Entscheidung vor 2 Jahren gestanden bin.

Gruß Ceres
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Tim am 22. Dezember 2017, 10:59:18
Also was sich diese Woche am milchmarkt so herauszustellen scheint - der biomarkt ist groß,  doch scheinbar war Deutschland zu spät dran - da scheint schon einiges fest in dänischer Hand zu sein. Arla scheint die Lage schon länger und besser eingeschätzt zu haben während viele deutsche umsteller noch in der drei Jahresfrist festhängen.

Also der Preis wird wohl auch in zwei Jahren wenn alle auf dem Markt sind stark schwanken.

Mir geht es mit der Produktionsrichtung Milch aber eher um das grundsätzliche - Gras zu Milch - fertig (#grass to milk auf Twitter - ich finde das Klasse).  Mit möglichst wenig finanziellen input ein möglichst hochwertiges Produkt erzeugen und standortvorteile nutzen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 08. Januar 2018, 18:26:30
Also was sich diese Woche am milchmarkt so herauszustellen scheint - der biomarkt ist groß,  doch scheinbar war Deutschland zu spät dran - da scheint schon einiges fest in dänischer Hand zu sein. Arla scheint die Lage schon länger und besser eingeschätzt zu haben während viele deutsche umsteller noch in der drei Jahresfrist festhängen.

Also der Preis wird wohl auch in zwei Jahren wenn alle auf dem Markt sind stark schwanken.

Mir geht es mit der Produktionsrichtung Milch aber eher um das grundsätzliche - Gras zu Milch - fertig (#grass to milk auf Twitter - ich finde das Klasse).  Mit möglichst wenig finanziellen input ein möglichst hochwertiges Produkt erzeugen und standortvorteile nutzen.


das jemand die komplette umstellungszeit bei der tierhaltung ausnutzt ist äusserst selten , so gut wie jeder versucht früher zu liefern, das geht soweit das teilweise das komplette futter ausgetauscht wurde.nicht nur bei milch, schweine geflügel ähnlich.
von den ganzen umstellern der letzten jahre liefern 95 % schon Biomilch, bis jetzt wird sie abgenommen, preisreduzierungen hört man noch nichts.die meisten molkereien haben zwar aufnahmestop, intern kann man jederzeit umstellen, es gibt sogar noch welche, die suchen
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 24. Juni 2018, 09:01:36
Gefühlt suchen derzeit aber einige die Bio Nische. Bin mal gespannt. Es beschäftigen sich auch Leute damit von denen ich das nie erwartet hätte.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: tomiq am 24. Juni 2018, 13:37:44
Gefühlt suchen derzeit aber einige die Bio Nische. Bin mal gespannt. Es beschäftigen sich auch Leute damit von denen ich das nie erwartet hätte.

Was hier auffällt ist die Tatsache, dass relativ große Betriebe jetzt die Umstellung auf Bio vornehmen.

Ich bin da wirklich gespannt, ob der Biomarkt unerschöpflich groß ist, für die Aufnahme der zukünftig
produzieren Mengen ... vielleicht kann der ein oder andere dazu was sagen.


ade
tomiq

***Zitat korrigiert***
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Heico am 24. Juni 2018, 15:04:46
Gefühlt suchen derzeit aber einige die Bio Nische. Bin mal gespannt. Es beschäftigen sich auch Leute damit von denen ich das nie erwartet hätte.

Das wird zum Problem, denn Biolandwirtschaft ist längst keine Niesche mehr. Die war es vor 1990.
Die gleichen Marktgesetze setzen sich immer weiter durch. Das gilt vor allem beim LEH und Discounter. Und genau dieser Bereich will die Ware aufnehmen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 24. Juni 2018, 16:23:09
Zitat
tomiq,
okay, danke mach ich. Die Mikrofonöffnung ist halt nur so ein mini loch....
Und Du bist sicher, dass wenn ich sanft in das Lautsprechergitter blase es Auswirkung auf das Mikrofon hat?

Was hier auffällt ist die Tatsache, dass relativ große Betriebe jetzt die Umstellung auf Bio vornehmen.

Ich bin da wirklich gespannt, ob der Biomarkt unerschöpflich groß ist, für die Aufnahme der zukünftig
produzieren Mengen ... vielleicht kann der ein oder andere dazu was sagen.


ade
tomiq


ich hatte diese angst schon mal, als 2016 eine wahnsinnige umstellungswelle über uns reinschwappte, hauptsächlich grössere milchviehbetriebe. Diese Betriebe sind nun alle schon seit einiger zeit am liefern, die mengen wurden aufgenommen und der preis hat sich gehalten. neubetriebe werden zur zeit aber nur molkereiintern aufgenommen.
allerdings haben die molkereien die latte höher gelegt, neuerdings auch qm für biobetriebe, dazu oft nur verbandsbetriebe, oder wer das nicht will zb hier in bayern das bayrische biosiegel oder was molkereiinternes.orientiert sich dann wieder an den verbandsrichtlinien.
umstellung geht hier weiter gut voran, die betriebsstruktur durchwachsen,des reicht vom 500 ha ackerbauern über den grossen viehhalter bis zum 5 ha wiedereinrichter
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 24. Juni 2018, 19:06:11
Ein Wachstum ist schon möglich, da ja auch der Umsatz mit Öko-Lebensmitteln wächst, aber ein riesen Wachstum ist das nicht und ob man einen Markt mit 5,7% Marktanteil nicht mehr als Nische bezeichnen kann, weiß ich nicht. Der Markt wächst so um die 10% pro Jahr, aber eben auf niedrigem Niveau und man darf nicht vergessen, dass die Produktion von Öko-Lebensmitteln in Deutschland eine ziemliche Schlagseite hat. Damit lässt sich auch erklären, warum die Umsätze deutlich stärker als die Flächen zunehmen. Umsatz in 10 Jahren plus 100%, Fläche plus 60%.

Dass nun der x-te Marktfrucht- oder Milchviehbetrieb auf Öko umstellt, geht an der Nachfrage ziemlich vorbei. Was nachgefragt würde: Obst und Gemüse.

Wie sieht aktuell eigentlich der Markt für Öko-Schweinefleisch aus? 

