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Autor Thema: Bio und Direktsaat  (Gelesen 10646 mal)

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BNT

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #15 am: 07. Januar 2018, 18:50:24 »

Die Frage ist: Wie hoch ist die Erfolgsquote? Und wenn es Misserfolge gibt, in welchem Ausmaß?
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farming.ch

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #16 am: 07. Januar 2018, 18:52:28 »

Problemunkräuter gibt es bei uns so gut wie nicht mehr. Heute stört's und wundert es mich wenn mal drei Disteln in den Äckern stehen. Total verschwunden. Als ich hier anfing war die EC37-Wuchsstoffmaßnahme im Getreide Standard, immer mal wieder hier mal da Queckennester.... Heute gibt es auf keiner meiner "älteren" Flächen mehr Quecken und seit sicher 4, 5 Jahren war auch die besagte Distelmaßnahme nicht mehr notwendig. Sicherlich liegt das auch am Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (auch Glyphosat). Aber die wurden auch vorher eingesetzt. Ich schiebe einen großen Anteil des Erfolgs auf die Bodenbearbeitung, entgegen der landläufigen Meinung "Problemunkräuter" würden im pfluglosen Anbau zunehmen.

Das habe ich nun jetzt nicht so gemeint ;-). Meine Aussage bezieht sich auf die Bio-Direktsaat. Und auch da, wer andere Methoden erfolgreich anwenden kann oder könnte, dem steht die Bio-DS offen. Meist läuft es aber auf viele Handarbeitsstunden mit Ampfer- und Distelstechen hinaus. Die Bio-Dynamiker kennen noch die Veraschung (ich selber kenne das nur theoretisch). Aber laut einem einschlägigen Fachbuch funktioniert dies auch nicht durchwegs, bzw. wird gesagt es brauche noch mehr Forschung dazu...

Zitat aus: http://www.biodynamic-research.net/rf/rhy/asche

Hinweise zur Veraschung in Steiners Landwirtschaftlichem Kurs

In seinen landwirtschaftlichen Vorträgen hat Rudolf Steiner die Methode der Veraschung in Zusammenhang mit Unkräutern und tierischen Schädlingen angesprochen. Im sechsten Vortrag ging es um das Thema Das Wesen des Unkrautes, der tierischen Schädlinge und der sogenannten Pflanzenkrankheiten vor dem Forum der Natur.

R. Steiner sprach über die Veraschung von

Unkrautsamen:
Wir sehen, wie das Unkraut kommt in einem Jahre. Da müssen wir halt die Sache mal hinnehmen, nicht erschrecken, sondern uns sagen, nun heißt es eingreifen. Jetzt aber sammeln wir von diesem Unkraut eine Anzahl von Samen, dasjenige also, worin sich die Kraft, von der ich gesprochen habe, zuletzt abgeschlossen hat. Wir zünden uns nun eine Flamme an - eine einfache Holzflamme ist am besten - und verbrennen diese Samen und sammeln sorgfältig alles, was sich als Asche ergibt. Wir verschaffen unsUnkraut verhältnismäßig wenig auf diesem Wege von dieser Asche. Aber wir haben ja jetzt buchstäblich bei denjenigen Pflanzen, die wir so behandelt haben, indem wir den Samen haben durchs Feuer gehen lassen, in Asche verwandelt haben, in der Asche konzentriert die entgegengesetzte Kraft von dem, was entwickelt wird in der Anziehung der Modenkräfte. Streuen wir nun - wir brauchen gar nicht besonders sorgfältig vorzugehen, da die Dinge im großen Umkreise wirken - dieses kleine Präparat, was wir auf diese Weise aus den verschiedensten Unkräutern uns verschafft haben, auf unseren Acker, dann werden wir schon im zweiten Jahre sehen, wie weit weniger von der Unkrautart da ist, die wir so behandelt haben. Es wächst nicht mehr so stark, und da ein Zyklus von vier Jahren in der Natur für sehr viele Dinge vorhanden ist, so werden wir sehen, dass nach dem vierten Jahre das betreffende Unkraut, das wir jährlich so behandeln, indem wir diesen Pfeffer ausstreuen, auf diesem Acker aufhört zu sein.
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Trump hilft Dir! Populismus ist out ;-).

derhauderer

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #17 am: 07. Januar 2018, 19:32:06 »

Für mich hört sich die veraschung ganz stark nach verarschung an.... Aber jedem das seine... Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge...


