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Verbraucher fragen Landwirte => Informationen aus erster Hand => Thema gestartet von: ct am 14. März 2013, 16:29:54

Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 14. März 2013, 16:29:54
Ostalgie in der Landwirtschaft
DDR Landwirtschaft um 1980.E512.Zt 300 beim Pflügen.LPG.KAP.ACZ
http://www.youtube.com/watch?v=ViHSwfpHRUQ&feature=fvwp&NR=1 (http://www.youtube.com/watch?v=ViHSwfpHRUQ&feature=fvwp&NR=1)
Leider ohne Ton und nur Super8
Ich fands trotzdem interessant und teilweise imposant:
-Riesenfrontlader zum Strohaufschieben
-Mähdrescher- und Häckselbrigaden mit Frauenquote
-leistungsoptimierte ZT300 (an der schwarzen Fahne erkennbar)
-Steinesammler und
-Festgefahren bis auf die Achse
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 14. März 2013, 17:41:18
Ja gutes Video. gefällt mir auch. Kenne die Gegend um Lalendorf auch ein bisschen.

Aber wie schnell soviel Leute da waren, einer sich festgefahren, erst einer zum rausziehen,dann zwei Trecker aber die doppelte Anzahl von Leuten  8)
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Amateur am 14. März 2013, 19:06:54
Warum kommt ihr darauf diese Video wäre ohne Ton, für mich war es laut genug ;-)
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 17. März 2013, 18:08:49
Noch mehr interessante Ostalgie, wie ich als unwissender "Wessi" finde.
Diesmal auch mit erklärenden Worten und nicht nur einem Projektorgeräusch:
http://www.youtube.com/watch?v=10G_5uy1v-I&feature=fvwp&NR=1
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: tomtex am 18. März 2013, 13:25:57
Noch mehr interessante Ostalgie, wie ich als unwissender "Wessi" finde.
Diesmal auch mit erklärenden Worten und nicht nur einem Projektorgeräusch:
http://www.youtube.com/watch?v=10G_5uy1v-I&feature=fvwp&NR=1
4300ha durch 300 Bauern macht ca. 15ha im Schnitt
Über 300 arbeiten nach der Sozialisierung in der LPG Pflanzenproduktion, in der Tierproduktion sind weitere 120 Arbeiter angestellt. Irgendwie klingt dass nicht so wie wenn durch das Zusammenlegen da wirklich was effektiver geworden ist...
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 18. März 2013, 14:57:44
Hab das Video jetzt nicht angesehen aber kann mir schon vorstellen das da irgendso ein großer Brigadier mit schwer sächsischem Dialekt die Situation der Partei im Dorf schildert  ;D

wahrscheinlich waren da noch 80 Heizer mit dabei  :blink:

und 150 Flüchtlinge aus Ostschlesien/Ungarn/Pommern usw. die während der Bodenreform Neubauernhöfe mit ~5ha bekommen haben...

es ist nicht mit jetzt zu vergleichen!!!

mfg tim
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 18. März 2013, 15:28:23
Hallo Tim, tomtex,
das sollte man auch nicht mit heute vergleichen. Ich fand es nur bemerkenswert so historisch wertvolle Dokumente bei youtube zu finden.
Einer der großen Fehler des Sozialismus ist nun mal die fehlende Effektivität, wenn auch für damalige Zeiten riesige Strukturen mit durchaus brauchbarer Technik geschaffen wurden. Es kann nicht funktionieren, dass fernab vom Geschehen zentral Entscheidungen getroffen werden. Das regelt ein Markt und Wettbewerb viel besser.
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: tomtex am 18. März 2013, 19:31:59
Hallo Tim, tomtex,
das sollte man auch nicht mit heute vergleichen. Ich fand es nur bemerkenswert so historisch wertvolle Dokumente bei youtube zu finden.
Ich vergleiche auch nicht mit heute. Aber wenn ich 300 Höfe zusammenlege und hinterher fast noch mehr Leute zum Betreiben benötige erschließt sich mir der Sinn nicht ganz. Klar es sind Arbeitsplätze, aber die waren ja vorher auch da - nur freier. Ich weiß ja nicht ob sich dadurch z.B. die Erträge deutlich erhöht haben oder die Leistungen im Tierbereich. Vielleicht weiß das ja hier einer?
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Biobauer am 18. März 2013, 19:41:24
Ich weiß ja nicht ob sich dadurch z.B. die Erträge deutlich erhöht haben oder die Leistungen im Tierbereich. Vielleicht weiß das ja hier einer?


meines  wissens wesentlich gesunken, das ganze land  wurde  von den paar qm eigenbewirtschaftung hintern haus ernährt
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Thomas am 19. März 2013, 05:22:42
Hallo Tim, tomtex,
das sollte man auch nicht mit heute vergleichen. Ich fand es nur bemerkenswert so historisch wertvolle Dokumente bei youtube zu finden.
Ich vergleiche auch nicht mit heute. Aber wenn ich 300 Höfe zusammenlege und hinterher fast noch mehr Leute zum Betreiben benötige erschließt sich mir der Sinn nicht ganz. Klar es sind Arbeitsplätze, aber die waren ja vorher auch da - nur freier. Ich weiß ja nicht ob sich dadurch z.B. die Erträge deutlich erhöht haben oder die Leistungen im Tierbereich. Vielleicht weiß das ja hier einer?

