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Autor Thema: Zwischenfrucht  (Gelesen 1307042 mal)

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kronawirt78

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2760 am: 17. Oktober 2020, 13:05:49 »

Namhafte Berater erwähnen die irganische substanz auch immer mal als kurzfristige C-Quelle , gerade bei Mais - kann CO2 im Boden aus Umsetzungsprodukt die Pflanze ernähren?

Das wäre eine Funktion die erstmal nix mit KAK oder Ton-Humus Komplex zu tun hat.
mfg Tim
Das ist jedenfalls auch mein Eindruck, bezogen auf Stroh, ohne dazu exakte Zahlen zu haben. Fürn Humus soll Strohdüngung ja gar nicht sooviel bringen, und kurzfristig kanns auch mal Probleme machen. Aber für den Ertrag mittelfristig, ist Stroh durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Stroh...
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Heico

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2761 am: 17. Oktober 2020, 13:14:12 »

Ich sehe das immer noch wie früher in Nährhumus und Dauerhumus, wobei die Grenze fließend ist. Den Nährhumus könnte man als Garebildner bezeichnen. Wer viel Wachstumszeit im Herbst hat, kann die wertvolleren Pflanzen mit mehr Wurzelwerk nehmen und bei wenig Zeit die schnellwachsenden wie Senf Phacelia usw.
Bodenfruchtbarkeit bringen sie Alle mehr oder weniger. Leider ist die Forschung am Boden vor 30 Jahren beendet worden. Somit sind die alten Lehrbücher aus den 80ern noch aktuell :D


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Tim

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2762 am: 18. Oktober 2020, 12:46:58 »

Leider ist die Forschung am Boden vor 30 Jahren beendet worden. Somit sind die alten Lehrbücher aus den 80ern noch aktuell :D

Da muss ich wirklich auch mal so Verschwörungstheorie rauskramen - so wirklich hat sowas im konventionellen Ackerbau einfach auch keinen mehr interessiert - die Möglichkeiten des chemischen Pflanzenschutzes/der mineralischen Düngung , und im Endeffekt natürlich auch der Mechanisierung - haben da viel mehr und schneller erreichbares Potential offen gelegt.

Zum Thema Forschung bekleckern sich die öffentlichen Träger schlichtweg nicht wirklich mit Ruhm , oder ?

kleckerweise geht es wieder in die Richtung biologische Lösungen zu finden..?
https://mobile.twitter.com/TRIEBWERKrelawi/status/1317177669939810306
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2020, 13:09:23 von Tim »
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Melf

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2763 am: 24. Oktober 2020, 15:38:59 »

Apropos Forschung. Es gab kürzlich eine Dissertation zur Wirkung von unterschiedlich geführten Zwischenfrüchten auf den Unkrautbesatz: http://opus.uni-hohenheim.de/volltexte/2020/1746/

Mich hätten ja noch andere Wirkungen interessiert, aber in Zukunft dürfte diese Frage sicher immer wichtiger werden.

Melf
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Peter83

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2764 am: 24. Oktober 2020, 18:38:10 »

Apropos Forschung. Es gab kürzlich eine Dissertation zur Wirkung von unterschiedlich geführten Zwischenfrüchten auf den Unkrautbesatz: http://opus.uni-hohenheim.de/volltexte/2020/1746/

Mich hätten ja noch andere Wirkungen interessiert, aber in Zukunft dürfte diese Frage sicher immer wichtiger werden.

Melf

Die Hauptfrage, die ich mir dabei stelle ist: Wenn die Unkrautsamen nicht auflaufen (unterdrückt sind und nicht verrotten oder auflaufen und phytochemisch/ durch sekundäre Pflanzenstoffe abgetötet werden), wie viel Samenpotential schaffe ich mir dann in meinem Boden heran?

Ich habe meine Strategie die letzte Zeit nochmal überdacht und bin für mich/meine Böden der Meinung, dass die Zwischenfrucht bei mir spät bestellt werden muss. Also um den 1.9. rum, sodass ich noch Samenpotential verbrauche/vernichten kann. Das hat auch noch den Vorteil, dass die ZF nicht zum Blühen kommt.
Wo ich viel AFU habe, habe ich jetzt 6-7 mal Bodenbearbeitung gemacht (und werde vorm Mais noch Pflügen) und auf Zwischenfrucht verzichtet. Ich war recht erstaunt, wie viel AFU gerade jetzt im Oktober noch aufgelaufen ist.
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Heiner

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2765 am: 25. Oktober 2020, 07:23:40 »

Die Hauptfrage, die ich mir dabei stelle ist: Wenn die Unkrautsamen nicht auflaufen (unterdrückt sind und nicht verrotten oder auflaufen und phytochemisch/ durch sekundäre Pflanzenstoffe abgetötet werden), wie viel Samenpotential schaffe ich mir dann in meinem Boden heran?

