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Autor Thema: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft  (Gelesen 8378 mal)

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BNT

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #75 am: 03. August 2018, 12:04:03 »

Der Milchmarkt würde sagen: Weniger Futter, weniger Tiere, weniger Milch, höhere Milchpreise. Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.
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Mathilde

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #76 am: 03. August 2018, 12:23:18 »

Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.

Das haben wir ja schon. Deshalb halten wir zurück was geht.

LG Mathilde
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Hon

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #77 am: 03. August 2018, 12:56:53 »

Ich hab da auch noch einen Vorschlag, um die Möglichkeiten zwischen BGAs und Milchviehbetrieben zu verbessern:
Der Milchviehhalter bekommt den Mais und lässt seine Gülle separieren, so dass der Festtstoff wieder in die BGA kommt. Dann haben alle was davon.
Schwierig ist die Situation der Pferdehalter in unserer Region, da viel Heu fehlt und die Pferdehaltung für viele Betriebe das Standbein Nr1 ist.

Grundsätzlich oute ich hier meine Meinung, dass es am Besten keinerlei Beihilfen geben soll.  Zukünftig sollte europaweit auch die erste Säule abgeschafft werden. Dafür eine starke 2. Säule mit mehr Möglichkeiten für die Landwirte und dann einem Solidaritätsfond auf den Landwirte bei unverschuldeten Wetterextremen zurückgreifen können. Auch Hochwasser, Starkregen....

Wenn es zu den Dürrehilfen kommt, dann werden diese doch eh erst Irgendwann Mitte-Ende 2019 ausgezahlt, da ist man entweder schon Pleite oder hat es geschafft.
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charlie

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #78 am: 03. August 2018, 13:41:44 »

„Den Markt“ als allzeit passendes Regulativ für wirtschaftliche Entwicklung zu sehen, halte ich für äußerst kurzsichtig.
Man muss mal ganz ehrlich zu sich selbst sein und hinterfragen, wo man denn stehen würde ohne den Markteingriff der Politik, die nunmal verpflichtet ist die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu setzen.
Sei es in Konkurrenz zum Weltmarkt, wo oft unter völlig anderen Bedingungen und Auflagen produziert wird, und in vielen Bereichen günstiger als hierzulande. Oder sei es in Konkurrenz zu anderen Produktionsweisen. Wie würde sich der BGA-Betreiber ohne staatlich garantierte Abnahmepreise sowohl im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Bereichen als auch zur restlichen Energiewirtschaft stellen?
Wie würde die biologische Landwirtschaft ohne zusätzliche Prämien den Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft bestehen, nur über den möglichen Marktanteil und die daraus erzielbaren Preise?
Wie der kleiner strukturierte Bauer im Westen und Süden gegen die größeren Strukturen im Norden oder gar der Agrarunternehmen im Osten?
Möchte die Politik auch in der landwirtschaftlichen Urproduktion eine Marktkonzentration ähnlich zum Einzelhandel? Lässt sie alles, was nicht einem wirtschaftlichen Idealbild entspricht über die Wupper gehen? Ich hoffe nicht...
Was dies alles aktuell für evtl Dürrehilfen und auch wie @frankenpower schon angesprochen hat die Absteckung des finanziellen Rahmens der EU-GAP bedeutet, sollte uns allen klar sein.
Die Politik ist gefordert einen möglichst ausgewogenen Rahmen abzustecken und endlich mal eine gewisse Planungssicherheit über mehr als 5-7 Jahre auf die Beine stellen.
Das ist auch mMn die Aufgabe unserer Verbände in der Lobbyarbeit. Die Maximalforderung Rukwieds nach 1Mrd Soforthilfe war wohl in diesem Zusammenhang ein Bärendienst, der unser gesellschaftliches Standing nicht verbessert hat.
Leider wurden in der Zukunfts- und Strategieplanung zusammen mit den politischen Entscheidungsträgern viel zu lange die Hände in den Schoß gelegt, bzw sich sogar mit einem „Weiter so!“ in einer Wagenburg verschanzt statt tragbare Szenarien im Hinblick auf Klimawandel, Welthandel und entlohnte gesellschaftliche Aufgaben der Landwirtschaft zu entwickeln.
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Gruß

Charlie

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nofear

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #79 am: 03. August 2018, 17:52:19 »

Der Milchmarkt würde sagen: Weniger Futter, weniger Tiere, weniger Milch, höhere Milchpreise. Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.


