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Autor Thema: Winterweizen 2021  (Gelesen 36497 mal)

Marschmensch und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

crosser

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #210 am: 23. Juni 2021, 14:07:18 »

Chevignon ist ein drecksack... Mit seinem grossen Fahnenblatt blendet er massiv Bestandesdichte vor. Zur Frühsaat ist er gut geeignet. Für Spätsaat will er im Frühjahr zu schnell hoch und bestockt meist nicht ausreichend. Zudem ist seine Ährengesundheit eher mäßig. Deswegen ist er bei mir nicht mehr im Anbau.

Der Chevignon könnte in der Tat etwas dicker stehen. Allerdings will ich auch nicht, dass er jeden schwachen Nebentrieb mithochzieht. Insofern werde ich ihn dieses Jahr einfach deutlich dicker säen mit gut 200 kg/ha. Ich muss ohnehin die Saatzeit nach hinten verschieben, weil mir sonst einfach viel zu viel Ackerfuchsschwanz durchgeht. Das ist mittlerweile ne richtige Plage. Und der Chevgnon hat dazu auch noch eine erektophile Blattstellung, was zwar einerseits positiv gegenüber Blatt- und Halmbasiskrankheiten ist, aber dadurch wird der Boden nicht immer ausreichend abgedeckt.

Was mir an der Sorte wirklich gut gefällt, ist ihre Blattgesundheit. Die LfL in Bayern bewertet ihn zwar auch als ährengesund, aber da bin ich mir weniger sicher.

Ich will auf jeden Fall noch ne zweite Sorte. Und da weiß ich noch nicht, ob ich den Nachbarn um ein paar Zentner seines Johnny anpumpe, der spätsaatverträglich und sehr blattreich ist oder ob ich mir den LG Character zulege, der ebenfalls recht wüchsig ist.
Chevignon und AFU passt aber nicht! Neulich Bestand gesehen, da war mit Chevignon angefangen und mit Informer weiter gemacht, da konnte man die AFU Grenze wie geschnitten sehen. Leider keine Fotos gemacht

Kann ich 1 zu 1 bestätigen. Habe auf einer Fläche Chevignon / Keitum / Informer stehen. Fläche hat bisher immer geringen AFU Druck, die Teilflächen mit Keitum und Informer sehen auch gut aus. Allerdings hat die Chevignon Teilfläche unnormalen AFU Besatz entwickelt... nicht wirklich schön.

Gruß

Hendrik
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Kai-Uwe

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #211 am: 24. Juni 2021, 12:47:26 »

Hab da mal ne Frage.
Was hat eine Weizensorten mit dem Aufkommen von AFU zutun?
Das wäre mit absolut neu.

Die Sorte hat Einfluss darauf, wie schnell und gut der Boden bedeckt wird und wie konkurrenzstark der Weizen gegenüber dem AFU ist.
Chevignon zB hat sehr aufrecht stehende Blätter und ist auch nicht der bestockungsstärkste Typ.
Dadurch fällt länger Licht auf den Boden.
Informer zB zählt mit seinen breiten und eher überhängenden Blättern zu den massigeren Sorten mit hoher Bodenbedeckung und starker wüchsiger Konkurrenzkraft. Er kann eher mal nen AFU unterdrücken.

Wobei diese Wirkung schon eher gering ist oder? Mir ist noch nie aufgefallen dass es da Sortenunterschiede gibt. Vielleicht baue ich aber auch die falschen Sorten an. ;-)

Ich kann da ein kleines Beispiel aus früheren Jahren beisteuern, ich habe auf einer Ackerfuchsschwanz-Fläche den Kredo gedrillt und aufgrund zu knapper Saatgutbestellung dann den Rest mit Herrmann fertig gedrillt. Im Kredo hat meine damalige Standardspritzung mit Cadou + Bacara ausgereicht um keinen Fuchsschwanz mehr zu finden. Im Hermann hat er zur Ernte schön oben rausgeguckt. Der Kredo hat sich durch ein Maisähnliches Fahnenblatt ausgezeichnet, ich habe bisher keine Sorte mehr mit so breiten Blättern gehabt. Meine heutigen Sorten sind lange nicht mehr so extrem.

Ich beobachte immer wieder das in der CULTAN Variante deutlich größere Blätter am Weizen zu finden sind.... Anbei ein Bild aus dem Jahr 2020
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Steinreich!

angusy

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #212 am: 24. Juni 2021, 13:20:57 »

Das ist die gleiche Weizensorte mit dem gleiche Drilltermin?

