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Autor Thema: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen  (Gelesen 1078 mal)

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Stanky

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Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« am: 10. November 2017, 18:54:42 »

Moin,
alle Jahre wieder das gleiche Spiel, ich habe meine eingelagerten Getreide und Rapsmengen bemustert und zwei Handelspartnern Proben gegeben.
Das die Fallzahl nicht wiederholbar ist, ist ja hinlänglich bekannt, aber das bei den anderen Paramtern auch Schwankungsbreiten von bis zu einem Prozent sind finde ich irgendwie unbefriedigend. Und es ist nicht so, das man jetzt sagen kann bei Händler A ist der Weizen 0,7% trockener. Die Meßgeräte müssen ja doch sehr ungenau arbeiten, das die eichbar sind, finde ich gelinde gesagt verwunderlich.
Gruß
Frank
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De een hett een Rittergut, de anner ritt dat Gitter rut.

Jens

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #1 am: 10. November 2017, 20:45:12 »

Moin Frank,
das ist bei Nahinfrarot Spektroskopie(NIRS) wohl so. Dort wird mit der Reflektion der Probe gearbeitet, die Spannweite liegt wohl sogar bei bis zu 1,5% Abweichung. Dafür können diese Geräte halt unter anderem Protein und Feuchtigkeit messen und das automatisch. Für den landwirtschaftlichen Einsatz scheint die Eichfähigkeit zu reichen, das muss ja auch schnell gehen in der Ernte.


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EWD

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #2 am: 10. November 2017, 20:58:45 »

Nach Eichgesetz sind 0,5% Toleranz bei der Feuchte zulässig.
Die Ganzkorngeräte haben auch ihre Tücken, besonders bei
frisch getrockneter Ware.

Drei Partien, drei potentielle Käufer = neun unterschiedliche
Ergebnisse, wobei seit den Ganzkornmessungen die Differenzen
nicht mehr ganz so groß sind.

Wenn ich sicher gehen will, lasse ich den Käufer selbst beproben
und verkaufe wie vom Käufer selbst beprobt, gibt etwas weniger
Diskussion, denn letztendlich zählt das, was die Mühle, Verarbeiter
misst und das Spiel kennen wir ja zur Genüge.
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granola

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #3 am: 10. November 2017, 22:05:09 »

ca 0,6-1% beim Protein lagen hier zwei benachbarte Wettbewerber über Jahre auseinander. Immer der selbe der niedriger lag. letzte Ernte endlich nicht mehr. habe im Vorjahr Proben geteilt und an 2 weitere Wettbewerber geschickt. der höhere Wert passte! nu kommt ihr... 
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Egon

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #4 am: 10. November 2017, 23:24:24 »

Hallo,
mal eine ähnliche Frage: Ich habe Weizen an eine Mühle geliefert und bin mit dem Gewicht nicht ganz zufrieden.
Der Fahrer sagte, daß nicht der ganze LKW gewogen wird, sondern irgendwo beim Abladen.
Könnte es sein, daß der Weizen zuerst über ein Sieb oder eine andere Reinigung läuft und dann gewogen wird?
Wäre das rechtens?
Gruß Egon
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jotesen

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #5 am: 10. November 2017, 23:35:40 »

Bei mir ist es so, dass der LKW gewogen wird und die Siebverluste direkt in Probe ermittelt werden und ausgewiesen und dann natürlich auch abgezogen werden.

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Biobauer

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #6 am: 10. November 2017, 23:43:18 »

Hallo,
mal eine ähnliche Frage: Ich habe Weizen an eine Mühle geliefert und bin mit dem Gewicht nicht ganz zufrieden.
Der Fahrer sagte, daß nicht der ganze LKW gewogen wird, sondern irgendwo beim Abladen.
Könnte es sein, daß der Weizen zuerst über ein Sieb oder eine andere Reinigung läuft und dann gewogen wird?
Wäre das rechtens?
Gruß Egon

wird hier auch gemacht, aber dann werden die verschiedenen fraktionen genau ausgewiesen, also zb braugerste, futtergerste , abputz.
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Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen

granola

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #7 am: 13. November 2017, 13:33:05 »