Bis jetzt tut sich im ersten Teil des Szenarios wenig bis nichts... aber evtl. muss auch erstmal das bissel Futter was da ist alle sein, dass die Entscheidung zum Bestandesabbau leichter fällt... bisher gehen alle von Hoffen und Bangen aus. Es wird schon irgendwie reichen mit Stroh und allen Klimmzügen. Noch hofft wohl jeder, dass es irgendwann mal noch regnet für Futterzwischenfrüchte... aber dort wird die Chance und Zeit mit jeder Woche geringer. Auch der Mais ist hier noch lange nicht im Silo...
Zudem kann ich nicht einschätzen wie es europaweit diesbezüglich aussieht. Die großen Molker sind international, wenn die Milch nicht von hier kommt, kommt sie von Lettland, etc. Das wenige was der Transport kostet ist die Milch dort uU noch günstiger produziert.
« Letzte Änderung: 03. August 2018, 17:54:25 von nofear »
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #80 am: 03. August 2018, 18:08:13 »

Der Milchmarkt würde sagen: Weniger Futter, weniger Tiere, weniger Milch, höhere Milchpreise. Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.


Bis jetzt tut sich im ersten Teil des Szenarios wenig bis nichts... aber evtl. muss auch erstmal das bissel Futter was da ist alle sein, dass die Entscheidung zum Bestandesabbau leichter fällt... bisher gehen alle von Hoffen und Bangen aus. Es wird schon irgendwie reichen mit Stroh und allen Klimmzügen. Noch hofft wohl jeder, dass es irgendwann mal noch regnet für Futterzwischenfrüchte... aber dort wird die Chance und Zeit mit jeder Woche geringer. Auch der Mais ist hier noch lange nicht im Silo...
Zudem kann ich nicht einschätzen wie es europaweit diesbezüglich aussieht. Die großen Molker sind international, wenn die Milch nicht von hier kommt, kommt sie von Lettland, etc. Das wenige was der Transport kostet ist die Milch dort uU noch günstiger produziert.

Bin ja schon lange nicht mehr im Rindviehsektor tätig, aber könnte man nicht auch mit aufgeschlossenem, melassiertem Stroh und Kraftfutter Kühe füttern?
Für unsere Bullenmast schlossen wir jeweils Stroh auf mit Ammoniak...
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #81 am: 03. August 2018, 21:49:33 »

Der Milchmarkt würde sagen: Weniger Futter, weniger Tiere, weniger Milch, höhere Milchpreise. Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.


Bis jetzt tut sich im ersten Teil des Szenarios wenig bis nichts... aber evtl. muss auch erstmal das bissel Futter was da ist alle sein, dass die Entscheidung zum Bestandesabbau leichter fällt... bisher gehen alle von Hoffen und Bangen aus. Es wird schon irgendwie reichen mit Stroh und allen Klimmzügen. Noch hofft wohl jeder, dass es irgendwann mal noch regnet für Futterzwischenfrüchte... aber dort wird die Chance und Zeit mit jeder Woche geringer. Auch der Mais ist hier noch lange nicht im Silo...
Zudem kann ich nicht einschätzen wie es europaweit diesbezüglich aussieht. Die großen Molker sind international, wenn die Milch nicht von hier kommt, kommt sie von Lettland, etc. Das wenige was der Transport kostet ist die Milch dort uU noch günstiger produziert.

Bin ja schon lange nicht mehr im Rindviehsektor tätig, aber könnte man nicht auch mit aufgeschlossenem, melassiertem Stroh und Kraftfutter Kühe füttern?
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Wasser satt und Stroh nach Leistung. - sagt immer ein Freund von mir.  ;D

Das Problem daran ist, dass Stroh ein wenig knapp und Kraftfutter sehr teuer ist.
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Rohana

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« Letzte Änderung: 04. August 2018, 07:03:48 von Rohana »
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #83 am: 04. August 2018, 08:45:47 »



Wasser satt und Stroh nach Leistung. - sagt immer ein Freund von mir.  ;D

Das Problem daran ist, dass Stroh ein wenig knapp und Kraftfutter sehr teuer ist.


