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Autor Thema: Landwirtschaft in Holland  (Gelesen 49901 mal)

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Euro-T

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #90 am: 02. Oktober 2019, 17:00:24 »

Mal jetzt die Emotionen und falschen Vermutungen über meine Wenigkeit aussen vor gelassen:

Was genau soll sich verändern?

Wahrgenommen werden ist ein schönes Ziel, bringt aber noch nicht einen €uro mehr im Geldbeutel, aber genau das ist ja das, um was es letztlich geht - wo ist der Hebel?


Nur weil ich es gewagt habe, nicht lauthals in den Aktionismus einzustimmen, heisst das noch lange nicht, das ich kritisiere, oder gar dagegen bin, im Gegenteil.

Es muß aber erlaubt sein, auch etwas weiter um sich zu schauen und zu versuchen, in der Bewegung ein argumentatives Fundament zu sehen, nichts anderes tue ich.

Und genauso wird es auch von aussen wahrgenommen: wenn es nur mal um`s "Luft machen" geht, dann wird das ganz gemütlich ausgesessen: "richtige Forderungen kamen ja zum Glück nicht und die Gesellschaft geht auch morgen wieder zu Aldi&Co".
(richtige Forderungen kommen aber bspw. aus Brüssel..teure Forderungen..)

Die Wertschätzung unserer Ministerin uns gegenüber sollte wohl jedem klar sein und Hocker wird mit Sicherheit alles, aber nicht ihr Nachfolger (auch wenn ich es mir wünschen würde).

Und es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich gegen eine Deponie, oder sonstwas bin - denn das ist in einem Satz jedem verständlich zu erklären und vor allem: es tut  sich keiner weh dabei, dagegen zu sein - so wie sich auch aktuell keiner weh tut, aber es braucht eben ein klares Ziel - und wenn auch nur ein kleines, sonst ist das alles für die Katz`!

So schlimm wie das ist, aber "wir können und wollen so nicht mehr" geht heute links rein und rechts raus, das hört man schon morgen wieder von den Piloten, dann von den Bahnbeschäftigten und übermorgen von Opel. 

Wenn man was verändern will, dann muß es jetzt im Zuge der Bewegung geschehen und dann muß es klar formuliert werden, ansonsten ist es nur Luft machen und übermorgen vergessen - wär` doch Schade drum!
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Gruß

~~ Olli

treckeripaq01

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #91 am: 02. Oktober 2019, 23:15:19 »

Vor 30 Jahren waren wir hier auf die Straße und haben gegen die ganze Regierung demonstriert und deshalb hast du morgen ein Feiertag
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Gruß Toni

Ansgar

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #92 am: 02. Oktober 2019, 23:55:35 »

Vor 30 Jahren waren wir hier auf die Straße und haben gegen die ganze Regierung demonstriert und deshalb hast du morgen ein Feiertag

Genau, Toni!
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat heute bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes einen denkwürdigen Satz gesprochen:
"Denn der Kampf gegen das Vergessen bleibt wichtig, gerade heute. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer wissen manche Westdeutsche immer noch wenig, und viele junge Menschen wissen nur noch wenig über die DDR. Manche haben kaum eine Vorstellung davon, wie es sich anfühlte, im SED-Staat zu leben; wofür die Oppositionellen kämpften; wie hart auch der Umbruch war, der ab 1990 jede einzelne Familie in Ostdeutschland traf."

Das spiegelt sich hier auch z.T. wider und ich habe für die immer folgenden Spruch auf Lager: Wer kämpft, kann verlieren. Wer aber nicht kämpft, der hat schon verloren!
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treckeripaq01

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #93 am: 03. Oktober 2019, 00:28:44 »

