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Autor Thema: Blühstreifen  (Gelesen 8546 mal)

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halbspaenner

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Blühstreifen
« am: 06. Oktober 2008, 14:53:32 »

Moin,
nehme jetzt das zweite Jahr am Blühstreifenprogramm teil, zur Erläuterung: Hier im Kreis Wolfenbüttel kann man entlang natürlicher Ackergrenzen Streifen von 3 bis 24 m Breite als sog. Blühstreifen anmelden (gibt auch Prämie dafür). Diese Streifen müssen bis 15.5. mit einer Blühmischung eingesät werden und bis zum 15.10. darf man weder bearbeiten noch Herbizide anwenden.
Die folgenden Bilder zeigen ein langgezogenes Ackerstück in unmittelbarer Ortsnähe daß mittlerweile total mit Disteln verseucht ist, erstens sträuben sich mir als Ackerbauer bei dem Anblick die Haare :hair:, andererseits wird für die Bevölkerung der positive Anblick (Sonnenblumen) durch die Disteln ins Gegenteil verkehrt. In diesem Jahr ist eine komplette Kette Rebhühner dort groß geworden, hatten wohl optimalen Schutz vor den Krummschnäbeln.
Jetzt meine Frage an Euch, was kann ich gegen die Disteln machen? Nach dem 15.10. könnte ich ja mechanisch etwas tun oder auch spritzen, was mir am liebsten wäre. Die auf dem Acker verwendeten Distelmittel würden m.E. bei dem Entwicklungsstand keine Wirkung haben, ebenso Glyphosat. Gibt es evtl. im Grünlandbereich ein Mittel mit Bodenwirkung?
Gruß, Rudolf
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Abraham Lincoln

Jochen

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Re: Blühstreifen
« Antwort #1 am: 06. Oktober 2008, 18:33:28 »

Hi

Was wird nächstes Jahr mit der Fläche?

Muß jedes Jahr aktiv eingesät werden?

Die Blühstreifen in Ö - dürfen wenigstens gemulcht werden - aber auch irgendwann im sommer erst....

mfg
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Heico

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Re: Blühstreifen
« Antwort #2 am: 06. Oktober 2008, 20:29:31 »

Das würde ich nicht wieder auf der gleichen Fläche machen, denn es gibt aus meiner Sicht
keine Möglichkeit, die Disteln in die Schranken zu weisen.
Auch eine Bodenbearbeitung zu diesem Zeitpunkt würde sie noch weiter antreiben.

Mein Saatgut hab ich im Schrank aufbewahrt, weil ich keine Möglichkeit sehe, den Anbau vernünftig durchzuführen.
Die Distel sollte wenigstens kurz nach dem 24. Juni gemulcht werden können, sonst ist aus mit Lustig.

Ich zeig mal ein paar Bilder, wie das aussehen kann.
1. Frühjahr, Weizen, 6.Mai sieht noch harmlos aus
2. Sommer 25. Juni, die Disteln haben den Weizen verdrängt
3. Sommer 24. Juli, jetzt ist alles zu spät

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halbspaenner

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Re: Blühstreifen
« Antwort #3 am: 06. Oktober 2008, 21:21:04 »

Moin,
auf diese unselige Blühstreifengescghichte bin ich erst durch das besagte Stück Land gekommen: Es wuchsen Weihnachtsbäume darauf und wegen des ungünstigen Zuschnitts  (teilweise nur 8 m breit, aber 600 m lang) war keine vernünftige Ackernutzung möglich. Habe dann SW darauf angebaut- war noch nicht einmal so schlecht, 65dt/ha- da der Acker 2002 nicht den Ackerlandstatus erhielt, war er auch nicht stillegungsfähig, wohl aber als Blühstreifen geeignet. Die gesamten 2ha sind mit Ausnahme von 7 ar Blühstreifen, ist für mich die lukrativste Verwertung.
@Heico: Von Deinen Bildern kriege ich ja Alpträume :hair:!
@Jochen: Der Blühstreifenvertrag läuft noch 3 Jahre, es muß jedes Jahr wieder neu eingesät werden.
Werde mal mit der kammer sprechen, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt, vor Jahren waren die bei einer durch Erdflöhe verwüsteten  Stillegungsfläche ganz unkonventionell und ich durfte noch einmal neu säen.
Gruß, Rudolf
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Ansgar

