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Autor Thema: Mais 2018  (Gelesen 51411 mal)

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dirkk

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Re: Mais 2018
« Antwort #420 am: 15. September 2018, 21:05:02 »

So wie Ansgar schon geschrieben hat , hat Nachbau bei Hybridmais überhaupt keinen Sinn .

 Es geht sämtliche Ernteware bei uns ins Lager und wird dann verkauft . Nur das dies Jahr wohl überhaupt keine Trocknung beim Körnermais nötig ist ( wie in den südlicheren Maisregionen der USA)  , macht das Jahr "besonders" . So wird es das Erlebnis der kräftigen Staubentwicklung beim Mais dreschen auch etwas Besonderes sein .......

Zusätzlich fällt gegenüber den Silomaisen ,die wir hatten ( Charleen, Simpatico ) eine recht gute Standfestigkeit des Stabil auf .....  siehe die angefügten Bilder von heut Abend .

Bei der Sortenwahl beim Silomais werd ich andere Maßstäbe anlegen müssen . Grad der Simpatico ist enorm zusammen gebrochen , beim Charleen war es so an der Grenze . LG 30.306 stand dagegen sehr gut .  Ich war an sich froh , das ich den Walterinio nicht mehr drin hatte .

gruss
dirkk
« Letzte Änderung: 15. September 2018, 21:07:47 von dirkk »
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zwiebe

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Re: Mais 2018
« Antwort #421 am: 16. September 2018, 06:53:43 »

Ja ein besonderes Jahr, das seine nachfolge sucht.

Was manche aber noch lernen müssen... die Sortenwahl für den Verwendungszweck und die dazugehörige Aussaatstärke.
Und da sind die Zahnmaise den Flints weit überlegen. Geringere Bestandesdichte mit höherer Einzelpflanzenleistung.

Ich werde mich wohl auch von meinen 8,3 Kö/m³ bei 250 er verabschieden müssen und wie bei meinen 280ern zu den 7,8 wechseln. Die stell ich nächstes Jahr auf 7,5.


Den Todesstoß brachte heuer bei manchen auch die Saatbeetbereitung. Während bei Direktsaat manche mit 10t trocken zufrieden sein mußten kam beim Nachbarfeld mit glyphosatfreier Bearbeitung nur 4,5t/ha in den Tank.


Ich hoffe für die Ganzkorn und Schrotsilagen, dass sie mit den niedrige Wassergehalten gut haltbar sind. Ansonsten ist das Trocknen sehr billig.


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wernerzwo

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Re: Mais 2018
« Antwort #422 am: 16. September 2018, 08:41:54 »

Wir hatten hier im Rottal in den Monaten April bis August eine Wasserbilanz von knapp -320 Liter, und kein Monat davon hatte eine positive Wasserbilanz! Soweit die nächste Wetterstation in Rotthalmünster an der HLS nicht lügt.
Trotzdem werden wir hier im Hügelland auf unseren sandigen Lehmen eine Rekordernte bei Körnermais einfahren, sowohl bei mir selbst als auch aus Gesprächen von Kollegen werden Erträge von jenseits 120 dt trockene Ware gemeldet.

D.h. der Boden musste bei uns eine große Menge Wasser bereitstellen und der Mais effizient damit umgehen. Vermutlich haben wir das gut hinbekommen:
- konsequente Mulchsaat bedingt durch das Hügelland auf einem Großteil der Körnermaisflächen
- Zwischenfrüchte, gesät spätestens im August, mit hauptfruchtmäßiger Bodenbearbeitung = gute Wurzelleistung
- wenig "wühlen" im Frühjahr - Gülle fahren - 1x Kreiselegge - Aussaat - sonst nichts! Wir rühren die ZW vorher nicht an
- frühzeitige Saat bei bereits guter Bodentemperatur
- durch fehlende Niederschläge im April/Mai musste der Mais frühzeitig in die Tiefe gehen und konnte da aus dem Vollem schöpfen und "lernte" sparsam mit Wasser umzugehen
- die letzten Jahre stark zunehmender Anteil an Zahnmaissorten ab FAO 250
- mittlerweile bei späten Sorten die gefestigte Erkenntnis, daß 7 bis max. 8 Pflanzen vollkommen ausreichen

Ich denke, daß ein entscheidender Punkt der farblich markierte ist. 2015 hatten wir ein Wasserbilanz von ca. -210 im oben genannten Zeitraum, wovon aber ein Großteil im Juli und August anfielen. Vorher war der Mais nicht dazu gezwungen sich in der Tiefe nach Wasser umzusehen. Und wir hatten eine extrem schlechte Maisernte und auch optisch war der Mais wesentlich schlechter zu diesem Zeitpunkt.