Ja Danke Ansgar

Das kann sie auch nur schwer jemand vorstellen mit was für einer Angst wir zu den Demos gegangen sind. Zumal ich auch ab der 9 Klasse in der Schule über die Ausbildung und Wehrdienst im Visier der Volkspolizei und Stasi stand, dir von Polizisten Schläge im Keller des Polizeigebäudes angedroht worden sind für Dinge die man zugeben sollte die man nie begangen hat. Die SED muss man erlebt haben sonst kann man es sich kaum vorstellen.
Aber in der Masse von Demos und Menschen die dran teilgenommen haben im ganzen Land haben die Menschen den Umbruch geschafft.
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Gruß Toni

nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #94 am: 03. Oktober 2019, 02:12:53 »

Nur Zusammen ist man Stark!! Und es braucht Einheit!! Zusammen ein Front machen, allen in die gleiche Richtung! Nicht nur in Holland oder Münster, aber ganz Deutschland. Und euren Kollegen in Frankreich zb., geht es denen besser? Also allen zusammen!!
Die Holländer haben es gezeigt. Und über 90% Unterstutzung der Bevölkerung in NL für der Demo ihren Bauern!! Weil allen die Schnauze voll haben!!

mfg
Herman
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Frankenpower

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #95 am: 03. Oktober 2019, 02:20:40 »

Mal jetzt die Emotionen und falschen Vermutungen über meine Wenigkeit aussen vor gelassen:

Was genau soll sich verändern?

Wahrgenommen werden ist ein schönes Ziel, bringt aber noch nicht einen €uro mehr im Geldbeutel, aber genau das ist ja das, um was es letztlich geht - wo ist der Hebel?


Nur weil ich es gewagt habe, nicht lauthals in den Aktionismus einzustimmen, heisst das noch lange nicht, das ich kritisiere, oder gar dagegen bin, im Gegenteil.

Es muß aber erlaubt sein, auch etwas weiter um sich zu schauen und zu versuchen, in der Bewegung ein argumentatives Fundament zu sehen, nichts anderes tue ich.

Und genauso wird es auch von aussen wahrgenommen: wenn es nur mal um`s "Luft machen" geht, dann wird das ganz gemütlich ausgesessen: "richtige Forderungen kamen ja zum Glück nicht und die Gesellschaft geht auch morgen wieder zu Aldi&Co".
(richtige Forderungen kommen aber bspw. aus Brüssel..teure Forderungen..)

Die Wertschätzung unserer Ministerin uns gegenüber sollte wohl jedem klar sein und Hocker wird mit Sicherheit alles, aber nicht ihr Nachfolger (auch wenn ich es mir wünschen würde).

Und es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich gegen eine Deponie, oder sonstwas bin - denn das ist in einem Satz jedem verständlich zu erklären und vor allem: es tut  sich keiner weh dabei, dagegen zu sein - so wie sich auch aktuell keiner weh tut, aber es braucht eben ein klares Ziel - und wenn auch nur ein kleines, sonst ist das alles für die Katz`!

So schlimm wie das ist, aber "wir können und wollen so nicht mehr" geht heute links rein und rechts raus, das hört man schon morgen wieder von den Piloten, dann von den Bahnbeschäftigten und übermorgen von Opel. 

Wenn man was verändern will, dann muß es jetzt im Zuge der Bewegung geschehen und dann muß es klar formuliert werden, ansonsten ist es nur Luft machen und übermorgen vergessen - wär` doch Schade drum!


ich will nicht opportun sein, aber leider muss ich da unserem 1. Vorsitzenden etwas beipflichten...

Ganz klar....ich bin auch für einen Protest....den stillen Protest mit den Kreuzen habe ich mit gemacht, und bei dem lauten Protest, der sich nun ankündigt...bin ich auch dabei.

Nur....

WAS WOLLEN WIR DAMIT KONKRET ERREICHEN?

so weit ich weiss, war doch in diesem Jahr eine Demo  :kloppe: :cara: in Münster? Hat diese Demo irgend etwas bewirkt, außer ein Schaulaufen von Frau Klöckner und ein paar Verbandsfuzzis auf öffentlicher Bühne zu ermöglichen? Was ist für die Bauern geblieben?.... :hilfe: :nixweiss:

Zunächst sollte sich die Spitze der Demo-Organisation genau überlegen, welche konkrete Ergebnisse durch die Demo erreicht werden sollen. Nur ein allgemeines Geschrei zu machen ist die Sache nicht Wert, denn mit jedem (im Sande verlaufenen) lauten Protest wird die uns die Gesellschaft immer weniger ernst nehmen, denn die Bauern schreien nur...und sterben dann letztlich stumm....