Hallo,
mal eine ähnliche Frage: Ich habe Weizen an eine Mühle geliefert und bin mit dem Gewicht nicht ganz zufrieden.
Der Fahrer sagte, daß nicht der ganze LKW gewogen wird, sondern irgendwo beim Abladen.
Könnte es sein, daß der Weizen zuerst über ein Sieb oder eine andere Reinigung läuft und dann gewogen wird?
Wäre das rechtens?
Gruß Egon
Schau in Deinen Kaufvertrag/Kontrakt was da festgehalten ist! Insbesondere wo das Gewicht ermittelt wird. "Rechtens" ist was Du per Vertrag vereinbart hast! Kann Dir gerne die Ankaufbedingungen meiner Geschäftspartner zum vergleich schicken (PN /mail)
Getreide ist in der Regel festgelegt mit abzugsfrei 2% Besatz. Wenn Du das mit Spreu, Stroh, leichteren Unkrautbestandteilen (Blütenköpfe Disteln usw. wirklich hast denkst Du das ist ein Dreckhaufen!!!! Ganz grobe Zahlen: tatsächlich liegt die Mähdrescherware bei 0,5-1%, drüber findest Du es schon sehr dreckig. Jetzt pusten viele Abnehmer schon mal 0,1-0,3% Dreck raus. ist ja sachlich o.k., fehlt Dir aber am Gewicht! (vgl die oben erwähnten 2%). Dann wird noch Kleinkorn und Bruch rausgesiebt. geht in einen extra Bunker, rate mal wo das dann hingeht? Frag mal die Schweinebauern wie das Fertigfutter so gemacht wird...
Und dann erst die Kippwaage! da fehlen dann ganz locker mal 2-5% Gewicht! Da kann man gerne statt 14,90€ die 15,10 anbieten....
So wurde es hier gemacht und so wird es scheinbar immer noch gemacht. Statt dem Kleinen Kunden ehrlich zu sagen dass man mit den Kosten nicht hinkommt gauckelt man ihm vor er bekommt den selben Preis und tatsächlich ist die Mark nur 90 Pfennige wert....
Muss zur Ehrenrettung meiner regionalen Abnehmer sagen dass das besser geworden ist, die obigen Dingen habe ich zwar in den letzten 20 Jahren mehrfach erlebt, jetzt scheint aber auch in den Lägern eine andere Generation dranzukommen.
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Egon

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #8 am: 13. November 2017, 23:59:56 »

Hallo granola und Bio,
bei Anlieferung ins Landhandelslager wird auch alles separat gemessen und auch so bezahlt.
Im Streckengeschäft verkaufe ich an Händler und da steht auch von 2% erlaubtem Besatz drin.
Aber es steht nicht drin wie und wo gewogen wird. Es geht ja meist an verschiedene Verarbeiter und dann wird auch da gewogen.
Ob über Kippwaage oder Fahrzeugwaage steht ja nicht im Vertrag. Ich werde es dann auch wie andere Kollegen halten und ab und zu mal eine Kontrollwiegung machen und das Ergebnis in mein Verkaufsverhalten einbeziehen.
Danke für die Antworten.
Egon
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klausg

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #9 am: 14. November 2017, 11:21:06 »

Ich hab da schon die tollsten Abrechungsmodelle gesehen - hier wird z. B. bei einem Abnehmer bei der Rapsabrechnung immer ein fiktiver  unverwertbarer Abputz ausgewiesen, den ein ominöses Analysegerät ausweisst. Ein Reinigungsabzug wird dann auch noch drauf gepackt, obwohl der Raps nie auch nur im entferntesten so etwas wie eine Reinigung sieht. Wohlgemerkt bei einem festegestellten Besatz von 0.5%. Ich würde sagen - bei 90 % der Bauern kommen sie damit durch. Ich hatte dann den Chef mal gefragt, ob sie damit ihre Weihnachtsfeier in der Zentrale finanzieren. Er hat wortlos die Abrechnung korrigiert und mit den Schultern gezuckt - wird so von oben angewiesen.
Beim wiegen sollte man eigentlich nur am Verladestandort leer und voll wiegen. Sonst fehlen schnell mal 400 kg in Form von Diesel auf der Abrechnung.
Alter Viehhändlertrick mit Wassertank am Vieh LKW. Zwischen Leerwiegung und Beladung ist dann während der Fahrt das Wasser abgelassen worden.
« Letzte Änderung: 14. November 2017, 11:25:12 von klausg »
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granola

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Re: Vergleichbarkeit von Getreideanalyseergebnissen
« Antwort #10 am: 06. Dezember 2017, 10:21:59 »

Hier bekommt jeder LKW Fahrer nen Fünfer  "statt Kaffee" (weil Getreide nicht am Betrieb geladen wird sondern in einer zugigen Scheune ohne Kaffemaschine. Dafür bitte ich um Anruf wenn abgeladen ist oder whattsapp und Gewicht durchgeben. klappt super.
Ein Handels"partner" mit dem ich kein Getreide handele hat dem Fahrer gesagt er solle das nicht mehr machen! Der Fahrer hatte dem Landwirt das Gewicht gesagt und es gab ein Qualitätsproblem, das der Landwirt nicht akzeptieren wollte. Da hiess es dann sinngemäss: "hättest Du das Gewicht nicht durchgegeben hätten wir das darüber regeln können..."
@ aelbler: oben genannter Handelspartner ist auch unser regionaler Fendt-Händler, es gibt auch Gründe einen anderen Traktor zu kaufen......
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