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Autor Thema: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft  (Gelesen 11215 mal)

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ct

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #15 am: 01. August 2018, 09:07:44 »

Die dilettantische Art und Weise von Rukwied ist wirklich peinlich und schadet unserem öffentlichen Ansehen maximal. Irgendwas sollte die PR-Abteilung in Berlin sich doch dabei gedacht haben, so loszupoltern, oder etwa nicht?
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Gruß ct

NobbyNobbs

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #16 am: 01. August 2018, 09:12:46 »

Und vor allem wenn staatliche Hilfe, dann zu gleichen Teilen für alle. Wenn ich als Ackerbauer lange Jahre überdurchschnittlich vorausschauend und gut wirtschafte, deshalb auch in schlechten Jahren überleben kann, dann ist es eine Beleidigung, dass ich nichts bekomme, weil mein Ertrag nicht um xx % abfällt. Es wird wieder nur der Nichtsnutz belohnt, der schon immer an die Substanz ging. Typisch für unser Prämiensystem. Das kann ja wohl nicht sein!
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ct

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #17 am: 01. August 2018, 09:21:06 »

Ich überlege gerade wie man dem Bauernverband helfen kann. Also eben grade mal in Berlin O3O 319O4O angerufen und gefragt was sie sich dabei gedacht haben. Nach dreimal weiterverbinden kam da als Antwort : .... nix... ähhh, können sie später noch mal anrufen wenn unser Chef aus der Besprechung da ist ....
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joe

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #18 am: 01. August 2018, 09:50:04 »

Erstens möchte ich hier mal über Stimmen beklagen, das endlich mal wieder ein paar Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden müssen. Also solche Sprüche sind ein absolutes Tabu. Im öffentlichen Bereich geht das gar nicht.

Gruß
Martin

dann breche ich mal dieses tabu !

ich wirtschafte auf böden mit durchschnittlich 20 bp wie viele andere hier in der region auch , zum teil mit , aber zum teil auch ohne beregnung .
ich finde es höchst unmoralisch wenn betriebsleiter nach dürrehilfe rufen die auf unseren böden fern ab jeglicher veredelungsregion bei einer letztjährigen neuverpachtung für 670,- euro ha den zuschlag bekommen haben !
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jotesen

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #19 am: 01. August 2018, 09:55:09 »

Ich überlege gerade wie man dem Bauernverband helfen kann. Also eben grade mal in Berlin O3O 319O4O angerufen und gefragt was sie sich dabei gedacht haben. Nach dreimal weiterverbinden kam da als Antwort : .... nix... ähhh, können sie später noch mal anrufen wenn unser Chef aus der Besprechung da ist ....
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donnershag

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #20 am: 01. August 2018, 10:09:40 »

Erstens möchte ich hier mal über Stimmen beklagen, das endlich mal wieder ein paar Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden müssen. Also solche Sprüche sind ein absolutes Tabu. Im öffentlichen Bereich geht das gar nicht.

Gruß
Martin

dann breche ich mal dieses tabu !


ich wirtschafte auf böden mit durchschnittlich 20 bp wie viele andere hier in der region auch , zum teil mit , aber zum teil auch ohne beregnung .
ich finde es höchst unmoralisch wenn betriebsleiter nach dürrehilfe rufen die auf unseren böden fern ab jeglicher veredelungsregion bei einer letztjährigen neuverpachtung für 670,- euro ha den zuschlag bekommen haben !

Joe, diese Granaten subventionieren meist quer. Die kriegst so nicht weg. Das erste was da hilft, ist sofortige Abschaffung aller Flächenprämien. Bei uns parken mehrere Bauunternehmer massiv Geld in der LW, Verzinsung kommt von der EU. Auch die BIO-Beihilfen sind ein Reifenproblem, die Betriebe können dann leicht mal 200€ mehr Pacht zahlen.

Gruß
Martin
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Desperado

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #21 am: 01. August 2018, 11:10:06 »

Wer seine Produktionskosten im Griff hat und keine utopisch hohen Pachten zahlt, kann auch mal 1-2 schlechte Jahre überstehen.

