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Autor Thema: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps  (Gelesen 3164 mal)

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Jo

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Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« am: 09. August 2018, 21:19:06 »

Guten Abend,

durch die Vorführung der CrossCutterDisc auf 10ha Rapsstoppel bin ich heute mit vielen Praktikern ins Gespräch gekommen.
Das Thema Folgebearbeitung nach Raps wurde ja hier schon desöfteren diskutiert, wird aber immer aktueller, da Ausfallraps in Zwischenfrüchten, Raps und Rüben teilweise zum Leitunkraut wird.
Wir stehen ja nach der Ernte vor unzähligen Zielen, die wir am liebsten alle unter einen Hut bekommen möchten.
In erster Linie die Beseitigung von Ausfallraps, und dazugehörend die Vermeidung der Keimruhe, um ihn nicht für die Folgekulturen zu konservieren. Dann natürlich die Vermeidung von zu viel Mineralisation der leichtlösichen N-Verbindungen, um noch möglichst viel N ins Folgejahr zu retten... Pathogene sollten nicht vermehrt werden, seien es Phomaerreger, die ab dem 4-Blatt eine Rolle spielen, Kolhernie, die bei unpassenden Bedingungen auch den kleinen Raps befallen, oder die Altrapsstängel, die mit Verticilium befallen werden..
Von Schadinsekten ganz zu schweigen. Was noch eine Rolle spielt ist die P-Effizienz des Folgeweizens, der in die ausgesaugten Wurzelgänge des Rapses wächst und darauf mit Ertraseinbußen reagiert. Und Wurzelunkräuter sollen auch irgendwie weniger werden.

Für die meisten der obigen Punkte scheint eine seichte bearbeitung, teils mehrmalig, die Lösung zu sein. Für das Verticillium- und Phosphorproblem sollte aber eine (bei Vertic. möglichst baldige) tiefe Bearbeitug erfolgen...
Teilweise denke ich mir, die beste Lösung wäre, den Acker mit MCPA/Glyphosat ständig gelb zu halten, und mit DS-Technik einzuschlitzen, um die Samen verwittern zu lassen.. aber das ist auch nur reine Theorie (Kaffhaufen, Drescherspuren etc.).

Dann gibt es da noch Clearfield, das eine Fruchtfolgeperiode lang entspannung bringen kann - nur zu welchem Preis??

Wir bearbeiten im Normalfall erst mal gar nicht oder mulchen die Stoppel. Dann folgt das Gänsefußschar auf 3cm, anschließend Glyphosat.
Die Zeit ist immer zu lang. Und oftmals begibt sich der Raps nach der ersten Bearbeitung direkt in Dormanz (durch schlechte Witterungbedingungen?) und läuft dann eben zuverlässig in der Zwischefrucht nächstes Jahr auf, wo er die ähnlichen Probleme wieder macht.


Was ist eure Strategie, bzw. auf welche Punkte legt ihr am meisten wert?



Kurz zur CrossCutterDisc (mit vorlauender CrossCutterKnife?): Der Raps hat leider schon ein paar Wochen auf die CCD gewartet und war deshalb im 6-Blattstadium nicht komplett zu beseitigen. Die Arbeistiefe lag am Ende irgendwo bei 4-5cm (eigentlich schon zu tief, um ihn vor der Dormanz zu bewahren) - aber eine Erfahrung ist es trotzdem. Das Arbeitsbild (optisch) ist jedenfalls sehr gut.
Die Vorfühung an sich war eine wirklich feine Sache. Hat einen guten Eindruck hinterlassen, auch bei den Kollegen, die vor Ort waren.
Respekt!
(Soll aber hier nicht um die CCD gehen, sondern um das Problem Raps).
« Letzte Änderung: 09. August 2018, 21:28:48 von Jo »
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charlie

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #1 am: 09. August 2018, 22:29:41 »