Da sich Öko-Ware nicht so ohne weiteres exportieren lässt, sehe ich die weitaus größere Herausforderung darin, den Öko-Kunden jene Ware zu liefern, die sie nachfragt. Durch die ganzen Ernährungstrends kann das spannend werden. Fleisch und Milch gelten in dieser Szene ja schon als krebserregend und was weiß ich noch, Getreide wegen der Gluten, gegen die scheinbar heute jeder allergisch ist, ebenso. Chia Samen müsst ihr machen. Und Soja wegen Tofu. Und Nüsse. :D
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 29. Juni 2018, 14:40:49
https://www.elite-magazin.de/newsticker/28-6-mehr-Biomilch-im-ersten-Jahresdrittel-9269408.html

Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 29. Juni 2018, 21:02:40
Ich hab da n mathematisches Problem. Erfassung von Bio-Milch ist laut dem Artikel um 28,6% gestiegen, Verarbeitung zu Trinkmilch, Käse und Butter aber insgesamt nur um 10,9%. Wo geht der Rest Bio-Milch hin? Bio-Milchpulver? Verkauf/Ausland? Konvi-Milchtank?  :frage:
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mabbi am 29. Juni 2018, 21:11:38
Ich hab da n mathematisches Problem. Erfassung von Bio-Milch ist laut dem Artikel um 28,6% gestiegen, Verarbeitung zu Trinkmilch, Käse und Butter aber insgesamt nur um 10,9%. Wo geht der Rest Bio-Milch hin? Bio-Milchpulver? Verkauf/Ausland? Konvi-Milchtank?  :frage:

1Liter Milch ist nicht gleich 1Kg Käse! Du brauchst glaub ich je nach Käsesorte zwischen 3 und 12 oder 13 Liter Milch für 1Kg Käse.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 30. Juni 2018, 09:19:56
Ist mir schon klar dass man für Käse recht viel Milch braucht, aber das sind Prozentwerte. Wenn ich doppelt so viel Milch habe, kann ich ja doppelt so viel Käse herstellen, oder? ;)
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: FFFlorian am 30. Juni 2018, 09:48:31
Ist mir schon klar dass man für Käse recht viel Milch braucht, aber das sind Prozentwerte. Wenn ich doppelt so viel Milch habe, kann ich ja doppelt so viel Käse herstellen, oder? ;)
Vielleicht hat die käseproduktion stärker zugenommen
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 04. Juli 2018, 20:47:57
Gefühlt suchen derzeit aber einige die Bio Nische. Bin mal gespannt. Es beschäftigen sich auch Leute damit von denen ich das nie erwartet hätte.

Was hier auffällt ist die Tatsache, dass relativ große Betriebe jetzt die Umstellung auf Bio vornehmen.

Ich bin da wirklich gespannt, ob der Biomarkt unerschöpflich groß ist, für die Aufnahme der zukünftig
produzieren Mengen ... vielleicht kann der ein oder andere dazu was

Ich glaube nicht an die Unerschöpflichkeit des Marktes. Das hat am Ende nur was für den Preis.

Auch wenn die Umfrage sicherlich nicht repräsentativ ist, aber über 20% beschäftigen sich mit dem Thema Bio. Das ist dann alles andere als eine Nische.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 07. Juli 2018, 21:01:31
https://www.welt.de/regionales/bayern/article178897768/Landwirtschaft-Immer-mehr-Bio-Milchbauern-muessen-aufgeben.html
 :frage:
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 07. Juli 2018, 21:11:08
https://www.welt.de/regionales/bayern/article178897768/Landwirtschaft-Immer-mehr-Bio-Milchbauern-muessen-aufgeben.html
 :frage:

der artikel bzw die überschrift is meine rmeinung nach a schmarrn,  man muss ihn genau lesen.
umstellen ohne sichere abnahme ist harakiri, du baust ja auch keine zuchini an wenn du nicht weisst wer sie dir dann abkauft
und diese pleite der MEG ist natürlich extrem mistig, ich kenn einige landwirte, die nun deswegen zurückumstellen mussten, weil bei ihnen ansonsten keine biotour fährt.
bei den anderern landwirten , die entweder schon immer ne biotour haben bzw sich davor abgesichert haben läufts problemlos zu sehr fixen preisen
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 07. Juli 2018, 22:19:28
Findet denn auch jeder einen Abnehmer, wenn er jetzt noch umstellen will? Ich meine bei uns schon gehört zu haben dass mehr eigentlich nicht mehr geht, an Bio-Milch.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 07. Juli 2018, 22:58:08
Findet denn auch jeder einen Abnehmer, wenn er jetzt noch umstellen will? Ich meine bei uns schon gehört zu haben dass mehr eigentlich nicht mehr geht, an Bio-Milch.

molkereiintern nehmen sie dich noch, also wenn du jetzt zb an domspitz lieferst, kannste auch auf die bioschiene wechseln. von aussen wird keiner mehr aufgenommen
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Wade am 07. Juli 2018, 23:06:21
Die Welt ist auch nicht besser als die Bild...
Als ob da Bio dran schuld ist.

"Bayerische Bauern wissen nicht mehr, wohin mit der Milch. Vielen bleibt nichts anderes übrig, als ihre Landwirtschaft aufzugeben. "

Wilkommen in der Marktwirtschaft. Wer Jahrelang nach Quoten liefert und plötzlich an einem Markt mit Angebot & Nachfrage teilnimmt brauch sich nicht wundern wenn "der Markt" mit voller Härte zuschlägt.
Wer auf Bio umstellt ohne einen Abnahmevertrag zu haben ist selbst schuld, da ist nicht Bio schuld... Wie viele Kühe die arme arme Maria Mayer aus dem oberbayerischen Petting hat wird auch nicht gesagt, vielleicht nur 10. Damit kannst halt nicht gegen Große bestehen...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 08. Juli 2018, 09:04:08
Bei den Öko-Verbänden wird zumindest als Marketinginstrument oft von der sozialen Verantwortung und der kleinbäuerlichen Landwirtschaft als Leitbild gesprochen. Das ist dann schon etwas anderes als Marktwirtschaft.

Dass der Markt gesättigt ist und (nur) konventionelle Milch durch ökologische ersetzen kann, ist eigentlich klar. Der Milchkonsum oder der Konsum an Milchprodukten wird insgesamt eher nicht steigen.

Viel interessanter finde ich die Frage, ob wir mit einem Preiskrieg zu rechnen haben, wenn weiterhin so viele Betriebe umsteigen oder Umstiegswillen zeigen, wär's für die Molkereien schon verlockend. Billig Öko Milch kaufen, die Verarbeitungskapazitäten sind auch da und dann, weil der Markt ohnehin gesättigt ist, kann es eigentlich nur mehr über den Preis gehen. Beim Öko-Gemüse ist das schon fast der normal Zustand. Unlängst waren bei uns Öko-Gurken billiger zu haben als konventionelle. 

