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Autor Thema: Winterraps 2018  (Gelesen 120802 mal)

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charlie

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #435 am: 13. März 2018, 22:14:50 »

noch ein p.s.: Ich habe es aber bisher auch immer geschafft, den Raps früh im Jahr nach Winter mit ausreichenden Mengen an N zu versorgen. Mir sind generell bei allen Kulturen Bestände lieber, die ich mit Düngung antreiben kann, denn das finde ich immer leichter als diese zu Bremsen.

Aber gerade die gesamt gedüngte N-Menge in einem zögerlich im Herbst entwickelten und im Frühjahr gepushten Bestand ist nach meiner Erfahrung im Verhältnis zum erzielten Ertrag höher.
Wohingegen die im Herbst moderat angeschobenen Bestände im Frühjahr ebenso moderat weitergeführt werden können und weniger Luxuskomsum benötigen.
Gerade eine optimale Wurzelentwicklung unterstützt das für Toperträge notwendige Source-Sink-Verhalten des Rapses.
Im übrigen meine ich mit Herbstdüngung nicht die Verlagerung des Luxuskomsums in den Herbst, wie es in Vor-DüVO-Zeiten durch üppige organische Gaben häufig praktiziert wurde.
Viel mehr eine Verteilung einer „reduzierten“ bzw. angepassten N-Menge exakter zum Bedarf.
Ein Hungern im Herbst ist ja auch nichts anderes als ein Bremsen
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

charlie

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #436 am: 13. März 2018, 22:22:12 »

@Euro und Charlie
Früh gesähte Bestände werden wohl n effizienter sein - zumindest nehmen sie grundsätzlich mehr n mit, wenn davon genug (Oder im Grunde zuviel) da ist- doch es sind grundsätzlich ja auch immer teurere Bestände. Wie könnte man sie effizienter führen wäre die Frage.

Worauf beziehst du das „teuer“?
Gesamt-N-Menge?
WR/Fungizidaufwand in Herbst und Frühjahr?
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Gruß

Charlie

Nicht immer sind die, die das Gras wachsen hören, auch bereit, es zu mähen.

EWD

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #437 am: 13. März 2018, 23:16:42 »

Die Aussagen zur Herbstdüngung kenne ich auch, sind aber zu undifferenziert
und pauschal. Gleiche Gesamt N-Menge, Boden...?
Bei Mulchsaat kriege ich immer ein großes Fragezeichen, weil Mulchsaat und Mulchsaat
ist wie Feuer und Wasser.

Fakt ist bei mir, dass Herbst-N sehr effektiv ist.
Es ist immer übel, wenn der Raps über Winter in den Mangel kommt.
Muss nicht immer direkt sichbar sein, wann werden die Ertragsanlagen gebildet?
Am liebsten war und wäre mir den Raps im November moderat zu begüllen.

Richtig teuer wird es, wenn der Raps nicht in die Pötte kommt.

War gestern über Land.
Jeder schlechte Raps glänzt von weiten und hat ein an Zuvielwasserproblem durch schlechte
Bodenstruktur, Staunässe, das sind genau die Effekte die Sten beschreibt.
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Jo

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #438 am: 14. März 2018, 09:29:18 »

@ Tim, du hast recht. Neben dem Branntkalk gibt es Bor (+ Mo, Mg, Mn) dann zur ersten Spritzung mit dazu. Nach dem nassen Jahr mit Frosteinwirkung möchte ich mit B und Ca Botrytis vorzubeugen.

Zur N-Problematik beim Raps... ich bin gehe da einher mit charlies Meinung.

Stark entwickelte Rapse mit normaler Bestandesdichte nehmen 80-120kg N im Herbst auf, um ein gutes Wurzelwerk,Verästelungen und Blätter zu bilden und im Frühjahr fit zu starten. Wenn der Raps in eine Mangelsituation gelangt, geht es sehr schnell zu Lasten des Ertrags.
Wir werden keine großen N-Überhänge mehr nach der Getreidevorfrucht haben, bei den erlaubten 60N müssen wir also mindestens noch 20-60 N PLUS den N, der für die Strohrotte notwendig ist (30-60N Festlegung), aus dem Bodenpool freisetzen. (50-120N)
- Entweder, wir fahren das Stroh ab, um weniger N in die Strohrotte zu pumpen und grubbern, wie wir es gewohnt sind (Humusaufbau?)
- Säen später, um bei begrenztem N nicht in eine Mangelsituation zu gelangen (Ertragspotenzial?)
- Säen dünner, um bei der begrenzten Menge an N mehr für die Einzelpflanze zur Verfügung zu stellen (Insektendruck?)
- Trennen wenigstens den gedüngten N räumlich von den Ernterückständen (Uflu-Düngung)
- Säen direkt, um das oben liegende Stroh nicht zur Rotte zu zwingen (passende Bodenstruktur?)
- Pflügen die Strohmatte (evtl. nach einem Stoppelsturz) unter, um keine Strohrotte hervorzurufen und N zu mineralisieren (Störschicht?)
- Grubbern den Boden schwarz, um mehr N zu mineralisieren, als für die Rotte draufgeht (Kosten?)