Es war doch auch Ziel, dass jeder einen Arbeitsplatz hatte, egal wie produktiv oder auch nicht. Arbeitslosigkeit gabs doch nicht.
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: nofear am 19. März 2013, 09:59:24
Einer hatte sich doch gewundert, dass beim ersten "LPG"-Video sofort nen anderer Schlepper und Haufen Leute da waren, als ich der Hinterrad-ZT beim Pflügen eingebuddelt hatte.
Die Antwort habt Ihr doch grade gegeben  ;D
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 19. März 2013, 14:38:10
1/4 der Fläche Hackfrüchte , 1/4 der Fläche Ackerfutterbau , Rest Getreide

wir sprechen von einer Zeit in der dort sehr viel mehr Tiere gehalten wurden  (mit Hand gefüttert, wir sind in den achtzigern!)

 und , ja das gabs auch - im Osten flächendeckend Gemüse angebaut wurde und der Verwaltungsapparat eben auch eine Schul und Angestelltenspeisung usw. beinhaltet hat.

es ist nicht mit jetzt zu vergleichen!!!

ich wiederhols nochmal es ist jetzt nicht zu vergleichen und war auch damals schon lange nicht mehr mit der BRD zu vergleichen! Für mich ist der Film Propaganda von beiden Seiten (hab ihn mir jetzt doch angesehen) und absolut nicht geschichtlich wertvoll - die beiden Seiten beziehen ihre Stellung...

mfg tim
Titel: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 19. März 2013, 23:50:44
Hallo Tim, das sehe ich anders. Ich habe zwar schon Bilder von der Zeit gesehen und war Mitte bis Ende der 80er auch ab und zu zu Besuch in der DDR, aber so schöne bewegte Bilder von einer anderen Welt, so gleich nebenan, finde ich schon aufhebenswert. Natürlich ist der zweite Film auch mit propagandistischen Gelaber behaftet, aber das finde ich nebensächlich. Mir gehts um die Bilder, Arbeitsweisen, Technik, und vielleicht auch die Erkenntnis, dass auch bei solch großen Strukturen keine bessere Produktivität erreicht werden konnte, weil das politische System dies nicht leisten konnte, bzw. eine positive Fortentwicklung durch den Zentralismus aktiv verhindert hat.
Natürlich ist das mit heute auch alles nicht zu vergleichen, dass will ja auch keiner. Obschon ich immer wieder begeistert darüber bin, dass es auch absolute Lichtblicke gibt, die es bis heute aufgrund ihrer Genialität zu überleben geschafft haben (z.B. Feiffer Prüfschale). Da gäbe es bestimmt noch mehr aufzuzählen. Ich glaube es gibt hier auch immer noch genügend Leute, die noch nie etwas davon gehört haben.

Vielleicht können wir das Thema auch abtrennen, wir driften ja schon in eine OT-Diskussion?
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 20. März 2013, 00:11:35
Habe mal neues Thema draus gemacht und das ganze verschoben. Haben ja doch einige die Informationen aus erster Hand haben  ;)

Gruss

Henrik

PS: Nun kann fleissig weiter diskutiert werden, finde das Thema auch gut. Habe die Landwirtschaft in der DDR in den achtzigern auch noch kennenlernen dürfen und möchte die Erfahrungen und Eindrücke nicht missen !
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 20. März 2013, 00:26:27
Danke Henrik.
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: RumsRumsRums am 20. März 2013, 11:29:44

Es war doch auch Ziel, dass jeder einen Arbeitsplatz hatte, egal wie produktiv oder auch nicht. Arbeitslosigkeit gabs doch nicht.

Ich hab auf so einen LPG Nachfolgehof gelernt und wenn man den alten mal zugehört hat, war Personalmangel kein Problem. Eher die fehlenden Maschinen und diesen Mangel habense halt durch die zwangsweise verfügbaren Angestellten kompensiert.
So wie Thomas halt meinte, Arbeit für jeden, es gab offiziell keine Arbeitslosen. Das lag aber nicht daran, dass es soviel freie Stellen gab.

Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: bauerstaats am 20. März 2013, 11:48:00
Moin,

dann darf aber beim Thema Arbeitstechniken ein Verweis auf diese Seite nicht fehlen:

http://www.ddr-landmaschinen.de/

immer wieder interessant auf der Seite zu schmökern...

Gruss
Uli
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 10. November 2014, 20:47:58
Ich kopiere das mal hierzu:

LPG "Fortschritt"  im Frühjahr 1990
https://www.youtube.com/watch?v=zDiiL22lN8s&feature=youtu.be
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 17:25:10
Hallo,

haben wir ausser Tim und Tomtex? hier in diesem Thema überhaupt Menschen die wirklich in der DDR gelebt haben und nicht nur vom HörenSagen?
Davon weiss ich auch einiges aber mich würde die LW wirklich interessieren.

Wo sind die alteingesessenen die diese LW wirklich erlebt haben?

Ausserdem sag ich nur dass es  auch auf die jeweiligen Menschen in der LPG ankam das sieht man heute noch an den Dörfern ;-) Es macht mich nichts fuchsiger wie die Leute die das alles nicht erlebt haben und  heute alles wissen

LG Mathilde
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Panta rhei am 11. November 2014, 18:34:22
Guckst Du hier:
http://www.youtube.com/watch?v=Etqq0FuUE-Y

 ;D ;D ;D ;D
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathias am 11. November 2014, 18:58:39
Und hier die komplette Sendung dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o (https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o)


Ich hab von der DDR auch nichts erlebt.

Aber von vielen weiß ich das damals -auch am Tage- viel Alkohol floss...
Vor allem aufm Bau und in der Tier- und Pflanzenproduktion...
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: BNT am 11. November 2014, 19:24:31
Es macht mich nichts fuchsiger wie die Leute die das alles nicht erlebt haben und  heute alles wissen



Hallo Mathilde,


aber was ist die Alternative? Schweigen? Jene, die die DDR miterlebt haben, werden von Jahr zu Jahr weniger. Irgendwann gäbe es dann ja gar nichts mehr ober die DDR zu reden.
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 11. November 2014, 19:29:41
http://www.kinder-von-golzow.de

Alles festgehalten, frag doch mal dort jemanden, dürften jetzt langsam ins rentenfähige alter übergehen.

Ich denke von 19 Schülern im tiefsten outback ist nicht einer in der Landwirtschaft, bzw. Überhaupt im Dorf geblieben
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Heico am 11. November 2014, 19:47:55
Und hier die komplette Sendung dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o (https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o)


Ich hab von der DDR auch nichts erlebt.

Aber von vielen weiß ich das damals -auch am Tage- viel Alkohol floss...
Vor allem aufm Bau und in der Tier- und Pflanzenproduktion...


