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Autor Thema: Stallbau Hähnchen  (Gelesen 7339 mal)

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Rabe

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #45 am: 04. Dezember 2017, 16:48:32 »

Die hier angesprochene Umnutzungsmöglichkeit als Halle seht ihr weniger relevant? Ist für mich als Ackerbau fast eine Versicherung falls die Hähnchenmast nicht funktioniert. Oder ist das unbegründete Anfängerangst? Wird in Deutschland in 10/20 Jahren noch Tierhaltung erlaubt sein und wenn ja welche. Oder gibt es sogar Fleisch aus dem Labor?

Richtige Umnutzung macht nur Sinn wenn die Halle gewerblich verwertet werden kann. Ob das dann aber erlaubt ist kann dir heute niemand sagen. Über die Umnutzung entscheidet dann das Landratsamt.
In meinen Stallbaugenehmigungen steht nichts von Rückbau drin, während ich bei meiner (nicht realisierten BGA) einen Bankbürgschaft in Höhe von 100000€ hätte hinterlegen müssen.
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Same815

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #46 am: 04. Dezember 2017, 18:40:42 »

Was die Tierhaltung angeht kann ich zumindest erahnen was auf mich zukommt. Wir hatten über Generationen Milchkühe auf dem Betrieb, sind aber ein paar Jahre vor dem Quotenende ausgestiegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Hähnchenmast da sogar etwas mehr Freiheiten lässt als die Milchviehhaltung...

Während des Kapitaldienstes muss ich davon ausgehen dass Hähnchen aus Deutschland noch nachgefragt werden. Mir geht es eher um die Zeit danach. Wenn der Ackerbau weiterhin kontinuierlich (nicht überstürzt) ausgebaut werden kann, ist in 20 Jahren die Nutzung als Maschinenhalle und kurzzeit Lager für Getreide (seitlich abgekippt) durchaus realistisch.
Ist kein Muss, nur der Gedanke der hier im Forum dazu geschrieben wurde hat mir gefallen. Die Frage ist natürlich ob es dann waagerechte Binder mit 4m Raumhöhe sein müssen oder Scherenbinder die bei 3,5m beginnen in im First 4,0 bis 4,5m sind. Eine Umnutzung ist in meinen Augen in beiden Fällen möglich. Gibt es in der Praxis (alte) Ställe die so genutzt werden oder wird jeder nicht genutzte Stall verkauft oder abgerissen?
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Gallus gallus!

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #47 am: 04. Dezember 2017, 18:56:27 »

Was die Tierhaltung angeht kann ich zumindest erahnen was auf mich zukommt. Wir hatten über Generationen Milchkühe auf dem Betrieb, sind aber ein paar Jahre vor dem Quotenende ausgestiegen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Hähnchenmast da sogar etwas mehr Freiheiten lässt als die Milchviehhaltung...

Im Vergleich mit Milchvieh ist Hähnchenmast wie Urlaub.  ;D
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Josef

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #48 am: 04. Dezember 2017, 19:12:47 »

Ich kann dir nur sagen nutze den Winter und mach schnell ein Praktikum, so siehst du schnell ob es was für dich ist oder nicht!
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Gallus gallus!

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #49 am: 07. Januar 2018, 21:17:10 »

Hallo Same,

hat sich bei dir schon was getan?
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Same815

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #50 am: 13. Januar 2018, 21:30:23 »

In der Zwischenzeit habe ich ein paar Hähnchenhalter gefunden die mir die Ställe und die Arbeit im Stall gezeigt haben. Dabei habe ich natürlich auch die Probleme, die Geflügelhalter haben, mitbekommen. Aktuell eher durchschnittliche Preise, die Geflügelpest ist eine stetige Bedrohung und die Auflagen werden durch Label und Siegel immer höher ohne dass die Mehrkosten (komplett) ausgeglichen werden.

Auch in diesem Betriebszweig sind in Zukunft sehr viele Unsicherheiten (aktuell will Wiesenhof sogar in Kunstfleisch investieren).
Die Arbeit könnte ich mir vorstellen, nur auf 20 Jahre ein hohes Risiko gehen halte ich zunehmen für gewagt. Ich sehe mich darin bestärkt, wenn überhaupt, einen Stall zu bauen der reltiv einfach umzunutzen ist.
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Jan

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #51 am: 13. Januar 2018, 22:31:02 »

Risiko ist überall dabei. Wenn das Steve Jobs damals gedacht hätte würden wir heute vielleicht immer noch auf Tasten rumdrücken.
Aber das muss jeder selber für sich ausmachen.
Wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich sofort investieren.
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Josef

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #52 am: 13. Januar 2018, 23:31:38 »


Wenn ich die Möglichkeit hätte würde ich sofort investieren.