Auf alle Fälle war der Lerneffekt für mich, daß wassersparende Bearbeitung immer wichtiger wird. Das spielte bisher bei uns nicht unbedingt die große Rolle.
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Heico

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Re: Mais 2018
« Antwort #423 am: 16. September 2018, 09:17:54 »

Hier im Norden ist ein seltene Trockenheit vorhanden. Von Mitte April bis Ende August hat die Negative Wasserbilanz ein Defizit von 520 mm und es geht noch weiter. Ohne Zusatzberegnung sind hier nur katastrophale Erträge erreicht worden.
Die Zahnmaise sind auf dem Vormarsch auch bei kleinen FAO Zahlen.
Vor Jahrzehnten waren die späten Reifezahlen mit Zahnmaisen versehen und wir konnten nur davon träumen.
Unsere Flintmaise kamen beim Drusch selten unter 35% H2O.
Der Klimawandel lässt es zu, dass heute so späte Maise angebaut werden. Der Vorteil ist klar im Ackerbau zu sehen. Die Waldbauern werden dafür die Zeche zahlen.

Da der Klimawandel nicht nur bei uns ist, gedeiht in Südeuropa heute K-Mais hinter Gerste und Weizen.
Hab in diesem Jahr gesehen, dass hinter Weizen noch locker FAO 400 zu Körnermais wird.
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Mukubauer

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Re: Mais 2018
« Antwort #424 am: 16. September 2018, 09:43:59 »

Ja ein besonderes Jahr, das seine nachfolge sucht.

Was manche aber noch lernen müssen... die Sortenwahl für den Verwendungszweck und die dazugehörige Aussaatstärke.
Und da sind die Zahnmaise den Flints weit überlegen. Geringere Bestandesdichte mit höherer Einzelpflanzenleistung.

Ich werde mich wohl auch von meinen 8,3 Kö/m³ bei 250 er verabschieden müssen und wie bei meinen 280ern zu den 7,8 wechseln. Die stell ich nächstes Jahr auf 7,5.


Den Todesstoß brachte heuer bei manchen auch die Saatbeetbereitung. Während bei Direktsaat manche mit 10t trocken zufrieden sein mußten kam beim Nachbarfeld mit glyphosatfreier Bearbeitung nur 4,5t/ha in den Tank.


Ich hoffe für die Ganzkorn und Schrotsilagen, dass sie mit den niedrige Wassergehalten gut haltbar sind. Ansonsten ist das Trocknen sehr billig.

Und mit den Reifezahlen höher gehen ist kein Thema?
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Panta rhei

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Re: Mais 2018
« Antwort #425 am: 16. September 2018, 10:29:24 »


Da der Klimawandel nicht nur bei uns ist, gedeiht in Südeuropa heute K-Mais hinter Gerste und Weizen.
Hab in diesem Jahr gesehen, dass hinter Weizen noch locker FAO 400 zu Körnermais wird.
Wer im Norden Deutschlands die Maisernte 2017 noch vor Augen hat, brauch aber wohl noch einige Jahre bevor er mit den FAO Zahlen massiv höher geht.
Wir sind in den letzten Jahren eher einwenig zurück gegangen, um in 95 % der Fälle eine Ernte ohne Strukturschäden zu haben.
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Es sind nicht die schlechten Jahre, die uns Probleme bereiten, es sind die falschen Entscheidungen in den guten Jahren!
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Ansgar

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Re: Mais 2018
« Antwort #426 am: 16. September 2018, 10:34:08 »

Und da sind die Zahnmaise den Flints weit überlegen. Geringere Bestandesdichte mit höherer Einzelpflanzenleistung.

Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Die Zahnmaisgenetik ist hier im Münsterland größtenteils gnadenlos abgekackt, die Kolben weit unterentwickelt.
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Heico

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Re: Mais 2018
« Antwort #427 am: 16. September 2018, 10:41:00 »

Klar gibt es mal Ausnahmen wie 2017, wo durch den vielen Regen die Reife verzögert wurde.
Grundsätzlich sind wir aber im Norden in der Lage jetzt 250 FAO als Körnermais zu ernten.
Das war mal anders. In der 2. Hälfte der 1960er waren nur 190er bis Nov zur Reife gekommen.
Mitte der 1980er waren es dann 220er.
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wernerzwo

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Re: Mais 2018
« Antwort #428 am: 16. September 2018, 10:52:48 »

Hier im Norden ist ein seltene Trockenheit vorhanden. Von Mitte April bis Ende August hat die Negative Wasserbilanz ein Defizit von 520 mm und es geht noch weiter. Ohne Zusatzberegnung sind hier nur katastrophale Erträge erreicht worden.

Das ist schon noch eine ganz andere Hausnummer...

Die Zahnmaise sind auf dem Vormarsch auch bei kleinen FAO Zahlen.
Vor Jahrzehnten waren die späten Reifezahlen mit Zahnmaisen versehen und wir konnten nur davon träumen.
Unsere Flintmaise kamen beim Drusch selten unter 35% H2O.
Nachteil im Norden dürfte sein, daß Dentmais sehr positiv auf Kurztagsbedingungen reagiert

Der Klimawandel lässt es zu, dass heute so späte Maise angebaut werden. Der Vorteil ist klar im Ackerbau zu sehen. Die Waldbauern werden dafür die Zeche zahlen.