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Re: Blühstreifen
« Antwort #4 am: 06. Oktober 2008, 21:55:28 »

Hallo Heico,

die Bilder sind auf meine Verhältnisse und Ansprüche übertragen als der Super-Gau schlechthin zu bezeichnen. Mit dem Samenpotential kriege ich noch etliche Jahre Spaß, bei entsprechender Himmelsausrichtung bzw. je nach Hauptwindrichtung die Grundstücksnachbarn aber auch! Und da hört für mich der Spaß auf!

Gruß
Ansgar
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Erfolg hat drei Buchstaben: TUN

joe

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Re: Blühstreifen
« Antwort #5 am: 06. Oktober 2008, 21:57:20 »

Moin,
nehme jetzt das zweite Jahr am Blühstreifenprogramm teil, zur Erläuterung: Hier im Kreis Wolfenbüttel kann man entlang natürlicher Ackergrenzen Streifen von 3 bis 24 m Breite als sog. Blühstreifen anmelden (gibt auch Prämie dafür). Diese Streifen müssen bis 15.5. mit einer Blühmischung eingesät werden und bis zum 15.10. darf man weder bearbeiten noch Herbizide anwenden.
Die folgenden Bilder zeigen ein langgezogenes Ackerstück in unmittelbarer Ortsnähe daß mittlerweile total mit Disteln verseucht ist, erstens sträuben sich mir als Ackerbauer bei dem Anblick die Haare :hair:, andererseits wird für die Bevölkerung der positive Anblick (Sonnenblumen) durch die Disteln ins Gegenteil verkehrt. In diesem Jahr ist eine komplette Kette Rebhühner dort groß geworden, hatten wohl optimalen Schutz vor den Krummschnäbeln.
Jetzt meine Frage an Euch, was kann ich gegen die Disteln machen? Nach dem 15.10. könnte ich ja mechanisch etwas tun oder auch spritzen, was mir am liebsten wäre. Die auf dem Acker verwendeten Distelmittel würden m.E. bei dem Entwicklungsstand keine Wirkung haben, ebenso Glyphosat. Gibt es evtl. im Grünlandbereich ein Mittel mit Bodenwirkung?
Gruß, Rudolf
hallo rudolf,
was nich an diesen blühstreifen am meißten stöhrt :
die dürfen noch nicht einmal bis zum 15.10. befahren werden .
bei uns werden die blühstreifen von vielen entlag der gräben angelegt ,also ist ein grabenräumen vor dem 15.10 nicht möglich !
gruß jürgen
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halbspaenner

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Re: Blühstreifen
« Antwort #6 am: 07. Oktober 2008, 07:22:21 »

Moin Joe,
mir wird die ganze Sache auch immer unsympathischer, habe außer dem angesprochenem mit modernen Maschinen nicht zu beackerdem Stück noch nördliche Waldränder und dank verrotteten Drainagen nicht zu nutzende Pachtflächen als Blühstreifen, ist ökonomisch die beste Lösung.
Du siehst also, nicht nur Du hast mit widrigen Bodenverhältnissen zu kämpfen, auch hier in der hoch gelobten Braunschweiger Börde ist nicht alles Gold was glänzt ;D.
Diese Grabenproblematik kommt noch dazu!
Einige Kollegen hier hatten letztes Jahr die 5 Jahre erfüllt und die Streifen wieder in Kultur genommen, kurz und gut: Nie wieder Blühstreifen! :rolleyes:
Gruß, Rudolf
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Heico

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Re: Blühstreifen
« Antwort #7 am: 07. Oktober 2008, 11:05:19 »

......................
@Heico: Von Deinen Bildern kriege ich ja Alpträume :hair:!
...............

