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Autor Thema: Welche Entwicklungstendenzen können die Landwirtschaft in Zukunft beeinflussen?  (Gelesen 4806 mal)

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Henrik

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Wie angekündigt, mal ein Zukunftsthema angelehnt an die NU Agrar Tagung in Fulda. Peter Breuning von der FH Triesdorf hat ja dort einen Vortrag gehalten.

Habe mal etwas mitgeschrieben, unter dem Begriff Exponentielle Technologien in der Landwirtschaft

- Ersatzprodukte für tierische Lebensmittel (Kann die gesamte Branche umkrempeln)
- Genome Eding in der Pflanzenzüchtung
- Digitalisierung im Ackerbau
- Blockchain in der Agrar und Ernährungsindustrie
- Erneuerbare und dezentrale Stickstofferzeugung
- indoor vertical farming
- Additive Fertigung in der Landtechnik

und noch ein paar mehr Punkte. Mal eine frage an die da gewesen sind, wie kam der Vortrag bei euch an?
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farming.ch

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Wie angekündigt, mal ein Zukunftsthema angelehnt an die NU Agrar Tagung in Fulda. Peter Breuning von der FH Triesdorf hat ja dort einen Vortrag gehalten.

Habe mal etwas mitgeschrieben, unter dem Begriff Exponentielle Technologien in der Landwirtschaft

- Ersatzprodukte für tierische Lebensmittel (Kann die gesamte Branche umkrempeln)
- Genome Eding in der Pflanzenzüchtung
- Digitalisierung im Ackerbau
- Blockchain in der Agrar und Ernährungsindustrie
- Erneuerbare und dezentrale Stickstofferzeugung
- indoor vertical farming
- Additive Fertigung in der Landtechnik

und noch ein paar mehr Punkte. Mal eine frage an die da gewesen sind, wie kam der Vortrag bei euch an?

Exponentielle Technologien gibt es, ABER ob, wie und wann sich solche Technologien gesellschaftlich durchsetzen steht auf einem ganz anderen Blatt.

Daher vertraue ich bei Zukunftstrends eher Oekonomen, Marketingexperten, Soziologen, Politologen, etc... Speziell in der Schweiz, wo es zu umstrittenen Agrarfragen schnell mal eine Volksabstimmung gibt, siehe Gentechverbot in der Landwirtschaft, Tierwohlgesetze und -förderung, Trinkwasserinitiative mit generellem Pestizidverbot, weltweit höchste pro Kopf-Ausgaben für Bio, etc....
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Wade

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kann man den Vortrag irgendwo nachlesen oder sehen? Hört sich sehr gut an.

wo soll Blockchain zum Einsatz kommen? Kenne die außerhalb der Online-Kryptowährungen nur beim Informationsaustausch von Rotobern oder bei der Bereitstellung+Abrechnung von Erneuerbaren Strom.

EE sind in der Landwirtschaft eh schon ganz groß, haben wir doch meist genügend Dächer oder die Flächen für Windkraft. Spätestens wenn die PV Anlagen aus dem EEG fallen kann man sich wirklich Gedanken drüber machen den Strom vor Ort zu nutzen. Entweder selbst Treibstoff für die Maschinen herstellen bis hin zu dezentraler Düngemittelproduktion

Indoor Farming könnte schon in den nächsten Jahren ganz groß werden, wenn man mit wesentlich weniger Input ein günstigeres Produkt herstellen kann ,dann klingt das sehr vielversprechend.
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Schorsch

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- Erneuerbare und dezentrale Stickstofferzeugung

Welches Verfahren kommt dafür in Frage? Und kann Biomethan dafür die Energie liefern?
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Wade

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ich denke Biomethan is dafür viel zu teuer, selbst abgeschrieben Biogasanlagen liegen ja bei >10ct/kwh (Strom). Wenn die PV mal ausm EEG rausfällt bekommt man ja nur noch Börsenstrompreis oder vielleicht gibt es dann Möglichkeiten den Strom direkt zu vermarkten.
Neue, große PV Anlagen liegen heute <10ct, Wind ja noch tiefer. Ich denke da kommt man mit Biogas nicht mehr mit.
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Gallus gallus!

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EE sind in der Landwirtschaft eh schon ganz groß, haben wir doch meist genügend Dächer oder die Flächen für Windkraft. Spätestens wenn die PV Anlagen aus dem EEG fallen kann man sich wirklich Gedanken drüber machen den Strom vor Ort zu nutzen. Entweder selbst Treibstoff für die Maschinen herstellen bis hin zu dezentraler Düngemittelproduktion
Haber-Bosch als Containerlösung? Darüber habe ich schonmal nachgedacht.