Wenn ich z.B. weiß, dass ich in einem Trockenjahr auf unseren flachgründigen Böden kaum mehr als 5-6to vom Hektar dresche, dann muss ich auch keine teure AFU-Sanierung (2 Anwendungen Herbst + Frühjahr) mit ungewissem Erfolg und hoher Stressbelastung durchführen. Sowas kann ich sehr viel billiger und nachhaltiger im Raps tun. Genausowenig muss ich 2-3 mal auf dem Acker rumrutschen und jede Auflaufwelle mechanisch beseitigen, wenn ich das sehr viel billiger und bodenschonender mit Glyphosat haben kann. Ich muss auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, wer das bestpräparierte Saatbett, den gleichmäßigsten Feldaufgang und die geringste Strohauflage hat. Zur Not sä ich eben etwas dicker. Die Erträge werden ohnehin im Früjahr in den Monaten April - Juni gemacht, und da leiden die zu intensiv bearbeiten Felder oft sehr viel stärker unter der Trockenheit als die flach bearbeiteten und gut rückverfestigten Mulchsaatflächen.

Wir sind eines der wärmsten und trockensten Gebiete in Deutschland, und mangelnde Niederschläge sind auch immer der ertragsbegrenzende Faktor, aber ich käm jetzt auch nicht auf die Idee, Dürrebeihilfe vom Bund bzw. dem Land Baden-Württemberg zu fordern. Dafür sind bei uns die Pachten schön niedrig und ein Hektar Ackerland kostet in unserer landw. banchteiligten Region jetzt auch nicht die Welt.

Warum beschließt die Politik kein Gesetz, wonach bei einer unverschuldeten witterungsbedingten Missernte (weniger als 70% der ortsüblichen Normalernte) der Pächter befugt ist, den Pachtzins um den Prozentsatz seines Ernteausfalls zu reduzieren?
Sowas geht zwar nicht rückwirkend, aber für die Zukunft könnte man die Landwirte so ein Stück weit absichern, damit sie den Schaden nicht ganz allein tragen müssen.

Womit ich mich noch eher anfreunden kann, wäre, wenn trockenheitsgeschädigte Betriebe Futter für ihr Vieh zukaufen müssen und das Land oder der Bund da etwas zuschießen, oder wenn BGA-Betreiber bei akutem Futterbedarf ein Teil ihrer Silage den Bauern zur Verfügung stellen müssten (natürlich entsprechend abgegolten).

Mit Geld allein ist es allerdings nicht getan. Das ist wie mit der Entwicklungshilfe, die in dubiosen Kanälen versickert.
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #22 am: 01. August 2018, 11:21:13 »

Hier in CH kann man Trockenheit bei der Hagelversicherung absichern:

"Ein Schaden als Folge von Trockenheit muss spätestens 20 Tage vor der Ernte gemeldet werden. Sie können uns einen Schaden melden, wenn es in der Vegetationszeit über einen Zeitraum von 30 aufeinanderfolgenden Tagen in Summe weniger als 20 mm oder in 60 aufeinanderfolgenden Tagen weniger als 60 mm geregnet hat (siehe SWISS AGRO INDEX). Oder Sie melden uns einen Schaden, wenn die Ertragseinbusse voraussichtlich mehr als 30% betragen wird.

Bei Trockenheitsschäden wird der verbleibende betriebliche Gesamtertrag für die betroffene Kultur auf der Basis geernteter Mengen oder aufgrund von Ertragserhebungen im Feld ermittelt.

Entschädigt wird die Differenz zwischen der Erntemenge und einem vertraglich vereinbarten Referenzertrag."

Keine Ahnung wie hoch die Prämien sind- wir haben eine Bewässerungsanlage....
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donnershag

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #23 am: 01. August 2018, 12:48:57 »

Hier in CH kann man Trockenheit bei der Hagelversicherung absichern:

"Ein Schaden als Folge von Trockenheit muss spätestens 20 Tage vor der Ernte gemeldet werden. Sie können uns einen Schaden melden, wenn es in der Vegetationszeit über einen Zeitraum von 30 aufeinanderfolgenden Tagen in Summe weniger als 20 mm oder in 60 aufeinanderfolgenden Tagen weniger als 60 mm geregnet hat (siehe SWISS AGRO INDEX). Oder Sie melden uns einen Schaden, wenn die Ertragseinbusse voraussichtlich mehr als 30% betragen wird.

Bei Trockenheitsschäden wird der verbleibende betriebliche Gesamtertrag für die betroffene Kultur auf der Basis geernteter Mengen oder aufgrund von Ertragserhebungen im Feld ermittelt.

Entschädigt wird die Differenz zwischen der Erntemenge und einem vertraglich vereinbarten Referenzertrag."

Keine Ahnung wie hoch die Prämien sind- wir haben eine Bewässerungsanlage....

Ich denke, das ist der Weg. Wenn man einen Teil der Flächenprämie aufwendet um die Versicherung zu subventionieren, dann funzt sowas.

