www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de
 
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Schlupf im Stall  (Gelesen 687 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Gallus gallus!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 885
  • Beruf: Landwirt
  • Carpe noctem!
    • broiler.blog
Schlupf im Stall
« am: 25. Mai 2018, 18:57:59 »

Morgen ist Tag der offenen Tür bei einem Mäster in Sachsen. Da geht es vorrangig um Schlupf im Stall. Fährt jemand von euch hin? Herbert vielleicht?
Gespeichert


Jan

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 236
Schlupf im Stall
« Antwort #1 am: 25. Mai 2018, 19:29:56 »

Leider bin ich nicht dabei. Aber wäre schön wenn du ein paar Eindrücke mitbringst, falls du hinfährst.
Gespeichert

Gallus gallus!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 885
  • Beruf: Landwirt
  • Carpe noctem!
    • broiler.blog
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #2 am: 27. Mai 2018, 12:28:08 »

ein paar Eindrücke
Moin,
bin gestern hin und zurück. Das waren zwar kanpp 800 km, aber verkehrt war es dennoch nicht.
Der Mäster dort hält rund 200.000 Tiere in fünf Ställen. Er war mit der Qualität der Eintagsküken unzufrieden, sowie die meisten Kollegen in seiner und meiner Integration. Er hat irgendwann erwirkt, dass er die Küken woanders kaufen darf. Seit nunmehr vier Durchgängen kauft er dort nicht mehr die Küken, sondern Bruteier am 18. Bruttag, also direkt nach dem Umsetzen auf die Schlupfhorden. Diese werden dann zur Farm und dort in den Ställen in spezielle Halterungen gebracht. In den darauffolgenden drei Tagen schlüpfen die Küken, fallen auf ein Laken unter den Horden. Wenn sie sich ausgeruht haben und trocken sind, fallen sie noch ein Stück weiter in die Einstreu und finden dort sofort Futter und Wasser. Die Technik kommt von Vencomatic und nennt sich X-Treck.
Der Mäster berichtet von vitaleren Küken, einem stark reduzierten Behandlungsindex, höheren Zunahmen und einer um einen Punkt verbesserten Futterverwertung.
Der zusätzliche Arbeitsaufwand soll sich in Grenzen halten. Das Einstellen der 200.000 Eier schaffen die dort zu dritt in unter zwei Stunden. Nach dem Schlupf müssen noch die Schalen und Horden getrennt und aus den Ställen entfernt werden. Das soll zu zweit eine halbe Stunde pro Stall dauern.
Die Tiere sind natürlich etwas länger im Stall. Aber einen Teil der Arbeit während der Serviceperiode kann man erledigen, während die Küken schon da sind. Zum Einstreuen kann man die Halterungen unter die Decke ziehen, sofern noch kein Küken geschlüpft ist. Im Anschluss kann man noch in Ruhe Futter verteilen oder ähnliches. Aber trotzdem und trotz erhöhter Zunahmen muss man sicher zwei Tage mehr pro Durchgang einplanen. Das ist für mich persönlich im Moment der größte Knackpunkt an dem System. Meine Serviceperiode ist schon so knapp getaktet, dass ich es nicht schaffen würde, ohne pro Jahr weniger Durchgänge zu mästen.
Über Zahlen konnte ich leider nicht viel erfahren. Die Technik soll etwa 1 € / Platz kosten. Was ein Ei kostet, kann ich nicht sagen. Ich schätze mal, zwischen 25 und 31 ct. Aber das ist ja eine große Spanne. Der Mäster meinte, es amortisiere sich in drei bis vier Jahren.
Die Brüterei hat noch eine Alternative, bei der einfach Papphorden in den Stall gestellt werden. Da sind die aber nicht wirklich drauf eingegangen. Schließlich war der Hersteller der Halterungen da gestern Hauptakteur.

