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Verbraucher fragen Landwirte => Informationen aus erster Hand => Thema gestartet von: Henrik am 03. Dezember 2013, 14:15:12

Titel: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 03. Dezember 2013, 14:15:12
Mich würde mal interessieren wie es derzeit in der englischen Landwirtschaft aussieht. Persönlich finde man hört oder liest nicht mehr viel über England, vielleicht habe ich das auch einfach nur überlesen  :frage: .

In den achtziger und bis mitte der neunziger Jahre, war hier oben im Norden England das gelobte Land. Wenn wir hier 100 dt Weizen geerntet haben, waren die damals schon bei 120 dt und mehr. Auch viele Entwickungen kommen ja von der Insel. Horsch hat in den ersten Jahren da auch viel geschaut und nachgebaut. Im Forum liest man ja auch viel über die englischen Drillmaschinen wie Claydon, Sumo, Mzuri und andere.

Hier wird viel wegen AFU nach England geschaut, die haben ja noch größere Probleme damit als wir (unsere sind ja auch nicht klein)

Die haben ja auch viel in reduzierter Bodenbearbeitung gemacht, gerade auch aus wirtschaftlichen Zwängen.

War mal jemand in letzter Zeit da oder hat da guten Einblick wie da der derzeit die Erträge usw sind? Man kann von den Engländern sonst halten was man will, aber landwirtschaftlich fand ich persönlich es immer sehr interessant (war in den letzten 20 Jahren auch ein paar mal da, die letzten Jahre aber eher weniger).

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 03. Dezember 2013, 14:20:22
Kann dir nicht direkt antworten, mir scheinen aber Erträge keine so große Rolle mehr zu spielen. Viele, die schon lange wirtschaften, fühlen sich vom Staat nicht mehr vertreten, gibt auch eine Menge, die neu im Business sind und richtig Kohle investiert haben, woher auch immer die kommt.

So vom Gefühl her würd ich sagen, dass Direktsaat in England um einiges häufiger als in Deutschland ist. Aber das sind genauso Pioniere wie hier. So gesehen sind sie etwas experimentierfreudiger.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Panta rhei am 03. Dezember 2013, 17:36:45
Ich lese ab und zu im englischen "British Farming Forum" mit. http://farmingforum.co.uk/forums/index.php
Sehr interessant, da User aus aller Welt dort vertreten sind.

Ich habe den Eindruck, Landwirtschaft läuft dort nach ganz anderen Regeln als hier üblich.
Sehr viele Betriebe sind wohl reine Pachtbetriebe, und segeln was die wirtschaftlichen Bedingungen angeht, sehr hart am Wind.
Besondere Probleme haben die letzten  beiden sehr nassen Jahre den Farmern bereitet. Große Flächen konnten in 2012 nicht beerntet werden und die Aussaat von Wintergetreide war vielerorts auch nicht möglich.

Direktsaat wird aus zeitlichem und wirtschaftlichem Druck stärker praktiziert als hier in D.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: guest176 am 04. Dezember 2013, 08:43:26

Direktsaat wird aus zeitlichem und wirtschaftlichem Druck stärker praktiziert als hier in D.

ist das etwa ein indiz das es den deutschen bauern noch viel zu gut geht ? :hmpf:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: nofear am 04. Dezember 2013, 10:47:09

Direktsaat wird aus zeitlichem und wirtschaftlichem Druck stärker praktiziert als hier in D.

ist das etwa ein indiz das es den deutschen bauern noch viel zu gut geht ? :hmpf:

Nein, nein, wird nur aus ackerbaulichen Gründen wieder intensiver gackert. Wer will kann den Pflug auch mit dem Grubber ersetzten, wenn er 20cm und tiefer geht  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: dirkk am 04. Dezember 2013, 21:00:01
N´abend !

das aktuellere Forum ist thefarmingforum.co.uk/index.php (http://thefarmingforum.co.uk/index.php) , das weiter oben genannte hatte mal einen ordentlichen Crash und war auch länger offline .

War selbst ein paar mal drüben . Durch die Niedrigpreisjahre wurden Intensität und Ak- Besatz ( deswegen auch die Tendenz zu mehr "onepass"- Bodenbearbeitung und Saat ) deutlich runter gefahren . Davon zeugt auch der Zustand von Gebäude , oftmals der Maschinen und auch manchmal der Infrastruktur . Da auch die Kontrolle und Führung der Bestände in vielen Betrieben an (beratende ) Managementfirmen vergeben wurde und zugleich das Letzte an Rentabilität raus "gepresst" wurde , blieben viele Probleme unentdeckt . Sehe ich hier vor Ort auch , das zum Beispiel die Einwanderung des Ackerfuchsschwanzes kaum bemerkt wird , wenn die für den Pflanzenschutz zuständige Person nur zur Kontrolle mal 50 m in den Bestand geht (vorn sieht immer alles schön aus und na ja, Zeit ist sicherlich immer knapp ) und auf dem anderen Ende stehen nesterweise schon 100 Ähren/m2 AFS . Da aber frühe Ährenbehandlung und Ernte nur "Traktoristen"( soll keine Beleidigung sein ) den Bestand sehen , die leider das Gras (noch) nicht kennen , marschiert das Problem weiter....  Ähnlich läuft/lief das ja auch auf den Betrieben in England - Ackern und machen ist das eine - ob die durchgeführten Maßnahmen das auch alles das bringen , was sie sollten bzw. ob sich neue Probleme einstellen , wird nur unzureichend kontrolliert . Des weiteren wurden die Fruchtfolgen vereinfacht bis hin zur Monokultur , weil dann ja auch weniger Kulturen gemanagt werden müssem - spart auch Kosten und Aufwand !
Hinzu kommt die andere Vererbepraxis , das Hofübernehmer bis ins mittlere Alter knapp bei Kasse sind und dann auch an jedem Ende sparen müssen . Daher auch der überwiegende Anteil Pachtland . 

Es wird am Ende auch viel mehr auf das geschaut , was wirklich am letzten Ende über ist und nicht nur auf Einnahmen oder Deckungsbeitrag und dann wird auch eher mal eine Massnahme gestrichen , die nur zweifelhaft Ertragssicherung bringt ( zusätzlicher Bodenarbeitsgang , ein halber Liter mehr Fungizid in der Mischung ) . Langfristig ist das wohl nicht der Königsweg , was ja der Fuchsschwanz drastisch zeigt .

gruss
dirkk
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: nofear am 04. Dezember 2013, 23:56:43
Ohne jetzt dort gewesen zu sein, ist es wohl auch im Milchviehbereich so ähnlich: Niedriger Milchpreis, Betriebe werden abgewirtschaftet (Bausubstanz) oder hören auf. Sind wohl sehr viel weniger Milchviehhalter geworden dort.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: SCA am 05. Dezember 2013, 18:52:57
Auch in Sachen Schweinezucht hört man aus England gar nichts mehr, vor Jahren waren die vorne mit bei, Pig UPB usw wie die ganzen Zuchtpogramme hießen. Alle in der Versenkung verkommen?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 05. Dezember 2013, 20:33:03
Das Gleiche mit Precison Farming!

Vor 10 Jahren hat man gedacht das aller Welt Neuentwicklungen nur aus England kommen.
Seit 5 Jahren hört man nichts mehr davon! Sie setzen auch nur die Technik ein wie wir auch und der Rest der Welt!
Bis vor 2 Jahren hab ich in England nie Etwas verkauft, und diese Jahr über 200 Software Version  für den Guidomat....
In Deutschland kauft den niemand mehr! Es ist mich ein Zeichen, das die englischen Farmer max. sparsam sind oder keine Geld für Mehr haben. Wahrscheinlich das Zweite....
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 07. Dezember 2013, 23:04:34
Dirkk hat es ja sehr gut beschrieben, in England wurde und wird viel an Management Firmen vergeben. War aber schon in den 80ziger Jahren so das Gruppen wie Wellcourt und andere größe Flächen bewirtschaftet haben.

In Gebäude haben die Engländer aber gefühlt nie viel gesteckt. Klar gab es auf Betrieben teilweise massive Altgebäude, aber alles was sonst neu gebaut wurde war eher einfach gehalten. Egal ob in der Rinder, Schweinehaltung oder im Ackerbau.

Stimmt das pfluglose hat sich da auch eher durchgesetzt als hier, habe das auch bei Claydon auf der Messe und im Vortrag mal gemerkt, klar ist deren ansatz auch mit dem system kosten einzusparen, aber es wurde auch immer auf die AFU Problematik hingewiesen, möglichst halt nicht soviel zu machen um die AFU nicht zu keimung anzuregen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 08. Dezember 2013, 13:00:55
kann ja gut und gern sein das ich mich jetzt vergallopiere , aber gerade dei Strukturen die die größeren Gutsbetriebe zulassen bieten erst die Möglichkeit jemanden zu beschäftigen der sich die ganze Zeit mit Farmmanagement /Bestandesführung etc. beschäftigt

einfach mal ein kleines beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=lKWNuXtoteo

und das auch noch veröffentlicht

Was hats mit diesen Gamespots auf sich , wenn ich das richtig verstanden habe sind das Wildäcker fürs Niederwild (für die es auch ordentlich Kohle zu geben scheint)

mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: aestivum am 11. Dezember 2013, 11:55:00
Mit den Hochertragsgebieten in England kann man sich nicht vergleichen. Was bei uns 100dt/ha ist, ist da immer noch 120dt/ha. Da hat sich nichts geändert. Das liegt aber meiner Meinung nach in erster Linie am Klima. Nicht am Management.

Sich auf einzelne Bereiche im Farm Management spezialisieren zu können ist sicher ein Vorteil. Ich denke aber nicht, dass sehr große Ertragsunterschiede zu Stande kommen. Technik und Beratung sind zu sehr verbreitet und verfahren sehr ausgereift. Evtl. kann die Ertragssicherheit wesentlich erhöht werden. Da in schwierigen Jahren besser reagiert wird.

Mir gefallen die verfahrenstechnischen Innovationen aus England eher weniger. Es ist mir zu radikal. und fast ausschließlich auf die Kostenseite ausgerichtet, also Input und Fixkosten minimieren. Deren AFU Problem kommt nicht von ungefähr. Sehr enge Fruchtfolgen und wenig Bodenbearbeitung.
Es macht eher bei 10€/dt Weizen Sinn als bei 20€/dt Weizen.

Das Beispiel Claydon wird auch gerade in unserem Beratungsring diskutiert. Einige von uns haben Raps damit angebaut in 2013. Kenne auch Betriebe die das 2012 auch schon gemacht haben.
Der Raps sieht nicht schlecht aus. Aber ohne vorherige, flache Bodenbearbeitung wird der Anbau schwierig. Schnecken+ bodenwirksame Herbizide. Weniger AFU, dafür mehr Schnecken und schwierige Bekämpfung gewisser Unkräuter. bearbeite ich flach, habe ich auch wieder AFU.
Außerdem ist es für mich keine Alternative in Getreidefolgen.Nach dem Pflug kann man sie auch nicht einsetzen. Man ist ausserdem wenig flexibel und Glyphosat vor der Saat ist Standard.  Wer kann sich eine Zusatzmaschine für 45000€ ( 3 Meter)  auf den Hof stellen?

@Henrik: Wohnst du nicht im nördlichen Ostholstein? Der Claydon Vertrieb hat auch da Probeaussaaten angeboten, meine ich.

Ich will derzeit die Intensität meines Ackerbaus auf keinen Fall reduzieren. Daher kommt für mich nur ein Verfahren in Frage, in der ich ohne große Ertrags-Einbußen weniger Kosten habe oder bei gleichen Kosten sogar die ackerbaulichen Bedingungen und die Nachhaltigkeit verbessere. Außerdem muss ich flexibel auf Witterungssitautionen reagieren können.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 30. Dezember 2013, 16:48:12

@Henrik: Wohnst du nicht im nördlichen Ostholstein? Der Claydon Vertrieb hat auch da Probeaussaaten angeboten, meine ich.

Ich will derzeit die Intensität meines Ackerbaus auf keinen Fall reduzieren. Daher kommt für mich nur ein Verfahren in Frage, in der ich ohne große Ertrags-Einbußen weniger Kosten habe oder bei gleichen Kosten sogar die ackerbaulichen Bedingungen und die Nachhaltigkeit verbessere. Außerdem muss ich flexibel auf Witterungssitautionen reagieren können.