Ich finde es gut, dass die Landwirtschaft sich sammelt, und auch dass da der Wille da ist gemeinsam aufzustehen. Nur nach meiner Meinung.....Wenn wir aufstehen, dann nicht nur für ein paar Stunden, und bisschen Verkehrschaos. Nein wir müssen nachhaltig.... und im Zweifelsfalle....ein paar Tage lang Flagge zeigen.

Nur muss klar sein, was wollen wir mit dem Protest erreichen? Nur wenn man mit Forderungen antritt, auch dann nur kann man Ziele erreichen, und kann man "was verhandeln". Wenn wir uns nur hinstellen, jammern und lamentieren, wie besch.... die ganze lw. Situation ist.....erreichen wir gar nichts, außer paar mitleidige Blicke, die im nächsten Supermarkt wieder der Gier gewichen sind...

Falls keiner Ideen hat....ich habe paar Anregungen....

Standarts - Es müssen für alle EU Staaten die gleichen Regeln gelten.....bezüglich Düngung/Pflanzenschutz/Immisionsschutz/Tierschutz/Mindestlohn? ---- einfach nur Chancengleichheit
Jeder der in die EU lw. Waren importieren (will) muss die selben (o. g.) Produktionsstandarts nachweisen
gleiche gekoppelte Zahlungen oder überall keine gekoppelten Zahlungen...
Wolf und Biber auf verträgliche Bestände reduzieren
Wissenschaftlich fundierte Belege zur "Nitrat/Phosphat im Grundwasser Problematik" - Forderung die Rolle der Kläranlagen und Kanalisation dabei offenzulegen.

Ich weiss nicht wie ich es jeweils ausformulieren soll.....daher Schlagworte für "lw. Standpunkte" die eben noch zu Forderungen formuliert werde müssen....
"weg von der grünen Ideologie hin zum sachlichen Pragmatismus!"
"Chanchengleichheit der Landwirtschaft gegenüber NGOs/Naturschutzverbänden" 
"Faire Berichterstattung über die LW in den (Leit-)Medien"
"Achtet die Rolle der Landwirtschaft als CO2 Senke" --- gerade da wäre doch in der jetzigen Disskussion ein + Punkt für uns möglich!
"Müll ist teurer als Getreide"
"Nachhaltigkeit ist unsere Stärke....seit Generationen"


.....paar Dinge fallen mir vielleicht noch ein wenn ich ausgeschlafen habe...... :seufz:

Nochmal.....es ist es nur Wert- und sinnvoll diesen ganzen Protest zu machen, wenn wir damit was erreichen (Ziele).....nur mal den emotionalen Dampf rauszulassen (um dann knapp 3 Wochen später unbeschwert zur Agritechnica fahren zu können) bringt uns gar nichts, dann besser Zuhause bleiben, denn mit jedem versickerten Protest wird man weniger ernst genommen....







« Letzte Änderung: 03. Oktober 2019, 03:12:21 von Frankenpower »
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #96 am: 03. Oktober 2019, 02:33:41 »

Georg, du weist immer alles, warum sollten die Holländische Bauern konkurenten sein? Weil in Holland nach der zweite Weltkrieg der Staat die landwirtschaft auf Vorderman gebraucht hat auf Basis des Wissens! Als erste die Schulen, um guten Bauer auszubilden. Zweitens die Testbetriebe und der Landwirtschaftsberatungsdienst. Kommunikation zwischen Bauern, Testbetrieb und die Ergebnissen der Testbetrieben. Und zum Schluss die versteigerungen, wo die Bauern ihre Gemüse,etc bringen können und wo die ganze Einkäufer zusammen kommen. DER MARKT!
Die Holländer haben Kühe gezucht auf Milchleistung, und keine Angst gehabt für "Konkurrenz". Unmengen von gute Zuchtkälber sind nach Deutschland verkauft. Nur als Beispiel.