Edit: Auf dem Laken sind einstellbare Absperrungen. Man könnte also die früh geschlüpften Küken kurzzeitig auf dem Laken "einsperren", während man z.B. einstreut.
« Letzte Änderung: 27. Mai 2018, 12:55:16 von Gallus gallus! »
Gespeichert

Gallus gallus!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 885
  • Beruf: Landwirt
  • Carpe noctem!
    • broiler.blog
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #3 am: 27. Mai 2018, 13:11:01 »

Edit 2:
Hier Infos zu beiden Systemen:
https://www.vencomaticgroup.com/en/products/broilers/housing-solutions/x-treck

http://www.one2born.com/en/


(Vielleicht sollten wir das Thema abtrennen?)
Gespeichert

Jan

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Beiträge: 236
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #4 am: 27. Mai 2018, 17:31:01 »

Moin,
Danke für die Infos!
Ist sicherlich ein interessantes Konzept! Damit sind dann auch Küken aus. Nl wieder fünf malD😁
Geringerer Index glaube ich sofOrt. Hatte ich auch nachdem die Küken early feeding hatten. Auch wenn nicht alle diese Erfahrung gemacht haben.

Aber sagen wir mal die Küken sind 5 Cent billiger, dann müssten doch die zwei Tage gut bezahlt sein, oder was hast du dagegen?

Wobei ich persönlich finde die Karton Geschichte schöner. Es ist ja doch ne Menge mehr Technik im Stall die sauber gemacht werden will!

Wer trägt denn das Risiko des nicht Schlüpfens und das der ersten Woche?

Gespeichert

Gallus gallus!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 885
  • Beruf: Landwirt
  • Carpe noctem!
    • broiler.blog
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #5 am: 27. Mai 2018, 18:30:58 »

Moin,
Danke für die Infos!
Ist sicherlich ein interessantes Konzept! Damit sind dann auch Küken aus. Nl wieder fünf malD😁
Geringerer Index glaube ich sofOrt. Hatte ich auch nachdem die Küken early feeding hatten. Auch wenn nicht alle diese Erfahrung gemacht haben.

Aber sagen wir mal die Küken sind 5 Cent billiger, dann müssten doch die zwei Tage gut bezahlt sein, oder was hast du dagegen?

Wobei ich persönlich finde die Karton Geschichte schöner. Es ist ja doch ne Menge mehr Technik im Stall die sauber gemacht werden will!

Wer trägt denn das Risiko des nicht Schlüpfens und das der ersten Woche?

Der Kollege von gestern ist der erste in Deutschland, der das so macht. Und über Zahlen wollte er nicht reden. Ich denke, wenn der Schlupf miserabel ausfällt, werden die sich irgendwie einigen. Aber normalerweise sind die Schlupfraten nach dem Umsetzen ja recht konstant, vor allem mit der neuen Heartbeat Methode. Da werden nur noch lebende Embryos in die Schlupfhorden umgesetzt. Risikoquellen sind dann nur noch der Transport und die Zeit im Stall.

Zur Hygiene:
Die Horden gehen nach dem Schlupf per Spedition zurück in die Brüterei und werden dort gereinigt. Die Halterungen werden zwischen den Durchgängen mit gewaschen. Das werden die Wäscher sicher mit berechnen. Aber das macht den Bock ja nicht fett.

Zitat
Aber sagen wir mal die Küken sind 5 Cent billiger, dann müssten doch die zwei Tage gut bezahlt sein, oder was hast du dagegen?
Ich habe die Endausstallung z.Z. nach 36 oder 37 Masttagen (Schlachttag ist der 37. oder 38. Masttag) mit ca. 2.400 g. Mein Problem ist, dass die Integration keine schweren Tiere will und ich keine leichteren will. Daher bin ich da nicht flexibel. An Tag 42 kommen die nächsten Küken. Die Zeit dazwischen ist knapp, da ist kaum Puffer. Zwei Tage mehr "Leerstand" sind da nicht drin. Aber das ist ja nur eine Momentaufnahme. Falls ich irgendwann mal 3.000 g Tiere liefern darf, stelle ich ohnehin auf einen 49-Tage Rhythmus um. Dann wäre genügend Zeit.