Viele Wege führen nach Rom. Und es sind alles Kompromisse.
Einen Vorteil haben Böden mit guter Struktur, ausgewogener Nährstoffversorgung und hoher Nachlieferung.

Bei uns war in den letzten beiden Jahren nicht der Herbst-N der ertragsbegrenzende Faktor, sondern der schlechte Auflauf, der durch Fehler in der Bearbeitung vorher entstanden ist. Solche Bestände können weder im Herbst, noch im Frühjahr durch hohe N-Gaben hohe Erträge sicherstellen. Ich habe mehr als zwei Jahre gebraucht, um eine annähernd passende Strategie für trockene Bedingungen zu finden.
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joe

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #439 am: 14. März 2018, 09:46:29 »


- Trennen wenigstens den gedüngten N räumlich von den Ernterückständen (Uflu-Düngung)
- Säen direkt, um das oben liegende Stroh nicht zur Rotte zu zwingen (passende Bodenstruktur?)



was du beschreibst sind problemlösungen um die folgen der düvo im herbst abzupuffern
aber bei der  frühjahrsdüngung fällt einem das problem n-festlegung wieder auf die füße wenn der schickstoff nicht in den boden injiziert wird !
aber selbst dann , nehmen wir mal den fall des unterlassens jeglicher einarbeitung , humus aufbau benötigt und bindet stickstoff !
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Auf die Fresse ist umsonst .........
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Ruedi

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #440 am: 14. März 2018, 13:58:47 »

Das Problem Botritis scheint auf den Schlägen mit großen Blättern die nun abgefroren sind ein Problem zu werden .




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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #441 am: 14. März 2018, 20:28:01 »

Hier sieht man einen Bodenbearbeitungsversuch, laufend seit knapp 20 Jahren. Dieses Jahr steht auf der Fläche Raps Sorte Bender nach Ackerbohnen, 45 keimfähige Körner wurden am 8.9 mit einer Kuhn Maxima 2 gesät.
nach dem Bohnendrusch wurde die reichliche Altverunkrautung abgespritzt und die 30-40cm hohen Stoppeln gemulcht.
Als Herbizid landete 2,5l/ha Butisan Gold und im NA auf Grund des massiven Bohnendurchwuches 0,2l/ha Runway

Bild 1&2: Direktsaat 
« Letzte Änderung: 14. März 2018, 20:36:25 von Gutbrod1032 »
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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #442 am: 14. März 2018, 20:29:07 »

Bild 3&4: Mulchsaat, 1x 8-10cm gegrubbert einmal gekreiselt
« Letzte Änderung: 14. März 2018, 20:38:55 von Gutbrod1032 »
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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #443 am: 14. März 2018, 20:30:02 »

Bild 5&6: Pflugsaat 25cm gepflügt 2x gekreiselt
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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #444 am: 14. März 2018, 20:33:01 »

Dieses Anbaujahr neu Hinzu kam das Versuchsglied "Stripptill" hierbei wurde mit einem modifiziertem Horsch Focus im absetzigen Verfahren gearbeitet.
Das Bild stammt aus der Parzelle wo vorher langjährig Direktsaat war, da dort die Differenz am größten war. 
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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #445 am: 14. März 2018, 20:34:27 »

Und zum schluss:
Unser Standart nicht-versuchs-Raps:
Bender 42Kö am 5.9 mit einer AD303, gepflügt nach Weizen.
Hier kam man ohne Runway aus, dafür wurde einmal ein Graminizid gebraucht.

//

Ich hoffe die Bilder sind nicht zu stark verkleiner und man erkennt noch das nötige.
« Letzte Änderung: 14. März 2018, 20:38:09 von Gutbrod1032 »
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Desperado

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #446 am: 14. März 2018, 20:58:05 »

@ Tim, du hast recht. Neben dem Branntkalk gibt es Bor (+ Mo, Mg, Mn) dann zur ersten Spritzung mit dazu. Nach dem nassen Jahr mit Frosteinwirkung möchte ich mit B und Ca Botrytis vorzubeugen.

Zur N-Problematik beim Raps... ich bin gehe da einher mit charlies Meinung.

Stark entwickelte Rapse mit normaler Bestandesdichte nehmen 80-120kg N im Herbst auf, um ein gutes Wurzelwerk,Verästelungen und Blätter zu bilden und im Frühjahr fit zu starten. Wenn der Raps in eine Mangelsituation gelangt, geht es sehr schnell zu Lasten des Ertrags.
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- Säen dünner, um bei der begrenzten Menge an N mehr für die Einzelpflanze zur Verfügung zu stellen (Insektendruck?)
- Trennen wenigstens den gedüngten N räumlich von den Ernterückständen (Uflu-Düngung)
- Säen direkt, um das oben liegende Stroh nicht zur Rotte zu zwingen (passende Bodenstruktur?)
- Pflügen die Strohmatte (evtl. nach einem Stoppelsturz) unter, um keine Strohrotte hervorzurufen und N zu mineralisieren (Störschicht?)
- Grubbern den Boden schwarz, um mehr N zu mineralisieren, als für die Rotte draufgeht (Kosten?)