Hallo,

diese Frage lenkt den Blick womöglich in die falsche Richtung. Man darf dabei nicht aus den Augen verlieren, dass Unkrautbesatz immer ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren ist, wobei das Samenpotential nur einer der Faktoren ist.
Darüberhinaus sind Keimbedingungen, Standortbedingungen, Wetterbedingungen, Bodenstrukturbedingungen, Lichtverhältnisse, Durchlüftung des Bodens, Konkurrenz durch Pflanzen (sowohl Beschattung als auch Wurzelkonkurrenz) und Nährstoffverhältnisse entscheidende Faktoren ob eine Art durchsetzt oder auch wieder verschwindet.

Der Effekt der Zwischenfrüchte ist dabei auch nicht immer gleich. In trockenen Sommern wie den letzten 3 ist es schwierig gewesen Zwischenfrüchte mit ausreichender Pflanzemasse zu etablieren, so dass sich das feucht-warme Microklima welches man für die Umsetzung organischer Masse braucht unter diesen Zwischenfrüchten kaum bis gar nicht gegebildet hat.
Der weitere Effekt der Zwischenfrüchte ist die Bildung von Wurzelmasse, und das Lösen und Binden von wasserlöslichen Nährstoffen in organische Substanz, einhergehend mit einer schönen Krümelstruktur des Bodens.
Viele Faktoren und deren Einfluss auf das Keimverhalten von Unkrautsamen sind noch nicht erforscht. Dazu gehört z.B. die Frage nach dem Gasaustausch im Boden.

Ausgangspunkt der Betrachtungen muss eigentlich sein, das die Natur immer bestrebt ist den Boden durch Bewuchs bedeckt zu halten. Je nach Bedingungen siedeln sich deshalb sehr zügig bestimmte Pflanzenarten an. Daher zeigen diese Pflanzenarten auch typische Standortbedingungen an.
Deshalb ist es einerseits erstaunlich, aber auch gleichzeitig nicht verwunderlich, dass so ziemlich zeitgleich auf vergleichbaren Ackerbaustandorten auf einmal vergleichbare Unkrautprobleme in weit voneinander entfernten Landstrichen auftreten.

@Peter83 der Effekt Deiner Strategie liegt nicht primär darin durch Keimung das Samenpotential zu vermindern, sondern darin optimale Keimbedingungen für das Unkraut zu schaffen zu dem die Samen die "keimbereit" sind keimen, so dass zu einem späteren Termin, wenn die Bedingungen nicht mehr ganz so optimal sind bei der Getreidesaat weniger dieser Unkräuter in Keimstimmung sind.

Die Uni Bonn hatte in Zusammenarbeit mit der Fa. Bayer hier in der Nähe eine Versuchsfläche angelegt wobei Bodenbearbeitung und Pflanzenschutz im Hinblick auf die Ausbildung von Herbizidresistenzen beim Ackerfuchsschwanz untersucht werden sollen. Dabei hatte man dann aus den verschiedenen Parzellen Bodenproben gezogen und eingefroren um dann im Nachgang zu analysieren wie hoch das Samenpotential ist, und wie hoch der Resistenzgrad dabei ist. Das Problem bestand letztendlich aber darin, dass die Samen aus diesen Proben im Labor gar nicht keimen wollten ...

Für mich ist die spannende Frage warum nicht ????

