AHL.- Düngung

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dirkk:
Guten Abend !

Ich benutze AHL recht viel , aber für mich ist es von der Wirkung ein N- Dünger wie jeder andere mit wenigen kleinen Ausnahmen .

Aber erstmal zur Spritze : die Elektrik muss gut geschützt ( verarbeitet)sein - Kupfer und Ahl heisst schnell Korrosion . Ich spüle abends , wenn ich mit Ahl gearbeitet habe , Teilbreitenautomat , Pumpe , usw mit Wasser ab . Des weiteren sind viele Schlauchschellen oftmals nicht AHL - fest . Am besten auswechseln !
Alles andere macht bei den heutigen Spritzen wohl keine Probleme .

Zu Aufwandmengen und Terminen : ich habe im Raps über Schleppschlauch auch schon mal 450 l / ha ( 162 kg N )  ausgebracht ohne Probleme . Mit Schleppschläuchen kann man bei jedem Wetter düngen , egal ob  starker Wind , Regen  , tauender Reif , Schneefall - solange man noch vorwärts kommt ;D
Mit Düsen und purem Ahl muss man aber aufpassen : Der Bestand muss halbwegs trocken sein ( je grösser die Menge und je feiner die Benetzung , desto trockener ) und es darf nicht zu stark frieren . Und irgendwo bei 200 l purem AHL je ha würde ich dann doch auf Schleppschlauch umsteigen wollen . Wie diese Grob"tropf"düsen zu bewerten sind , weiss ich nicht .
In purem Ahl geht zum Beispiel Glyphosat vor der Rübensaat gut oder auch CCC+eventuell Moddus / Starane in Weizen .

AHL und Wasser mischen würde ich im Verhältnis 1: 4 und weiter . 1:3 ist manchmal sehr eng , vor allem , wenn noch "Schnellmacher" wie Caramba dabei sind . Etliche Mittel müssen auch angeteigt werden vorm Einfüllen oder gehen nicht ( Ausflocken , ich glaube Opus Top war so ein Fall). Diese Mischungen fahre ich aber nur noch bei Raps im Herbst .


Ich hoffe , etwas geholfen zu haben

gruss
dirk

Heiner:
Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 1?
Wie muss die Spritze ( Pflanzenschutzgerät ) ausgerüstet sein um den Flüssigdünger AHL. Anwenden zu können. ( Filter – Leitungen – Manometer – Pumpe )
Prinzipiell sind alle Spritzgeräte tauglich. Problematisch ist lediglich die deutlich erhöhte Korrosion durch Kontakt mit AHL an Gestänge, u.U. Bolzen, elektrische Bauteile z.B. Spindelmotoren etc.

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 2?
Ab wann ist es sinnvoll die Nährstoff  Versorgung der Landwirtschaftlichen Kulturen mit diesem Dünger sicherzustellen.
Kein Unterschied zu gekörnten Düngern wie KAS.

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 3?
Bis zu welchem Wachstumsstand der Kulturen ist es sinnvoll mit diesem Dünger zu Düngen.


Kein Unterschied zu anderen N-Düngern. Ab dem Öffnen der Blattscheide sollte die Düngung aber per Schleppschlauch erfolgen um Ätzschäden zu vermeiden

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41


Frage 4?
Sind besondere Techniken an der Spritze notwendig um eine Sichere Düngung zu gewährleisten.


Prinzipiell nein, durch Grobtropfigkeit mittels Pinkel- oder Mehrlochdüse verringert sich das Ätzrisiko. Ab EC49 sollte dann auf Schleppschläuche gewechselt werden.

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 5?
Welsche Gefahren Drohen bei nicht beachten der richtigen Ausbringtechnik.


Einzige Gefahr : Verätzung der Kulturpflanzen

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 6?
Gibt es maximale Höchstmengen von dem Nährstoff N (Stickstoff) die man mit diesem Dünger in einem Arbeitsgang ausbringen kann.


Je höher die Menge, desto größer die Verätzungen. Deshalb sollte man je nach Entwicklungsstadium nicht über 150 bis 200 l/ha übers Blatt gedüngt werden.

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 7?
Gibt es verschiedene Möglichkeiten diesen Dünger aus zubringen, hier angesprochen die Ausbringung in reiner Form oder in Gemisch mit Wasser.


Gemische mit Wasser erhöhen das Ätzrisiko drastisch. Wenn kleine N-Mengen gegeben werden sollen, dann mindestens 3 Teile Wasser auf 1 Teil AHL

Zitat von: Günter am 27. Mai 2008, 08:07:41

Frage 8?
Wie muss der Kulturpflanzenbestand aussehen bei der Ausbringung, darf er Regennass oder auch Taunass sein oder muss der Pflanzenbestand Trocken sein.


Das Verätzungsrisiko ist in nassen Beständen größer als in Trockenen. In abtrocknende Bestände sollte nicht gefahren werden. Im strömenden Regen ist die Ausbringung wieder unproblematisch.

Gruß Heiner

Günter:
Hallo

Vielen Dank euch beiden, Dirk und Heiner!!

Ihr habt das wieder wunderbar erklärt und so kann jeder der sich mit der AHL Düngung befasst und neu einsteigen möchte um die Problematik belesen. Es ist zwar kein Teufelszeug das AHL aber es bedarf doch einiger Beachtung an Technik und Pflanze.

Vielen Dank noch einmal!

Gruß Günter

muh:
In der Nachbraschaft hat jemand mit AHL seinen Weizen wieder nett verbrannt.

Welche Aufwandmengen oder sonstiges sind mir nicht bekannt.Der Schlag ist braun. Sieht aus wie in der Abreife.

Sollte Ich an dem Schlag nochmals vorbeikommen, schieß ich ein Foto.

Ulrich:
Zitat von: Michael am 27. Mai 2008, 21:52:12

In der Nachbraschaft hat jemand mit AHL seinen Weizen wieder nett verbrannt.

Welche Aufwandmengen oder sonstiges sind mir nicht bekannt.Der Schlag ist braun. Sieht aus wie in der Abreife.

Sollte Ich an dem Schlag nochmals vorbeikommen, schieß ich ein Foto.



Hallo Michael,
das ist mit Ahl alleine kaum zu schaffen, wenns richtig wehtut ist meist noch ein  Fungizid im Spiel gewesen. Ein Foto vom betroffenen Bestand wäre von Interesse.
Gruß Ulrich
 

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