www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de
 
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen  (Gelesen 1002 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

DerJo

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 611
  • Beruf: Agricola
Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« am: 25. Juni 2018, 10:17:06 »

Aus dem aktuellen DLG-Rundschreiben:

Zitat:
Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
Mit deutschen Importen von Agrarprodukten sind Flächenbelegungen der jeweiligen Rohstoffe im Ausland verbunden.
Im Wissenschaftsmagazin WISTA werden Berechnungen vorgestellt, die Aussagen über den Umfang dieser Flächen liefern.
Mit der Zurückverfolgung von Lieferketten: 15 Millionen Hektar.
rdir.inxmail.com/dlg/d/d.pdf?o000sjfy0bwhb000d0000kr0000000000cw6fwkez362t02ydehkm5nml4u189
Zitatende

Das entspräche also beinahe der landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands (16,6 Millionen Hektar).

Wir brauchen also ganz grob doppelt so viel Fläche für unseren Verbrauch wie wir zur Verfügung haben.
Nein, ich will jetzt nicht das Fass "Volk ohne Raum" aufmachen. ;)

Aber:
Vor diesem Hintergrund verbietet sich aus globaler Sicht eigentlich jede großflächige Extensivierung von Düngung und Pflanzenschutz.
Oder?


Edit: "Ackerfläche" durch "landwirtschaftliche Nutzfläche" ersetzt.
Dank an BNT für den Hinweis!
« Letzte Änderung: 25. Juni 2018, 13:23:42 von DerJo »
Gespeichert


BNT

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 6 563
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #1 am: 25. Juni 2018, 11:02:15 »

16,6 Mio ha beträgt die gesamte landw. Nutzfläche, oder?

15 Mio ha plus 16,6 Mio ha = 31,6 Mio ha / 82,5 Mio Einwohner = 0,6 ha pro Einwohner. Ich denke, dass ihr da schon hoch effizient seid, trotz aller Importe. Wenn man das mal mit Weizen durch rechnet: 16,6 Mio / 82,5 Mio = 0,2 ha / Einwohner und bei einem Ertrag von im Schnitt 7 to Weizen/ha wären das pro Mann/Frau und Nase 1.400 kg pro Jahr oder 3,8 kg Weizen pro Tag. Davon kann man schon einiges backen.

Und weil immer auf die Soja Importe geschimpft wird. Die machen von diesen 15 Mio ha gerade mal 2,3 Mio ha oder 15,3% aus. Das ist doch recht überschaubar. Pro Einwohner 278 m².

Was mich jedoch erstaunt: Die Flächenbelegung durch Raps. Das sind immerhin auch 1,8 Mio ha. 

Und was auch erwähnenswert ist: Die Flächenbelegung durch Kaffee, Kakao und Nüsse beträgt schon mal 5 Mio ha. Die von Kakao alleine schon 2,1 Mio ha. Ich verzichte gerne auf Schokolade, wenn ich stattdessen weiterhin ein Schnitzel essen darf. :D

Euer Größter Lieferant ist übrigens nicht Brasilien, sondern die Niederlande.


Da wird schon mit einigen falschen Annahmen aufgeräumt. Sehr gut.


Es ist nun mal so, dass wir uns hier in Europa nicht mit allem selbst versorgen können. Wer gegen Importe ist, wird auch seinen Speiseplan anpassen müssen. Gab es da nicht mal eine Kaffee Revolte?

https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffeekrise_in_der_DDR
Gespeichert

nofear

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5 580
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #2 am: 25. Juni 2018, 11:32:57 »

Habs jetzt nicht gelesen. Aber wenns so ist, wovon ich mal ausgeh, dann gehört sowas mal ordentlich gestreut und verbreitet, damit manchen von den "ahnungslosen" bequemen Mitläufern der NGOs evtl. mal ein Licht aufgeht.  Und natürlich auch allen anderen die nicht so in der Materie stecken.
Gespeichert
„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (M. Gandhi)

„Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.” (R. Niebuhr)

Henrik

  • Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 8 502
    • Unser Hof
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #3 am: 25. Juni 2018, 15:53:25 »


Aber:
Vor diesem Hintergrund verbietet sich aus globaler Sicht eigentlich jede großflächige Extensivierung von Düngung und Pflanzenschutz.
Oder?

Das ist doch lange bekannt, wurde auch immer beachtet, in den letzten  Jahren spielte es politisch keine Rolle mehr. Wir haben einfach genug, es wurde jede Vorsicht und Weitsicht über Bord geworfen.
Gespeichert

BNT

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 6 563
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #4 am: 25. Juni 2018, 16:20:34 »

Offiziell sagt man, dass wir einfach nur weniger Fleisch essen müssten und weniger Lebensmittel weg werfen.
Inoffiziell würde man mehr importieren müssen, was jetzt nicht unbedingt der falscheste Weg ist, aber halt so überhaupt nicht in die eigene Ideologie passt.
Schon alleine aufgrund der sich ändernden Ernährungsgewohnheiten werden die Importe steigen. Dazu muss man vor Ort nicht mal groß extensivieren.
Gespeichert

Lachsbrötchen

  • Full Member
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 147
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #5 am: 26. Juni 2018, 10:31:31 »



Euer Größter Lieferant ist übrigens nicht Brasilien, sondern die Niederlande.

Aber nur auf den ersten Blick, du musst nach den Daten im Erweiterten Modell schauen, da sind es dann nur noch 0,22Mio ha, statt der 1,9 Mio.
Das Thema spricht die Studie auch an, der Rotterdameffekt, das heißt alle durch den Hafen geganenen Produkte wurden den Niederlanden zugerechnet und nicht den wirklichen Herkunftsländern  ;)
Gespeichert

BNT

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 6 563
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #6 am: 26. Juni 2018, 11:34:22 »

Ja leider bin ich da auch erst später drauf gekommen.
Also wird Kaffee und Kakao aus den Niederlanden importiert. ;)

Man muss auch dazu sagen, dass Deutschland Exporteur ist. Es wird jedoch mehr importiert als exportiert. Allerdings beträgt das Saldo nur 9,2 Mrd Euro oder 6% des Gesamthandelsvolumens.
In die am wenigsten entwickelten Länder wird übrigens nur wenig exportiert (Waren im Wert von 395 Mio). Da wird ja auch immer das Gegenteil behauptet. Doppelt so viel wird von ihnen importiert.

Mit Abstand am meisten exportiert ihr in die Niederlande. Da schließt sich der Kreis wieder. ;)

Und auch hier: Soja wird bei weitem nicht so viel importiert, wie immer behauptet wird. Ölsaaten sind gesondert ausgewiesen. Die machen das vierfache aus.
Gespeichert

Henriette

  • Sr. Member
  • ****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 484
  • Beruf: staatl. gepr. Wirtschafterin des Landbaus
Re: Agrarimporte: Was sie an Fläche ausmachen
« Antwort #7 am: 26. Juni 2018, 12:58:28 »

NL ist eine der Hauptquellen für Gemüse in DE - wird gerne vergessen  :-X
Gespeichert
Wer ehrenamtlich Tätige nicht ehrt, ist den Nutzen ihrer Leistung nicht wert!
 

Desktop Hintergrund