@Henrik: Ob Öko aus der Nische nun draußen ist - gute Frage. Wenn man sich hier im Forum die Öko-Landwirte ansieht, muss man die Frage eindeutig mit "Ja" beantworten, weil das doch ganz normale Menschen sind und nicht irgendwelche Wollsocken. Hard Core Öko-Konsumenten gibt es gerade mal in den Umfragen (4% aller Konsumenten). Wenn dann 10% der Betriebe oder wie in Österreich 20% der Betriebe, teils schon 40% der Betriebe auf Öko umgestellt sind, dann sind da 15% bzw. 35% normale Menschen dabei. ;) Allerdings gibt es auch nur 5%, die Öko strikt ablehnen. Das passt gut zusammen. Es entspricht quasi der Verteilung von Denkweisen in der Bevölkerung. 5% sehr Gefühls orientiert, 5% hardcore Rational und der Rest ist eher variabel oder nicht interessiert. Man sieht's bei den Wahlen. Wer wählt die Grünen? Wer ist der harte Kern? In Österreich lag der bei den letzten Nationalratswahlen bei unter 5%. ;) 

 https://www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter/bevoelkerungsbefragung-bio-vs-konventionell.pdf


Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Ansgar am 09. Juli 2018, 11:09:49
https://www.welt.de/regionales/bayern/article178897768/Landwirtschaft-Immer-mehr-Bio-Milchbauern-muessen-aufgeben.html
 :frage:

Direkt auch dazu: https://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-Immer-mehr-Bio-Milcherzeuger-geben-auf-9355838.html

Muss man nicht mehr vielzu sagen. :-\
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 09. Juli 2018, 11:47:08
So einfach kann man als Molkerei auch nicht die Kapazitäten ausdehnen.
Bisher wurde viel Bio Milch aus DK und AUT nach D exportiert, weil es in D nicht ausreichend Bio Milch gab. Jetzt gibt es viel mehr Bio Milch, aber wer soll die Verarbeiten?

Dazu: https://milchwirtschaft.de/aktuelles-und-veranstaltungen/aktuelles/2017/06-Biomilch.php


Was man schnell sieht: Auch der Bio Markt unterliegt den Systemen der Marktwirtschaft und kann sich dessen auch nicht entziehen. Ich denke, dass es in den nächsten Jahren ein Auf und Ab geben wird, bis sich die Preise irgendwo eingependelt haben.


Und Gruß aus Österreich: Wir leben hier im Label Wahnsinn und Bio alleine ist schon lange zu wenig. Heute muss man schon Heumilch Weidehaltung machen, um die höchsten Preise erzielen zu können.


Wenn man obiger Analyse folgt, wird der Deutsche Bio Milch Boom eher den österreichischen Milchmarkt unter Druck setzten. Gerade im bayrischen Grenzgebiet. Wir haben in Salzburg eine 40% Quote an ökologischer Landwirtschaft. Das ist vor allem auch wegen der Nähe zu Bayern so. Bayern ist der wichtigere Markt als Salzburg.

Die große Frage ist doch eigentlich, wie viel Potential im Bio Markt steckt. Es gibt zwar diverse 100% Bio Utopien, aber die meisten, die ich kenne, tippen eher drauf, dass bei maximal 20% Schluss sein wird. 20%, das ist auch das Wählerpotential, dass man den Grünen maximal zu gesteht. ;)


Was man auch nicht vergessen darf: Gerade in der Öko Szene wird seit geraumer Zeit stark gegen Milch als Lebensmittel agitiert. Das kann schon Auswirkungen haben.

Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gufera am 09. Juli 2018, 12:34:13
In unserem Nachbar Kanton Graubünden haben sie eine "Bio-Quote" von knapp 58%. Da haben ganze Talschaften schon vor Jahren kollektiv auf Bio umgestellt.

Aber da oben ist es auch nicht wirklich eine Kunst biologisch zu produzieren. Blacken (Ampfer) Bekämpfung mit dem Stecheisen und gegebenenfalls zukauf von Bio Kraftfutter, aber sonst gibt es da nicht all zu viele Einschränkungen.
Während den Wintermonaten geht dann viel Biomilch in den Konvi Kanal weil alle Kühe "zu Hause" sind, und während den Sommermonaten muss teilweise Biomilch importiert werden, weil sehr viele Kühe auf der Alp sind.
Wer da oben nicht Bio macht, ist schon fast etwas "doof"...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 09. Oktober 2018, 11:28:50
Hier mal ein aktuelles Problem aus Österreich:

https://www.dolomitenstadt.at/2018/10/01/osttiroler-bergbauern-im-stress-lauf-resi-lauf/
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Stanky am 09. Oktober 2018, 11:46:12
Moin,
das ist hier nicht anders, Arla gibt einen Bonus für Kühe, die im Sommer auf der Weide laufen. Hier sind zwei Betriebe, die noch klassisch wie früher die Tiere am ersten Mai raus jagen und Ende Oktober wieder rein holen. Da sie aber nur jeweils ca. 30 Kühe melken, lohnt ein extra LKW nicht und sie kommen nicht in den Genuß des Bonus. Das geht ja irgendwie in die gleiche Richtung.
Gruß
Frank
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Heico am 09. Oktober 2018, 12:22:37
Schade, ich hätte mir gewünscht, dass diese Leistung gut honoriert wird.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 11. März 2019, 09:04:43
Wurde mir jetzt x-mal geschickt - ich war skeptisch, ist aber recht gut gemacht:

https://www.youtube.com/watch?v=sdOCpIbGFBQ
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: wernerzwo am 11. März 2019, 10:07:08
Die Revolution frisst ihre Kinder!

Die meisten Betriebe können ihr Betriebsergebnis ja nur durch zusätzliche staatliche Prämien halten. Ist ja logisch, wenn am Markt nur 25% Preisaufschlag akzeptiert werden (laut Aussage im Film) und oft nicht einmal 50% der Naturalerträge generiert werden. Das kann aber nicht das gewünschte Ergebnis sein, oder?

Ich war noch nie ein Freund von (politisiertem) Bio, aber hier tun mir die Bauern wirklich leid!
Wenn man mit Herzblut für eine Sache einsteht und am Schluss von "Prämienoptimierern" und den Supermarktketten überrollt wird, dann ist das einfach scheixxe...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: nofear am 11. März 2019, 10:31:38
Und wir in D gehen den selben Weg mit politisch geforderten Bioanteilen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 11. März 2019, 11:09:16
Ich sehe in dieser Doku eher zwei Aussagen.