Nein wohne im südlichen Teil vom Kreis  ;) Habe dieses Jahr hier nichts von Vorführungen bezüglich Claydon gehört, muss aber auch sagen das ich mich damit nicht intensiv beschäftigt habe.

Dem Rest kann ich mich so anschliessen.

Gibt es eigentlich in england noch Interessante Ausstellungen? Gab ja früher mal die Royal Show gibt es die noch oder andere?

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 30. Dezember 2013, 18:51:58
Die Royal  Show gibts ja leider nicht mehr.
In der zweiten Jarhaelfte ist die Lamma und im Juli die Spra and Speaders.

Bin heuer mal wieder , nach 10 Jahren, mal als Aussteller mit nem kleinen Stand auf der Lamma.

Komischer
Weise haben wir dieses Jahr nenrecht ordentlichen Umsatz in England gemacht.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 30. Dezember 2013, 20:37:38
Danke für die Info Georg!

Habe es mal gegoogelt   ;)

http://www.lammashow.co.uk/index.php

Die Lsite de rAussteller liest sich ja ganz interessant! Habe eben mal geschaut wo das liegt, liegt ja nicht so weit weg von Stansted, die Flüge ab Bremen mit Ryanair sind noch gerade sehr günstig und liegen auch gut das man an einem Tag hin und zu rück fliegen könnte  ;D
Da kann man ja fast schwach werden und mal rüber fliegen. Eventuell noch jemand interesse?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Panta rhei am 30. Dezember 2013, 21:34:20
Wie weit ist es von Stansted zur Lamma?
Von Frankfurt- Hahn könnte man um 7.00 Uhr dort sein und abends kurz vor 21.00 nochmal abfliegen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Frank am 30. Dezember 2013, 21:50:49
62 Meilen ab Stansted:
http://goo.gl/maps/vJeXn

Vielleicht geht dann auch Birmingham Airport mit 74 mls:
http://goo.gl/maps/u3Uij
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 30. Dezember 2013, 21:54:03
Nearest International airports


www.eastmidlandsairport.com - 59.4 miles
www.stanstedairport.com – 60.8 miles
www.birminghamairport.co.uk – 75.5 miles
www.heathrowairport.com – 90.2 miles

Um die 100 km von Stansted oder 2, 5 Stunden von der Ankunft in Stansted, Leihauto abholen und zur Lamma fahren. Rückweg 1 Stunde mehr kalkulieren, da in den Englischen Flughäfen die Sicherheitskontrollen ziemlich streng sind! Und immer dran denken, England ist eine Stunde später!!! ;D

Kannst aber auch auf der Homepage alles selber nachlesen!  http://www.lammashow.co.uk/getting-to-the-show

Ich fahr mit dem Auto rüber. Ich brauch ca 30 kg Gepäck, dann bin ich mit der Rainair bei ca 290 Euro (Reine Flugkosten ca 50 Euro hin und zurück. Der rest ist für Gepäck und sonstige "Gebühren" Ein Auto muss ich mir dann in Stansted sowie so leihen, dann kann ich gleich mit meinem eigenen Auto fahren und bin total unabhängig!
So schlimm ist es gar nicht dorthin zu fahren.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: dirkk am 30. Dezember 2013, 22:41:07
Zitat
So schlimm ist es gar nicht dorthin zu fahren.
Das kann ich unterstreichen - war im Mai in Südostengland/London . Am längsten ist nur die Fahrt zum Kanal ( waren 6 Stunden )  , der Rest ist harmlos . Und nach Peterborough (war ich auch mehrmals ) hoch ist auch nicht die Welt - so knapp 3 überschaubare Autostunden .

gruss
dirkk
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 30. Dezember 2013, 23:17:57
Wie weit ist es von Stansted zur Lamma?
Von Frankfurt- Hahn könnte man um 7.00 Uhr dort sein und abends kurz vor 21.00 nochmal abfliegen.

Von Bremen nicht ganz so gut, aber passt trotzdem. Die fangen ja auch früh an mit der Messe!

Um nur mal eben zur Messe zu fahren bzw. fliegen ist es dann doch wohl etwas zu großer Aufwand  ;D Ans Fahren gewöhnt man sich jednefalls recht schnell dort  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: 251at am 31. Dezember 2013, 18:15:52
< snip > Und immer dran denken, England ist eine Stunde später!!! ;D < snip >

Kannst aber auch auf der Homepage alles selber nachlesen!  http://www.lammashow.co.uk/getting-to-the-show
<snip >
Ich fahr mit dem Auto rüber. < snip > So schlimm ist es gar nicht dorthin zu fahren.
<snip >

Aber achtung, die Zeitdifferenz ist nur im Sommer.

Das Mit dem Autofahren kann ich bestätigen. Ich war schon diverse male dort (nicht zu Landwirtschaftmessen). Immer mit dem eigenen Auto nicht Leihwagen. Habe meist die Fähre Dünkirchen-Dover genommen nicht Calais-Dover. Ist meist etwas günstiger, dazu ein paar km weniger zu fahren. Nachteil die Fahrtzeit auf der Fähre ist deutlich länger und die Fähren fahren nicht so häufig. Fahren in England empfinde ich als deutlich angenehmer als in Deutschland. An den Linksverkehr gewöhnt man sich relativ schnell (gefährlich ist es primär wenn man von kleinen Straßen auf große einbiegt). Die Kreisverkehrregeln für mehrspurige Kreisverkehre sollte man sich anschauen, das funktioniert deutlich besser als in Deutschland. Und dann sollte man natürlich nicht umbedingt in die Innenstädte von großen Städten (London z.B.) reinfahren. Auf dem weg von Calais in richtung  Stansted oder Peterboroug oder Cambridge oder so auf keinem fall im Navi gebührenpflichtige Straßen deaktivieren. Der Dartfort Tunnnel ist eine extreme Abkürzung und kostet nicht all zu viel, je nach Uhrzeit ist er auch Kostenlos.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 14. Januar 2014, 23:27:55
Ich werde es leider nicht schaffen bzw. fahren. Auch wenn ich Lust auf die Messe gehabt hätte. Fährt jemand hin?

Die englische Landwirtschaft ist immer wieder fazinierend.

http://www.youtube.com/watch?v=eFYDXwOG-XU

Zwar etwas älter aber doch interessant  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 23. Januar 2014, 21:45:28
@Georg

Vielleicht kannst ja mal wenn du etwas Zeit hast über England und die Messe berichten? Waren noch andere user aus dem Forum da?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 26. Januar 2014, 14:50:13
Ansonsten habe ich keine Forumler auf der Messe getroffen.
Ich war ja das letzte Mal for 12 Jahren auf dieser Messe. Ich war total überrascht wie große die Messe inzwischen geworden ist. Mit 20 ha Ausstellungsfläche ist sie inzwischen halb so groß wie die Agritechnica. Immerhin 900 Firmen haben ausgestellt! Das Wetter war halt ne Katastrophe für die Aussteller die im Freigelände waren. aber diese Risiko hat man als Aussteller in England im Januar. Den Besuchern hats nichts ausgemacht, die hatten die entsprechende Kleidung und die entsprechenden Schuhe (Stiefel) an, und sind damit tapfer durch den Dreck gewandert!

Im Allgemeinen war für mich Landtechnisch nicht viel interessantes zu sehen. Lediglich das ich mit der Novariant Lenkung nicht so ganz daneben liege den der größte englische Anbieter auf diesem Gebiet die Firma Patchwork, hat es nun auch in ihre Software integriert! Es gibt es nun von ARAG in Italien, von Leica, von AG Leader on Patchwork, von Isagri in Frankreich und von Satconsystem zum Kaufen. Die WLAN Lösung mit Tablet PC allerdings derzeit nur von Satconsystem.

Ackerbaulich war keine einzige "normale Drillmaschine zu sehen. Nur noch Airseeder in allen Variationen. Eine ganze Reihe Hersteller, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Anscheinend alles so ähnliche Schmieden wie Claydon, wobie diese Firma einen der größten Stande sogar unter Dach hatte.

Zwei Dinge sind mir besonders Aufgefallen:

Erste Bilder Dreck und Match überall!

Bild 3 und 4 Überfahrt bie schönstem Wetter aber saukalten Wind nach Dover!
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 26. Januar 2014, 14:56:05
Bild 1: Pflanzenschutz für Rüben mit Betanal nur auf der Reihe und zwischen den Reihen mit Roundup.
Bild 2: Umgebauter Unimog als Sebstfahrerspritze. Sieht man eigentlich so nicht mehr!
Bild 3: Strohstriegel gabs auf jedem Stand der Firmen die Irgendwelche Airseeder anbieten, außer bei Horsch,
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 26. Januar 2014, 15:01:07
Sicherheit wird in England wesentlich größer geschrieben als bei uns. Oder es gibt dort eine Vorschrift das der Fahrer gut geschützt sein muss wenn man mit Mulchern fährt.
Jede Firma die solche Geräte angeboten hat, haate auch irgendwelche Schutzgitter für Rück und seiten scheiben im Angebot.

Am besten hat mir allerdings die Lösung auf den Bildern gefallen!

Einfach zum Anbringen und Abnehmen und vor allen Dingen ganz dicht auch gegen kleine Steine!

Einfach mit Saugnäpfen an die Scheiben oder Haube und dann mit Gummizügen festgesichert.


Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 26. Januar 2014, 18:35:37
Wäre schön, wenn die Saugnäpfe ausreichen würden, aber da sind ja noch so Spanngummis dran?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: tomtex am 26. Januar 2014, 20:11:54
Sicherheit wird in England wesentlich größer geschrieben als bei uns. Oder es gibt dort eine Vorschrift das der Fahrer gut geschützt sein muss wenn man mit Mulchern fährt.
Naja, ob Sicherheit wirklich größer geschrieben wird bin ich mir nicht so sicher. Aber "health and safety regulations" sind definitiv zum Teil schon auf dem Level, dass man kaum noch arbeiten kann.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: T7.250 am 09. Juli 2014, 13:27:48
Hallo,

wir sind am überlegen 2 oder 3 Augustwoche nach Enland zu fahren, wo ist es landwirtschaftlich/ackerbaulich interessant (nicht nur Schafe auf grüner Wiese), in der Zeit müsste doch dort auch noch jemand mit dem Mähdrescher unterwegs sein.
Bin für Anregungen dankbar.

Gruß Christian
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 16. November 2014, 15:47:44
http://www.fwi.co.uk/arable/expert-points-way-to-higher-oilseed-rape-yields.htm

Kann mir grad nicht vorstellen das fungizideWachstumsregler im herbst die in England nicht schon Standard sein sollen.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 17. November 2014, 09:05:18
@Georg

Bist du im Januar wieder auf der Lamma Show?

http://www.lammashow.com/Content/WELCOME/1/
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 17. November 2014, 11:32:38
Habs noch nicht entgültig entschieden!

Ich muss mich erst mal diese Woche von der EIMA erholen und alle Kontakte aufarbeiten die in Italien entstanden sind.

Nächste Woche bin ich auf der Agraria in Wels.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. November 2014, 21:46:17
Ich werde mir mal wohl paar Flugtickets reservieren, sind derzeit für 17 € zu haben, kann nur teurer werden.

Denke werde dann vielleicht 2 Tage England machen, liegt ja recht günstig das ganze. Wenn jemand auch Interesse hat oder guten Tipp für eine Besichtung, immer raus damit.

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Frank am 27. November 2014, 21:56:04
17€?
Mit Steuern und Gebühren?

Wer denn?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: ct am 27. November 2014, 22:00:24
Zitat
Ich werde mir mal wohl paar Flugtickets reservieren, sind derzeit für 17 € zu haben, kann nur teurer werden.

Na dann mal viel Spass beim Abenteuerurlaub ... :haha:
Musste bestimmt nachher das Cockpit ausfegen und die Bordtoiletten putzen, ach nee, bei dem Preis gibts bestimmt nur nen Pinkelpott hinterm Vorhang ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. November 2014, 22:01:22
17€?
Mit Steuern und Gebühren?

Wer denn?