Die Antwort darauf werde ich wohl leider nie erfahren,
aber trotzdem wünsche ich Euch einen schönen Sonntag

Heiner


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Gerhard

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  • Gerhard
Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2766 am: 25. Oktober 2020, 07:31:39 »

Mein Thema bei Zwischenfrüchten ist mehr die Ganze Ungeziefer vermehrung in Zwischenfrüchten (Drahtwurm )sonstige Hat sich eigentlich da schon einer Gedanken darüber gemacht
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Jo

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2767 am: 18. Januar 2021, 08:42:48 »

Hallo,
unsere Zwischenfrüchte liegen derzeit unter einer 10cm Schneedecke. An einem passenden, nicht zu feuchten Tag im November wurden die Bestände mit Messerwalze+Walze bearbeitet. Der Ölrettich wurde dabei überwiegend zerfetzt.
ZF war teilweise die MaisPro TR solo, teilweise MaisPro TR mit Ackerbohne, teilweise Ackerbohne + Phacelia/Ramtil/Alexklee.
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Melf

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2768 am: 24. Juni 2021, 14:55:03 »

Wir planen nach Winterroggen zu Mais eine Zwischenfrucht im roten Gebiet auf sandigem Boden, z.T. etwas humos, z.T. mit etwas Lehm, nahe der dänischen Grenze im nördlichen SH. Eigentlich gibt es immer Schweinegülle, aber zu dem Roggen hatte sie sich dieses Jahr zu dem späten Zeitpunkt, der in Frage kam, nicht gelohnt. Also gab es AHL. Der Roggen sieht allerdings nicht so aus als wäre er überernährt. Nun stellt sich die Frage, wie wir die Zwischenfrucht etablieren sollten. Geplant wäre eine Drillsaat nach einem tiefen Grubberstrich. Es enstehen allerdings allerlei Fragen:
Sollte das Stroh besser abgefahren werden oder auf dem Feld gelassen werden?
Wie hoch sollte der Leguminosenanteil der Zwischenfrucht sein, wenn nächstes Jahr zum Mais wieder primär mit Sauengülle gedüngt wird?
Sollten winterharte Komponenten in der Zwischenfrucht sein?
Ist es sinnvoll die Zwischenfrucht später noch zu beweiden und darum keinen Buchweizen in der Mischung zu haben?
Wie sollte der Boden zur Maissaat bearbeitet werden (oft erwärmt er sich im Frühjahr nur langsam, da es kühl ist)?

Gruss

Melf
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Heiner

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2769 am: 24. Juni 2021, 21:43:22 »

Hallo Melf,

um Deine Fragen für Dich passend zu beantworten musst Du da ach genauer die Aufgaben die diese Zwischenfrucht erfüllen soll definieren :

- N und Nährstoffe fixieren
- Erosionsschutz über Winter
- Erosionsschutz im Mais
- Kohlenstoff sammeln / Humusaufbau
- Bodengare schaffen
- Greeningauflagen erfüllen
- Frühjahrsdüngung ermöglichen

aus diesem Strauß an möglichen Anforderungen sind die und/oder weitere auszuwählen welche erfüllt werden sollen, denn das hat letztendlich entscheidenden Einfluss auf die Komponentenauswahl.

Wir planen nach Winterroggen zu Mais eine Zwischenfrucht im roten Gebiet auf sandigem Boden, z.T. etwas humos, z.T. mit etwas Lehm, nahe der dänischen Grenze im nördlichen SH. Eigentlich gibt es immer Schweinegülle, aber zu dem Roggen hatte sie sich dieses Jahr zu dem späten Zeitpunkt, der in Frage kam, nicht gelohnt. Also gab es AHL. Der Roggen sieht allerdings nicht so aus als wäre er überernährt. Nun stellt sich die Frage, wie wir die Zwischenfrucht etablieren sollten. Geplant wäre eine Drillsaat nach einem tiefen Grubberstrich. Es enstehen allerdings allerlei Fragen:
Sollte das Stroh besser abgefahren werden oder auf dem Feld gelassen werden?

Die Frage nach der Strohabfuhr hat 3 Komponenten :
1. N-Fixierung, da im roten Gebiet die ZF nicht gedüngt werden darf, ist die Strohabfuhr für die N-Versorgung der ZF vorteilhaft.
2. Drilltechnik, wenn die Drilltechnik keine vernünftige Saatgutablage bei Strohauflage gewährleistet dann ist die Strohabfuhr anzuraten.
3. Nährstoffversorgung, wenn Kohlenstoff und Grundnährstoffe dem Acker erhalten bleiben sollen, dann sollte von der Strohabfuhr abgesehen werden.

Wie hoch sollte der Leguminosenanteil der Zwischenfrucht sein, wenn nächstes Jahr zum Mais wieder primär mit Sauengülle gedüngt wird?