Mit dem Alkohol bei der Arbeit war nichts spezifisches in der DDR nur dass die Promillegrenze 0,0 war, das war anders.


Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: farming.ch am 11. November 2014, 19:57:45
Als Schweizer meine ich, man sollte die DDR verstehen versuchen als Staat mit anderen Zielen, Klassenlosigkeit (jeder ist Arbeiter) und 0 Arbeitslosigkeit scheinen mir recht wichtig gewesen zu sein, Effizienz dagegen zum Teil gewollt nicht...

Wenn ich in ein anderes Land gehe, wende ich die gleiche Methode an, ich messe wenn möglich nicht das andere Land mit gleichen Ellen wie z.B. die Schweiz. Vielfalt der Nationen und Kulturen ist ja auch was schönes. Es macht auch in Krisen wenig Sinn anders vorzugehen, Spanien hat anderen Aerger als der Arger in Griechenland.

Zugegeben, bei Grundsätzlichem verstehe ich allerdings keinen Spass, z.B. beim Gesundheitsstatus und der Grundschulbildung.

LG Christian
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Ruebe am 11. November 2014, 20:15:25
Zitat
Als Schweizer meine ich, man sollte die DDR verstehen versuchen als Staat mit anderen Zielen, Klassenlosigkeit (jeder ist Arbeiter) und 0 Arbeitslosigkeit scheinen mir recht wichtig gewesen zu sein, Effizienz dagegen zum Teil gewollt nicht...

Wenn ich in ein anderes Land gehe, wende ich die gleiche Methode an, ich messe wenn möglich nicht das andere Land mit gleichen Ellen wie z.B. die Schweiz. Vielfalt der Nationen und Kulturen ist ja auch was schönes. Es macht auch in Krisen wenig Sinn anders vorzugehen, Spanien hat anderen Aerger als der Arger in Griechenland.

Zugegeben, bei Grundsätzlichem verstehe ich allerdings keinen Spass, z.B. beim Gesundheitsstatus und der Grundschulbildung.

LG Christian

Du vergisst das Wichtigste : MEINUNGSFREIHEIT

Das ist ein grundsätzliches Problem das die Linken nicht an Ihrer Vergangenheit gemessen werden dürfen, sich das Recht herausnehmen Gewalt gegen andersdenkende auszuüben ....
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: RumsRumsRums am 11. November 2014, 20:17:30
Hallo,

haben wir ausser Tim und Tomtex? hier in diesem Thema überhaupt Menschen die wirklich in der DDR gelebt haben und nicht nur vom HörenSagen?
Davon weiss ich auch einiges aber mich würde die LW wirklich interessieren.


Ich hab da 12 Jahre gelebt ;)
In der Zeit wurde wohl auch der Drang zur Landwirtschaft bei mir massgeblich mitbestimmt. Ich hab als Kind immer den Leuten auf dem LPG Hof beim Maschinen reparieren zugeschaut. Mal davon ab, dass mein Grossvater Traktorist war und mein Vater im Sommer da immer aushelfen musste.
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 20:21:08
aber was ist die Alternative? Schweigen? Jene, die die DDR miterlebt haben, werden von Jahr zu Jahr weniger. Irgendwann gäbe es dann ja gar nichts mehr ober die DDR zu reden.

Hallo,

ich glaube aber schon dass Ihr verstanden habt wie ich das gemeint habe  :-\
Jetzt sag ich einfach mal wieder das abgedroschene: es kann für mich nicht angehen wenn eingefleischte Westdeutsche heute besser wissen wie die Landwirtschaft in der DDR war, wie diejenigen die es erlebt haben.
Ich weiss auch aus mit mir gesprochenem dass aus den "Volksgütern viel mehr herauszuholen" war. Die Kannen mit Milch im privaten Schweinestall verfüttert wurden, das Schrot für die Bullen vom Gut wurde eben etwas gekürzt und dafür dann zwei Säcke davon für den privaten Bullen abgezweigt.
Der erste Hänger Kartoffeln wurde unten bei ...........abgekippt
Habe noch lange die Gummideckel von Pneumant die auf den Milchkannen waren vor den Häusern als Hunde und Katzennapf gesehen.
Habe Bilder vom ersten Besuch hier wo zwei Trecker vor einander den Pflug zogen
ZT und Ballenladewagen, im Stall 200er und 100er Normtypenställe da waren die Kühe im Westen z.T. noch in dunklen Ställen
Aber ich weiss nicht wie sich die Menschen dort wirklich fühlten und wie Sie gefeiert haben bei den Erntefesten
Habe auch ein Buch mit vielen Bildern auch aus der LW mit "Ohne Gott mit Sonnenschein fahren wir die Ernte ein"
Ausserdem hatten die Trecker früher schon toll gefederte Sitze da glaub ich waren unsere noch nicht so weit. Dass die Entwicklung irgendwann stehen geblieben ist wie beim Trabant oder K700 das ist eine andere Sache
Irgendwo muss ich noch die Bilder haben mit den 2 Treckern .....da war die DDR nur hier stehen geblieben das Bild ist von 1994
LG Mathilde
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: farming.ch am 11. November 2014, 20:41:56
@Ruebe
Es gibt auch meinungsfreie Tote, um es etwas krass auszudrücken- im Mittelmeer versoffene oder in Griechenland wenn das Gesundheitssystem nicht mehr funzt...

LG Christian (der sehr gerne in einer Demokratie lebt und nichts anderes kennt)
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 20:59:03
Hallo,

jetzt hab ich mir mal die Mühe gemacht und ein paar der Fotos eingescannt.