1.) Auch Bio (alleine) kann für kleine Betriebe nicht den Betriebsgewinn sichern.
2.) Seit der LEH in den Biomarkt eingestiegen ist, gelten im Bio Markt die LEH-typischen Regeln.


Ich kenne jede Menge Biobetrieb, die inständig hoffen, dass nicht noch mehr umstellen.


Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: tuning Esel am 11. März 2019, 11:34:50
Das ist nichts neues, das war mit der Milchwirtschaft, den gefördertem Getreide Anbau genau das gleiche, hier sagte ein alter Landwirt , man sollte immer das Gegenteil machen was von uns erwartet wirrt, sprich was vom Staat gefördert wirrt, den  alles was gefördert wirrt, wirrt  zwangläufig Überfluss …

Was machen die Bauern heute?, jeder wartet bis  ein Nachbar aufgibt um dan seine Flächen zu pachten um "konkurrenzfähiger" zu sein , am Ende  ist nur einer mehr krank, ich sagte schon vor 20 Jahren als die Milchkontigentierung handlebar wurde,-die die alles fressen scheitern immer an einem von 3 Punkten,
-1. die Partnerin sagt dan mal entweder die Kühe oder ich
-2 Der Doktor sagt entweder sie machen weniger oder organisieren ihre Beerdigung
-3 die Bank sagt dan, entweder sie verkaufen nun etwas oder wir machen es..

In der reg Genf, da lauft es nun ganz anders, da geht das Pachtland immer mehr runter, die Bauern haben gar kein Interesse mehr an mehr, den sie schaffen gar nicht mehr, und Arbeiter sind zu teuer.., da hat es ziemlich viele Bio Betriebe , ziemlich grosse, und da merkt man nun das es  eben auch nicht besser geht  als den Konvis, die alten Bio(sagen wir mal die die Selbs Ernährung halten  und  Weltverbesserer) halten wenig vom "Industrie Bio" und gehen auf die Demeter oder anders gesagt bio dynamisch schiene über

Heute ist Bio ein Produktion zweig geworden wie jeder anderer auch, mit allen vor und Nachteile, sprich Kontrollen, Überproduktion, und auch Bürokratie die alles frisst...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Biobauer am 12. März 2019, 00:04:49
warum soll es den einen biobetrieb unbedingt finanziell besser gehn, da hätte es ganz andere betriebsmodelle gegeben und gibt es immer noch
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 12. März 2019, 09:12:27
warum soll es den einen biobetrieb unbedingt finanziell besser gehn
Weil's gesellschaftlich gewünscht ist. Du machst das "richtige", du sollst belohnt werden. Soweit die Theorie...  dass man Ideologie nicht essen kann, wird vermutlich auch noch irgendwann durch Studien bestätigt  :rolleyes:
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 12. März 2019, 09:29:57
Die meisten würde es nicht machen, wenn es finanziell weniger lukrativ wäre. Auch ein Landwirt muss von etwas leben.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BauerJosef am 12. März 2019, 09:40:17
Die meisten würde es nicht machen, wenn es finanziell weniger lukrativ wäre. Auch ein Landwirt muss von etwas leben.

Ich würd sagen, die meisten sehen, dass es als Konvi nicht/nur schlecht geht, und versuchen durch die Umstellung etwas zu verändern.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 12. März 2019, 10:07:01
Die meisten würde es nicht machen, wenn es finanziell weniger lukrativ wäre. Auch ein Landwirt muss von etwas leben.
Ist denn das so sicher, dass der Biobauer am Ende des Tages/Jahres mehr Geld in der Tasche hat als der Konvi? Kann ich kaum glauben. Und wenn ja, ist das staatliches Geld - was ja auch wieder entzogen werden kann - oder sind das "echte" Verkaufspreise?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 12. März 2019, 10:18:19
Nein, das ist absolut nicht sicher, vor allem nicht bei kleineren Betrieben, die Allerweltsware herstellen.
Aber die Hoffnung darauf wurde meines Erachtens gezielt gefördert. Warum haben in den letzten Jahren so viele Milchviehbetrieb umgestellt?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: klausg am 12. März 2019, 10:26:41
Die Milchviehbetriebe bei uns, die umgestellt haben, sind solche mit bisher schon eher extensivem Grünland und im Verhältnis wenig Acker. Die müssen ihre Wirtschaftsweise nicht sehr umstellen und tun sich recht leicht, weil sie über die Gülle einen geschlossenen Kreislauf fahren können. Da ist das Risiko überschaubar.
 
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: nofear am 12. März 2019, 10:37:36
Die Milchviehbetriebe bei uns, die umgestellt haben, sind solche mit bisher schon eher extensivem Grünland und im Verhältnis wenig Acker. Die müssen ihre Wirtschaftsweise nicht sehr umstellen und tun sich recht leicht, weil sie über die Gülle einen geschlossenen Kreislauf fahren können. Da ist das Risiko überschaubar.

Und wenn es nicht geht, kann man immernoch die Tür zuschließen... die Frage ist halt nur, ob das Grünland jemand anderes nutzen möchte und was für gibt. Dabei sind die Grünlandflächen doch ökologisch sooooo wertvoll....
Mutterkühe kannst in wirtschaftlich Zukunft noch mehr in die Tonne kloppen als heute eh schon (außer mit Eigenvermarktung vielleicht) Wenn MERKOSUR demnächst geklärt ist, wird noch mehr südamerikanisches Rindfleisch in den Theken liegen...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: wernerzwo am 12. März 2019, 11:50:00
Die meisten würde es nicht machen, wenn es finanziell weniger lukrativ wäre. Auch ein Landwirt muss von etwas leben.
Ist denn das so sicher, dass der Biobauer am Ende des Tages/Jahres mehr Geld in der Tasche hat als der Konvi? Kann ich kaum glauben. Und wenn ja, ist das staatliches Geld - was ja auch wieder entzogen werden kann - oder sind das "echte" Verkaufspreise?

Die pflanzlichen Deckungsbeiträge waren eigentlich nicht schlecht im Vergleich zu Konvi - aber durch die "Umstellerwelle" wird das wahrscheinlich auch Geschichte sein! https://www.stmelf.bayern.de/idb/default.html

Was bleibt ist die zusätzliche Förderung von ca. 300,- € / ha über das KULAP (in Bayern) - und das ist vermutlich für einen Großteil der Betriebe der Hauptanreiz. Wäre es auch für mich gewesen.

