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Autor Thema: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.  (Gelesen 3317 mal)

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kalti123

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Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« am: 09. November 2018, 03:30:15 »

Servus,

ich suche einige Landwirte im PLZ Bereich 85 (Landkreis Erding / Freising, oder ein Hopfenbauer aus der Hallertau) die Interesse daran hätten ihre Feldarbeit und den Feldzustand mit Hilfe von Luftbildaufnahmen zu analysieren.
Ich würde gerne  begleitend zu den Aktivitäten auf dem Feld dieses mit einer Drohne überfliegen. Die Drohne erstellt Bilder im Multispektralbereich. Damit lassen sich Biomasse, Chlorophyll Status und weitere Angaben auswerten.
Mit den daraus erstellten Kennzahlen sollen sich Erkenntnisse über Wachstum, Pilzbefall bei Weizen, Schaden durch Maiszündler usw. gewinnen lassen.
Ich habe vor herauszufinden ob da was dran ist und ob man als Landwirt damit was anfangen kann.
Ich würde die Ergebnisse natürlich kostenfrei zur Verfügung stellen und hier im Forum darüber berichten.
Wichtig wäre mir mich bezüglich der Relevanz und der möglichen Umsetzung der Ergebnisse mit dem Landwirt austauschen zu können.

Hätte jemand Interesse?

Gruß

Stefan
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Schorsch

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #1 am: 09. November 2018, 07:23:25 »

Die Drohne erstellt Bilder im Multispektralbereich. Damit lassen sich Biomasse, Chlorophyll Status und weitere Angaben auswerten.
...
Ich habe vor herauszufinden ob da was dran ist und ob man als Landwirt damit was anfangen kann.

Die Fernerkundungsdaten zu sammeln, wird nicht das Problem sein. Ich halte es für erforderlich, begleitend Pflanzenproben zu nehmen und zu analysieren. Um zielgerichtet vorzugehen, muss man den Stand der Forschung in diesem Bereich kennen. Das sind Dinge, die schon seit 25 Jahren wissenschaftlich bearbeitet werden. Es gibt "tonnenweise" Studien zu diesem Thema.
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JD8200

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #2 am: 09. November 2018, 10:05:50 »

Prinzipiell kann ich mir das schon vorstellen bei so einem Projekt mitzumachen. Bin zwar PLZ 84 aber ich denke das dürfte kein Problem sein.
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Schorsch

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #3 am: 09. November 2018, 11:23:09 »

Ich hab sogar PLZ 85.
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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #4 am: 09. November 2018, 21:44:57 »

Zitat
Die Fernerkundungsdaten zu sammeln, wird nicht das Problem sein

Hm, ich seh da schon ein paar Herausforderungen auf mich zukommen, ein Feld rechtskonform zu befliegen wird nicht einfach werden. Auch ist mir nicht bekannt inwieweit Kenntniss zum Equipment vorhanden sind?

Ich fände es auch sinnvoll die Ergebnisse zu überprüfen, ein paar Stichproben zu nehmen kann nicht schaden.

In den letzten 25 Jahren hat sich doch eine Menge getan, was Hardware, Software und Erkenntnisstand zum Farming betrifft. Feldbegehungen mit Multispektral Sensoren sind zu zeitaufwendig, Helikopter zu teuer, Satelliten zu ungenau und nicht individuell einsatzbar.
Drohnen sind ideal.
Die Software für die Bildauswertung könnte endlich brauchbare Ergebnisse liefern. Die RTK-GPS geführten Maschinen können die Geländeinformationen umsetzen und exakt die Zonen bearbeiten die Defizite aufweisen.

Soweit zur Theorie
Jetzt wär es doch mal schön zusehen was es praktisch taugt. :-)



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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #5 am: 09. November 2018, 22:42:57 »

@jd8200 wo ungefähr wäre das? Kannst du eine nächst größere Stadt nennen?
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JD8200

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #6 am: 10. November 2018, 07:36:26 »

Dorfen.

Ach ja das Rechtskonform ist tatsächlich ein Problem. Noch ist die Autobahn ja eine Baustelle aber in Zukunft wird das schwierig. Und dann ist da noch die 110kV Stromleitung Altmühldorf-Finsing. Das müsste man sich genau ansehen.

Da liegt Schorsch womöglich sogar günstiger.