Unser "Bello" (Belarus, Minsk Traktorenwerk) und neue Rundballen
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 21:00:58
Kornspeicher hier auf diesem Betrieb.
Sehr arbeitsintensiv 3 Stockwerke und lauter kleine Kammern
Getreidegosse und soviel Energiefressender Technik dass wir es uns nicht mehr leisten konnten darin auch nur ein Korn einzulagern
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 21:02:18
Ein ZT mit Druckluftbremse  :o
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 21:03:58
Weidmelkstand und Vorwartehof
Die engen Stände vor dem Weidemelkstand war zum separieren der Kühe für den Besamer oder Tierarzt
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Biobauer am 11. November 2014, 21:04:58
Ein ZT mit Druckluftbremse  :o

oha, da hattest aber zu tun bei der bergung
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 21:05:50
Küche und Lehrlingswohnheim
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Mathilde am 11. November 2014, 21:07:23
und nun leider nicht so gut erkennbar die 2 mal 2 Trecker
Das Bild ist von 1994
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Andre am 11. November 2014, 21:34:46
 :daumen: :daumen1:
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 11. November 2014, 21:49:29
Und hier die komplette Sendung dazu:

https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o (https://www.youtube.com/watch?v=Aje_agMaV3o)


Ich hab von der DDR auch nichts erlebt.

Aber von vielen weiß ich das damals -auch am Tage- viel Alkohol floss...
Vor allem aufm Bau und in der Tier- und Pflanzenproduktion...


Mit dem Alkohol bei der Arbeit war nichts spezifisches in der DDR nur dass die Promillegrenze 0,0 war, das war anders.


Das sehe ich etwas anders. Klar wurde hier früher auch mehr getrunken, aber ich kannte auch früher keinen Betrieb wo es schon zum Frühstück Schnaps gab. Im Frühjahr 90ig sind wir rüber gefahren und haben Stroh gepresst bzw. pressen lassen, da ging morgens um halb acht die Buddel das erste Mal rum und gegen Mittag waren 5-6 Flaschen leer (waren vier Frauen und ein Mann) und denen hat man nicht viel angemerkt, war eins meiner ersten Erlebnisse auf einer LPG. Wenn man einige leute dort besser kennt, dann erzählen die das heute auch noch, einige waren ab mittags nicht mehr zu gebrauchen.
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: BNT am 11. November 2014, 21:51:01
Man muss auch sagen: Ohne die DDR und auch ohne ihren Zusammenbruch hätten viele viele keinen eigenen landw. Betrieb aufbauen können.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Michi am 28. Juni 2015, 21:08:21
Will das Thema mal wieder hochholen, bin darauf gestossen da eigentlich damals schon bessere technische Lösungen verfügbar waren, die sich bei uns dann komischerweise nicht durchgesetzt haben.

Beispiel Alternative zum Dreckkratzer (Schwader):

Damals: https://www.youtube.com/watch?v=yS2v6RiGk4E

Heute: https://www.youtube.com/watch?v=_VxYVpalhaU
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 28. Juni 2015, 21:35:05
Haben noch zwei schwadlüfter und ne 4m Pick up da stehen, willst du haben?

Der schwadmäher dazu steht in Kloster veßra im Museum.

Der hatte keine Klima und 50 PS,  war einfach nicht mehr zumutbar mit dem Ding zu arbeiten.

Mfg tim

Hab mir grad dieses schwader Video angesehen. Ein nachbarbetrieb hat sich jetzt so nen neuen fendt katana angemietet.  Maschine funktioniert,  aber 14m schwad ist zu klein! Machen jetzt wohl noch mit zwei alten schwadern zusätzlich mit zusammen um breitere Schwaden zu kriegen,  das ist nicht mehr vergleichbar...
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Michi am 28. Juni 2015, 21:39:47
die kabine scheint mir auch mehr wie ein ANZUG zu sein ...

schwadlüfter sind diese schwadversetzer?
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 28. Juni 2015, 21:45:37
Ja,  das gute ist das man sie komplett dreht und Haufen im schwad begrenzt ausgleichen bzw. Glatt ziehen kann.
Schwader schieben das ganze nur zur Seite, vermischen es mit Erde und wühlen die Steine hoch.

Ja man kann damit auch Luzerne zusammen machen,  nur dann sind die zu viert oder zu sechst los gestartet,  genauso wie beim Mähen mit balkenmähwerk.  Ach ja und ich denke die sind auch breiter wie drei Meter.

Was hier noch überall läuft (und im ladevolumen schwer zu schlagen ist) Hw80 doppelzug.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: nofear am 28. Juni 2015, 22:51:11
Was hier noch überall läuft (und im ladevolumen schwer zu schlagen ist) Hw80 doppelzug.
Mfg tim

Wieso kommt son Spruch grad von Dir in ner bergigen Gegend?

Im Flachland geh ich noch mit. Aber sobald Du an den Hang kommst geht mM nichts über die großen Mulden, Abschieber oder Silotrailer, die Stützlast auf den Schlepper bringen.
Der Traktor vor dem vollen HW80 Zug muß schon recht schwer sein, mit Radgewichten und großem Frontgewicht. Ansonsten stehst da und gräbst dich nur ein.

Wohingegen die Teile in der absätzigen Ernte (Abbunkern von Druschfrüchten im Stand) mit wechselnden Hängerzügen am Schlepper schon gut sind. Haben zwei solcher Züge und mit dem kleinen Drescher läuft es so, dass jeweils ein Zug befüllt wird, während der Schlepper den anderen wegbringt.

Sowas funktioniert mit abgestellten Tandemanhängern nicht  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 28. Juni 2015, 22:57:37
ich bin da bei dir , aber meine Bergziegen hier lassen lieber den HW80 mit schmaler Spur umfallen als ne Annaburger Mulde die den Schlepper rumdrückt ?!?

Ich glaub zum schluss ist es rum wie numm, man merkt aber am Silo das das mit den HW 80 viel flotter geht.
ranfahren, seitlich abkippen wegfahren - da kippen drei HW80 gespanne ab , bis du den Annaburger hoch und runter geleiert hast.
Und schieben lässt es sich auch einfacher weil der haufen lockerer und längs zum silo liegt.

Auf der Anderen seite muss ich sagen das die ganze schieberei sehr kraftzehrend ist, egal wie. Und ich sehe immer ganz fasziniert zu diesen Ladewagen geschichten wo dann nur ein kleiner Schlepper das schon grob vorverteilte Gras auf dem Silo breit fährt - hat ein geschmäckle!