Aber von nachhaltiger "Wertschätzung" am Markt sehe ich da eigentlich nichts...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mathilde am 12. März 2019, 13:05:45
Die Revolution frisst ihre Kinder.

Ich war noch nie ein Freund von (politisiertem) Bio, aber hier tun mir die Bauern wirklich leid!
Wenn man mit Herzblut für eine Sache einsteht und am Schluss von "Prämienoptimierern" und den Supermarktketten überrollt wird, dann ist das einfach scheixxe...

ganz meine Meinung. Wenn  in Zukunft  genügend diesen Markt beliefern, dann werden wohl die Prämien andersrum optimiert werden.

LG Mathilde
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: sten am 26. März 2019, 16:37:34
Es scheint ja doch eine Reihe Umsteller hier im Forum zu geben - ich weiss von zwei weiteren neben mir.
Carsten
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: superuser am 26. März 2019, 17:57:54
In ST fällt nächstes Jahr die Umstellerprämie von zusätzlich 230 Euro weg...was soll der Quatsch? 8% Bio im Land! 20 sollen es werden aber das Geld ist nicht da... :cara: :kloppe: :stupid: :boing: :runter1: :runter: :kotz: :nixweiss: :wall: :wall: :wall: :zunge: :zeter: :hopp: :stop:
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Mathias am 26. März 2019, 18:03:21
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: superuser am 26. März 2019, 18:11:13
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: farming.ch am 26. März 2019, 18:54:59
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?

Schaut Euch mal das Konzept oder die Idee "Fairtrade" an.
Könnte man beschreiben als freiwillig sozial oder so.

Hier ein Beispiel aus Frankreich:

"Als überraschend erfolgreich hat sich die von der französischen Supermarktkette Intermarché eingeführte produzentenfreundliche Milchmarke erwiesen. Wie die Detailhändlerin Mitte August berichtete, hat die unter dem Namen „Die Milchbauern sagen Danke!“ angebotene fettarme Trinkmilch nach 7 Monaten im Verkauf die symbolische Marke von 10 Mio. l geknackt."

"Laut Intermarché zeichnet sich das Produkt dadurch aus, dass die Verteilung der Erlöse auf der Verpackung deutlich sichtbar aufgeschlüsselt ist. Ein Liter fettarme Milch werde für 88 Cent (1 Fr.) verkauft, wovon 44 Cent (50 Rp.) an die Landwirte gingen. Der Präsident des Uunternehmens, Thierry Cotillard, zeigte sich erfreut. Der Absatz habe die optimistischste Prognose „bei Weitem“ übertroffen. Das belege, dass die Franzosen zu einem „verantwortungsvolleren Konsum“ bereit seien."

Quelle: https://www.schweizerbauer.ch/politik--wirtschaft/kampf-um-milchpreis/bauernfreundliche-milch-erfolgreich-44303.html?fbclid=IwAR02tYsCQOTyh69RZloxyNclF8EPIaglthKwlo3yn4scPYLt79_Mnfq43JY#.W4mDGQT3pmo.facebook
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 26. März 2019, 19:09:44
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?

Die letzten beissen die Hunde, war schon immer so  :hmpf: :(
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 26. März 2019, 19:17:48
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?

Warum muss die Förderung steigen? Das Produkt muss vernünftig bezahlt werden, nix weiter. Wenn sich die Bios dauerhaft an den Tropf der Subventionen hängen wollen (also noch mehr als es die Landwirtschaft eh schon zwangsweise tut) wird das früher oder später böse enden...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: superuser am 26. März 2019, 19:44:56
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?

Warum muss die Förderung steigen? Das Produkt muss vernünftig bezahlt werden, nix weiter. Wenn sich die Bios dauerhaft an den Tropf der Subventionen hängen wollen (also noch mehr als es die Landwirtschaft eh schon zwangsweise tut) wird das früher oder später böse enden...

Völlig richtig. Sehe ich genau so, aber es ist utopisch zu glauben, dass die Preise nach oben gehen, um so mehr umstellen. Eher muss an der Förderung gearbeitet werden...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Flori am 26. März 2019, 19:48:55
 @ superuser:

 ...weiß garnicht was du dich so aufregst. Wer mit der Politik rechnet ist sowieso falsch beraten. Das war damals, als die erhöhte Umstellerprämie bei euch zum
 Programm wurde, schon abzusehen dass das ne absolute Todgeburt gibt. Wer damit gerechnet hat, es tut mir leid, der hat falsch gehandelt. Wer früh genug
 aufgesprungen ist, hat ne Chance gehabt sich gesund zu stoßen. Und genauso kopflos wie die Politik gehandelt hat, haben leider auch die Verbände...

 Dass die Prämie steigen muss ... ppppffff . Sinken wird sie auch bei Bio. Bio ist , zumindest im Ackerbau, im breiten Rahmen einfach nicht innovativ genug.

 Umso höher der Anteil der Ökobetriebe, umso bedeutender die Prämie. Und auch hier werden die Fragen kommen, ähnlich wie bei den konventionellen.

 Ist es ökologisch so sinnvoll als EG-Öko-Betrieb sich die Flächen mit allen was an Organik geht zu zu ballern ? Das ist dass eine Extrem...
 Ist es ökologisch so sinnvoll Verbandsbetriebe mit "Verarmungskulturen" durch zu ziehen ?

 Die Verbände und die Politik werden daran nichts ändern. Ich habe bei meinem Verband den Unmut über die schlechte N-Bilanz bei mir, und im allgemeinen, auf
 den soprtionsschwachen Standorten, geäußert. Eine Antwort dazu gab es nicht, im Gegenteil, das Problem wird noch nicht mal eingesehen. Viel lieber kümmert
 man sich um die Vermarktung und am besten Café Latte auf dem Hof. Aber über Effizienz und angewandte Ökologie...oh mann sind wir weit entfernt davon.

 Und wenn man dann als Ökobetrieb seine Düngebedarfsermittelung macht ... tja, dann mutet es doch schon komisch an wenn man da auf einmal mit viel
 schlechteren Wirkungsgraden rechnen kann als konventionelle Betriebe.