Ich habe Sommerweizen gesät von Anfang Dezember bis Anfang April. Der sieht auch völlig unterschiedlich aus in den vergleichbaren Entwicklungsstadien.
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Uwe

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #213 am: 24. Juni 2021, 16:59:06 »

Auf den ersten Blick wirkt das aber auch so, als wenn links deutlich mehr Blätter/Triebe sind, als rechts?!?
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Nobbi

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #214 am: 24. Juni 2021, 17:56:14 »

Auf mich wirkt es so, als wäre links und rechts die gleiche Sorte mit der gleichen Saatstärke. Allerdings ist der rechte Weizen deutlich fetter, was auf eine wesentlich bessere N-Versorgung hindeutet.
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Uwe

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #215 am: 27. Juni 2021, 10:20:05 »

Nach vier Tagen mit 30°C am letzten Wochenende gab es diese Woche dann über 40mm Niederschlag.
Die folgenden Bilder wurden in der Hitzeperiode aufgenommen.
Der frühe Einzelährentyp Arkadia ist recht krankheitsanfällig. Daher hat er dieses Jahr auch vier Fungizidbehandlungen bekommen (EC29/30 - EC31/32 - EC34/37 - EC65). Natürlich gab es da nur mittlere Aufwandmengen von günstigen Mitteln, wäre sonst ja unbezahlbar und vielleicht sogar unrentabel ... nur aufs Fahnenblatt hab ich das neue von BASF ausprobiert. Bei den ständigen kurzen Feuchteperioden dieses Jahr habe ich bei dieser Sorte vermutlich nicht viel falsch gemacht.

Mit etwas über 500 Ähren/qm hab ich wahrscheinlich eine recht ordentliche Ertragserwartung (für meine Verhältnisse).
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Uwe

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #216 am: 27. Juni 2021, 10:34:33 »

Der späte Bestandesdichetyp Julius hingegen musste mit 3 Behandlungen auskommen: EC29 - EC34 - EC59.
Die Anzahl der Ähren liegt hier auch "nur" bei 500Ähren/qm, was mir für diese Sorte fast zu wenig ist.
Zwischendrin sieht man ab und zu ein paar Ähren von der sehr späten begrannten Sorte Ostroga, aber das stört nicht weiter.
Die Frage ist hier hauptsächlich, wann der denn mal reif wird. Der Bestand ist jetzt vermutlich gerade mal mit der Blüte durch...
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Uwe

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #217 am: 27. Juni 2021, 10:44:28 »

Zum Abschluss noch ein paar Bilder der realtiv neuen polnischen Sorte Euforia.
Die Sorte gefällt mir bisher ganz gut, mal gucken was die Waage später sagt.
Auffällig ist, das die Ähre im oberen Teil gestaucht wirkt...
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Nobbi

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #218 am: 27. Juni 2021, 12:56:03 »

Vier mal Fungi muss man sich und der Umwelt schon mal antun wollen.
Finde ich deutlich übertrieben und hat mit guter fachlicher Praxis nichts zu tun.
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Dresel

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #219 am: 27. Juni 2021, 13:02:08 »

Ich finde es deutlich übertrieben aus Niederbayern beurteilen zu wollen was in Masuren gute fachliche Praxis ist.
Ich könnte mir vorstellen, den Uwe mal um ne genauere Erklärung zu bitten, falls man so etwas in Niederbayern kennt.
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Grüße Dresels Walter

angusy

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #220 am: 27. Juni 2021, 13:09:16 »

Dresel, das siehst Du vollkommen falsch!

Ein Kreuzschiene weiß von Geburt an, was auf dieser Welt im Ackerbau richtig und was falsch ist.
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Nobbi

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #221 am: 27. Juni 2021, 13:40:08 »

Ich finde es deutlich übertrieben aus Niederbayern beurteilen zu wollen was in Masuren gute fachliche Praxis ist.
Ich könnte mir vorstellen, den Uwe mal um ne genauere Erklärung zu bitten, falls man so etwas in Niederbayern kennt.
Gute fachliche Praxis beginnt schon bei der Sortenwahl!
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Desperado

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #222 am: 27. Juni 2021, 15:10:47 »

Ich finde es deutlich übertrieben aus Niederbayern beurteilen zu wollen was in Masuren gute fachliche Praxis ist.
Ich könnte mir vorstellen, den Uwe mal um ne genauere Erklärung zu bitten, falls man so etwas in Niederbayern kennt.
Gute fachliche Praxis beginnt schon bei der Sortenwahl!

An der Stelle muss ich Nobbi (Kreuzschiene?) einmal beispringen. Vier Fungizidbehandlungen sind heutzutage kaum noch darstellbar - selbst dann, wenn die Sorte so krankheitsanfällig sein sollte wie ein JB Asano oder ein Akteur. Da muss man sich dann doch einmal durchringen und eine neuere Sorte mit besseren Resistenzen anbauen.

Mehr als zwei - bei Stoppelweizen vielleicht drei Fungizidbehandlungen sollte man auch in Ostpreußen nicht benötigen
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Georg

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #223 am: 27. Juni 2021, 15:16:46 »

Ich verstehe Eure Aufregung nicht!?
Ist doch nicht Euer Geld das Uwe da " verspritzt" ..... ;D?
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greenlife

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Re: Winterweizen 2021
« Antwort #224 am: 27. Juni 2021, 15:39:53 »

Fragen an Uwe:
-Hast du da oben neutrale Beratung? lokale Prognose-Modelle?

-vier Behandlungen hört sich ja viel an.
War das jetzt in der Gößenordnung 4 mal 1,25 Skyway Xpro, oder eher angepasste 4 mal 0,6 Folicur?
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