Das spüre ich seit einigen Jahren sehr deutlich - jedes Jahr hunderte FM als Kalamität  :-\

Da der Klimawandel nicht nur bei uns ist, gedeiht in Südeuropa heute K-Mais hinter Gerste und Weizen.
Hab in diesem Jahr gesehen, dass hinter Weizen noch locker FAO 400 zu Körnermais wird.
Wenn ich nur einmal 50 Liter Wasser im Juli gehabt hätte, dann würde ich vermutlich heuer als Zweitfrucht Körnermais ernten! Beregnen kann ich leider nicht...
http://www.agrowissen.de/de/forum/index.php?topic=20406.msg434584#msg434584

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Mettigel

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Re: Mais 2018
« Antwort #429 am: 16. September 2018, 11:06:33 »

Und da sind die Zahnmaise den Flints weit überlegen. Geringere Bestandesdichte mit höherer Einzelpflanzenleistung.

Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Die Zahnmaisgenetik ist hier im Münsterland größtenteils gnadenlos abgekackt, die Kolben weit unterentwickelt.
Optisch oder beim Körnermais auf der Waage?
Sowohl die schlechteste als auch die beste Fläche hier war Zahnmais und dieselbe Sorte, es lag einfach am Boden.
Optisch sah der Mais schlechter aus, aber auf der Waage hat man da keinen Unterschied gesehen. Die Kolben waren zwar reduziert beim Zahnmais, dafür die vorhandenen Körner größer.
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zwiebe

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Re: Mais 2018
« Antwort #430 am: 16. September 2018, 19:47:21 »

Die Hartmaisdebatte hat sich bei uns unter den denkenden Kollegen erledigt. Sie kennen die Vor und Nachteile. Wo Flint Sinn macht wird er gesät und wo Dent passt steht Dent.
Die zunahmende Zahl der Betriebe die über die Waage ernten tut ihr übriges, Blender fallen schnell auf.
Die klassischen Hartmaiszüchter stellen auch immer mehr Zahnmaissorten vor.

Das mit den Reifezahlen ist ebenso, da legt man sich mal etwas aus dem Fenster und rudert im nächsten Jahr wieder zurück.  In meiner Umgebung steht von 190 er bis zum 280er alles.
Heuer wird auch ein 300er plus gedroschen.




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Gallus gallus!

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Re: Mais 2018
« Antwort #431 am: 18. September 2018, 13:20:23 »

Moin,

ich hatte Silomais - ab Halm - an einen Lohnunternehmer verkauft. Er hatte mich mit der Ernte mehrfach versetzt, sodass der Mais zu trocken geerntet wurde. Meine Stichproben wurden inzwischen analysiert und haben im Schnitt 42,2 % TS ergeben. Die Analyse vom Häcksler fällt wohl anders aus. Die Ergebnisse willl er mir zeigen. Aber ob sie was wert sind, kann ich nicht beurteilen. Das Messsystem am Häcksler ist ja sicher nicht geeicht. Aus dem Haufen können wir auch nicht beproben, da beim Umlagern da große Mengen Wasser (und Siliermittel) eingebracht wurden.

Gibt es Korrekturfaktoren, um den Mais auf dem Papier auf 33 % TS zu bringen?
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vario

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Re: Mais 2018
« Antwort #432 am: 18. September 2018, 14:17:18 »

Hallo ganz einfach 3 Satz ,

so rechnen wir ab.

100 to mit 42 TS= 4200/33% =127,27 to.
Wobei wir das auf max. 42 % TS begrenzen , einige schon ab 40% TS .

Wenn es nicht deine Schuld ist,weil zu spät gehäckselt wurde, würde ich darauf bestehen die Menge so voll  umzurechnen
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Gallus gallus!

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Re: Mais 2018
« Antwort #433 am: 18. September 2018, 18:35:34 »

Achja.  :paetsch:

Danke.
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dirkk

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Re: Mais 2018
« Antwort #434 am: 19. September 2018, 20:56:02 »

So ,der Körnermais ist auch ab - etwas über 8 t mit 17 % Feuchte . Bei nur 180 mm Regen dies Jahr muss man wohl zufrieden sein , weil auch kaum getrocknet werden muss . Wenn das der niedrigstmögliche Ertrag wäre , bleibt nur die Erfahrung ,was in guten Jahren runter kommt ........

Morgen noch ein wenig das Maisstroh mulchen und dann ist ja noch ein wenig Zeit bis zur Weizensaat und der Bodenbearbeitung dazu .......

gruss
dirkk
« Letzte Änderung: 19. September 2018, 21:00:40 von dirkk »
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