 Alles Illusion, nicht viel dahinter. So wie unser komplettes Gesellschaftliches Leitbild.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: farming.ch am 26. März 2019, 19:55:49
Ach nu... Brandenburg hatte den Quatsch noch nie ;)

Ja, aber jetzt komm...alle werden umstellen. Du wirst für die Produkte immer weniger bekommen. Die Förderung muss steigen! Wie soll das sonst gehen? Man sieht es doch schon bei der Milch. Teilweise günstiger als Konvi und die Molkereien wollen in gewissen Landesteilen schon keine neuen Lieferanten. Und jetzt soll bei dem bischen der Topf schon alle sein?

Warum muss die Förderung steigen? Das Produkt muss vernünftig bezahlt werden, nix weiter. Wenn sich die Bios dauerhaft an den Tropf der Subventionen hängen wollen (also noch mehr als es die Landwirtschaft eh schon zwangsweise tut) wird das früher oder später böse enden...

Ja, es ist sicher das Ideal der meisten Bauern, dass man vom Erlös seiner wertgeschätzten Produkte leben kann.
Jedoch gibt es noch andere Leistungen der Landwirtschaft für die Gesellschaft als nur einfach die Produkte. Und die sollten auch abgegolten werden.

Ob der Staat (direkt mittels Zahlungen oder indirekt mittels Gesetzen, Interventionen, Zöllen, etc.) oder der Markt von Dauer eine gute Sache ist für die Höfe, da scheiden sich die Geister natürlich.

In CH setzt man auf eine Mischung all dieser Massnahmen. Ist aber auch nicht ohne, es wird bei uns etwas viel "herumgedoktert".

Zurück zum Thema heisst das, ich glaube nicht, dass langfristig ein Hof sich nur damit über Wasser halten kann, dass er Bio-Lebensmittel für den Grosshandel produziert. Weil auch da die Konkurrenz spielt und die Margen fallen. Da muss noch was anderes her. Oder wir landen bei der "industriellen" Landwirtschaft. Also weg vom Mittelstand hin zu Konzernen. Wie z.B. in USA beim Schweinefleisch.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: sten am 26. März 2019, 20:16:16
Vielleicht hat die Umstellerwelle auch den Effekt, dass effektivere Vermarktungsstrukturen aufgebaut werden können und so der Preis für Druschfrüchte nicht ins Bodenlose fällt. Es gab doch bei den Leguminosen im Konvibereich auch den Effekt, dass durch das größere Angebot größere Chargen geschaffen werden konnten und so die Vermarktung einfacher war. Ich weiß nicht, wie wahrscheinlich das Szenario für Biodruschfrüchte ist.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: sten am 26. März 2019, 20:18:02
Wenn nur die Umstellerprämie wegfällt, mag das ja noch gut sein, gerüchteweise soll für Neuumsteller noch mehr wegfallen....

In ST fällt nächstes Jahr die Umstellerprämie von zusätzlich 230 Euro weg...was soll der Quatsch? 8% Bio im Land! 20 sollen es werden aber das Geld ist nicht da... :cara: :kloppe: :stupid: :boing: :runter1: :runter: :kotz: :nixweiss: :wall: :wall: :wall: :zunge: :zeter: :hopp: :stop:
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 26. März 2019, 20:26:03
https://www.youtube.com/watch?v=sdOCpIbGFBQ (https://www.youtube.com/watch?v=sdOCpIbGFBQ)

Es glaubt ja wohl keiner, das Bio in der Masse für den Produzenten irgendwas besseres in petto hat...

Und welche Ideen und Vorsprünge das sein sollen, die jeder der 280.000 Betriebe in D da zusätzlich haben soll, um seine Schäfchen zu trocknen, das will mir auch nicht einleuchten.. :frage:

Wer heute umstellt, der sollte gleich die entsprechende Effizienz mitbringen, viel Zeit zum trainieren wird nicht mehr bleiben.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Wade am 26. März 2019, 20:29:08
Vielleicht hat die Umstellerwelle auch den Effekt, dass effektivere Vermarktungsstrukturen aufgebaut werden können und so der Preis für Druschfrüchte nicht ins Bodenlose fällt. Es gab doch bei den Leguminosen im Konvibereich auch den Effekt, dass durch das größere Angebot größere Chargen geschaffen werden konnten und so die Vermarktung einfacher war. Ich weiß nicht, wie wahrscheinlich das Szenario für Biodruschfrüchte ist.

Kann mich bei der Vermarktung wirklich nicht beklagen. Das läuft bei uns sehr viel über die Bioland Vermarktungsgesellschaft, oder zt eben direkt mit Mühlen/Mälzer oder anderen Biobauern
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Cyberlui am 26. März 2019, 22:51:14
es war vor ca. 3 oder 4 Wochen im Fernsehen BR3 Sendung "Unser Land"
Es ging hauptsächlich da um das Volksbegehren und es wurde eine "grüne" Kreis,- Land-, weiß nicht mehr genau was für Abgeordnete interviewt.
Das wichtigste war dabei, wenn wir mehr Öko betrieb haben werden Öko Lebensmittel billiger und für mehr Menschen bezahlbar.
Das sagt alles wofür unsre Politiker stehen.

Lebensmittel müssen billig sein.
egal ob Konv odere Bio
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: nichtdicht am 27. März 2019, 01:41:59
Umsellen auf Bio kann mann machen, aber nicht weil es höhere Ha zahlungen gibt. Subventionjunkies machen das. Immer mehr vom Staat, und ist das billiges Geld? Nein, mann verkauft seine Seele an der Politik. Die Politiker habe es jetzt zu sagen auf deinen Betrieb, für was gehört was!

Marjonetten von der Gesellschaft werden so gemacht und danach beschweren das die Gesellschaft bestimmt was bei euch auf dem Hof passiert

Wofür werden die höhere ha Zahlungen benutzt, um hohere Pachtpreise Zahlen zu können? Der ganze Markt wird verzehrt!!

mfg von ein ohne Subventionen bewirtschaftenden Landwirt, Der ruhig lebt

Herman
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: farming.ch am 27. März 2019, 04:41:56
es war vor ca. 3 oder 4 Wochen im Fernsehen BR3 Sendung "Unser Land"
Es ging hauptsächlich da um das Volksbegehren und es wurde eine "grüne" Kreis,- Land-, weiß nicht mehr genau was für Abgeordnete interviewt.
Das wichtigste war dabei, wenn wir mehr Öko betrieb haben werden Öko Lebensmittel billiger und für mehr Menschen bezahlbar.
Das sagt alles wofür unsre Politiker stehen.