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Bei uns war in den letzten beiden Jahren nicht der Herbst-N der ertragsbegrenzende Faktor, sondern der schlechte Auflauf, der durch Fehler in der Bearbeitung vorher entstanden ist. Solche Bestände können weder im Herbst, noch im Frühjahr durch hohe N-Gaben hohe Erträge sicherstellen. Ich habe mehr als zwei Jahre gebraucht, um eine annähernd passende Strategie für trockene Bedingungen zu finden.

1.) Spätsaaten sind beim Raps eher kontraproduktiv. Wenn sich die Pflanzen schlecht entwickeln, muss man sie eben etwas andüngen. 60N sind maximal erlaubt, wobei 30-40N eigentlich schon genügen.

2.) Ja, eine Reduzierung der Saatstärke hilft Stickstoff zu sparen, ohne dass dadurch Ertrag verloren geht. 30-35 Kö/m² reichen bei wüchsigen Hybriden vollkommen aus.

3.) Ich halte nicht viel davon, durch pflügen oder mehrmaliges grubbern die N-Mineralisation anzuregen, zumal die jungen Rapspflänzchen noch nicht viel Stickstoff verbrauchen.

4.) Ich glaub noch nicht mal, dass der Raps einer tiefen Bodenlockerung bedarf. Das kostet nur sehr viel Zugkraft und die Böden trocknen aus. Wichtiger ist m.M. dass das Stroh der Vorfrucht möglichst kurz gehäckselt bzw. gemulcht wird, damit es schnell verrotten kann. Und natürlich braucht man für die Rapsaussaat ausreichend Feinerde im Saathorizont.

5.) Sehr positiv sehe ich auch das Walzen nach der Saat. Das ist für mich fast schon ein Muss, weil es die letzten Kluten zerdrückt und dafür sorgt, dass das Saatgut Anschluss an die Bodenfeuchtigkeit hat. Und ganz wichtig ist natürlich die frühzeitige Bekämfung der Unkräuter und des Ausfallgetreides.

6.) Vor Ende September würde ich den Raps nicht andüngen, weil er sonst zu mastig wird und hintenraus dann wieder hungert. Im Oktober und November sind noch genügend schöne Tage, an denen der Raps zurechtwachsen und seine Ertragsanlagen ausbilden kann.

Ich bin die letzten Jahren nur selten in die Verlegenheit gekommen, einen Raps mit einem WR ausbremsen zu müssen.
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Desperado

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #447 am: 14. März 2018, 21:12:17 »

@Gutbrod1032

Interessanter Versuch!
Am besten gefällt mir die flache Mulchsaat und die Strip-Till Variante. Die Pflanzen in der Pflugvariante können natürlich auch überzeugen. Aber da stört mich dieser nackte, speckige Boden.
Die Direktsaat hängt wohl noch etwas zurück, aber das kann sich im Laufe der Vegetation noch ändern.

Vielleicht kannst Du in 1-2 Monaten nochmal ein paar Bilder einstellen, um zu sehen, wie sich die einzelnen Varianten weiterentwickelt haben.
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EWD

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #448 am: 14. März 2018, 21:44:02 »

Interessanter Versuch, bestätigt jetzt schon einige Aussagen die eben diskutiert wurden.

Gut fotografiert.  :)   800x800  bis 1000X1000 gehen ganz gut.

Helfen würden bei der Interpretation noch nähere Infos bezüglich Standort, Boden usw.

Würde mich freuen, wenn du uns auf den laufenden halten könntest.


zu4. Glauben oder Wissen der Bedürftigkeit einer tiefen Lockerung?
       Ich weiß, daß ich unter bestimmten Voraussetzungen, Konstellationen
       entsprechend handeln muss.

zu6. Die DÜV weiß es jetzt aber besser >:(
« Letzte Änderung: 14. März 2018, 21:57:57 von EWD »
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Gutbrod1032

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Re: Winterraps 2018
« Antwort #449 am: 14. März 2018, 22:10:36 »

Zitat
Vielleicht kannst Du in 1-2 Monaten nochmal ein paar Bilder einstellen, um zu sehen, wie sich die einzelnen Varianten weiterentwickelt haben.
Das sollte sich einrichten lassen, wächst ja schließlich "direkt" vor der Haustüre.

Zitat
Helfen würden bei der Interpretation noch nähere Infos bezüglich Standort, Boden usw.

380 m ü.N.N., 700mm Jahresniederschlag, 8,5°C Durchschnittstemperatur.
Lößboden, pH-Wert 6,7, P Klasse D,  Mg und K Klasse C, 2,9% Humus.
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