Ryanair ab Bremen. mit allem drum und dran hin zurück für 36,70 € denke da kannst nicht soviel verkehrt machen oder?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: ct am 27. November 2014, 22:02:39
Da geben selbst die meisten hier in D mehr aus auf dem Weg zur Agri
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. November 2014, 22:26:06
Die Flüge ab Bremen passen gut, Ankunft Stanstedt 7.25 Uhr, Abflug 18.20 Uhr. Das sind je nach dem 1 oder zwei volle Tage.
Vielleicht mal Ben Burgess vorbeischauen, da ist immer was los  ;D

Wenn es nix wird ist das Risiko auch überschaubar  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 23. Januar 2015, 09:32:49
Ist so gegekommen wie geplant  :)

Zwei volle Tage England, einmal Messe siehe Thread (nur für angemeldete User) und einmal Ostengland Tour.

Ostengland ist ja die klassische Ackerbauregion. Gute Böden, große Schläge, recht wenig Viehahltung (ab und zu sieht man mal Schweineoutdoorhaltung).

Größte Problem dort ist BlackGrass (auf Deutsch Ackerfuchsschwanz). Die Engländer sind uns dort ein paar Jahre vorraus (wenn man einige Beiträge dazu hier liest vielleicht auch nicht)
Es wird wieder sehr viel geflügt, es waren recht viele Flächen die für Frühjahrskulturen da lagen (keine Ahnung was dahin soll ? Bohnen, Rüben, Mais?)

Für Raps haben viele Betriebe wohl eine Extradrille. Meist solche Onspassgeräte oder angepasste Drillmaschinen. Der Reihenabstand bei Raps beträgt dort zwischen 30 und 60! cm! Habe auch einige Fotos gemacht, bei interesse kann ich mal was hochladen.
Zu Raps wird in der Regel keine Bodenbearbeitung gemacht! Es wird direkt in die Stoppel gedrillt (was ich gesehen habe) Die Geräte sind alle ähnlich. Vorweg machmal eine Schneidscheibe, dann Lockerungszinken, dann entweder Kurzscheibeneggekombination oder nichts! (letzteres ist im Vormarsch!) dann einfach eine schwere Walze die alles wieder andrückt. Zusammen wird dann oft Dünger (meist flüssig) dann fallen die Rapskörner in die Reihe und anschliessend kommt die Walze und dahinter ein Slug Pellt (Schneckenkorn) Streuer. Nach Raps wird so wie ich das verstanden habe auch keine Bodenbearbeitung gemacht sondern der Weizen oft direkt gedrillt. Zu anderen Kulturen wird dann wieder intensiver gegrubbert oder gepflügt. Die Rapsbestände sahen überwiegend sehr gut aus. Ausnahmen gab es immer. Problem sind die Schnecken (viel Schneckenfrass gesehen) und Erdfloh.
Habe Flächen gessehen die waren im Herbst gepflügt, die waren grün ! (vom AFU) . Teilweise wird im Raps Roundup eingesetzt! Es gibt extra Geräte die zwischen den Reihen Roundup spritzen.
Grubber spielen bei denen zur Zeit wohl nicht die große Rolle, auch Kurzscheibenegge waren eher weniger zu sehen. Wenn nur in Kombination mit anderen Geräten.

Das erstmal soweit von der Insel.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 23. Januar 2015, 14:27:02
So ein paar Bilder auch von Insel für die Ackerbauern  :)

1. Bild Raps von der Seite aufgenommen. Reihenstand zwischen 30-40 cm! Aus der Perspektive nicht zu sehen. Bild stammt aus dem Gebiet in Norfolk

2. Bild Raps in Suffolk, Reihenabstand 50-60 cm!

3. Der Raps mal in Nahaufnahme
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 23. Januar 2015, 15:04:49
Die Idee gegen blackgrass (ackerfuchsschwanz) mit so wenig wie möglich bodenbearbeitung vorzugehen rührt wohl daher,  daß man davon ausgeht das viele Samen in der strohschicht verrotten und generell dann im raps schlechtere Bedingungen haben.

Man sieht dort auch immer wieder bodenmeissel-ähnliche Geräte hinter die das rapssaatgut gestreuselt wird. Dabei frage ich mich mittlerweile warum die nix mit Mäusen zu schaffen haben?

Ob die Lösungen mit dem schneckenkorn immer so klappen frag ich mich ehrlich gesagt auch.  In England gab's wohl vermehrt Fälle wo molluskizide Wirkstoffe im Trinkwasser nachgewiesen wurden.
Irgendwo auch klar bei dieser salzstreuertechnik die wir zum ausbringen von schneckenkorn zur Verfügung haben. Das wird bei uns definitiv auch noch ein Thema.  Die landwirtschaftsämter kontrollieren nur ob schneckenkorn nicht auch gleich mit on den Wasserlauf neben dem Feld fliegt, welche Technik man nehmen soll um das zu verhindern interessiert leider keinen (weder Amt, noch hersteller und leider bis jetzt auch noch keinen Landwirt).

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 23. Januar 2015, 16:10:16
So ein paar Bilder auch von Insel für die Ackerbauern  :)

1. Bild Raps von der Seite aufgenommen. Reihenstand zwischen 30-40 cm! Aus der Perspektive nicht zu sehen. Bild stammt aus dem Gebiet in Norfolk

2. Bild Raps in Suffolk, Reihenabstand 50-60 cm!

3. Der Raps mal in Nahaufnahme

Was ist denn da für eine Bodenbearbeitung erfolgt? Strip Till? No Till? Minimum Till?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 23. Januar 2015, 16:20:07
Die Idee gegen blackgrass (ackerfuchsschwanz) mit so wenig wie möglich bodenbearbeitung vorzugehen rührt wohl daher,  daß man davon ausgeht das viele Samen in der strohschicht verrotten und generell dann im raps schlechtere Bedingungen haben.
 

Ich bin ja auch der Meinung, dass die beste indirekte Maßnahme gegen Afs ist, nach der Ernte möglichst nichts zu machen. Durch die sehr begrenzte Keimfähigkeit ist jedes Jahr, wo kein Samen aufläuft aus meiner Sicht ein gewonnenes. Bodenbearbeitung nach der Ernte wird in den meisten Fällen keinen Afs bekämpfen, sondern das Gegenteil bewirken. Erstens befinden sich die meisten Samen sowieso erst mal in einer primären Keimruhe und wollen nicht, zweitens wird er meistens viel zu tief eingearbeitet. So flach wie nötig ist um ideale Bedingungen für das Keimen zu erhalten, kann man vielfach gar nicht arbeiten. Da reicht schon die Menge an hochgeschleuderter, unkontrolliert aufkommender Erde beim schnellen Fahren, egal wie flach die Schare arbeiten. Das kenne ich gut aus den Gewächshausversuchen. Ein bisschen zu viel Bodenvolumen auf die Töpfe und der Afs keimt gleich wesentlich schlechter.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: sten am 23. Januar 2015, 16:47:23
Dick Neale hat mit Cousins folgendes Gerät entwickelt:
http://www.cousinsofemneth.co.uk/cultivators_shallow_cultivator.html
Das soll nur 5 cm tief arbeiten (keimtiefe von AFU) und somit nichts vergraben, aber alles zum Keimen anregen....
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 23. Januar 2015, 17:08:18
Dick Neale hat mit Cousins folgendes Gerät entwickelt:
http://www.cousinsofemneth.co.uk/cultivators_shallow_cultivator.html
Das soll nur 5 cm tief arbeiten (keimtiefe von AFU) und somit nichts vergraben, aber alles zum Keimen anregen....

5 cm sind für meinen Geschmack schon viel zu tief. Zudem ist es ja so, dass, je nach dem wie schnell du arbeitest, ne Menge Erde aufgewirbelt wird. Wo diese Batzen, oder gar Würste, aufkommen, sind das dann auch schnell mal ein paar cm mehr.
Na ja, jeder wie er mag.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 23. Januar 2015, 17:16:03
So ein paar Bilder auch von Insel für die Ackerbauern  :)

1. Bild Raps von der Seite aufgenommen. Reihenstand zwischen 30-40 cm! Aus der Perspektive nicht zu sehen. Bild stammt aus dem Gebiet in Norfolk

2. Bild Raps in Suffolk, Reihenabstand 50-60 cm!

3. Der Raps mal in Nahaufnahme

Was ist denn da für eine Bodenbearbeitung erfolgt? Strip Till? No Till? Minimum Till?

Ich kenne dazu keine Vorgeschichte! Wir sind halt über Land gefahren und wenn Bauern neugerig sind steigen sie auch mal aus dem Auto aus  ;) Das erste Bild war ein Mulchsaat, auf jeden Fall war eine ganzflächige Bodenbearbeitung zu erkennen.
Das zweite sieht so aus wie Tim beschrieben hat, eine "Rapsdrille" Hersteller kann man natürlich nicht sehen, gibt davon auch zuviele und die Geräte sehen im Grunde alle ähnlich aus. Die Unterschiede liegen dann im Detail und jeder hält seine Lösung für die beste  ;)
Wo Sten Firma Cousins erwähnt hat (hatten wir auch schon mal im Forum) hier mal ein Link zu einem solchem OSR Gerät http://www.cousinsofemneth.co.uk/vform_osr.html Die Firma ist ja recht innovativ was neue Geräte angeht, haben uns recht lange mit denen unterhalten.Die waren im Gegenzug sehr interessiert an der deutschen AFU Problematik.



Dick Neale hat mit Cousins folgendes Gerät entwickelt:
http://www.cousinsofemneth.co.uk/cultivators_shallow_cultivator.html
Das soll nur 5 cm tief arbeiten (keimtiefe von AFU) und somit nichts vergraben, aber alles zum Keimen anregen....

Über die unterschiedlichen Philosophien streitet die Firma gefühlt noch. Ist immer die Frage wo in der Fruchtfolge so ein Gerät zu Einsatz kommt.

@Tim

Mäuse sind nicht das Problem. Kennen die irgendwie nicht. Vielleicht viele Füchse etc. oder Klima passt den immer nicht das die sich erkälten. Die Lockerung machen sie, weil sie kein Frost oder andere Gare haben. Zu Raps wohl auch bewährt, weil da inwzsichen gefühlt alle Hersteller drauf setzen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. Januar 2015, 14:01:52
Habe noch zwei Bilder von Beständen gefunden. Letzte Woche Ostengland  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: jaydee88 am 27. Januar 2015, 16:55:28
Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Stone am 27. Januar 2015, 17:14:35


5 cm sind für meinen Geschmack schon viel zu tief. Zudem ist es ja so, dass, je nach dem wie schnell du arbeitest, ne Menge Erde aufgewirbelt wird. Wo diese Batzen, oder gar Würste, aufkommen, sind das dann auch schnell mal ein paar cm mehr.
Na ja, jeder wie er mag.

Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 27. Januar 2015, 17:30:40
Na ja, Stone, im letzten Sommer sind im 7. Jahr Direktsaat beim E-Weizen die 120 dt gefallen.
Wie viel hast du geerntet? 140 dt? 160 dt?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 27. Januar 2015, 17:31:58
Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:

Ääähm..natürlich nicht, ganz im Gegenteil.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 27. Januar 2015, 17:36:40
Wegen der Schnecken jammert fast jeder.
Wird Zeit, dass da was auf Biotech Basis kommt. :D
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 27. Januar 2015, 17:49:10


Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone

Meine Erträge bewegen sich aktuell auf dem Niveau der anderen "guten" Landwirte hier. Letztes Jahr war nicht mehr drin als ein 8 t/ha-Schnitt W.Weizen. Der W.Raps gab sehr ordentlich 5 t/ha. Das Jahr vorher habe ich auf die selbe Art und Weise Betriebsrekord jenseits der 10 t/ha  W.Weizen geerntet, aber nur  4, t/ha W.Raps. Der Mais gibt so zwischen 50 und 60 t/ha, das aber recht kontinuierlich. Erbsen waren bei mir im letzten Jahr scheiße (3 t/ha). Es war zwar mein erstes Jahr Leguminosen, aber ich denke dennoch, dass es an den Standorten (30-35 BP) und den fehlenden Niederschlägen gelegen hat. Vielleicht auch doch an mir- man wird dieses Jahr sehen, ob ich es auch anders hin kriege (mache ne Menge Leguminosen).

Die Erträge der pflügenden oder intensiv pfluglosarbeitenden Betriebe sind, wie gesagt, keineswegs pauschal höher oder niedriger. Das weiß ich ganz genau (man kann ja offen drüber reden) und man sieht es auch einfach. Ohne jetzt wieder als abgehoben hin gestellt zu werden: Man sieht schon ganz genau welche drei, vier Landwirte hier wunderbare Bestände haben und welche eben nicht. Meine gehören i.d.R. gewiss dazu, das habe ich im Netz auch schon mit unzähligen Fotos belegt. Vorbei kommen ist bei Zweifeln auch kein Problem, habe sogar schon eine Kaffeemaschine und bin handzahm.