Die Zeiten werden auch vorbei gehen, keiner hat neue Brücken verbaut wenn die Aufbauten ausgewechselt wurden. Das bedeutet das jetzt 12to Hänger mit 15to Zuladung auf 40 Jahre alten Fahrgestellen durch die gegend hullern die mal für 8 to ausgelegt waren.

mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: nofear am 28. Juni 2015, 23:06:42
Da bin ich wiederum in allen Punkten bei Dir  ;D

Zwecks mangelnder Auslastung von Mulde und Drehschemel, ziehen wir beim Häckseln (nur Mais) auch die HW80, einzeln aber, übers Silo und kippen oben ab. Spart wenigstens mal das Hochschieben ein.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Michi am 28. Juni 2015, 23:56:01
war auch mal anderer meinung aber am einfachsten fährt es sich auf rädern auf den silo. das schieben ist ne riesige dieselverschwendung.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Uwe am 29. Juni 2015, 00:11:39
Also ich hab die 80er Jahre mit meinem Opa aufm Feld verbracht (war Brigadier).
War schon wirklich spannend.

Feldfutterernte:
3 x E301 Schwadmäher (55PS) + 1 x E303 Schwadmäher (65PS)
2 x E280 Häcksler (170PS)
2 x ZT300 Traktoren (100PS) mit je 2x HW80 (12t) Anhängern
1 x W50 LKW mit HW80 Anhänger
2 x MTS 52 Traktoren mit je 2x HW60 (9t) Anhängern
je nach Entfernung auch noch mehr Abfahrer
1 x K700 A auf dem Silo
1 x ZT303 auf dem Silo

Getreideernte:
6 x E512 Mähdrescher (105PS)
3 x W50 LKW mit HW80 Anhänger
1 x ZT300 zum befüllen der Anhänger auf dem Feld
2 x HW80 Anhänger auf dem Feld
-> W50 kuppelt Anhänger ab
-> W50 wird beladen (parallel zum Dreschen)
-> vom ZT schon zuvor beladener Anhänger wird angehängt
-> W50 fährt zum Getreidehandel
1 x MTS50 Traktor mit Werkstattwagen
1 x MTS50 Traktor mit Sozialwagen
1 x MTS50 Traktor mit Wasserwagen und Scheibenegge ("Feuerwehr")

Kartoffelernte:
2 x MTS82 Traktor (80PS) mit E686 Kartoffelroder (zweireihig)
4 x MTS50 Traktor mit THK5 Anhänger (7t) (zum Transport vom Feld zur Sortieranlage)
riesige Sortieranlage
2 x W50 mit HW80 Anhänger (zum Transport von der Sortieranlage zum Bahnhof [in Säcken!])
2 x ZT300 mit je 2 x HW80 Anhänger (zum Transport von der Sortieranlage zum Bahnhof [in Säcken!])
etwa 30 Leute aus der "Handarbeitsbrigade" zum Sortieren auf dem Roder und bei der Sortieranlage und zum Verladen in Waggons
eingelagert wurde quasi nichts, sondern es ging alles direkt zum Bahnhof oder auch mal direkt zur Ostseemohle (und von da z.B. nach Kuba)

An Traktoren gab es insgesamt in etwa:
1 x K700 A (230PS)
1 x T150K (165PS)
3 x ZT303 (100PS)
4 x ZT300 (100PS)
2 x MTS82 (80PS)
2 x MTS52 (55PS) (neue Kabine)
5 x MTS50 (50PS) (alt, schon ziemlich "abgeschrieben" ... teilweise mit runder Haube)

...jedenfalls soweit ich das in Erinnerung habe...

Pflanzenschutz wurde vom ACZ gemacht.
Dünger wurde manchmal auch mit Agrarfliegern gestreut ... vor allem im Frühjahr wenn es zu naß war.
In der Handarbeistbrigade waren wesentlich mehr Leute, als es Mechanisatoren gab ... zum Hartzen mußte man in der DDR halt mit Forke und Schaufel ran.
Die Schwadmäher und Drescher wurden fast alle von Frauen gefahren.
Die Traktoren wurden eigentlich nur von Männern gefahren.
In der Werkstatt waren auch noch 3 bis 5 Leute.
Außerdem gab es 3 Brigadiere und die Küche.
Die Beschreibung umfasst aber nur die Hälfte der ganzen LPG (eine Abteilung) ... der ganze Wasserkopf war beim Hauptstandort.
Dort war auch die Werkstatt noch wesentlich größer und es gab eine Baubrigade.
Außerdem gab es parallel eine LPG Tierproduktion mit eigener Mechanisierung.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 29. Juni 2015, 07:19:33
@Uwe

Super Beitrag  :daumen: :daumen:

Hast ja sehr detailierte Erinnungen  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Georg am 29. Juni 2015, 07:53:01
I h hab solche Dinge sobar noch aus Anfang der 80 er Jahre aus meinen grenznahen DDR Besuchen in Südthüringen Fotodokumentiert!
Muss irgendwann mal Bilder digitalisien.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 06. Januar 2016, 19:36:46
Noch was gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=OOkmPqmECjQ
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: guest176 am 06. Januar 2016, 19:43:20
Noch was gefunden

https://www.youtube.com/watch?v=OOkmPqmECjQ

ja ja , hätten die schlauschnacker den laden damals an claas und nicht an doppstadt vertickert , dann würde sich dort heute noch etwas drehen !
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 06. Januar 2016, 19:59:22
11m wenderadius - wie habe ich diese Kiste gehasst!
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 06. Januar 2016, 20:14:30
Noch was gefunden

Finde solchen Videos immer gut  :)

Ist das ab 6.20 Min ein Eggenrahmen?

Wie doch die Zeit vergeht, das sind ja noch die alten  Zt´s in blau und rot  :)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 06. Januar 2016, 20:20:43
Jawohl,  entweder eggenfelder,  walzen oder ich glaube die mechanischen 3m saxonia drillen passen da auch rein - soweit ich weiss über 3m transportbreite in längsfahreinrichtung, daher wohl nur noch im Schrott zu finden.