VG, Lorenz
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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #7 am: 11. November 2018, 04:27:17 »

um eine Frage zu beantworten die mir gestellt wurde: ja ich bin neu in dem Geschäft, obwohl es für mich (noch) kein Geschäft ist. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt woanders, wenn es mal dazu kommen sollte dass ich hiermit reich werden  oder wenigstens mein Rehkitz-Rettungsprojekt finanzieren kann wäre das nett, ist aber noch reine Zukunftsmusik :-)

Zum Thema rechtskonformes Fliegen: jeder Flug über ein Feld ist genehmigungspflichtig alleine schon wegen der Größe des Feldes und der damit verbundenen Distanz zwischen Multicopter und Pilot. „Flug in  Sichtweite zum Multikopter, Fluglage klar erkennbar, ohne technische Hilfsmittel“ - mit der Fluglage ist bei maximal 100 m Schluss.
Auch wenn die Felder hier nicht allzu groß sind: das wird nicht reichen. Also ist hier eine Genehmigung des Landesluftfahrtamtes Süd-Bayern erforderlich. Um diese zu erhalten ist eine Begründung wie „im Auftrag des Eigentümers Luftbildaufnahmen erstellen.“ hilfreich.
Alternativ könnte ich natürlich auch genügend Leute um und im Feld aufstellen damit ständig einer den Kopter in Sichtweite hat. Die müssen dann alle ständig mit dem Piloten in Verbindung stehen. Ist denke ich organisatorisch schwierig.


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Uwe

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #8 am: 11. November 2018, 08:08:05 »

Hm, gerade den NDVI kann man sich doch super beim EO-Browser (Sentinal 2) angucken.
Der hat mir schon das gesamte Jahr 2018 gezeigt, dass es kaum was zu ernten geben wird.
Ab Ende Juli hab ich den Sat-Bildern dann auch geglaubt...
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luwi

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #9 am: 11. November 2018, 08:47:17 »

Hallo ich komme zwar nicht aus Bayern aber hätte zu dem Thema eine Frage oder Anregung.
Ich bewirtschafte einen Betrieb in NRW in einem recht Waldreichen Gebiet, in dem sehr viele Wildschweine leben und entsprechend auch wildschaden entsteht.
Lassen sich mit deinem Projekt  die Schäden aus der Luft dokumentieren und abschätzen? Hast du eine Software die das kann.
Das wäre dann eine Option bei der sich werder Jäger noch bewirtschafter über den Tisch gezogen fühlen.
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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #10 am: 11. November 2018, 11:06:07 »

Hi Luwi,

ja, geht. Der Multicopter nimmt auch "normale Bilder" mit 16 Megapixel auf, die Bilder sind mit GPS Daten und Zeitstempel versehen und dann lässt sich sowas dokumentieren:

siehe Anhang

Bilder dieser Art kann auch ein Freizeit Kopter wie DJI Mavic oder Yuneec Mantis oder Parrot Bebop erstellen.

Frage ist: wie genau brauchst du die Abmessungen des Schadens? Meiner ist auf ca 1m genau. Mit einer RTK Bodenstation lässt sich das auf wenige Centimeter verbessern.
Über eine entsprechende Software ist sind dann auch exakte Flächenmaße möglich.

Beste Grüße

Stefan
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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #11 am: 11. November 2018, 11:44:32 »

Hi Uwe,

Zitat
Hm, gerade den NDVI kann man sich doch super beim EO-Browser (Sentinal 2) angucken.

Im Prinzip ja, aber ...
- Die Auflösung ist mit 1 Bildpunkt  = 30m viel zu ungenau. Bei einer Spurbreite von 15m werden da 3 - 4 Spuren zusammengeführt, da musst du wieder flächendeckend ran anstatt den Vorteil einer genauen Darstellung verwenden zu können. Genau heißt bis auf Zentimeter: bei mir ist bei 30 m Flughöhe  1  Bildpunkt = 4 cm,  damit bilde ich jeden Halm einzeln ab :-)

Im Weizenanbau ist die Feststellung der Halmlagerung bei der Beurteilung des zu erwartenden Ernteertrages ein wichtiges Kriterium (habe ich so gelesen). Die Bonitierung kann dabei theoretisch durch eine kurz vor der Ernte erzeugte Reflektionskarte erfolgen.
Ich weiß nicht inwieweit sich aufgrund der Satellitenbilder auf die Standfestigkeit der Ähren schließen lässt.

- Die Bilder kommen nicht wenn du sie brauchst, sondern wenn der Satellit drüber war und die Bilder im Postprocessing durch und online gestellt worden sind.
Wenn du bei der Trockenheit den Status vor Bewässerung und danach auswerten willst, um zu sehen wo ist das Wasser überhaupt hingekommen und was hat es gebracht kann dir ein Multicopter dann die Ergebnisse liefern wenn du sie brauchst.

