www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de
 
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: Biogasgülle im Biobetrieb?  (Gelesen 7961 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Georg

  • Gast
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #15 am: 21. Juni 2008, 20:23:59 »

Hallo Herbert
Ich weiß Du hörst bzw. leißt das jetzt nicht gerne:

Es gibt seriöse Studien und in Frankreich hats sogar schon flächig begonnen, so wie es aussiht wird erzeit das Ende des "richtigen Bioanbaus" aeingeleitet.
Die Gründe sind vielfälltig! Haupturschae ist allerdings der Massenhandel, der sich ja die Vermarktung geschickt mit Euro bio LAble in den letzten JAhren unter den NAgel gerissen hat. Wennich bei Lidl durch gehe dann wirds mir ganz schlecht, was da alles als Bio bezeichnet wird!

So wie es derzeit aussieht wird Bio von der Vermarktung mit einem lokalen Label abgelöst! Als Beispiel: Beelitzer Spargel, oder Frankewein oder Westfälichser Schinken. Verbraucher habe zu solchen Lables genauso viel Vertrauen in dei Qualität wie zu Bio und sind auch bereit dafür mehr zu bezahlen. Ein gutes Beispeil ist auch Wiesenhof Hähnchen. Zu dieser MArke hat man soviel vertrauen, das Bio Hähnchen und Bio Puten neimals Fuß fassen konnten, obwohl sogar Wiesenhof selbst mal vor ein paar Jahren intensiv versucht hat ne Biolinie aufzuziehen!

Ich wieß das hilft Dir nicht weiter und DU bist eventuell auch dagegen, weil es nicht Deinen Idealen entspricht! (Das meine ich übrigens nicht ironisch!) Es hilft aber auch nichts, von betreibswirtschaftlicher Siete her die Augen vor dieser Situtation zu verschließen.

Sicherlich, für ein paar Individuelle Echte Biowareerzeuger wird immer Platz und ein Markt sein. Allerdings nicht für 20 % der Produktion, wie es mal von der grünen, kätzchenstreichelnden Renate angedacht war.
Gespeichert

farming.ch

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 1 028
  • In den Ferien im Piemont, 2007 :-).
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #16 am: 21. Juni 2008, 22:36:15 »

Biofleisch von Geflügel und Schwein ist durch das teuere Biokraftfutter so deutlich teuerer als konv. das es die Verbraucher seit langem abhält in grösserem Stil davon zu kaufen.

Christian
Gespeichert
Trump hilft Dir! Populismus ist out ;-).

Jochen

  • Gast
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #17 am: 22. Juni 2008, 12:00:06 »

Hi

Also man kann das sehen wie man will - einerseits ist es nicht "richtig" bio - auf der Grundwasserschutzseite seh ich´s eh ne spur positiver  - ich denke N grenzen wirds ja geben oder nicht?

In Ö darf übrigends ein Bio von einen Konvi Gülle kriegen - stall muß biotauglich sein und wir auch angeschaut ...

mfg
Gespeichert

WilliW

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 3 485
  • Beruf: Bauer
  • Have a sharp day
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #18 am: 08. Januar 2018, 19:32:37 »

Moin,

durch die große Schieberei in neue Boards ist dieses Thema zufällig oben und ich möchte mal die Gelegenheit nutzen, den aktuellen Stand zu erfragen.

Wie sieht es jetzt fast 10 Jahre später aus?

Ich kenne Betriebsleiter, die ihr Haupteinkommen mit Biogas bestreiten und nun ernsthaft am überlegen sind, auf Bio umzustellen, bzw. dieses schon tun.
Nährstoffversorgung ist ja dann nicht mehr so das Thema, dass man befürchten muss, auf unseren durchlässigen Böden gar nichts zu ernten.

Außerdem ist Mais ja auch eine Frucht, die man noch relativ einfach, bzw. günstig hacken kann, um Erträge zu generieren, die von denen konventioneller Kollegen nicht so weit abweichen.
Wird Biogas jetzt zum Bio-Bauern-Macher?