Mfg tim
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: jotesen am 06. Januar 2016, 21:21:20
Jawohl,  entweder eggenfelder,  walzen oder ich glaube die mechanischen 3m saxonia drillen passen da auch rein - soweit ich weiss über 3m transportbreite in längsfahreinrichtung, daher wohl nur noch im Schrott zu finden.

Mfg tim

hier läuft 2 dörfer weiter mindestens noch ein koppelwagen.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Stone am 06. Januar 2016, 22:31:42
Koppelwagen für 3 Sämaschinen hat (oder hatte bis vor kurzem) Amanzone für den Export auch noch im Angebot

stone
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 07. Januar 2016, 09:06:10
Jawohl,  entweder eggenfelder,  walzen oder ich glaube die mechanischen 3m saxonia drillen passen da auch rein - soweit ich weiss über 3m transportbreite in längsfahreinrichtung, daher wohl nur noch im Schrott zu finden.

Mfg tim

Keine Angst ich suche keine  ;D Habe die ja selbst schonein paar mal gesehen, hatte den nur anders in Erinnerung. Wenn mich nicht alles täuscht hiess der früher Kopplungswagen T890  :frage:
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Puszta am 07. Januar 2016, 09:29:03
Ich mag solche Videos auch. Bemerkenswert, dass der Allrad abhängig vom Schlupf automatisch zugeschalten wurde. Konnte das zu der Zeit ein "Westprodukt"?
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: jotesen am 07. Januar 2016, 10:18:03
Ich mag solche Videos auch. Bemerkenswert, dass der Allrad abhängig vom Schlupf automatisch zugeschalten wurde. Konnte das zu der Zeit ein "Westprodukt"?

und so genial einfach gelöst
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Georg am 07. Januar 2016, 10:28:03
Geanau so das Schneitwerk der Fortschrittmähdrescher war noch vorne kippbar! Es hatte einen relativ langen Tisch vor der Einzugswalze.
Aber man konnte sich so die Ährenheber sparen. Wenn Lagergetreide war, dann konnte man den Scheitwerkstisch nach vorne "auf Griff" stellen! Claas hat 1990 dann einige Dominator damit ausgerüstet und rumprobiert. Aber hingebracht haben sie es nicht.

Da die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (größter Devisenbeschaffer) in der DDR einen sehr hohen Stellenwert besaß wurde dort auch sehr viel Geld in die Entwicklung gesteckt!

Ich war kurz nach der Wende in Leipzig bei der BBG. Da lag ein 18 Meter Spritzgestängeprototyp der genau 18 kg (Ohne Leitungen und Düsen) gewogen hat. Entwickelt wurde dieses Gestänge in der Flugzeugfabrik in Dresden.

Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Stubbendiek am 07. Januar 2016, 10:43:46
Ich mag solche Videos auch. Bemerkenswert, dass der Allrad abhängig vom Schlupf automatisch zugeschalten wurde. Konnte das zu der Zeit ein "Westprodukt"?

1923 hatte das der Lanz Bulldog HP mit 12 PS.  ;D

Gruß Sd
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: hanns am 07. Januar 2016, 11:23:51
ich hatte 1991 besuch des mir bekannten lpg vorsitzenden aus brandenburg(3800ha,1600kühe),dem ich meine buchführung(natürlich die guten abschlüsse  ;D)gezeigt hatte...
der rechnete das hoch und flippte regelrecht aus  ;)
interessant war auch der besuch im boxenlaufstall(60kühe)des nachbarn,
der erzählte mir,dass der lpg boss jede kuh vom ansehen beurteilt und jede macke erkannt hatte.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 15. Januar 2016, 16:55:16
11m wenderadius - wie habe ich diese Kiste gehasst!

Die wahscheinlich eher seltene Raupenvariante  :)

http://www.traktorpool.de/details/Traktoren/Fortschritt-ZT-300-GB/1362557/
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Biobauer am 15. Januar 2016, 16:58:05
Geanau so das Schneitwerk der Fortschrittmähdrescher war noch vorne kippbar! Es hatte einen relativ langen Tisch vor der Einzugswalze.
Aber man konnte sich so die Ährenheber sparen. Wenn Lagergetreide war, dann konnte man den Scheitwerkstisch nach vorne "auf Griff" stellen! Claas hat 1990 dann einige Dominator damit ausgerüstet und rumprobiert. Aber hingebracht haben sie es nicht.



ich hab ja jahrelang mit so an kübel gedroschen , gsd hatte ich wenig lager, aber das war der grösste scheiss. vom anbau des tisches ganz zu schweigen, die dinger waren dafür konzipiert quasi immer am drescher zu verbleiben.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Frank am 15. Januar 2016, 18:01:08
Bio,

Du hattest doch einen Nachwende 524 wenn ich mich richtig erinnere.
Georg spricht vom Vorwende 517B. Das ist ein etwas anderes Gerät.
Allerdings war An-/Abbauen des SW auch hier keine Kernkompetenz.
Dafür wurde damals dort bereits an mechanisch-elektrischen Lenkautomaten geforscht.
Titel: Re:Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Newbie am 11. Februar 2016, 19:35:06
aber was ist die Alternative? Schweigen? Jene, die die DDR miterlebt haben, werden von Jahr zu Jahr weniger. Irgendwann gäbe es dann ja gar nichts mehr ober die DDR zu reden.