Auch ich tüftle ja schon einige Zeit an genau diesen Aufgaben.
Ausgangspunkt war die Streckung der FF um Raps und Rüben in einer Rotation anzubauen, und eben nicht zwei getrennte FF mit jeweils Raps oder Rüben mit den bekannten Problemen.
Der Hauptgesichtspunkt lag erstmal auf dem möglichst vollständigen Auflauf des Ausfallrapses um diesen eben nicht teuer aus den Rüben entfernen zu müssen, bzw der Vermeidung der Nematodenvermehrung durch großen Ausfallraps sowohl im Zeitraum Rapsernte - Folgeweizenaussaat (auch wenn dies zur N-Bindung vielleicht von Vorteil wäre) als auch vor allem in der ZF vor den Rüben, da es hier weder mechanische noch chemische Bekämpfung gibt.
Herausgekommen ist für mich neben der Möglichkeit des Mulchens als ersten Arbeitsgang (Ausfallschoten öffnen, Körner aus dem Kaff schütteln, leicht an feuchten Boden andrücken und mit Kaff vor Austrocknung schützen) das Walzen mit der Cambridgewalze. Die Leistung ist deutlich höher, es kostet weniger Sprit und bis auf das vollständige Zerstören der Stängel erfüllt es die anderen Aufgaben genauso wie das Mulchen. Vor allem bei trockenen Verhältnissen mit spröden Stängeln funktioniert dies sehr gut. Eine Prismenwalze funktioniert noch besser, da sie die Stängel besser aufreibt.
Auch die Wiesenschleppe ist eine günstige und schnelle Methode, hier fehlt jedoch das Andrücken, aber durch die Bewegung der Körner wird auch die Dormanz vermieden und die Keimung angeregt.
Leider können hierbei auch mal schnell Haufen entstehen, weshalb ein wenig Übung und Fingerspitzengefühl dazugehört.
Striegel gehört in die gleich Kategorie, hier wird sogar etwas Feinerde produziert, was die Keimung fördert, sowie evtl schon aufgelaufene Pflanzen bis zum Keimblattstadium beseitigt.
Frühe Gänge mit KSE oder gar Grubber haben sich bei mir nicht bewährt, meist ist die Arbeit zu tief und ein Teil der Ausfallsamen geht in Keimruhe.
Die ersten Arbeitsgänge müssen schnell und preisgünstig sein, damit man sie bei Bedarf wiederholen kann und so ersten Ausfall in sehr kleinem Stadium beseitigen kann.
Mir ist aufgefallen, dass bei einem dichten Rapsteppich nicht mehr alle Körner keimen, sondern ebenfalls in Keimruhe fallen. Sie merken anscheinend: hier ist nicht genug Platz für mich.
Da diese Arbeitsgänge keine größeren Unkräuter beseitigen können, wurde dann meist eine Glyphosatanwendung durchgeführt.

Bei der bis dahin sehr flachen Bearbeitung wurde kaum N mineralisiert, jedoch stellt die Mineralisation  an meinen Standorten kein Problem dar, da zu einer Verlagerung/Auswaschung höhere Mengen Niederschlag auf leicht durchlässigen Böden notwendig sind. Ohne Sickerwasser keine Auswaschung.

Auch das Thema Phoma/Kohlhernie/Nematoden stellt sich nicht, wenn keine großen Ausfallpflanzen vorhanden sind. Bei den Nematoden stellt die Wärmesumme von 250 Gradtagen ab Auflauf die wichtige Grenze dar: Solange benötigt eine Nematodengeneration zum Durchlaufen der Entwicklung.
Deswegen ist auch die vollständige Beseitigung der aufgelaufenen Pflanzen wichtig um diesen Zyklus zu unterbrechen.

Hier kommt dann die CCD ins Spiel, ihr gelingt das Ergebnis der vorgenannten Geräte zu kombinieren und zu optimieren. Mit vorlaufender Messerwalze gelingt ihr sogar ein mulcherartiges Zerschlagen der Stängel und ein noch besseres Beseitigen der kleinen Ausfallpflanzen. Leider jedoch nicht zu 100%.
Zudem ist das Ergebnis besser als mit der vorlaufenden Messerwalze und Prismenwalze von Dalbo.