Indoor Farming könnte schon in den nächsten Jahren ganz groß werden, wenn man mit wesentlich weniger Input ein günstigeres Produkt herstellen kann ,dann klingt das sehr vielversprechend.
Das hat sich in der Veredelung bereits durchgesetzt. Es ist zwar nicht so hip wie sowas hier: https://infarm.de/#what-we-do , aber mindestens genauso produktiv.


Zitat
Welche Entwicklungstendenzen können die Landwirtschaft in Zukunft beeinflussen?
Politik.
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charlie

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Indoor Farming könnte schon in den nächsten Jahren ganz groß werden, wenn man mit wesentlich weniger Input ein günstigeres Produkt herstellen kann ,dann klingt das sehr vielversprechend.
Das hat sich in der Veredelung bereits durchgesetzt. Es ist zwar nicht so hip wie sowas hier: https://infarm.de/#what-we-do , aber mindestens genauso produktiv.

Ein wunderbarer Gesichtspunkt :daumen:
So hab ich das bisher noch nicht gesehen...
Ob sich da auch Protest wegen industrieller Massenpflanzenhaltung ohne natürliche Einflüsse wie Tageslicht, Wetter usw. regt? Das ist doch nicht artgerecht!!!  :o :o :frage: :frage:
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

BNT

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Indoor Farming haben wir doch schon. Nennt sich Gewächshaus.
Das ist etwas für Spezialkulturen.

N-Dünger dezentral klingt gut, aber wenn man sich ansieht, wie aufwendig so eine Haber-Bosch-Anlage ist und wie effizient die arbeiten...


Ich sehe nur einen großen Trend: Automatisierung. Automatisierung und noch mal Automatisierung.
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Gallus gallus!

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Indoor Farming könnte schon in den nächsten Jahren ganz groß werden, wenn man mit wesentlich weniger Input ein günstigeres Produkt herstellen kann ,dann klingt das sehr vielversprechend.
Das hat sich in der Veredelung bereits durchgesetzt. Es ist zwar nicht so hip wie sowas hier: https://infarm.de/#what-we-do , aber mindestens genauso produktiv.

Ein wunderbarer Gesichtspunkt :daumen:
So hab ich das bisher noch nicht gesehen...
Ob sich da auch Protest wegen industrieller Massenpflanzenhaltung ohne natürliche Einflüsse wie Tageslicht, Wetter usw. regt? Das ist doch nicht artgerecht!!!  :o :o :frage: :frage:

Vorerst nicht. Die sind nämlich schlau genug, den bösen weltvergiftenden Landwirt außen vor zu lassen. Das oben verlinkte Startup hat aktuell elf Stellen in Ausschreibung, von denen immerhin noch eine einen landwirtschaftlichen Hintergrund bedarf.

Eigentlich müssten solche Leute doch beim Schweinehochhaus in Sachsen-Anhalt ein feuchtes Höschen bekommen.

Aber ich komme vom Thema ab.
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charlie

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Wie angekündigt, mal ein Zukunftsthema angelehnt an die NU Agrar Tagung in Fulda. Peter Breuning von der FH Triesdorf hat ja dort einen Vortrag gehalten.

Mal eine frage an die da gewesen sind, wie kam der Vortrag bei euch an?

Auch für mich der beste Vortrag der Veranstaltung.

Gerade zum Einstieg ein Thema, das mehr Fragen aufwirft als Antworten parat hat...
Ein bisschen ging das in die Richtung „der Landwirt wird in Zukunft nicht mehr gebraucht...“, also eigentlich etwas, das den Winterblues in schwierigem Umfeld eher noch verschärft.

Da wir im anderen Thema auch das Leitbild „Familienbetrieb“ kontra „Industrie“ diskutieren, sehe ich in diesem Zusammenhang auch die Gesamtentwicklung Landwirtschaft. Imho wird sich die Spezialisierung auf einzelne Sparten oder Produktionsschritte verstärken. Die Vielseitigkeit des Berufsbildes wird sich noch mehr als heute schon üblich in schmaleren Bändern bewegen. Der klassische Gemischtbetrieb ist tot. Einzig ein paar gehätschelte Museumslandwirtschaften werden als Anschauungsobjekte und „Feigenblatt“ übrig bleiben...
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Gruß

Charlie

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Tim

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Auf die Gefahr hin das ich das Thema torpediere muss ich trotzdem meinen Senf dazu los werden, denn ich war hier

Unternehmertage IAK Leipzig

Da haben die Beiträge über Digitalisierung (5G,  das geht mir nicht mehr aus den Kopf) und Automatisierung (kontinuierlich fortschreitende Steigerung der Produktionskosten für leistungsfähigere Techniken)  und im Endeffekt auch deren Einfluss auf den Menschen schon Spuren hinterlassen.