- ist es nur der NDVI? Ich hab nur diesen sehen können. Also der nach der Formel NIR-Rot / NIR+Rot.
Zum Beispiel beim Weizen ist dieser eher während des Ährenschiebens aussagekräftig da er Aussagen zum Chlorophyll Gehalt liefert. Danach in der Reifephase liefert er Aussagen zum Wildbewuchs im Weizen, weil der Weizen selber weniger Chlorophyll aufweist. Bessere Werte liefert hier auch der GNDVI (Green NDVI).(In einem wissenschaftlichen Test hat sich übrigens ergeben, das Kartoffel als Vorfrucht zum Weizen ungeeignet ist, da sie im Folgejahr den Wildwuchs begünstigt. Bei den Bildern war im RGB Bereich nichts zu sehen, die NIR Darstellung zeigte deutliche Unterschiede).
In der Reifephase ist eher der SAVI oder der NDRE aussagekräftig. Der SAVI korrigiert den sichtbaren Bodenanteil, der NDRE  erweitert die Werte um den Red-Edge Bereich.

Beste Grüße

Stefan

Nachtrag: mir ist noch was eingefallen:
- was ist wenn du darauf wartest dass der Satellit wieder vorbeikommt, und leider ist es dann bewölkt, und auch beim nächsten Mal usw.
Mit der Drone kann auch bei zugezogener Woikendecke geflogen werden, sofern die Wolkendecke hoch genug ist.

- der Reflektionswert der Pflanzen ist natürlich stark vom Grad der Sonneneinstrahlung abhängig. Bei dem Kopter ist auf der Oberseite ein Sensor verbaut der das Maß der Sonneneinstrahlung mißt, damit können unabhängig vom Sonnenstand vergleichbare Aufnahmen erstellt werden.
Mir ist nicht bekannt das der Satellit das auch entsprechend umsetzt.
« Letzte Änderung: 11. November 2018, 17:19:48 von kalti123 »
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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #12 am: 11. November 2018, 12:18:01 »

Hallo Stefan,  ich bin auch aus dem Gebiet.  Erkundige dich mal bei der Lfl. Da gibt es auch aktuelle Projekte dazu vor allem im Grünland.
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kalti123

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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #13 am: 11. November 2018, 17:54:40 »

Hallo Besucher,

habe ich gemacht.
Wenn ich da nach NDVI suche finde ich nur Treffer zu Rindvieh.
Suche nach Drohne nur eine kurze allgemeine Mitteilung dass man da viele schöne Sachen mit machen kann.

Ich hab etwas gefunden zur Aufnahme von Schnittzeitpunkten im Grünland per Satellit. Radarbilder. Aus dem Jahr 2016.

Zum Thema Satellit habe ich mich ja schon geäußert.

Gibt es hier jemanden der sagen kann ja, hab ich mal gemacht ein Jahr lang; Monitoring der Felder per Drohne, Bewertung nach NDVI und Co. und entsprechend der Erkenntnisse das Feld bearbeitet; und im Vergleich zum Nachbarfeld das ohne klarkommen musste hat sich ergeben lohnt sich oder lohnt sich nicht?

Es gibt wissenschaftliche Forschungsprojekte die genau das besagen, das sich ein wirtschaftlicher Vorteil zeigt, ebenfalls in der Umweltbilanz. Bis jetzt ist aber, so weit ich das verfolgen konnte, nichts davon aus dem Forschungsstatus herausgekommen und hat sich praktisch irgendwo umgesetzt.

Ich suche nicht nach irgendwelchen Informationen, ich suche Landwirte die sagen, ja, mach ich schon und ich kann darüber berichten oder halt Landwirte die sagen, nein, mach ich noch nicht hätte ich aber Interesse mal zu testen was er bringen könnte.
Wenn es nicht mehr als etwas Zeit kostet.

Ich dehne mal meine Gebiet etwas aus: gibt Landwirte aus dem süddeutschen Raum die daran Interesse hätten?

beste Grüße

Stefan
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Re: Referenzprojekt Feldanalyse NDVI u.ä.
« Antwort #14 am: 11. November 2018, 20:27:04 »

Hallo Stefan,  die Homepage der LfL gibt Dir auch die Ansprechpartner.

Wie gesagt,  ich bin aus der Region und finde es erst mal interessant. Hatte mit dem LfL-Experten auch schon mal über Sentinel und Co. gesprochen. Was hast du genau vor? Aus deinem ersten Post kann ich mir noch zu wenig vorstellen. Bilder allein sind ohne Referenzierung ziemlich wertlos, oder?

« Letzte Änderung: 11. November 2018, 20:29:36 von Besucher »
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