Solange ich mit meiner Mischung  aus Minimalbodenbearbeitung und Direktsaat so gut fahre wie bisher, gibt es keinen Grund zu wechseln. Fahre ich das Ganze aufgrund meiner eigenen Doofheit gegen die Wand (denn das ist meine feste Überzeugung: Hier sind wir unser eigenes Glückes Schmied), ändere ich es einfach wieder. Ich habe schon mal gesagt, es ist für mich kein Problem einen Schritt zurück zu machen.
Bisher haben sich diese Verfahren äußerst bezahlt gemacht. Ich spare dadurch in meinem Fall an Kosten, das kann ein Außenstehender gar nicht erahnen (aus betriebswirtschaftlichen Gründen, die ich gerne erklären kann). Da geht es nicht um 100 Euro Arbeitserledigung oder was sonst als Einsparpotenzial genannt wird.

Auf unseren tiefgründigen Böden und der guten Niederschlagsverteilung bin ich bisher der festen Überzeugung, dass die Erträge relativ unabhängig des Bodenbearbeitungssystems gut ausgeschöpft werden können. Dass, wie ich auch schon oftmals gesagt habe, das ganze Geschäft nicht funktionieren kann, wenn man nicht im Kopf entsprechend im System arbeitet und..joar.. halt auch ein bisschen Know-How hat, ist klar.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 27. Januar 2015, 17:54:02
Wegen der Schnecken jammert fast jeder.
Wird Zeit, dass da was auf Biotech Basis kommt. :D

Da bin ich zum Glück bisher von verschont geblieben. Vielleicht wegen der teilweise minimalen Bodenbewegung (flächig, z.B. Rapid) und nachfolgender Rückverfestigung. Toi toi toi. :P Aber ich will nicht ausschließen, dass, wenn zwei, drei Jahre in Folge Direktsaat betrieben wird, eine Anreicherung an Eiern stattfinden kann. Was sich dann in ungünstigen Fällen explosionsartig auswirken könnte.
In zehn Jahren kann ich euch bestimmt mehr berichten...
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. Januar 2015, 17:58:19
Sehr intressant.Was mich wundert,hier wird ja immer wieder,wenn das Thema Direktsaat aufkommt,sofort mit den Schlagworten Nässe,Mäusen,Bodentemperaturen, Schnecken,Ertrag etc. die Sache ganz schnell totgeredet.Auf englischen Foren und im Netz kann man aber auch lesen,so wie Henrik auch berichtet hat,dass doch viele Betriebe,auch grosse,da anscheinend doch schon seit einiger Zeit dran sind,die können dochnicht alle blöd sein und soviel Geld verschwenden,nur weils ihnen Spass macht,oder? :frage:

Spass macht es Ihnen auch nicht! Das ganze System kostet die Farmer dort richtig Geld! Die machen Direktsaat ja nur wegen Black Grass und nicht wegen anderer Vor/Nachteile, das darf man nicht vergessen! Man darf auch nicht vergessen wo die herkommen, die Engländer haben Jahrelang Weizenmonokultur angebaut und damit auch Erfolg gehabt.  Dazu wurde dann die Intensität weiter runter gefahren. Jetzt bzw. seit ein paar Jahren kommen halt die Probleme der Vergangenheit ans Licht. Den typischen Engländer oder Ackerbauern gibt es eh nicht, aber was ich so mitbekommen habe, wechselt die Wirtschaftsweise je nach Kultur sehr stark. Das heist nach Weizen wird eben eine Direktsaat von Raps gemacht. Deshalb auch oft eine ExtraDrille oder eben so Umbauten wie von Cultivation Solution und anderen Firmen. Claydon und andere Firmen sind in dem System halt Großgeworden, die werben ja heute noch mit der geringen intensität.  Nach Raps wird auch nicht viel gemacht, dann folgt meist wieder Weizen und dann was ganz anderes. Dann wird aber oft sehr intensiv gewirtschaftet und gepflügt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 27. Januar 2015, 18:01:35


5 cm sind für meinen Geschmack schon viel zu tief. Zudem ist es ja so, dass, je nach dem wie schnell du arbeitest, ne Menge Erde aufgewirbelt wird. Wo diese Batzen, oder gar Würste, aufkommen, sind das dann auch schnell mal ein paar cm mehr.
Na ja, jeder wie er mag.

Nobby mal ehrlich: Du schreibst deine Bodenwerte und deine Niederschläge rein. Du solltest also mehr als 60dz ernten können. Dann sind Dir 5 cm Bearbeitung schon zu tief. Willst du nicht mehr ernten oder glaubst du im ernst bei einem ordentlichen Ertragsniveau mit Direktsaat auf Dauer einen Blumentopf gewinnen zu können?

stone

Achso. Noch mal zum Verständnis. Ich arbeite schon auch mal 5 cm tief, insbesondere wegen Schnecken und Mäusen. Es ging mir jetzt explizit um die Ackerfuchsschwanzbekämpfung. Generell gibt es bei mir Direktsaat, klassische Mulchsaat (wo bei mir bei einmaligem Bearbeiten im Bereich 4 - 10 cm Tiefe die Schmerzgrenze liegt) und anschließender Saat mit der DS-Maschine in den Mulch oder Bestellsaat, also Mulchsaat in die Stoppeln, mit irgendeiner Maschine, die diese Vorgehensweise ermöglicht (Maschinenring bietet eine Rapid an -> vorlaufende Scheiben, Kreiselegge, -grubber wären eine Option etc.)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: jaydee88 am 27. Januar 2015, 18:36:57
Habe irgendwo mal gelesen,dass man,um Mäuse wirksam zu bekämpfen,ca 15cm tief arbeiten sollte :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: NobbyNobbs am 27. Januar 2015, 18:58:49
Habe irgendwo mal gelesen,dass man,um Mäuse wirksam zu bekämpfen,ca 15cm tief arbeiten sollte :frage:

Ja klar, da hast du sicherlich bessere Effekte. Das ist ein ganz klarer Nachteil zu anderen Verfahren. Ich habe mit Sicherheit mehr Zeit damit verbracht, Mäuse zu bekämpfen als andere.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 27. Januar 2015, 19:39:33
@henrik: Es gibt im UK schon deutlich mehr überzeugte Direktsäer als in Deutschland.
So ist das nicht.
Wer es aus Zwang macht, wird auch nicht viel weiter kommen, als bis zur nächsten Resistenz oder anderen Problemen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 27. Januar 2015, 21:59:59
Wenn dem so wäre, dann haben die Aussteller auf der Lama aber sehr viel Geld für Standplätze um Pflüge zu zeigen, zum Fenster rausgeworfen!

Eigentlich wird auf solche lokale Messen hauptsächlich gezeigt, was dort auch verkauft werden kann.

Anders die Agritechnica! Das ist eine Exportmesse!
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 27. Januar 2015, 22:16:49
Georg, von 0,1% auf 0,2% ist auch eine Verdoppelung. ;)

Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 27. Januar 2015, 23:18:59
@henrik: Es gibt im UK schon deutlich mehr überzeugte Direktsäer als in Deutschland.
So ist das nicht.

Woran machst du das fest?

Wenn dem so wäre, dann haben die Aussteller auf der Lama aber sehr viel Geld für Standplätze um Pflüge zu zeigen, zum Fenster rausgeworfen!

Eigentlich wird auf solche lokale Messen hauptsächlich gezeigt, was dort auch verkauft werden kann.

Anders die Agritechnica! Das ist eine Exportmesse!

Du hast es gut auf den Punkt gebracht, das meiste auf der Agri können die wenigsten gebrauchen. England war für mich interessant weil sie ähnliche Probleme haben und ähnliche Bedinungen wie im Norden. Habe es ja auch schon geschrieben, die messe war sehr regional. Ich fand das sehr positiv, vor allem weiol gerade viele Firmen nicht so groß sind, sieht man Produkte oder Geräte die passend sind, hier soll der gleiche Grubber vom Norden bis Süden und vom Westen bis Osten funktionieren, es geht aber nicht optimal! Das war eben auch das interessante dort, die bauen die Produkte für den Landwirt und nicht umgekehrt!
Stimme Georg zu, es waren sehr viele Pflüge zu sehen. Den größten Anteil an Drillmaschinen hatten Zinkendrillen und das mit Abstand! Die Drillen waren und sind in der Regel nicht für die Direktsaat geeignet. Hier kann man keine Zinken verkaufen, dort kaum noch Scheibendrillen!
Für mich sind die Engländer zumindest was Ackerbau angeht immer noch ein bisschen Trendsetter, zumindest für die Betriebe im Norden.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 28. Januar 2015, 07:30:55
Subjektives Empfinden, natürlich. ;)

Prozentual sind die Flächen meiner Erinnerung nach aber auch.

Das Thema wird auch intensiver diskutiert, als hier.
Es liegt vielleicht an der kaum vorhandenen Sprachbarriere zu Nordamerika, Australien, Neuseeland....
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 28. Januar 2015, 07:34:26
Trotzdem,  auch dort ist JD 750A wohl immernoch sehr gefragt und SUMO muss so eine Art Nachbau auf ihrem Drillmaschinenkonzept gebaut haben.

Ich denke auch weaving hat eine scheibendrille?

Eventuell geht's in England einfach auch mehr um technische Umsetzung als um das System?

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: jaydee88 am 28. Januar 2015, 19:21:40
Trotzdem,  auch dort ist JD 750A wohl immernoch sehr gefragt und SUMO muss so eine Art Nachbau auf ihrem Drillmaschinenkonzept gebaut haben.

Ich denke auch weaving hat eine scheibendrille?

Eventuell geht's in England einfach auch mehr um technische Umsetzung als um das System?

Mfg tim

Die 750A gehört wohl immer noch zu den besten No Till Sämaschinen mit Scheibenscharen,und das schon seit so vielen Jahren.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 29. Januar 2015, 21:09:56
Trotzdem,  auch dort ist JD 750A wohl immernoch sehr gefragt und SUMO muss so eine Art Nachbau auf ihrem Drillmaschinenkonzept gebaut haben.

Ich denke auch weaving hat eine scheibendrille?

Eventuell geht's in England einfach auch mehr um technische Umsetzung als um das System?

Mfg tim

Die 750A gehört wohl immer noch zu den besten No Till Sämaschinen mit Scheibenscharen,und das schon seit so vielen Jahren.