Und jetzt kommt noch der Anspruch Verticilium, hier geht es in erster Linie darum die Stängel und den Wurzelhals von der Restwurzel zu trennen, dazu muss man nicht tief um eine nur knapp schlechtere Vermeidungsstategie gegenüber tiefem Schnitt und Herauslösen der Hauptwurzeln zu haben.
Mulcher, Walze, Schleppe schaffen meist noch die Trennung Stängel vom Wurzelhals, aber kaum mehr. CCD als auch flacher Eingriff mit Gänsefüßen sind hier besser.
Für den sehr flachen Schnitt mit Gänsefüßen benötigt man aber einen Grubber, der schwer genug für sicheren Einzug und exakte Tiefenführung ist, andererseits nicht alles wieder zu fest andrückt.
Hier liegt mMn auch das Problem des Carrier mit Stahlwalze, es wird viel wieder angedrückt und wächst bei feuchtem Boden weiter.
Tiefe Arbeitsgänge versuche ich auch aus Gründen der Wassereffizienz zu vermeiden, die gute Gare nach Raps erfordert es auch nicht wirklich.

Bleibt noch der sehr interessante Aspekt, der Phosphor-Effizienz.
Sollte dem wirklich so sein, dass in den alten Wurzelgängen für den Weizen wenig zu holen ist, dann sollte man wohl mit einer platzierten Düngung dem jungen Weizen auf die Sprünge helfen...
Einmal kann das natürlich über eine Unterfußgabe lösen, andererseits kann das Verwenden sauer wirkender Dünger im Depot zumindest die partielle Verfügbarkeit des Phosphors erhöhen.

Aber haben wir dann nicht mit der Zwischenfrucht das gleiche Problem? Sind hier nicht auch die Wurzelgänge gerade der Tiefwurzler den Folgefrüchten das Erwachsen tieferer Wasser- und Nährstoffvorräte zu ermöglichen?
Trägt die Mykorrhiza nicht sogar zu einer Erschließung der Bodenvorräte bei?
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Gruß

Charlie

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NobbyNobbs

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #2 am: 09. August 2018, 23:28:34 »

x ha in 2017 verhagelt. Keine Bodenbearbeitung seitdem, nur Schleppe und Walze. Bisher immer noch KEIN Auflaufraps.
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Ich mach's einfach mal!

ct

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #3 am: 10. August 2018, 07:58:38 »

Was ist eure Strategie, bzw. auf welche Punkte legt ihr am meisten wert?

Man sollte die Gesamtproblematik nach Prioritäten unterteilen und abarbeiten.
Dabei sehe ich die Ausfallrapsproblematik und Brechung der Dormanz direkt nach der Ernte als erstmal vorrangig zu lösen an:

Die Faktoren wechselnde Feuchtigkeit, Licht, Sauerstoff und Co2 Gehalt sowie mehrmalige Lageänderung der Ausfallkörner sind essentiell um die Dormanz (Ruheperiode von Organismen) zu brechen. Das spricht alles für den mehrmaligen sehr flachen Einsatz von Striegel oder Schleppe unter ebenfalls wechselhaften Witterungseinflüssen direkt nach der Ernte, aber über einen Zeitraum von mind. 4 Wochen. Die aktuelle lange Trockenheit und bereits mehrmalige flache Bearbeitung mit erstgenannten Geräten wird aber dieses Jahr (2018) bis heute nicht ausreichend sein, da die Feuchtigkeit meist mangehaft war und somit ein Faktor fehlt. Genauso wie ein einmaliger Mulchereinsatz und nachfolgendes Glyphos i.d.R. zuwenig Lageänderung der Ausfallkörner bringt, führt man die Rapskörner mit einem, oder mehreren  Grubberstrichen in zu tiefe Schichten mit dann mangelden Luftaustausch. Sind nämlich nicht alle oben beschriebenen Reize gleichzeitig vorhanden, um die Ausfallkörner direkt nach der Ernte schnell in Keimstimmung zu bringen, dann fallen Sie in die langfristige Überdauerungsform, die sekundäre bzw. konsekutive Dormanz (Quieszenz) und es gibt die bekannten Probleme.
CCD ist genial, sehe ich aber nach der Rapsernte nicht an erster Stelle, eher an Nr. 3 oder 4, nach Striegel, Schleppe oder Mulcher.