Ist wirklich ein eigenes Thema wert, muss das aber alles noch etwas sacken lassen.


Es ging auch mal kurz um neue Förderperiode ab 2019/2020 und die Verbindung dazu mit den angebrachten Tendenzen und Herausforderungen die auf die Landwirte zukommen (kleinere Betriebe - doch die Technik für die steigende Produktivität /Effektivität können sich kleinere Einheiten nicht mehr leisten... Usw.).
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Henrik

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Wie angekündigt, mal ein Zukunftsthema angelehnt an die NU Agrar Tagung in Fulda. Peter Breuning von der FH Triesdorf hat ja dort einen Vortrag gehalten.

Mal eine frage an die da gewesen sind, wie kam der Vortrag bei euch an?

Auch für mich der beste Vortrag der Veranstaltung.

Gerade zum Einstieg ein Thema, das mehr Fragen aufwirft als Antworten parat hat...
Ein bisschen ging das in die Richtung „der Landwirt wird in Zukunft nicht mehr gebraucht...“, also eigentlich etwas, das den Winterblues in schwierigem Umfeld eher noch verschärft.

Da wir im anderen Thema auch das Leitbild „Familienbetrieb“ kontra „Industrie“ diskutieren, sehe ich in diesem Zusammenhang auch die Gesamtentwicklung Landwirtschaft. Imho wird sich die Spezialisierung auf einzelne Sparten oder Produktionsschritte verstärken. Die Vielseitigkeit des Berufsbildes wird sich noch mehr als heute schon üblich in schmaleren Bändern bewegen. Der klassische Gemischtbetrieb ist tot. Einzig ein paar gehätschelte Museumslandwirtschaften werden als Anschauungsobjekte und „Feigenblatt“ übrig bleiben...

Auf jeden Fall hat der Vortrag mehr Fragen aufgeworfen als Antworten geliefert. Das Problem an diesen exponentiellen Dingen ist ja heute noch eine Nische und übermorgen schon Standard.

Die elektronischen Dinge werden kommen. Am meisten hat mir einfach das mit den tierischen Ersatzprodukten wenig Ruhe gelassen. Die Auswirkungen auf Tierhaltung sind da sicherlich viel größer aber durch viel weniger Absatz dann gerät der restliche Markt ja auch unter Druck.
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Gallus gallus!

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Die elektronischen Dinge werden kommen. Am meisten hat mir einfach das mit den tierischen Ersatzprodukten wenig Ruhe gelassen. Die Auswirkungen auf Tierhaltung sind da sicherlich viel größer aber durch viel weniger Absatz dann gerät der restliche Markt ja auch unter Druck.

Was wird da denn prognostiziert? Bis dato geht der Fleischkonsum in Deutschland ja nicht zurück; weltweit steigt er sogar.
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Josef

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Wir verteufeln Gentechnik, aber in Zukunft wird Fleisch künstlich wachsen?.

Kann sein, aber das wird noch dauern! Denkt auch immer an das Futtergetreide das wir Viehhalter verfüttern, das wird auch Veränderungen geben!
Künstliches Fleisch wird sicher andere Ausgangsstoffe haben als Gerste oder Weizen!
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251at

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Die elektronischen Dinge werden kommen. Am meisten hat mir einfach das mit den tierischen Ersatzprodukten wenig Ruhe gelassen. Die Auswirkungen auf Tierhaltung sind da sicherlich viel größer aber durch viel weniger Absatz dann gerät der restliche Markt ja auch unter Druck.

Was wird da denn prognostiziert? Bis dato geht der Fleischkonsum in Deutschland ja nicht zurück; weltweit steigt er sogar.

Tierische Ersatzprodukte ist missverständlich. Gemeint war vermutlich nicht Tofu und Co sondern künstlich hergestelltes Fleisch.
https://de.wikipedia.org/wiki/In-vitro-Fleisch
Man scheint zumindest nicht all zu weit davon entfernt zu sein es grundsätzlich auf den Markt bringen zu können, aber nur zu Luxuspreisen. Vegane Hipster werden da aber bestimmt drauf abfahren.

Von der Technologie her wird man mittelfristig aber garantiert deutlich unter den Herstellungspreisen in der normalen Tierhaltung kommen. Spätestens dann wird es große Umwälzungen geben, das Allerweltsfleisch kommt dann aus dem Reagenzglas, die Spezialität aus dem Stall.
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