 ;D  ja das würd ich genauso machen wenn ich dürfte!

Man muss auch als Außenstehender lernen wie die Hähnchenmäster reden, immer alles mies!
Kenn ich noch aus der Zeit als ich keine hatte ;D
Jeder Neue ist da erstmal ein Konkurent, da bleibt man lieber unter sich!

Die Aussage von Jan und mir und das trifft sicher auch für Gallus zu sollte dir zu denken geben, wir würden sofort einen neuen Stall bauen, aber sicher keine Billigvariante und es denkt auch keiner über die Nachnutzung nach!!!
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Gallus gallus!

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #53 am: 13. Januar 2018, 23:43:47 »

In der Zwischenzeit habe ich ein paar Hähnchenhalter gefunden die mir die Ställe und die Arbeit im Stall gezeigt haben. Dabei habe ich natürlich auch die Probleme, die Geflügelhalter haben, mitbekommen. Aktuell eher durchschnittliche Preise, die Geflügelpest ist eine stetige Bedrohung und die Auflagen werden durch Label und Siegel immer höher ohne dass die Mehrkosten (komplett) ausgeglichen werden.

Auch in diesem Betriebszweig sind in Zukunft sehr viele Unsicherheiten (aktuell will Wiesenhof sogar in Kunstfleisch investieren).
Die Arbeit könnte ich mir vorstellen, nur auf 20 Jahre ein hohes Risiko gehen halte ich zunehmen für gewagt. Ich sehe mich darin bestärkt, wenn überhaupt, einen Stall zu bauen der reltiv einfach umzunutzen ist.

Lass dich da mal nicht verängstigen. Meiner Meinung nach bringt die vertikale Integration ein großes Stück Sicherheit in den Betriebszweig. Wenn der Schlachtpreis zu schlecht werden würde, blieben die Ställe leer. Blieben die Ställe leer, gäbe es nichts zu schlachten. Gäbe es nichts zu schlachten, könnte der Schlachthof keinen Umsatz machen. Kein Umsatz, kein Gewinn. Und an die Erzeugungskosten für Hähnchen muss olle Wesjohann mit seinem synthetischen Fleisch erstmal kommen. Dass gerade der Konzern auch mal nach links und rechts schaut, ist ja nichts neues. Selbst Sprehe hat vegetarische Produkte im Sortiment.
Wenn man nicht so kopflos ist und das Futter für neun Monate vorkauft, hält sich das Risiko in der Hähnchenmast eigentlich in Grenzen.  :pfeiff:  :tuet: :pfeiff:
So ganz ohne Unsicherheiten wirst du in keiner Produktionsrichtung sein.
Etwas anders sieht es auf politischer Ebene aus. Mir persönlich machen TA Luft und Filtererlass Sorgen. Ich kann nicht einschätzen, ob da was auf mich zukommt und ggf. was.

Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))
« Letzte Änderung: 13. Januar 2018, 23:48:50 von Gallus gallus! »
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Gufera

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #54 am: 14. Januar 2018, 00:53:41 »


Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))

Fischzucht?  :D
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Same815

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #55 am: 14. Januar 2018, 12:09:39 »

Für alle die bereits Ställe haben ist das Risiko nicht so groß bzw. bereits zum Teil durch Abschreibung reduziert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wiesenhof Insolvenz anmeldet nur um die Mäster ausreichend bezahlen zu können. Wenn deren Marge geringer wird geben die das so weiter im Wissen, dass nicht abbezahlte Ställe nicht so einfach leer bleiben können (Ist bei Milch, Rind und Schwein das gleiche Spiel). Und wenn selbst Wiesenhof davon träumt in 5 Jahren künstliches Fleisch herzustellen muss man sich natürlich fragen ob die Investition auf 20 Jahre Sinn macht.

Wie gesagt die Tierhaltung an sich hat mir schon immer (Kuh, Kälber und Bullen) Spaß gemacht, das kann ich mir auch bei den Hähnchen vorstellen. Und die Bilder die ich aus dem Fernsehen kannte, sind in meinen Augen manipuliert. In keinen Stall den ich gesehen habe hatte ich ein unangenehmes Gefühl bzw. schlimme Zustände zu sehen bekommen.