Hallo,

ich glaube aber schon dass Ihr verstanden habt wie ich das gemeint habe  :-\
Jetzt sag ich einfach mal wieder das abgedroschene: es kann für mich nicht angehen wenn eingefleischte Westdeutsche heute besser wissen wie die Landwirtschaft in der DDR war, wie diejenigen die es erlebt haben.
Ich weiss auch aus mit mir gesprochenem dass aus den "Volksgütern viel mehr herauszuholen" war. Die Kannen mit Milch im privaten Schweinestall verfüttert wurden, das Schrot für die Bullen vom Gut wurde eben etwas gekürzt und dafür dann zwei Säcke davon für den privaten Bullen abgezweigt.
Der erste Hänger Kartoffeln wurde unten bei ...........abgekippt
Habe noch lange die Gummideckel von Pneumant die auf den Milchkannen waren vor den Häusern als Hunde und Katzennapf gesehen.
Habe Bilder vom ersten Besuch hier wo zwei Trecker vor einander den Pflug zogen
ZT und Ballenladewagen, im Stall 200er und 100er Normtypenställe da waren die Kühe im Westen z.T. noch in dunklen Ställen
Aber ich weiss nicht wie sich die Menschen dort wirklich fühlten und wie Sie gefeiert haben bei den Erntefesten
Habe auch ein Buch mit vielen Bildern auch aus der LW mit "Ohne Gott mit Sonnenschein fahren wir die Ernte ein"
Ausserdem hatten die Trecker früher schon toll gefederte Sitze da glaub ich waren unsere noch nicht so weit. Dass die Entwicklung irgendwann stehen geblieben ist wie beim Trabant oder K700 das ist eine andere Sache
Irgendwo muss ich noch die Bilder haben mit den 2 Treckern .....da war die DDR nur hier stehen geblieben das Bild ist von 1994
LG Mathilde

Auch wenn der Beitrag schon länger her ist, kann man gar nicht vorbeilesen ohne was zu schreiben.
Ich bin BJ 77 und für mich gab es nix schöneres als in den Sommerferien täglich bei meinem Opa zu schlafen, morgens um 5.30 mit ihm aufzustehen, zu frühstücken und dann in den alten 500er Trabi zu steigen und zum Feld zu fahren.
Dort stand dann der 174 /1 und dan ging es los,denn mein Opa war bei der ACZ und hat die W-50 Düngerstreuer beladen.
Ich konnt es mir aussuchen ob ich mich im 174er schwindlig drehen lassen wollte, oder ich bin bei den W-50 mitgefahren und hab die Fahrer wahrscheinlich tierisch genervt mit Fragen ;D.
Ich durfte immer das Allrad zuschalten auf dem Feld, das hat immer herrlich gezischt.
Zum Mittag ging es dann im W50 zu dritt in irgendeine Dorfkneipe in der Nähe, dann gab es meist Bockwurst mit Kartoffelsalat oder Eisbein. Dort trafen sich meist noch andere Erntebrigaden, für mich war das natürlich was als Steppke bei den ganzen großen Männern.
Meine Eltern haben mich jedes Jahr gefragt ob ich ins Ferienlager möchte wie andere Kinder, die gabs ja on Mass über die Betriebe.
Aber, kein Intresse, lieber bei Opa  ;D
Es war sehr selten das ich nicht mit durfte, z.B. wenn auf dem Betriebsgelände Waggons mit Dünger und Kalk entladen werden musste.
Da war ich dann aber oft bei meinem Dad mit, denn der war bei der Bahn und hat die Waggons im Rangierbetrieb zusammengestellt.
Wenn ich heute sehe wie die Kinder nix wissen mit sich anzufangen in den Ferien, kann ich das nicht verstehen und muss immer an meine wunderschöne Kindheit denken.

Aber, es gab auch Momente wo viel geflucht wurde, gerade im Sommer wenn bei Opas eigenen 2 ha hinterm Hof der Mähdrescher kommen sollte und mal wieder erst bei einem anderen im Dorf gefahren ist. Dann wurde auf "die verfluchten Kommunisten " geschimpft, so das Oma immer gesagt hat "nicht vor dem Junge" :P
Heute sitze ich oft mit Oma (ist mittlerweile 82 und immer noch im Gemüsegarten unterwegs) und erzählen über damals, wie mein Opa sich wohl gefreut hätte wenn er die Wende/Mauerfall noch erlebt hätte.
Er hat den ganzen Sozialismus gehasst, und hätte sich nach dem Mauerfall 100%ig das ganze Land (ca 30ha)wiedergeholt.
Mein Opa starb 1986 mit nur 58 Jahren, ich hätte es ihm sehr gewünscht.
Ein Teil des Landes bewirtschafte ich jetzt im Nebenerwerb, ihr könnt euch sicherlich denken woher das Intresse stammt ;D
Aber meine Mutter meint auch das ich oft mit Opa aneinander geraten wäre, zwecks Wartung und Pflege  ;D ;D
Mein Cousin kam damals auch in den Genuss immer mit zu fahren, was aber auf Grund des Alters weniger war.
Er hat dann Landmaschienenmechaniker gelernt.
Man kann also sagen das uns beide das sehr geprägt hat.

Aber das ganze System war natürlich zum scheitern verurteilt.
Wie Mathilde schon schrieb, es wurde geklaut was die HP 500 (PKW Anhänger) hergaben, darum heissen sie auch heute noch "Klaufix" ;D
Schuld daran war meiner Meinung nach das es nix gab im Osten, die Leute nahmen es sich einfach.
Da wurde nachts an Rübenmieten gefahren, wo man nicht selten noch anderen half die Anhänger zu beladen , es wurde schon mit Hänger zur Arbeit gefahren, und natürlich voll mit Rübenschnitzel oder Mischfutter zurück. Undf das waren keine Einzelfälle, es hat fast jeder gemacht.
So ging das ganze in allen Betrieben, ob Bau wo Zement geklaut wurde, oder Ersatzteile im KFL unter der Hand.Besorf du mir dies, dann guck ich wegen dem. Alles meistens auf Kosten des Staatsapperates.
Damasl war es an der Tagesordnung das die Menschen auf dem Land Schweine gehalten habe und meist noch paar Morgen Gurken gemacht haben. Mein Dad sagte mir mal das er von den 3 Schweinen und der Gurkenernte sich nen Trabbi kaufen konnte.

Das sind so meine Errinnerungen an die DDR, ich bin aber froh das die Wende kam, obwohl ich sagen muss das das Sozial und Schulsystem einfach Klasse war.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Simon am 12. Februar 2016, 06:06:50
Sehr interessanter Beitrag, Newbie und herzlich willkommen hier im Forum!