Lebensmittel müssen billig sein.
egal ob Konv odere Bio

Das ist natürlich sehr schlecht, sowas! Nicht gute Ausgangslage. Eine gute Ausgangslage wäre, die Leute hätten hohe Einkommen und Lebensmittel haben Kultstatus.
Deutsche Lebensmittel = der Mercedes-Benz, den jeder erwerben will.

Vielleicht hätte die deutsche Landwirtschaft mehr "Punkte" bei der deutschen Bevölkerung (mehr Fans so zu sagen), wenn ihr eine Kampagne
machen würdet mit Inhalt "für höhere Einkommen und besser Esser" ?
Man muss manchmal auch schlau und kreativ sein um sich seiner Haut zu wehren.
Für die "guten" Werte einstehen kommt sicher an, und schafft wieder Vertrauen beim Verbraucher und Bürger.
Welche guten Werte so ein deutscher Verbraucher und Bürger von einem Landwirt erwartet sollte man zuerst wohl erforschen.
Soviel ich weiss, braucht es dazu Soziologen. Also Gesellschaftskundler.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Euro-T am 27. März 2019, 06:30:16
Um die 90% der deutschen Bürger vertrauen der konventionellen Landwirtschaft - das bestätigen sie jeden Tag an der Ladentheke.

Und auch im "echten Leben" führe ich in letzter Zeit mehr gute Gespräche, als sinnlose Diskussionen.

"Die Menschen", die eine Agrarwende wollen, sind wenige - dafür aber sehr laut.

Der Mainstream ist es jedenfalls nicht.

Und dennoch macht es das Problem nicht kleiner, denn Fakten interessieren heute nicht mehr und kaum noch einer handelt so, wie er spricht ("ich würde ja, wenn", oder "rette die Biene und habe nen Steingarten").
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Rohana am 27. März 2019, 07:22:31
Um die 90% der deutschen Bürger vertrauen der konventionellen Landwirtschaft - das bestätigen sie jeden Tag an der Ladentheke.
Das ist eine gewagte Formulierung, ich würde es eher nennen "Um die 90% der deutschen Bürger denken nicht an Glyphosat wenn sie jeden Tag konventionelle Produkte kaufen"  ;D

Das Bewusstsein dabei ist einfach herzlich wenig da. Lass mal das Bio-Produkt und das Konvi-Produkt das selbe kosten - da würde es dann anders aussehen. Nichtsdestotrotz, würden alle Bienenretter Bio kaufen, gäbe es mit Sicherheit ein anderes Bild im Umsatz...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Stanky am 27. März 2019, 08:08:55
Moin,
doch, ich sehe das genau wie Olli,
Um die 90% der deutschen Bürger vertrauen der konventionellen Landwirtschaft - das bestätigen sie jeden Tag an der Ladentheke.
Das ist eine gewagte Formulierung, ich würde es eher nennen "Um die 90% der deutschen Bürger denken nicht an Glyphosat wenn sie jeden Tag konventionelle Produkte kaufen"  ;D

es ist leider nur so, das 2% der Bevölkerung die Meinungshoheit für sich beanspruchen.
Bei uns mit der leidigen Wolfsgeschichte genau das selbe, wenn man die Leserbriefe liest, die sich für den Wolf aussprechen, die kommen aus Lübeck und ähnlichen größeren Orten, wo sie sicherlich mit dem Wolf keine Berührungspunkte haben. Es gibt sogar Einige, die sich gegen den Wolf aussprechen, nun ratet mal, wo die beheimatet sind? ;)
Im Kindergarten kommt eine junge, nette Mutter mit einem Peta-Aufkleber am Auto, neulich habe ich Sie bei Aldi getroffen, den Wagen voller Schnitzel aus dem Billigregal :irre:, irgendwelche Fragen?
Der Mensch ist ein bequemes Wesen, Wasser predigen und Wein saufen!
Gruß
Frank
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Gast 225 am 27. März 2019, 08:15:42
bei Aldi getroffen, den Wagen voller Schnitzel aus dem Billigregal :irre:, irgendwelche Fragen?
Gruß
Frank

Oh , hast du wenigstens Anzeige erstattet ?

Die Wölfe fressen doch nur Bio Fleisch und das kommt ja dann schon einer vorsätzlichen Vergiftung der Kuschel Tiere sehr nahe .
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 27. März 2019, 08:27:58
Die Probleme kommen dann, wenn das Angebot größer als die Nachfrage ist. Das haben wir jetzt schon in Bereichen, die seit jeher belastet sind. Ob das nun konventionelle oder Bio Milch ist, spielt dabei keine Rolle. Die Protagonisten sind ja dieselben.

In Österreich wird nun für Japan zertifiziert. Soll recht spannend sein.

Bei uns wollte nun ein paar Orte weiter jemand eine kleine Bio Hähnchenmast hoch ziehen (1.500 Plätze). Hat er wegen der Anrainerproteste nicht hin bekommen. Da hilft Bio auch nichts.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Meisteringenieur am 27. März 2019, 12:04:54
Ich glaube das es irgendwann keine Alternative mehr gibt zu Bio in Deutschlands.
Politisch und gesellschaftlich gewollt, natürlich zu billigen Preisen. 
Also Preise wie Konvi und mehr Förderung anders geht es nicht.
Ich glaube aber das es einfach schleichend durch die Hintertür kommt. Die Verarbeiter werden die Regeln vorschreiben, wie man es ja jetzt schon bei den Molkereien sieht. Sie schreiben dann vor kein Glyphosat, irgendwann wahrscheinlich keinen Pflanzenschutz etc.

Der Großteil der Konvi Ware wird auf dem Ausland kommen.
Deutschland steigt ab und Blüht auf. Chance sehe ich da evtl noch das wir die ganzen "alten" Blühpflanzen dann in der Biogas vergären.
So mein Szenario  :o
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: DerJo am 27. März 2019, 12:21:15
Wenn nur die Umstellerprämie wegfällt, mag das ja noch gut sein, gerüchteweise soll für Neuumsteller noch mehr wegfallen....

In ST fällt nächstes Jahr die Umstellerprämie von zusätzlich 230 Euro weg...was soll der Quatsch? 8% Bio im Land! 20 sollen es werden aber das Geld ist nicht da... :cara: :kloppe: :stupid: :boing: :runter1: :runter: :kotz: :nixweiss: :wall: :wall: :wall: :zunge: :zeter: :hopp: :stop:

Weißt du da etwas genaueres?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 28. März 2019, 07:12:18
Umsellen auf Bio kann mann machen, aber nicht weil es höhere Ha zahlungen gibt. Subventionjunkies machen das. Immer mehr vom Staat, und ist das billiges Geld? Nein, mann verkauft seine Seele an der Politik. Die Politiker habe es jetzt zu sagen auf deinen Betrieb, für was gehört was!