Bei der Sache mit den 5xD bin ich mir nicht sicher.
Gespeichert

Josef

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 2 092
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #6 am: 27. Mai 2018, 21:22:20 »

Hallo,
Hatte heute Mittag schon einen halben Roman geschrieben, konnte ihn aber nicht absenden!

Der Betrieb ist nicht der erste ( ;D ) Klas Knoll (der neue Weg) macht das schon ein paar Jahre!  Er brütet auch selber aus, hat zwei Altersgruppen im Brutschrank, eine im Schlupfstall und jeweils zwei in den Endmastställen! Er stallt ja die 10 Tage alten Küken um, aber das ist nicht zu empfehlen! Sehr viel Arbeit, und hygienisch nicht einfach mit mehreren Gruppen auf dem Betrieb!
Was jetzt ja neu vorgestellt wurde ist ja das ausbrüten auf dem Boden im Stall ( gibt ja sogar eine Maschine die die Eier auf dem Boden setzt ).

Ihr habt ja schon was zum Schlupf geschrieben, was passiert mit den Eiern die nicht ausschlüpfen?
Wo bleiben die, in der Brüterei ist das ja geregelt,  ich sag nur Tierschutz!
Gespeichert

Josef

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 2 092
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #7 am: 27. Mai 2018, 21:47:10 »

Ich versuche mal ein Video einzustellen!

https://youtu.be/cvoEN17d1Pk
Gespeichert

Gallus gallus!

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Online Online
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 885
  • Beruf: Landwirt
  • Carpe noctem!
    • broiler.blog
Re: Schlupf im Stall
« Antwort #8 am: 29. Mai 2018, 10:31:01 »

Hallo,
Hatte heute Mittag schon einen halben Roman geschrieben, konnte ihn aber nicht absenden!

Der Betrieb ist nicht der erste ( ;D ) Klas Knoll (der neue Weg) macht das schon ein paar Jahre!  Er brütet auch selber aus, hat zwei Altersgruppen im Brutschrank, eine im Schlupfstall und jeweils zwei in den Endmastställen! Er stallt ja die 10 Tage alten Küken um, aber das ist nicht zu empfehlen! Sehr viel Arbeit, und hygienisch nicht einfach mit mehreren Gruppen auf dem Betrieb!
Was jetzt ja neu vorgestellt wurde ist ja das ausbrüten auf dem Boden im Stall ( gibt ja sogar eine Maschine die die Eier auf dem Boden setzt ).

Ihr habt ja schon was zum Schlupf geschrieben, was passiert mit den Eiern die nicht ausschlüpfen?
Wo bleiben die, in der Brüterei ist das ja geregelt,  ich sag nur Tierschutz!

Stimmt, Knoll gibt es ja auch noch. Ein tolles System. Der schafft sicher 50 % mehr Durchgänge pro Jahr.

Ich glaube, dass rund 1 % nicht schlüpft. (Die gehen in der Brüterei vorher durch die Shcierung und durch diesen Apparat mit der Heartbeat-Methode. Es werden also nur lebende Embryonen umgesetzt und ausgeliefert.)
Man hat also am Ende viele leere Schalen und ein paar "gefüllte" Eier. Dabei könnten noch lebende nicht-geschlüpfte Küken sein. Die leeren Eischalen könnte man sicher als Dünger im Betrieb lassen. Die Eier müssten vorsorglich "gemerzt" werden. Ob da eine Betäubung erfolgen muss, kann ich mal beim Veterinäramt erfragen.
Der Tierkörperbeseitigungsanlage wäre es egal.
Wie es im besichtigten Betrieb erfolgt, weiß ich nicht. Das hätte ich erfragen sollen.
Gespeichert
 

Alles zum Thema Area51