Da gibt es zum einen die rechtliche Frage nach der geplanten N-Düngemenge gem. Düngeverordnung unter Bewertung der N-Nachlieferung der Zwischenfrucht, zum anderen die pflanzenbauliche Komponente.
Pflanzenbaulich sollten gut 50 bis 60 % Leguminosen in der Mischung sein, um eine brauchbare Bodenbedeckung ohne Düngung zu bekommen. Hier machen besonders grobkörnige Leguminosen wie Erbse und Bohne eine gute Figur.

Sollten winterharte Komponenten in der Zwischenfrucht sein?

Um das Bodenleben durchgängig zu ernähren macht es Sinn winterharte Komponenten in die ZF einzubauen. Allerdings erfordern diese im Frühjahr einen gekonnten Umgang mit ihnen.

Ist es sinnvoll die Zwischenfrucht später noch zu beweiden und darum keinen Buchweizen in der Mischung zu haben?

ja

Wie sollte der Boden zur Maissaat bearbeitet werden (oft erwärmt er sich im Frühjahr nur langsam, da es kühl ist)?

das hängt letztendlich von dem ab, welche ZF-Arten im Anbau sind, da gibt es kein für alle Bedingungen gültiges Rezept.


Heiner
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Leonhard

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2770 am: 25. Juni 2021, 10:29:15 »

Wir planen nach Winterroggen zu Mais eine Zwischenfrucht im roten Gebiet auf sandigem Boden, z.T. etwas humos, z.T. mit etwas Lehm, nahe der dänischen Grenze im nördlichen SH. Eigentlich gibt es immer Schweinegülle, aber zu dem Roggen hatte sie sich dieses Jahr zu dem späten Zeitpunkt, der in Frage kam, nicht gelohnt. Also gab es AHL. Der Roggen sieht allerdings nicht so aus als wäre er überernährt. Nun stellt sich die Frage, wie wir die Zwischenfrucht etablieren sollten. Geplant wäre eine Drillsaat nach einem tiefen Grubberstrich. Es enstehen allerdings allerlei Fragen:
Sollte das Stroh besser abgefahren werden oder auf dem Feld gelassen werden?
Wie hoch sollte der Leguminosenanteil der Zwischenfrucht sein, wenn nächstes Jahr zum Mais wieder primär mit Sauengülle gedüngt wird?
Sollten winterharte Komponenten in der Zwischenfrucht sein?
Ist es sinnvoll die Zwischenfrucht später noch zu beweiden und darum keinen Buchweizen in der Mischung zu haben?
Wie sollte der Boden zur Maissaat bearbeitet werden (oft erwärmt er sich im Frühjahr nur langsam, da es kühl ist)?

Gruss

Melf

Da im roten Gebiet keine N Düngung zur Zwischenfrucht erlaubt ist würde ich hier die Strohabfuhr empfehlen das die ZF den Stickstoff direkt zur Verfügung hat.

Wir arbeiten vor Mais nach Wintergetreide mit der Maispro Mischung von DSV https://www.dsv-saaten.de/sorte/2761
Aussaat mit Drillkombination nach Stoppelsturz mit Flügelschargrubber.

Ich habe die Erfahrung gemacht das bei einer Teilweise Winterharten Zwischenfrucht die Bodengare bei uns im Frühjahr besser ist und der Boden gefühlt länger feuchter.
Umbruch im Frühjahr erfolgt bei uns mit der Fräse auf 3cm und danach nochmal Ultraflachgrubber (Ökobetrieb).
Konventionell könnte einmal ganz flach grubbern reichen wenn das Sähgerät damit klar kommt.
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JM

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2771 am: 25. Juni 2021, 14:25:23 »

Wir planen nach Winterroggen zu Mais eine Zwischenfrucht im roten Gebiet auf sandigem Boden, z.T. etwas humos, z.T. mit etwas Lehm, nahe der dänischen Grenze im nördlichen SH. Eigentlich gibt es immer Schweinegülle, aber zu dem Roggen hatte sie sich dieses Jahr zu dem späten Zeitpunkt, der in Frage kam, nicht gelohnt. Also gab es AHL. Der Roggen sieht allerdings nicht so aus als wäre er überernährt. Nun stellt sich die Frage, wie wir die Zwischenfrucht etablieren sollten. Geplant wäre eine Drillsaat nach einem tiefen Grubberstrich. Es enstehen allerdings allerlei Fragen:
Sollte das Stroh besser abgefahren werden oder auf dem Feld gelassen werden?
Wie hoch sollte der Leguminosenanteil der Zwischenfrucht sein, wenn nächstes Jahr zum Mais wieder primär mit Sauengülle gedüngt wird?
Sollten winterharte Komponenten in der Zwischenfrucht sein?
Ist es sinnvoll die Zwischenfrucht später noch zu beweiden und darum keinen Buchweizen in der Mischung zu haben?
Wie sollte der Boden zur Maissaat bearbeitet werden (oft erwärmt er sich im Frühjahr nur langsam, da es kühl ist)?