Ein guter Artikel dazu ist hier:
https://www.agrar.basf.de/agroportal/de/media/.../raps.../Artikel__Ausfallraps.pdf
« Letzte Änderung: 10. August 2018, 08:13:42 von ct »
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Gruß ct

Henrik

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #4 am: 10. August 2018, 20:31:19 »

Sehr interessantes Thema.

Ich tüftele ja auch viel nach Raps herum. Kann daher hauptsächlich für den Standort hier sprechen. Hier wird Raps seit 50 Jahren angebaut und ist mit Durchwuchs immer ein Thema.

Rapsflächen sollten hier nicht länger als 7 Tage unbearbeitet stehen bleiben. Der Acker wird zwar grün aber die Rapskörner wollen bewegt werden und meist sind erste Körner dann aufgelaufen oder gekeimt.

Am besten oder schicksten sieht immer der Mulcher aus. Optisch täuscht er aus meiner Sicht oft ein besseres Ergebnis vor.
Persönlich gefällt mir immer noch am besten die Walze mit Striegel oder heute bei mir Carrier mit Striegel.
Striegel kämmt alles durch, Walze bricht die Stengel und drückt das Kaff und Stroh an. Feuchtigkeit wird damit besser konserviert und der Raps läuft besser auf.
Was hier noch ein Problem ist, sind Schnecken. Mit Walze nehmen die deutlich ab. Schneckenkorn wurde hier die letzten Jahre nicht mehr benötigt.
Dann läuft bei CrossCutter Disc. Wichtig wie schon geschrieben der darf nicht zu groß sein! Sehe das wie CT nicht an erster Stelle wenn möglich.
Pauschal kann man aber auch nichts sagen, jedes Jahr ist anders. Wichtig in meinen Augen das die ersten Arbeitsgänge immer flach sind und möglichst flächig.
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joe

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #5 am: 10. August 2018, 21:24:17 »


Am besten oder schicksten sieht immer der Mulcher aus. Optisch täuscht er aus meiner Sicht oft ein besseres Ergebnis vor.
Persönlich gefällt mir immer noch am besten die Walze mit Striegel oder heute bei mir Carrier mit Striegel.
Striegel kämmt alles durch, Walze bricht die Stengel und drückt das Kaff und Stroh an. Feuchtigkeit wird damit besser konserviert und der Raps läuft besser auf.
Was hier noch ein Problem ist, sind Schnecken. Mit Walze nehmen die deutlich ab. Schneckenkorn wurde hier die letzten Jahre nicht mehr benötigt.
Dann läuft bei CrossCutter Disc. Wichtig wie schon geschrieben der darf nicht zu groß sein! Sehe das wie CT nicht an erster Stelle wenn möglich.
Pauschal kann man aber auch nichts sagen, jedes Jahr ist anders. Wichtig in meinen Augen das die ersten Arbeitsgänge immer flach sind und möglichst flächig.

mulcher war in der vergangenheit für mich immer die erste wahl ,wie gesagt war , denn es bleibt nach dem mulchen zuwenig restmasse und selbst wenn nach dem mulcher vor der aussaat nur ein ultraflacher gang mit spatenrolle und walze folgt sieht  die oberfläche dann wie tiefgegrubbert aus und ist anfällig für errosion und verschämmung .
dieses jahr habe ich einen teil mit schrohstriegel und walze in kombination und einen teil mit mulcher bearbeitet und einen teil garnicht angerühert .
die einzige variante wo bisher raps aufgelaufen ist , ist die striegelvariante .
ich denke mehr als striegeln ( vielleicht mehrmals  und abspritzen  werde ich aktuell und zukünftig vor der ausssaat nicht mehr machen
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Euro-T

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #6 am: 10. August 2018, 23:20:42 »


Am besten oder schicksten sieht immer der Mulcher aus. Optisch täuscht er aus meiner Sicht oft ein besseres Ergebnis vor.
Persönlich gefällt mir immer noch am besten die Walze mit Striegel oder heute bei mir Carrier mit Striegel.
Striegel kämmt alles durch, Walze bricht die Stengel und drückt das Kaff und Stroh an. Feuchtigkeit wird damit besser konserviert und der Raps läuft besser auf.
Was hier noch ein Problem ist, sind Schnecken. Mit Walze nehmen die deutlich ab. Schneckenkorn wurde hier die letzten Jahre nicht mehr benötigt.
Dann läuft bei CrossCutter Disc. Wichtig wie schon geschrieben der darf nicht zu groß sein! Sehe das wie CT nicht an erster Stelle wenn möglich.
Pauschal kann man aber auch nichts sagen, jedes Jahr ist anders. Wichtig in meinen Augen das die ersten Arbeitsgänge immer flach sind und möglichst flächig.