Halt Robuste und bewährte Technik. Am Ende setzen sich immer Dinge durch die funktionieren. In englischen Börsen wurden und werden auch immer wieder Maschinen angeboten.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 29. Januar 2015, 21:42:48
Und eben kopiert..

http://www.profi.com/news/LAMMA-2015-Further-tweaks-to-DD-drill-1657512.html
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: jaydee88 am 29. Januar 2015, 22:58:51
Und eben kopiert..

http://www.profi.com/news/LAMMA-2015-Further-tweaks-to-DD-drill-1657512.html

Sieht intressant aus.Wie bei allen Scheibenschardrillen wird die Frage sein,wie gut das sog. Hairpinning vermieden wird...
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 10. Mai 2015, 18:47:39
Vielleicht fährt ja jemand hin?

http://www.cerealsevent.co.uk/

Ist ja vielleicht ganz interessant, Termin müsste ja auch passen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: 309CA am 22. Mai 2015, 13:24:32
Was macht die Schweinezucht in England ?
Haltungsauflagen, Kastrierverbot ?, Selbstversorgungsgrad , Leistungen usw,
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Swissfarmer am 22. Mai 2015, 19:20:47
Was macht die Schweinezucht in England ?
Haltungsauflagen, Kastrierverbot ?, Selbstversorgungsgrad , Leistungen usw,

fahr hin und berichte darüber ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 28. Mai 2015, 20:48:19
Was macht die Schweinezucht in England ?
Haltungsauflagen, Kastrierverbot ?, Selbstversorgungsgrad , Leistungen usw,

die engländer machen sehr viel Outdoorhaltung. Ställe meist auch sehr einfach gehalten (bzw. das was ich gesehen habe). Über leistungen weiss ich nix, kann mich aber auch nicht wirklich dran erinnern das mal in der entsprechenden literatur zu Schweinen England da positiv erwähnt wurde  :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: 309CA am 28. Mai 2015, 21:13:35
Die sollen das Kastrierverbot schon einige Zeit haben und die Eber werden dann schon mit um die 80 Kg Lebendgewicht geschlachtet
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: klausg am 29. Mai 2015, 14:17:47
Da kann sich jeder ankucken, wohin unsinnige Auflagen von Ideologen und LEH führen - Selbstversorgung bei 60% -
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Biobauer am 29. Mai 2015, 17:42:51
Da kann sich jeder ankucken, wohin unsinnige Auflagen von Ideologen und LEH führen - Selbstversorgung bei 60% -

naja, meines wissens war der noch nie recht viel höher bei denen.

wir haben zb beim honig hier bei uns nen selbstversorgungsgrad von grade mal 30 prozent. wird sich auch nicht viel ändern, war auch noch nie recht viel anders, früher war er halt knapp und teuer, heute gibts ihn als massenprodukt. und wenn mir dann noch berufskollegen erzählen sie essen nur den aus neeseeland , weil der so gut wäre, dann  weiss ich auch nimma.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: klausg am 30. Mai 2015, 10:49:45
Da kann sich jeder ankucken, wohin unsinnige Auflagen von Ideologen und LEH führen - Selbstversorgung bei 60% -

naja, meines wissens war der noch nie recht viel höher bei denen.

wir haben zb beim honig hier bei uns nen selbstversorgungsgrad von grade mal 30 prozent. wird sich auch nicht viel ändern, war auch noch nie recht viel anders, früher war er halt knapp und teuer, heute gibts ihn als massenprodukt. und wenn mir dann noch berufskollegen erzählen sie essen nur den aus neeseeland , weil der so gut wäre, dann  weiss ich auch nimma.

Die Auflagen und Forderungen wurden schon so frühzeitig getellt, das die nie die Chance hatten, wettbewerbsfähig zu Holland oder Dänemark zu werden
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 21. Juni 2015, 01:05:22
Vielleicht fährt ja jemand hin?

http://www.cerealsevent.co.uk/

Ist ja vielleicht ganz interessant, Termin müsste ja auch passen.

War zufällig jemand da und kann berichten? Wäre ja schon neugerig  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 10. April 2016, 10:19:11
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Britische-Bauern-fuerchten-Brexit-article17426816.html

Die Britischen Bauern fürchten auch den Brexit, schauen wir mal was da noch kommt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: guest176 am 10. April 2016, 10:33:36
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Britische-Bauern-fuerchten-Brexit-article17426816.html

Die Britischen Bauern fürchten auch den Brexit, schauen wir mal was da noch kommt.

naja , was würde wohl aus uns bauern  werden , wenn unsere nation über verbleib oder austritt abstimmen würde
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Swissfarmer am 10. April 2016, 11:03:55
so sehr hängt die lw. in geiselhaft......... :police: :police: :police:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Frank am 10. April 2016, 12:17:35
Brexit?

Meine ehrliche Meinung: Bitte ja!
Es wäre ein sehr gutes Konjunkturprogramm für den Bankenstandort Frankfurt, es würden jede Menge Jobs von London nach Frankfurt wechseln.
Es wäre ein top Programm um das Pfund in der Folge abzuwerten und dadurch Produkte aus UK marktwirtschaftlich besser dastehen zu lassen.
Es würde dadurch vielen Leuten zeigen, das nationalistisches Gehabe ein Relikt aus dem 20. Jahrhundert ist und dadurch manchen die Augen öffnen.

Meine Kollegen aus UK haben im Übrigen ziemlich Respekt vor dem 23.6.
Sie befürchten auch danach weitere Bestrebungen Schottlands, Nordirlands und Wales sich aus dem United Kingdom abzuspalten.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Christian2 am 10. April 2016, 12:53:08
Ich hoffe auch auf einen Brexit, aber aus einem anderen Grund: Er wird zeigen, dass es Alternativen zur sich immer enger verbindenden EU gibt, die sich gleichzeitig immer weiter versucht, nach außen auszudehnen. Die Welt wird dadurch nicht untergehen, sondern ein Brexit wird den Brüsseler Bonzen klar machen, wie überflüssig sie eigentlich sind. Die EU-Elite mit Juncker, Schulz und den EU-Parlamentariern sind die wahrern Sozialschmarotzer. Sie predigen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung und Gerechtigkeit, dabei zahlen sie selber keine Steuern und verprassen das Geld der Steuerzahler.
 
Die aktuellen Krisen zeigen, dass die EU nicht funktioniert. Weder im Ukraine-Konflikt, noch in der Euro-Krise oder der Flüchtlingskrise hat die EU irgendetwas Vernünftiges zur Lösung beigetragen. Die Bekämpfung der problematischen Staatsverschuldung funktioniert so wenig wie die Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit, gegen den islamischen Terror ist die EU absolut hilflos. Kommission, EU-Parlament und Rat haben völlig versagt. Die EU war mit ihrer Ukraine-Assoziierung sogar Verursacher eines Krieges. Wenn überhaupt, dann haben nationale Schritte von Einzelstaaten wie zuletzt von Österreich in der Flüchtlingsfrage etwas bewegt.

Gerade wir Landwirte sehen doch die Absurdität der gemeinsamen Agrarpolitik als abschreckendes Beispiel, die Prämienanträge können nun wirklich nicht als Modell für andere Politik-Bereiche dienen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: todo am 10. April 2016, 17:53:24
Ich hoffe auch auf einen Brexit, aber aus einem anderen Grund: Er wird zeigen, dass es Alternativen zur sich immer enger verbindenden EU gibt, die sich gleichzeitig immer weiter versucht, nach außen auszudehnen. Die Welt wird dadurch nicht untergehen, sondern ein Brexit wird den Brüsseler Bonzen klar machen, wie überflüssig sie eigentlich sind. Die EU-Elite mit Juncker, Schulz und den EU-Parlamentariern sind die wahrern Sozialschmarotzer. Sie predigen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung und Gerechtigkeit, dabei zahlen sie selber keine Steuern und verprassen das Geld der Steuerzahler.
 
Die aktuellen Krisen zeigen, dass die EU nicht funktioniert. Weder im Ukraine-Konflikt, noch in der Euro-Krise oder der Flüchtlingskrise hat die EU irgendetwas Vernünftiges zur Lösung beigetragen. Die Bekämpfung der problematischen Staatsverschuldung funktioniert so wenig wie die Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit, gegen den islamischen Terror ist die EU absolut hilflos. Kommission, EU-Parlament und Rat haben völlig versagt. Die EU war mit ihrer Ukraine-Assoziierung sogar Verursacher eines Krieges. Wenn überhaupt, dann haben nationale Schritte von Einzelstaaten wie zuletzt von Österreich in der Flüchtlingsfrage etwas bewegt.

Gerade wir Landwirte sehen doch die Absurdität der gemeinsamen Agrarpolitik als abschreckendes Beispiel, die Prämienanträge können nun wirklich nicht als Modell für andere Politik-Bereiche dienen.

100% ACK besser hätte man es nicht ausdrücken können!!
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 10. April 2016, 20:58:30
Naja,
ich weiß ja nicht , ob Ihr Franks Beitrag richtig gelesen habt...
Wenn es zum Breit kommt, und England das Pfund ordentlich abwertet, um Produkte aus UK besser warktwirtschaftlicer zu machen, dann können unser Milchbauern sofort die Kühe erschlagen und die Stalltüren zunageln...

Dann werden nämlich die 20 Cent fürs Liter Milch im Laden schnell zur Regel und die Milchbauern in der EU bekommen noch 8 cent! Zumindest mal ein paar Wochen lang!
Und die 10 000 Bankerjobs die dann vieleicht nach Frankfurt gehen helfen zumindest nicht nur 1 Mähdrescher aus Italien mehr zu verkaufen...
Dieses WunschdenkenKen ist Ählich wie vor Jahren der Wunsch die Milch und Rübenkontigentierung abzuschaffen... Die Ergebnisse sind ja bekannt....
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 10. April 2016, 22:12:14
Georg, schau mal hier auf Seite 26...

http://www.wageningenur.nl/upload_mm/b/1/3/5f8e5eb2-305a-4a06-9e48-627f9f448c96_2016-046%20Berkum_DEF.pdf


Warum London nach einem Brexit kein Bankenzentrum mehr sein soll, verstehe ich nicht. Ganz im Gegenteil könnten die dann ja wieder viel freier handeln.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 17. Juni 2016, 10:03:15
Ich habe ja alternativ zu den DLG Feldtage mit die Cereals in England gegönnt. Durch günstigen Flug etc. war es nur ein Tag den ich unterwegs gewesen bin (wenn auch anstrengend  :) )

Bilder zur Cereals gibt es hier:
http://www.agrowissen.de/de/forum/index.php?topic=13790.0

Finde es ja immer gut um mal über den Tellerrand zu schauen und auch mal raus zu kommen  ;)

Was habe ich für mich mitgenommen von dort:

- Die Drilltechnik sehr viel angepasster als bei uns. Gibt halt in großer Auswahl Universaldrillen (wie bei uns auch) , dazu aber auch Striptill oder Grubberdrillmaschinen a la Claydon, Mzuri, Sumo etc. dazu einige Direktsaatdrillen (John Deere, Sumo, Horsch),  Zinkendrillen (auch eingie Hersteller) und einfache Drillen für Raps etc.
Der Trend geht dort wie es hier auch einige schon praktizieren zur Zweit oder Drittdrille. Je nach Jahr, Boden, Vorfrucht und der Kultur

- Die Bodenbearbeitung gefühlt ganz anders als bei uns ! Klar die gibt es die klassische Variante mit Pflug, aber die sonstige Bearbeitung eher konträr zu uns. hier wird mit Grubber etc. mal tief mal flach gearbeitet. Grob zusammengefasst, es gibt dort die Stoppelbearbeitung (bis 5 cm) die tiefe Lockerung, entweder in einem Arbeitsgang beim Drillen oder absetzig oder eben pflügen und alle paar Jahre alles mal drehen.
Denke das hängt auch mit der Ungras Unkräutersituation zusammen. Alles was oben ist, muss oder soll zum keimen gebracht werden und nicht verbuddelt über die ganze Tiefe......
Untergrundlockerung oft wegen der schweren Böden und fehlendem Frost bzw. Gare.

- Düngung soweit möglich schon beim drillen, habe es ja schon geschrieben, möglichst mehre Arbeitsgänge zusammenfassen. Schneckenkorn wird gleich beim drillen ausgebracht. Düngung zu Raps im herbst nur Unterfuss und nichts mehr auf dem Kopf (aus resitenzgründen), Micronährstoffe nehmen zu beim drillen.
Wichtig schnelle und gute Herbstentwicklung. Habe mir ein paar Prospekte mitgenommen, die Auswahl an Flüssigdüngern ist dort deutlich größer als bei uns !!

- Glyphosat ist dort auch ein Thema, aber gefühlt deutlich sachlicher behandelt als bei uns. Auch von Seiten der Forschung, wurde zum Beispiel an zwei Ständen auf die Resistenzen hingewiesen. Trotzdem spielt es auch dort noch eine Rolle

- Zwischenfrucht etc. wird dort auch immer mehr ein Thema, heute deutlich mehr Sommerfrüchte als noch vor vielen Jahren. Ja nicht so ganz viel gesehen, aber die Auswahl an Früchten hat deutlich zugenommen über die Jahre (vor 15 Jahren gab in Ostengland gefühlt 80% Winterweizen)

- die sonstige Ackerbauliche Führung mit Fungiziden etc. ist ähnlich wie uns. Ein paar Vergleiche gesehen wo die Mittel bzw. Wirkstoffe dran standen, ist logischerweise sehr ähnlich.