Der Markt ist ein Globalen Markt, es wird produziert wo es am billigsten geht. Die Spanier haben Tomaten produzieren können ohne das teure Gas und in Holland die Preisen ¨kaputt gemacht¨. Aber dafür ist man Unternehmer, nichts ist sicher! Aber wenn die Unterutzung aus der Politiek fehlt und nur Bureaukratie kreiert wird, was nicht nur in Holland der Fall ist, darf man rühig mit seine Kollegen mit unterstützen, weil es dies bezuglich allen bauern so geht!!

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #97 am: 03. Oktober 2019, 05:19:33 »

Mal eine völlig neutrale Frage, weil ich sie mir selbst noch nicht beantworten konnte:

Was soll (wird?) sich denn nach grünen Kreuzen und Demofahrten für uns verbessern?

Und auf welcher Basis?

Olli , was mir bei deinem Statement aufgestoßen ist ist das Wort " nach " . Wieso nach , die Idee ist doch mitten drin und was soll sie bewirken , stell doch einfach mal welche auf und frag nicht weshalb und warum denn du wirst es in Kurzer Zeit selbst merken , das Hallo wir sind auch noch da und es kommen vermehrt Leute auf dich zu und fragen nach was das bedeutet . Hier hast du dann Gelegenheit deine Forderungen zu erklären oder hast du keine ?
Ich finde die Idee sehr gut was der Bauer Willi da ins Land gesetzt hat , den ruhigen Protest der nicht aufhören muss . Es wäre doch gut wenn jeder Landwirt eine grüne Schleife trägt auch auf der Agritechniker  , man unterhält sich drüber auch schon in den Medien . Wir waren doch gar nicht mehr da als Diskussionspartner , für mich ist es zumindest das Handheben , Hallo wir sind auch noch da .
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Ansgar

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #98 am: 03. Oktober 2019, 08:04:38 »


Nur....

WAS WOLLEN WIR DAMIT KONKRET ERREICHEN?

so weit ich weiss, war doch in diesem Jahr eine Demo  :kloppe: :cara: in Münster? Hat diese Demo irgend etwas bewirkt, außer ein Schaulaufen von Frau Klöckner und ein paar Verbandsfuzzis auf öffentlicher Bühne zu ermöglichen? Was ist für die Bauern geblieben?.... :hilfe: :nixweiss:



Da muss ich Dir widersprechen, Frankenpower. Zumindest für uns Bauern aus NRW hat die Demo schon was gebracht. Ministerin Heinen-Esser hat sich in Münster unseren Forderungen gestellt und danach auch im Rahmen der DüVO entsprechende Maßnahmen ergriffen, die alles andere als nur zum Nachteil für unsere Betriebe gereichen werden. Zu behaupten, die Bauer-Demo in Münster hätte alles gar nichts gebracht, käme der Sache zu kurz. Auf Bundesebene gebe ich Dir Recht, aber die Länder haben das Zepter in der Hand, die Vorgaben noch entsprechend auszugestalten und da ist NRW auf einem gar nicht so schlechten Weg.

https://www.topagrar.com/acker/news/nrw-will-das-grundwasser-messnetz-ueberpruefen-und-ausbauen-11510367.html

https://www.topagrar.com/acker/news/duengeregulierung-nrw-will-haupteintragsquellen-von-nitrat-identifizieren-11811306.html
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #99 am: 03. Oktober 2019, 09:42:42 »

Georg, du weist immer alles, warum sollten die Holländische Bauern konkurenten sein? Weil in Holland nach der zweite Weltkrieg der Staat die landwirtschaft auf Vorderman gebraucht hat auf Basis des Wissens! Als erste die Schulen, um guten Bauer auszubilden. Zweitens die Testbetriebe und der Landwirtschaftsberatungsdienst. Kommunikation zwischen Bauern, Testbetrieb und die Ergebnissen der Testbetrieben. Und zum Schluss die versteigerungen, wo die Bauern ihre Gemüse,etc bringen können und wo die ganze Einkäufer zusammen kommen. DER MARKT!
Die Holländer haben Kühe gezucht auf Milchleistung, und keine Angst gehabt für "Konkurrenz". Unmengen von gute Zuchtkälber sind nach Deutschland verkauft. Nur als Beispiel.