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reto

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #18 am: 07. Januar 2018, 19:36:09 »

Hallo zusammen,
selber habe ich schon Direktsaatraps ausprobiert ohne chemische Behandlung. Geht ganz ordentlich, aber der Weisskleeteppich nach dem Raps ist dann nicht einfach
in der nächsten Kultur zu kontrollieren ohne Herbizide. Vielleicht mit Elektroherb, ja
Elektroherb war ja das Thema letztes Jahr an unserer Jahresversammlung von swiss no-till in Witzwil
Dieses Jahr haben wir u.a einen französischen Bio-Direktsäer als Hauptreferenten eingeladen (er ist im 2.Jahr)
Hiermit möchte ich natürlich gerne alle einladen, mal in die Schweiz zu reisen;)) nachfolgend unser Programm: http://www.no-till.ch/index.php/veranstaltungen/items/Tagung-2018.html

Liebe Grüsse
Reto
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derhauderer

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #19 am: 07. Januar 2018, 20:02:39 »

Hallo zusammen,
selber habe ich schon Direktsaatraps ausprobiert ohne chemische Behandlung. Geht ganz ordentlich, aber der Weisskleeteppich nach dem Raps ist dann nicht einfach
in der nächsten Kultur zu kontrollieren ohne Herbizide. Vielleicht mit Elektroherb, ja
Elektroherb war ja das Thema letztes Jahr an unserer Jahresversammlung von swiss no-till in Witzwil
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Hiermit möchte ich natürlich gerne alle einladen, mal in die Schweiz zu reisen;)) nachfolgend unser Programm: http://www.no-till.ch/index.php/veranstaltungen/items/Tagung-2018.html

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Reto
Wie hast du den raps angelegt ?


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Rohana

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #20 am: 07. Januar 2018, 21:28:03 »

Für mich hört sich die veraschung ganz stark nach verarschung an....
Ich hab den Beitrag mit dem Wort "Veraschung" aus dem Grund tatsächlich dreimal durchgelesen, glaub ich brauch ne Brille.

Interessanter wär's wenn jemand von einer erfolgreichen Unkrautvera(r)schungsmassnahme berichten könnte?
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derhauderer

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #21 am: 07. Januar 2018, 21:39:13 »

Naja.... Sorry rohana... Aber eigentlich ging es um den erfahrungs und Ideen Austausch zum Thema biodirektsaat... Bisher mit leider mäßigem Erfolg... Wird hoffentlich noch [emoji6][emoji106]


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Tim

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #22 am: 07. Januar 2018, 21:40:51 »

Habe es jetzt nicht ganz durchgelesen,  aber nach meiner damaligen Recherche bezog sich steiner eher auf die Veraschung von Insekten - wobei er Insekten im Grunde auch eher als Pflanzen klassifizierte,  bzw. Als Zwischending zu den Tieren,  da sie die Wärme der sonne brauchen um zu leben und ihre lebenszyklen nach temperatureinheiten und ähnlichem ausrichten.

Schwere Kost.