Die Hähnchenhalter sind (zumindest mir gegenüber) deutlich pessimistischer als hier im Forum. Offenbar herrscht schon jetzt ein starker Wettbewerb mit den Niedrigpreisländern in Osteuropa. Wenn dann noch aus Übersee Verarbeitungsware auf den Markt drängt, befürchten einige verheerende Auswirkungen auf den deutschen Markt. Und das vor dem Hintergrund zunehmender Auflagen (und damit immer höherer Kosten) durch Immissionsschutz, Baurecht, InitiativeTierwohl und zukünftig einem staatlichen Tierwohllabel.

Wenn es um den Verkauf geht, welche Integratoren stehen mir in Oberfranken überhaupt zur Verfügung? Gibt es einen Wettbewerb oder bin ich Wiesenhof "ausgeliefert"?
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Gallus gallus!

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #56 am: 14. Januar 2018, 12:37:03 »

Ja, für mich ist das Risiko heute nicht so groß, da die Ställe schon angezahlt sind, also schon ein, bzw. vier Jahre laufen. Aber vor ein paar Jahren noch war mein Risiko genausogroß wie deins, falls du dich zum Bau entschließen solltest.
Risiko hast du in allen Bereichen, außer du strebst eine Beamtenlaufbahn an. Aber zieh den Vergleich doch mal zu den von dir genannten Tierarten. Fast überall bist du dem freien Markt ausgeliefert. Verträge zwischen Produzenten und Verarbeitern gibt es eigentlich nur bei Geflügel und bei Milch. Und auch bei Milch hast du einen gewissen Spotmarkt, im Gegensatz zum Hähnchen. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme: verarbeitete Ware. So bezieht z.B. Frosta schon lang sein Hähnchenfleisch aus Thailand und auch die brasilianischen Fliets werden irgendwo verarbeitet. Aber bei Grillern und Teilstücken (frisch / Tk) herrscht deutsche Ware vor. Das muss man dem Verband wirklich zu Gute halten, sie haben dem Einzelhandel gut beigebracht, 5xD einzukaufen.
Dass Polen seine Produktion stark ausgebaut hat, lässt sich allerdings nicht abstreiten. Die haben aber gerade Probleme mit der Zertifizierung für den deutschen Markt.

Richtung Norden hast du als Vermarkter Sprehe mit zwei Schlachthöfen in Sachsen und Thüringen und Plukon mit einem Schlachthof in Brandenburg (und einem in M-V). Ob Rothkötter so weit fährt, weiß ich nicht. Bez. West- und Süddeutschland weiß ich nicht, wo da noch Schlachthöfe stehen.
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Rabe

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #57 am: 14. Januar 2018, 12:47:05 »


Wenn es um den Verkauf geht, welche Integratoren stehen mir in Oberfranken überhaupt zur Verfügung? Gibt es einen Wettbewerb oder bin ich Wiesenhof "ausgeliefert"?

Im Süden gibts noch Hubers Landhendl aus Österreich.
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Mukubauer

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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #58 am: 14. Januar 2018, 15:00:50 »

Aber Hühnerfleisch liegt im Trend (wie lange der Anhält weiß keiner) weils irgendwie als Gesund gilt und neben Fisch von einigen Pseudovegatariern noch gegessen wird (sieht man recht oft, wenn noch Fleisch dann eben Fisch oder Huhn) bzw. die einen Essen aus Religiösen Ansichten kein Schweinefleisch, und diese Gruppe hat auch zugenommen in der EU

Ich Interessiere mich schon länger für den Zweig, am meisten Sorge hab ich wegen dem Personal (Fangen,Waschen)

Und die Sorgen um die Gebäudeverwertung hab ich nicht, wer Heute noch so Investiert und das nicht vom Stammbetrieb abkoppelt ist dann eben selber Schuld wenn er bei einer Kriese die eine oder andere Nacht Schlaflos verbringt ... (meine Persönliche Meinung)
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Re: Stallbau Hähnchen
« Antwort #59 am: 14. Januar 2018, 15:09:04 »


Was Umnutzungen für meine Ställe angeht, so habe ich derzeit fünf Ideen im Kopf. (Nein, Schweinemast ist keine davon. ;))

Fischzucht?  :D

Nö.
Teilweise sind es sehr enge Nischen, teilweise gibt es den jeweiligen Markt noch nicht mal, teilweise muss der Gesetzgeber noch an den Rahmenbedinungen arbeiten.

Mehr verrate ich nicht.
 
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