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Autor Thema: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft  (Gelesen 8340 mal)

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Henrik

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Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« am: 31. Juli 2018, 21:16:04 »

Was haltet ihr von der Forderung von Ruckwied für die Landwirtschaft 1 Mrd. € zur Verfügung zu stellen.

Gruß

Henrik
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agri

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #1 am: 31. Juli 2018, 21:42:52 »

Bekommt also jeder Landwirt 4000 €
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Euro-T

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #2 am: 01. August 2018, 07:03:39 »

Was haltet ihr von der Forderung von Ruckwied für die Landwirtschaft 1 Mrd. € zur Verfügung zu stellen.

Unangebracht, unverschämt, unvermittelbar, ungewollt.


Das sind die ersten vier Schlagwörter, die mir in den Kopf kommen - viele ähnliche Äusserungen und Meinungen höre ich von Kollegen von Nord bis Süd.
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Gruß

~~ Olli

NobbyNobbs

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #3 am: 01. August 2018, 07:09:57 »

Nee, wer nicht vorsorgt um schlechte Zeiten zu überstehen, darf ruhig über die Wupper gehen. (Vorsorge heißt nicht nach fetten Jahren maximal in den neusten Schlepper zu investieren).

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Ich mach's einfach mal!

Rohana

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #4 am: 01. August 2018, 07:14:11 »

Und wenn keine fetten Jahre da sind? Für wie lange soll man vorsorgen können? Warum soll man sich ständig anhören dass ja die (klein)bäuerliche Landwirtschaft so toll und so gewollt ist, aber im Endeffekt nie und nichts dafür getan wird - nur für ihren Abbau? Neee.

Zitat
Zitat
Was haltet ihr von der Forderung von Ruckwied für die Landwirtschaft 1 Mrd. € zur Verfügung zu stellen.
Unangebracht, unverschämt, unvermittelbar, ungewollt.
Das sind die ersten vier Schlagwörter, die mir in den Kopf kommen
Sehe ich ähnlich. Es ist negativ medienwirksam und ich bezweifel dass irgendwem damit effektiv geholfen wird.
« Letzte Änderung: 01. August 2018, 07:42:51 von Rohana »
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Kreuzschiene

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #5 am: 01. August 2018, 07:16:18 »

Nee, wer nicht vorsorgt um schlechte Zeiten zu überstehen, darf ruhig über die Wupper gehen. (Vorsorge heißt nicht nach fetten Jahren maximal in den neusten Schlepper zu investieren).
Yepp. Der Markt regelt das schon...
Sonst gibt's ja auch nix mehr zu kaufen, wenn keiner Hopps geht.
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Läuft bei mir ...

joe

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #6 am: 01. August 2018, 07:31:54 »

schön das dieses unsägliche thema hier aufgegriffen wird !

ich komme wie viele andere auch aus einer gegend die durch die dürre seit ende  april stark gebeutelt ist und das nach einem ganz gegensätzlichen , durch nässe und schlamschlachten geprägtes  jahr .

aber der ruf nach direkten finaziellen hilfen ist eine bankroterklärung unserer berufsvertretung !

ngo´s und grüne stehen schon parat und stellen schon ihre ideeologisch geprägten förderungen für eventuelle hilfen .

der gestrige tag , der tag des "dürregipfels , war einer der schwärzesten tage der deutschen landwirtschaft , denn selten kam soviel gequrilte kacke über die lippen der selbsternannten landwirtschaftlichen experten und fand verbreitung über funk und fernsehn auf assi-tv-niveau ! https://www.tagesschau.de/sendung/tagesthemen/index.html
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Auf die Fresse ist umsonst .........
....... den Rest mußt du bezahlen !

halbspaenner

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #7 am: 01. August 2018, 07:54:46 »