War auch so beabsichtigt, um zu zeigen, wie es ausarten kann.
Das sind meine wertvollsten Bilder als Doku von Frühjahr bis Blüte, sowas sieht man nicht oft.
Das sollte eine Warnung sein an alle die sich mit Ackerbau beschäftigen.
Ach ja ein Trost, Disteln wachsen nicht auf allen Böden so gut wie hier auf den Bildern.
Auf sandigen Böden sind sie nur mickerig, dafür gibt es da Quecken.


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Meisteringenieur

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Re: Blühstreifen
« Antwort #8 am: 07. Oktober 2008, 11:41:25 »

Ich würde den Disteln mit Arrat + Dash den Laufpass geben. Billiges Mittel das aber nur Blattwirkung hat.
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farming.ch

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Re: Blühstreifen
« Antwort #9 am: 07. Oktober 2008, 12:17:41 »

Wir haben hier in der Schweiz auch so Streifenzeugs, hier muss man aber von Gesetz her diese Flächen pflegen, sonst gibts kein Geld...

Auch mit PSM.

Christian
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Jochen

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Re: Blühstreifen
« Antwort #10 am: 07. Oktober 2008, 13:23:37 »

Mich stört am meisten das Datum - wir haben halt herbst

Im sommer hät ich gesagt wuchsstoff drüber (Registrierung beachten sonst eben Glypho) dann wenn das zeugs über jordan ist sauber mulchen und noch mindestens einmal spritzen - aber das wär im August ne lösung gewesen

Was soll das jetzt noch helfen? im Prinzip kannst die Fläche ein jahr Brach liegen lassen und "sanieren" versuchen...

Anbau naja wer die nerven dazu hat...

mfg
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joe

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Re: Blühstreifen
« Antwort #11 am: 07. Oktober 2008, 13:40:49 »

Moin Joe,
mir wird die ganze Sache auch immer unsympathischer, habe außer dem angesprochenem mit modernen Maschinen nicht zu beackerdem Stück noch nördliche Waldränder und dank verrotteten Drainagen nicht zu nutzende Pachtflächen als Blühstreifen, ist ökonomisch die beste Lösung.
Du siehst also, nicht nur Du hast mit widrigen Bodenverhältnissen zu kämpfen, auch hier in der hoch gelobten Braunschweiger Börde ist nicht alles Gold was glänzt ;D.
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Einige Kollegen hier hatten letztes Jahr die 5 Jahre erfüllt und die Streifen wieder in Kultur genommen, kurz und gut: Nie wieder Blühstreifen! :rolleyes:
Gruß, Rudolf

hallo ,
als jäger und heger finde ich blühstreifen § co. nicht schlecht und bei spaziergängern und natur liebhabern kommt sowas auch gut an .
ich habe auch waldkanten und keilspitzen die ich mit blühmischungen bestelle ,aber auf die almosen die es dafür gibt verzichte ich freiwillig ,denn so bleibe ich herr auf meinen flächen und entscheide was zu welchem termin gemacht wird .
gruß jürgen
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Gallus gallus!

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Re: Blühstreifen
« Antwort #12 am: 17. April 2018, 11:20:52 »

Moin.
Ich spiele mit dem Gedanken, eine einjährige Blühfläche anzulegen. Stimmt es, dass das Saatgut sehr teuer ist? Hat da jemand Zahlen?
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sten

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Re: Blühstreifen
« Antwort #13 am: 17. April 2018, 11:24:58 »

Kommt auf das Blühstreifenprogramm an. wenn Du einen merhjährigen Blühstreifen mit wiederkehrenden Blühspaket unter Verwendung von regionalem Saatgut anlegen willst, wird’s teuer. Zahlen hab ich nicht mehr parat, aber ich bin froh, dass ich aus solch einem Programm schnell raus bin. Es gibt auch Programm, wo die Zusammenstetzung und Herkunft der Saat nicht so stark geregelt ist, da sind die Kosten halt überschaubar und je nach Mischung etwas teuer als andere Zwischenfruchtmischungen.
Carsten
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Pfaelzerhannes

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Re: Blühstreifen
« Antwort #14 am: 17. April 2018, 13:08:00 »

Schau mal im prämienprogramm von Bayer. Die bezahlen bis 100€ glaub ich.
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