Der Markt ist ein Globalen Markt, es wird produziert wo es am billigsten geht. Die Spanier haben Tomaten produzieren können ohne das teure Gas und in Holland die Preisen ¨kaputt gemacht¨. Aber dafür ist man Unternehmer, nichts ist sicher! Aber wenn die Unterutzung aus der Politiek fehlt und nur Bureaukratie kreiert wird, was nicht nur in Holland der Fall ist, darf man rühig mit seine Kollegen mit unterstützen, weil es dies bezuglich allen bauern so geht!!

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Hermann, als erstes mal ne Frage an Dich, wenn in Holland in der Landwirtschaft  die letzten 30 oder 40 Jahre alles so super war, weshalb bist Du inzwischen bis ans Ende der Welt davongelaufen, und soviele Holländer nach Deutschland und Osteuropa?
Du bist stolz auf diese verfahrene Rinderzucht, die schon grenzwertig an Qualzucht geht?
Im Schnitt 5 Kälber dann sind die Kühe am Ende.. Bullenkälber sind das totschlagen nicht wert.....

Die Gülleproblematik in Holland hab ich vor 15 Jahren live erlebt, denn ich hab damals für das Ministerium die Dokumentation mit entwickelt! Wiegeeinrichtungen in den LKWs usw.
Nicht umsonst kostet inzwischen der cnn Gülle um die 15 Euro
Es ging halt nicht mehr, das die Kanäle in den Städten nach Gülle gestunken haben!
« Letzte Änderung: 03. Oktober 2019, 09:47:32 von Georg »
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Georg

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #100 am: 03. Oktober 2019, 09:58:24 »

@ treckeripaq01

Mal ne Frage an Dich
Du hast ja auch ein paar andere Beiträge wie
1. Fast 80 to ha Rüben und schreibst das Du sehr zufrieden bist..
2. Dein Raps, wenn er großflächig so steht wie auf den Bildern gestern ist ein Traum...

Das finde ich alles super und herzlichen Glückwunsch!

Aber, wie willst Du so einen Fränkischen Bauern der nun schon wegen Trockenheit (Klimawandel) im 2. Jahr keinen Raps zum Auflaufen gebracht hat, im 2. Jahr unter 50 to Rüben Erntedank animieren mit Dir an der Seite zur Demo, (weiß der Teufel für oder gegen was) zu gehen?
Die haben teilweise nicht mehr das Geld um das Auto zu tanken um irgendwo zur Demo zu fahren...
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Farmer

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #101 am: 03. Oktober 2019, 10:48:07 »

Georg ich schätze im Allgemeinen Deine Beiträge sehr und bin eigentlich froh das Du hier wieder mitredest. Aber in der oben genannten Qualzucht der Rinder bin ich anderer Meinung und glaube nicht das deine Aussage auf Fachkompetenz gründet.
Wenn eine Kuh heute 5 Laktationen Milch gibt und dann sagen wir mal im Alter von 8 Jahren als Nutztier gesund zum Schlachter geht ist das für mich o.k.. Sie hat dann 48000 Liter Milch gegeben. Dann kann es ihr nicht so schlecht gegangen haben ... Du kennst ja zu gut unsere wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.... Das ich für ein Bullenkalb nur 50 - 60 € Erlöse ist nicht einfach zu ertragen, trotzdem werden sie ordentlich aufgezogen solange sie bei uns sind. Totgeschlagen wird da nichts. Das könnte ich nicht und würde sofort die Sache einstellen. Mästen würde ich sie gerne, nur dafür ist mein Standort zu teuer. Ich habe aber mittlerweile einen Bullenmäster gefunden der es Wertschätzt das ich sie aufziehe wie die Weiblichen und er dann auch gut damit arbeiten kann.
Das nur mal zum Verständnis, nichts für ungut, nur die Formulierung des totschlagen nicht Wert konnte ich in diesem Forum nicht unkommmentiert lassen.
Gruß Walter
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nichtdicht

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #102 am: 03. Oktober 2019, 12:41:01 »

Ganz einfach Georg, rechne mir mal vor wie ich ohne Grundkapital in der Landwirtschaft einsteigen kann. Egal in NL oder D. Ohne Familienkapital oder sonstige "Hilfen" ist das doch gar nicht mehr möglich.