Waren da nicht Pappe und Harnstoff angedacht?
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #84 am: 04. August 2018, 11:19:22 »

Der Milchmarkt würde sagen: Weniger Futter, weniger Tiere, weniger Milch, höhere Milchpreise. Gleichzeitig aber auch: Mehr Schlachtkühe, niedrigere Schlachtkuhpreise.


Bis jetzt tut sich im ersten Teil des Szenarios wenig bis nichts... aber evtl. muss auch erstmal das bissel Futter was da ist alle sein, dass die Entscheidung zum Bestandesabbau leichter fällt... bisher gehen alle von Hoffen und Bangen aus. Es wird schon irgendwie reichen mit Stroh und allen Klimmzügen. Noch hofft wohl jeder, dass es irgendwann mal noch regnet für Futterzwischenfrüchte... aber dort wird die Chance und Zeit mit jeder Woche geringer. Auch der Mais ist hier noch lange nicht im Silo...
Zudem kann ich nicht einschätzen wie es europaweit diesbezüglich aussieht. Die großen Molker sind international, wenn die Milch nicht von hier kommt, kommt sie von Lettland, etc. Das wenige was der Transport kostet ist die Milch dort uU noch günstiger produziert.

Bin ja schon lange nicht mehr im Rindviehsektor tätig, aber könnte man nicht auch mit aufgeschlossenem, melassiertem Stroh und Kraftfutter Kühe füttern?
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Das Problem daran ist, dass Stroh ein wenig knapp und Kraftfutter sehr teuer ist.

Man müsste mal eine Futterration rechnen, auf Gehalt, Verzehr, Verträglichkeit und Kosten.
Wenn ich mich recht erinnere (ist schon ca. 30 Jahre her) muss man das Stroh mit Ammoniakgas impfen in einem geschlossenem Raum oder Schlauch, etc. und dann ca. 2 Monate lang einwirken lassen. Ist aber nicht ganz ungefährlich, brennt in den Augen und stinkt (das Ammoniakgas, meine ich). Der Zweck der Uebung ist, das Lignin zu knacken, damit die Rohfaser verdaulich wird. Nebeneffekt ist mehr Stickstoffgehalt im Stroh.

Hier eine CH-Untersuchung der Strohbehandlung von 1980ig:
« Letzte Änderung: 04. August 2018, 11:26:43 von farming.ch »
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wolf

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #85 am: 08. August 2018, 10:46:28 »

In Bayern sollen Radioberichten zufolge 50% der Futterzukäufe, gedeckelt bei 50.000 €/Betrieb vom Land finanziert werden.

Ob das Naturereignis Dürrejahr dem Söder genauso hilft, wie dem Schröder das Elbehochwasser? Offensichtlich will man es nicht unversucht lassen.  ;D

Inzwischen auch nachzulesen:

https://www.welt.de/regionales/bayern/article180796696/Duerre-Bauern-erhalten-vom-Freistaat-Geld-fuer-Futtermittel.html
« Letzte Änderung: 08. August 2018, 17:40:38 von wolf »
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Ansgar

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #86 am: 08. August 2018, 23:21:19 »

Hessen geht voran!

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Euro-T

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #87 am: 09. August 2018, 08:34:08 »

Hessen geht voran!


Ja, er war gestern bei einem Betrieb hier in der Ecke.

Laut Anwesender hatte man schon das Gefühl, das er sich ernsthaft mit der Sache beschäftigt, auch mit Dingen, die über die aktuelle Situation hinaus die Landwirtschaft betreffen.

Warten wir ab, ob großen Worten auch ebensolche Taten folgen.

Aber nicht vergessen: es sind Wahlen angesagt..

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Gruß

~~ Olli

Kai-Uwe

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #88 am: 15. August 2018, 21:20:01 »

ÖVF Flächen dürfen beweidet werden... Guter Witz: da wächst nur leider nix....

Hier wird nun schon Mais gegen Heu getauscht...
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wolf

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #89 am: 22. August 2018, 12:36:47 »

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_84319562/bauern-fahren-wegen-duerre-miserable-getreideernte-ein.html

Interessant sind die Komentare. Das gibt ja schon einen Einblick, was das gemeine Volk über die Landwirtschaft denkt.
 

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