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Autor Thema: Bio-Zuckerübenanbau  (Gelesen 98940 mal)

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Biokartoffel

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #450 am: 25. Mai 2020, 10:22:53 »

Vielleicht gibts ja auch bald einen Rode Roboter, dann wäre der ganze Rübenanbau unschlagbar bodenschonend! ;D
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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #451 am: 25. Mai 2020, 11:01:16 »

Klasse Technik!
100.000 Pflanzenpositionen je ha im "Kopf"
Wie funktioniert die Vereinzelung?

Wenn Cerea und AgOpenGPS so weitermachen, kann man sich so etwas bald selber bauen. ;)


Mit dem geringen Gewicht und den schmalen Reifen wäre sicher auch eine Querhacke denkbar...

die Position ist relativ simpel gespeichert, beim Anlegen des Feldstücks gibt man den Abstand der Rüben an, dann wird über den ganzen Acker ein Raster berechnet mit den Positionen der Rüben. Der Roboter kann nur gerade Spuren fahren, keine Kurven. Man kann auch hinterher nicht mehr den Abstand bei Teilstücken anpassen, er ist auf der gesamten Fläche gleich. Nur bei der nächsten Fläche kann man es dann wieder verändern.

Vereinzelung erforgt über eine kleine Säscheibe mit 5 Löchern. Die vereinzelten Pillen fallen nach unten, bis in den Schuh, dort ist 2cm überm Boden ein Magnetventil/Schieber auf dem die Pille kurz liegen bleibt und dann im richtigen Moment öffnet der Schieber und die Pille fällt die letzten 2cm nach unten. So liegt die möglichst exakt an der richtigen Stelle.



Vielleicht gibts ja auch bald einen Rode Roboter, dann wäre der ganze Rübenanbau unschlagbar bodenschonend! ;D
Da die Biorüben ja schon im September gerodet werden ist auch die Bodenverdichtung meist kein Problem. Da ists insgesamt noch trockener als im Spätherbst und man kann sich den Termin einfacher raus suchen weil die Lohner da noch keinen Druck haben. Ist da recht entspannt wenn man das Roden auch kurzfristig noch um ein paar Tage verschiebt.
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BNT

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #452 am: 25. Mai 2020, 11:15:11 »

Also das mit dem quer zu den Reihen hacken ist schon interessant.
Gibt's da auch eine Art von Schutzsystem. Nicht dass auf einmal die Rübenpflanzen abgeschnitten da liegen?
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angusy

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #453 am: 25. Mai 2020, 11:19:46 »

Was kostet so ein Roboter (ganz grob) ?
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Schorsch

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #454 am: 26. Mai 2020, 00:49:33 »

Säe mit der Monosem hauptsächlich Soja und Kürbis. Aber auch Mais, Raps und Zwiebeln habe ich schon gesät. Funktioniert alles.

Ich denke man kann da durchaus etwas tiefer säen. Ich könnte ja bei meiner Dammkultur blindstriegeln und 2cm Erde über den Pillen wegnehmen!

Wenn du vertraut bist damit, die Monosem auf unterschiedlichste Arbeitsweisen zu trimmen, dann ist das eine gute Voraussetzung. Die Dammkultur ist ja eine völlig andere Welt als das, war wir hier tun. Ich lege die Rübe in eine Saatfurche, die einige cm tiefer liegt als die restliche Bodenoberfläche, und decke die Pillen nur mit ganz wenig Erde ab. Wenn da ein Platzregen mit folgender Trockenheit für eine Verkrustung sorgt, dann ist es kaum noch möglich, mit einer mechanischen Maßnahme den Keimlingen das Durchstoßen zu erleichtern, ohne sie über Gebühr zu schädigen. An Dammkronen hat man sicher viel mehr Erfolgsaussichten.
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Biokartoffel

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #455 am: 29. Mai 2020, 13:14:46 »

Säe mit der Monosem hauptsächlich Soja und Kürbis. Aber auch Mais, Raps und Zwiebeln habe ich schon gesät. Funktioniert alles.

Ich denke man kann da durchaus etwas tiefer säen. Ich könnte ja bei meiner Dammkultur blindstriegeln und 2cm Erde über den Pillen wegnehmen!

Wenn du vertraut bist damit, die Monosem auf unterschiedlichste Arbeitsweisen zu trimmen, dann ist das eine gute Voraussetzung. Die Dammkultur ist ja eine völlig andere Welt als das, war wir hier tun. Ich lege die Rübe in eine Saatfurche, die einige cm tiefer liegt als die restliche Bodenoberfläche, und decke die Pillen nur mit ganz wenig Erde ab. Wenn da ein Platzregen mit folgender Trockenheit für eine Verkrustung sorgt, dann ist es kaum noch möglich, mit einer mechanischen Maßnahme den Keimlingen das Durchstoßen zu erleichtern, ohne sie über Gebühr zu schädigen. An Dammkronen hat man sicher viel mehr Erfolgsaussichten.

Genau so habe ich es vor mit dem säen! Einfach gleichmäßiger und tiefer säen und blindstriegeln mit Erdbedeckung wegnehmen. Mache das bei Soja seit einigen Jahren mit gutem Erfolg so!
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sten

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Re: Bio-Zuckerübenanbau - Unterfussdüngung
« Antwort #456 am: 14. Juli 2021, 09:02:06 »

Den Regentag nutze ich, mir über die Düngung der kommenden Saison Gedanken zu machen.
Meine Biorüben stehen nächstes Jahr auf einem mit Grundnährstoffen gut versorgtem Standort. Die gute Versorgung schränkt auch die Möglichkeiten der Düngung etwas ein, da nicht zu viel Phosphor ausgebracht werden darf.