Moin,
Rukwied sollte sofort seinen Hut nehmen, solch saublöde Forderungen aufzustellen ist doch eine Steilvorlage für u.a. die von Joe genannten "Experten" :stupid:. Jetzt werden wieder Gegendarstellungen seitens des DBV fabriziert, auch wenn das so nicht von R. gesagt wurde, sollte er doch wissen wie die grünsozialistische Medienmafia solche Aussagen verdreht. Schon ist die Landwirtschaft wieder in der Defensive mit Rechtfertigungszwang, dilletantischer gehts nicht!
Bin allerdings positiv überrascht, wie die lokale Landvolkvertretung agiert, heute in der Regionalzeitung ein toller Bericht von einem Betrieb im Fast- Nachbardorf ( :wink:Jens), auch die Leserbriefe mit einer Ausnahme positiv.
Dies Geschreibsel kommt von einem Ackerbauern, der mind. 40% Einbußen haben wird, aber sich in erster Linie als Unternehmer begreift!
Gruß, Rudolf
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Ihr werdet die Schwachen nicht stärken, wenn Ihr die Starken schwächt.
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Weißbier

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #8 am: 01. August 2018, 08:22:16 »

Mit diese Forderung hat sich der BV genauso blamiert wie Jogis Jungs.

Und wer muss wieder dem Kopf für die dummen Forderungen hinhalten?  Der Landwirt selbst.

Mein Nachbar hat gestern wieder gespottet: "Habt ihr nicht genug verdient???". Ich habe ihm gesagt das ich mit der Ernte zufrieden war und diese Forderung nicht unterstütze. Sein Kommentar: "Naja, wird sich schon lohnen für dich".

Danke an die Herrn in den oberen Etagen des BV. Hier wäre es besser gewesen einfach mal die Fresse zu halten.
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BNT

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #9 am: 01. August 2018, 08:36:45 »

Wenn man Geld quasi geschenkt bekommt - wer würde da schon nein sagen.

Aber wie bereits angeführt wurde: Diese Zahlungen werden immer stärker an Bedingungen geknüpft, die weitaus mehr kosten, als das, was man an Geld bekommt. Ist einfach ein schlechter Deal.
Mal abgesehen davon, dass dadurch der Strukturwandel gebremst wird.
Mal ehrlich: Im einen Maisernte Video, wo es aussieht, wie in der Sahara, was wäre da ein fairer Pachtpreis? Sowas sollte man doch nur unter jährlicher Preisfestsetzung durch Orientierung an der erzielten Ernte kalkulieren. Macht aber niemand, weil irgendwo gibt's immer einen, der dann doch einen hohen Fixpreis bezahlt. Und sei's nur, um Gülle zu verklappen.
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donnershag

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #10 am: 01. August 2018, 08:48:34 »

Erstens möchte ich hier mal über Stimmen beklagen, das endlich mal wieder ein paar Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden müssen. Also solche Sprüche sind ein absolutes Tabu. Im öffentlichen Bereich geht das gar nicht.

Gruß
Martin
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NobbyNobbs

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #11 am: 01. August 2018, 08:53:44 »

Und wenn keine fetten Jahre da sind? Für wie lange soll man vorsorgen können? Warum soll man sich ständig anhören dass ja die (klein)bäuerliche Landwirtschaft so toll und so gewollt ist, aber im Endeffekt nie und nichts dafür getan wird - nur für ihren Abbau? Neee.

Zitat

Das gibt es in D quasi nicht. Wir kämpfen alle mit besseren und schlechteren Jahren. Mal nass, mal trocken, mal heiss, mal kalt, mal fehlt die Sonne und pipapo. Natürlich gibt es günstigere Gegenden und weniger gute Gebiete. Oft regelt sich aber das genau schon über die Pacht.
Wenn ich aber in D nur schlechte Jahre als Ackerbauer zu verzeichnen habe, liegt das an mir; und dann habe ich keine Steuergelder als Ausgleich verdient. 
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BNT

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #12 am: 01. August 2018, 09:00:32 »

Erstens möchte ich hier mal über Stimmen beklagen, das endlich mal wieder ein paar Betriebe zur Aufgabe gezwungen werden müssen. Also solche Sprüche sind ein absolutes Tabu. Im öffentlichen Bereich geht das gar nicht.