Gruss

Melf

Da im roten Gebiet keine N Düngung zur Zwischenfrucht erlaubt ist würde ich hier die Strohabfuhr empfehlen das die ZF den Stickstoff direkt zur Verfügung hat.

Wir arbeiten vor Mais nach Wintergetreide mit der Maispro Mischung von DSV https://www.dsv-saaten.de/sorte/2761
Aussaat mit Drillkombination nach Stoppelsturz mit Flügelschargrubber.

Ich habe die Erfahrung gemacht das bei einer Teilweise Winterharten Zwischenfrucht die Bodengare bei uns im Frühjahr besser ist und der Boden gefühlt länger feuchter.
Umbruch im Frühjahr erfolgt bei uns mit der Fräse auf 3cm und danach nochmal Ultraflachgrubber (Ökobetrieb).
Konventionell könnte einmal ganz flach grubbern reichen wenn das Sähgerät damit klar kommt.

Der Zwischenfruchtanbau stand die letzten 3 Jahre unter keinem guten Stern,  weill es bei uns einfach viel zu trocken war .
Die stoppelsaat war bei uns im letzten Jahr noch roggen vor mais eher suboptimal,  deshalb habe ich mich im September dazu entschlossen eine winterharte eigenmischung aus  roggen hafer Bohnen und wicken auf der Fläche direkt in die Sommer zf zu drillen .
Für den Mais im nächsten Frühjahr hatte  ich im Herbst 2020 Gras unter den wickroggen gesät und auf eine  weiteren Schlag kleegras im Frühjahr 2021 in den druschroggen untergesät .
Der Plan ist vielleicht das grasland noch im Sommer oder Herbst mit dem paraplow zu lockern , das die intensive durchwurzelung des grases das Gefüge nachhaltig stabilisiert ......
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DerJo

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2772 am: 25. Juni 2021, 23:58:59 »

Ich habe die Erfahrung gemacht das bei einer Teilweise Winterharten Zwischenfrucht die Bodengare bei uns im Frühjahr besser ist und der Boden gefühlt länger feuchter.
Umbruch im Frühjahr erfolgt bei uns mit der Fräse auf 3cm und danach nochmal Ultraflachgrubber (Ökobetrieb).
Konventionell könnte einmal ganz flach grubbern reichen wenn das Sähgerät damit klar kommt.

Fräse im Frühjahr: Klingt interessant, weil man damit den Altbewuchs relativ sicher beseitigt.
Aber: Ist die Gefahr eines Schmierhorizontes nicht zu groß?
(Wie) arbeitest du organischen Dünger ein?
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Melf

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Re: Zwischenfrucht
« Antwort #2773 am: 26. Juni 2021, 13:49:19 »

Besten Dank für die Tipps. Dann werden wir mal sehen. Wenn der Roggen nicht zu üppig ist bleibt das Stroh vielleicht doch auf dem Feld. Es ist nicht so einfach zu verkaufen. Eine der MaisPro Mischungen ergänzen wir evtl. mit einer kleinkörnigen Ackerbohne. Wenn es aber heiss und trocken ist, dann wird das Etablieren der Zwischenfrucht sicherlich problematisch. Da müssen wir vielleicht dann etwas zumischen was bei Trockenheit auch noch gut kommt. Abgrasen mit Schafen hört sich gut an. Mal sehen wie das terminlich passt. Werden dann entweder Striptill mit Gülleband machen oder vor der Gülleausbringung mit Schleppschlauch einmal mit Gänsefussgrubber oder KSE durch und nach der Gülle noch mal mit Grubber. Der Mais soll aber gut auflaufen können. Wahrscheinlich kommt dann der Lohner mit einer Väderstad Tempo.

Gruss

Melf
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