Gruß
Martin

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« Letzte Änderung: 01. August 2018, 21:35:49 von charlie »
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Ruebe

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #24 am: 01. August 2018, 13:27:37 »

Ich halte davon auch nichts

ABER:
AIRBerlin wurde mit 150 (versenkten) Mio gefördert .....  für ein Unternehmern gegen 1 Mrd für 250.000 ??? Betriebe

Wenn VW nen Furz quer sitzt gibt es auch Kurzarbeit auf Arbeitsamt Kosten ....

Den Banken wurde TROTZ (oder GERADE wegen)  absolut dämlicher Wirtschaftsweise auch geholfen

Der DBV macht nur das, was jedes andere Unternehmen auch macht ......die kleinen gehen zum Landkreis/Land, die großen an die Bundesregierung ...

Nur stehen die Landwirte absolut alleine da ..... sinnvoll wäre eine STEUERFREIE Risikorücklage .....
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Franzl

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #25 am: 01. August 2018, 15:18:09 »

Kann mich den vielen Kommentaren nur anschließen. Einfach nur dämlich, sich mal wieder so als Zielscheibe in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Crash-Kurs in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wäre da lange überfällig, aber da ist wohl schon Hopfen und Malz verloren.


Einen treffenden Kommentar hat auch Christian Bickert in der August-Ausgabe der DLG-Mitteilungen verfasst, und zwar schon bevor die Forderung vom Rukwied gekommen ist. Der hat den Braten wohl schon gerochen....
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joe

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #26 am: 01. August 2018, 15:42:54 »

.... sinnvoll wäre eine STEUERFREIE Risikorücklage .....

genau das ist das , was jedes mittelständische unternehmen braucht , egal ob landwirtschaft, gastronomie  oder handwerksbetrieb !
anstelle eines investitonsvortrag rücklagebildung
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BNT

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #27 am: 01. August 2018, 15:59:41 »

Zumal das ja auch im Steuerrecht so vorgesehen wäre, im Sinne der Lebensleistungsfähigkeit eines Betriebes.
Man müsste einfach Verluste auf längere Zeiträume durchrechen dürfen.
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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #28 am: 01. August 2018, 16:44:20 »

.... sinnvoll wäre eine STEUERFREIE Risikorücklage .....

genau das ist das , was jedes mittelständische unternehmen braucht , egal ob landwirtschaft, gastronomie  oder handwerksbetrieb !
anstelle eines investitonsvortrag rücklagebildung

Ich war und bin immer Kritiker gewesen von Geschäftsmodellen, die nur den kurzfristigen Maximalprofit suchen und die Risiken auf die Anderen abwälzen (Mitarbeiter, Kunden, Gesellschaft, Staat).

Mehr EK wird ja auch bei den Banken gefordert, jedenfalls hierzulande. Eine Lehre aus der Finanzkrise 2008- die es aber sehr schwer hat sich durchzusetzen, die Banken wollen nicht.... Shareholder-Value und die Börse lassen grüssen....

Das EK muss aber zuerst mal gebildet werden- für mich also eine erst mittel-langfristig wirkende Methode, mit Risiken umzugehen.
Für unerwartete Grossschäden und Junglandwirte, die nur von der Landwirtschaft Einkünfte haben (also ohne Bauland, Kiesland, ererbtes Vermögen, etc....) ungeeignet.

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Biobauer

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #29 am: 01. August 2018, 17:29:11 »

Und vor allem wenn staatliche Hilfe, dann zu gleichen Teilen für alle. Wenn ich als Ackerbauer lange Jahre überdurchschnittlich vorausschauend und gut wirtschafte, deshalb auch in schlechten Jahren überleben kann, dann ist es eine Beleidigung, dass ich nichts bekomme, weil mein Ertrag nicht um xx % abfällt. Es wird wieder nur der Nichtsnutz belohnt, der schon immer an die Substanz ging. Typisch für unser Prämiensystem. Das kann ja wohl nicht sein!

ahja, also wieder mal giesskannensystem.

du scheinst ja recht gut geerntet zu haben, so wie viele andere  auch, das liegt aber sicherlich nicht an deinen hervorragenden kenntnissen und deiner überlegenen wirtschaftsweise, sondern schlichtweg daran , das du gute böden und doch den einen oder andern tropfen abbekommen hast. warum solltest du nun was dafür bekommen ??

ich hatte gestern des öfterern das vergnügen , das gestammel des bauernpräsi zu hören, da war fremdschämen angesagt. und ich versteh absolut nicht, warum man jetzt wieder nach staatlichen hilfen schreit, der tenor hier im forum lautet ja grossteils auch anders
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen
 

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