www.agrowissen.de  
www.agrowissen.de
 
Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Autor Thema: Wintergerste 2018  (Gelesen 37871 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

klausg

  • Vereinsmitglied
  • ***
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 1 799
  • Beruf: Landwirtschaftsmeister
Re: Wintergerste 2018
« Antwort #270 am: 08. August 2018, 21:55:10 »

Die Hybriden werden in den normalen Versuchen immer nicht optimal behandelt. Sie brauchen eine andere Bestandsführung in Sachen Stickstoff.
Erzähl mal mehr dazu.
Werde heuer auch das erste mal einen Teil Gerste  Sy Torrero bauen.

Ich bin zwar nicht Klaus, aber wichtig bei Hybridgerste ist die frühe und recht kräftige Andüngung zur Sicherung der hohen und kräftigen Triebanzahl bei verringerter Pflanzendichte.

Hier mal das Anbautelegram von Syngenta
https://www.syngenta.de/produkte/getreide-hyvido-anbausystem

Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Bestände dürfen nicht überzogen werden. In normalen Jahren hat eine Hybridgerste eher zuviele als zu wenig Triebe. 500 bis max 600 Ähren je m² sind dicke ausreichend, da sie fast alle einen sehr hohen Einzelährenertrag machen können. Ich hab meistens als erste Gabe eine Menge von 40 - 60 N als ASS. Zweite Gabe meist Gülle. Vor DÜVO Zeiten sind da auch schon mal 80 kg N als Spätdüngung in 39 gefallen.
Heuer war aber ein höherer Start angesagt, da die Vorwinterentwicklung schwach war
Gespeichert

charlie

  • Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 6 714
  • Beruf: Agrarflächendesigner
Re: Wintergerste 2018
« Antwort #271 am: 08. August 2018, 22:36:41 »

Wobei man dabei nochmal deutlich zwischen Einzelährentypen wie Wootan und Bestandesdichtetypen wie Toreroo unterscheiden muss.

Bei klausg kommt noch die langjährige organische Düngung hinzu und somit im Herbst eine meist kräftige Entwicklung, die zu Vegetationsbeginn dann wohl meist aus 6 und mehr Trieben je Pflanze besteht.
Ich strebe je nach Saatstärke etwa 4-5 starke Halme an, was in etwa 700-800 Ähren im Bestandesdichtetyp ausmacht. Ein Einzelährentyp wie Wootan dürfte auch mit 600 auskommen.
Meine Startgaben bewegen sich meist bei 70-100 kg N aus StabiloN und werden meist um EC37 dann passend zu der Ertragserwartung mit 40-60 N fertiggedüngt.
Gespeichert
Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

Ansgar

  • Hero Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 5 660
Re: Wintergerste 2018
« Antwort #272 am: 08. August 2018, 23:15:31 »

Ich setz nach wie vor auf Liniensorten, die Hybriden zeig(t)en i.d.R. miserable Stroheigenschaften, so dass schlimmstenfalls bei nicht passenden Erntebedingungen ein Teil des Ertrages schon weggebrochen ist.
Auch in den LSVs hier in NRW fällt das Urteil Jahr für Jahr immer gleich aus. 2018 heißt es: "(...) Immer noch dreschen Hybriden oftmals nicht oder nur geringfügig besser als die besten Liniensorten. Der geringe Ertragsvorteil wird durch die höheren Saatgutkosten schnell aufgezehrt. Wirtschaftliche Vorteile für den Anbauer gibt es häufig nicht."
Gespeichert
Erfolg hat drei Buchstaben: TUN

charlie

  • Moderator
  • *****
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 6 714
  • Beruf: Agrarflächendesigner
Re: Wintergerste 2018
« Antwort #273 am: 09. August 2018, 00:00:01 »

Wie schon oben geschrieben haben die Hybriden auf wechselnden Böden oder schwächeren Standorten ihre Vorteile vor allem durch höhere Wurzelleistung, während auf guten Böden ohne Stressbedingungen selten ein Ertragsvorteil und noch seltener ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht.
Gespeichert
Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.
 

Desktop Hintergrund