Fazit für mich, sehr interessanter Tag, viele Eindrücke bekommen. Einiges muss nun auch erstmal sacken und ist vielleicht zukünftig eine Alternative  :)

Gruss

Henrik
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 01. Dezember 2016, 19:27:43
Die Engländer haben in den letzten JAhren ja einige Rekorde eingefahren was den Weizenertrag angeht. Schlagschnitt über 150dt ist ja auch ne Menge. Die haben ja schon früher gut Weizen geerntet, heute denke ich aber die sind unseren guten Standorten doch einiges vorraus, worran liegt das? Hat das mal jemand hinterfragt?  :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gallus gallus! am 01. Dezember 2016, 19:38:07
Die Engländer haben in den letzten JAhren ja einige Rekorde eingefahren was den Weizenertrag angeht. Schlagschnitt über 150dt ist ja auch ne Menge. Die haben ja schon früher gut Weizen geerntet, heute denke ich aber die sind unseren guten Standorten doch einiges vorraus, worran liegt das? Hat das mal jemand hinterfragt?  :frage:

Ich glaube, den größten Unterschied machen die Temperaturen. Im Sommer wird es ja nicht so heiß, das mag die C3-Pflanze. Zudem ist immer Wasser da.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 01. Dezember 2016, 20:18:34
heute denke ich aber die sind unseren guten Standorten doch einiges vorraus,

Woran machst du das fest?  Hast du da konkrete vergleiche?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 02. Dezember 2016, 07:22:52
heute denke ich aber die sind unseren guten Standorten doch einiges vorraus,

Woran machst du das fest?  Hast du da konkrete vergleiche?

In Ostengland haben die schon immer gut geerntet, vor 20 Jahren haben die 120 dt geerntet, auf Fehmarn aber auch, heute sind die Spitzen Betriebe  in England bei bis zu 150-160 dt Weizen, davon sind dt. Betriebe soweit ich weiss deutlich entfernt, aiuch auf den  Spitzenlagen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 02. Dezember 2016, 07:29:53
heute denke ich aber die sind unseren guten Standorten doch einiges vorraus,

Woran machst du das fest?  Hast du da konkrete vergleiche?

In Ostengland haben die schon immer gut geerntet, vor 20 Jahren haben die 120 dt geerntet, auf Fehmarn aber auch, heute sind die Spitzen Betriebe  in England bei bis zu 150-160 dt Weizen, davon sind dt. Betriebe soweit ich weiss deutlich entfernt, aiuch auf den  Spitzenlagen.

Komisch ist lediglich das diese 150 bis 160 dz/ ha immer mit nem Ertragsmesssysteme im Drescher ermittelt werden...

Die ersten Ertragssensoren hab ich vor genau 20 Jahren verkauft. Die heutigen funktionieren immernoch genauso...

Die konnte man auch damals so wie heute einstellen, das sie das gleiche Feld mit 80 oder 160 dz/ ha als Ertrag angezeigt haben..... ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: dirkk am 02. Dezember 2016, 07:48:00
Zitat
Ich glaube, den größten Unterschied machen die Temperaturen. Im Sommer wird es ja nicht so heiß, das mag die C3-Pflanze.

Ich gehe davon aus , dass zumindest die Lagen in Mittelengland ( Yorkshire , Lincolnshire , Northamptonshire) die früher sonst in 2 von 3 Jahren unter zuwenig Sonne und zuviel Nässe litten , jetzt von der laufenden Klimaänderung profitieren , denn dort werden im wesentlichen zur Zeit die Höchsterträge erbracht . Und die Tendenz geht weiter Richtung Schottland........
Die Lagen , die sonst die Kornkammern waren ( Essex , North- + Suffolk und in Teilen Cambridgeshire - also das klassische Ostengland ) , bekommen zusehends Probleme mit kurzfristigen Trockenperioden , was ich bei mir im Binnenland auch immer mehr sehe  . Es werden weiterhin in East Anglia noch gute Erträge erreicht , aber eben nur noch in der Hälfte der Jahre .

Hier auf dem Kontinent kommen auch die häufigeren Hitzeperioden dazu ...........was ja auch in 2015 und `16 deutlich wurde . Man merkt deutlich ,dass jeder Tag über 28° dem Getreide Ertrag kostet .

Die Zonen des sehr guten Wachstums verschieben sich auch in England ( nach Norden und Westen) , nur das dort der Einfluss der rundum liegenden Meere dies abschwächt .
In England werden Erträge von 120+ dt zumindest in den erst genannten Lagen noch öfters zu hören sein , hier im Binnenland nur noch vom Körnermais .......

gruss
dirkk
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Klaus am 02. Dezember 2016, 08:06:10

Komisch ist lediglich das diese 150 bis 160 dz/ ha immer mit nem Ertragsmesssysteme im Drescher ermittelt werden...


Wieso, haben die keine anderen Waagen? :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: charlie am 02. Dezember 2016, 08:36:16

Komisch ist lediglich das diese 150 bis 160 dz/ ha immer mit nem Ertragsmesssysteme im Drescher ermittelt werden...


Wieso, haben die keine anderen Waagen? :frage:

Haben sie bestimmt...
Und ich würde sagen, das ist schon einigermaßen kontrolliert gewesen.
Schließlich war der Rekordversuch in Northumberland auch für das Guinnessbuch gemeldet, da steckt dann schon etwas Aufwand dahinter.

Hier mal der Bericht aus der Farmers Weekly:

http://www.fwi.co.uk/arable/northumberland-grower-breaks-world-wheat-yield-record/ (http://www.fwi.co.uk/arable/northumberland-grower-breaks-world-wheat-yield-record/)

Hier mal ein Auszug aus dem Bericht:

Zitat
A team of independent adjudicators was used including surveyor Rob Forrest and local vicar Victor Dickinson, to record a crop yield of 16.519t/ha at 15% moisture from the 11.3ha field.

Und mal schnell ne Übersetzung mit Google Translator

Zitat
Ein Team von unabhängigen Juroren wurde verwendet, darunter der Gutachter Rob Forrest und der lokale Vikar Victor Dickinson, um eine Ernteertrag von 16.519t / ha bei 15% Feuchtigkeit aus dem 11.3ha Feld aufzuzeichnen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 02. Dezember 2016, 08:54:22
Wenn dann hinter der Reinigung nur noch 80% Übrig bleiben dann war das mit dem Rekord....?
Denn dann waren plötzlich "nur" noch 120 dz ha netto...
Ach, ja der Feld Rand wurde auch vorher weggehächselt, und die Druschfläche über die Gefahrene Strecke mit GPS erfasst.
Einfach die Scheitwerksbreite ein bißchen falsch einstellen und schon passte mit dem Welrekordertrag....

Sorry, aber bei solchen Dingen glaube ich inzwischen hen nur noch was ich selbst mit eigenen Augen gesehen ...

Davon abgesehen, 120 dz/ha Weizen verkaufte Ware ist ja nicht so schlecht, vor allen Dingen wenns ein 5 jahriger Durch schnitt wäre...
Wenn ich da in England ein bissChen intensiver nachfrage, kämpfen Die beim 5 jährigen Durschnitt ja immernoch um 100 dz Weizen....

In meinen Augen sind die Engländer einfach die besseren Sprücheklopfer, und können so dann besser von ihren Eigenen Unzulänglichkeiten ablenken...
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 02. Dezember 2016, 09:38:21
Sorry deine Kenntnisse und Erfahrungen in alle Ehren, aberliest du dir auch durch was du schreibst?

Warum sollte da nach einer Reinigung nur noch 80% überbleiben? Sowas habe ich noch nicht gehabt und wenn man sowas hat oder hätte dann ist das ein total "vergeigter" Schlag den ich nicht mal anäherend dafür auswählen würde für einen Rekordversuch.

Und wenn am Rand was wegehächselt wurde, macht das den Kohl auch nicht fett. Das oben beschriebene  Ergebnis ist ein Ergebnis, aber es gibt ja mehrere! Warum sollten die Engländer aus einem 120dt Weizen denn einen Weizen mit 160 dt machen.  :frage:
Das erschliesst sich mir nicht und kann man in meinen Augen auch nicht mit Sprücheklopfern etc. erklären. Und selbst wenn es 10 dt weniger sein sollten, ist es trotzdem noch ein super Ertrag von dem wir alle nur träumen können!

Die Engländer haben gute Böden, vom Klima passt es auch, Dirk ja gut beschrieben. Eine vernünftige und plausible Erklärung wäre mir lieber gewesen als so hahnebüchene Vermutungen.....

Ich denke das es einige schon interessiert wieso weshalb und warum. Da spielen ja am Ende nicht nur das Klima eine Rolle, auch die Sorte, Anbautechnik usw.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 02. Dezember 2016, 09:40:14
[quote author=Henrik . Und selbst wenn es 10 dt sein sollten, ist es trotzdem noch ein super Ertrag von dem wir alle nur träumen können!

Die Engländer haben gute Böden, vom Klima passt es auch, Dirk ja gut beschrieben. Eine vernünftige und plausible Erklärung wäre mir lieber gewesen als so hahnebüchene Vermutungen.....
[/quote]
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 02. Dezember 2016, 09:49:21
Henrik,
Sind 150 dz wirklich so eine Sensation?

Das schafft Dirkk in einem passenden Jahr auch auf verschiedenen Teilstücken seines Betriebes!

Mich interessiert eher der im 5 jahriger Schnitt erzielte Verkaufserlös pro ha! Und natürlich die dazugehörigen Vollkommen!
Ich bin 2 bis 3 mal im Jahr in England und Schottland geschäftlich unterwegs.Entweder verbraten die Bauern aus den angeblichen Hochertragsgebieten ihre Gewinne irgendwo, oder die Gewinne passen trotz angeblicher Spitzenertrag nicht oder oder oder....

Sorry, für mich ist dies englische Sprücheklopfer ei einfach kein Beispiel für gute beispielhafte Landwirtschaft.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Klaus am 02. Dezember 2016, 10:16:09


Sorry, für mich ist dies englische Sprücheklopfer ei einfach kein Beispiel für gute beispielhafte Landwirtschaft.

Die Frage ist eher wer der Sprücheklopfer ist?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 02. Dezember 2016, 12:00:45
Henrik,
Sind 150 dz wirklich so eine Sensation?

Das schafft Dirkk in einem passenden Jahr auch auf verschiedenen Teilstücken seines Betriebes!
Die 150 dt beim Weizen auf ein paar m² habe ich auch schon geschafft und ohne tricks der Ertragserfassung! Ich weiss auch wie man da kurzfristig schummeln kann und dann ein Foto machen kann! Auf so heterogenen Stücken wie hier hast du dann 100 dt im Schnitt mit einer Breite von 50-150dt. Mich und die meisten anderen wird vermutlich der Schnitt von dem Acker interessieren, und wenn es wie in dem Fall über 10 ha sind, dann müssen da schon fast 200 to runtergekommen sein.


Mich interessiert eher der im 5 jahriger Schnitt erzielte Verkaufserlös pro ha! Und natürlich die dazugehörigen Vollkommen!
Ich bin 2 bis 3 mal im Jahr in England und Schottland geschäftlich unterwegs.Entweder verbraten die Bauern aus den angeblichen Hochertragsgebieten ihre Gewinne irgendwo, oder die Gewinne passen trotz angeblicher Spitzenertrag nicht oder oder oder....

Was ein Landwirt mit dem Geld macht ist doch völlig nebensächlich! Ob er nun neuen Trecker kauft sich ne Finca auf Mallorca oder das Geld auf die Bank packt. Das eine ist die Produktionstechnik  und das andere sind Dinge die niemanden was angehen!
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gast 225 am 02. Dezember 2016, 12:41:09
Henrik ,

Du sprichst da von " dt " per ha in England .

Was ist das für ein Weizen ?

Sind diese Sorten im kontinental raum auch anbau würdig oder frist der Frost sie dahin .
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: charlie am 02. Dezember 2016, 13:48:13
Was ist das für ein Weizen ?

Sind diese Sorten im kontinental raum auch anbau würdig oder frist der Frost sie dahin .

Bei dem Weltrekord-Weizen handelt es sich um "Dickens"

http://wheat.agricrops.org/varieties/view/Dickens (http://wheat.agricrops.org/varieties/view/Dickens)

Bei dem ebenfalls angesprochenen Rekordweizen aus Lincolnshire um "Reflection"

https://www.syngenta.co.uk/reflection (https://www.syngenta.co.uk/reflection)

Und hier mal eine kleine Aufstellung aus UK

https://cereals.ahdb.org.uk/media/6271/Winter%20wheat%20hgca%20Recommended%20List%202014-15.pdf (https://cereals.ahdb.org.uk/media/6271/Winter%20wheat%20hgca%20Recommended%20List%202014-15.pdf)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gast 225 am 02. Dezember 2016, 16:21:39
Danke Charlie ,

hatte das nicht mitbekommen das es sich bei dem in diesem Thema behandelten um Versuche ja sogar Weltreckorde handelt und nicht um Nachvollziehbare Praxis ERTRÄGE .

Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 02. Dezember 2016, 16:29:25
Gibt's solche max versuche auch von Deutschland?

(mit Auswertung der nullparzelle)

Wahrscheinlich nur im stillen Kämmerchen irgendeiner beratungsfirma o.ä.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gast 225 am 02. Dezember 2016, 16:51:26
Diese Versuche gibt es sicher auch in Deutschland , sicher dort wo sowas möglich erscheint .  Ist ja nix was irgendwie abgesichert werden müsste .

Bin vollkommen davon überzeugt das es recht viele Betriebe gibt in Deutschland wo 120 plus dt/ha mehrjährig Ernten .
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: charlie am 02. Dezember 2016, 16:54:50
Danke Charlie ,

hatte das nicht mitbekommen das es sich bei dem in diesem Thema behandelten um Versuche ja sogar Weltreckorde handelt und nicht um Nachvollziehbare Praxis ERTRÄGE .

Stop... der Weltrekord stammt von einem Praxisschlag (11,3 ha) und nicht aus einer Versuchsparzelle.
Ebenso der 14 Tage vorher geerntete Schlag in Lincolnshire (der Betrieb hat übrigens auch ein paar Tage 6,7t/ha Raps geerntet)
Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und liest die beiden Berichte in der Farmers Weekly (da klärt sich dann schon vieles)
Bei den englischen Hochertrags-Weizenzüchtungen handelt es sich meist um Kurztag-Kolbentypen, die wenig Vernilisationsbedarf haben und nicht besonders frosthart sind, eben passend für das dortige Klima.
Außerdem sollte man auch die N-Düngung nicht aus dem Auge verlieren: 310 kg N in 4 Gaben.

Ein Züchter hat mir erklärt, das mit diesem Material auch in Deutschland gezüchtet wird und dann wieder auf Frosthärte selektiert wird. Ebenso stehen deutsche Züchtungen in englischen Zuchtgärten.
Diese dann zusammen mit französischen Stämmen für die Qualitätsmerkmale.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: FFFlorian am 02. Dezember 2016, 17:47:05


Sorry, für mich ist dies englische Sprücheklopfer ei einfach kein Beispiel für gute beispielhafte Landwirtschaft.

Die Frage ist eher wer der Sprücheklopfer ist?
Das sind in meinem Sprachgebrauch Personen die angeben und nicht so ernst zu nehmen sind . Ich kann mir vorstellen das Georg damit meinte das die Engländer übertreiben, er glaubt Ihnen nicht.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 03. Dezember 2016, 08:51:32
Danke Charlie ,

hatte das nicht mitbekommen das es sich bei dem in diesem Thema behandelten um Versuche ja sogar Weltreckorde handelt und nicht um Nachvollziehbare Praxis ERTRÄGE .

Stop... der Weltrekord stammt von einem Praxisschlag (11,3 ha) und nicht aus einer Versuchsparzelle.
Ebenso der 14 Tage vorher geerntete Schlag in Lincolnshire (der Betrieb hat übrigens auch ein paar Tage 6,7t/ha Raps geerntet)
Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und liest die beiden Berichte in der Farmers Weekly (da klärt sich dann schon vieles)
Bei den englischen Hochertrags-Weizenzüchtungen handelt es sich meist um Kurztag-Kolbentypen, die wenig Vernilisationsbedarf haben und nicht besonders frosthart sind, eben passend für das dortige Klima.
Außerdem sollte man auch die N-Düngung nicht aus dem Auge verlieren: 310 kg N in 4 Gaben.

Ein Züchter hat mir erklärt, das mit diesem Material auch in Deutschland gezüchtet wird und dann wieder auf Frosthärte selektiert wird. Ebenso stehen deutsche Züchtungen in englischen Zuchtgärten.
Diese dann zusammen mit französischen Stämmen für die Qualitätsmerkmale.

Danke für deine ausführlichen Recherchen  :)

Gut die Sorten passen hier vermutlich nicht, iinteressant aber auch das der Weizen fast Geburtstag gefeiert hat.
Saatstärke würde ich jettt mal als normal bezeichenen, die N Mengen wird auch nötig sein bei dem Ertrag.

Auffällig fand ich aber die weite Fruchtfolge, da hat sich dann doch einiges getan bei einigen dort.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 03. Dezember 2016, 09:16:32

Bei den englischen Hochertrags-Weizenzüchtungen handelt es sich meist um Kurztag-Kolbentypen, die wenig Vernilisationsbedarf haben und nicht besonders frosthart sind, eben passend für das dortige Klima.
Außerdem sollte man auch die N-Düngung nicht aus dem Auge verlieren: 310 kg N in 4 Gaben.

Ein Züchter hat mir erklärt, das mit diesem Material auch in Deutschland gezüchtet wird und dann wieder auf Frosthärte selektiert wird. Ebenso stehen deutsche Züchtungen in englischen Zuchtgärten.
Diese dann zusammen mit französischen Stämmen für die Qualitätsmerkmale.

Entspricht also eher einer sehr späten sommerweizen Sorte bei uns, sozusagen
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: charlie am 03. Dezember 2016, 09:44:31
@Henrik

Das Thema ist bei mir mal nach einem sehr intensiven und interessanten Gespräch mit einem Züchter der Nordsaat hängen geblieben.
Wir haben damals über die unterschiedlichen Eigenschaften der Weizenstämme je nach Herkunft diskutiert und inwieweit da auch eine Durchmischung stattfindet.
Er hat mich dann auf die beiden Weltrekorde in England kurz vorher aufmerksam gemacht, die ja schon aus 2015 stammen.

Die Fruchtfolge würde ich mit 3-4mal Weizen in 5-6 Jahren jetzt nicht unbedingt als weit bezeichnen.
Es sieht mir mehr so aus, dass der in dieser Gegend (Northumberland) früher übliche Monoweizen mit 2 Sommerungen (Bohnen/Erbsen und S-Gerste) alle 3 Jahre unterbrochen wird.
Die dagegen 8jährige Rotation auf dem Betrieb in Lincolnshire ist da schon etwas anderes.
Lamyman ist ja inzwischen richtig versessen auf Rekorde.
Vor 3 Jahren schon der höchste in England offiziell festgestellte Praxis Ertrag im Weizen (14,5t), in 2015 dann Weltrekord Raps (6,7t) und eben jener Weizen mit 16,5 t, der dann 2 Wochen später noch mal knapp übertroffen wurde.
Lamyman lässt sich das Ganze wohl jetzt ziemlich von Saatzüchtern (Syngenta) und Düngerproduzenten (Bionature UK) sponsern, die werben ja auch mit ihm.

@Tim
Nicht ganz, die englischen Weizen brauchen schon Vernalisation (nur eben weniger intensiv) und die Veränderung der Tageslänge um nach "Winter" ins generative Wachstum zu gehen. Das englische Klima und die etwas nördlichere Lage mit kürzeren Tagen im Winter und vor allem längeren im Sommer wird von diesen Typen eben besonders gut in Ährchenanlage und Kornfüllung umgesetzt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 03. Dezember 2016, 10:03:46
Dann müssten dänische Landwirte quasi auch nochmal ne schippe zu den deutschen drauflegen dürfen,  doch die werden bei den n-mengen wahrscheinlich verhaftet  ;D
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gast 225 am 03. Dezember 2016, 10:22:51
Danke Charlie ,

hatte das nicht mitbekommen das es sich bei dem in diesem Thema behandelten um Versuche ja sogar Weltreckorde handelt und nicht um Nachvollziehbare Praxis ERTRÄGE .

Stop... der Weltrekord stammt von einem Praxisschlag (11,3 ha) und nicht aus einer Versuchsparzelle.
Ebenso der 14 Tage vorher geerntete Schlag in Lincolnshire (der Betrieb hat übrigens auch ein paar Tage 6,7t/ha Raps geerntet)
Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und liest die beiden Berichte in der Farmers Weekly (da klärt sich dann schon vieles)
Bei den englischen Hochertrags-Weizenzüchtungen handelt es sich meist um Kurztag-Kolbentypen, die wenig Vernilisationsbedarf haben und nicht besonders frosthart sind, eben passend für das dortige Klima.
Außerdem sollte man auch die N-Düngung nicht aus dem Auge verlieren: 310 kg N in 4 Gaben.

Ein Züchter hat mir erklärt, das mit diesem Material auch in Deutschland gezüchtet wird und dann wieder auf Frosthärte selektiert wird. Ebenso stehen deutsche Züchtungen in englischen Zuchtgärten.
Diese dann zusammen mit französischen Stämmen für die Qualitätsmerkmale.

Naja Charlie dann haben die Engländer seit 1995 ja doch nachgelegt , damals wurde in solchen angelegten Praxisschlägen , welche auch Versuchsparzellen sind , schon 135-140 dt/ha geerntet als Futterweizensorten .

Deine beiden letzten Abschnitte zeigen an weshalb unsere heutigen Sorten oder besser viele sehr schnell selektiert werden .

Übrigens hab ich noch nie auf Feldtagen oder in Gesprächen mit Vertretern der Saatgut Branche die negativen Begleiterscheinungen erfahren , wenns ganz Informativ war war die Sorte besser im milden Klima aufgehoben .
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 03. Dezember 2016, 23:08:30
@Henrik

Das Thema ist bei mir mal nach einem sehr intensiven und interessanten Gespräch mit einem Züchter der Nordsaat hängen geblieben.
Wir haben damals über die unterschiedlichen Eigenschaften der Weizenstämme je nach Herkunft diskutiert und inwieweit da auch eine Durchmischung stattfindet.
Er hat mich dann auf die beiden Weltrekorde in England kurz vorher aufmerksam gemacht, die ja schon aus 2015 stammen.

Die Fruchtfolge würde ich mit 3-4mal Weizen in 5-6 Jahren jetzt nicht unbedingt als weit bezeichnen.
Es sieht mir mehr so aus, dass der in dieser Gegend (Northumberland) früher übliche Monoweizen mit 2 Sommerungen (Bohnen/Erbsen und S-Gerste) alle 3 Jahre unterbrochen wird.
Die dagegen 8jährige Rotation auf dem Betrieb in Lincolnshire ist da schon etwas anderes.
Lamyman ist ja inzwischen richtig versessen auf Rekorde.
Vor 3 Jahren schon der höchste in England offiziell festgestellte Praxis Ertrag im Weizen (14,5t), in 2015 dann Weltrekord Raps (6,7t) und eben jener Weizen mit 16,5 t, der dann 2 Wochen später noch mal knapp übertroffen wurde.
Lamyman lässt sich das Ganze wohl jetzt ziemlich von Saatzüchtern (Syngenta) und Düngerproduzenten (Bionature UK) sponsern, die werben ja auch mit ihm.


Fruchtfolge weit oder nicht, du hast doch gut beschrieben wo die Engländer her kommen, vom Monoweizen! Ja Frost ist in England ja eher kein Thema, deswegen ist bei denen ja auch eine Lockerung eher Pflicht.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 30. Dezember 2016, 17:11:50
Mal sehen wie die Landwirtschaft in England im Januar aussieht. Freue mich schon ein bisschen  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: wolf am 20. Januar 2017, 21:28:08
Vielen Dank Henrik für die interessanten Bilder. Kannst du was sagen zur Stimmung der Farmer in Zeiten des Brexit?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: postman am 20. Januar 2017, 21:41:57
Wir haben den Farmer dazu befragt, der war nicht so begeistert, aber genauers sollten lieber andere schreiben, die der sprache mächtiger waren...
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Josef am 20. Januar 2017, 21:43:01
Vielen Dank Henrik für die interessanten Bilder. Kannst du was sagen zur Stimmung der Farmer in Zeiten des Brexit?

Edd Banks, den Farmer den wir. Ersucht haben, war für den Verbleib in der EU. Er hat aber auch gesagt das über 70% für den Brexit gestimmt haben!
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 21. Januar 2017, 10:33:17
Kannst du was sagen zur Stimmung der Farmer in Zeiten des Brexit?

Insgesamt eher ruhig. Die farmer rechnen wohl damit das die Förderungen zurück gehen.