Eine mögliche Variante wäre, jetzt im Herbst Kompost zu bringen und im Frühjahr einen Dünger Unterfuss an die Pillen zu legen. Gibt es hier Erfahrungen mit der Unterfussdüngung von Zuckerrüben?
Ich kann mir vorstellen, dass das Düngerschar bei meinen Böden ein Problem darstellen kann, indem es zu stark wühlt. Aber sonst?
Gruß
Carsten
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sten

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #457 am: 14. Juli 2021, 11:18:40 »

Etwas weiter gedacht: Angenommen der Boden ist nicht ausreichend schüttfähig, um ein Düngeschar gut einsetzen zu können, was wäre wenn man die Haarmehlpellets, auf die es ja hinauslaufen würde, denn einfach mit einem hochgestellten Düngeschar neben die Saatreihen legt? Technisch müsste das gehen, die Pellets lägen zwar oben aber eine gewisse Wirkung müsste sich nach Regen doch einstellen?
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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #458 am: 14. Juli 2021, 12:52:16 »

Bei der Saat würde ich eher nicht noch mehr im Boden rumwühlen mit einem Düngerschar, da ist die optimale Einbettung der Pille und erhalt der Kapilarität das a und o. Dann eher die Pellets nach der Kornablage in die Reihe streuen und vom Zustreicher/Andruckrolle etwas zudecken. So wie es bei den Einzelkornsämaschinen mit Granulatstreuer auch gemacht wird.
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Cyberlui

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #459 am: 14. Juli 2021, 15:32:18 »

@ wade
Wie kommt dein Farmdroid dieses Jahr mit dem Wetter und dem Beikrautdruck klar??
Wäre schön wenn du mal etwas Zeit finden würdest und du uns davon berichten könntest.

Danke
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JM

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #460 am: 14. Juli 2021, 16:57:53 »

@ wade
Wie kommt dein Farmdroid dieses Jahr mit dem Wetter und dem Beikrautdruck klar??
Wäre schön wenn du mal etwas Zeit finden würdest und du uns davon berichten könntest.

Danke

Bei uns In der Nähe " läuft" auch einer .
Bei uns das wetter im Gegensatz zum Rest von Deutschland eher trocken aber der framdroid kam laut Hörensagen nicht gegen die verkrautung an und es ist viel Handarbeit nötig .
Dennoch war es für den Betriebsleiter dank der ökologisch ausgerichteten medialen Berichterstattung eine lohnende Investition,  denn seine bewirtschaftete Fläche wird in 2 Jahren zulasten eines konventionellen bezriebes signifikant erhöhen .....
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Wade

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Re: Bio-Zuckerübenanbau
« Antwort #461 am: 14. Juli 2021, 17:58:41 »

@ wade
Wie kommt dein Farmdroid dieses Jahr mit dem Wetter und dem Beikrautdruck klar??
Wäre schön wenn du mal etwas Zeit finden würdest und du uns davon berichten könntest.

Danke

War dieses Jahr schwierig, aber nicht nur mitm Farmdroid auch bei den Bio-Rüben mit "normaler" Technik. Durch dutzend Frostnächte im April sind die Rüben nicht vom Arsch gewachsen, das Unkraut dagegen schon. Als es dann so halbweg abgetrocknet hat musste man sehr zaghaft ran um die Rüben nicht zu verschütten. Das war aber sehr schwierig da sich das relativ große Unkraut zusammen mit der feuchten Erde schnell an die Schare angehängt und dann wurden die Rüben verschüttet. Wir haben den Roboter dann nur Tagsüber fahren lassen und es war immer eine Person dabei die bei Bedarf die Schare mit nem Stecken oder Hacke freigeräumt hat. Das war je nach Boden und Unkrautdruck ein paar Meter pro Spur bis hin zu dauernt. Dennoch hat er dort sehr viel Handarbeit gespart, er fährt ungefähr so schnell wie man mit der Hand hacken kann, man benötigt bei dem Durchgang also nur 1/6 der Leute und spart zusätzlich die Maschinenhacke zwischen den Reihen.
Er braucht natürlich mehr Kontrolle und Zeit beim säen und wenn er alleine arbeitet muss man ab und zu mal vorbei schauen. Grob überschlagen würde ich sagen er hat dieses Jahr mindestens 50% der Handarbeit erspart, eher Richtung 60%.

ich hab im Farmdroid-Thema ja schonmal nen Video dazu gepostet, hier nochmal der Link. Ab 2:45 auf dem Foto sieht man wie die Rüben Mitte Mai ausgeschaut haben, da war zu dem Zeitpunkt nur einmal Blindhacken vor Auflauf der Rüben gemacht und dann ging 4-5 Wochen gar nichts mehr weils zu nass war. Da kann man sich vorstellen wenn der Boden etwas zu feucht ist wie das schön um die Schare wickelt. Ab Minute 7 sieht man dann den gleichen Acker ne Woche später und man sieht auch den deutlichen Unterschied von bearbeitet und nicht bearbeitet. Wenn er jetzt noch bei den schlechten Bedingungen alleine zurecht kommen würde, wäre ich eigentlich tiptop zufrieden. So ists zwar auch ne große Hilfe, aber man hat doch noch sehr viel zu tun und es fehlt dann natürlich auch Flächenleistung wenn er Nachts nicht fahren kann. 



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