Marjonetten von der Gesellschaft werden so gemacht und danach beschweren das die Gesellschaft bestimmt was bei euch auf dem Hof passiert

Wofür werden die höhere ha Zahlungen benutzt, um hohere Pachtpreise Zahlen zu können? Der ganze Markt wird verzehrt!!

mfg von ein ohne Subventionen bewirtschaftenden Landwirt, Der ruhig lebt

Herman

Viele stellen derzeit um nicht weil sie überzeugt sind sondern wegen des Geldes ( oder der Förderung).
Die Betriebe die vorher nicht zurecht gekommen sind werden auch zukünftig nicht zurecht kommen. Das Leiden wird nur verlängert.

@ Olli
Ob die Mehrheit der deutschen der Landwirtschaft vertraut weiß ich nicht. Glaube ich nicht. Den meisten ist es egal die schauen einfach auf den Preis. Problem ist doch das die Mehrheit der Bevölkerung im Verhältnis immer weniger Geld hat und sich für die günstige Variante entscheidet aber trotzdem für peta, Bund usw. spendet oder Mitglied ist.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: nofear am 28. März 2019, 10:16:38
Ich denk die Mehrheit  der Bevölkerung hat nur gefühlt weniger Geld. Schau Dir doch mal die Tarifabschlüsse an, egal ob ÖD, Metaller, 8-Wochen-Anlernjob Sicherheitsdienst (die wollten doch tatsächlich 20€/h... :irre: so im Verhältnis zu Pflegekräften...)
Es wird ihnen nur vorgemacht, wofür das Geld ausgegeben werden soll und da stehen gute Nahrungsmittel leider nicht weit vorn... schau doch mal in andere Länder, die geben weit mehr dafür aus, ohne mehr zu verdienen.
Der Mehrheit ist es egal, ob die vollen Regale in Zukunft von hier kommen oder unter welchen Bedingungen das Zeug im Ausland produziert wurde.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: ThomasD am 28. März 2019, 10:36:20
Der Mehrheit ist es egal, ob die vollen Regale in Zukunft von hier kommen oder unter welchen Bedingungen das Zeug im Ausland produziert wurde.
Das sehe ich etwas differenziert! Milch, Fleisch und Eier haben die Tendenz zu mehr regionalität. Bei pflanzlichen Lebensmitteln und Futtermitteln ist dem Verbraucher scheinbar egal, woher sie kommen. Hauptsache zu jeder Jahreszeit verfügbar, dabei ist es auch egal, ob bio oder konvi..
(Bio-) Früh- Kartoffeln aus Ägypten sind ein gutes Bespiel für diese Misere.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Henrik am 28. März 2019, 11:44:22
Ich denk die Mehrheit  der Bevölkerung hat nur gefühlt weniger Geld. Schau Dir doch mal die Tarifabschlüsse an, egal ob ÖD, Metaller, 8-Wochen-Anlernjob Sicherheitsdienst (die wollten doch tatsächlich 20€/h... :irre: so im Verhältnis zu Pflegekräften...)
Es wird ihnen nur vorgemacht, wofür das Geld ausgegeben werden soll und da stehen gute Nahrungsmittel leider nicht weit vorn... schau doch mal in andere Länder, die geben weit mehr dafür aus, ohne mehr zu verdienen.
Der Mehrheit ist es egal, ob die vollen Regale in Zukunft von hier kommen oder unter welchen Bedingungen das Zeug im Ausland produziert wurde.

Die Bevölkerung hat weniger Geld, überall Auflagen usw. erhöhen üerall die Kosten und die werden an den Endverbraucher weiter gereicht. Du findest heute keine Vollzeitstellen mehr, aber Aushilfen findest heute noch in vielen Bereichen, die Leute sind einfach froh noch paar € nebenbei als Nebenjob zu verdienen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: superuser am 29. März 2019, 12:38:38
Und es geht weiter: Nicht nur das wir rotes Gebiet sind. Jetzt wird ab nächstem Jahr auch noch das Rodentizid verboten...
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: farming.ch am 01. April 2019, 19:48:53
 :D 8) :D

Hoffentlich positive Marktaussichten dank dem Austerben des "Schnäppchenjägers" !
Die Grünen werden diesmal wohl nicht das Artensterben bedauern ;-).

"Deutsche Schnäppchenjäger am Aussterben
01.04.2019 – (lid.ch) – Deutschland kann sein Image als Paradies für Schnäppchenjäger wohl nicht mehr lange aufrecht halten. „Geiz ist geil“ gerät in die Defensive. Deutsche kaufen immer nachhaltiger, hochwertiger und teurer ein."
https://www.lid.ch/medien/agronews/alle-agronews/lid-news/news2/deutsche-schnaeppchenjaeger-am-aussterben/

Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 01. April 2019, 20:19:51
Bevor das kommt, friert die Hölle zu. ;)

Mal im Ernst: Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich höre die Menschen nur andauernd jammern, dass Aldi immer teurer wird und sie daher zu Lidl gehen.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: Ruebe am 01. April 2019, 22:59:11
Schon mal aufs Datum geschaut?
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: wolf am 02. April 2019, 09:06:51
Mein Eindruck ist ein ähnlicher. Die Werbeflyer der verschiedensten Ketten sind voller Bioprodukte, nicht nur Bioland bei Lidl. Das machen die nicht, weil es um einen Randbereich des Geschäftes geht.
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 02. April 2019, 10:09:56
Ich glaube nicht, dass das ein Aprilscherz war.

Aldi versucht es in Österreich mit der Brechstange. So toll entwickelt sich der Umsatz an Österreich aber nicht, obwohl sie laufend neue Filialen errichten.

Hier mal ein Beispiel: https://www.hofer.at/de/sortiment/frischfleisch/
Titel: Re: Umstellung auf Bio ?
Beitrag von: BNT am 08. April 2019, 21:06:35
Eine "Aktion scharf" würde den heimischen Umstellungswilligen sicher helfen:

https://bio-markt.info/berichte/eu-kommission-entzieht-internationalem-oeko-zertifizierer-die-lizenz.html