Tier und Stall > Schweine

Was muss vorliegen um einen Schweinegiganten zu stürzen?

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Tim:
http://www.agrarheute.com/straathof-landkreis-prueft-weitere-schritte

Ich versuche gerade zu verstehen warum man die Anlage dicht machen will.


"Vorwurf: Straathof lieferte schwer kranke Schweine
Indes berichtet die ARD im "Report Mainz", dass im Spanferkelschlachthof Beck in Kupferzell laut Aussage des Geschäftsführers in den Jahren 2013 und 2014 mehrfach schwer kranke, nicht transportfähige Ferkel angeliefert worden. Sie stammten aus verschiedenen Betrieben der Straathof Holding (z.B. Schweinezucht Alt Tellin GmbH, Schweinezucht Fahrbinde GmbH, GLAVA GmbH). Der ARD-Redaktion liegt laut eigenen Aussagen amtliche Bilder und das Protokoll einer Stichpunktkontrolle in der Ferkelzuchtanlage der GLAVA GmbH in Gladau vor. Daraus gehe hervor, dass bei einer Tierschutzkontrolle durch Veterinäre 413 Fälle von Verletzungen und Erkrankungen vorgefunden wurden. Darunter seien 149 Fälle von Hoden-, Nabel- und Leistenbrüchen und 40 Fälle von Gliedmaßen-Verletzungen. Außerdem hätten viele Tiere an einer bakteriellen Hautkrankheit gelitten. In 258 Stallbuchten sei zudem Ferkelruß festgestellt worden."

1. Nicht transportfähige Ferkel
Der Fall dürfte klar sein, alles was nicht mehr von alleine gehen kann - bedeutet "auf einem Bein lahmend" das auch?

2. Hoden,Nabel,Leistenbrüche - das wären bei mir binneneber und damit das klassische Spanferkel, da eine Kastration/Operation unter vollnarkose betriebswirtschaftlicher Irrsinn ist und ein guter anteil der Tiere wird den Eingriff nicht überstehen - ich könnte mir vorstellen das die Spezialisten vom ARD das,  als vom tierhalter verursachte Krankheit einstufen  :frage:, diese Tiere sind doch ansonsten topfit (eventuell gerade weil sie eben nie kastriert wurden?)

3. Gliedmaßen-Verletzungen
Auch typisch für Spanferkel "auf einem Bein lahm", warum auch immer. War in dänemark in einem Stall indem ich gearbeitet habe wahrscheinlich durch (streptokokken)Infektionen ausgelöste angeschwollen Gelenke,  die Ferkel mussten gemerzt werden,  da es dort keine Verwertung als Spanferkel gibt,  ein kleiner Makel der dazu führt das gut 1% der Tiere getötet werden mussten - eine merkwürdige Art von tierschutz. Aber eventuell hatte das auch seinen Ursprung im kupieren der schwänze ohne Verödung (quasi nur mit einer Zange) zumindest war das damals meine Einschätzung  :frage:

4. Bakterielle hautKrankheit/Ferkelruß
Ist damit dieser schwarze Belag gemeint den Ferkel um die Schnauze an den Ohren usw haben wenn sie gebissen werden? Das wäre für mich auch nicht unbedingt eine Krankheit.

Ferkelruß ist da doch sehr viel ernsthafter, gerade bei einem zuchtbetrieb, da ist das ganze Ferkel dann mit so einem grauen Schleier überzogen und geht im Endeffekt an der Erkrankung ein wenn ich mich richtig erinnere

Ich versuche einfach nur zu verstehen,  denn wirklich glauben kann ich nicht das so ein großer zuchtbetrieb immer noch erfolgreich arbeitet und Absatz findet wenn sich solche gravierenden Probleme In der Herde oder Haltung befinden!

Vielleicht weiss hier ja jemand mehr in welchem gedanken ich mich verritten hab, oder wo die "Redakteure" vom ARD den Bericht im veterinär-deutsch eventuell zu farbig ausformuliert haben.

Einen Grund durch ein Gerichtsbeschluss gesperrt zu werden muss es dich geben oder reicht die Anklage?

Sollte in Deutschland der verwertungsweg als Spanferkel wegfallen, müssten mehr Ferkel gemerzt werden. Welcher Tod ist nun besser?!?!

Mfg tim

ANDERSgesehn:

tim,
in der schweinezucht heißt es in den letzten 10 jahren,
der weg ist frei zum (betriebs)sterben!

wie lautete der spruch der alten römer übers gemeine fußvolk?

die " 4 F "  (faulenzen, fernsehn, fressen und .icken)

Ruebe:
Man muß sich dise Zahlen mal auf der Zunge zergehen lassen .... Straathof macht ca. 10% der deutschen Ferkel, lt. Aussage von nem Freund ca. 1,2 Mio/Jahr .... was sind denn diese knapp 500 Fälle auf 1,2 Mio?

Ausserdem ist das mal wieder ein zahnloser Tiger .... wie kann ich einer juristischen Person, denn das ist eine GmbH, über einen Anteilseigner (Straathof) die Schweinehaltung verbieten?

Das ist doch so, als ob ich dem FC Bayern das Fußballspielen verbieten will weil Hoeneß Steuern hinterzogen hat ...

Der betreffende Kreis kann vielleicht in einem Stall etwas gegen eine GmbH unternehmen, aber generell ist das nicht zulässig.

Ich vermute Straathof lacht sich kaputt, das ist mal wieder ein Fall von Steuerverschwendung .... und Selbstüberschätzung von Verwaltungen

Josef:

--- Zitat von: Ruebe am 30. Dezember 2014, 13:24:35 ---Ausserdem ist das mal wieder ein zahnloser Tiger .... wie kann ich einer juristischen Person, denn das ist eine GmbH, über einen Anteilseigner (Straathof) die Schweinehaltung verbieten?

Ich vermute Straathof lacht sich kaputt, das ist mal wieder ein Fall von Steuerverschwendung .... und Selbstüberschätzung von Verwaltungen

--- Ende Zitat ---

Hallo , kaputt lachen wird er sich nicht!!
Habe gehört das die großen Ketten (Lidl Aldi und Co) an die Schlachthöfe ran treten und Garantien verlangen das sie nicht mit "Straathof-Fleisch beliefert werden!! Da hört dann der Spaß für Adrian auf, dann kann die GmbH auch schnell am Ende sein!

Michi:
ich vermute mal er hat freunde gehabt die am ende keine freunde mehr sein wollten. dann bricht so ein apparat schnell zusammen. aber dann kommt ein anderer und dübelt da seinen namen ran und kein straathof und kein lidl kunde wird verhungern müssen.

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