Gruss
Simon
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Newbie am 18. Februar 2016, 13:20:03
Dankeschön :D
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Henrik am 18. September 2016, 09:46:28
Gestern mal wieder seid langem mal 2 Zt303 auf einem Schlag arbeiten gesehen, das ganze hat schon Erinnerungen geweckt. Waren ein roter und ein blauer. (Den Unterschied habe ich bis heute nicht verstanden?)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Uwe am 18. September 2016, 15:36:05
Die Farbe gibt im großen und ganzen die Baujahre wieder.

Ganz grob:

bis 1978 rot (ZT300, ZT303)
ab 1978 bis 1983 blau (ZT300 C, ZT303 C, ZT300 D, ZT303 D)
ab 1983 sienagrün (ZT300 D, ZT303 D)

Naja und ZT303 sind halt die Allradschlepper, das hat aber nichts mit der Farbe zu tun.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 11. Juni 2019, 15:16:41
noch ein Filmchen:

https://youtu.be/mTZPpeOhnd0
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: bluna am 11. Juni 2019, 16:30:34
Damals haben wir im Westen darüber gelacht, heute sind wir auch bald so weit in vielen Dingen.
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: nofear am 11. Juni 2019, 18:08:53
Der letzte Film ist schon ein kleines Leckerli!!!

Aber schauen wir mal was draus geworden ist: Die Milchleistung wurde auch in diesen 1230er oder 1930er Anlagen ratz-fatz auf um die 10.000 kg/Kuh und Jahr gesteigert.
Pleite gegangen sind davon die wenigsten. Und heute verkaufen (oder haben meist schon) die lieben Vorsitzenden von damals den ganzen Laden nach realem Wert für zig Millionen an einen Investor oder Holländer... (nachdem sie die ehemaligen Genossen meist fürn Appel und nen Ei mit dem Papierwert des Unternehmens abgefunden haben)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 28. September 2019, 22:12:43
und noch einer

https://youtu.be/zWV_c7H621A


Frage dazu: Die im Film genannten TS Gehalte (22% TS) passen nicht zu der ersichtlichen TS. Die Gesamt TS scheint deutlich höher als 22% zu sein, so wie wir das heute beurteilen, woran liegt das?
Anderer Bewertungsmaßstab damals?
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 28. September 2019, 22:40:10
bestimmt n schreibfehler

mit so ner silage wäre schon der zt mit der gabel im silo überlastet gewesen

dennoch wird das ausreifen des kolbens betont , vlt waren die früheren maissorten generell einfach nicht so schnell kornreif wie die hybriden heute?

mein grossvater hat oft davon gesprochen , dass die abgefrorenen bestände, bei schneetreiben im oktober gehäkselt mitunter die besten ergebnisse brachten

auf der anderen Seite berichtete unser pflanzenbauprof wie erstaunt er selber über die entwicklungsdynamik von fusarien war, die er seit den 70er Jahren mitverfolgen konnte.

Der Befall mit Stressfaktoren die die Abreife beschleunigen war früher geringer, und DüVO hat weniger interessiert, bzw. besser gesagt organische düngung sehr oft unverhältnissmässig überzogen/unkontrolliert durchgeführt
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: ct am 28. September 2019, 23:22:00
Oder könnte nur die Restpflanze gemeint sein?
Es ja mehrfach erwähnt, glaube deshalb nicht an einen Flüchtigkeitsfehler
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: treckeripaq01 am 30. September 2019, 00:27:37
Hier mal schön die LPG P

https://www.youtube.com/watch?v=EAE0LQ-oTbY&feature=share
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: treckeripaq01 am 30. September 2019, 01:59:23
Auch die FDJ war immer mit dabei auf der LPG hier noch Ferdinadshof und Losten die größten Rinder und Schweine Anlagen der DDR


https://www.youtube.com/watch?v=dgtfAHKvCQY&feature=share
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: todo am 03. Oktober 2019, 19:30:03
Hier mal schön die LPG P

https://www.youtube.com/watch?v=EAE0LQ-oTbY&feature=share

Ist gleich bei mir um die Ecke.  ;) Aber einige Sachen wurden wohl nur wegen des Films gemacht. ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 01. Dezember 2019, 15:10:21
durch Zufall drüber gestolpert ... super Gerät , und damals schon mit Häkselkette usw. durchgeplant - wenn man heute Häksler kauft kommt der Rattenschwanz einfach hinterher

Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Gallus gallus! am 01. Dezember 2019, 15:58:28
durch Zufall drüber gestolpert ... super Gerät , und damals schon mit Häkselkette usw. durchgeplant - wenn man heute Häksler kauft kommt der Rattenschwanz einfach hinterher

Ich hab noch so eine Zange stehen. Hast Du Interesse?  ;)
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 01. Dezember 2019, 16:31:16
unsere haben wir Fass Gülle gekriegt , war in der Mitte gebrochen und der Greifer war verbogen..

Greifer abgebaut , unten schiene dran gesetzt neue zinken drauf .. fertig , nach zwei jahren dann auch kopplungsdreieck und aufnahme neu...

mittlerweile würd ich mir den greifer und die langen zinken wieder wünschen wenn wir grössere Silos machen.

ist aber halt bissl kniffelig , gibt aktuell modernere Lösungen .. , trotzdem K700 mit RüFa .. ist schon krass

@gallusgallus
die gabel kriegst du sicher ohne Problene los!
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: friese am 01. Dezember 2019, 16:42:28
Interessantes Video. Was ist das für eine Sämaschine bei 6:36 mit der schräglaufenden Vereinzelung? Was ist das für ein Anhängermähwerk bei Minute 10? Sieht ja ganz schön breit aus.

Gruß Friese
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 14. Dezember 2019, 16:24:33
https://youtu.be/lPozWUIIXMM

grad drüber gestolpert ..
Titel: Re: Landwirtschaft in der ehemaligen DDR
Beitrag von: Tim am 02. Oktober 2021, 22:27:53
Ähm   , Thema Schälpflug .. (hat jmd so ein Teil, bzw. schonmal gesehen?)

Mfg tim