Willi
« Letzte Änderung: 08. Januar 2018, 20:02:10 von WilliW »
Gespeichert

EWD

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 1 558
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #19 am: 08. Januar 2018, 21:33:54 »

Bei mir in der Nähe ist jemand, der hat mit
Erfolg mittlerweile komplett umgestellt.
Gespeichert

Wade

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 1 467
  • Beruf: Landwirt
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #20 am: 08. Januar 2018, 22:39:33 »

ich les grad von Anfang an und wunder mich in welchem Verband Biogasgülle aus konventionellen Anlagen erlaubt werden soll, bis ich sehe dass es schon von 2008 war  :D
Aktuell wird das ja mehr oder weniger komplett dicht gemacht, nur gülle aus reinen Bio-Biogasanlagen (Ökogasanlage) oder aus Anlagen in die nur Stoffe gelangen die auch einzeln im Biobetrieb zugelassen sind dürfen ausgebracht werden.

eine BIO Nawaro-Biogasanlage mit Mais halte ich für wirtschaftlichen Blödsinn. Das rentiert sich ja kaum mit konventionellen Mais, wie soll das dann bei doppelt so hohen Substratkosten (wenn man den Marktwert zugrunde legt) klappen? Kleegras oder Grünlandaufwuchs ist eine andere Sache, die lassen sich im Biobetrieb genauso kostengünstig erzeugen wie konventionell.

Aber der max. Anteil an Hauptfutterfläche ist im Betrieb auf 60% gedeckelt. Finde ich fast etwas hoch, dann könnte man wirklich auf die Idee kommen das nur zu machen um die Prämien abzugreifen...


Gespeichert
Bioland Landwirt seit 2012

Sputnik

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 151
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #21 am: 08. Januar 2018, 22:56:33 »

Da gibt es schon wege die durchaus Sinn machen können.
Der Biogasanlagenbetreiber kann ja trotzdem Substrat aus konventioneller Landwirtschaft zukaufen, während er aus seinem Betrieb zum Beispiel nur Bio Kleegras oder was auch immer einbringt.
Solange er EU Bio ist sollte das auch kein Problem sein.
Sicherlich sinnvoll um einen Nährstoffkreislauf als Bio-Ackerbauer zu haben.
Gespeichert

Groß

  • Jr. Member
  • **
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 25
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #22 am: 08. Januar 2018, 23:10:04 »


eine BIO Nawaro-Biogasanlage mit Mais halte ich für wirtschaftlichen Blödsinn. Das rentiert sich ja kaum mit konventionellen Mais, wie soll das dann bei doppelt so hohen Substratkosten (wenn man den Marktwert zugrunde legt) klappen? Kleegras oder Grünlandaufwuchs ist eine andere Sache, die lassen sich im Biobetrieb genauso kostengünstig erzeugen wie konventionell.

Aber der max. Anteil an Hauptfutterfläche ist im Betrieb auf 60% gedeckelt. Finde ich fast etwas hoch, dann könnte man wirklich auf die Idee kommen das nur zu machen um die Prämien abzugreifen...


Die Deckelung der Hauptfutterfläche existiert aber auch nicht in jedem Bundesland, nur ein bestimmter GV Satz muss teilweise bei Grünland vorhanden sein. Da kocht aber jedes Bundesland seine eigene Suppe. Also theoretisch möglich wäre es.
Die Anbaukosten (nicht Markkosten) dürften bei Mais oder Getreide GPS ja auch nicht doppelt so hoch sein.
Gespeichert

sten

  • Moderator
  • ******
  • Offline Offline
  • Beiträge: 2 066
Re: Biogasgülle im Biobetrieb?
« Antwort #23 am: 15. Februar 2018, 21:14:21 »

Es gab in 2014 eine umfangreiche geförderte Studie zur Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen im Biobetrieb. Die nackten Zahlen waren damals schon eher ernüchternd. Der einzige Vorteil ist die Nutzung des Kleegras und die Zufuhr von zb Biohühnermist in den Betrieb mit dem Umweg über die Anlage. Leider sind das alles eher sperrige Substrate und man müsste den Düngerwert schon sehr hoch ansetzten, damit sich das lohnt.
Vorsicht großes PDF:
http://www.uni-kassel.de/upress/online/frei/978-3-86219-028-7.volltext.frei.pdf
Das war das falsche Dokument...
Das hier ist besser
http://orgprints.org/29559/1/FNR_Abschlussbericht_BioBiogas_22003312.pdf
« Letzte Änderung: 15. Februar 2018, 21:17:10 von sten »
Gespeichert
 

Bild des Tages