mulcher war in der vergangenheit für mich immer die erste wahl ,wie gesagt war , denn es bleibt nach dem mulchen zuwenig restmasse und selbst wenn nach dem mulcher vor der aussaat nur ein ultraflacher gang mit spatenrolle und walze folgt sieht  die oberfläche dann wie tiefgegrubbert aus und ist anfällig für errosion und verschämmung .
dieses jahr habe ich einen teil mit schrohstriegel und walze in kombination und einen teil mit mulcher bearbeitet und einen teil garnicht angerühert .
die einzige variante wo bisher raps aufgelaufen ist , ist die striegelvariante .
ich denke mehr als striegeln ( vielleicht mehrmals  und abspritzen  werde ich aktuell und zukünftig vor der ausssaat nicht mehr machen

Ich habe kürzlich auch mal 2ha gestriegelt bekommen, direkt nach dem Einsatz hat mir das Bild schon recht gut gefallen.

Tags drauf, also gestern, gab es dann 13mm. Das zweite Drittel wurde parallel zum Striegel flachst gegrubbert, auf dem letzten Drittel habe ich nichts gemacht.

Nun mal sehen, ob die Erwartungen erfüllt werden.

Ich denke aber nicht, das der Striegel dann in Folge mit dem Aufwuchs zurechtkommt, da wird dann wohl der Allrounder her müssen, je nach Witterung und Feldaufgang vielleicht auch noch ein zweites Mal - alternativ eben die Spritze, da gehen die Meinungen ja auseinander.

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Gruß

~~ Olli

Flori

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #7 am: 11. August 2018, 09:15:40 »


 Woher kommt die Theorie dass die Wurzelkanäle von Raps an Phosphor verarmt seien ?
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dirkk

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #8 am: 11. August 2018, 09:33:51 »

Trotz Striegelmöglichkeit hab ich dies Jahr den Raps wegen der Trockenheit ( viele Bodenrisse) erstmal liegen gelassen und einmal 13 mm vor 10 Tagen haben eine Masse Raps keimen und mit dem Auflaufen beginnen lassen . Gestern und vorgestern wurde das Ganze dann erstmals gestriegelt , um eine nächste Welle zum Keimen zu bringen . Unterm Stroh war auch noch Feuchte vom letztem Regen .

Ziel ist bei mir , soviel Raps wie überhaupt möglich zum Keimen zu bringen . Dazu soll der im ersten Monat nicht mehr als 2 cm Boden über sich haben dürfen . Erst , wenn das Nachbuddeln ergibt, dass fast keine ungekeimten Samen mehr da sind , würde ein Aufwuchs beseitigt werden , um Mäusen die Nahrung zu nehmen . Lieber schalte ich dann noch einen Gang mit dem Striegel zwischen , um die Saatbank möglichst klein zu halten .
2016 im damals auch äusserst trockenem Herbst hab ich die Beobachtung gemacht , dass nach einem Striegelgang direkt nach der Ernte zwar eine Menge Raps kam und mit Glyphosat  im 2.- bis 5- Blatt dann gestoppt wurde , aber die Masse Raps erst nach Regenfällen Mitte September in Verbindung mit einem zweiten Striegelgang direkt vorm Regen kam . Dieser noch kleine Aufwuchs wurde im Zuge der Saatbettbereitung zur Weizensaat beseitigt . Im Weizen kam nur wenig Raps und zur Sommerung in diesem Frühjahr kam auch kaum Raps - alle 5 m2 eine Pflanze . Einige Feldränder , die ich damals beim ersten Glyphosattermin mit dem Grubber "schwarz" gemacht habe , zeigten in diesem Frühjahr sowie im Weizen eine Rapsaufsschlag , der um den Faktor 10 bis 20 höher war . Was noch zu erkennen war , dass unreif gedroschener Raps auch erhöhte Durchwuchsrapsmengen zeigt !