Was mir noch oder wieder aufgefallen ist, dn Farmern dort sind die Kosten sehr wichtig. Schlepper werden sehr häufig gemietet (neue) weil man dann die kosten für da sFahrzeug im Vorwege kalkulieren kann. Für Gebäude wird seid jeher nicht viel ausgeben.
Es hat ein großes Umdenken bzw. Bewirtschaftungsänderung in Ostengland gegeben wegen BlackGrass. 70% Weizen Flächen waren da nicht mehr zu sehen.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gallus gallus! am 21. Januar 2017, 12:23:19
Kannst du was sagen zur Stimmung der Farmer in Zeiten des Brexit?

Insgesamt eher ruhig. Die farmer rechnen wohl damit das die Förderungen zurück gehen.

Was mir noch oder wieder aufgefallen ist, dn Farmern dort sind die Kosten sehr wichtig. Schlepper werden sehr häufig gemietet (neue) weil man dann die kosten für da sFahrzeug im Vorwege kalkulieren kann. Für Gebäude wird seid jeher nicht viel ausgeben.
Es hat ein großes Umdenken bzw. Bewirtschaftungsänderung in Ostengland gegeben wegen BlackGrass. 70% Weizen Flächen waren da nicht mehr zu sehen.

Zur Erläuterung:

Blackgrass = Ackerfuchsschwanz
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: JueLue am 21. Januar 2017, 12:31:02
...70% Weizen Flächen waren da nicht mehr zu sehen.

Soll bedeuten, der Weizenanteil in der Fruchtfolge ist <70%?

JueLue
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Josef am 21. Januar 2017, 12:51:47
...70% Weizen Flächen waren da nicht mehr zu sehen.

Soll bedeuten, der Weizenanteil in der Fruchtfolge ist <70%?

JueLue

Soll glaub ich heißen das es das nicht mehr gibt: Weizen Weizen Raps,
Aktuelle muss auch mal eine Sommerung dazwischen
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 21. Januar 2017, 17:19:10
Ja genau die frührere Fruchtfolge Monoweizen oder zwei dreimal Weizen und dann Raps gibt es nicht mehr. Es  waren diverse Flächen noch nicht bestellt. Der Betrieb auf dem wir waren hatten noch Zuckerrüben und Sommergerste (oder war es Hafer  :frage: ) .
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: BNT am 22. Januar 2017, 10:31:32
Die nehmen auch gerne mal Erbsen oder Bohnen in die Fruchtfolge. Wird das dort subventioniert?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Frank am 22. Januar 2017, 11:30:01
Edd hat die rausgenommen.
DB zu gering, Risiko zu hoch.

Er hat die ZR stark ausgebaut.
Dazu Sommergerste und Sommerhafer.

Er hat aber klar gesagt, das er flexibel reagiert und Fruchtfolgen konstant anpasst je nach DB.
Klassisches Agribusiness halt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 06. Mai 2017, 13:08:15
Fährt jemand zur Cereals 2017 in diesem Jahr? Ist ja in Lincolnshire dieses Jahr. Eine der besten Ackerbaugegenden  :)

http://www.cerealsevent.co.uk/
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: berci am 11. Juni 2017, 20:29:13

Ich werde dort sein.

Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 19. Juni 2017, 21:22:18
War sonst noch jemand auf der Cereals in diesem Jahr? Gab es was neues oder interessantes zu sehen ?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: berci am 22. Juni 2017, 20:40:15

Inzwischen bin ich wieder zuhause. Cereals war ganz nett. Sehr weitlaeufige Anlage sehr gut organisiert. Gutes Wetter und gute Stimmung.
Der pflanzenbauliche Teil ist eher kleiner als bei den DLG Feltagen, die Maschinen dagegen deutlich mehr. Man kann sich ja gar nicht vorstellen, wie viele englische Hersteller für Selbstfahrspritzen es gibt. Aber alles wirkt etwas zusammengebastelt, auch die Bodenbearbeitungsgeraete. Zentrales Thema ist auch dort überwiegend der Ackerfuchsschwanz.


Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 24. Juni 2017, 12:01:21

Inzwischen bin ich wieder zuhause. Cereals war ganz nett. Sehr weitlaeufige Anlage sehr gut organisiert. Gutes Wetter und gute Stimmung.
Der pflanzenbauliche Teil ist eher kleiner als bei den DLG Feltagen, die Maschinen dagegen deutlich mehr. Man kann sich ja gar nicht vorstellen, wie viele englische Hersteller für Selbstfahrspritzen es gibt. Aber alles wirkt etwas zusammengebastelt, auch die Bodenbearbeitungsgeraete. Zentrales Thema ist auch dort überwiegend der Ackerfuchsschwanz.

Ja viel mehr Hersteller als bei uns, sowohl Bodenbearbeitung als auch bei den Spritzen. Dadurch das die Engländer viel mehr Flüssigdünger machen (angebot ja auch viel größer), tendieren viele Betriebe zu einer Selbstfahrspritze.
Freut mich das das Wetter gut war, aber die Engländer ja auch kein Problem damit wenn es mal regnet. Bei den Jahresniedeschlägen dort aber eher selten.

Gab es in Bezug auf den AFU (oder wie die Engländer sagen Blackgrass) was  neues?

Wie waren die Bestände vor Ort?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: berci am 24. Juni 2017, 13:56:45
Black Grass - Ein langes Thema

Das beste daran ist, das wir es in Ungarn nicht haben.

Die Betriebe gehen ganz unterschiedlich damit um. Es gibt welche die ignorieren das Problem und machen weiter wie bisher, die anderen haben massive Veraenderungen vorgenommen mit ersten Erfolgen und es gibt aber auch Betriebe in der selben Region die aufgrund ihrer nachhaltigen Wirtschaftsweise nie ein Problem hatten.
Ein Sanierunsprogramm besteht in der Regel aus mindestens 3 Sommerfrüchten (Sommergerste, Sommerweizen, Ackerbohnen) immer beginnend mit der Sommergerste. Erstes Wintergetreide ist dann in der Regel eine Hybridwintergerste (bedeckt Boden besser als Weizen). Die Saatstaerken sind jeweil um mindestens 30% erhöht, zur besseren Unterdrückung.
Bei der Bodenbearbeitung unterscheiden sich die Meinungen. Von Pflug über Mulch bis Direktsaat wird alles praktiziert. Wichtig ist immer eine zeitige Scheinbestellung, dann Glyyphosat, hohe Saatstaerken und spaete Saat. Die Saemaschine darf möglichst wenig Erde bewegen (Zinken und auch Scheibenmaschinen).
Herbizide werden in der Regel im Vorauflauf gesplittet. Nachauflauf ist meist Wirkungslos.
Wenn ein Bestand aus dem Ruder laeuft, werden schon einmal Teile des Schlags oder der Ganze abgespritzt oder gemulcht. Die Aussamung muss konsequent verhindert werden.

Allgemein kann man sagen das es wie überall gute und schlechte Betriebe/Bestaende gibt. Aber die kurzfristige Gewinn maxiemierung műssen die Betriebe vergessen. Schwierig ist das für Velcourt Betriebe und für Betriebe mit kurzfristigen Pachtvertraegen.




Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 25. Juni 2017, 16:45:09
Danke für die Info, war ja auch eins der Themen auf eurer Tour. England ist ja vieles anders als auf dem Kontinent, aber das macht es auch interessant  :)

War der Brexit ein Thema oder schon durch?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 25. Juni 2017, 16:48:47
Was sind velcourt Betriebe?
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: berci am 25. Juni 2017, 17:22:36
Was sind velcourt Betriebe?

Velcourt ist eine Firma die das Management für ganze landwirtschaftliche Betriebe übernimmt. Der Farmeigentümer braucht sich um nichts zu kümmern. Gewinn oder Verlust werden dann nach einem bestimmten Schlüssel geteilt. Diese Form der Bewirtschaftung ist in England relativ haeufig. Es gibt glaube ich auch noch andere Dienstleister, die sowas anbieten. Velcourt arbeitet teilweise auch auf dem Festland.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: berci am 25. Juni 2017, 17:29:06
Danke für die Info, war ja auch eins der Themen auf eurer Tour. England ist ja vieles anders als auf dem Kontinent, aber das macht es auch interessant  :)

War der Brexit ein Thema oder schon durch?

Brexit ist ein Thema. Die von uns besuchten Farmer stehen dem Brexit eher kritisch gegenüber. Sie wissen nicht mit was für Förderungen sie rechen können und bangen um ihre Exportmöglichkeiten. Allgemein scheint es so zu sein, das die Wahl heute vermutlich ganz anderst ausfallen würde. Die Leute reden aber eigentlich nicht wirklich gerne darüber, sie haben das Thema satt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 13. Juli 2017, 19:20:14
Paar Drilllhighlights von der Groundwell show in England. Möchte ich auch gern mal hin. Dieses Jahr nicht gepasst, interessant aber schon. Easy Drill, PrimeWest, Sly und Dale Drills vertreten.  :)

http://www.fwi.co.uk/machinery/drill-highlights-from-groundswell-no-till-show.htm
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 22. Juli 2018, 19:26:09
Bin vor paar Wochen auch in England und Schottland gewesen.

Über das Thema brexit mögen die wenigsten sich intensiv äußern. Einige Betriebe die viel Personal aus dem Ausland haben, haben große bedenken.
Bestände haben wir auch gesehen, aber mehr im Norden bzw. Schottland. Habe dort auch schon deutlich bessere Bestände gesehen.
Großes Thema ist wie die letzten Jahre auch das Thema blackgras.

Aus ldw. Sicht ist England immer eine Reise wert.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 11. Januar 2020, 09:55:03
Waren ja ein paar Tage in England. Wie oben auch schon geschrieben, es gab erschreckend wenig gute Bestände. Sowohl Raps als auch Weizen.
Ein großer Teil der Flächen war zum derzeitigen Zeitpunkt noch unbestellt. Oft hat man noch die Stoppeln gesehen.
Die Raps Bestände meist klein, oft sehr stark von Schnecken dezimiert.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Heico am 11. Januar 2020, 10:48:46
Deutet auf noch mehr Regen hin, als wir hier im NW hatten.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Henrik am 11. Januar 2020, 19:04:24
Deutet auf noch mehr Regen hin, als wir hier im NW hatten.


Das kann gut sein. Gerade auf den schweren Böden geht dann nicht mehr viel. Die Engländer versuchen ja auch später zu säen, dann ging da irgendwann nichts mehr.


Habe die englischen Chats in den letzten Monaten aber nicht so verfolgt.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Tim am 08. Januar 2021, 22:54:42
https://mobile.twitter.com/FarmersOfTheUK/status/1345987208130523137

(jaja .. ich weiß , ASP usw. - aber man  wird doch mal träumen dürfen ... )
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: J-P-K am 09. Januar 2021, 12:30:05
Moin,

weiß jemand, ob England jetzt auch auf die EU-Agrarförderung verzichten muss? Oder ist das ein Hintertürchen, was sich offen gehalten wurde?

mfg
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Gerhard am 09. Januar 2021, 14:16:16
Das wär aber schon eine Frechheit wen die weiter Agrasubwensionen aus dem EU topf bekommen würdn
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: sten am 09. Januar 2021, 14:22:07
Ja, ist aber nicht so.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: Georg am 09. Januar 2021, 14:22:41
Das wissen die Bauern in der UK selbst noch nicht so genau, wie die nun fehlenden Zahlungen der EU kompensiert werden sollen.
Hab vorgestern dazu länger mit nem Kunden in Schottland telefoniert.
Bis 31. Dez. Hat er für ein 40 kg Lamm ca 50 Euro bekommen, seit dem 2. Januar bekommt er 90 Euro
Milch hat um ca 3 Cent angezogen. Schweine kosten seit 2.Januar 1,90 Euro, da England nun kein EU Land mehr ist, kein ASP hat und so nach China exportieren kann.
Titel: Re: Landwirtschaft in England
Beitrag von: bauerstaats am 02. April 2021, 00:43:32
Da ich mit 2 englischen Farmern in direktem Kontakt stehe kann ich Georgs Aussage momentan nur bekräftigen. Aktuell gibt es für Schwein und Milch gute Preise, aber die Zukunft wird nach Glenns Aussage nicht so rosig sein, erbefürchtet eher stark fallende Preise, sprich "Weltmarktniveau" wo er aber schlicht nicht mithalten kann...

Ich hoffe im nächsten Jahr wieder zu Ihm rüber zu fliegen und dann einen "glücklichen" Nicht EUler zu treffen... glauben tue ich das nicht...