Edit
@derhauderer
Hast du eine Idee wie du einen mulchteppich etablieren (oder im Grunde Eben abtöten)  kannst?
Nach eigener Erfahrung kann man mit einer geschlossenen mulchdecke auf Herbizide verzichten - aber bis man soweit ist muss man die ganzen Kröten bis dahin schlucken - beispielsweise die zögerliche Erwärmung.
« Letzte Änderung: 07. Januar 2018, 21:48:39 von Tim »
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andl

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #23 am: 07. Januar 2018, 22:06:50 »

direktsaat über die gesamte fruchtfolge wird im bio sicher eine herausforderung. mit notfallmaßnahmen wie elektroherb kann ich es mir aber durchaus vorstellen.

ein freund hat biosoja direkt in grünschnittroggen gemacht (bzw wir haben es ihm mit der tandemflex angebaut), das hat gut funktioniert.

ist auch optimale variante für leguminosen. grünroggen unterdrückt unkraut, holt den rest-n aus dem boden.
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Heico

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #24 am: 07. Januar 2018, 22:08:08 »

Veraschung und Disteln gibt es hier Erfahrungen.
Hat hier Jemand gemacht und dann hat er aufgegeben mit seiner Landwirtschaft und seinem Leben. RIP Willi

Es gibt einfach viele Leute die von Irgendwas so überzeugt sind, dass die Erträge durch eine Neuerung viel höher angesetzt werden kann.
Sie haben dann meistens den einmaligen Spitzenertrag auf das neue System als Dauerertrag angenommen. Also statt 4 t auf 5 oder sogar 6t/ha beim Weizen.
Es gibt zum Glück einige Leute, die auf diese Felder kommen und genau wissen was wirklich herausgekommen ist.

Wenn der Boden keine Grundbodenbearbeitung mehr erhält, geht auch das Umsetzen der organischen Masse viel langsamer.
Im Bioanbau ist es nicht möglich mal 30-50 kgN/ha schnelllöslich nachzugeben.
Der Ertrag fällt erfahrungsgemäß sofort um 1t /ha. Ausprobieren lohnt immer, nur muss man die richtigen Schlüsse ziehen.
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Stefan81

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #25 am: 08. Januar 2018, 07:36:17 »

Der Betrieb Doppler aus Oberösterreich ist wie ich denke schon sehr weit bei diesen Thema.
https://www.biohofdoppler.at/ackerbau/
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Wissen ist der erste Rohstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt.

Mit freundlichen Grüßen
aus Österreich
Stefan81

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #26 am: 08. Januar 2018, 09:44:13 »

Für mich hört sich die veraschung ganz stark nach verarschung an.... Aber jedem das seine... Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge...


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Demeter eben ...
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Schorsch

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #27 am: 08. Januar 2018, 10:18:46 »

Für mich hört sich die veraschung ganz stark nach verarschung an.... Aber jedem das seine... Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge...


Demeter eben ...

Wenn es der Verbraucher wünscht, dann hat das alles durchaus seine Berechtigung.
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BNT

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #28 am: 08. Januar 2018, 10:32:00 »

Dem muss ich widersprechen.

Es gibt ja viele Dinge, die zb der Staat aus präventiven Gründen verbietet.
Nur um mal eine verständliche Analogie zu verwenden.
Nicht dass jemand meint, ich würde ein Verbot von Demeter fordern.

Aber ganz so neutral sollte man Esoterik nun mal nicht sehen.

Sieht man auch schön an der ganzen Impfdiskussion, dass hier etwas im Argen liegt und dementsprechender Handlungsbedarf besteht.


on topic: In der Bioszene wird derzeit viel mit nichtwendender Bodenbearbeitung gearbeitet. Zur Direktsaat ist es dann aber noch immer ein grooooßer Schritt. Was ist dort derzeit der Trend? Drei, vier flach schneidende Durchgänge?
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derhauderer

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Re: Bio und Direktsaat
« Antwort #29 am: 08. Januar 2018, 10:32:06 »

Ja... Genug über den biodynamischen Klassenfeind her gezogen...
@ andl: das mit dem soja in Roggen will ich dieses Jahr auch probieren.... Haste dazu noch paar infos?

@ stefan81: von doppler hab ich auch schon einiges gelesen... Wobei der doch recht weit weg ist vom Marktfruchtbetrieb... Ebenso wie sepp braun...

Für mich steht die frage im Raum wie ich mit ds meinen Ackerbau verbessern kann....


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