Die Aufwuchsbeseitung erfolgte bisher mit Glyphosat . Die wird wohl politisch gewollt irgendwann entfallen . Dann werde ich wohl auch die Bodenbearbeitung dahin gehend umstellen , dass der extra Striegelgang eher mal in Erwägung gezogen wird , bevor einen ganzflächiger Grubbergang ( 10 cm -Schare für den Köckerling Vario liegen im Regal , CCD von Väderstad wird auch mal probiert  ) die Möglichkeiten für Erosionsvermeidung limitiert . Möglicherweise sollte es Ziel sein , mit einem Grubbergang bis zur Saat auszukommen , bzw. sogar zur Saat ohne Grubber auszukommen ( die Drille macht schon genug Arbeit ) , um zumindest auf hängigen Lössböden noch genügend Stroh zurück zu lassen . Vielleicht kommt sogar der Striegel zur Saatbettbereitung zum Weizen nach Raps zur Anwendung ,wenn der Grubber einmal schon einige Wochen vorher lief  ?

gruss
dirkk
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dirkk

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #9 am: 11. August 2018, 09:47:51 »

Was dies Jahr noch in der Rapsstoppel auffiel : In den Fahrgassen blieb wegen der dauerhaft trockenen Witterung auch meist die Rille vom Spurreisser für die Fahrgassen in den Spritzspuren erhalten . Nach dem Regen war da jetzt ein grünes schmales Rapsband zu sehen ........die Körner sind da rein gerollt und gekeimt mit geringer Strohbedeckung .

Gruss
dirkk
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Uwe

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #10 am: 12. August 2018, 07:49:54 »

Als eifriger Forumsleser habe ich mir jetzt auch einen Strohstriegel "zusammengezimmert".
Mein Fortschritt B255 Striegel V1 hat 4,85m Arbeitsbreite mit 100mm Strichabstand an nur 2 Balken mit 13mm Zinken.
Demnächst wird der noch auf V2 umgebaut, dann mit 4 Balken und 75mm Strichabstand.

Da das Teil nicht früher fertig war, konnte ich erst 2 Wochen nach der Ernte aufs Feld.
Durch den Striegel wurden etwa 75% vom bereits aufgelaufenen Raps liquidiert. Für die restlichen 25% war der Strichabstand zu weit.
Nach dem Striegelstrich gab es dann in den letzten beiden Tagen 40mm Niederschlag und die zweite Welle läuft jetzt auf.

Durch die Trockenheit mit späten Niederschlägen (Juli + August bis jetzt >140mm) steht allerdings viel "grünes" auf den Feldern, dass der Striegel natürlich nicht richtig erfasst hat. (Leitunkraut dieses Jahr ist wohl die weiße Lichtnelke?!?)
Eigentlich müssten möglichst bald mal Gänsefüsse folgen, aber dann würde ich bestimmt wieder was verbuddeln...

Der "Wettbewerb" hier hat alles vor der Ernte abgespritzt, 10 Tage früher gedroschen und danach sofort die Scheibenegge eingesetzt. Da ist jetzt ein grüner Teppich im Zwei- bis Vierblattstadium.

Trotz allem was wir hier diskutieren, sieht das bei allen Nachbarn (mal abgesehen davon, dass das Zeug schon so groß ist) richtig gut aus. Da hier fast nur Raps und Getreide angebaut wird, kann man den Ausfallraps natürlich immer mit Wuchsstoffen platt machen.

Andersherum ist in den wenigen Ackerbohnenflächen extrem viel Raps drin (auch bei mir). Ich habe zwar extra im Frühjahr noch ziemlich spät MCPB eingesetzt, was aber trotz hoher Aufwandmenge und entsprechendem Preis gar nicht geholfen hat (und Boxer auch nicht...). Die Bohnen müssen jetzt also auch Glyphosat kriegen, damit ich sie dreschen kann.

Ich habe mal gehört, dass (mal abgesehen von der Zulassungsituation) eventuell Clearfieldmittel den Raps in den Bohnen killen könnten. Aber wie eben schon geschrieben, was hilft mir das?