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Wade

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #103 am: 03. Oktober 2019, 15:04:26 »

@ treckeripaq01

Mal ne Frage an Dich
Du hast ja auch ein paar andere Beiträge wie
1. Fast 80 to ha Rüben und schreibst das Du sehr zufrieden bist..
2. Dein Raps, wenn er großflächig so steht wie auf den Bildern gestern ist ein Traum...

Das finde ich alles super und herzlichen Glückwunsch!

Aber, wie willst Du so einen Fränkischen Bauern der nun schon wegen Trockenheit (Klimawandel) im 2. Jahr keinen Raps zum Auflaufen gebracht hat, im 2. Jahr unter 50 to Rüben Erntedank animieren mit Dir an der Seite zur Demo, (weiß der Teufel für oder gegen was) zu gehen?
Die haben teilweise nicht mehr das Geld um das Auto zu tanken um irgendwo zur Demo zu fahren...

Das hab ich auch schon ein paarmal angesprochen, die letzten 2 Jahre waren bei mir nicht irgendwelche Gesetze oder Auflagen der größte "Negativposten", sondern schlicht Ertragseinbusen durch das Wetter. Und ich bin mir ziemlich sicher dass in Zukunft das Klima noch wesentlich stärkere Auswirkungen auf uns Bauern, unser Wirtschaften und unsere Bilanzen haben wird...
Aber von besserem Klimaschutz hört man von den meisten Bauern gar nichts, da wird eigentlich noch lautstark Stimmung gegen Klimaschutz gemacht (auch hier im Forum). In den gängigen Bauern-Whatsappgruppen macht man sich lieber über Greta lustig anstatt das Thema Klimaschutz ernst zu nehmen...


Der Zweite Punkt: Wenn es wirklich vielen Betrieben wirtschaftlich so schlecht geht, wäre eine Sofortmaßnahme dass jeder zu seinen Verpächtern geht und sagt dass es weniger Pacht gibt. Dazu bräuchte es aber wirklich einen großen Zusammenhalt unter den Bauern (=Utopie), denn es gibt sicher viele die sich die Hände reiben und das ganze ausnutzen um anderen die Fläche wegzupachten...
Denn genau das ist ja heute auch schon unser Problem. Nicht nur die steigenden Auflagen und Bürokratie führt zu höheren Belastungen, auch wir Bauern selbst machen uns doch gegenseitig das Leben schwer weil jeder in direkter Konkurrenz mit dem Nachbar steht. Und oftmals sind gerade die, die Pachten treiben die ersten die hinterher rumjammern dass mit der Landwirtschaft nichts mehr verdient ist...

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ulli

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Re: Landwirtschaft in Holland
« Antwort #104 am: 03. Oktober 2019, 15:41:44 »

@Wade:
Punkt 1: Wir Landwirte machen uns über den Klimaschutz lächerlich? Also WIR produzieren seit 2004 erneuerbare Energien, 2015 kam dann noch Biogas dazu, ICH hab das letzte mal 2006 in einem Flugzeug gesessen, wir fördern Humusaufbau im Rahmen dessen was uns möglich ist. Alles (natürlich) auch im eigenen Interesse, aber sicherlich nicht nur!

Punkt 2: Was hilft mir das Geld, wenn unser Ansehen weiter so zerstört wird wie die letzen Jahre? Diese jetzt geplanten Demos sollen ja eben nicht mit einem Ruckwied enden, der so und so viele Millionen fordert....

Zu Georg sag ich mal lieber nix. Das eskaliert sonst nur....
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