Na na. Strukturwandel im Sinne von Pachtmarkt, usw.
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bayernfarmer

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #13 am: 01. August 2018, 09:00:38 »

Hallo,
wenn Geld geben sollte, dann sicher nicht geschenkt, sondern mit weiteren Auflagen, Bürokratie und mehr Oberhand für die NGOs.
Zum anderen würde das Geld in den meisten Betrieben sowieso an die Verpächter durchgereicht, weil nie eine Pachtkalkulation mit Risikozuschlag gemacht wurde, bzw die ganzen Investitionen dermassen mit der heissen Nadel gestrickt wurden, das sie nur in top Jahren funktionieren.
Wenns nicht funktioniert muss man nach dem Staat brüllen.
Es wär ganz gut, wenns einige nicht schaffen, Pachten nicht mehr bezahlt werden können, dann würde mancher Verpächter kapieren, das  weniger auf Dauer mehr ist.
Mir gibt auch keiner Geld, wenn ein LKW Motor verreckt, weil der drecks Biodieselanteil die Injektoren in commonrailmotoren zerstört.oder wenn ich mich in den Arbeitspreisen verkalkuliert habe und bei jeder Stunde 6 € mit gebe. Oder wie jetzt, wenn du den LKW Reifen zukucken kannst wie sich der Gummi auf der Straße verteilt. Mein Risiko, meine Kalkulation.
Wie weit das Unternehmertum bei den oberen BBV Funktionären reicht, sieht man daran, das nach dem Karriereende die eigenen Betriebe zu 90 % auslaufen.
Und wie die übrige Wirtschaft denkt, sieht man daran, wenn Aussendienstmitarbeiter kommen und eines der ersten Themen ist die eine Milliarde Forderung des Verbandes.
Als Unternehmer muss man nun sparen und damit fängt man am besten bei Ausgaben an mit denen dem eigenen Berufsstand nur geschadet wird. Das Geld hat man schon mal.

mfg

Fritz

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charlie

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Re: Dürrebeihilfen für die Landwirtschaft
« Antwort #14 am: 01. August 2018, 09:04:39 »

Die vier Schlagworte von Olli treffen es ganz gut.
Selten habe ich erlebt, dass ein Anliegen dilettantischer vorgetragen wurde, als in diesem Fall vom DBV.
Jeder Hinterhof-Fußballer hat heute einen Medienberater (was zwar auch nicht immer vor Fehltritten schützt, siehe Özil), doch bei unserer „Berufsvertretung“ scheint professionelle Beratung verpönt.
Statt auf zukunftsgerichtete Lösungen wie einfach zu handhabende steuerlich begünstigte Rücklagen o.ä. hinzuarbeiten, wird 1 Milliarde gefordert...  :rolleyes:

So gibt es wieder jede Menge Gelegenheit für die schon von joe genannten „Experten“ Forderungen in den Raum zu stellen, bei denen jegliche Zusammhänge ausgeblendet werden.
Da werden Leguminosen gehypt, aber gleichzeitig weniger Massentierhaltung gefordert.
Mulchschichten und reduzierte Bodenbearbeitung, aber Glyphosat verboten.
Andere Sorten, aber CRISPR/CAS als Gentech verteufelt.
„Nachhaltig“ funktioniert eben in längeren Schritten und nicht mit kurzfristigen direkten Beihilfen.
Wieder einmal haben unsere „Weiter so!“-Funktionäre eine Chance vertan, Landwirtschaft nicht als jammernden Subventionsempfänger darzustellen.

Und noch ein Wort an unseren jungen, dynamischen und ganz schlauen Vertreter, die schon auf Wachstum hoffen... da war noch die Sache mit dem Hochmut :hmpf:
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.
 

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