Das Thema ist also auch bei mir hoch aktuell!
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dirkk

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #11 am: 12. August 2018, 08:05:30 »

Zitat
gedroschen und danach sofort die Scheibenegge eingesetzt. Da ist jetzt ein grüner Teppich im Zwei- bis Vierblattstadium.

Trotz allem was wir hier diskutieren, sieht das bei allen Nachbarn (mal abgesehen davon, dass das Zeug schon so groß ist) richtig gut aus.

Nach meinen Erfahrungen sieht das zwar gut aus , aber der Rapssamen ist nicht nachhaltig vollständig gekeimt !  Du muss mal aufpassen ,wie es auf diesen Flächen mit Rapsauflauf weiter geht : Es läuft bei jedem Arbeitsgang die nächsten Jahre immer wieder ( reichlich)Raps auf .  Nach dem Striegeln kommt die nächsten Jahre bei den gleichen Arbeitsgängen zusehends deutlich weniger Raps zum Vergleich auf . Ich hatte letztes Jahr auch eine übernommene  Fläche mit Raps bestellt , die vor einigen Jahren auch mit Scheibenegge nach der Rapsernte geschwärzt wurde . Und daneben dann unsere Striegelflächen . Erstmal liefen im Herbst neben dem bestelltem Raps noch 20 - 100 Pflanzen/m2 Fremdraps zusätzlich auf - auf der Striegelfläche nur 1-3 . Und zur Ernte dann das Ergebnis ( schwacher Boden ) : Fremdraps- verseuchte Fläche 16 dt und nicht verseuchte Fläche 23 dt .

Ich würde mich von dem optischen Eindruck nicht täuschen lassen ,denn ein (großer) Teil der Rapssamen wurde mit der Scheibenegge vergraben und schafft dann die Folgeprobleme !

gruss
dirkk
« Letzte Änderung: 12. August 2018, 08:09:35 von dirkk »
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Tim

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #12 am: 12. August 2018, 09:05:01 »

In den Bohnen haben wir hier dies Jahr auch ordentlich mit boxer+ Bandur vorgehalten - da die Ernte mit der melde und dem ausfallraps letztes Jahr eine Katastrophe war..

Doch im Nachhinein?? Die Mischung ging bald an die 100€ je ha - die Bohnen haben nen ordentlichen Treffer davon mitgenommen und im Nachhinein haben wir auch nicht alles erwischt ...

Die imazamox Mittel tun den Bohnen auch ganz gut weh- und helfen kaum gegen größere unkräuter (Ich denke da gerade an Raps mit laubblättern). Ich denke die könnte man mit bentazon (basagran) vergleichen?!

Dieses Jahr versuche ich einen neuen Ansatz... haben Roggen und hafer in die stoppeln für nächstes jahr gesäht - soll eigentlich eine mulchschicht werden die dann nächstes Jahr mit glyphosat abgetötet wird - mal schauen.

MfG Tim
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Uwe

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #13 am: 12. August 2018, 09:10:14 »

Ich werde vor Bohnen die Zwischenfruchtmischung:

Hafer-Buchweizen-Phacelia drillen.

Das wird gut abfrieren, aber ob das später den Bohnen gegen Ausfallraps hilft, keine Ahnung?!?
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Tim

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Re: Zielkonflikt: Bodenbearbeitung nach Raps
« Antwort #14 am: 12. August 2018, 09:34:15 »

Wenn der ausfallraps in der zwischenfrucht schon keimt? Sicherlich ?

So wie Dirkk schreibt sehe ich es auch - mit jeder weiteren Bewegung im Boden wird Stück für Stück neues (altes) samenpotential freigelegt.

Wir kriegen den Raps hier auf einzelnen Schlägen nicht los - haben auch striegeln probiert - doch da fehlt es immer mal wieder an zeit/Manpower... stoppeln einfach liegen lassen reicht auch nicht - mulchen wäre/ist hier Das robusteste , da eben die verunkrautung in den stoppeln mit striegeln/schleppen zu Häufchen gezogen wird und eben nicht stirbt .

MfG Tim
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